Plastikpest bei Roco (2) 63377

Und wieder ist es so weit.

Ein paar Monate Ruhe haben meiner Roco V60 nicht gut getan: Nach wenigen Zentimetern Fahrt blieb die Lok mit klackernden Geräuschen stehen.

Der Grund: Die Zähne eines Zahnrades haben sich vollständig verabschiedet. Rundherum. Und das, obwohl die Lok bis vor wenigen Monaten einwandfrei fuhr. Ach ja, das heißt, bis der Motor kaputtging. (Sie haben richtig gelesen.)

Abgebrochene Zähne des linken Zahnrades.

Offensichtlich verwendet die Firma, die man unter ‚Roco‘ kennt, fortwährend Kunststoffe, die keineswegs langfristig haltbar sind. Wie man das von früher gewohnt war. Und das bei normalen Preisen der Fahrzeuge.

Die tun so, als wären sie noch die alte Firma ‚Roco‘. Sind sie aber nicht. Verlässliche Qualität: Offenbar war es einmal.

Da werde ich mal Pikos 260 checken, sobald sie im Sommer kommt…

Rocos grausames Grau – und das Problem dahinter.

Während sich andere Modellbahnhersteller bemühen, ihre Produkte möglichst attraktiv zu gestalten, setzt die Firma, die ich kurz ‚Roco‘ nenne, nach Möglichkeit überall ein blaues Grau ein. Dahinter steckt eine fragwürdige Denkstruktur.

Aufgefallen ist mir das schon 1989, als es bei Roco diesen Farb-Putsch gab, um die Bettung des nahenden Bettungsgleises nicht im angenehmen und vorbildgerechten Braun zu färben, sondern in einem bläulichen Grau-Ton. Ich war damals 17 Jahre alt und wirklich geschockt über diese bekloppte Entscheidung. Tatsächlich färbte Roco über lange Zeit alles (un-) Mögliche in diesem Blaugrau ein, egal, ob die Farbe zu den jeweiligen Vorbildern passte oder nicht.

Oben das RocoLine Seriengleis in grau, unten eins der ersten Muster mit brauner Bettung.

…grau, grau, grau.

So erhielten Rocos Eilzugwagen in den Auflagen der 80er Jahre nicht nur grauen Rahmen, sondern auch Drehgestelle, Dachlüfter und Faltenbälge wurden derart falsch eingefärbt. So viel zum Mantra, Roco verwende „immer nur die originalen Farbtöne“. Mitnichten. Spätere Auflagen der Waggons besaßen die angesprochenen Teile übrigens in schwarz. Potz Blitz!

Graue Bettungen, graue Drehgestelle, ein grauer Rahmen, graue Lampen, graue Faltenbälge – sogar der Prellbock ist blaugrau! Roco war da schon konsequent.

Auch die Serie der Popwagen erhielt blaugraue Drehgestelle und Fahrzeug-Rahmen. LSmodels, Märklin und auch Piko färben diese Bereiche schwarz. Woran das wohl liegen mag. Eine komplette Neu-Auflage, dieses Mal mit Speisewagen, wäre sicher ein Erfolg.

Auch an diesem Roco-Waggon sind Rahmen und Drehgestelle falsch blaugrau. Genau passend zu Rocos ähnlich falsch gefärbten Drehgestellen der stahlbauen 181.2.

Sogar die Kupplungen färbt Roco seit etwa 1990 blaugrau, obwohl gerade diese Bauteile durch eine schwarze Färbung diskreter aussähen, wie das Foto beweist: Märklin, Fleischmann und sogar Liliput färben ihre Kupplungen schwarz – Roco alle grau. Alle. Drei.

Lustig ist das Argument, das man von Roco dazu hört: Der graue Kunststoff gleite besser übereinander, als der schwarze. Offenbar ein chemischer Geheimtipp, dessen Brisanz sich dem Rest der Branche entzieht. Zum Glück.

Oben drei graue Kupplungen von Roco, unten Pendants von Liliput, Fleischmann und märklin.

Hinter diesem Blau-Grau offenbart sich unfreiwillig eine ängstliche Denke, die das Programm der Marke Roco seit Ende der 80er Jahre durchzieht. Die tote Farbe ist nur eine Signifikanz dafür.

Denn Grau lässt einen kalt. Es erzeugt keine Emotionen. Roco bevorzugt den Weg des geringsten Widerstandes: Anstelle klarer Ansagen tarnt man sich im Ungefähren, damit möglichst niemand sich an irgendetwas Auffälligem stören könne. Sensible Naturen vermissen dagegen das Mögliche. Was Andere bieten. Das ist eins der signifikanten Probleme der Marke Roco.

Was ist eigentlich ‚Roco H0‘?

Anstelle sich zu einer ausdrucksstarken Konzeption des Produktes ‚Roco H0‘ zu bekennen, bietet man einen chaotischen Gemischtwaren-Laden an mit vier Kupplungen, ehemals sechs Gleissystemen, diversen Schnittstellen und drei Wagenlängen. Dass so etwas bei Kunden zu Verdruss führt, dürfte sich jedem klar Denkenden erschließen. Denn man braucht nicht für den Hersteller mitzudenken, das erledigt dieser schön selbst.

Modellbahnen kauft man zumeist über Jahrzehnte; das Hobby baut sich langsam auf, und es ist nicht nur Luxus oder Lifestyle. Die meisten Modellbahner identifizieren sich mit der Marke oder wenigstens der Ausrichtung der eigenen Sammlung – so, wie es eben einen Unterschied macht, ob man BMW oder Mercedes fährt.

Bei Roco aber hegt man offenbar die Befürchtung, durch ein klares Programm Kunden zu verprellen. Gerade diese ängstliche Konzeptlosigkeit vergrätzt nicht nur Neu- sondern auch langjährige Stamm-Kunden. Bei einem Sammelhobby möchte man wissen, woran man ist.

Alle Plastikteile der Steuerung dieser Roco-Dampflok sind blaugrau gefärbt. Völlig unpassend.

Wie oft haben wir in der Vergangenheit über eine immer wieder neue Ausrichtung von ‚Roco H0‘ gelesen, die jedesmal nach kurzer Zeit in Vergessenheit gebracht wurde. Sogar die eigentlich sehr sinnige Unterteilung in Playtime, Professional und Platin wurde nicht nur wenig nachvollziehbar umgesetzt, man gab sie auch nach kürzester Zeit wieder auf. Hü und hott.

Von der „Nachwuchs-Förderung“ durch den Unsinn „Next Generation“ ganz zu schweigen: Da war ich der Einzige, der diesem Quatsch einen 100%igen Mega-Flop vorhergesagt hat. Und wirklich jeder Gesprächspartner schulmeisterte mich, -ich sei zu engstirnig, -man müsse was für Kinder blah, -das Konzept sei toll, – und ich hätte eben keine Ahnung von Kindern und -sei vielleicht zu alt… Kurz gesagt, nach 18 Monaten war der unselige Spuk vorbei. Und Roco hatte keine „Nachwuchs-Förderung“ mehr. Man könnte sagen: Wie immer.

Immerhin fuhren die Lok von „Next Generation“ aus der Packung heraus mit DCC-digital, was Roco übrigens fortwährend vergaß, den Kunden mitzuteilen.

Auch Erwachsene würden sich über Loks mit Decodern freuen, denn auch das Prinzip der Schnittstelle ist ein Indiz dafür, dass man sich bei Roco seit über 25 Jahren nicht traut, dem Kunden fertige Produkte anzubieten: Der Kunde möge bittschön selber Hand anlegen und den „Decoder seiner Wahl“ einsetzen.

In Wahrheit birgt dies ein hohes Frustrations-Potenzial. Ich habe gestandene und wirklich nette Mannsbilder gesehen, die verzweifelt versucht haben, Griffstangen in ihre neuen Roco Loks einzusetzen. Was passiert wohl, wenn man solchen angehenden Modellbahnern zumutet, ein Gehäuse abzuklippsen, einen Decoder einzustecken – UND zu programmieren…? Klar, warum märklin das cooleres Image besitzt. Damit kommt jeder zurecht.

Und wer jetzt arrogant einwirft, solche Zeitgenossen seien eben nicht das richtige Publikum für Roco H0, der darf sich stolz zu den potenziellen Totengräbern von ‚Roco‘ zählen. Im Laden stellen sich die Dinge nämlich anders dar, als im Forum. Oder im Verein. Und im Laden wird das Geld verdient. Weder im Forum, noch im Verein.

Oben die veraltete 8polige Schnittstelle, unten die aktuelle mit 22 Kontakten.

Denn was schon 1995 fummelig war (und dem Fachhandel unnötige Arbeit bescherte!), das ist in 2020 ein muffiger Anachronismus. Heute erwartet man Produkte, die aus der Schachtel heraus funktionieren. märklin-Loks sind stabil, man nimmt sie aus der Schachtel, sie melden sich an der Zentrale an, und dann kann man digital Modellbahn spielen. So muss das in 2020 sein, und, peinlich für Roco, märklin-Loks können das seit 1984 (okay, Anmelden durch mfx seit 2005).

Mit Zimo hat Roco einen Decoder-Hersteller, dessen Decoder selbst in der €20.- Version auch analog wunderbar funktionieren. Mehr dazu hier:

Loks mit Decoderplatinen drin, gut abgestimmt und ready to run – bei märklin gibt es das. Bei Roco (und Piko) für DCC nur mit Sound. Bis heute versteckt sich Roco hinter dem Argument „der Markt verlangt analoge Loks“. Von wegen: Eine simple Steuerung ähnlich märklins 6021 oder Rocos Lokmaus1 und Loks zu normalen Preisen, plus klare Anleitungen, wie sich ältere Loks umbauen lassen, das wäre es schon.

Es fehlt eine klare Ausrichtung bei Roco. Natürlich baut die Marke schöne Modellbahnen. Und deren Fundus bietet sogar unzählige, nett gemachte Waggons in 1:100, über die sich viele Platz-beengte Modellbahner freuen würden.

Aber solange man bei Roco keine Idee hat, womit man sich eigentlich am ‚Markt‘ platzieren möchte, solange muss man eben mit dem österreichischen Chaos leben lernen. Oder resignieren und Schlüsse ziehen, jeder nach seiner Fasson. Kein Wunder, dass Rocos Kupplungen und die Line-Bettung noch immer grau sind… 🙂

Messe-Neuheiten 2020, ein paar Kommentare.

Die Spielwarenmesse 2020 hat für die Modellbahn keine Knaller-Neuheit gebracht. Das Meiste ist nur eine logische Fortsetzung des Vorhandenen. Es macht sich eine Tendenz zum Hochpreisigen bemerkbar, die ich vorerst umkommentiert lasse. Es folgen ein paar Bemerkungen zu Neuheiten, die mir aufgefallen sind. Dabei beziehe ich mich ausschließlich auf die Baugröße H0.

Meine absolute Lieblings-Neuheit ist der H0-Bausatz von Faller für ein modernes Büro-Gebäude, variabel zu gestalten:

(c) Faller Versicherungsgebäude H0 130891

https://www.faller.de/de/de/Produkte/Neuheiten-2020/H0-Programm/Handel-Gewerbe-Industrie/pid.14.17.1148/agid.2272.2278/atid.28410/ecm.at/Versicherungsgeb%C3%A4ude.html

Dicht gefolgt von den ‚gleichgeschlechtlichen Paaren‘ der Marke NOCH.

(c) NOCH 15511, na endlich: Nette Schwule und Lesben. 🏳️‍🌈

https://www.noch.de/de/noch-modell-landschaftsbau-neuheiten/noch-neuheiten-2020/gleichgeschlechtliche-paare-15511.html

Beide Produkte sind eigentlich seit fünfzehn Jahren überfällig; endlich sind sie da. Und es sind Faller und NOCH, die in der Jetztzeit angekommen sind. Und die Anderen so?

Kurz gesagt, märklin macht ‚Dienst nach Vorschrift‘ und bedient seine Kunden, die offenkundig begierig die höchstmöglichen Preise zahlen wollen: Der BIGBOY, Grundkonstruktion 19 Jahre alt, kostet 970.- Liste? Achso.

Bei der Marke Roco hat man dafür ganz offensichtlich keinen Plan: „Nie wieder verkürzte Waggons“ verlautbarte es vor Kurzem aus Österreich, und prompt kommen dieses Jahr Waggons in 1:100, noch dazu für die SBB vorbild-frei. Die neue Bogenweiche soll vielleicht Ende dieses Jahres (2020) erscheinen. IC2? BR612? Andere Eierköpfe? Ein maßstäblicher ICE1? Nix da.

Den maßstäblichen ICE1 avisiert dieses Jahr Hornby unter dem Label ‚Lima Expert‘ mit einer Längen-Angabe, die dem in 1:100 von märklin gleicht. Deswegen dreimal (!) bei Hornby angefragt, kam schließlich eine völlig nichtssagende blahblah-Antwort. Aus dem Stummiforum schließlich floss die Info, der ICE1 komme entgegen der Angabe sehr wohl komplett maßstäblich. Worst consumer experience ever, dear. https://www.hornby.com/uk-en/lima-expert-h0-1-87-db-4-unit-set-emu-class-401-ice-1-contains-2-powerheads-and-2-intermediate-coaches-period-iv-v.html

Nachtrag: Nur zwölf Stunden nach Veröffentlichung dieses Textes traf ganz zufällig eine Email von Hornby ein zum Thema ICE1 mit dem Wortlaut „Lima ICE1: Totally new tooling and first 100% H0 scale model of this train (competitors made it shorter). 2020 packs include a 2nd class and 1st class service car. Standard 1st class and restaurant carriages will be made 2021 to complete the train to correct length.“ Na also, warum denn nicht gleich so. Und die ‚Adler‘ kam ja auch aus UK. 🙂👍🏻🇬🇧

Irgendwie originell ist, wieviel Mühe man sich bei Roco gibt, die wirklich typische Variante einer blauen Kasten-110 nach Vorbild der 80er Jahre zu vermeiden: Mit blauem Dach, Klatte-Lüftern und Doppellampen. Inzwischen gab es wirklich alle anderen möglichen Kombinationen – bis eben auf die genannte Version. (Vom nicht vergleichbaren Modell in sogenannter ‚ClassiC‘-Qualität mal abgesehen.) Dieses Jahr bringt Roco eine blaue 110 mit blauen Dach und eben Klatte-Lüftern – aber Einfach-Lampen. Zu lustig. Nicht. Sicher werden in diesen Lampen wieder nicht die kleinen roten Schlusslichter sein, wie noch um 2008… https://www.roco.cc/de/product/242515-110-0-0-0-0-0-002-1/products.html Piko, übernehmen Sie!

Piko ist ohnehin unübersehbar im Attacke-Modus: Natürlich zielt die Dampflok der BR 78 zugleich auf Roco (Fleischmann-Modell, neu aufgelegt) und märklin (Jahres-Neuheit). https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=30469&vw_name=detail Die schrullige E-Lok der alten BR 191 dürfte ebenfalls gegen Roco gerichtet sein, später dürfte Piko dann die E60 nachreichen. Wirklich ein Zirkuspferd ist die E-Lok der BR S 499 der CSD https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=30439&vw_name=detail, die mit ihren speziellen Formen und Farben sicher jeden Bauhaus-Fanatiker in den Wahnsinn treiben und dennoch auch den Mich(a)el erfreuen dürfte…

Bei der Produkt-Range von Viessmann, Kibri und Vollmer vermisse ich irgendwie die gute Laune; die Produkte wirken alle so gelangweilt zusammengestellt. Ebenso bei der Firma Lenz, deren Decoder fraglos das, was sie können sollen, sehr gut erledigen. Was aber im Vergleich zur Konkurrenz nur noch Basics sind. Ich persönlich finde ja, dass Handregler, die im Jahr 2020 weder Loknamen noch Funktions-Icons anzeigen können, nicht minimalistisch sind, sondern die Grammophone der Digitaltechnik. https://www.lenz-elektronik.de/digitalplus-handregler-lh101.php

Bei märklin macht mir das Einsteiger-Programm mehr Spaß, als der ernste Rest. Der Halloween-Zug ist schon mal direkt geordert. Dazu passend gibt es übrigens online in verschiedenen Shops die Villa der ‚Munsters‘ in 1:87, Das war eine alte, reichlich bekloppte Fernseh-Gruselserie. https://www.maerklin.de/de/suche/?q=halloween Auch der MyWorld Kran auf Rädern ist toll, und die Emma, wie alles von Michael Ende. https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/29199.

Aber sonst? In Summe baut märklin seit Mitte der Nullerjahre das gesamte H0-Sortiment neu und lässt dabei fast alles hinter sich, was früher charakteristisch für „märklin H0“ gewesen ist. Fast könnte man meinen, bei märklin gebe es Bestrebungen, die typische märklin-Bahn dem internationalen DC-Standard zu opfern, nur mehr der umständliche Mittelleiter ist noch übrig, in seinem Ursprung ein Relikt aus den grausamen 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Ausgerechnet daran hält man fest? Diese Logik denke ich lieber nicht zuende.

Wirklich gelungen finde ich Hornbys Idee, Fahrzeuge nach ‚Steampunk‚ Ästhetik zu produzieren. Dazu passend bietet NOCH Landschafts-Segmente an unter dem Namen ‚ZITERDES‘.

(c) Hornby Steampunk Dampflok für normale H0 DC Gleise
(c) Hornby Steampunk Personenwagen für normale H0 DC Gleise

Wer Züge durch eine eigene Fantasie-Welt fahren lassen möchte, für den bietet sich hier eine tolle, kreative Möglichkeit. Mit einer gewissen kriminellen Energie ließe sich auch märklins MyWorld-Züge optisch in den Steampunk-Stil versetzen, entsprechende Design-Elemente bietet Hornby ebenfalls an. Und die MyWorld-Züge rollen ja sowieso auf AC- und DC-Gleisen. märklins Alpha-Bahn (auf eigenen Gleisen!) passt auch prima dazu; endlich mal ein Umstyling, bei dem niemand heult. 🙂

(c) NOCH, passend zum Steampunk eine ZITERDES Szene

HORNBY Steampunk: https://www.hornby.com/uk-en/bassett-lowke-steampunk

NOCH Ziterdes: https://www.ziterdes.de/

Zu allem Anderen finden sich genug Kommentare in den Foren und Zeitschriften. 🙂

Roco V200 43522 mit Sound & Licht

Seit 1985 gehören Rocos schöne Modelle der V200 zu den Klassikern auf H0 Gleisen. Mit ein bisschen Geschick bekommt man auch in älteste Versionen sichtbares Licht und sogar Sound hinein. Dieser Artikel wird später ergänzt, dann werden auch andere technische Versionen gezeigt.

Dieses Modell ist es wirklich wert, ‚gepimpt‘ zu werden, da hat Roco schon Mitte der 80er Jahre gezeigt, wie wirklich feine Modelle aussehen sollten.

…vielleicht mit Ausnahme der Glas-Einsätze für die Lampen, die könnten wirklich mal formneu und schöner gemacht werden. Das wäre dann ein Ersatzteil, dass sich für Loks aus 35 Jahren verkaufen ließe. 🙂

Diese V200 sollte Sound und ein sichtbares Schlusslicht bekommen. Beides lässt sich leicht realisieren, denn diese Lok wurde Ende der 90er Jahre produziert. Also schon mit Schnittstelle aber noch mit nur zwei Glühlampen und kurz/langen Lichtleitern ab Werk. Eigentlich sollte die Beleuchtung mit einer vorhandenen Austausch-Platine von Roco gelöst werden, aber auch damit war das Schlusslicht noch immer zu funzelig. Also mussten helle LED her.

Man nehme:

So klebt man die LED gegen die Lichtleiter. Eigentlich könnte man das auch mit warmweißen LED machen… Links versteckt sich bereits der Lautsprecher. Hinter der weißen Glühlampe ist ein Streifen Moosgummi zu erkennen.

Zuerst nimmt man die Führerstände heraus und kürzt die langen Lichtleiter. Die Trennstellen feilt man dann glatt (also anders, als auf den Fotos zu sehen), denn nur dann ist der Licht-Austritt optimal. Hier klebt man direkt die roten 19V LED gegen. Gut festwerden lassen.

Im Rahmen befindet sich eine Aussparung, in die eigentlich der Lokdecoder sollte. Ich nutze diese Vertiefung für den Lautsprecher, das passt zufällig ganz gut. Den Boden mit Isolierfolie auskleiden; die Kontakte des Lautsprechers kommen nach rechts.

So isoliert man den Boden der ex-Decoderkammer.

Nun den Sounddecoder mit harmlosem Kleber so auf der Platine befestigen, dass sein Ende mit nur zwei Kabeln so gerade unter dem Ausschnitt des oberen Metall-Bügels endet.

Wer hier noch ein durchgehendes massives Guß-Teil vorfindet, sollte dieses einfach zweimal durchsägen, sodass die Gehäuseschrauben nach wie vor greifen, die Mitte aber freiliegt; die Lok bleibt schwer genug.

Dann habe ich die Kabel am Schnittstellenstecker gekürzt neu angelötet, damit keine Kabel-Schlaufen herumliegen.

Anders, als auf dem Foto ist auch der Motor über die Schnittstelle angeschlossen, die grünen Drosseln wurden durch starre Drähte ersetzt, und der kleine Kondensator, der die Motorkontakte überbrückt wird ausgelötet: Nur nach diesem Eingriffen kann die Motorregelung sinnvoll arbeiten.

Diese Bereiche mit Folie aus Zellkautschuk abdecken, damit keine Kurzschlüsse entstehen können. WICHTIG: Auch auf den Stecker in der Schnittstelle einen Streifen Isolierfolie kleben. Denn das Gewicht darüber ist aus Metall… Und je lauter das *Bzzz* desto teuerer die Decoder-Reparatur. 😏

Prinzip-Anordnung. Der Kondensator darf nicht wie gezeigt auf der Platine liegen. Er gehört darunter, wie später gezeigt wird. Der Tesastreifen fixiert den Decoder nur vorübergehend.

Der Lautsprecher kommt kopfüber in die isolierte Kammer, also mit der silbernen Fläche nach unten, damit der Sound möglichst klar erklingen kann. Die beiden violetten Kabel sinnvoll ablängen, mit den Kontakten am Lautsprecher verlöten, und diesen in die Kammer geben. Ein Streifen guter Kleber befestigt ihn wirksam an der Platine. Nun die Führerstände wieder einsetzen.

So wird der Lautsprecher eingesetzt. Ein Streifen Kleber befestigt ihn an der Platine.

Für die Schlussleuchten LED an die die Kabel grün (Führerstand 2!) braun (Führerstand 1!) und natürlich blau anschließen; für Letztere können auch Platinenflächen verwendet werden.

Um kleine Aussetzer zu überbrücken, legt Zimo seinem Sounddecoder einen kleinen Elko bei, diesen schließt man an die beiden Kabel grau und blau an, die am Sounddecoder einzeln abgehen. Man verstaut ihn man am Besten im Hohlraum unter der Platine vor dem Motor. Das war es.

Genau hier gehört der Elko hin. Zum Kardan lässt er genug Platz. Dann geht auch das Gehäuse stressfrei zu. Die Lötstelle des Todes bitte ignorieren…

Bei mir hat der Testbetrieb auf Anhieb prima funktioniert. Die üblichen CVs mussten noch programmiert werden, aber das war es dann auch schon. Mir macht es ja riesig Spaß, so eine ältere Lokomotive in die Jetztzeit zu bugsieren. 🙂

CV Werte

Motor-Anpassung

  • CV 09 auf 65
  • CV 56 auf 33

Licht simultan

  • CV 33 auf 05
  • CV 34 auf 10

sanfter Lichtwechsel

  • CV 125, 126, 128, 128 jeweils auf 88

Lautstärke auf 35

ein Jahr „Mobaz“ – Vorschau 2020.

Vielen Dank für die netten Zuschriften – und überhaupt für‘s Lesen meines Blogs. 🙂

Werbefrei soll dieses Portal auch zukünftig bleiben, denn ich möchte gern frei über Modelleisenbahnen schreiben und urteilen können.

In naher Zukunft kommen zum Beispiel Artikel zu den im Bild avisierten Themen. 🙂

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Jahreswechsel und uns allen ein friedlicheres 2020. 🙂🚂

Das Piko A Gleis mit Bettung. Von Merkur.
Farben für Pikos D-Zug Wagen.
Die Z21 von Roco. Das dolle Ding. 🙂👍🏻

Die Liliput Kurz-Kupplung L939105 für H0 Züge.

Die Liliput-KK, bereits mit testweise angebrachter Höhen-Verriegelung.

…und so taugt sie was.

Es ist ja schon ziemlich mutig, dem großen Sortiment von KurzKupplungen ein weiteres Produkt hinzuzufügen. Liliput, also Bachmann, hat diesen Schritt gewagt. Und dabei trotz guter Ideen unnötige Fehler gemacht. Da mir die Kupplung aber prinzipiell gut gefällt, habe ich sie mir so angepasst, dass ihr Einsatz endlich Spaß macht.

Die Liliput-KK lässt genug Platz zu den Puffer-Tellern, ein weiterer Vorteil. Der Waggon-Abstand ist für mich völlig akzeptabel, so kuppeln die Waggons wenigstens sicher an.

Klar bedeutet das ein bisschen Bastel-Arbeit. Ausgerechnet für „doofe Kupplungen“. Allerdings finde ich die anderen Kupplungen großteils wirklich grauslig, und die Liliput-KK sieht nett aus. Da bastele ich lieber, und das Ergebnis gefällt mir, als mich weiter mit ‚Markt-üblichem‘ Zeug herumzuärgern.

Meine persönliche Einschätzung anderer Kupplungen:

Fleischmann-KK: Unauffälliges Aussehen, ungewollte Zug-Trennungen, Ankuppeln nur mit Karacho – das war schon 1987 blöd. Man hätte bei der Fox Kupplung bleiben sollen.

Märklin-KK: Sorgt bei unzähligen Fabrikaten außer eben märklin für Entgleisungen. Die im Katalog 1985/1986 gezeigten KK-Prototypen (Seiten 108/109) wären vielleicht doch die bessere Lösung gewesen…

Roco-KK: Verbiegt sich allein vom skeptisch angeschaut werden. Zudem in grau = billiges Aussehen.

Roco-UK: Mit den breiten Greifarmen und dem halben Querbalken ästhetisch eine Katastrophe. Zudem grau = billig. Zuletzt stellte ich viele Fertigungs-Fehler fest – nicht meine Sache.

RiBu-KK: Eigentlich gar nicht schlecht. Allerdings ein bisschen breit, der Einbau erfordert höchste Konzentration. Meine drittliebste Kupplung.

RTS-KK: Ohne die Strom-Bleche eigentlich richtig perfekt, um mit der Modellbahn zu spielen, zu rangieren, lange Züge zu fahren. Wird aber so nicht mehr angeboten: märklin hat auf den RTS-Kopf den lästigen hauseigenen Kupplungsbügel draufgepackt, vermutlich der Vertrautheit für märklin-Kunden halber. Typisch kleingeistiges märklin-Gehabe, damit sind die DC-Bahner mal wieder raus. Eigentlich meine Lieblingskupplung. Mehr dazu hier.

US-Kupplungen: Nicht für die kontinental verwendeten KK-Mechaniken ausgelegt, zuviel Spiel, Kupplungskopf auf Höhe der europäischen Puffer – unpraktisch.

Die Liliput-KK ist eigentlich ziemlich klug erdacht. Man kann damit sanft einkuppeln, sie schaut relativ unauffällig aus, und ihr Sitz im Normschacht ist fest genug. In der Praxis fallen einem dann ein paar Macken auf, die sich zum Glück mit wenig Aufwand abstellen lassen. Und nicht jeder mag das, was alle Anderen haben.

Höhen-Verriegelung

Das größte Ärgernis der Liliput KK ist, dass eine Höhen-Verriegelung fehlt. Die Köpfe können sich aneinander nach oben verschieben, was zum Verkanten und anschließender Entgleisung führt.

So sieht das aus, wenn sich die Kupplungen aneinander hocharbeiten.

Dabei ist es doch so einfach, diesen Mangel abzustellen: Man befestigt einfach unter jeder Kupplung einen schmalen Streifen festes 0,5mm ‚dickes’ Plastik, der beim Einkuppeln unter die Kupplung gegenüber ragen wird. Zwei Tröpfchen Sekundenkleber reichen zum Fixieren aus.

Liliput-KK, links Original, rechts mit Höhen-Verriegelung.

Nach dem Durchtrocknen biegt man das herausragende Stück mit einer Pinzette etwa auf 45°, um beim Ankuppeln eventuelle Unebenheiten auszugleichen. Fertig.

Dank zweier kleiner Plastikplättchen bleibt die Verbindung stabil, trotz des Unterschieds.

Für die Fotos habe ich weißes Plastik verwendet, aber natürlich sollte man schwarzes nehmen, damit die Kupplung so nett diskret bleibt. Man erhält schwarze Kunststoff-Platten mit 0,5mm ‚Dicke‘ zum Beispiel über ebay für wirklich wenig Geld.

Liliput-KK: Die Arme ragen jeweils unter die andere Kupplung. So rollen auch geschobene Wendezüge unfallfrei durch S-Kurven…

Natürlich hätte Liliput / Bachmann dieses Element längst in den Formenbau übernehmen können, sodass dieser Minus-Punkt ab Werk abgestellt ist, aber längst nicht jeder respektiert Eingaben „von außen“.

Haken bleibt stecken.

Manchmal bleibt der Kupplungshaken nach dem Trennen der Fahrzeuge oben stehen. Das liegt daran, dass die Fertigung leider etwas schlampig arbeitet und manche ‚gebogenen Ecken‘ zu rund geraten. Der Bügel kann sich dann beim Hochklappen an den Kanten des Kupplungskopfes, die bis hinten zu den Klippsen reichen, verklemmen. Aber auch hier ist Abhilfe einfach: Man bricht diese Kanten einfach; mit einer feinen Feile streicht man pro Seite zwei-, drei Mal darüber, und der Bügel fällt sicher wieder herab. Das geht schneller, als ich es hier aufschreiben kann.

Schwimmhäute am Kupplungskopf.

Liliput / Bachmann hat die KK nach kurzer Zeit überarbeitet. Danach trägt der nach vorne zeigende Finger der Kupplung so kleine Schwimmhäute. Auch diese einfach mit der Feile nach unten streichend entfernen, dann bewegen sich die Köpfe ungehindert ineinander.

Nur für den Kontrast in weiß: Nochmal die Höhen-Verriegelung.

Fazit:

Ob sich die Mühe lohnt? Aber sicher. Die Liliput-KK ist eine nette Sache. Sie ist relativ unauffällig, und sie funktioniert ganz wunderbar, wenn man sich ihr widmet. Dass sich eine namhafte Marke wie Liliput / Bachmann in der Vergangenheit entsprechenden Tipps stur widersetzt hat, kann den Modellbahnern jetzt egal sein: Individualisten wissen nun, wie sie sich diese Kupplung erobern können. Viel Spaß! 🙂

Rocos lausige Lüfter der BR103.

Rocos Lok der BR103 haben oft ‚angeknabberte‘ Lüftergitter.

Von wegen „Einzelfälle“: Die Lüfter sind mehrheitlich ab Werk beschädigt.

Solange ich mich erinnern kann, sind die Lüftergitter von Rocos Modellen der BR103 an jeweils einem Ende zu grob vom Spritzling abgetrennt. Sobald einem das erst mal wirklich aufgefallen ist, nervt es umso mehr.

Es betrifft meiner Erfahrung nach alle Varianten der Serien-103, also auch auch als Lufthansa-Lok oder in verkehrsrot. Mehrfache Reklamation bei Roco über viele Jahre haben zu keiner Verbesserung in der Fertigung geführt. Dem Modellbahner bleibt da nur hartnäckiges Reklamieren und Aussortieren.

So sauber kann man bei Roco arbeiten. Zum Glück gibt’s die Silbernen einzeln.

Besonders originell-falsch ist Rocos Farbwahl im Fall des Modells 72394. Denn das Vorbild dieser 103 besaß beweisbar silberne Lüftergitter innerhalb einer graubraunen Fläche, wie das Vorbild-Foto beweist:

http://www.reisezugwagen.eu/wp-content/uploads/103-228-2-Mainz-20.6.951.jpg

Roco aber war so dusselig, nicht nur den Untergrund, sondern auch die Lüfter selbst RAL Graubraun einzufärben. Zum Glück lassen sich die Lüfter einfach von innen herausdrücken und neue Gitter in silbern als Ersatzteile besorgen (Roco 95125). Das Ergebnis sieht dann auf jeden Fall sauber aus. Und stimmig.

Roco 72394 vorher – nachher. Nachher gewinnt, weil echt.

N-Bahner haben da weniger Glück: Für das Label Fleischmann wurde eine 103 mit gleicher Farbe und Loknummer aufgelegt. Und mit demselben Fehler, wie auf der Website zu sehen ist:

https://www.fleischmann.de/de/product/224925-103-0-0-0-0-0-002002-1/products.html

Leider besteht das Gehäuse hier aus einem Teil; das möglicherweise erwünschte Umfärben der Lüftergitter sollte man nur exzellenten Airbrush-Spezialisten antragen.

Piko Pimping BR 150 51640 Bundesbahn

Das ‚Dickschiff‘ der Bundesbahn, die BR150, ist Piko wirklich gut gelungen. Dieses Modell zählt längst zu meinen Lieblings-Loks. Aber wie so oft bei Piko haben sich ein paar Fehler eingeschlichen; zum Glück kann man die allesamt beheben.

1. Lüftergitter

Die Lüftergitter sahen bei der Bundesbahn immer silbern aus, oder grau, nach vielen Jahren. Vermutlich wegen eines unglücklich ausgewählten Vorbildfotos hat sich Piko für beige entschieden, was den Eindruck der Lok schon verändert. Die Lösung ist einfach, denn die Lüfter lassen sich von innen nach außen herausdrücken. Entweder mit Airbrush nachlackieren, etwa in RAL 9006 ‚Weißaluminium‘ oder aber ab Werk sauber lackierte silberne Lüftergitter einstecken. Zwölf Stück braucht man, dazu bestellt man sich zweimal den Beutel ET51748-24, und nach wenigen Minuten sieht die 150 so aus, wie es sich gehört.

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=26559&vw_name=detail

Mitte rechts ein letztes fehlfarbenes Lüftergitter. Eigenartiges Versehen.

2. LED

Glühlampen leuchteten zu Bundesbahn-Zeiten keineswegs mit einem rosa Stich. Bei dem, was Piko sich da einbauen lässt, kann man entweder nur resignieren, oder besser kurzen Prozess machen und die Dinger rigoros austauschen. Vorbildtreue betrifft schließlich auch das Licht. Sechs der hier üblicherweise genannten SMD LED finden in der 150 ihren Platz, und schon wirkt ihr Licht so, wie man sich das für eine Bundesbahn-Maschine vorstellt.

https://www.railroad24.com/de/10x-smd-led-0603-goldweiss.html

Die im Bild obere LED ist neu. Bei ruhigen Händen kann man diese Winzlinge zügig austauschen.

3. Stromabnahme

Pikos 150 nimmt den Strom anstelle von allen zwölf Rädern nur von acht auf. Es ist nicht zu fassen, als hätte es den früheren Frust der „Gleichstrom-Bahner“ nie gegeben. Ich habe also einfach von einem Achskontakt die einzelnen Schleifer abgetrennt und pro Seite einen auf das vorhandene Metallstück draufgelötet. Die 103 von Piko brauchte auch noch welche… Mit der Pinzette etwas zurechtbiegen, funktioniert. Nun muss ich noch einen geschmeidigen Federtyp finden, der die Mittel-Achse sanft und beharrlich auf die Schienen drückt.

Mittig erkennt man den kleinen Zusatz-Kontakt. Der hilft und funktioniert wirklich.

https://www.ebay.de/itm/10x-Radschleifer-Achsschleifer-Waggonbeleucht-Stromabnehmer-Schleifer-H0-und-TT/113648938002?hash=item1a76012c12:g:uLcAAOSwXaRZ8ymi

4. Motor

Motor? Ja, Motor. Ganz sicher bin ich wieder mal „der Einzige“, dem reihenweise aktuelle Piko-Motore kaputtgehen. Bis jetzt sind es zwölf, in manchen Loks sogar mehrfach vorgekommen, und still counting. Fast ausschließlich betrifft es die neueren Motore mit dunkel gefärbtem Gehäuse. Piko ist zwar so nett und tauscht diese Dinger ohne zu Zögern aus, aber sie gehen – meiner Erfahrung nach – schnell wieder kaputt. Zudem haben zwei dieser Motore ihre jeweiligen Decoder gleich mit ins Nirvana genommen. Wer ersetzt mir die? Inzwischen sehe ich das so: Für jede neue Piko-Lok brauche ich nicht nur einen Decoder sondern auch einen soliden Motor, um unschöne Überraschungen auszuschließen. Und so einen Motor gibt es schon für zehn Euro, den Motraxx FFK-265. Wie bitte?

https://www.conrad.de/de/p/mini-brushed-elektromotor-motraxx-ffk-265-10000-u-min-235306.html

Tja, Piko hätte vielleicht bei Bewährtem bleiben sollen: In Pikos Gleisplan-Buch warb eine Firma namens ‚Motraxx‘ für ihre Modellbahn-Motore. Diese Motore gibt es auch immer noch zu kaufen, allerdings nicht in Piko-Loks. Dafür bei Conrad, und auch nur dort.

Oben der Motraxx-Motor wie aus der Box, unten Pikos „Original“-Motor.

Für gerade mal zehn Euro erhält man einen kräftigen Motor, der in Pikos Loks hineinpasst und dessen Einbau viel einfacher geht, als ich zu hoffen wagte. Inzwischen habe ich acht Piko-Loks mit diesem Motor umgebaut, und ich bin zufrieden.

  • Motraxx Motor vorbereiten: Wellen vergleichbar kürzen. Litzen, jeweils 3cm lang, mit sehr flachen (!) Lötstellen an die Kontakte anlöten und diese dann in ihre Vertiefungen drücken.
Gekürzte Motorwelle links, dazu angelötete Litzen. Rechts der Piko Motor.
  • Lok demontieren und Kabel zum Piko Motor ablöten.
So sieht Pikos 150 von innen aus, die Litzen orange und grau sind bereits frei.
  • Piko Motor ausbauen und mit einem Schraubendreher die Schwungmassen losdrücken.
Das geht wirklich so einfach – in Pikos Fall.
  • Schwungmassen auf die Welle des Motraxx Motors drücken, Sitz dabei mit Lokrahmen abgleichen.
  • Aufnahmen für Kardanwellen mit gutem (!) Sekundenkleber in die Schwungmassen einkleben.
  • Zwei dünne Streifen Zellkautschuk unten um den Motor kleben (dämpft die Vibrationen und fixiert den Motor) und die beiden Kontakte ebenfalls mit solchen Streifen elektrisch iolieren.
Dünne Streifen Zell-Kautschuk dämpfen Vibrationen und fixieren den Motor.
  • Motraxx-Motor in beide Kardanwellen einhängen. Das ist etwas fummelig. Den Motor mit dem Daumen sanft bis auf den Boden in den Rahmen pressen, dabei leicht an den Schwungmassen drehen, damit alles frei beweglich bleibt. Wenn dennoch etwas schleift, mit dem Schraubendreher die Schwungmassen nachjustieren; das mag archaisch klingen, funktioniert aber.
  • Kabel nach oben führen, testhalber anlöten und wenn Licht und Fahrtrichtung übereinstimmen, Kabel sauber verstauen (nichts darf an der Schwungmasse schleifen!), Plastik-Rahmen aufsetzen, festschrauben und das Lokgehäuse wieder aufsetzen.

Fertig. Fazit:

Das klingt alles nach viel Aufwand. Andererseits ist es genau diese Lok-Variante, die ich mir über Jahrzehnte vergeblich von Roco erhofft hatte. Da kann man schon mal etwas Mühe investieren, und jetzt bin ich rundum happy.

Was Epoche-4-Bundesbahner wirklich haben wollen, dafür hat man bei Roco nur selten ein Gespür. …und meine 150 von Piko besitzt im Gegensatz zur ursprünglich georderten Roco-150 keinen überdeutlichen Fingerabdruck im Lack…

Minitrix auf Ikea Vol.3 ☺️

Nur 200x60cm und doch viel Betrieb in Spur N, hier auf Minitrix Gleisen.

Eine kompakte Anlage im N-Maßstab mit vielen Fahrmöglichkeiten für lange Züge (ICE…)

Als Tipp kurz vor Weihnachten: Ikea offeriert in der Serie Linnmon eine Tischplatte mit den Abmessungen 200x60cm. Darauf lässt sich im N-Maßstab eine recht imposante Modelleisenbahn aufbauen. So ein ‚Brett‘ lässt sich auch dauerhaft zwischen Sofa und Wand aufstellen – zum Spielen kniet man einfach auf dem Sofa. Das hält beweglich. 😀 So findet das Hobby wirklich mitten im Leben statt, nicht irgendwo versteckt auf dem Dachboden oder im Keller.

Nur aus Gewohnheit habe ich die Gleise von Minitrix verwendet. Mit denen komme ich zurecht. Unter dem Logo Fleischmann bietet auch Roco zwei N-Gleissysteme an.

https://www.ikea.com/de/de/p/linnmon-adils-tisch-schwarzbraun-schwarz-s49001965/

Mit diesem Konzept kommen viele Vorteile der Jetztzeit zusammen: -> Ikea gibt es fast überall, man kann sich also ‚mal eben schnell‘ eine solide Grundplatte besorgen. Auf der stabilen Platte rollt auch langfristig eine moderne Spur-N Modellbahn. -> Dank der allgegenwärtigen Digitaltechnik ganz wunderbare Fahreigenschaften zeigt. -> Wer beschenkt wird oder sich auf dem Gebrauchtmarkt eine schöne Garnitur findet, kann alles das auf den klassischen Minitrix Gleisen fahren lassen, und zwar richtig großzügig. -> Und wenn man umziehen muss, ist die Anlage kompakt genug, um unfallfrei in die neue Behausung transportiert zu werden. Und setzt dort sein schönes Hobby unverändert fort.

Passende Gebäude-Bausätze von Faller, Kibri oder Vollmer kann man sich nach und nach zusammenkaufen, Landschaftsteile und Grasmatten zum Beispiel von Busch oder Noch lockern die Gestaltung auf. Feine Figuren gibt’s bei Preiser, weniger feine, dafür originelle Figuren bei Noch.

So kompakt ist die Spur N gehalten, sie hat sich auch qualitativ längst bewährt. Hier ein Fleischmann-ICE1 Triebkopf auf einer Compact Disc.

Oben in der ‚Delle‘ könnte eine Burg-Ruine angedeutet werden, links die drei Abstellgleise sind für einen Lokschuppen vorgesehen, und an den Bahnsteigen können überzeugend lange Garnituren halten. Die beiden Eingleiser oben rechts können optisch als normale BAhnübergänge Die genauen Artikelnummern finden sich im PDF, die Stückliste darunter.

Viel Spaß beim Modellbahn-Spielen, zum Beispiel in Spur N. 🙂