Zimo Decoder MX600, der günstige (fast-) DCC – Alleskönner.

Ab etwa 20 Euro ist Zimos Lokdecoder MX600 erhältlich. Das ist ein flacher Decoder mit hochwertiger Lastregelung, den es derzeit in drei Varianten gibt: Mit achtpoligem Stecker nach NEM652, mit Plux12 Stecker und mit Litzen. Text wurde 2025 aktualisiert.

Derzeit versteht er DCC mit bis zu 128 Fahrstufen, ist also von HighEnd-Systemen bis runter zur Lokmaus1 oder märklins alter „DCC“-Zentrale 6029 verwendbar (dazu die CV29 auf ’04‘ programmieren, damit in der Lok die Beleuchtung funktioniert).

Ganz aktuelle Lieferungen verstehen endlich auch das klassische märklin-motorola Format. Der Preis reicht, abhängig vom Händler, von rund €20 bis €28.

Die Lego-Figur zeigt, wie flach Zimos MX600 Decoder ist.

Leistung, Abmessungen und die vier schaltbaren Funktionen prädenstinieren den MX600 vor allem für herkömmliche H0-Lokomotiven mit rot/weißem Lichtwechsel – oder natürlich Dampfloks mit Rauchentwickler.

Quer durch alle Marken und Modell-Generationen lässt sich der günstige MX600 also in ziemlich viele Modelle sinnvoll einbauen, sodass auch eine Sammlung analoger Loks zügig und ohne zu große Belastungen auf digitalen Betrieb umgestellt werden kann.

Features

Das Besondere an diesem Decoder ist, dass er trotz seines relativ niedrigen Preises vier Schalt-Funktionen mitbringt, die sich sehr klug auf die meisten Modell-Loks nach Vorbildern der (europäischen) Epochen 1 bis 5 abstimmen lassen. Für Wendezüge zum Beispiel den jeweils einseitig abschaltbaren weiß/roten Lichtwechsel oder intelligent einstellbare Rauch-Entwickler, die beim Anhalten weniger stark qualmen.

Natürlich gibt es sowohl den ‚Rangiergang‘ sowie den so genannten ‚Kupplungs-Walzer‘ für digitales Entkuppeln.

Sanftes Auf- und Abblenden der Lampen ist möglich (weiter unter erklärt). Außerdem ist der MX600 platt wie eine Flunder, er passt dadurch in allen möglichen Loks.

Als erstes Umbau-Beispiel zeige ich eine moderne BR189 aus 2004. (…Moment, die ist jetzt 14 Jahre alt. Ist das eigentlich noch ‚modern’…? Zurück zum Thema. ☺️)

Beleuchtung

So verkabelt man den MX600 direkt mit Motor und LED.

Anschluss der Beleuchtung ‚vorn‘ (Führerstand 1).

Quer unter der flexiblen Leiterbahn liegt der Decoder.

Um die Lampen sinnvoll ansteuern zu können, muss man sie separat anschließen. Gemäß der Norm: Stirnlampe in Führerstand 1 an weiß, Stirnlampe in Führerstand 2 an gelb, Schlusslicht rot in Führerstand 2 an grün, Schlusslicht rot in Führerstand 1 an braun (bei anderen Decoder violett).

Die Fotos zeigen, wie das geht. Im Fall der 189 klebt man die flexiblen Leiterbahnen einfach oben auf die Platine und lötet die Kabel dort an.


Die 19V LED und Tesafilm zur Isolierung.

Tipp:
Die Glühlampen habe ich gegen 19 Volt-LED ausgetauscht, die keine Vorwiderstände benötigen, um die Gefahr von Schmelzschäden durch womöglich zu heiße Glühlampen zu bannen. Bei einigen Loks sollte das Gehäuse innen mattschwarz lackiert werden, um Durchleuchten auszuschließen.

Der Austausch gegen LED empfiehlt sich für fast jede Lokomotive, zumal fast alle Modellbahn-Lokomotiven seit den 60er Jahren bis Mitte der Nuller-Jahre mit 12V Lämpchen ausgeliefert wurden.

LED 19V 3mm warmweiß:
https://www.modelsector.com/leuchtdioden-und-zubehoer/led-spannungsfest-bis-19v/led-3mm-zylinderform-warmwei-4-19v.php

LED 19V 3mm rot:
https://www.modelsector.com/leuchtdioden-und-zubehoer/led-spannungsfest-bis-19v/led-3mm-klar-rot-4-19v.php

Fahr-Eigenschaften

Für optimale Fahreigenschaften kann man Zimos Decoder mit nur zwei Werten auf die jeweilige Lok einstellen. Ratz-fatz ist das erledigt:

  • Roco-Lok mit typischem Flachmotor: CV09 👉🏻 95, CV56 👉🏻 33.
  • Fleischmann Rundmotor: CV09 👉🏻 89, CV56 👉🏻 91.
  • N-Motor (in kleinen Loks): CV09 👉🏻 95, CV56 👉🏻 55.
  • Glockenanker-Motor: CV09 👉🏻 51, CV56 👉🏻 133.

Tipp: Meiner Erfahrung nach kann man einige Loks von Roco und Piko auch fahren mit CV09 = 37. Dann ist das Brummen im Motor leiser und tieffrequenter, was meinem Empfinden nach angenehmer klingt.

Tipp: Zur geschmeidigen Bewegung der Lokomotiven kann man beispielsweise die CV03 auf ’20‘ setzen und die CV04 auf ’12‘. Die Vmax sollte man deutlich reduzieren, weil die meisten Modell-Loks viel zu schnell unterwegs sind.

…und analog:

Tatsächlich sind diese günstigen Decoder auch analog tauglich. Zwar kann man mit fast jedem Decoder seine Loks auch analog irgendwie in Bewegung setzen. Ich habe aber den Eindruck, dass die Zimo Decoder sich dabei etwas mehr im Hintergrund halten, was Nebenwirkungen betrifft. Und so soll‘s ja sein mit guter Elektronik.

Licht-Konfiguration

Die umgebauten Loks sind mit diesem Konzept sinnvoll mit der Lokmaus-2 oder einer alten märklin 6021 / 6029 Zentrale ansteuerbar. Das Konzept:

  • Taste F0 = Licht weiß / rot an, wechselt mit der Fahrtrichtung.
  • Taste F1: Ausschalten von weiß und rot an Führerstand 1.
  • Taste F2: Ausschalten von weiß und rot an Führerstand 2.
  • Taste F3: reserviert für digital schaltbare Kupplungen.
  • Taste F4: vorn und hinten ‚Doppel-A Licht‘, dazu Rangiergang; also Beschleunigung und Bremsen minimiert.

Sanftes Auf- & Abblenden der Lampen.

  • CV125 👉🏻 88
  • CV126 👉🏻 88
  • CV127 👉🏻 88
  • CV128 👉🏻 88

Rangiergang auf F4, dazu seitenweises Abschalten der Lampen

  • CV 430 👉🏻 04
  • CV 431 👉🏻 157
  • CV 432 👉🏻 14
  • CV 433 👉🏻 15
  • CV 434 👉🏻 14
  • CV 435 👉🏻 15

Fazit:

Der MX600 empfiehlt sich durch seine Kombination aus fantastischen Fahreigenschaften und vielen, sehr einfach zu programmierenden Funktionen.

Auch ältere Loks aus den 70er bis 90er Jahren lassen sich mit Zimos MX600 recht günstig in die Jetzt-Zeit holen.

😃👍🏻🚂