Die Lokmaus2 von Roco – ähnlich ist nicht gleich.
Das kleine DCC Steuergerät ‚Lokmaus2‘ ist bis heute beliebt. Es ist handlich und beherrscht die wichtigsten Funktionen. Aber die Dinger sind nicht alle gleich.
Man merkt es beim Bewegen des Drehreglers. Manche gleiten geschmeidig herum, andere sind störrisch. Der Grund für den Unterschied liegt in einer winzigen und leider echt blöden Konstruktions-Änderung.
Die ursprünglichen Mäuse haben einen Fühler aus Metall, der die Nullstellung in einer Vertiefung sicherstellt. Beim Drehen leistet er kaum Widerstand, das ist sehr angenehm.

Irgendwann hat Roco diesen Fühler ersetzt durch zwei plumpe Plastikstreben, auch sie setzen sich für die Nullstellung in Vertiefungen. Leider fühlt sich das an, als schnappten sie dort ein. Beim Anfahren leisten sie großen Widerstand, also bei der Bewegung aus der Nullstellung zu Fahrstufe 1. Und das nervt auf Dauer, es wirkt wirklich etwas billig, wenn es jedesmal so plastikmäßig knackt.

Man kann das lindern, in dem man die Lokmaus komplett auseinandernimmt; ihre Schrauben verstecken sich unter den Gummidrops. Auch die Schraube des Drehreglers wird herausgedreht.
Dann entschärft man die Kanten der Vertiefungen in den Drehrichtungen, ich habe das mit einem normalen Schraubendreher erledigt: Einfach ein paar mal mit der Klinge vorsichtig die Kanten abschaben, das reicht schon aus, um den Übergang vom Stand zum Fahren sanfter zu erleben.
Dann alles wieder zusammenbauen. Ich habe dabei winzige (!) Kleckse guten Getriebefetts auf die sichtbare Kreisbahn der Arretierungsarme und die Berührungsstellen von Drehregler und Gehäuse gegeben. Die mittlere Schraube sollte man nur so akzentuiert hineindrehen, dass endlich eine geschmeidige Bewegung möglich ist, das Ganze sich aber dennoch fest anfühlt. Festschrauben ist kontraproduktiv.
Auch die Lokmaus2 ursprünglicher Bauart kann man mit etwas Fett oder Teflon-Schmiermittel (von Faller zB) geschmeidiger kriegen, wobei sich die Geräte dieser Generation sowieso charmanter bedienen lassen.
Sicher werden sich Einige wundern, worüber ich mir hier Gedanken mache; aber wer den Unterschied erstmal erfahren (sic!) hat, wird die Gründe kapieren. Es ist eben nicht jeder aus Holz gebaut.
Zum Schluss stellen sich noch die Fragen, warum Roco damals die Mäuse umkonstruiert hat, und warum man dem hochwertigeren Nachfolger namens Multimaus auch nach zwanzig Jahren keine geschmeidige Metall-Spange eingesetzt hat, um deren Nullpunkt als Raste dauerhaft zu erhalten…