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Allgemein Gedanken märklin & friends Spur H0 Umbauten Waggons

Piko Silberlinge mit (echter) Kurzkupplung.

So gefällt das, Symoba sei Dank; die Kupplungsaufnahmen werden später mit Kleber auf exakter Höhe fixiert.

Als Piko in den Nullerjahren neue Silberlinge in H0 vorstellte, waren diese zwar maßstäblich lang, waren aber dem günstigen ‚Hobby‘ Sortiment zugeordnet. Beim Stückpreis von rund 30 Euro sah man darüber hinweg, dass diese Fahrzeuge zwar 30cm Länge aufwiesen, insgesamt aber qualitativ nur spärlich dem entsprachen, was man von Fahrzeugen dieser (Längen-)Klasse gewohnt war. 

Unübersehbar die viel zu weiten Kuppel-Abstände und die zu tief auf den Drehgestellen liegenden Wagenkästen; außerdem die unteren Front-Lampen mit Glüh-Pünktchen anstelle von leuchtenden Flächen. Bei einigen Waggons fiel das Ankuppeln schwer, weil ihre Kupplungen nicht auf gleicher Höhe lagen, wie bei anderen Waggons. Das sollte genauer gehen.

Werks-Zustand. Wieso macht Piko die Träger nicht neu…?

Neben den Preisen hat Piko inzwischen auch die Höhenlage der Waggons korrigiert, beides aufwärts. Geblieben sind die vorbildwidrigen Front-Lampen – und natürlich der auffällige Kuppelabstand. Letzterer lässt sich mit dem Symoba-Klassiker verbessern.

Man benötigt das ‚Startset 120‘ und die kurzen Kupplungs-Aufnahmen ‚110‘.

👉🏻 http://www.symoba-schniering.de/sym-produkte.htm

Diese kompakten Kurzkupplungs-Kulissen passen wirklich fast überall drunter oder hinein. Für mich gehören diese Kulissen zu den Top 3 der Modellbahn-Zubehör Produkte der 80er Jahre, die sich bis heute bewähren: Roco Line (oB), Merkur Gleisbettungen, Symoba Kulisse. 🙂

Rund & flach: Sanft nachbearbeitet.
Prinzip-Darstellung mit gekürztem Steg.

Für meine Waggons habe ich auf spaltfreies Balg-an-Balg-Fahren verzichtet; sanftes Ankuppeln ist mir wichtiger. Wer es vorbildgerecht eng bevorzugt, der verwendet meistens ohnehin andere Kupplungen, außerdem kann man die Kulissen minimal weiter Richtung Wagen-Mitte verschieben, um alles auszureizen. Mit langsam aushärtendem Kleber lässt sich hier viel probieren.

So ermittelt man den richtigen Abstand zur Puffer-Ebene...
…und so die exakt richtige Höhe des Norm-Schachtes.

Selbst der Einbau ist ein Klassiker:

  1. Kupplungskammern an der Rückseite rundfeilen; dabei genug Material stehen lassen.
  2. Oberseiten der Kulissen glattfeilen.
  3. Pikos Silberlinge demontieren, die originalen Kupplungsträger inklusive der Federn entfernen.
  4. Kupplungs-Steg auf die Hälfte kürzen.
  5. Kupplungs-Kammern auf die Stege setzen, noch NICHT festkleben.
  6. Etwas Sekundenkleber-Gel (oder 2K Kleber) auf den Wagenboden geben.
  7. Mit dem Symoba-Abstandhalter die exakt richtige Position ermitteln und Kulisse festdrücken.
  8. Trocknen lassen!
  9. Mit dem Abstandshalter auf einem Gleis die exakte Höhe für die Kupplungskammer ermitteln und den Steg exakt darunter abschneiden.
  10. Kupplungskammer sehr vorsichtig abziehen, gewünschte Kupplung einsetzen, und dann die Kammer wieder auf den Steg drücken.
  11. Fertig.
Original-Zustand.
Abstand mit Symoba-Kulissen, und es ginge noch enger.

Die Fotos zeigen den Unterschied; ja, es ginge noch knapper. Aber mir ist der Spielspaß wichtiger, als perfektes Aussehen ohne die Möglichkeit, ab und zu den Wagenverband durch Rangier-Bewegungen zu verändern. 

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Allgemein

geoLine Reparatur

Wer beim typischen geoLine Zerbrechen direkt reagiert, kann sich Aussehen und Funktion seiner geoLine Gleise erhalten.

Roco geoLine, der Stoff aus dem Albträume sind…
Ein vertrautes Bild.

So dünn das Böschungsmaterial auch ist – es besteht aus herkömmlichem, hartem Kunststoff. Und der lässt sich kleben. Nach einem erneuten ‚Knacks‘ probierte ich den Modellbau Kleber von Pattex aus. Mit Erfolg.

Denn die Splitter passen naturgemäß genau wieder in die Böschung hinein. Man klebt sie dort genau so wieder fest, wie man das von Häuser-Bausätzen kennt: Eine Seite sauber einstreichen, kurz warten, das Bruchteil ansetzen, festdrücken – das war es.

Hier sauber mit Kleber einstreichen.

Dass man diese Stellen zukünftig eher vorsichtig behandeln sollte ist klar. Aber reparierte Gleise sehen auf jeden Fall besser aus, als die Angebrochenen.  

Fester Sitz. Leider etwas viel Kleber...

…wer hätte gedacht, dass ich mal über das Kleben von Gleisen schreiben würde… 🤨

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Allgemein Gedanken Spur N Umbauten Waggons

Drollige Fertigungs-Panne bei Minitrix.

Im Set 15471 findet sich ein Eilzugwagen, der unerwartete Ein-Blicke ermöglicht…

Freie Sicht auf freie Bürger. Oder so. 🤔

Aus Neugier schaue ich oft in Modellbahn-Waggons hinein. Und war diesem Fall zugleich überrascht und amüsiert.

Denn der Einsatz der Innen-Einrichtung wurde während der Fertigung um 180 Grad verdreht angeordnet. So genießen jetzt Reisende mit akuten Bedürfnissen einen klaren Blick auf die Landschaft – diese blickt allerdings auch zurück, und Reisende am Bahnsteig dürften sich bei ‚Versteckte Kamera‘ wähnen… 😁

Fahrgäste auf den Sitzen gegenüber haben hoffentlich viel zu lesen dabei (70er Jahre), immerhin wird ihnen der Blick nach draußen von einem säuberlich weiß lackierten Fenster versperrt.

Man muss in der Fertigung schon wirklich gar keinen Bezug zum Produkt haben (ja, ach was), dass einem sowas nicht mal auffällt. Und weil Wagenkasten samt Boden aus einem Stück gegossen und damit einheitlich grün sind, ist dieses drollige Fehlerchen auch später niemandem aufgefallen.

Wenn ich meinen Waggon also demnächst innen einfärbe und beleuchte, dann muss ich wohl oder übel den inneren Wagenboden sorgdältig heraustrennen und herumgedreht wieder einkleben. Sähe ja sonst reichlich beknackt aus. ☺️

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Allgemein Spur N

Neue ET403 in N!

Foto (c) Modellbahn-Union.

Womöglich noch dieses Jahr (2022) rollen neue Modelle des ET 403 auf N Gleise, zuerst als Variante in Lufthansa-Lackierung.

Als Anbieter tritt ‚Modellbahn Union‘ auf, kaufen kann man die Züge zum Beispiel bei dm-toys:

Lufthansa Variante: https://www.dm-toys.de/de/produktdetails/MU_N-T40301.html

IC Variante: https://www.dm-toys.de/de/produktdetails/MU_N-T40302.html

Foto (c) Modellbahn-Union.

Die Muster-Fotos lassen auf ein wirklich feines Modell in 1:160 hoffen.

Mehr zu bisherigen (H0-)Modellen des ET403: https://blog.mobaz.de/2019/10/14/et-403-der-weisse-hai/

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Allgemein Digital Gedanken H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Als Roco noch Qualität kannte… BR 110 43392

Es war 1993, als die Firma ‚Roco‘ eine (fast) rundum brandneue E-Lok der BR 110 vorstellte. Dieses Modell war schwer beeindruckend, in jeder Hinsicht.

Im Bild die spätere Version als ‚E 10‘.

Damals ging Roco schon seit Jahren den konsequenten Weg Richtung ‚edel‘. Die Qualität der Lackierung wurde ständig verbessert, die Motore neuerdings überdreht, und sinnvoll eingesetzter Zinkdruckguß ersetzte weitläufig den zuvor im Fahrgestell verwendeten Kunststoff. Sogar die Beleuchtung war im analogen Betrieb schön zu erkennen, wenigstens in den vier unteren Lampen.

In Summe wurde 1993 mit der BR 110 ein echtes Schmuckstück ausgeliefert, das nicht nur beeindruckte, sondern immer wieder aufs Neue Freude bereitete. Konstruktions- und Fertigungs-Qualität überzeugen bis heute.

Heavy Metal – das konnte man bei Roco mal. Daaamals.

Vor allem das auffällige Gewicht der Maschine entsprach so gar nicht dem Vorurteil, das vor allem sture märklin-Fans den Loks von Roco entgegenbrachten. Die Erklärung zeigte sich unter dem Dach, im Wortsinn: Ein zusätzlicher Metalldeckel füllte den Luftraum aus; wie schon bei Rocos V200 aus 1984(!).

Interessant, dass man Piko auf Derartiges erst wegen recht leichter Loks hinweisen musste, bis schließlich die 181.2 ähnlich ausgestattet wurde…

Diese exzellent lackierte 110 in ihrem (womöglich falschen) Kobaltblau und lautlosem Antrieb war eine Sensation, für mich zumindest. Damit zu spielen war und ist eine Offenbarung, und die Lok zieht ordentlich was weg, vor allem mit Haftreifen, die nicht von Roco stammen… ☺️

Ein Decoder passte ebenfalls in die Lok; die Schnittstelle verbarg sich auf der Platine, der Decoder wurde in einer Ausstausch-Wanne zwischen den Drehgestellen untergebracht. Besser wäre natürlich eine versteckte Unterbringung oben im Rahmen vor dem Motor gewesen, klar.

Heutzutage liefert Roco in seinen Loks vor allem viel Luft mit; Decoder, Lautsprecher und Kondensatoren brauchen Raum, verständlich. Aber warum man sich nicht an die guten Ideen der Vorgänger im eigenen Laden erinnert und die Loks per Metall-Einsatz so schwer wie möglich konzipiert, das lässt sich nur mit Unwissen, Gleichgültigkeit oder Geiz erklären. Alles ärgerlich.

Kritisieren könnte man bei der ’93er Version die schwache Illuminierung der oberen Spitzenlichter, aber das war man von Roco eigentlich gewohnt. Was mich aber wirklich überraschte: 1990 spendierte Roco der nagelneuen E41 wunderschöne Drehgestellblenden, die besonders tief durchgestaltet, die E41 besonders „echt“ aussehen ließen. Die 110 und ihre Artverwandten aber ließ man mit Drehgestell-Blenden aus den 70er Jahren davonkommen, die lediglich vor den Rädern angebracht sind – das ist bis heute der Fall. Allein die E10.12 für den damaligen Roco Club erhielt neue Blenden; dies allerdings bedurfte eines (erfolgreichen) Komplotts. 🙂

Rocos damalige Schnittstelle – drei Fragen.

Rückblickend fragt man sich schon, was Rocos Entscheider Anfang der 90er Jahre bewogen hat, die Schnittstellen-Thematik derart umständlich zu gestalten.

  1. Schon damals hätte Roco dämmern müssen, dass man nicht eine, sondern zwei Zusatz-Funktionen braucht. Denn Lokomotiven aus europäischen Landen besitzen überraschend oft (Ironie, mkay?) beidseitig Schlusslichter, die man seitenweise abschalten möchte. Die achtpolige Schnittstelle war also schon 1993 wie Fahren mit angezogener Handbremse. Und Decoder mit diversen Zusatzfunktionen hatte Lenz bereits Ende der 80er Jahre für märklins ‚Hamo‘ BR 86 gefertigt, die Technik war also entwickelt. Und sowas Unfertiges lässt man auch noch international normen!
  2. Der Stecker hätte von Anfang an direkt auf dem Decoder befestigt sein müssen, wenigstens für die vielen Diesel- und Elektroloks mit Standard-Platinen, vor allem: Verdrehsicher! Das wäre praktisch gewesen und hätte vielen Modellbahnern vielerlei Frust erspart.
  3. Die Glühlampen waren so ein spezielles Roco-Thema; viel zu lang nahm man auf Analog-Bahner Rücksicht und steckte Lampen für 12 Volt in die Loks. Während es die Musik-Branche mit cleverem Marketing schaffte, ganze LP-Sammlungen komplett gegen CDs auszutauschen, sorgte sich die Modellbahn-Branche um vergrätzte Kunden, obwohl deren Investitionen erhalten und sogar aufgewertet wurden. Sehr kleingeistig – und vor allem bequem: „dann kommen die wieder und sagen…“. Man hätte vielleicht aus den Reklamationen bei Arnold-N seit 1988 lernen können, deren Nutzer sich zu oft über eingeschmolzene Dächer beklagten. Auch dort schwieg man zu dem Thema, vermutlich Angst-getrieben, die Kunden könnten ‚digital‘ kompliziert oder unnötig teuer finden. Besonders ärglich war, dass Roco trotz vieler Hinweise über Jahre im Katalog verschwieg, dass Lämpchen, die ohne Decoder direkt vom Gleis versorgt werden, sicherheitshalber für 24V ausgelegt sein sollten. Und ja, Loks mit Decoder bekommen 16V oder 19V Lämpchen. Oder, heute zumindest, warm- oder goldweiße LED. Fleischmann dagegen hat das Thema im Katalog einfach beschrieben – mit klaren Angaben.
Verschweigen einer Info sorgt für verbogene Dächer; Roco Katalog 2000/2001.

Wer also eine Roco 110 oder Ähnliches aus dieser Generation besitzt kann sich wirklich glücklich schätzen. 🙂

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Allgemein Gleise H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Spur N Spur TT Umbauten Lokomotiven

Endlich: Solide Haftreifen für Roco Loks.

Seit den 90er Jahren verwendet Roco Haftreifen, die binnen kürzester Zeit zerbröseln – und es ist ihnen bis heute völlig egal; trotz aller Kritik. Jetzt gibt es Abhilfe.

Schicke Schlappen für Rocos BR101 (links) und BR110 (rechts).

Die Firma KaModel aus Tschechien produziert laut Prospekt 185 (!) verschiedene Sorten an Haftreifen, für N, TT, H0, 00 und G. Natürlich für alle großen, namhaften Hersteller.

In verschiedenen Tabellen mit Abgaben zu Lok-Modellen lässt sich auf der Website der passende Satz Haftreifen herausfinden.

Da sollte sich für jede Lok Passendes finden.

Probehalber habe ich mal zwei Tütchen geordert; zwei meiner Roco Loks waren besonders eifrige Haftreifen-Schinder: Eine BR 110 und die erste BR 101. Zwölf Haftreifen inklusive Porto für rund zehn Euro. Für mich in Ordnung, ich habe schon deutlich mehr Geld für Unsinnigeres ausgegeben… ☺️

Kurz: Passt. Die Qualität wirkt solide, Durchmesser und Dicke der Haftreifen entsprechen einwandfrei den Nuten in den Rädern.

Rocos BR110 und Artverwandte können jetzt wieder fest zub…greifen. 😉

Ich habe beim Probe-Betrieb den Eindruck, dass die Loks jetzt mehr ‚Grip‘ haben (Formel 1 lässt grüßen) , als mit den glatten Plastik-Ringen von Roco.

Auch für meine erste 101 aus 1996 gibt es neue Haftreifen.

Amüsant war beim Austausch, dass auch der letzte verbliebene originale Roco-Haftreifen beim Abheben in viele kleine Stücke zersprungen ist. Wieviel Frust hat diese Ignoranz der Österreicher wohl schon bei Modellbahnern weltweit verursacht… Vielleicht sollte Roco die Haftreifen bei KaModell einkaufen. ☺️ 

Hier ein Link direkt zu den Roco-kompatiblen Haftreifen (im Link steht Brawa, man landet aber bei Roco. Isso.)

https://www.kamodel.com/dh/ho/879-empfohlene-nicht-original-haftreifen-fur-brawa-ho-lokomotiven6-stuck.html

Website allgemein für Haftreifen:

https://www.kamodel.com/dh/13-haftreifen

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Allgemein Digital Gleise Spur N

Sicherheit für Bogenweichen von Fleischmann N

Meine ‚piccolo‘ Bogenweichen mit metallischem Herzstück verursachten beim Abzweigen oft Entgleisungen.

Ursache ist das Absinken der Stellplatte, die damit die Weichenzungen dem Zugriff der Spurkränze entzieht. Die Fahrzeuge werden dann nicht mehr sicher geführt.

Ein Streifen Karton hilft. Für’s Foto habe ich das Geknickte belassen. Technisch stört das nicht.

Sofortige Abhilfe schafft man mit einem schmalen Streifen Karton, den man zwischen Stellplatte und Bodenblech einführt. Die Dicke findet man am Besten selbst heraus.

Die Weichenzungen müssen sich natürlich weiterhin leicht bewegen lassen. Seitdem rollen alle meine N-Fahrzeuge friedlich in alle vier möglichen Richtungen.

Ob ich wieder „der Einzige“ bin, dem das aufgefallen ist…? ☺️

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Allgemein

märklin und die (aktuelle) Corona-Unwahrheit.

Einfach mal beide Screenshots abgleichen, erstellt heute.

Screenshot des heutigen märklin Newsletters.
Screenshot (c) Spiegel-Online von heute.

Wer keine Lust hat, der hat eben keine Lust. Isch halld so. Aber die Realität derart zu verdrehen, das ist schon… bemerkenswert.

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Allgemein Gedanken märklin & friends Spur H0

Lima ICE1 HL1750: Fehlfarben.

Hornby hat es geschafft, die Fahrwerke und die Dächer seines ICE1 Modells mit orientrotem Streifen statt in quarzgrau in basaltgrau zu lackieren. Nicht zu fassen.

Screenshot von der (c) Hornby Website.

Hornbys Modellfotos und die inzwischen in Internet-Foren erstellten Fotos zeigen das leider eindeutig:

👉🏻 https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?010,10180391,10182384#msg-10182384

Ähnlich verfuhr Piko bei seiner neuen Br 101 in orientrot; auch dort hätten Rahmen und Dach quarzgrau gefärbt sein müssen. Und auch dort: Basaltgrau.

Ich verstehe nicht, wie das heutzutage noch passieren kann. Schaut man denn nicht die vorhandenen Modelle der Mitbewerber genau an, bevor man ein eigenes Fahrzeug entwickelt? Auch Google liefert prompt klare Angaben.

Screenshot Google.

Wieso macht Hornby das trotzdem falsch? Seit Anfang der 90er Jahre warte ich auf einen ICE1 in komplett maßstäblicher Länge. Und jetzt das.

Und nein, es ist nicht einfach „nur ein falscher Farbton“. Quarzgrau war die Besonderheit der ICE Züge -V, -1 und -2. Das macht diesen Fehler so besonders tragisch.

Zumal es bislang alle Anderen richtig gemacht haben: Fleischmann H0 und N, märklin H0 und Z, Minitrix N, sogar Tillig (!) in TT.

märklin konnte das Mitte der 90er Jahre schon besser… Die Radscheiben habe ich eingefärbt: RAL quarzgrau.

Hinweis: Hornbys Rheinpfeil aus ~2005 in rot/beige war oben herum eben nicht ‚beige‘ lackiert – sondern elfenbein. 

Die Zielgruppe der 1:87 Fahrer wird dieses Modell nun vermutlich zähneknirschend erwerben. Ich persönlich nehme vom Kauf Abstand.

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Allgemein Digital Gedanken märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Pimp Your ‚Bau Spiel Bahn‘ von Fischer Technik! 😀

Fischer Technik bot Anfang der 80er Jahre eine Spielbahn an, deren knallrote Züge auf Fleischmanns Messing-Gleisen unterwegs waren. Später diente diese Bahn übrigens als Inspiration für Fleischmanns ‚Magic Train‘.

Mich interessieren ja alle möglichen Sorten von ‚Modell‘-Bahnen, schon als Kind war ich so drauf. Das Konstruktion-System von ‚Fischer Technik‘ war sowieso schon mein Ding, und dazu gab es 1980 eine Eisenbahn – die wurde sofort gekauft. Es muss also nicht immer Lego sein, darf es aber natürlich auch: 

Die meisten meiner damaligen ‚BSB‘ Fahrzeuge sind vermutlich in meiner ‚Lego-Persiltonne‘ (wer hatte die nicht?) verschollen; die muss ich mal durchwühlen… ☺️

Super-robust, alle Teile einzeln austauschbar.

Gebrauchte und neue BSB Züge werden immer mal wieder angeboten. Bei der größeren Dampflok griff ich dann zu – und entwickelte sofort Gedanken, wie das gute Stück technisch gepimpt werden könnte. Die Konstruktion wirkt auch tatsächlich so, als habe man sie schon damals wohlwollend für Rauch und Licht vorbereitet. Denn sonst wäre der Umbau nicht so einfach.

Gedankenspiel: Mir machen solche ‚Spielzeug‘ Züge wirklich Spaß. Es ist eine bereichernde, interessante Erfahrung, sich mal von den Stricken der perfekten Modellbahnerei zu lösen und mit solchen ‚Spielzeug‘ Zügen durch die Gegend zu fahren. Nein, man fühlt sich dabei nicht wirklich wie ein Kind, schließlich bleibt einem das eigene, erwachsene Bewusstsein ja erhalten. Ne? Aber man gewinnt einen anderen Blick auf die Welt.

Wie ungewöhnlich hier Lösungen umgesetzt werden, dass die Lok sogar auf Roco Line fährt, dass sogar ein Sounddecoder in die Lok passt…

Viele Menschen sind inzwischen sehr verbissen, auch in Bezug auf ihr Modellbahn-Hobby; mit Lebensfreude hat das alles nichts mehr zu tun.

Kein Wunder, dass derzeit Ausmalbücher für Erwachsene sehr erfolgreich sind. Einen ähnlichen Effekt haben Spielbahnen, wie eben die hier gezeigte Bau-Spiel-Bahn, weil sie der eigenen Fantasie freien Lauf lassen.

Übrigens, es gab auch eine Schiebe-Bahn von Fischer Technik. Die finde ich bestimmt eines Tages wieder. 😁

Der Raucherzeuger versteckt sich etwas, arbeitet aber sehr zufriedenstellend. 🚂💨

Tipp für märklin-Fahrer: Als Schleifer empfiehlt sich ein Roco-‚Flüster‘-Schleifer, weil sich dessen Schleifstück einfach austauschen lässt, auch wenn der Sockel fest verklebt wurde. Der Betrieb ist meiner Erfahrung nach auf dem C Gleis möglich. Da die Spurkränze aber überraschend fein geformt sind, bezweifle ich, dass es diese Lok über Weichen der K- und M-Gleisen schafft.

LED im Spielzeug der 80er, sehr modern! 😁

Material:

  • 3x 3mm LED orange-gelb, 19V
  • 1x Raucherzeuger Seuthe Nr. 23 (!)
  • 1x (Sound-?) Decoder, am Besten mit Platine zum Aufstecken. 

So geht’s: (Kabelfarben werden hier nach NEM beschrieben)

Schaut wüst aus, funktioniert aber. 😉
  • Decoderplatine mit Doppelklebeband auf dem Motor festkleben 
  • In die Stecker der Stromkontakte die Kabel rot und schwarz einschrauben, gekürzt natürlich. 
  • In die Stecker für den Motor die gekürzten Kabel grau und orange einschrauben.
  • Die braunen Kabel für den Lautsprecher kürzen und mit Schrumpfschläuchen sichern. Den Lautsprecher mit zwei kleinen Klecksen Sekundenkleber-Gel vorn im Rahmen fixieren.
  • Auf gleiche Art die Kabel für den Rauchentwickler kürzen und an die Kabel grün und blau anschließen.
  • Jetzt wird es etwas fummelig: Die gelben LED außen (!) in den Lampen-Öffnungen positionieren und ihre Drähte in Reihe verlöten. An die gekürzten Kabel weiß und blau anschließen, dabei ausprobieren, welches Kabel an welches Ende, ne? 😉
  • Anschließend die LED als Einheit herausnehmen und von innen in das Gehäuse drücken. Mini-Kleckse Sekundenkleber-Gel fixieren sie dort. Die obere LED wird immer etwas weiter innen bleiben. 
  • Nun das Gehäuse aufsetzen, dabei den Rauchentwickler schräg in den Schlot einführen. Dort bleibt er auch ohne weitere Befestigung. 
  • Lok zusammenbauen, dabei die typische Figur platzieren. Sollte die Lok neu oder lange nicht gefahren sein, sollte man die beweglichen Teile minimal mit einem Teflon-Schmiermittel benetzen.
  • Lok auf die Gleise stellen, Decoder auslesen, nach Wunsch programmieren: Und Spaß haben. 
Auswuchts-Gewichte für „mehr Power!“. 💪🏻

Tipp: Wenn die Gewichte in den ‚Wasserkästen‘ fehlen, und das tun sie eigentlich immer, setzt man kleine Gewichte zum Auswuchten hinein, wie man sie online kaufen kann. Jeweils sechs passen in ein Seitenteil. Dann bekommt die Lok ordentlich Gewicht und Zugkraft.

So entspannt kann man mit Zügen spielen; ideal zum Spielen mit der BSB eignen sich die Trix C Gleise. 🙂👍🏻

Fischer Technik auf Trix C Gleis… Da staunen die ‚Modellbahn‘ Waggons nebenan.
‚model railroading is fun‘. Daran sollten sich so einige Zeitgenossen mal erinnern… ☺️

👉🏻 weiterführende Weblinks zur Bauspielbahn:

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Allgemein Digital Spur N Umbauten Waggons

Minitrix-Innenbeleuchtung.

Die Präsentation von Modellbahnen erinnert meistens auch bei Fachhändlern an ein ödes Warenlager: Nirgendwo sieht man Züge fahren; von einer hübschen Anlage ganz zu schweigen.

So gesehen beim ‚Modellparadies‘ Köln. 💡

Umso angenehmer überrascht war ich, dass ein Händler in Köln auf die Idee gekommen ist, die neuen Minitrix-Waggons mit LED-Beleuchtung auf ein Gleis mit Stromversorgung zu stellen; in N, ausgerechnet möchte man meinen. 😉

So kann man sich von der gleichmäßigen Ausleuchtung überzeugen, ohne jemanden bemühen zu müssen. Und es ist ein hübscher Blickfang. Eine gute Idee! 🙂

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Allgemein Gedanken Spur N

Video zu den neuen D-Zug Wagen von Fleischmann (Roco N) 863920 etc. in N.

Youtube-Videos von Roco / Fleischmann sind ja leider viel zu oft gar nicht mal so gut. In vielerlei Hinsicht. Man kann das charmant finden, man muss es aber nicht.

Wenn lang ersehnte Neuheiten wie die neuen D-Zug- oder Schnellzug-Wagen mit so vielen Fails gezeigt werden, dann fragt man sich schon, was 1. in den Film-Produzenten vorgeht und 2. in den Köpfen der Entscheider, die sehenden Auges sowas freigeben.

👉🏻 Die folgenden Screenshots stammen aus diesem original-Fleischmann Video:

Nicht gerade eine typische oder einladende Kombination.
  • Fleischmanns Parade-Lok für diese Waggons ist naturgemäß die BR221. Ein sehr schönes Modell, dem andere, jüngere 221-Nachbildungen überraschend ähnlich sehen… Natürlich rein zufällig. Und welche Zug-Lok präsentiert das Video? Genau. Was soll eine 103 davor? Wie soll damit ein „will haben“ Impuls erzeugt werden?
mööp. ☺️
mööp, mööp. ☺️
  • Dass sich bei Rocos H0 Waggons neuerer Fertigung die Farbe der Fensterrahmen beim Anfassen ablösen kann habe ich auf diesem Blog bereits beschrieben. Ausgerechnet in einem Werbe-Video aber sollte alles perfekt aussehen. Was bei diesen Fensterrahmen nicht der Fall ist. 
Wie kann man sowas übersehen? 👀
  • Was soll man dazu sagen. 🤷🏻‍♂️  Eine weggedrückte Achse zu zeigen ist „mega peinlich“.

Natürlich sind diese neuen Waggon-Modelle sehr schön konstruiert; endlich gönnt man der Spur N Qualitäts-Standards, wie man sie in H0 seit den 80er Jahren kennt. Pikos neue BR 101 in Spur N spricht dieselbe Sprache. Diese Entwicklung ist höchst erfreulich, denn in N geht eine Menge, was in H0 so nicht möglich ist. Und natürlich kann man bei Roco schöne Modellbahnen bauen, eigentlich.

Aber so viele Macken in einem Werbe (!) Video werfen Fragen auf zu den Umständen hinter der Kamera. Schade.

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Allgemein Gedanken H0 DC(C) Spur H0

Piko BR 101 in orientrot, 51104: Fehlfarben.

Wie befürchtet trägt die orientrote BR 101 von Piko in H0 falsche Farben. Wieder mal.

…der nur der versteht etwas von Farbe, der nicht rot von grün, sondern rot von rot unterscheiden kann…

Pikos Grundfarbe des Gehäuses dieser Vorserien-Maschine ist orientrot, das hat Piko natürlich richtig umgesetzt. Aber: 

  • Rahmen und Dach hat Piko basaltgrau lackiert, das Vorbild war hier quarzgrau.
  • Das Fahrgestell hat Piko schwarz eingefärbt, das Vorbild war hier graubraun.
Screenshot ‚Ebay‘: Oben das bekannte Werksfoto, unten originale Produkt-Fotos mit abweichender Rahmen- und Dachfarbe. Ein vermeidbarer Fehler.

Das Lästige daran: Tilligs Vorserien-101 in TT hatte bereits dieselben Fehler. Und das Modell von LSmodels hatte zwar quarzgraue Flächen aber dennoch ein schwarzes Fahrwerk. Darauf angesprochen sagte ein Herr von LSm: „Wir haben dafür extra einen Berater!“ Trau, schau wem.

Man fragt sich, warum solche offensichtlichen Fehler überhaupt passieren. Außer mir muss das doch auch anderen „Fachleuten“ auffallen; in den Foren sind die doch auch sonst so laut. Oder hängen die alle in der Epoche 3 fest?

Schließlich gab es zeitgenössische (!) Modelle der Vorserien-101er von märklin und Roco in Z bis H0, die allesamt die exakt richtigen Farben tragen. Auch Rocos aufgebohrte Fleischmann-101 war komplett in Ordnung, ebenso die Fleischmann-N-101 in orientrot.

Und es gibt SO viele Fotos vom Roll-Out des Vorbildes. Sowie klare Lackier-Angaben. Schaut man heutzutage die Vorgänger-Modelle nicht an? Oder Fotos? Wir sprechen hier über die 90er Jahre, da ist alles klar dokumentiert.

Pikos 101 ist sensationell detailliert, nach meinem persönlichen Dafürhalten ist dies derzeit das beste H0 Modell dieses Vorbildes. Quasi detailliert bis zum Anschlag; mehr geht nicht. Pikos N Modell folgt dieser Einschätzung, in dem speziellen Umfeld sogar noch krasser: Pikos N-101 dürfte das feinst detaillierte Großserienmodell überhaupt sein. Respekt!

Und dann lackiert man in H0 so offensichtlich falsche Farben drauf. Das ist so schade! Denn natürlich verändert sich dadurch der Eindruck der Maschine.

Was irritiert: Auf den Werksfotos wirken die Farben stimmig. Hat da jemand nachträglich eingegriffen? Wir bei den über eine gewisse Zeit falsch eingefärbten Fensterrahmen von Pikos Rotlingen, Mintlingen und damaligen (!) Citybahn-Oranglingen?

Die erste BR 101 von Roco, gekauft am Tag der Auslieferung: Im Detail teilweise fragwürdig, farblich zumindest 100%ig Vorbild-entsprechend: Orientrot, Quarzgrau, Graubraun. 🙂👍🏻

Denn das passiert Piko nicht zum ersten Mal; man erinnere sich auch an den Lufthansa-Airport Express mit der 103, der sowohl zu weiß lackiert als auch völlig unsinnig zusammengestellt war. Das passt alles nicht zu dem gezeigten hohen Anspruch der Marke Piko H0.

Ich finde das wirklich bitter, denn ich hatte mich auf dieses neue 101-Modell richtig gefreut. Jetzt bleibt sie halt im Geschäft. Und meine alte Roco-101 grinst sich vermutlich eins (‚Diese jungen Dinger!‘)… 😏

👉🏻 Hoffentlich verwendet Piko für das zu erwartende N-Modell der Vorserien-101 die stimmenden Farbtöne…

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Allgemein

ein A-Gleis von Piko mit niedrigem Profil…

…gibt es natürlich derzeit nicht. Leider. Wie schick das aussehen könnte zeigen die ‚Unitrack‘ Gleise von Kato. Ein ‚Expert‘-Gleis mit niedrigen Profilen böte dem Wettbewerb tatsächlich Paroli.

Unitrack Gleis von Kato. Sehr elegant.

Weitere Gedanken dazu habe ich dem Fazit des ursprünglichen Textes angehängt:

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Allgemein Gedanken Spur H0 Spur N Spur TT

Hihi! Nackte! Hihi! 🙄

Es heißt, Menschen die Sex über-thematisieren, hätten selbst keinen. Das lässt jetzt Rückschlüsse zu.

Hinweis: Niveau ist keine Handcreme. 😌

Sorry Leute, aber es ist 2022. Das Internet ist voller Porno-Seiten. Die natürlich niemand anschaut, schon klar. Aber das Thema ist einfach kein Aufreger mehr.

🤨

Umso panniger ist es, auf ein Modellbahn-Neuheitenblatt zwei, hihihi, Nackedeis zu mogeln (SO lustig!), noch dazu technisch auf dem Niveau von Schere & Klebe. Vom fragwürdigen Motiv an sich ganz zu schweigen.

Hält man das für ‚virales Margeding‘? Damit die Leute ‚drüber reden‘? Die 90er sind übrigens vorüber. Und das „kennt heute jedes Handwerkerle“…

Klar ist, dass man sich hier zum einen über das Rentner-Pärchen beim ‚Nacktwandern‘ lustig macht, andererseits aber eben auch den geneigten Leser mit diesem schlecht reinkopierten Motiv konfrontiert. Stil kann man sich eben nicht kaufen.

Wer mir jetzt mangelnden Humor unterstellt, dem begegne ich gerne mit dem Hinweis auf Whataboutism (Man kennt das von Kindern, dieses „selber doof!“).

„Unsere Welt ist klein.“ In Großbuchstaben. Verstehe. ☺️

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Allgemein Gedanken märklin & friends Spur H0

Gender-Gaga bei märklin & Piko.

Screenshot aus dem aktuellen märklin-Newsletter.

Gendern ist an sich ja schon völlig bekloppt, dazu gibt es von (Achtung, Wortspiel) diversen Sprachwissenschaftlern klare Ansagen.

Aber was zum Kuckuck hat dieses Gewaltverbrechen an der deutschen Sprache bei märklin zu suchen? (Hinweis: Nichts.) Nachtrag: Piko glaubt ebenfalls, diesen Unsinn mitmachen zu müssen. Nicht zu fassen.

Man findet bei märklin mal wieder für diese Firma sehr untypische Kräfte vor, die subtil vorgehen und auf Dauer eine recht giftige Wirkung erzielen können, will sagen: Geschäftsschädigend.

So hat man im Neuheitenprospekt von märklin 2022 auf eine nette Einleitung verzichtet und statt derer einen lästigen Hinweis auf Tausch-Achsen platziert, wie und dass man AC Achsen auf DC austauschen kann.

Das ist in vielerlei Hinsicht fragwürdig. Erstens interessiert das die märklin-Fans gar nicht. Die leben friedlich in ihrer Mittelleiter-Welt, und das sei ihnen gegönnt. Zweitens greifen viele DC Fahrer gar nicht zum märklin Katalog, es ist also Platz-Verschwendung. Deswegen gehört dieser Hinweis in den Trix Prospekt und basta. Und drittens, was ist an diesem Jahrzehnte alten Verfahren derart wichtig, dass man die (desinteressierten) Leser damit quasi konfrontieren muss, im Vorwort des Neuheiten-Prospektes? Absoluter Quatsch.

Was das mit Gendern zu tun hat? Ganz einfach: Man fällt aus der Rolle und verlässt die bewährte Sach-Ebene. Man könnte meinen, dass das aus reiner Provokation stattfindet, auch um auf reichlich pubertäre Weise auszutesten, wie weit man gehen kann. Und so Mancher gefällt sich in der Rolle der Nervensäge auf der Hinterbank. Aber.

Der übergroße Teil der wirklich solventen märklin-Sammler, das sichere, verlässliche Rückgrat des Umsatzes also, ‚tickt‘ erzkonservativ. Die fangen mit solch‘ aufgezwungenem Sekten-ähnlichen Vorgehen nichts an.

Vor rund 15 Jahren hat man sich schon mal über die Befindlichkeiten der märklin-typischen Klientel hinweggesetzt – mit einem darauffolgenden, schwerwiegenden Umsatz-Einbruch. Das kann sich wiederholen, wenn die Kunden sich erneut vergrätzt fühlen.

Screenshot Website Piko Juni 2022.

Dass auch Piko die Textverständlichkeit wumpe ist, zeigt eine aktuelle Mitteilung, hier ein Ausschnitt. Irgendwann fragt man sich, ob die es nicht besser wissen, weil sie absolut kein Gespür für Sprache haben und / oder sich einfach nicht informiert haben, dass die „Mitgemeinten“ zum überwiegenden Teil das Sternchen etc. ablehnen. 🙄

Denk-Hinweis: Ich selbst gehöre zu einer dieser ‚mitgemeinten‘ Gruppen und finde Gendern lächerlich bis ätzend.

Um ein zurecht schnippisches Zitat aus den Anfangstagen des Genderns sinngemäß wiederzugeben: Ich fühle mich durch ein blödes Sternchen keineswegs repräsentiert. 😁🥳

…ganz zu schweigen von der Inkonsequenz in der Anrede. Wer kein Sprachgefühl besitzt, sollte ausgerechnet ‚Gendern‘ meiden. Das kann nur schiefgehen…

Schon immer galt: Wenn die Moral übernimmt ist bald alles zu spät.

Corona wird die Branche nicht ewig tragen; außerdem wirkt sich der Krieg gegen die Ukraine auf das normale Leben in Deutschland aus: Wann wohl die ersten märklin-Sammlungen komplett im eBay landen, weil dringend Geld benötigt wird wegen eklatant hoher Nachzahlungen?

Wer die Bindung an die eigene Sammlung verloren hat wegen zu hoher Preise, anhaltend schlechter Qualität oder schlechter Erfahrungen persönlicher Art (und sei es Aufdrängen von Ideologie), dem fällt es leicht, die Sammlung flugs zu versilbern.

Diese ‚Krise‘ ist bereits jetzt greifbar, und dann wird sich die Modellbahn-Branche herausreden, „die Umstände“ seien es gewesen. Nein. 😌

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Allgemein Gedanken märklin & friends Spur H0 Spur N Spur TT

Jeder Generation ihr eigenes Feindbild.

Orientrot ergeht es derzeit ähnlich, wie vor 30 Jahren blau-elfenbein. Diesmal eben eine Generation später.

Dabei war das Konzept von Herrn Bodack, dem Erfinder des InterRegios, zu den Produktfarben damals in vielen Aspekten sehr modern und erstmals auf den Reisenden als Mensch (!) abgestimmt, außen und innen. Natürlich sind die Farben im Übrigen mega 80er Jahre, und? Es SIND wenigstens Farben. Offenbar flennten aber Viele der grünblauen Bundesbahn hinterher – und das im Jahrzehnt von Zauberwürfel, C64, der Compact Disc – und eben Pastellfarben. Und solche Leute hat man ernstgenommen?

Nun sind Geschmäcker unterschiedlich. Aber manche Artgenossen bekünden ihre Abneigungen absichtlich extrem oft und laut. Nur können sich derartige markigen Sprüche, oft genug an passender Stelle wiederholt, so verselbstständigen, dass die geschmähte Angelegenheit letztlich sogar gesellschaftlich unschicklich wird. Wer in einem Gespräch ‚Helene Fischer‘ erwähnt, eine zweifellos erfolgreiche und hart arbeitende Künstlerin (von der ich keine einzige CD besitze, sie aber sehr wohl respektiere) erntet meistens zumindest genervtes Augenrollen. Leute, das kann SO nervig sein.

Sachliche Kritik muss sein, gerade bei Modellbahn-Zügen, aber welchen Sinn ergibt es, fortwährend zu wiederholen, was einem nicht gefällt?

„Das mag ich nicht“ sendet einen starken, negativen Impuls aus, der keinen Vorteil, aber denjenigen, die die Dinge insgeheim wertschätzen, eine Menge Verdruss einbringt.

Da fände ich es interessanter, herauszufinden, welche Variante von orientrot nun dem (damals neu lackierten) Vorbild entspricht: märklin (schick und eher kräftig), Fleischmann (womöglich weniger kräftig, als die Originale?) oder Piko (eher kühl, aber attraktiv)? Bei Roco kam es in den 90er Jahren oft auf die Charge an, und bei Arnold-N hatte man eine gänzlich eigen(sinnig)e Meinung zum Thema. ☺️

Man sagt, derzeit würden die Menschen quasi auseinanderdriften, jeder in seine gesellschaftlich passende ‚Blase‘. Wenn man das bereits erkannt hat – warum steuert man dann nicht aktiv dagegen?

Zum Thema ‚Geschmacks-Nazis‘ werde ich später einen weiteren Text veröffentlichen.

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„Warum kaufen die Leute noch Lenz-Standard Decoder?“

Echtes Zitat eines Mitbewerbers. Man sieht: Entspannte Spielbahner werden in der Branche oft vergessen – oder belächelt. Aber wer so eine Frage stellt, der lässt außer acht, wie die weitaus größte Anzahl der Modellbahner tickt. Die wollen nämlich nur: Spielen.

Der Lenz Standard Decoder. Foto (c) Lenz Elektronik.

Der Chef eines Elektronik-Anbieters (Hinweis: natürlich NICHT ‚Lenz‘ 🙄) erklärte vor einiger Zeit, er erwarte, dass man sich seine Produkte „erarbeite“. Im Smartphone-Zeitalter drückt diese Aussage nur aus, wie wenig man von der heutigen Denke der Menschen verstanden hat. Und wie rücksichtslos man potenzielle Kunden der eigenen Sturheit aussetzt.

Die Zeiten, in denen man sich notgedrungen ewig lange mit umständlicher Technik herumgeschlagen hat, sind vorbei. Wem eine App nicht gefällt, der löscht sie eben, per Fingertipp. Ähnlich, wenn einen das Digitalsystem nervt: Das stellt man dann bei Ebay ein. ‚Fott damit.‘ Das sind die heutigen Zeiten.

Die Decoder von Lenz namens Standard, Silver und Gold haben gegenüber Esu und Uhlenbrock einen gravierenden Vorteil: Sie sind direkt beherrschbar. Die Anleitungen sind klar formuliert, die paar Sonderfunktionen unmissverständlich beschrieben. Aus der Schachtel heraus bewirken die Lenz Decoder bei den meisten mir bekannten Lokomotiven wirklich schöne Fahreigenschaften, ausprobiert habe ich Loks von Fleischmann, Lima / Rivarossi, märklin / Trix, Roco und Piko.

Außerdem kann man seine Kabel weiß, gelb, grün und violett auch für die Lichter in Personen- oder Steuerwagen verwenden – und das für rund €20.-. Made in Germany.

So haben auch Modellbahner mit nur wenig Zeit jedesmal ein Erfolgserlebnis, wenn sie eine DC-Lok mit einem Lenz-Decoder umbauen. Und auch diese Kunden wollen ernstgenommen werden.

Ja, die Lenz-Decoder bieten weniger Komfort-Funktionen, als Decoder der Mitbewerber, aber das, was sie können, ist direkt erreichbar. Sie erfordern keine Nachfragen. Dazu kommt die angenehme Lastregelung, die die Motore nahezu lautlos und höchst geschmeidig ansteuert. Mit niedrigerer Mindestgeschwindigkeit wäre dieser Aspekt fast perfekt. 😉

Der Dünkel, mit dem sogenannte Fachleute, auch selbsternannte, auf normale, ’spielende‘ Modellbahner herabschauen, ist oft schwer erträglich. Offenkundig nimmt man den Frust der Kunden billigend in Kauf. Dabei liegt die Ursache dafür tatsächlich auf der Seite der Entwickler; es sind ja nicht die Modellbahner ‚zu blöd‘, sondern das Produkt ist zu kompliziert.

Natürlich könnte man auch hoch-komplexe Produkte so komfortabel konzipieren, dass die Kunden binnen Sekunden ihr Ziel erreichen. Dafür müsste man aber bereit sein, sich mit Respekt in die höchst unterschiedlichen Gegenüber zu versetzen. Man vergleiche Smartphones mit nervigen Windows-PCs.

Zum Beispiel soll der  Programmer von Esu die Sache eigentlich vereinfachen. Aber weil die Software nullstens intuitiv konzipiert ist, bin ich immer wieder auf Erklärungen durch Fachleute angewiesen, die tagtäglich mit dieser Materie zu tun haben. Und auch die sind manchmal überrascht, was alles wie zu programmieren ist.

Ähnlich bei märklins USB Programmer findet der Kunde bei ESU eine völlig undurchschaubare Bedienoberfläche vor, die man sich „erarbeiten“ müsste. Das ist nicht zeitgemäß – und es nervt mächtig. 

Man könnte natürlich Lok- oder Waggon-spezifischen Pre-Sets zum Aufspielen anbieten, aber dadurch könnten sich die oben Genannten ja beleidigt fühlen. Also muss der Normalo-Bahner immer wieder neu herumprobieren, obwohl inzwischen 20 Jahre Erfahrungen mit dem Gerät vorliegen. 

Da sollte sich in der Schwarm-Intelligenz der eigenen Zielgruppe eigentlich so Einiges finden lassen. Gerade märklin könnte die Bedien-Oberfläche des Programmers sehr intuitiv konzipieren – derzeit ist sie eher was für Nerds. 

Und um genau diesem potenziellen Frust vorzubeugen kaufen viele Menschen bevorzugt Produkte, die mit wenig Aufwand zum Ziel führen. Und das ist bei den Lenz-Decodern der Fall. 

Und solange die Anbieter der ‚elaborierten‘ Systeme die Bedienung absichtlich kryptisch halten, kann man die oben gestellte Frage beantworten mit „weil Lenz Decoder Spaß machen, ohne an den Modellbahner zu große Ansprüche zu stellen.“ 👍🏻

Und das ist auch gut so. ☺️

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Allgemein Digital H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven Umbauten Waggons

Märklin Startset 29730 mit Fake-Lego. Mir macht’s Spaß! 🙂

Original-Abbildung (c) märklin.

Manche Weihnachtsgeschenke haben es in sich. Da ist das anstehende Essen plötzlich völlig egal. Oder der traditionelle Film. Jaja. Nachher. (Nachher = 25. 12..)

Im Grunde eine sensationelle Idee, zwei Spielzeug-Klassiker miteinander zu verbinden. märklin als Modellbahn-Marke, und dazu … nein, kein Lego. Sondern ein Nachahmer-Produkt (was Lego laut Wikipedia streng genommen ursprünglich ebenfalls gewesen ist), Klemm-Bausteine der Marke ‚Stax‘. Mehr dazu gibt es hier: https://www.light-stax.de

Ich war mehr als neugierig, zu erfahren, wie man sich diesen System-Mix vorgestellt hat.

Im Set findet man ein Gleis-Oval märklins inzwischen klassischem C-Gleis, dazu drei Fahrwerke für zwei Waggons und eine Lokomotive. Außerdem einen eigenartigen Steuerknüppel, den märklin völlig humorlos „Power Control Stick“ nennt („Mehr Power!!“ 😆). Dazu, natürlich, drei Tütchen mit Klemmbausteinen, schön sortiert, um den Zug nach Zug aussehen zu lassen.

Echte Lego-Figuren sitzen auf nachgemachten Noppen. Funktioniert. 🙂👍🏻

Schon beim ersten Prüfen der Bausteine nimmt man einen Unterschied zu Original-Lego wahr. Die Stax Bausteine wirken weniger hochwertig, als bei Lego, in ihrer Form, aber eben auch farblich. Später nachbestellte Original-Lego Steine in Limonengrün (!!😁) zeigten diesen Unterschied überdeutlich.

Dennoch, spielen kann man damit natürlich. Und wer es als Label-Queen oder -King ganz genau nimmt, kann die beiliegende Bausteine durch Lego-Originale ersetzen. Das geht am Einfachsten im Lego-Shop ‚Pick A Brick‘: https://www.lego.com/de-de/page/static/pick-a-brick

Tatsächlich passen die ‚echten‘ Lego-Steine ganz exakt auf märklins ‚Noppen-Oberfläche‘. Man fragt sich schon, warum märklin nicht einfach ein Joint-(Ad)Venture mit Lego verwirklicht hat. Das Produkt hätte sich in beiden Lagern gut verkauft. Aber dann hätte das Lok-Fahrwerk nicht so labberig sein dürfen, das ist auch klar. Und bei märklin zieht man sich ja seit jeher in ein eigenes Lager mit eigenen Gesetzen zurück, ‚König der Provinz‘ nennt man das auch.

Neben den normalen Bausteinen findet man spezielle Light-Stax Elemente. Diese besitzen elektrische Verbindungen, die beim Zusammenstecken in Kontakt kommen. Ein dickerer Steuerbaustein kann die Spitzen- und Schlusslichter leuchten lassen oder einige Licht-Effekte zeigen – ob Kinder das wirklich toll finden?

Mein Baustein war jedenfalls direkt aus dem Karton defekt. Auf meine Reklamation am 27.12. folgte – keine Reaktion seitens märklin, und auch auf spätere Nachfrage bekam ich bis heute keinen Ersatz. Das ist schon ein bisschen doof. 

Aber auch das Konzept an sich erschließt sich mir nicht, denn immerhin besitzt das Lok-Fahrwerk einen vollwertigen Digitaldecoder mit Lastregelung und der Anmeldefunktion mfx. Seine vier (?) schaltbaren Funktionen ließen sich in logischer Konsequenz auch für eine Baustein-Bahn nutzen. Wozu also ein separates System aufsetzen? Notgedrungen ignorierte ich alle Stax-Besonderheiten und betrachtete alle Bausteine als genau das: Bausteine. Die Bahn macht natürlich trotzdem Spaß.

Im Prinzip. Gut, meine Lok fuhr sowieso erstmal nicht, dazu weiter unten ein zuvor einzeln veröffentlichter Text. 

Aber als der kleine, ungewöhnliche Zug dann doch unterwegs war, kreuz und quer über meine C- und sogar M-Gleise, musste ich zufrieden grinsen: Modellbahn und Klemmbausteine ergeben eine drollige Gute-Laune-Mischung! Davon möchte man mehr… Die Bedienung des Power Dingens macht so semi-Spaß, aber mit einer Mobile Station 1 oder 2 oder gar einem reinen DCC Steuergerät ist das Set eine feine Sache.

In der Anmutung an märklins Spur-0e Klassiker ‚Minex‘ angelehnt hat der Baustein-Zug den gleichen Größen-Nachteil. Denkt man so.

Baustein-Zug in ‚H0‘ Größe.

Weil, wie ab Werk gemeint passen die hohen Fahrzeuge nicht unter herkömmliche H0-Fahrleitung. …passen sie nicht? 💡 Das kann man ändern! Genau hier kommt der Vorteil von Leg… Klemmbausteinen zum Tragen.

Ich habe meine Fahrzeuge einfach weniger hoch neu aufgebaut. Wer in seiner Kindheit ebenfalls mit Lego (diesmal aber wirklich!) gespielt hat, der kennt die Tricks. 😉

Alles aus den beiliegenden Teilen gebaut.
Sieht für mich mehr nach ‚Lok‘ aus, als der Werks-Entwurf.

Das Führerhaus ähnelt mit Absicht dem Lego-Klassiker ‚133‘. Diese Satelliten-Schüssel an der Front wird noch durch Passenderes ersetzt (siehe Pick A Brick).

Die Waggons sind einfach ‚tieferzulegen‘; dafür braucht man keine Anleitung. Man behält dabei soviele Steine übrig, dass zwei weitere, leere Waggon-Fahrgestelle im Modellbahn-Fachhandel plus ergänzende Lego (!) Steine im Lego Store vor Ort gekauft werden könnten…  

Waggon Nr. 1 an H0 angeglichen…
…und Waggon Nr. 2. 🙂

Laut Norm hängt eine Modellbahn-Oberleitung minimal 6,2cm über Schienen-Oberkante, maximal 7,3xm. Eine Musik-Cassette ist exakt 6,38 cm hoch.

Alles moderne Klassiker, in jeder Hinsicht. ❤️

Laut meinem launigen Foto könnte die Lok also gut auf professionellen Anlagen unterwegs sein – das muss man natürlich vorsichtig auf der eigenen Anlage ausprobieren. Notfalls entfernt man den Schnickschnack vom Dach. …dem der Lok natürlich. 😌

Klemmbaustein-Waggons und märklins BR 74 vertragen sich. 🙂

Derart angeglichen kann man diese Baustein-Fahrzeuge prima mit seinen normalen märklin-Zügen kombinieren; Radsätze und Kupplungen sind bekannte märklin-Bauteile. Und ja, das kann viel Spaß machen.

Leider hat märklin nahezu das komplette Baustein-Projekt aus dem Sortiment genommen. Auch die Ergänzungs-Waggons ‚Post‘, drei-in-eins und ‚Disco‘ sind entschwunden; allein der Flachwagen mit Noppen 44734 ist nach wie vor erhältlich. Gut, die Lok hätte wirklich solider (und kürzer) konstruiert sein können. Aber märklins Baustein-Bahn ist eine nette, liebeswerte Neu-Interpretation der märklin-Bahn. Ich finde, dieses Konzept hat mehr Aufmerksamkeit verdient.

Mehr Infos über diese Produkte auf märklins Website; wenn man dort nach unten scrollt findet man die Ergänzungen: https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/29730

Nachtrag 1: Original-Lego ist schöner, als die Imitation.

Qualität setzt sich durch.

Echtes Lego und nachgemachte Klemmbausteine sind leicht zu unterscheiden, wie das Foto beweist: Die Bausteine oben in weiß und dunkelblau sind Imitationen, sie sitzen schief und krumm. Nur die türkisfarbenen Steine stammen zum Vergleich aus Legos Fertigung und sitzen auffallend gerade.

Unten ist alles Original-Lego, alles etwas sauberer, solider, und das Weiß ist nicht so kalkig, sondern eine Spur eher créme-farben. Klarer Fall, echtes Lego bietet die schönere Qualität.

Nachtrag 2: Sicheres Fahren mit der ‚Klemmbaustein‘-Lok.

märklin konzipierte das Fahrgestell der Fake-Lego Bahn derart billigst, dass nicht einmal die Strom-Aufnahme sicher funktioniert. Von Haltbarkeit ganz zu schweigen. Aber nur eins kann man ändern…

Das war schon deprimierend, nach dem Auspacken tat sich nichts. Das Anschlussgleis blinkte (rot! Also offenbar im Warn-Modus? Nein, nur eine falsch ausgewählte Signalfarbe.), die Lok machte keinen Mucks, und der ‚Stax‘ Baustein war funktionslos.

Klare und gesäuberte Sache. Sowas kann märklin solider.

Um es abzukürzen: Google half. Offenbar haben viele dieser Anschlussgleise mit IR Sensor eine Fertigungsmacke. märklin reagierte äußert kulant, nicht nur, dass deren Service am 27.12. besetzt war (!), ich bekam umgehend ein Ersatzgleis zugesandt. Danke dafür!

Aber, aber die Lok. Mit einer MS2 konnte ich ihr nur leichtes Zucken entlocken. (Gut, dass ich kein Arzt geworden bin…) 

Also das Ding aufgeschraubt und überrascht eine sehr lumpige Konstruktion vorgefunden. „Masse“, wie märklin den zweiten Pol benennt, wird übertragen durch einen auf den Achsen liegenden Metallstreifen. Und dieser troff vor Öl und Fett.

Dank SR24 und Wattestäbchen war die Lok schnell wieder sauber. Aber so richtig zuverlässig war das noch immer nicht. märklin wird es sicher freuen, zu lesen, dass die Hilfe ausgerechnet aus Ulm kam. 😏

Esu bietet super praktische Radkontakte an, 50707, und nennt sie sogar so. Man findet also schnell, was man sucht. Eins dieser Bauteile reicht aus, um dem Fake-Lego Fahrgestell zuverlässiges Fahren zu ermöglichen.

Man lötet ein längeres rotes Kabel an einen der Kontakte und dazu ein kurzes Querkabel an den anderen – sicher ist sicher.

Des g’hört so! 🙂

Mit nicht gasendem Sekundenkleber-Gel klebt man den Radkontakt unter das Fahrgestell, wie im Foto zu sehen. Die Endpunkte müssen die Innenseiten der metallischen Radreifen kontaktieren.

Dann schiebt man einen kurzen Schrumpf-Schlauch locker auf die lange Litze, fädelt sie durch die Bodenplatte nach innen und verlötet sie dort an den ‚Masse‘-Kontaktstreifen. Darauf achten, dass weiterhin alle Rad-Bewegungen frei möglich sind. 

Zum Abschluss den Schrumpf-Schlauch in der Bodenplatte fixieren, auch hier am Besten mit Sekundenkleber-Gel. So kann der Schleifer sicher frei einfedern.

Rote Farbe kann die Kontaktbleche etwas tarnen.

Das war’s. märklin hätte das natürlich ab Werk so machen können, sogar eleganter. Eine sicher fahrende Lok bereitet nun mal mehr Freude, als ein bockiges Stop-And-Go-Modell. Und wenn man märklins leisen Schleifer 138079 drunterpackt, ist auch akustisch Ruhe. 🙂

Übrigens: Meine Lok begann irgendwann, zu ‚humpeln‘. Die Ursache war schnell gefunden: Ein Stift hatte sich gelöst. (Zitat „der alte Wagner“) Und zwar der des schwarzen Zahnrades. Den muss man nur wieder sorgsam fest eindrücken. Seitdem rollt die Lokomotive wieder vernünftig.

Fazit: Viel Nach-Arbeit und trotzdem viel Freude an der Bahn. Wir Modellbahner sind schon eine eigenartige Spezies. Und das ist auch gut so. 😌

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Allgemein Digital märklin & friends Spur H0 Umbauten Waggons

Leise Schleifer für märklin-Waggons.

Licht ist schick – vor allem, wenn geräuschlos. ☺️

Da märklin noch immer lautstarke Klapper-Schleifer unter seine Waggons baut, habe ich mir nun selbst beholfen.

Nicht optische sondern akustische Reize sind es, die besonders stark beeinflussen. Bei Filmen macht man sich das zunutze, indem man z. B. Dinosauriern die grollenden Stimmen von Löwen beimischt – des Angst einflößenden Effekts wegen.

Anders ausgedrückt: Die Punkt-Kontakte kann man mit der Zeit sozusagen übersehen, die sind halt da. Aber rasselnde Getriebe oder klackernde Schleifer gehen einem auch nach Jahren weiter auf die Nerven. Sogar eingefleischte märklin-Fans sehen das so, wie der Screenshot zeigt. …und eins von beidem hat märklin immerhin abgestellt. ☺️ Fahrzeuge mit Klapper-Schleifern sind einfach nicht elegant, und es geht ja besser.

Screenshot (c) Stummiforum

Genau genommen hätte märklin dieses Problem bereits seit Jahrzehnten eliminiert haben können, wie dieser beleuchtete Gepäckwagen aus den 50er (60er?) Jahren beweist: Dessen Schleifer-Konstruktion stellt bereits die prinzipielle Basis für märklins aktuelle Schleifer leisester Bauart dar, und auch dieser Methusalem verhält sich akustisch recht unauffällig.

Schon damals wäre es also noch leiser gegangen. 🙂

Während andere Modellbahn-Anbieter seit Langem mit besonders leisen Antrieben werben, verbaut märklin stoisch noch immer lautstarke Schleifer. Warum nur.

Die Schleifer der Sorten 144133 und 138079 habe ich unter Waggons ausprobiert (der Schleifer selbst ist identisch, nur die Plastik-Klippse unterscheiden sich), und der Effekt ist wie gewünscht: Ruhe.

Die einzige Nacharbeit besteht darin, die strenge 90 Grad Kurve der Schleifer-Enden sanft (!) abzumildern. Dann entstehen sogar noch weniger Geräusche, hier muss man sich beim ersten Umbau etwas rantasten, bis man die optimale Formgebung raushat. 

Die klassischen Eilzugwagen von märklin bekommen Strom über die „Stromzuführung“ 73405. Ganz exakt passt einer der Austausch-Schleifer auf die Kunststoff-Basis; der alte Schleifer kann … weg. 

Neuer, leiser Schleifer unter älterem Waggon.

Umbau: Man muss nur die vier Laschen des alten Schleifers freibiegen, das Kabel dort ab- und an den neuen Schleifer anlöten, dessen Laschen um die Basis festbiegen – das ist es. Dauer: Eine Minute. Augenblicklich ist das Fahrzeug akustisch unauffällig, und auch der Rollwiderstand minimiert sich; so stellt man sich das heute vor.

Auch optisch bleibt der leise Schleifer unauffällig.

Mit diesem kleinen Austausch lassen sich viele Generationen vorhandener märklin-Waggons verschiedenster Bauarten auf leisen Betrieb umstellen. 🙂

Für Steuerwagen und Speisewagen aktueller Bauart bedürfte es eines kurzen Schleifers der leisen Konstruktions-Art, den märklin so leider noch nicht anbietet.

Die 90 Grad Kurven an den Schleifer-Enden sollten noch etwa um die Hälfte entschärft werden.

Versuchsweise habe ich einfach den den kurzen Klapperschleifer gegen den leisen Schleifer ausgetauscht, mechanisch ähnlich, wie oben beschrieben. Unterschied: Hier greift nur ein Laschenpärchen direkt um den Sockel, am anderen Ende steht das Blech etwas über, kann aber mit einem Klecks Sekundenkleber am Ende des Sockels fixiert werden.

Hier wäre ein kurzer, passender und leiser Schleifer sehr nützlich. Wann märklin den wohl anbietet?

Über normale Weichen fahren meine derart umgebauten Waggons einwandfrei; Bogenweichen und eine DKW kommen demnächst als Test-Objekte dran.

Funktion bislang mechanisch unauffällig, elektrisch zu 100% zuverlässig. 👍🏻

märklin verbaut inzwischen großteils wirklich hochwertige, geräuscharme Antriebe, dass man sich wundern kann, warum man die Schleifer in dieses Denken nicht miteinbezieht.

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Allgemein Digital Spur N Umbauten Lokomotiven

Eine digitale V200 von Arnold 82025 mit Zimo MX616

Old but Gold und in jedem Fall ein Klassiker: Die V200 von Arnold.

Wenn ein Decoder aufgibt tauscht man ihn einfach aus. Meistens. Es lebe die Schnittstelle. Ältere Arnold-Loks mit großen Platinen erfordern Kreativität…

Die Platinen-Decoder von Arnold aus den 80er Jahren waren eigentlich cool erdacht: Mit wenigen Handgriffen konnte man seine analogen Loks auf die damals aktuelle Technik umrüsten. Auch, wenn bereits Jahre zuvor die Selectrix Decoder mit eindeutig besseren Fahreigenschaften auf den Markt gekommen waren… Eitelkeit ist so eine Sache.

Arnolds Platinen-Decoder, Licht & Schatten.

Wenn nun so ein Decoder aufgibt, Elektronik ist mitnichten ewiglich haltbar, gibt es leider keinen 1:1 Ersatz. Aber für heutige Mini-Decoder findet man meistens Platz, eine günstige Lösung besteht aus einem Plastik-Plättchen und dem Mini-Decoder MX616 von Zimo.

So sieht die neue Konstruktion aus.

Aus einer Kunststoff-Platte (max 1mm Stärke) schneidet man eine Figur aus, die im Grundriss in etwa dem Platinendecoder entspricht. An den Enden etwas kürzer, wie auf dem Foto zu sehen. Dann bringt man die Löcher für die Schrauben ein. 

Mit dem Metallgewicht (nicht im Foto) prüft man genau, wo der Decoder sitzen muss. Mit einem Klecks Hin-Und-Weg Kleber wird der Decoder fixiert und anschließend seine Litzen angeschlossen.

So wird der Blick auf die Modell-Technik verhindert.

Im Gehäuse verdeckt man die Fenster des Maschinenraumes mit schmalen Streifen dunklen Kartons; Tesastreifen halten sie am richtigen Platz.

Ein kurzer Funktionstest, dann kann man das Gehäuse festschrauben und die CV für den Motor einstellen – fertig. 🙂

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Allgemein Digital H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Waggons

märklin LED Beleuchtung 73300 (auch) für Trix Donnerbüchsen

Es dauert, bis die LED aufleuchten, aber dann sieht’s grandios aus. Und … hell. SEHR hell.

märklin hat eine Lichtleiste mit LED entwickelt, die in sämtliche Donnerbüchsen von märklin passt, die seit den 70er Jahren produziert worden sind. Die Gehäuse sind nämlich baugleich. 

Aber: Wie üblich hat man bei märklin ignoriert, dass es Mittelleiter-freie märklin Fahrer gibt, die pro Wagenseite zwei Kontakte linkes Rad / rechtes Rad praktisch finden.

Man hat einfach die (für diesen Umbau zu entfernenden) Messingstege an gleich zwei Kontakt-Flächen angelötet, die jeweils elektrisch einen Pol darstellen.

Natürlich hätte märklin für DC Fahrer ein flaches Plastikteil mit integrierten Radkontakten fertigen können, das sich ganz einfach von unten in den vorhandenen Löchern festschrauben lässt – und dort, wie jetzt vorgesehen, die Lichtleiste kontaktiert. Aber dafür hätte der Trix-Beauftragte seinen Job verstehen müssen…

Vorab eine kleine Kritik: Die Helligkeit der Leisten lässt sich nicht reduzieren. Und die LED strahlen schon wirklich arg hell.

Sitze & Wände

Vor der Elektrik sollte man dem Plastik Beachtung schenken. Denn meiner Erfahrung nach verfährt (sic!) märklin sehr frei, was die Farbgebung der Inneneinrichtungen betrifft: Braun, rot und gelb bei meinen Waggons. Und das ist natürlich Quatsch. 

Dunkler Bodenbelag zum Ausschneiden und einkleben folgt. Beim Einfärben der Wände sehr, sehr genau aufpassen, dass nichts auf die andere Seite läuft…
Bodenbretter in braun sehen nett aus. Ob das Vorbild auch so aussah, das war mir egal. Ist ja meine Modellbahn, ne? 😉
Es waren wohl diese Farben. 🤔😁

Ich habe für die Sitze der zweiten Klasse ein helleres Ocker verwendet, für die erste Klasse blaugrau. Die inneren Seitenwände habe ich mittel-ocker angepinselt, die Bodenbretter im Gepäckwagen braun.

Den Bodenbelag der Personenwagen erstelle ich später als Grafik zum Ausdrucken auf Karton. Dann sind die Farbtrennkanten garantiert sauber. Gut trocknen lassen.

Unscharfes Foto, aber man sieht, wo man mit dem Lötkolben ein kleines Loch in die Abortwand pieken muss.

Um nun die Beleuchtungen einzubauen, empfehle ich folgende Reihenfolge, nach der Demontage der Fahrzeuge:

  • vorab Litzen in ausreichender Länge (25cm) an die Esu Radkontakte 50707 anlöten, am besten links rechts farblich unterschiedlich, beim zweiten Radkontakt natürlich spiegelverkehrt.
  • Radkontakte mit Sekundenkleber unter die Wagenböden kleben, sodass ihre Enden die Räder genau hinter den Spurkränzen kontaktieren.
  • Schrumpfschläuche über jeweils ein Litzen-Pärchen schieben und diese durch eine quadratische Öffnung im Boden UND der Einrichtung nach oben ziehen. Alternativ zieht man nur ein Litzen-Paar nach oben, das zweite kann man auch direkt mit den anderen Radschleifern verlöten. Hier kann es danach erforderlich sein, diese neu anzukleben.
positionierte Radschleifer und die Schrumpfschläuche. Von der Seite praktisch unsichtbar.
  • Von den LED Leisten die senkrechten Metall-Kontakte ablöten, sie werden nicht gebraucht.
  • Die LED-Leisten mit jeweils einer  kurzen Schraube aus dem Wagenboden auf der Einrichtung befestigen.
  • Anders beim Gepäckwagen: Hier muss man eine Erhöhung sauber abfeilen, und dazu in der ‚Wand‘ nebenan eine Vertiefung auf gleiche Höhe einfeilen. Das dauert nur etwa eine Minute. Danach die Lichtleiste mit gutem, nicht gasendem Sekundenkleber befestigen.
Man sieht: Keine Erhöhung mehr. Gegenüber muss oben die kleine Erhöhung bis zur Mitte abgefeilt werden.
  • Nun die Litzen ganz heraufziehen und quasi über Kreuz (!!) anlöten: Die beiden Litzen einer Schienenseite (hier braun) an einem Wagen-Ende, die beiden Litzen der anderen Schiene (schwarz) am anderen. Bei Bedarf oben mit einem Streifen Tesa bändigen. Wieder beim Gepäckwagen habe ich die Litzen direkt durch die Bodenöffnungen mittig über den Radsätzen nach oben gefädelt. Hier sieht man die von außen nicht.
Zweimal braun auf der einen, zweimal schwarz auf der anderen Seite.
  • Gehäuse aufsetzen und mit den neuen, längeren Schrauben befestigen.
  • Die Schrumpfschläuche achtsam mit dem Lötkolben bearbeiten, bis sie in sich straff werden. Dann mit Tröpfchen des Sekundenklebers unter den Wagenböden fixieren. Fertig!
  • Ein paar sitzende Reisende machen sich immer gut; angesichts der hellen LED möchte man ihnen Sonnenbrillen gönnen… Den Bodenbelag zum Ausdrucken und einkleben reiche ich später nach.
Auch die Jungs im Gepäckwagen brauchen Licht am Arbeitsplatz. 📦
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LED-Licht für Umbauwagen von Roco 54291 54292 54293 etc.

So schönes Licht hatte das Vorbild sicher nicht. 😉

Seit Mitte der 70er Jahre werden die dreiachsigen Umbauwagen unter ‚Roco‘ Logo angeboten. Trotz dieser langen Zeit können die Waggons noch heute prima mitrollen, sie sind recht fein gemacht.

Moderne LED in altem Waggon. Charmant.

Ein Problem dieser Fahrzeuge war immer die Innenbeleuchtung. Ursprünglich bot Roco eine sehr primitive Konstruktion an, die pro Seite von nur einem Rad bzw. dessen Achse den Strom aufnahm. Plus eine Glühlampe. Mehrere Waggons davon im Einsatz, und der Zug kann als taktfreie Lichtorgel in den Partykeller…

Prinzip-Darstellung. Nur noch festlöten.

In den Nullerjahren fiel Roco dieser nervige Zustand doch irgendwie auf, und man kam auf die gute Idee, separate Kontakte auf die Achsspitzen zu setzen. So konnten die Waggons konstruktiv unverändert bleiben.

Eine gute Idee, diese Kontakte für die Achsspitzen.

Leider verwendet Roco bis heute Glühlampen in diesen Sets, und das ist natürlich Quatsch. Man sollte natürlich geteilte Achsen verwenden , um pro Fahrzeug wenigstens vier Kontakte nutzen zu können.

So führt man die Litzen nach oben.

Im Grunde sollte mein Umbau-Vorschlag für alle Generationen dieser Waggons passen.

Material pro Waggon:

  • 1x Viessmann Lichtleiste 5050
  • 1x Radkontakte Roco 96766 (vier im Set)
  • 2x geteilte Achse Roco 40192
  • 1x Elko 25v 1000µF

Der Einbau ist recht einfach, wenngleich fummelig.

  • Radsätze heraus- und Dach abnehmen
  • Radkontakte seitlich links und rechts kürzen
  • Die Radkontakte in die Achslager einsetzen und dabei die Litzen außen um eine Bremsbacke herumführen
  • Achsen einsetzen
  • Litzen direkt und unter dem Kupplungsträger entlang durch die Öffnung im Boden in den Waggon führen
  • Lichtleiste so kürzen, dass sie im Dachbereich im Klemmsitz fixiert werden kann
  • die Drähte des Elko sinnvoll zurechtbiegen, sodass das Bauteil zwischen zwei LED passt, dann direkt an die Kontakte anlöten (Plus und Minus beachten!)
  • Litzen von den Radkontakten sinnvoll kürzen und an die Lichtleiste anlöten.
  • Im Dach den mittigen Anguss entfernen; ein Seitenschneider hilft.
  • Dach aufsetzen – fertig.
…echt nett. 🙂

Hinweis: Seit einiger Zeit sind Fensterrahmen verschiedener Personenwagen von Roco nicht mehr grifffest. Also nach Möglichkeit diesen Bereich nicht berühren. Vielleicht lernen die es ja irgendwann wieder.

…vielleicht hilft ein dünner, silberner Lackmaler.
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Allgemein Digital märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Fahrkultur für die märklin 3029 / Primex 3020

Ein hübsches, kleines Ding!

Gute Fahreigenschaften in Jahrzehnte alten Spielzeug-Loks, wozu soll das gut sein? Und geht das überhaupt?

Ja, das geht, und es macht Spaß. Vor allem NACH dem Umbau. Dazu (!) ist es gut. 😀 

Viele märklin-Fans werden schöne Erinnerungen mit diesen kleinen Loks verbinden. Warum nicht solche Kleinodien in die Jetztzeit holen?

An Material braucht man zwei märklin-Produkte, den Motorsatz 60943 und den lastgeregelten Decoder 60982. Und natürlich einen Lötkolben. 

Ob man rund 60 Euro Material für so ein altes Schätzchen ausgeben möchte entscheidet jeder am Besten selbst. Auf jeden Fall ist das Ergebnis überzeugend; gerade im Vergleich zur Alternative:

Aus Neugier baute ich in eine andere Lokomotive den märklin „Allstrom“ Decoder 60906 ein, dieser ist gedacht für den Umbau älterer Lokomotiven mit Umschalt-Relais, deren Motore mit Spulen unverändert bleiben sollen. Quasi zum maximal möglichen Erhalt des historischen Materials. Das klingt vielleicht gut. Aber eigentlich klingt es schrecklich. Und zwar wortwörtlich. 

Denn der 60906 Decoder erzeugt im Motor ein extrem nervtötendes Knarren, ganz furchtbar. Das ist so extrem unangenehm, dass ich die Lok deswegen nie fahren lasse. Der Decoder fliegt demnächst in hohem Bogen aus der Lokomotive. Zurück zum angenehmen Teil: 😀

Der Umbau geht so:

Produziert Ende der 70er Jahre hätte sich diese Lok sicher nicht träumen lassen, in 2022 einen mfx-Decoder zu bekommen – und einen guten Motor. 😁

Hinweis 1: Eine Schraube am Motor muss vor dem Einbau im Durchmesser reduziert werden, das geht mit einer Schlüsselfeile und einem Bohrer, in den die Schraube eingespannt wird. Außerdem muss man sie in der Länge reduzieren, weil sie sonst ein Zahnrad auf der Rückseite blockiert. Dabei nur das Notwendige abknipsen. 

Die Schraube des Anstoßes.

Hinweis 2: Gerüchten zufolge passt der Motor 60943 auch in die märklin Lokomotiven 3104 und 3087 / 3090. Dies gilt es, nachzuweisen! 🥸

Interessant, wie anders diese 60 Jahre alte ‚Spiel-Lok‘ wirkt, wenn man ihr gute Fahreigenschaften verleiht. Sollte märklin diese Lok nochmal produzieren: BITTE mit fünfpoligem Motor und aktuellem Decoder.

Nun rollt die Kleine gleichgerechtigt neben aktuellen Modellen. 🙂👍🏻

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märklin mld3: Licht-Abschaltung seitenweise

märklins aktueller mld3. Foto: (c) märklin.

märklins aktuelle Decoder können wirklich viel, und sie bewirken gute Fahreigenschaften.

Aber wer für Wendezüge einen Decoder mld3 mit dem ‚Programmer‘ so programmieren möchte, dass man seitenweise das Licht deaktivieren kann, braucht spezielles Spezialwissen oder … diesen Blog. 😁

Ein sehr freundlicher märklin-Mitarbeiter hat mir für eine (ex-Trix) BR 212 einen mld3 netterweise so programmiert, dass Folgendes möglich ist:

  • Taste F0 schaltet das Licht ein, und zwar weiß und rot simultan. 
  • F1 deaktiviert weiß/rot vorne.
  • F2 deaktiviert weiß/rot hinten. 
  • F4 deaktiviert die Verzögerungen (zum exakteren Rangieren) und schaltet dazu vorbildgerecht beidseitig die weißen Lampen an. Und rot auf beiden Seiten aus. Natürlich alles mit sanftem Auf- und Abblenden (klasse, oder? 😏).

Auf meine Frage, ob ich dieses Standard-Konzept für unzählige Modellbahn-Lokomotiven denn veröffentlichen dürfe, kam ein ’na selbstverständlich!‘ 👉🏻 DES isch supper Service! 😀👍🏻

Tipp: Wenn auf einer Lokseite unerwartet weiß und rot zusammen leuchten muss man einfach das Kabel zur vorderen roten Lampe an die hintere anlöten. Und andersherum. Also einfach vertauschen. (Hard-Wiring schlägt Software-Lösung!)

Wer mag, kann sich das Projekt hier downloaden und eventuell nach Geschmack erweitern. Ausdrücklich schließe ich jegliche Gewähr aus; alles auf eigene Gefahr.

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Leise Schleifer für Personenwagen von märklin.

…laut und leise auf einem Foto. 😁

märklins leise Schleifer in der neueren Bauform passen unter sehr viele Lokomotiven; oft auch unter solche, die gar nicht dafür ausersehen sind. Hauptsache leise. 🙂

…genau, Hauptsache leise. 😌

Ausgerechnet die Funktionswagen, also Steuerwagen und Fahrzeuge mit Schlusslichtern oder anderen Spielereien, kommen ab Werk mit Schleifer-Konstruktionen aus der Steinzeit. Da diese Waggons zumeist Hohlkörper darstellen, wirken ihre Gehäuse wie bei einer Gitarre als Resonanz-Verstärker, mit dem Ergebnis unerträglichen R-R-R-R-Radaus. Das muss heutzutage echt nicht mehr sein. Und hauseigene Abhilfe gibt es derzeit noch nicht.

märklin-Technik der 70er Jahre, mit Schall-Loch.

Bis man bei märklin aufwacht bedient man sich ungeachtet der lästigen Mehrkosten (plus zehn Euro!) zum Zwecke der Ruhe der Schleifer von Brawa (Silencio 2225) oder Roco. Für Letztere existiert eine eigene Website mit allen wichtigen Angaben:

https://www.roco.cc/de/service/faq/fluesterschleifer/index.html

Roco 40500, man hört nichts und sieht kaum was.

Für den Tiziano Speisewagen habe ich den Roco 40500 ausgewählt. Der Austausch dauerte eine Minute.

  • Lötkolben anwerfen
  • die vier Laschen des märklin Schleifers von seiner Basis wegbiegen
  • Dessen Litze ablöten, Schleifer entfernen (am Besten ganz weit weg)
  • Roco Schleifer vorsichtig von seinem Plättchen befreien, dieses aufbewahren für andere Zwecke
  • an passender Lasche verzinnen und Litze wieder anlöten
  • Roco Schleifer auf Basis legen und nacheinander die vier Laschen sauber umbiegen
  • Abschließend jeweils mit einer Pinzette oben und unten zusammendrücken
  • Fertig.

Ab sofort rollt der Waggon leise. Zuvor wollte die ‚Freude am Fahren‘ wegen des nervtötenden Geratters nicht aufkommen, aber jetzt ist es soweit.

Dabei ist der Rollwiderstand so gering, dass man auf die Idee kommt, jeden Waggon separat so umzubauen, um nervige Kupplungen mit Stromkontakten zu vermeiden.

Trix 66720, weitgehend selbstreinigend.

Anstelle der schlichten Achs-Feder habe ich einen Trix-Kontakt 66720 eingesetzt; die beiden Litzen werden natürlich zusammen am passenden Platinen-Kontakt angelötet.

Wann endlich nimmt sich märklin wohl dieses Themas an und stattet sämtliche seiner Mittelleiter-Fahrzeuge mit lautlosen Schleifern aus…? 🙂

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Leise Schleifer für märklin DB Loks der BR 110 / 112 / 139 / 140

Sieht seltsam aus, funktioniert wunderbar.

Auch diese Loks können Dank des Schleifer-Typs märklin 144133 fast lautlos über den Mittelleiter gleiten. Eine Minute Bastelei, und es herrscht Ruhe.

  • den alten Loch-Schleifer abschrauben
  • Das Plastikplättchen entnehmen
  • Dieses anstelle der Klipps-Aufnahme in den Schleifer 144133 einsetzen
  • Den Schleifer kopfüber auf das Drehgestell legen und die Schraube am Schleifer vorbei in das Loch drehen. Fertig.

Das sieht zwar seltsam aus, aber es funktioniert. Und man mag seine Loks direkt noch ein bisschen mehr. 🙂

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Esu Licht-Projekt für den VT 36.5 in H0 von Hobbytrain

Charakterköpfe: Der VT36.5 und sein Steuerwagen.

Der Triebzug VT 36.5 / VS 137 von Hobbytrain in H0 ist wirklich schick oder zumindest interessant, aber wer sich die Lichtschaltung ausgedacht hat… mit kleinen Schalterchen das Licht seitenweise zu deaktivieren, das ist mir zu doof.

Den Beiwagen anzuleuchten, das ist wenig vorbildgetreu.

Also habe ich mir für den Esu Lokpilot 4.0 und den Esu Fx 4.0 im Steuerwagen ein einfaches, kompaktes Konzept zusammengestellt. Dieses funktioniert sogar mit Geräten wie märklin / Arnold Digital (Generation mit Licht & F1 bis F4), der Lokmaus2 oder für Mittelleiter-Fahrer mit märklins aktuellen Infrarot-Geräten.

Taste F2 gedrückt und aus ist das Schlusslicht.

Prinzip:

  • F0 = Lichtwechsel weiß / rot
  • F1 = Licht aus an Führerstand 1 vom Motorwagen
  • F2 = Licht aus an Führerstand 2 vom Motorwagen
  • F3 = Innenbeleuchtung
  • F4 = Verzögerungen aus, zum Rangieren.

So kann man den Motorwagen auch mal alleine mit weiß/rotem Lichtwechsel fahren lassen, sobald aber der Steuerwagen angekuppelt wird, schaltet man das rote Schlusslicht am Motorwagen einfach mit der F2 aus. Die Innenbeleuchtung beider Fahrzeuge habe ich auf die Taste F3 gelegt. Der Beiwagen kann auf dem Nebengleis vor sich hin leuchten.

Der Fahrzeug-Boden wurde ab Werk eingefärbt.

Mehr muss so ein Zug eigentlich nicht können. Aber wenigstens soviel Komfort sollte er haben. 🙂

Die passenden Projekte biete ich hier zum Download und freien Verfügung an. Einfach runterladen und via Esu Lokprogrammer in die Fahrzeuge laden. (Natürlich alles auf eigene ‚Gefahr‘, das ist klar.) Viel Spaß!

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Licht für Rocos SBB Aussichtswagen

Kaltweiß und wirklich cool. 🙂👍🏻

Um die schicken SBB Waggons umzubauen, sind Rocos Glühlampen nicht mehr akzeptabel.

Und möglicherweise hat man bei Roco den Einsatz im Dach als Lichtleiter vorgesehen; die Lichtleiter an den Enden weisen darauf hin. Aber man war so geschickt, nicht, den gesamten Lichtleiter deckend weiß zu lackieren, sodass garantiert keine handelsübliche LED ihre Wirkung entfalten kann.

Ob dies Lichtleiter sein sollen..? Weg damit.

Aus Kostengründen wurden es die bekannten LED-Leisten von Malutronik bzw. Eickmann. Versehentlich waren die Versionen mit kaltweißen LED geordert worden, was sich in diesem Fall als Glücksfall herausstellte.

Seite A.

Von außen durfte möglichst wenig von der Elektronik zu sehen sein. Man braucht neben den Leisten also pro Waggon einen Elko und wirklich hochwertiges (!) Klebeband.

Die Leisten kürzt man sinnvoll und befestigt sie mit gutem Klebeband an den inneren Wänden über dem Fahrgastraum. So bleiben die Gehäuse auch später abnehmbar.

Seite B mit Elko.

Die Kabel führt man unter der Einrichtung zu den Achs-Kontakten oder in diesem Fall zu den Schleifern.

2K Kleber hält den Schleifer fest.

Tipp: Rocos Schleifer ignorierten die Befestigungs-Versuche nach Anleitung, also verwendete ich Zwei-Komponenten-Kleber von UHU. Klingt martialisch, hält aber. Und die Schleifplatte auswechseln kann man ja trotzdem.

Für diese Achskontakte muss man nach zehn Jahren noch immer einen der Stifte entfernen.

Da das Gehäuse durch zwei innere Querwände stabil gehalten wird, muss man die Litzen zu den Elkos sozusagen U-förmig die Wände hinab und dann wieder zum Elko hinauf führen. Das war es schon. 

Das wirkt in Wirklichkeit noch besser, als auf dem Foto.

Die Konstruktion ist unerwartet günstig, aber das Ergebnis überzeugt optisch auf jeden Fall.

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märklins neue Kurzkupplung – jetzt mit Ergänzungen.

Tradition verpflichtet. 😌

Hier der erweiterte Text: https://blog.mobaz.de/2022/02/17/maerklins-neue-kurzkupplung-72000-001/