Pimp Your märklin Hogwarts Express: Rauch & Sound.
Hornbys Zug aus dem Harry Potter Universum wurde vor rund 20 Jahren auch im märklin Programm angeboten, natürlich mit System-notwendigen Anpassungen: mit Schleifer unter dem Tender und Radsätzen nach märklins Hausnorm. Der Decoder ist ein Klassiker aus den 90er Jahren mit ‚Mäuseklavier‘ mit überraschend guten Fahreigenschaften.
Was mir gefehlt hat: Die Lok kann leider nicht dampfen, und die typische Pfeife aus den Filmen fehlte mir auch.
Ich betrachte den Zug übrigens nicht als ‚Collectible‘, sondern als schöne Spielzeug-Eisenbahn aus einer bunten Fantasiewelt. …und für die moralinsauren Spaßbremsen: Ich trenne zwischen Künstler und Werk. Basta. 😌
Material:
- Seuthe Rauchentwickler für digital Nr. 23
- märklin msd3 für Dampfloks
- märklin Schleifer 144133
- LED 3mm super golden white
- seriöse Werkstatt
Der letzte Punkt ist womöglich der Wichtigste. Ich habe mit ‚Euromodell‘ sehr gute Erfahrungen. Dort wurde das Messingrohr im Schlot sorgsam aufgebohrt, damit sich der Rauchentwickler hineinstecken lässt. Zusätzlich erhielt das Ballastgewicht entlang der Fahrtrichtung eine Nut, um drei Litzen nach vorn zu leiten.

Der neue Schleifer 144133 wird anstelle des lauten Werks-Schleifers um den vorhandenen Sockel eingesetzt, vorher sollte man noch die Litze anlöten.
Auch der alte Decoders wurde ausgetauscht; ein msd3 Decoder findet im Tender Platz, ohne seine schwarze Halterung aus Kunststoff. Die Unterseite der Platine mit Schnittstelle wurde Flächen deckend mit dünnem (!) Doppelklebeband abgedeckt. Auf dem Tender-Gewicht ist genug Platz.

Die Verkabelung entspricht dem Ursprungszustand, nur dass eine zusätzliche Litze nach vorne geführt wird, die F1 für den Raucherzeuger.
Fast alle unnötigen Litzen habe ich von der Platine abgelötet, nur die Litze F2 wurde für eine eventuelle Digital-Kupplung belassen. Welche Litzen man original belässt oder ersetzt, das kann natürlich jeder selber entscheiden.
Auf jeden Fall passen die fünf dicken Litzen von märklin nicht durch das dünne Kupplungsteil von Hornby. Man muss beim Durchfädeln der Litzen zwischen Lok und Tender darauf achten, dass sie frei beweglich bleiben. Auch in engen Kurven.
Vom Tendergehäuse habe ich über der Kupplung eine scharfe Kante weggefeilt. Die Veränderung bleibt von außen unsichtbar – und die Litzen langfristig unversehrt.

Das Verkabeln der Lok ist eine wirklich fummelige Arbeit. Es wird etwas einfacher, wenn man zur Bändigung der Litzen über der Nut des Gewichtes einen Streifen Tesafilm anklebt.
Man sollte erst den Rauchentwickler und die LED anschließen, ihre Litzen in das Gewicht einbringen, Tesa drüber, und dann das ganze Gewusel vorsichtig nach vorne in das Gehäuse schieben.
Die Rauchkammertür lässt sich nach außen ab- und der Schlot herausziehen. Dann drückt man den Raucherzeuger nach oben durch die Öffnung und stülpt den Schlot darüber. Ein Miniklecks Kleber innen im Schlot hält den Erzeuger auf Höhe.
Die Lok-LED habe ich ausgetauscht gegen eine 19V LED, so erspart man sich einen Widerstand. Die neue LED drückt man von innen in die Rauchkammertür und steckt diese wieder zurück in den Kessel.
Die Pfeife aus den Harry Potter Filmen findet sich in Videos auf YouTube – den Sound zu extrahieren ist ja kein Problem mehr. Diese kann man sich bei einem geschulten Händler oder einer Werkstatt zusammen mit dem märklin Sound des britischen ‚Flying Scotsman‘ aufspielen lassen. Zwar passt dieser Sound genau genommen nicht zu dieser Loktype, aber er klingt schon mal anders, als die vielen bekannten Lokomotiven aus deutsche Landen. Und außerdem ist dieses Lokmodell sowieso nicht exakt die Baureihe, die wir aus den Filmen kennen; und Spaß macht das Ergebnis so oder so, wenigstens mir. ☺️
Nach 30 Minuten Betrieb war der Schlot zwar erwärmt, blieb aber stabil. Man muss eben unbedingt (!) den ummantelten (!!) digitalfähigen (!!) Seuthe Entwickler Nr. 23 einsetzen. Dennoch der Hinweis: Umbau auf eigene Verantwortung!
So, als Nächstes sind die Waggons dran…
