Roco New Gen – die neue Zentrale für Einsteiger.
Die ‚Modelleisenbahn GmbH‘ zeigt eine neue Zentrale für Einsteiger. Die hätte besser werden müssen. Foto (c)Modelleisenbahn GmbH. (Text wird immer weiter ergänzt.)
Die weiße Zentrale ‚z21‘ ist am Markt fest etabliert; viele Modellbahner finden das Gerät und seine App(s) angenehm unaufgeregt und zuverlässig.
Im September 2026 folgt nun die Nachfolger-Zentrale ‚Z21 New Gen‘. Das Gerät ist radikal auf die unbedingt notwendigen Basis-Funktionen reduziert. Plus Wlan. Yay. Eine ausführliche Anleitung findet man hier:
Geiz ist ungeil. Viele vertraute Anschlüsse für Booster oder Rückmelder wurden weggelassen. Für kabelgebundene Steuergeräte gibt es nur noch eine Anschluss-Buchse, weitere Geräte erfordern zusätzliche Kabel und Y-Kupplungen. Offensichtlich setzt man auf die Haus-eigene Steuerungs-App. Was veraltet ist, Problem Nr. 1.


Die Auto-Industrie hat längst begriffen, dass Touch-Screens schick aber unpraktisch sind. Weil man sie nicht bedienen kann, ohne andauernd hinzusehen. Und so wie man auf die Straße schauen sollte möchte man die Züge betrachten. Nicht den Bildschirm.
Aber in Österreich wähnt man sich mit einer Smartphone-Steuerung via App noch immer ‚modern‘ oder ‚zeitgemäß‘, und bietet suggestiv jeweils günstigere Startset-Varianten ohne Steuergerät an. Für die man alternierend die klassische Multimaus oder die neue Wlan Maus NewGen verwenden kann; letztere immerhin wirkt einigermaßen, nunja, ‚cool‘.
Denn das Steuergerät ist nunmal nicht ‚irgendwas zum Fahren‘ sondern ein Teil der Hobby-Identifikation, der intuitiven Markenbindung. Man hält es jahrelang in der Hand. Warum macht nicht mit Piko gleichzieht und die neue Wlan Maus NewGen in die Startsets legt weiß man nur in Österreich.
Das Killer-Feature. Fehlt. Aber, was ist das Feature, für das sich die Entwicklung einer neuen Zentrale tatsächlich gelohnt hätte? Für das man seine vorhandenen Zentralen gerne gegen Neues austauschen würde? Genau ein solches fehlt:
Ausgerechnet die automatische Anmeldung der Loks an der Zentrale findet bei Roco auch 2026 nicht statt. Problem Nr. 2. Obwohl sogar Zimo, Rocos Hauslieferant für Lok-Decoder, die Anmeldung via DCC-A ganz gut findet, und auch die Konkurrenz längst weitere Fakten geschaffen hat:
märklin bietet mfx an seit 2004, das sind Stand heute 22 Jahre. ZWEIUNDZWANZIG.
Piko offeriert ebenfalls ein Digital-System mit automatischer Anmeldung der Loks, in diesem Fall via RailCom+, und darüber hinaus bietet Pikos Smart Control Wlan eben genau das: Wlan.
Piko bietet also ab Tag eins Selbstanmeldung der Loks und dazu kabelloses Steuern, will sagen: Sogar mehr Komfort, als der schwäbische, selbsternannte ‚Innovations-Taktgeber‘ in seinen (hochwertigen) Startsets. Und sowieso mehr Komfort, als Roco. Nachfolgend die ersten zwei Videos.
Roco beharrt im Gestern.
Anstelle den Wettbewerb auf die Plätze zu verweisen legt Roco der Wlan-fähigen ‚New Gen‘ mit der klobigen ‚Multimaus‘ ein Kabel-gebundenes Steuergerät dazu. Oder gar keins. Wozu hat man die neue ‚Wlan Maus NewGen‘ im Programm?
Man könnte den Eindruck bekommen, gewisse Entscheider in Österreich haben keinerlei Ahnung vom Modellbahn-Hobby. Oder vom Markt. Oder ‚und‘. Anders lässt sich das alles nicht erklären.
Zudem: Gerade im Vergleich Preis/Leistung schmieren die neuen Startsets mit Roco-Logo ab.
Pikos attraktive Sets mit vierteiligem ICE3 oder der BR220 mit zwei Silberlingen in vollwertiger Länge, jeweils mit Gleisoval und kabelfreiem (!) Steuergerät kosten Liste €289.- Der Straßenpreis liegt natürlich darunter.
Roco verlangt für seine vergleichbaren Sets (mit Roco Line Gleisen mit Bettung und Kabel-Multimaus) zehn Euro weniger. Aber sie bieten weniger, auch hier eher Gestriges:
Die Waggons der neuen Sets sind allesamt in 1:100 Längen-gestaucht, wofür es eine Zielgruppe gibt, die Roco aber eigentlich nicht mehr bedient. Aktuell gibt es keinerlei Waggons zum Verlängern. Zu kurz gedacht, in jeder Hinsicht. (Dabei hat 1:100 seine Berechtigung – und seine Fan-Gemeinde.)
Dann die Loks: Die 132 der DR ist natürlich gelungen.
Aber die verkehrsrote Diesellok der BR215 wurde schon 1973 (!) erstmalig gezeigt, und bis heute ist sie filigran (und leise!) genug für das günstige Analog-Start-Set für €139.-. Zu den €279.- Sets will sie nicht so recht passen. Da hätte man lieber die BR101 in ‚ClassiC‘ Qualität reaktivieren sollen.
Und: Für die Generation ‚Boomer‘ gibt es trotz zahlenmäßiger Überlegenheit (und bevorstehender Rente = viel Zeit) gar nichts; kein einziges Startset nach Bundesbahn-Vorbild. Warum will man mit einer Modellbahn-geprägten Zielgruppe kein Geld verdienen? märklin will, kann und tut das. Erfolgreich.
Fazit: Die neue ‚New Gen‘ ist so reduziert konzipiert, dass sie nicht zu Rocos feinem Fahrzeug Sortiment passen will.
Sogar der Name ist daneben, weil er an Rocos Hammerflop ‚Next Generation‘ erinnert; Viele werden darüber lästern. Auch das hätte man sich ersparen können. Kennt man keine anderen Vokabeln…?
Was das Preis/Leistungsverhältnis betrifft sehe ich in den aktuellen Roco ‚New Gen‘ Sets keinen Vorteil gegenüber den Sets der Mitbewerber oder der Haus-eigenen Vergangenheit.
Sinnvoll ist Rocos analoges Set mit dem weißen IC und der roten Diesellok für €139.-. Darin ist auch die ‚Classic‘ 215 gut aufgehoben. Dazu ein, zwei Gleis-Ergänzungssets mit geoLine 61150 oder 61151, und die Sache macht Spaß.
https://www.roco.cc/rde/produkte/sets/startsets.html?verfuegbarkeit_status=41%2C42%2C43%2C45
🤷🏻♂️🚂
Nachtrag: Passend zur ‚gestrigen‘ New Gen Zentrale zeigt die Modelleisenbahn GmbH am ersten September 2026 den folgenden Header. Und ich dachte, die Sommerzeit sei lästig…

…kurze Zeit später ist der Facebook Header ausgetauscht, juhu. ☺️ Erstaunlich, wieviele Zufälle so vorkommen…
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