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Als Roco noch Qualität kannte… BR 110 43392

Es war 1993, als die Firma ‚Roco‘ eine (fast) rundum brandneue E-Lok der BR 110 vorstellte. Dieses Modell war schwer beeindruckend, in jeder Hinsicht.

Im Bild die spätere Version als ‚E 10‘.

Damals ging Roco schon seit Jahren den konsequenten Weg Richtung ‚edel‘. Die Qualität der Lackierung wurde ständig verbessert, die Motore neuerdings überdreht, und sinnvoll eingesetzter Zinkdruckguß ersetzte weitläufig den zuvor im Fahrgestell verwendeten Kunststoff. Sogar die Beleuchtung war im analogen Betrieb schön zu erkennen, wenigstens in den vier unteren Lampen.

In Summe wurde 1993 mit der BR 110 ein echtes Schmuckstück ausgeliefert, das nicht nur beeindruckte, sondern immer wieder aufs Neue Freude bereitete. Konstruktions- und Fertigungs-Qualität überzeugen bis heute.

Heavy Metal – das konnte man bei Roco mal. Daaamals.

Vor allem das auffällige Gewicht der Maschine entsprach so gar nicht dem Vorurteil, das vor allem sture märklin-Fans den Loks von Roco entgegenbrachten. Die Erklärung zeigte sich unter dem Dach, im Wortsinn: Ein zusätzlicher Metalldeckel füllte den Luftraum aus; wie schon bei Rocos V200 aus 1984(!).

Interessant, dass man Piko auf Derartiges erst wegen recht leichter Loks hinweisen musste, bis schließlich die 181.2 ähnlich ausgestattet wurde…

Diese exzellent lackierte 110 in ihrem (womöglich falschen) Kobaltblau und lautlosem Antrieb war eine Sensation, für mich zumindest. Damit zu spielen war und ist eine Offenbarung, und die Lok zieht ordentlich was weg, vor allem mit Haftreifen, die nicht von Roco stammen… ☺️

Ein Decoder passte ebenfalls in die Lok; die Schnittstelle verbarg sich auf der Platine, der Decoder wurde in einer Ausstausch-Wanne zwischen den Drehgestellen untergebracht. Besser wäre natürlich eine versteckte Unterbringung oben im Rahmen vor dem Motor gewesen, klar.

Heutzutage liefert Roco in seinen Loks vor allem viel Luft mit; Decoder, Lautsprecher und Kondensatoren brauchen Raum, verständlich. Aber warum man sich nicht an die guten Ideen der Vorgänger im eigenen Laden erinnert und die Loks per Metall-Einsatz so schwer wie möglich konzipiert, das lässt sich nur mit Unwissen, Gleichgültigkeit oder Geiz erklären. Alles ärgerlich.

Kritisieren könnte man bei der ’93er Version die schwache Illuminierung der oberen Spitzenlichter, aber das war man von Roco eigentlich gewohnt. Was mich aber wirklich überraschte: 1990 spendierte Roco der nagelneuen E41 wunderschöne Drehgestellblenden, die besonders tief durchgestaltet, die E41 besonders „echt“ aussehen ließen. Die 110 und ihre Artverwandten aber ließ man mit Drehgestell-Blenden aus den 70er Jahren davonkommen, die lediglich vor den Rädern angebracht sind – das ist bis heute der Fall. Allein die E10.12 für den damaligen Roco Club erhielt neue Blenden; dies allerdings bedurfte eines (erfolgreichen) Komplotts. 🙂

Rocos damalige Schnittstelle – drei Fragen.

Rückblickend fragt man sich schon, was Rocos Entscheider Anfang der 90er Jahre bewogen hat, die Schnittstellen-Thematik derart umständlich zu gestalten.

  1. Schon damals hätte Roco dämmern müssen, dass man nicht eine, sondern zwei Zusatz-Funktionen braucht. Denn Lokomotiven aus europäischen Landen besitzen überraschend oft (Ironie, mkay?) beidseitig Schlusslichter, die man seitenweise abschalten möchte. Die achtpolige Schnittstelle war also schon 1993 wie Fahren mit angezogener Handbremse. Und Decoder mit diversen Zusatzfunktionen hatte Lenz bereits Ende der 80er Jahre für märklins ‚Hamo‘ BR 86 gefertigt, die Technik war also entwickelt. Und sowas Unfertiges lässt man auch noch international normen!
  2. Der Stecker hätte von Anfang an direkt auf dem Decoder befestigt sein müssen, wenigstens für die vielen Diesel- und Elektroloks mit Standard-Platinen, vor allem: Verdrehsicher! Das wäre praktisch gewesen und hätte vielen Modellbahnern vielerlei Frust erspart.
  3. Die Glühlampen waren so ein spezielles Roco-Thema; viel zu lang nahm man auf Analog-Bahner Rücksicht und steckte Lampen für 12 Volt in die Loks. Während es die Musik-Branche mit cleverem Marketing schaffte, ganze LP-Sammlungen komplett gegen CDs auszutauschen, sorgte sich die Modellbahn-Branche um vergrätzte Kunden, obwohl deren Investitionen erhalten und sogar aufgewertet wurden. Sehr kleingeistig – und vor allem bequem: „dann kommen die wieder und sagen…“. Man hätte vielleicht aus den Reklamationen bei Arnold-N seit 1988 lernen können, deren Nutzer sich zu oft über eingeschmolzene Dächer beklagten. Auch dort schwieg man zu dem Thema, vermutlich Angst-getrieben, die Kunden könnten ‚digital‘ kompliziert oder unnötig teuer finden. Besonders ärglich war, dass Roco trotz vieler Hinweise über Jahre im Katalog verschwieg, dass Lämpchen, die ohne Decoder direkt vom Gleis versorgt werden, sicherheitshalber für 24V ausgelegt sein sollten. Und ja, Loks mit Decoder bekommen 16V oder 19V Lämpchen. Oder, heute zumindest, warm- oder goldweiße LED. Fleischmann dagegen hat das Thema im Katalog einfach beschrieben – mit klaren Angaben.
Verschweigen einer Info sorgt für verbogene Dächer; Roco Katalog 2000/2001.

Wer also eine Roco 110 oder Ähnliches aus dieser Generation besitzt kann sich wirklich glücklich schätzen. 🙂

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Endlich: Solide Haftreifen für Roco Loks.

Seit den 90er Jahren verwendet Roco Haftreifen, die binnen kürzester Zeit zerbröseln – und es ist ihnen bis heute völlig egal; trotz aller Kritik. Jetzt gibt es Abhilfe.

Schicke Schlappen für Rocos BR101 (links) und BR110 (rechts).

Die Firma KaModel aus Tschechien produziert laut Prospekt 185 (!) verschiedene Sorten an Haftreifen, für N, TT, H0, 00 und G. Natürlich für alle großen, namhaften Hersteller.

In verschiedenen Tabellen mit Abgaben zu Lok-Modellen lässt sich auf der Website der passende Satz Haftreifen herausfinden.

Da sollte sich für jede Lok Passendes finden.

Probehalber habe ich mal zwei Tütchen geordert; zwei meiner Roco Loks waren besonders eifrige Haftreifen-Schinder: Eine BR 110 und die erste BR 101. Zwölf Haftreifen inklusive Porto für rund zehn Euro. Für mich in Ordnung, ich habe schon deutlich mehr Geld für Unsinnigeres ausgegeben… ☺️

Kurz: Passt. Die Qualität wirkt solide, Durchmesser und Dicke der Haftreifen entsprechen einwandfrei den Nuten in den Rädern.

Rocos BR110 und Artverwandte können jetzt wieder fest zub…greifen. 😉

Ich habe beim Probe-Betrieb den Eindruck, dass die Loks jetzt mehr ‚Grip‘ haben (Formel 1 lässt grüßen) , als mit den glatten Plastik-Ringen von Roco.

Auch für meine erste 101 aus 1996 gibt es neue Haftreifen.

Amüsant war beim Austausch, dass auch der letzte verbliebene originale Roco-Haftreifen beim Abheben in viele kleine Stücke zersprungen ist. Wieviel Frust hat diese Ignoranz der Österreicher wohl schon bei Modellbahnern weltweit verursacht… Vielleicht sollte Roco die Haftreifen bei KaModell einkaufen. ☺️ 

Hier ein Link direkt zu den Roco-kompatiblen Haftreifen (im Link steht Brawa, man landet aber bei Roco. Isso.)

https://www.kamodel.com/dh/ho/879-empfohlene-nicht-original-haftreifen-fur-brawa-ho-lokomotiven6-stuck.html

Website allgemein für Haftreifen:

https://www.kamodel.com/dh/13-haftreifen

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Pimp Your ‚Bau Spiel Bahn‘ von Fischer Technik! 😀

Fischer Technik bot Anfang der 80er Jahre eine Spielbahn an, deren knallrote Züge auf Fleischmanns Messing-Gleisen unterwegs waren. Später diente diese Bahn übrigens als Inspiration für Fleischmanns ‚Magic Train‘.

Mich interessieren ja alle möglichen Sorten von ‚Modell‘-Bahnen, schon als Kind war ich so drauf. Das Konstruktion-System von ‚Fischer Technik‘ war sowieso schon mein Ding, und dazu gab es 1980 eine Eisenbahn – die wurde sofort gekauft. Es muss also nicht immer Lego sein, darf es aber natürlich auch: 

Die meisten meiner damaligen ‚BSB‘ Fahrzeuge sind vermutlich in meiner ‚Lego-Persiltonne‘ (wer hatte die nicht?) verschollen; die muss ich mal durchwühlen… ☺️

Super-robust, alle Teile einzeln austauschbar.

Gebrauchte und neue BSB Züge werden immer mal wieder angeboten. Bei der größeren Dampflok griff ich dann zu – und entwickelte sofort Gedanken, wie das gute Stück technisch gepimpt werden könnte. Die Konstruktion wirkt auch tatsächlich so, als habe man sie schon damals wohlwollend für Rauch und Licht vorbereitet. Denn sonst wäre der Umbau nicht so einfach.

Gedankenspiel: Mir machen solche ‚Spielzeug‘ Züge wirklich Spaß. Es ist eine bereichernde, interessante Erfahrung, sich mal von den Stricken der perfekten Modellbahnerei zu lösen und mit solchen ‚Spielzeug‘ Zügen durch die Gegend zu fahren. Nein, man fühlt sich dabei nicht wirklich wie ein Kind, schließlich bleibt einem das eigene, erwachsene Bewusstsein ja erhalten. Ne? Aber man gewinnt einen anderen Blick auf die Welt.

Wie ungewöhnlich hier Lösungen umgesetzt werden, dass die Lok sogar auf Roco Line fährt, dass sogar ein Sounddecoder in die Lok passt…

Viele Menschen sind inzwischen sehr verbissen, auch in Bezug auf ihr Modellbahn-Hobby; mit Lebensfreude hat das alles nichts mehr zu tun.

Kein Wunder, dass derzeit Ausmalbücher für Erwachsene sehr erfolgreich sind. Einen ähnlichen Effekt haben Spielbahnen, wie eben die hier gezeigte Bau-Spiel-Bahn, weil sie der eigenen Fantasie freien Lauf lassen.

Übrigens, es gab auch eine Schiebe-Bahn von Fischer Technik. Die finde ich bestimmt eines Tages wieder. 😁

Der Raucherzeuger versteckt sich etwas, arbeitet aber sehr zufriedenstellend. 🚂💨

Tipp für märklin-Fahrer: Als Schleifer empfiehlt sich ein Roco-‚Flüster‘-Schleifer, weil sich dessen Schleifstück einfach austauschen lässt, auch wenn der Sockel fest verklebt wurde. Der Betrieb ist meiner Erfahrung nach auf dem C Gleis möglich. Da die Spurkränze aber überraschend fein geformt sind, bezweifle ich, dass es diese Lok über Weichen der K- und M-Gleisen schafft.

LED im Spielzeug der 80er, sehr modern! 😁

Material:

  • 3x 3mm LED orange-gelb, 19V
  • 1x Raucherzeuger Seuthe Nr. 23 (!)
  • 1x (Sound-?) Decoder, am Besten mit Platine zum Aufstecken. 

So geht’s: (Kabelfarben werden hier nach NEM beschrieben)

Schaut wüst aus, funktioniert aber. 😉
  • Decoderplatine mit Doppelklebeband auf dem Motor festkleben 
  • In die Stecker der Stromkontakte die Kabel rot und schwarz einschrauben, gekürzt natürlich. 
  • In die Stecker für den Motor die gekürzten Kabel grau und orange einschrauben.
  • Die braunen Kabel für den Lautsprecher kürzen und mit Schrumpfschläuchen sichern. Den Lautsprecher mit zwei kleinen Klecksen Sekundenkleber-Gel vorn im Rahmen fixieren.
  • Auf gleiche Art die Kabel für den Rauchentwickler kürzen und an die Kabel grün und blau anschließen.
  • Jetzt wird es etwas fummelig: Die gelben LED außen (!) in den Lampen-Öffnungen positionieren und ihre Drähte in Reihe verlöten. An die gekürzten Kabel weiß und blau anschließen, dabei ausprobieren, welches Kabel an welches Ende, ne? 😉
  • Anschließend die LED als Einheit herausnehmen und von innen in das Gehäuse drücken. Mini-Kleckse Sekundenkleber-Gel fixieren sie dort. Die obere LED wird immer etwas weiter innen bleiben. 
  • Nun das Gehäuse aufsetzen, dabei den Rauchentwickler schräg in den Schlot einführen. Dort bleibt er auch ohne weitere Befestigung. 
  • Lok zusammenbauen, dabei die typische Figur platzieren. Sollte die Lok neu oder lange nicht gefahren sein, sollte man die beweglichen Teile minimal mit einem Teflon-Schmiermittel benetzen.
  • Lok auf die Gleise stellen, Decoder auslesen, nach Wunsch programmieren: Und Spaß haben. 
Auswuchts-Gewichte für „mehr Power!“. 💪🏻

Tipp: Wenn die Gewichte in den ‚Wasserkästen‘ fehlen, und das tun sie eigentlich immer, setzt man kleine Gewichte zum Auswuchten hinein, wie man sie online kaufen kann. Jeweils sechs passen in ein Seitenteil. Dann bekommt die Lok ordentlich Gewicht und Zugkraft.

So entspannt kann man mit Zügen spielen; ideal zum Spielen mit der BSB eignen sich die Trix C Gleise. 🙂👍🏻

Fischer Technik auf Trix C Gleis… Da staunen die ‚Modellbahn‘ Waggons nebenan.
‚model railroading is fun‘. Daran sollten sich so einige Zeitgenossen mal erinnern… ☺️

👉🏻 weiterführende Weblinks zur Bauspielbahn:

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„Warum kaufen die Leute noch Lenz-Standard Decoder?“

Echtes Zitat eines Mitbewerbers. Man sieht: Entspannte Spielbahner werden in der Branche oft vergessen – oder belächelt. Aber wer so eine Frage stellt, der lässt außer acht, wie die weitaus größte Anzahl der Modellbahner tickt. Die wollen nämlich nur: Spielen.

Der Lenz Standard Decoder. Foto (c) Lenz Elektronik.

Der Chef eines Elektronik-Anbieters (Hinweis: natürlich NICHT ‚Lenz‘ 🙄) erklärte vor einiger Zeit, er erwarte, dass man sich seine Produkte „erarbeite“. Im Smartphone-Zeitalter drückt diese Aussage nur aus, wie wenig man von der heutigen Denke der Menschen verstanden hat. Und wie rücksichtslos man potenzielle Kunden der eigenen Sturheit aussetzt.

Die Zeiten, in denen man sich notgedrungen ewig lange mit umständlicher Technik herumgeschlagen hat, sind vorbei. Wem eine App nicht gefällt, der löscht sie eben, per Fingertipp. Ähnlich, wenn einen das Digitalsystem nervt: Das stellt man dann bei Ebay ein. ‚Fott damit.‘ Das sind die heutigen Zeiten.

Die Decoder von Lenz namens Standard, Silver und Gold haben gegenüber Esu und Uhlenbrock einen gravierenden Vorteil: Sie sind direkt beherrschbar. Die Anleitungen sind klar formuliert, die paar Sonderfunktionen unmissverständlich beschrieben. Aus der Schachtel heraus bewirken die Lenz Decoder bei den meisten mir bekannten Lokomotiven wirklich schöne Fahreigenschaften, ausprobiert habe ich Loks von Fleischmann, Lima / Rivarossi, märklin / Trix, Roco und Piko.

Außerdem kann man seine Kabel weiß, gelb, grün und violett auch für die Lichter in Personen- oder Steuerwagen verwenden – und das für rund €20.-. Made in Germany.

So haben auch Modellbahner mit nur wenig Zeit jedesmal ein Erfolgserlebnis, wenn sie eine DC-Lok mit einem Lenz-Decoder umbauen. Und auch diese Kunden wollen ernstgenommen werden.

Ja, die Lenz-Decoder bieten weniger Komfort-Funktionen, als Decoder der Mitbewerber, aber das, was sie können, ist direkt erreichbar. Sie erfordern keine Nachfragen. Dazu kommt die angenehme Lastregelung, die die Motore nahezu lautlos und höchst geschmeidig ansteuert. Mit niedrigerer Mindestgeschwindigkeit wäre dieser Aspekt fast perfekt. 😉

Der Dünkel, mit dem sogenannte Fachleute, auch selbsternannte, auf normale, ’spielende‘ Modellbahner herabschauen, ist oft schwer erträglich. Offenkundig nimmt man den Frust der Kunden billigend in Kauf. Dabei liegt die Ursache dafür tatsächlich auf der Seite der Entwickler; es sind ja nicht die Modellbahner ‚zu blöd‘, sondern das Produkt ist zu kompliziert.

Natürlich könnte man auch hoch-komplexe Produkte so komfortabel konzipieren, dass die Kunden binnen Sekunden ihr Ziel erreichen. Dafür müsste man aber bereit sein, sich mit Respekt in die höchst unterschiedlichen Gegenüber zu versetzen. Man vergleiche Smartphones mit nervigen Windows-PCs.

Zum Beispiel soll der  Programmer von Esu die Sache eigentlich vereinfachen. Aber weil die Software nullstens intuitiv konzipiert ist, bin ich immer wieder auf Erklärungen durch Fachleute angewiesen, die tagtäglich mit dieser Materie zu tun haben. Und auch die sind manchmal überrascht, was alles wie zu programmieren ist.

Ähnlich bei märklins USB Programmer findet der Kunde bei ESU eine völlig undurchschaubare Bedienoberfläche vor, die man sich „erarbeiten“ müsste. Das ist nicht zeitgemäß – und es nervt mächtig. 

Man könnte natürlich Lok- oder Waggon-spezifischen Pre-Sets zum Aufspielen anbieten, aber dadurch könnten sich die oben Genannten ja beleidigt fühlen. Also muss der Normalo-Bahner immer wieder neu herumprobieren, obwohl inzwischen 20 Jahre Erfahrungen mit dem Gerät vorliegen. 

Da sollte sich in der Schwarm-Intelligenz der eigenen Zielgruppe eigentlich so Einiges finden lassen. Gerade märklin könnte die Bedien-Oberfläche des Programmers sehr intuitiv konzipieren – derzeit ist sie eher was für Nerds. 

Und um genau diesem potenziellen Frust vorzubeugen kaufen viele Menschen bevorzugt Produkte, die mit wenig Aufwand zum Ziel führen. Und das ist bei den Lenz-Decodern der Fall. 

Und solange die Anbieter der ‚elaborierten‘ Systeme die Bedienung absichtlich kryptisch halten, kann man die oben gestellte Frage beantworten mit „weil Lenz Decoder Spaß machen, ohne an den Modellbahner zu große Ansprüche zu stellen.“ 👍🏻

Und das ist auch gut so. ☺️

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Märklin Startset 29730 mit Fake-Lego. Mir macht’s Spaß! 🙂

Original-Abbildung (c) märklin.

Manche Weihnachtsgeschenke haben es in sich. Da ist das anstehende Essen plötzlich völlig egal. Oder der traditionelle Film. Jaja. Nachher. (Nachher = 25. 12..)

Im Grunde eine sensationelle Idee, zwei Spielzeug-Klassiker miteinander zu verbinden. märklin als Modellbahn-Marke, und dazu … nein, kein Lego. Sondern ein Nachahmer-Produkt (was Lego laut Wikipedia streng genommen ursprünglich ebenfalls gewesen ist), Klemm-Bausteine der Marke ‚Stax‘. Mehr dazu gibt es hier: https://www.light-stax.de

Ich war mehr als neugierig, zu erfahren, wie man sich diesen System-Mix vorgestellt hat.

Im Set findet man ein Gleis-Oval märklins inzwischen klassischem C-Gleis, dazu drei Fahrwerke für zwei Waggons und eine Lokomotive. Außerdem einen eigenartigen Steuerknüppel, den märklin völlig humorlos „Power Control Stick“ nennt („Mehr Power!!“ 😆). Dazu, natürlich, drei Tütchen mit Klemmbausteinen, schön sortiert, um den Zug nach Zug aussehen zu lassen.

Echte Lego-Figuren sitzen auf nachgemachten Noppen. Funktioniert. 🙂👍🏻

Schon beim ersten Prüfen der Bausteine nimmt man einen Unterschied zu Original-Lego wahr. Die Stax Bausteine wirken weniger hochwertig, als bei Lego, in ihrer Form, aber eben auch farblich. Später nachbestellte Original-Lego Steine in Limonengrün (!!😁) zeigten diesen Unterschied überdeutlich.

Dennoch, spielen kann man damit natürlich. Und wer es als Label-Queen oder -King ganz genau nimmt, kann die beiliegende Bausteine durch Lego-Originale ersetzen. Das geht am Einfachsten im Lego-Shop ‚Pick A Brick‘: https://www.lego.com/de-de/page/static/pick-a-brick

Tatsächlich passen die ‚echten‘ Lego-Steine ganz exakt auf märklins ‚Noppen-Oberfläche‘. Man fragt sich schon, warum märklin nicht einfach ein Joint-(Ad)Venture mit Lego verwirklicht hat. Das Produkt hätte sich in beiden Lagern gut verkauft. Aber dann hätte das Lok-Fahrwerk nicht so labberig sein dürfen, das ist auch klar. Und bei märklin zieht man sich ja seit jeher in ein eigenes Lager mit eigenen Gesetzen zurück, ‚König der Provinz‘ nennt man das auch.

Neben den normalen Bausteinen findet man spezielle Light-Stax Elemente. Diese besitzen elektrische Verbindungen, die beim Zusammenstecken in Kontakt kommen. Ein dickerer Steuerbaustein kann die Spitzen- und Schlusslichter leuchten lassen oder einige Licht-Effekte zeigen – ob Kinder das wirklich toll finden?

Mein Baustein war jedenfalls direkt aus dem Karton defekt. Auf meine Reklamation am 27.12. folgte – keine Reaktion seitens märklin, und auch auf spätere Nachfrage bekam ich bis heute keinen Ersatz. Das ist schon ein bisschen doof. 

Aber auch das Konzept an sich erschließt sich mir nicht, denn immerhin besitzt das Lok-Fahrwerk einen vollwertigen Digitaldecoder mit Lastregelung und der Anmeldefunktion mfx. Seine vier (?) schaltbaren Funktionen ließen sich in logischer Konsequenz auch für eine Baustein-Bahn nutzen. Wozu also ein separates System aufsetzen? Notgedrungen ignorierte ich alle Stax-Besonderheiten und betrachtete alle Bausteine als genau das: Bausteine. Die Bahn macht natürlich trotzdem Spaß.

Im Prinzip. Gut, meine Lok fuhr sowieso erstmal nicht, dazu weiter unten ein zuvor einzeln veröffentlichter Text. 

Aber als der kleine, ungewöhnliche Zug dann doch unterwegs war, kreuz und quer über meine C- und sogar M-Gleise, musste ich zufrieden grinsen: Modellbahn und Klemmbausteine ergeben eine drollige Gute-Laune-Mischung! Davon möchte man mehr… Die Bedienung des Power Dingens macht so semi-Spaß, aber mit einer Mobile Station 1 oder 2 oder gar einem reinen DCC Steuergerät ist das Set eine feine Sache.

In der Anmutung an märklins Spur-0e Klassiker ‚Minex‘ angelehnt hat der Baustein-Zug den gleichen Größen-Nachteil. Denkt man so.

Baustein-Zug in ‚H0‘ Größe.

Weil, wie ab Werk gemeint passen die hohen Fahrzeuge nicht unter herkömmliche H0-Fahrleitung. …passen sie nicht? 💡 Das kann man ändern! Genau hier kommt der Vorteil von Leg… Klemmbausteinen zum Tragen.

Ich habe meine Fahrzeuge einfach weniger hoch neu aufgebaut. Wer in seiner Kindheit ebenfalls mit Lego (diesmal aber wirklich!) gespielt hat, der kennt die Tricks. 😉

Alles aus den beiliegenden Teilen gebaut.
Sieht für mich mehr nach ‚Lok‘ aus, als der Werks-Entwurf.

Das Führerhaus ähnelt mit Absicht dem Lego-Klassiker ‚133‘. Diese Satelliten-Schüssel an der Front wird noch durch Passenderes ersetzt (siehe Pick A Brick).

Die Waggons sind einfach ‚tieferzulegen‘; dafür braucht man keine Anleitung. Man behält dabei soviele Steine übrig, dass zwei weitere, leere Waggon-Fahrgestelle im Modellbahn-Fachhandel plus ergänzende Lego (!) Steine im Lego Store vor Ort gekauft werden könnten…  

Waggon Nr. 1 an H0 angeglichen…
…und Waggon Nr. 2. 🙂

Laut Norm hängt eine Modellbahn-Oberleitung minimal 6,2cm über Schienen-Oberkante, maximal 7,3xm. Eine Musik-Cassette ist exakt 6,38 cm hoch.

Alles moderne Klassiker, in jeder Hinsicht. ❤️

Laut meinem launigen Foto könnte die Lok also gut auf professionellen Anlagen unterwegs sein – das muss man natürlich vorsichtig auf der eigenen Anlage ausprobieren. Notfalls entfernt man den Schnickschnack vom Dach. …dem der Lok natürlich. 😌

Klemmbaustein-Waggons und märklins BR 74 vertragen sich. 🙂

Derart angeglichen kann man diese Baustein-Fahrzeuge prima mit seinen normalen märklin-Zügen kombinieren; Radsätze und Kupplungen sind bekannte märklin-Bauteile. Und ja, das kann viel Spaß machen.

Leider hat märklin nahezu das komplette Baustein-Projekt aus dem Sortiment genommen. Auch die Ergänzungs-Waggons ‚Post‘, drei-in-eins und ‚Disco‘ sind entschwunden; allein der Flachwagen mit Noppen 44734 ist nach wie vor erhältlich. Gut, die Lok hätte wirklich solider (und kürzer) konstruiert sein können. Aber märklins Baustein-Bahn ist eine nette, liebeswerte Neu-Interpretation der märklin-Bahn. Ich finde, dieses Konzept hat mehr Aufmerksamkeit verdient.

Mehr Infos über diese Produkte auf märklins Website; wenn man dort nach unten scrollt findet man die Ergänzungen: https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/29730

Nachtrag 1: Original-Lego ist schöner, als die Imitation.

Qualität setzt sich durch.

Echtes Lego und nachgemachte Klemmbausteine sind leicht zu unterscheiden, wie das Foto beweist: Die Bausteine oben in weiß und dunkelblau sind Imitationen, sie sitzen schief und krumm. Nur die türkisfarbenen Steine stammen zum Vergleich aus Legos Fertigung und sitzen auffallend gerade.

Unten ist alles Original-Lego, alles etwas sauberer, solider, und das Weiß ist nicht so kalkig, sondern eine Spur eher créme-farben. Klarer Fall, echtes Lego bietet die schönere Qualität.

Nachtrag 2: Sicheres Fahren mit der ‚Klemmbaustein‘-Lok.

märklin konzipierte das Fahrgestell der Fake-Lego Bahn derart billigst, dass nicht einmal die Strom-Aufnahme sicher funktioniert. Von Haltbarkeit ganz zu schweigen. Aber nur eins kann man ändern…

Das war schon deprimierend, nach dem Auspacken tat sich nichts. Das Anschlussgleis blinkte (rot! Also offenbar im Warn-Modus? Nein, nur eine falsch ausgewählte Signalfarbe.), die Lok machte keinen Mucks, und der ‚Stax‘ Baustein war funktionslos.

Klare und gesäuberte Sache. Sowas kann märklin solider.

Um es abzukürzen: Google half. Offenbar haben viele dieser Anschlussgleise mit IR Sensor eine Fertigungsmacke. märklin reagierte äußert kulant, nicht nur, dass deren Service am 27.12. besetzt war (!), ich bekam umgehend ein Ersatzgleis zugesandt. Danke dafür!

Aber, aber die Lok. Mit einer MS2 konnte ich ihr nur leichtes Zucken entlocken. (Gut, dass ich kein Arzt geworden bin…) 

Also das Ding aufgeschraubt und überrascht eine sehr lumpige Konstruktion vorgefunden. „Masse“, wie märklin den zweiten Pol benennt, wird übertragen durch einen auf den Achsen liegenden Metallstreifen. Und dieser troff vor Öl und Fett.

Dank SR24 und Wattestäbchen war die Lok schnell wieder sauber. Aber so richtig zuverlässig war das noch immer nicht. märklin wird es sicher freuen, zu lesen, dass die Hilfe ausgerechnet aus Ulm kam. 😏

Esu bietet super praktische Radkontakte an, 50707, und nennt sie sogar so. Man findet also schnell, was man sucht. Eins dieser Bauteile reicht aus, um dem Fake-Lego Fahrgestell zuverlässiges Fahren zu ermöglichen.

Man lötet ein längeres rotes Kabel an einen der Kontakte und dazu ein kurzes Querkabel an den anderen – sicher ist sicher.

Des g’hört so! 🙂

Mit nicht gasendem Sekundenkleber-Gel klebt man den Radkontakt unter das Fahrgestell, wie im Foto zu sehen. Die Endpunkte müssen die Innenseiten der metallischen Radreifen kontaktieren.

Dann schiebt man einen kurzen Schrumpf-Schlauch locker auf die lange Litze, fädelt sie durch die Bodenplatte nach innen und verlötet sie dort an den ‚Masse‘-Kontaktstreifen. Darauf achten, dass weiterhin alle Rad-Bewegungen frei möglich sind. 

Zum Abschluss den Schrumpf-Schlauch in der Bodenplatte fixieren, auch hier am Besten mit Sekundenkleber-Gel. So kann der Schleifer sicher frei einfedern.

Rote Farbe kann die Kontaktbleche etwas tarnen.

Das war’s. märklin hätte das natürlich ab Werk so machen können, sogar eleganter. Eine sicher fahrende Lok bereitet nun mal mehr Freude, als ein bockiges Stop-And-Go-Modell. Und wenn man märklins leisen Schleifer 138079 drunterpackt, ist auch akustisch Ruhe. 🙂

Übrigens: Meine Lok begann irgendwann, zu ‚humpeln‘. Die Ursache war schnell gefunden: Ein Stift hatte sich gelöst. (Zitat „der alte Wagner“) Und zwar der des schwarzen Zahnrades. Den muss man nur wieder sorgsam fest eindrücken. Seitdem rollt die Lokomotive wieder vernünftig.

Fazit: Viel Nach-Arbeit und trotzdem viel Freude an der Bahn. Wir Modellbahner sind schon eine eigenartige Spezies. Und das ist auch gut so. 😌

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Eine digitale V200 von Arnold 82025 mit Zimo MX616

Old but Gold und in jedem Fall ein Klassiker: Die V200 von Arnold.

Wenn ein Decoder aufgibt tauscht man ihn einfach aus. Meistens. Es lebe die Schnittstelle. Ältere Arnold-Loks mit großen Platinen erfordern Kreativität…

Die Platinen-Decoder von Arnold aus den 80er Jahren waren eigentlich cool erdacht: Mit wenigen Handgriffen konnte man seine analogen Loks auf die damals aktuelle Technik umrüsten. Auch, wenn bereits Jahre zuvor die Selectrix Decoder mit eindeutig besseren Fahreigenschaften auf den Markt gekommen waren… Eitelkeit ist so eine Sache.

Arnolds Platinen-Decoder, Licht & Schatten.

Wenn nun so ein Decoder aufgibt, Elektronik ist mitnichten ewiglich haltbar, gibt es leider keinen 1:1 Ersatz. Aber für heutige Mini-Decoder findet man meistens Platz, eine günstige Lösung besteht aus einem Plastik-Plättchen und dem Mini-Decoder MX616 von Zimo.

So sieht die neue Konstruktion aus.

Aus einer Kunststoff-Platte (max 1mm Stärke) schneidet man eine Figur aus, die im Grundriss in etwa dem Platinendecoder entspricht. An den Enden etwas kürzer, wie auf dem Foto zu sehen. Dann bringt man die Löcher für die Schrauben ein. 

Mit dem Metallgewicht (nicht im Foto) prüft man genau, wo der Decoder sitzen muss. Mit einem Klecks Hin-Und-Weg Kleber wird der Decoder fixiert und anschließend seine Litzen angeschlossen.

So wird der Blick auf die Modell-Technik verhindert.

Im Gehäuse verdeckt man die Fenster des Maschinenraumes mit schmalen Streifen dunklen Kartons; Tesastreifen halten sie am richtigen Platz.

Ein kurzer Funktionstest, dann kann man das Gehäuse festschrauben und die CV für den Motor einstellen – fertig. 🙂

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Fahrkultur für die märklin 3029 / Primex 3020

Ein hübsches, kleines Ding!

Gute Fahreigenschaften in Jahrzehnte alten Spielzeug-Loks, wozu soll das gut sein? Und geht das überhaupt?

Ja, das geht, und es macht Spaß. Vor allem NACH dem Umbau. Dazu (!) ist es gut. 😀 

Viele märklin-Fans werden schöne Erinnerungen mit diesen kleinen Loks verbinden. Warum nicht solche Kleinodien in die Jetztzeit holen?

An Material braucht man zwei märklin-Produkte, den Motorsatz 60943 und den lastgeregelten Decoder 60982. Und natürlich einen Lötkolben. 

Ob man rund 60 Euro Material für so ein altes Schätzchen ausgeben möchte entscheidet jeder am Besten selbst. Auf jeden Fall ist das Ergebnis überzeugend; gerade im Vergleich zur Alternative:

Aus Neugier baute ich in eine andere Lokomotive den märklin „Allstrom“ Decoder 60906 ein, dieser ist gedacht für den Umbau älterer Lokomotiven mit Umschalt-Relais, deren Motore mit Spulen unverändert bleiben sollen. Quasi zum maximal möglichen Erhalt des historischen Materials. Das klingt vielleicht gut. Aber eigentlich klingt es schrecklich. Und zwar wortwörtlich. 

Denn der 60906 Decoder erzeugt im Motor ein extrem nervtötendes Knarren, ganz furchtbar. Das ist so extrem unangenehm, dass ich die Lok deswegen nie fahren lasse. Der Decoder fliegt demnächst in hohem Bogen aus der Lokomotive. Zurück zum angenehmen Teil: 😀

Der Umbau geht so:

Produziert Ende der 70er Jahre hätte sich diese Lok sicher nicht träumen lassen, in 2022 einen mfx-Decoder zu bekommen – und einen guten Motor. 😁

Hinweis 1: Eine Schraube am Motor muss vor dem Einbau im Durchmesser reduziert werden, das geht mit einer Schlüsselfeile und einem Bohrer, in den die Schraube eingespannt wird. Außerdem muss man sie in der Länge reduzieren, weil sie sonst ein Zahnrad auf der Rückseite blockiert. Dabei nur das Notwendige abknipsen. 

Die Schraube des Anstoßes.

Hinweis 2: Gerüchten zufolge passt der Motor 60943 auch in die märklin Lokomotiven 3104 und 3087 / 3090. Dies gilt es, nachzuweisen! 🥸

Interessant, wie anders diese 60 Jahre alte ‚Spiel-Lok‘ wirkt, wenn man ihr gute Fahreigenschaften verleiht. Sollte märklin diese Lok nochmal produzieren: BITTE mit fünfpoligem Motor und aktuellem Decoder.

Nun rollt die Kleine gleichgerechtigt neben aktuellen Modellen. 🙂👍🏻

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märklin mld3: Licht-Abschaltung seitenweise

märklins aktueller mld3. Foto: (c) märklin.

märklins aktuelle Decoder können wirklich viel, und sie bewirken gute Fahreigenschaften.

Aber wer für Wendezüge einen Decoder mld3 mit dem ‚Programmer‘ so programmieren möchte, dass man seitenweise das Licht deaktivieren kann, braucht spezielles Spezialwissen oder … diesen Blog. 😁

Ein sehr freundlicher märklin-Mitarbeiter hat mir für eine (ex-Trix) BR 212 einen mld3 netterweise so programmiert, dass Folgendes möglich ist:

  • Taste F0 schaltet das Licht ein, und zwar weiß und rot simultan. 
  • F1 deaktiviert weiß/rot vorne.
  • F2 deaktiviert weiß/rot hinten. 
  • F4 deaktiviert die Verzögerungen (zum exakteren Rangieren) und schaltet dazu vorbildgerecht beidseitig die weißen Lampen an. Und rot auf beiden Seiten aus. Natürlich alles mit sanftem Auf- und Abblenden (klasse, oder? 😏).

Auf meine Frage, ob ich dieses Standard-Konzept für unzählige Modellbahn-Lokomotiven denn veröffentlichen dürfe, kam ein ’na selbstverständlich!‘ 👉🏻 DES isch supper Service! 😀👍🏻

Tipp: Wenn auf einer Lokseite unerwartet weiß und rot zusammen leuchten muss man einfach das Kabel zur vorderen roten Lampe an die hintere anlöten. Und andersherum. Also einfach vertauschen. (Hard-Wiring schlägt Software-Lösung!)

Wer mag, kann sich das Projekt hier downloaden und eventuell nach Geschmack erweitern. Ausdrücklich schließe ich jegliche Gewähr aus; alles auf eigene Gefahr.

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Allgemein märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Leise Schleifer für märklin DB Loks der BR 110 / 112 / 139 / 140

Sieht seltsam aus, funktioniert wunderbar.

Auch diese Loks können Dank des Schleifer-Typs märklin 144133 fast lautlos über den Mittelleiter gleiten. Eine Minute Bastelei, und es herrscht Ruhe.

  • den alten Loch-Schleifer abschrauben
  • Das Plastikplättchen entnehmen
  • Dieses anstelle der Klipps-Aufnahme in den Schleifer 144133 einsetzen
  • Den Schleifer kopfüber auf das Drehgestell legen und die Schraube am Schleifer vorbei in das Loch drehen. Fertig.

Das sieht zwar seltsam aus, aber es funktioniert. Und man mag seine Loks direkt noch ein bisschen mehr. 🙂

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Allgemein Digital H0 DC(C) Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Esu Licht-Projekt für den VT 36.5 in H0 von Hobbytrain

Charakterköpfe: Der VT36.5 und sein Steuerwagen.

Der Triebzug VT 36.5 / VS 137 von Hobbytrain in H0 ist wirklich schick oder zumindest interessant, aber wer sich die Lichtschaltung ausgedacht hat… mit kleinen Schalterchen das Licht seitenweise zu deaktivieren, das ist mir zu doof.

Den Beiwagen anzuleuchten, das ist wenig vorbildgetreu.

Also habe ich mir für den Esu Lokpilot 4.0 und den Esu Fx 4.0 im Steuerwagen ein einfaches, kompaktes Konzept zusammengestellt. Dieses funktioniert sogar mit Geräten wie märklin / Arnold Digital (Generation mit Licht & F1 bis F4), der Lokmaus2 oder für Mittelleiter-Fahrer mit märklins aktuellen Infrarot-Geräten.

Taste F2 gedrückt und aus ist das Schlusslicht.

Prinzip:

  • F0 = Lichtwechsel weiß / rot
  • F1 = Licht aus an Führerstand 1 vom Motorwagen
  • F2 = Licht aus an Führerstand 2 vom Motorwagen
  • F3 = Innenbeleuchtung
  • F4 = Verzögerungen aus, zum Rangieren.

So kann man den Motorwagen auch mal alleine mit weiß/rotem Lichtwechsel fahren lassen, sobald aber der Steuerwagen angekuppelt wird, schaltet man das rote Schlusslicht am Motorwagen einfach mit der F2 aus. Die Innenbeleuchtung beider Fahrzeuge habe ich auf die Taste F3 gelegt. Der Beiwagen kann auf dem Nebengleis vor sich hin leuchten.

Der Fahrzeug-Boden wurde ab Werk eingefärbt.

Mehr muss so ein Zug eigentlich nicht können. Aber wenigstens soviel Komfort sollte er haben. 🙂

Die passenden Projekte biete ich hier zum Download und freien Verfügung an. Einfach runterladen und via Esu Lokprogrammer in die Fahrzeuge laden. (Natürlich alles auf eigene ‚Gefahr‘, das ist klar.) Viel Spaß!

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Allgemein Gedanken H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven Umbauten Waggons

märklins neue Kurzkupplung – jetzt mit Ergänzungen.

Tradition verpflichtet. 😌

Hier der erweiterte Text: https://blog.mobaz.de/2022/02/17/maerklins-neue-kurzkupplung-72000-001/

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Allgemein Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Leise Schleifer für ältere märklin Loks (3390, 3690, 3790)

Schigges Ding! 👍🏻

märklin bietet die eigenen, fast lautlosen Schleifer leider nicht konsequent für alle Fahrzeuge an. Aber man kann sich behelfen. Schade, dass man das muss und es märklin an Konsequenz mangelt.

märklins BR 011 ist nach wie vor eine imposante, solide Erscheinung. Nun sollte der abgenutzte Schleifer ersetzt werden, natürlich in aktueller Technik. Geeignet ist der märklin Schleifer 138079, mal wieder. 🙂 Wie bereits gezeigt, passt dieses Modell an viele ältere märklin-Lokomotiven. In diesem Fall mit Biege- und Schraub-Arbeiten.

Beauty & Beast.

Der Umbau ist schnell erledigt. Den verbrauchten Schleifer vom Tender abschrauben und sein Plastik-Plättchen mit Schraubloch herauslösen. Ebenso beim 138079 die Laschen einseitig vorsichtig hochbiegen und dessen Klipps-Platte entnehmen. Hier das alte Plättchen mit Schraubloch einsetzen und die Laschen wieder festbiegen.

So wie unten hätte man das gern als käufliches Produkt.

Zum Einbau den Schleifer kopfüber in die Hand nehmen, das Schräubchen einsetzen (magnetische Schraubendreher sind was Feines) und auf das Drehgestell des Tenders legen. 

Mit dem Schraubendreher nun an der Schleifer-Fläche vorbei die Schraube festziehen, der Schleifer federt bei sorgsamer Handhabung danach wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Fertig. Das Schreiben dieses Textes hat länger gedauert.

Ja, manche Fotos erstellt man im Nachhinein… 😏

Fortan ist beim Fahren nichts mehr vom Schleifer zu hören, was keineswegs nur am Getriebe aus Metall liegt, wie Lästerer behaupten könnten.

märklin sollte sein Sortiment an Schleifern wirklich grundsätzlich auf diese Konstruktion-Art umstellen. Sonst stellt sich das Gefühl einer Innovations-Verschleppung ein…

Es folgen weitere Tests mit der neuen Kupplung…
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Allgemein Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Flüsterschleifer von märklin e138079

Gegen kratzende oder klappernde Geräusche bietet märklin eigene Schleifer an.

Oben die 101, unten die aktuelle 120.

Der e138079 passt zum Beispiel unter märklins BR120 (Antrieb auf vier Achsen), die BR101 bis zurück zur Erst-Auflage 1997, unter die aktuelle BR74 und sogar unter die ‚Baustein-Lokomotive‘.

Für Hardcore-märklinisten mag es sein, als trüge ich Eulen nach Athen. Aber ich fand das schon cool, wie eine ehedem supernervig klappernde Lokomotive plötzlich fast lautlos über die Gleise rollt.

Ausgerechnet für die vielen Waggons mit Beleuchtung bietet märklin keinen solchen Schleifer an. Absurd, dass die „Stromzuführung“ für diese Fahrzeuge mit altmodischen (und vor allem lauten) Loch-Schleifern ausgeliefert werden, obwohl hier gar keine Schrauben zum Einsatz kommen. Etwas mehr Sinn für übergreifende Konzepte wünscht man sich da schon.

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Allgemein Gedanken H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Lego ist praktisch.

Was man alles mit Lego anfangen kann…

Viele klassische Lokomotiv-Modelle besitzen den Motor direkt in einem Drehgestell. Zum Reparieren oder Umbauen möchte man diese vielleicht genauer bei der Arbeit beobachten, als das auf einem Oval möglich ist. Diese im Foto gezeigte, absolut professionelle Konstruktion hilft dabei.

Unten zwei Platten mit jeweils 2×3 Noppen. Passt perfekt auf die H0 Gleise.

Lego würde jetzt vermutlich eine Anleitung in sechs Schritten abbilden, aber ich glaube, meine Leser kriegen das auch mit einem Blick hin.😉

(…es gibt ‚Zweier‘ in doppelter Höhe? Was man alles verpassen kann!)

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märklins neue Kurzkupplung 72000 (001)

Die neue Kupplung von märklin ist offenkundig der bewährten Kupplung von RTS nachempfunden. Zwei derart verschiedene Konzepte vertragen sich nur bedingt miteinander.

Es heißt, die roten Kupplungs-Muster würden von märklin derzeit ausgegeben, um durch Feedback etwaige Fehler ausmerzen zu können, bevor die Serien-Fertigung beginnt. Soweit eine gute Idee. Während andernorts bereits die Lobhudelei eingesetzt hat, frage ich mich, inwieweit die Konstrukteure überhaupt selber mit der Modellbahn spielen. Weil, dann hätte ihnen dies oder das auffallen müssen.

Das erste mir zur Verfügung gestellte Pärchen zeigte schon bei seiner Ankunft in alle Richtungen verbogene Metall-Bügel. Beim sorgfältigen Zurechtbiegen bemerkte ich, wie irritierend weich das Metall ist.

Nach dem vorsichtigen ‚Geradebiegen‘ folgten Ankuppel-Tests in einem Modellbahn-Club, auf einer K-Gleis Anlage. Bei fast allen Versuchen drückten sich die Bügel gegenseitig hoch, das Ankuppeln verhindernd. Vier interessierte Zeugen grinsten natürlich: „Jung, isch denke, dat iss neu…?“ ☺️

Sobald die Fahrzeuge dann doch mal angekuppelt waren, wirkte die Verbindung unerwartet eng, mit sehr wenig, fein akzentuiertem Spiel. Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit lassen den Verdacht aufkommen, dass diese Enge bei bestimmten märklin-Waggons das Ankuppeln verhindern wird.

Zum Lösen einfach den Waggon nach oben wegschwenken, das klappt nach wie vor nicht, im Gegenteil: Die Fahrzeuge halten superfest zusammen. Zum freien Entkuppeln braucht man entweder den märklin-Löffel, oder man greift drunter.

Beim vorsichtigen Herausziehen aus dem Kupplungs-Schacht zerbrach dann der erste Bügel seitlich, und der zweite gab beim Transport nach hause auf. An identischer Stelle. Das Metall ist entweder zu weich oder zu dünn. Die Biester sitzen übrigens extrem stramm im Schacht.

Gerade bei märklin sollte man voraussetzen können, Metall als Werkstoff professionell einsetzen zu können. Das hier verwendete Material ist für den alltäglichen Betrieb womöglich untauglich; märklins bislang verwendete Kupplungen sind zumindest stabil. Das sollte auch für diese Kupplungen gelten.

Die Kante des Plättchens zeigt viele Fransen.

Schließlich erhielt ich weitere Kupplungen, und auch die ließen mich eher ratlos zurück. So sehr ich märklin als Firma, als Marke und auch die Produkte an sich wertschätze, diese Kupplung frustriert mich. Denn sie erfüllt selbst ihre ureigenste Funktion nur selten zuverlässig, das Ankuppeln ist Glückssache.

Das Plättchen zeigt zu steil nach unten.

Zunächst störten einige Plättchen der Vorentkupplung, diese waren so weit nach unten gebogen (Handarbeit?), dass der Bügel der anderen Kupplung zuverlässig darüber hinweg gleiten konnte. Mit einer Pinzette kann man das vorsichtig nachbessern, aber will man das müssen? Die vielen Fransen lassen sich nur bei sauberer Fertigung abstellen, denn auch daran kann sich ein Bügel verfangen.

Übrigens: Ich frage mich, ob die Funktion der ‚Vorentkupplung‘ überhaupt wirklich Flächen deckend genutzt wird, oder ob das nicht eher ein Werbe-Argument der 80er Jahre gewesen ist…?

Ist der Haken ist rückseitig zu dick...?

Man bekommt den Eindruck, dass der Kupplungs-Haken auf der Rückseite etwas zu dick geraten ist, als dass der Bügel sicher herabfallen könnte. Oder man hat die Aussparung im Bügel zu eng dimensioniert. Mit einem Schubs klappt das Ankuppeln oft, aber heutige Lokomotiven fahren wunderbar sanft. Auch Rangierloks. Sogar von märklin. 😉 Und dann beginnt die Nerverei.

Kleiner Seitenhieb: Die RTS Kupplungen kuppeln superweich ein, und ihre Bügel liegen artig aufeinander.

Die RTS Kupplungen zum Vergleich, sogar unter 303mm langen Waggons von ‚Roco‘ passen sie hindurch.
RTS, wie man sich das wünscht. 😀👍🏻

Den genannten zweiten Schwung Kupplungen habe ich an allen möglichen Fahrzeugen ausprobiert, aber es macht einfach keinen Spaß. Dazu ein paar Wackel-Videos, die ‚in echt‘ zeigen, wie widerborstig sich diese neue Kupplung von märklin tatsächlich benimmt.

  1. Der märklin Klassiker: Die Bügel heben sich gegenseitig hoch. Immer und immer wieder.
Ja, ich wurde dann schon etwas sauer… 😏

2a. Die neue KK verschmäht sogar die Haus-eigene Relex-Kupplung:

Ob sanft oder fest – die neue Kupplung ignoriert jeden Test...

2b. Im Vergleich: Die RTS Kupplung braucht einen Schubs, aber es klappt.

‚HabDich!‘ 🙂

3. Frust-Deluxe. Alles märklin, die Waggons, die Gleise, die neuen Kupplungen. Ergebnis:

ob sanft oder mit Gewalt, die neue Kupplung lässt das alles kalt. 🥳

Natürlich stand auch ein Kompatibilitäts-Test mit der ‚Klotz-Telex‘ an. (Manche Vokabeln sind einfach großartig!) Das Ergebnis kann man sich leider denken, dabei hatte ich meine Klotz-Kupplungen sogar seitlich und innen etwas ausgespart, damit sie einwandfrei mit der von mir favourisierten RTS Kupplung harmonieren. Diese Kombination zumindest funktioniert klasse, so bereitet das Rangieren Freude. märklins neue Kupplung (wieso hat die eigentlich keinen Namen bekommen? Gibt märklin seine Traditionen auf?) zickt, weil der Bügel in vielerlei Hinsicht fehlgeformt ist. Wenigstens Marken-intern sollte es funktionieren. Aber:

Klotz-Telex an RTS, innen und seitlich etwas ausgespart. Funktioniert und macht auch den Vögeln Spaß. ☺️
Vor 40 Jahren hätte man gesagt „Das bockt nicht.“ Obwohl, leider genau das.

Das Anschauen tut schon ein bisschen weh. Aber ich gehe davon aus, dass man die Kritikpunkte ohne diese ‚Beweis‘-Videos in bewährter Manier einfach abstreiten würde: „Haben wir nicht feststellen können!“ oder „Sie sind der Einzige, der sich beschwert“, Branchen-weit das beliebteste wenngleich respektloseste Mantra.

Was fehlt:

Diese Kupplung wurde entwickelt mit Blick auf die Modellbahner, die ohne Mittelleiter fahren, weil man denen einen stärkeren Vorbild-Bezug nachsagt (Stichwort Puffer-Höhe), das mag sogar stimmen. Aber wenn das so ist, wieso versäumt man dann, auch für die bei anderen Herstellern oft verwendeten, speziellen Kupplungs-Aufnahmen Kupplungen anzubieten?

Wozu hat märklin einen ehemaligen Roco-Mitarbeiter eingestellt, wenn der jetzt nicht dafür sorgt, dass die ehedem betreuten Fahrzeuge mit besonderer Schwalbenschwanz-Aufnahme ebenfalls märklin-Kupplungen erhalten können? Ebenso fehlen Adapter für Fleischmanns Schlitz- oder Zapfen-Aufnahmen – mit integriertem Normschacht wohlgemerkt. Das wären mal richtig Markt-integere Produkte. Anstatt den H0-Markt vollumfänglich zu bedienen und gelassen Größe zu zeigen denkt man bei märklin wieder nur an den eigenen Mikrokosmos Ich dachte, die 80er seien vorbei…

Mir erschließt sich diese Kupplung nicht.

Wenn man das RTS-Original entweder nicht verstanden hat oder aber dessen spezifischen Eigenheiten absichtlich ignoriert, dann braucht man sich über Ergebnisse wie hier gezeigt nicht zu wundern. Die Detail-Liste fehlt hier absichtlich; wer ein Produkt derart arrogant in den Sand setzt, der bedarf auch keiner Hilfe.

Einerseits ist es angenehm, dass man bei märklin inzwischen auf Hinweise von außen reagiert und die Bereitschaft zeigt, das eigene Sortiment von Unzulänglichkeiten zu befreien. Aber das Rad (oder eben eine Kupplung) neu zu erfinden, das ist Quark. Man hätte einfach die RTS Kupplung zur neuen märklin-Kupplung erklären können, vielleicht sogar mit einer zeitlich begrenzten Umtausch-Aktion, und die Modellbahn-Welt in H0 wäre endlich sorgenfrei; zumindest die üblichen „85%“. Aber man wusste es besser.

Es bleibt zu hoffen, dass sich märklin noch besinnt und dieses Produkt so nicht als Serie ausliefert. märklin kann es besser, vor allem, wenn sie bei sich und ihrer klaren Linie bleiben. Dann sind sie sogar richtig gut. 🙂👍🏻

Eine neue, coole Kupplung von märklin wäre der Knüller. Diese Muster sind … alles Andere.

Schon Peter Pasetti sagte: „Briefe muss man eben lesen können.“ 😉

Lesehinweis: Pikos eigene Kupplung betrachte ich hier: https://blog.mobaz.de/2020/07/31/pikos-neue-h0-kurz-kupplung-56046/

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Trix 21523, ein schönes Startset von märklin.

Bereits 2012 hat märklin über den Discounter ‚Netto‘ ein richtig schönes Startset angeboten. Einen derartigen Flop hat märklin wohl selten erlebt.

Eine der besten Ideen von märklin. Brilliantes Preis-Leistungs-Verhältnis!

Dabei ist alles drin, was man braucht, um wirklich ‚Modell-Eisenbahn‘ zu spielen: Die märklin- Diesellok in klassischem blau, drei Waggons zum Rangieren, ein analoges Fahrgerät und ein Gleis-Oval mit Weiche und Prellbock. 

Alles drin! 👍🏻

Dazu ein Bastelbogen (als Kind habe ich Bastelbögen geliebt!) für drei bunte Papp-Container, die man abwechselnd auf den Flachwagen verladen kann. Die Tüte mit … Zeug für die Kipplore halte ich geschlossen. Das Ganze für unter 100 Euro. 

Heute bietet märklin Vergleichbares für über 300 Euro an – was für Haushalte meinen die damit eigentlich? Digital ist in 2022 längst keine Zauberei mehr, und auch Sound ist, dank märklin, eher allgegenwärtig; leider möchte man sagen: in Bezug auf märklins Sound-Qualität, und weil man sich diesen für mich eher lästigen Zusatz noch immer fürstlich bezahlen lässt. Alles Unsinn. Ich höre lieber Musik als quakende Loks.

Die blaue Diesellok befindet sich seit den 60er Jahren in märklins Sortiment, inzwischen natürlich technisch mehrfach modernisiert (und inzwischen fährt sie leise!). Für Kinderhände ideal stabil, mit Beleuchtung auf beiden Seiten.

‚märklin Gleichstrom‘ kann Spaß machen.

Zwar ist die Lok nur auf einer Achse angetrieben, aber dafür fährt und zieht sie recht ordentlich. Das Set ist schließlich zum Spielen konzipiert, nicht für Höchstleistungen. 

Die drei Waggons tragen die märklin-übliche Relex-Kupplung, die sich gegen die hauseigene Kurzkupplung tauschen lässt oder – noch besser – gegen neue Wagenböden mit echten KK-Kulissen, wie ich hier beschrieben habe:

KKK für Hobby oder StartUp Waggons von märklin.

Um die Trix-Gleise sauber zu halten empfiehlt sich ein sanfter aber wirksamer Jörger-Filz, diese hochwertigen Profile der Trix-C Gleise brauchen keinen ‚Rubber‘.

Das Anschlusskabel zum Gleis sollte man überarbeiten und alle Kabel in dieselbe Richtung zeigen lassen.
…denn so passt das Teil wirklich sauber unter die Gleise.
Sogar ein nettes Prellbock-Gleis ist dabei.

Für die typischen Netto-Kunden war die blaue Lok wohl zu blass, als dass fachfremde Impuls-Käufer zugreifen würden. Man ist eben knallrote Loks gewohnt. Vermutlich deswegen wird dieses Set bis heute nagelneu angeboten, es sieht so aus, als habe ein Händler vor einiger Zeit die Restbestände aufgekauft.

Für rund 80 Euro erhält man noch immer einen wunderbaren ‚bespielbaren‘ Einstieg in die DC Welt, mit schönen und stabilen Gleisen, auf denen meiner Erfahrung nach alle anderen aktuellen und viele ältere Gleichstrom-Fahrzeuge ebenfalls einwandfrei rollen. 

Ordentlich Strecke ist dabei.

„Märklin-Gleichstrom“ wäre wesentlich erfolgreicher, wenn auf den märklin-Produkten ‚märklin-DC‘ (oder so) draufstünde. Und nicht das Feigenblatt-Logo ‚Trix‘. 

Denn den meisten Leuten ist es auf Dauer zu kompliziert, jedesmal zu denken ‚ich kaufe Trix, aber eigentlich ist das märklin; nur märklin will ja nicht, dass man ohne Mittelleiter märklin fährt‘. Obwohl das in Z und H0 und 1 seit 50 Jahren der Fall ist, ne? Immer diese Fakten, schon lästig.

Als offizielles ‚märklin-DC‘ Produkt wäre diese Startpackung sicher ein Erfolg geworden; gerade wegen der blauen Lok. Es ist für junge Modellbahner wirklich so viel drin, um das Hobby Modellbahn kennenzulernen. Meine klare Kauf-Empfehlung! 👍🏻

Das Motiv wäre auch als Poster schick.

Die Lok lässt sich durch kundige Hände leicht mit einem Decoder versehen. AC Bahner sollten wissen, dass die Lok naturgemäß einseitig isolierte Achsen besitzt und so für Gleisbesetzt-Meldungen untauglich ist. Von der in dem Fall reduzierten Stromabnahme ganz zu schweigen.

Decoder Einbau in die DHG500 von Trix.

Das seitliche rote Kabel wird mit dem Pad der Radkontakte verlötet.
  • Alle Kabelverbindungen und Entstör-Teile ablöten, auch von der grünen Platine. 
  • Glühlampen herausziehen und ihre Sockel von unten herausdrücken
  • LED Platinen mit Sekundenkleber-Gel befestigen und Öffnungen nach unten mit schwarzem Karton verschließen
Die kleinen LED Platinen stammen von (zu) langen LED-Beleuchtungen. Und ja, das Geländer habe ich wieder geradegebogen. 😏
  • Lok-Decoder mit Doppelklebeband unter der Platine befestigen.
  • Das rote Kabel an das Kontakt-Pad für den Radkontakt anschließen
  • Kabel sinnvoll ablängen und anschließen. Ungenutzte Kabel kürzen und mit einem Schrumpfschlauch gesichert verstauen.
  • die Vorbauten innen entweder cremefarben anpinseln oder mit beigefarbenem Papier auskleiden, damit die Beleuchtung keinen Blaustich kriegt
  • Mit dünnem Schaumstoff habe ich das Führerhaus innen über Platine und Decoder abgedeckt, damit die Beleuchtung nicht durchscheint.
  • Meinen Lokpilot V5 habe ich per Programmer auf die kleine Lok abgestimmt; der Rangiergang schaltet die Beleuchtung beidseitig an.
  • Und testfahren! 🙂👍🏻
Die losen bunten Kabel links müssen noch mit einem Schrumpfschlauch gebändigt werden.
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Die derzeit beste Kurzkupplung für H0 Modellbahnen. RTS.

So gleitet die RTS-Kupplung unter Rocos langen Waggons durch.

märklin hat eine neue Kupplung angekündigt, aber eine auffallend bauähnliche existierte längst: Eine Kupplung, die mit einem weltweit riesigen Anteil an H0-Modelleisenbahnen ohne Einschränkungen funktioniert.

Wieder einmal war es der Zufall, der mir geholfen hat: In einem Kästchen lungerten diverse Austauschkupplungen herum. Mehr gelangweilt probierte ich einige davon aus, unter anderem irgendwas mir Unbekanntes mit der Prägung „RTS“.

Ich lernte: Es gibt Varianten mit und ohne Strom-Übertragung. Letztere steckte ich in so ziemlich alle H0 Fahrzeug-Fabrikate mit Normschächten, die ich besitze. Das Ergebnis war schnell klar: DAS ist DIE Kupplung. 🙂

Sanftes Einkuppeln, ohne Hakelei in Kurven, und optisch relativ unauffällig – wie konnte mir das über Jahre entgehen! 😁

Die RTS-Kupplung ähnelt zwar der Kurzkupplung von märklin und ihren Nachahmungen von Roco und Esu. Aber der RTS-Metallbügel ist zur Abwechslung unglaublich intelligent konstruiert. Sämtliche Probleme der genannten Kupplungen sind eliminiert. Sämtliche.

märklin hatte lange die RTS-Kupplung mit Strom-Kontakt als märklin-Produkt angeboten. Später setzte man den breiten märklin-Bügel auf den RTS-Kopf, anstelle konsequent die RTS Kupplung ins Sortiment zu übernehmen und damit sämtliche Nervereien mit Fahrzeugen anderer Hersteller abzustellen (und nebenher die Pufferhöhe eigener Loks endlich zu berichtigen).

RTS mit Lima (70er Jahre). Passt. 🙂

Vorteile:

  • Die RTS-Kupplungen schwenken frei unter allen Puffern durch, auch bei den extra-langen 32cm Speisewagen. Der Bügel klappt nämlich nicht einfach rauf und runter, sondern er besitzt Langlöcher. Mit diesen kann er sich leicht bewegen und liegt immer gerade auf, sowohl auf dem eigenen Kupplungs-Kopf als auch auf dem Bügel der Gegenüber-Kupplung.
  • Der RTS-Bügel kuppelt neben aktuellen Normkupplungen auch ältere Fahrzeuge sicher an, wie z.B. Spielzeug-Züge von Lima oder Jouef. Er besitzt zum Kuppeln eine herkömmliche Öse, kein einseitig offenes L-Bauteil. So macht das Hobby noch mehr Spaß, weil man alles querbeet mischen kann.
  • Die gesamte Kupplung wirkt filigran und weniger auffällig, als märklins Version mit dem überbreiten Bügel oder gar Rocos graue Universal-Kupplung. Denn die Öse selbst ist schön schmal gehalten.
  • Das Einkuppeln erfolgt supersanft: Vorn an der Öse befindet sich eine unauffällig angebrachte Verdickung, eine Art Nase. Diese erzeugt nur wenig Reibung.
  • Auf Vorentkupplung wurde verzichtet – gut so. Ich kenne niemanden, der diese Funktion wirklich nutzt: Entweder, die Waggons rollen in einer Senke plötzlich davon, oder aber die Lok ruckelt kurz und vergrößert dabei den Abstand zu den Waggons, die Kupplungen legen sich wieder in Ausgangsstellung. Ungewollt kuppelt die Lok die Waggons wieder an. Frust.
  • Schwarzer Kubststoff sieht edler aus, als Rocos Uni-Kuppler im Grauschleier.
RTS mit märklin-KK. Passt. 🙂
RTS mit Röwa (70er Jahre). Passt. 🙂

Nachteile:

  • Mit der bislang bekannten Digitalkupplung von Roco klemmt die RTS-Kupplung. Offenbar muss man die Digi-Kupplungen etwas angleichen.
  • Der dicke Kupplungshaken sorgt dafür, dass die Kupplungen recht fest zusammensitzen – ohne das lästige Längs-Spiel wie bei Rocos Unikupplung oder gar bei Esus Interpretation. Das wirkt schon mal seriöser als in sich schlackernde Erzzüge. Aber im Zusammenspiel mit anderen Fabrikaten kann es zu eng werden.
  • Die Stege zum Befestigen im Normschacht sind ebenfalls recht solide. Wenn sich ein Fahrzeug dem Einsatz also widersetzen sollte, dann kann man einfach einen Teil der Klipps-Enden des RTS-Bügel abtrennen und die Kupplung mit Kunststoff-Kleber im Normschacht des betreffenden Fahrzeugs fixieren. Diese Kleber sind selten ‚bombenfest‘.

Artverwandtes:

Die RTS-Kupplung ohne Strom-Kontakt, richtig prima zum Modellbahn-Spielen.
Die märklin-KK mit dem Bügel des Anstoße(n)s. Nervig seit 1987.
Rocos Universalkupplung; offensichtlich ein wenig attraktiver Nachbau der märklin-KK.
Die Kupplung von Esu. Ohne den Vorentkupplungs-Bügel, der sanftes Ankuppeln verhindert.

Fazit:

Die isses. 🙂 Ich bin davon überzeugt, dass mit dieser Kupplung die berühmten „85% der Kunden“ rundum zufrieden sein könnten. Es gibt diese Kupplungen sogar noch zu kaufen, via Ebay oder über eine Privatperson, 👉🏻 elke.luik@web.de .

Vor allem filigrane Fahrzeuge gewinnen durch die RTS Kupplung.
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Der klassische Märklin-Motor als „sieben Sterne Antrieb“.

Märklins Drehgestell-Antrieb mit „fünf Sternen“ könnte viel besser sein, als märklin ihm ab Werk erlaubt: Geschmeidiger, leiser. Mit wenig Aufwand kann man das nachholen.

Sieht aus, wie immer. Und doch…

Klar könnte man auch einen Glockenanker-Motor einbauen. Aber vielen Modellbahnern macht es Spaß, möglichst viele ‚Original-Teile‘ zu verwenden. 

Der klassische märklin-Antrieb bedarf einer präziseren Lagerung des Ankers, außerdem schmirgelt der raue Kollektor die Kohlen regelrecht ab. Deswegen setzt er sich mit Staub zu und bedarf immer wieder der Reinigung. Beides beeinträchtigt den Fahr-Komfort, technisch wie akustisch.

Etwas Zubehör, und die Loks bereiten mehr Freude

Man nehme:

1x Motorschild für Kugellager märklin E306603, zum Beispiel hier: https://www.maerklinshop.de/ersatzteile/32181/motorschild

1x Satz Kugellager außen 4mm, innen 1,5mm, Dicke 2mm, zum Beispiel: https://ghw-modellbau.de/product_info.php?products_id=3375

1x Tütchen Unterlegscheiben, zum Beispiel diese: https://knupfer.info/shop/index.php/ed-540.html

1x Polierfeile, zum Beispiel diese: https://www.dm.de/ebelin-polierfeile-p4058172785436.html

Kohlen:

Man baut den Motor komplett auseinander, auch die Kohlen herausnehmen. Wenn diese noch gut aussehen, gründlich mit einem Küchentuch von Staub befreien. Falls sie verbraucht sind: Ersetzen. Mit Wattestäbchen den gesamten Motorraum sauberwischen; in hartnäckigen Fällen das bekannte Modellbahn-Öl SR24 zuhilfe nehmen. Danach alles sorgfältig trockenwischen. 

Kollektor Überdrehen:

Der Motor-Kollektor sollte vorab sorgfältig vorsichtig gesäubert werden. Besonders einfach: Staub etc. mit Luft aus der Dose rundherum entfernen. 

Ein recht neuer Anker, bereits mit Spuren…

Dann den Anker mit seinen Zahnrädern sehr (!) vorsichtig (!!) in einen Akku-Bohrschrauber (oder sowas) einspannen, achtsam darüber wachen, dass er nur so gerade eben fest sitzt. 

Kurz testen, ob der Anker beim Einschalten mittig dreht und dann mit der Polierfeile jeweils nur wenige Sekunden lang den kupfernen Kollektor polieren, beginnend mit den Bereichen „Reinigen“, dann „Glätten“, schließlich „Polieren“. Beim Bearbeiten 1. die seitlichen Lötstellen meiden und 2. nicht übertreiben, sonst ist der Anker wegpoliert.

„Säubern“.
„Glätten“.
„Polieren“.
Sauber, geglättet und poliert. ☺️👍🏻

Als Ergebnis erhält man einen perfekt spiegelglatten Kollektor. Abschließend mit dem Luftspray seine Ritzen vom Metallstaub freipusten. Ein weicher Zahnstocher hilft auch.

Kugellager:

a.) In das Motorschild ein Kugellager geben und geduldig so positionieren, dass es sich mit einem Schraubendreher oder Ähnlichem fest in die Vertiefung eindrücken lässt. 

b.) Im Drehgestell sitzt ein Plastik-Lager für den Anker, dieses von außen nach innen herausdrücken und durch ein Kugellager ersetzen.

Prinzip-Darstellung. Kugellager gut zu erkennen.

Zusammenbau:

Erst den Magneten in das Drehgestell einsetzen. Dann kommt der Anker in das dortige Kugellager.

Vor dem Anschrauben des neuen Motorschildes setzt man in dieses die Schrauben und drückt von der anderen Seite jeweils ein Distanzplättchen auf die Schrauben, denn nur mit diesem minimal-Abstand kann sich der Anker später wieklich frei drehen.

Das Motorschild festschrauben und die Kabel-Verbindungen vom alten Motorschild an das neue anlöten. Zum Schluss die sauberen Kohlen einsetzen und ihre Federn anlegen. Fertig.

Ein Extra ist das Fetten des Getriebes; ich verwende dafür das Trix Fett 66626. Das macht die Lok zudem noch ein bisschen leiser.

Und Probefahren! 🙂👍🏻

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Neue Lüftergitter für Rocos BR103.

Alle Fotos dieses Artikels: (c) Adler Modellbahnmanufaktur, Köln

Als Ersatz für die ärgerlich unpräzise abgetrennten Lüftergitter von Rocos Lokomotiven der Br 103 bietet nun ein Kleinserien-Hersteller geätzten Ersatz an.

…vorher – nachher.
So sehen die Teile aus.

Ich habe die Teile noch nicht mit eigenen Augen gesehen, aber auf den Muster-Fotos sieht das Ergebnis vierversprechend aus. Bessere Fotos sind avisiert, weitere Abbildungen und Infos auch im Stummiforum: https://www.stummiforum.de/t199105f2-Verschoenerung-unserer-BR.html

Bezugs-Quelle und Preise: https://www.wagenwerk.de/adler-modellbahnmanufaktu

Der Vorgänger-Artikel dazu, der die Misere darlegt: https://blog.mobaz.de/2019/11/18/rocos-lausige-luefter-der-br103/

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S-Bahn Berlin von Lima entklappert.

Neu unter Neunziger-Jahre Modell: märklins ‚Flüster‘-Schleifer 144133.

Limas S-Bahn Züge haben eine echte Erfolgsgeschichte erzählt. Wer aber Gleise mit Mittelleiter verwendet, wird ab Werk mit ohrenbetäubendem Geklapper bestraft.

Alte märklin-Fahrzeuge aus Metall mit Waggons aus Blech, am Besten auf M-Gleis, erzeugen eine, sagen wir, bemerkenswerte Geräusch-Kulisse. Aber irgendwie ist das auch cool.

Relativ moderne Fahrzeuge mit Klapper-Schleifern sind dagegen eine Zumutung. Eben weil’s nicht zusammenpasst.

Brawa bietet einen Schleifer namens Silencio an, der tatsächlich recht leises Fahren ermöglicht. Aber für seinen Verkaufs-Preis von etwa zehn Euro bekommt man je nach Händler drei oder vier originale märklin-Schleifer der Nummer 144133. Diese passen genau unter die Drehgestelle von Limas S-Bahn.

Der Austausch ist einfach:

  1. Alten Schleifer abschrauben
Der alte Schleifer, der Ungemach bereitet…

2. Kabel ablöten

…wird losgeschraubt und das Kabel abgelötet.

3. Lima-Schleifer entfernen

oben der märklin 144133 Schleifer, unten das Lima Teil. Das Rechteck aus Plastik muss oben eingefügt werden.

4. Lima-Plastik-Plättchen in den Schleifer von märklin einbauen

Das Kabel an den märklin Schleifer anlöten.

5. Kabel an den märklin-Schleifer anlöten.

6. Schleifer einsetzen und festschrauben.

und es ward Ruhe! 🙂

Fertig! 🙂 So fahren auch Modelle aus den 90er Jahren ohne nervtötendes Geklapper.

❤️
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Roco Z21 + App – Die Daten-Krake.

Ich wollte über die Z21 schreiben. Mache ich aber nicht. Warum? Weil die aktuelle App persönliche Daten verschickt, die „Roco“, oder wie die sich gerade nennen, nichts angehen.

Die alte Z21 App, also diese bunte, ist okay. Soweit ich weiß, ist die harmlos.

Es geht hier um die neuere App, die ab Werk in schwarz-orange daherkommt.

Diese App schickt die gesamten, persönlich einprogrammierten Daten zu Lokomotiven etc. an die ‚Modelleisenbahn GmbH‘. Nicht immer, natürlich nicht, aber doch, wenn man es nicht erwartet:

Tippt man nämlich auf „Fehler melden“ liest man, die „Aktive Anlage“ werde mitgeschickt. Da denkt man sich erstmal nichts dabei.

Ein Mitarbeiter der Firma teilte mir auf meine Verständnisfrage ausdrücklich mit, dies bedeute, dass Folgendes mitgeschickt werde: 1. die komplette Lokliste, 2. alle persönlich dazu eingegebenen Daten wie Decodertyp, Kaufdatum, Anmerkungen etc.. Der Grund sei, dass man nur so bestimmten Fehlern auf den Grund käme.

Auch eine Wahrheit ist, dass diese Firma, die man unter ‚Roco‘ kennt, sich auf diese dreiste Weise höchst persönliche Informationen über ihre Kunden erschleicht, die ihnen sonst verwehrt blieben.

Denn natürlich mit Absicht verschleiert man diesen Daten-krakigen Vorgang unter dem kryptischen Begriff „aktive Anlage“.

So aber erhalten die freundlichen und sehr neugierigen Österreicher eine Unmenge an klaren Aussagen darüber, welche Modelle sich nicht nur gut verkaufen, sondern welche tatsächlich aktiv genutzt werden – und womöglich, wenn der Kunde vertrauensselig genug war, mit welchem Decodertyp – und wer die Lok geschenkt hat.

Ich finde das unerträglich, wie feist hier vorgegangen wird.

Um sicherzugehen, dass ich das Alles richtig verstanden habe, bat ich um eine Erklärung. Aus dem Screenshot kann man sich eine eigene Meinung bilden. Man beachte die Vokabel „großteils“.

Angesichts der Daten-Skandale großer Firmen wie beispielsweise SONY kann man natürlich darauf vertrauen, dass „Roco“ die Userdaten ganz besonders hermetisch abriegelt. Nicht.

Ich habe mein komplettes Digitalzeug von Roco augenblicklich verkauft. Mein Hobby, meine Entscheidungen. Empfehlungen für Andere kann ich hier natürlich nicht aussprechen. Aber Denken, das darf ich, ne?

Randnotiz: Bei märklin telefonisch nachgefragt, ob sie Nutzer-Daten aus MS2 oder CS3 speichern, kam die Antwort: „Wir freuen uns ja, wenn wir sehen, dass jemand viele Loks besitzt. Aber welche das sind, das interessiert uns wirklich nicht.“ So soll’s sein. 👍🏻

Man muss in Österreich schon sehr verzweifelt sein. Oder gewissenlos.

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Glockenanker-Motore für TT-Lokomotiven von Kühn-Modell. Endlich.

Die lausige Motor-Qualität von Kühn-Modell ist geradezu legendär. Kühn-Loks sind zwar schön gemacht, aber mir fahren sie zu langsam und ziehen zuwenig.

So sieht der neue Antrieb eingebaut aus.

Rund sechs Jahre lang bin ich für die Firma Kühn Modell tätig gewesen. Anzeigen-Gestaltung und -Texte fielen damals zu 100% in meine Zuständigkeit. Auch viele Interview-Anfragen wurden aus dem Hintergrund von mir beantwortet.

(Besonders amüsant war, wie das Boulevard-Blatt „TT-Total“ einmal die eigenen Fragen vor Drucklegung nachträglich in Bezug auf meine offenbar unerwarteten Antworten abänderte, um besonders ‚originell‘ zu erscheinen…)

Außerdem beriet sich Kühn-Modell mit mir regelmäßig über mögliche neue Produkte sowie Varianten vorhandener Fahrzeuge.

Oft wurden meine konkreten Ideen genau so umgesetzt: Silberlinge, BR 103, BR 111, BR 260 und sogar das komplett neue Gleissystem habe ich vorgeschlagen und manchmal in zum Teil prägenden Details mitgestaltet. Falls jetzt jemand staunt: Die schriftliche Bestätigung dessen liegt mir vor.

Dabei war Manches gar nicht so einfach in den sturen, wenngleich damals wohlwollenden Gegenüber hineinzukriegen. Aber es war eine spannende Zeit, und es hat Spaß gemacht, so ein neues Sortiment ‚from scratch‘ mitzugestalten.

Zumal in einer Nenngröße, zu der ich vorher überhaupt keinen Bezug gehabt hatte.

Endlich können TT-Loks von Kühn-Modell so fahren, wie man das ab Werk erwartet…

Nur die Fahreigenschaften der Kühn-Loks störten mich ab dem ersten Modell, das ich ausprobierte. Also begann ich frühzeitig, nach Alternativ-Antrieben zu suchen.

Nun zählt eine gewisse Hartnäckigkeit zu meinen prägenden Charakterzügen, was sich fast immer auszahlt. Über zehn Jahre hat es in diesem Fall bis zum Erfolg gedauert. Und das, obwohl ich selber schon ewig nicht mehr TT fahre: Lahmende Kühn-Loks, das durfte so nicht bleiben.

Der erste Versuch galt einem Mashina-Motor. Der war zwar zugkräftig, aber er bewegte Kühns TT-Loks allerhöchstens in flotterem Rangiergang.

Eine Anfrage bei einem bekannten Austauschmotor-Anbieter stieß zunächst auf eindeutige Ablehnung, aber später tauchte in deren Sortiment dann doch ein Umrüstsatzauf. Natürlich zum von dort gewohnten Preisniveau von knapp einhundert Euro. Typische TT-Bahner reagierten höflich distanziert.

TKU001″ heißt der Motorsatz, erst demnächst (!) erhältlich über ebay oder Modellbahn-Union.

Als man vor Kurzem begann, für die Spur-N günstige Sets mit Glockenanker-Motoren anzubieten, da galt einer meiner ersten Gedanken den Kühn-Loks: Da musste doch was gehen…

Meine ersten Anfragen bei zwei Anbietern wurden sehr freundlich aber eben abschlägig beschieden. Dennoch, die Idee stand weiterhin im Raum.

Also fragte ich bei dem sehr rührigen niederländischen Anbieter www.micromotor.eu an. Man zeigte sich sehr aufgeschlossen und forderte direkt eine Kühn-Lok als Versuchsobjekt an.

Schnell erreichte mich das erste Versuchs-Foto, und nach wenigen Wochen war das Produkt namens ‚TKU001‘ fertig. Und die rote BR140 kehrte auf meinem Schreibtisch zurück.

Abstand der Schwungmasse zum Adapter-Ende.

Zugegeben, ich war etwas nervös beim Auspacken. Aber beim ersten Hochdrehen der Fahrstufen war ich sofort begeistert:

Noch immer leise aber diesmal kraftvoll und vor allem zügig beschleunigte die Kühn-Lok auf eine ernstzunehmende Höchstgeschwindigkeit, wie man sie von diesem Fabrikat eher nicht gewohnt war.

Gesamtlänge.

Zum Preis von maximal 33 Euro erhält man alles, was man braucht, um Kühn-Loks Leben einzuhauchen: Einen kräftigen, hochdrehenden (18.000 U/Min) fünf(!)poligen Glockenanker-Motor, zwei Schwungmassen, zwei Adapter-Röhrchen, zwei Litzen in ausreichender Länge und natürlich den neuen Motorhalter, der im 3D Druck entsteht.

Dazu braucht man nur eine Tube Metallkleber; ich verwende Pattex Sekundenkleber Gel (!), das gibt es auch in ‚ultra‘, wer es besonders fest haben möchte.

Alle Einzelteile. Schön übersichtlich.

Der Einbau ist einfach, man orientiert sich am Original. Zuerst die Teile gemäß Ihrer Verwendung zurechtlegen.

  1. Kühn-Lok demontieren und den Motor herausnehmen, seine Litzen an der Lok-Platine ablöten und die beiden Plastik-Einsätze für die Kardane sowie die Kunststoff-Halterung herausnehmen, diese drei Teile werden wiederverwendet.
  2. Die Schwungmassen so auf die Röhrchen kleben, dass diese auf der Seite mit den Vertiefungen etwa 2,71mm herausschauen.
  3. Die schwarzen Kardan-Aufnahmen in die Vertiefungen der Schwungmassen einkleben, dabei nur jeweils ein winziges Tröpfchen Sekundenkleber-Gel verwenden.
  4. Die Litzen sorgsam am Motor anlöten.
  5. Den Motor mittig in den grauen 3D-Druckkörper einkleben.
  6. Nun den Sitz der Schwungmassen mit dem Originalmotor abgleichen und die Röhrchen mit den Schwungmassen exakt übereinstimmend auf die Motorwelle kleben. Dazu in das Röhrchen ein Tröpfchen Kleber geben, nicht auf die Welle.
  7. Den kompletten Motor in die Halterung stecken und in die Lokomotive einsetzen.
  8. Litzen wie gehabt unten an die Platine einlöten, über Kreuz sorgt dafür, dass Fahrtrichtung und Beleuchtung weiß/rot übereinstimmen.
  9. Das Einsetzen der Kardane ist einfacher, wenn man zuvor die Getriebedeckel der Lok abnimmt, die Kardane dann erst in die Schnecke und dann in die Schwungmasse einsetzt. Schnecken sanft auf die Getriebe legen und die Deckel wieder aufklicken.
  10. Platine festschrauben (Decoder einsetzen?) und das Gehäuse aufsetzen.
  11. Bei vielen Decodern müssen die CV Werte für die Ansteuerung des Motors auf ‚Glockenanker‘ umgestellt werden. Dazu bitte die jeweiligen Anleitungen lesen.

Praktisch ist, dass Kühn-Modell oft Baukasten-Systeme anwendet und man in sämtlichen Kühn-TT-Lokomotiven den gleichen Motor-Block vorfindet. So kann der TT-Bahner seine gesamte Sammlung von Kühn-Lokomotiven mit diesem einen neuen Motor-Set aufwerten und endlich Freude an den Loks haben.

Auf Vorrat gekauft erspart einem dieser neue Antrieb sogar möglichen Frust zukünftig gekaufter Kühn-Loks, denn das Set passt ja immer.

So sieht das aus. 🙂

Fazit: 15 Jahre nach den ersten ausgelieferten Kühn-Loks gibt es heute endlich einen seriösen und zugleich soliden Antrieb für diese schönen Modelle. Günstiger Preis und einfacher Einbau erleichtern die Entscheidung.

Ob es ähnliche Motor-Sets auch für Modelle anderer TT-Hersteller geben kann, das haben die TT-Bahner selbst in der Hand.

Übrigens, eine Anfrage beim ‚TT-Kurier‘, ob Interesse an einem Artikel zum Thema bestehe, blieb bis Ende September unbeantwortet. TT-Bahner bleiben eben noch immer gern unter sich… 🙄

Alle Fotos mit weißem Hintergrund wurden mir freundlicherweise von micromotor.eu zur Verfügung gestellt.

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Sound für märklins Schienenbus 3016.

Neu in alt macht Spaß.

…ein kleiner Basteltipp: Wer einen leise fahrenden Schienenbus von märklin besitzt, der kann diesen sehr wohl auch mit aktuellem Sound ausrüsten. Ich habe einen Zimo Sound verwendet, den gibt es jetzt auch mit mfx, und mit einem Kondensator gepuffert.

Im Gegensatz zum Foto sollte man den alten Motor gegen einen neuen Fünfpoler austauschen. (…die Trix Gleise sind hier nur Dekoration)

Die Glühlampen habe ich gegen LED Plättchen ersetzt. Die strahlen dann flächig nur nach vorn.

Der große Lautsprecher, mit einem Klecks Sekundenkleber-Gel fixiert, macht ordentlich Radau.

Fazit: Es ist wirklich nett, solche alten Klassiker technisch in die Jetztzeit zu holen.

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Kurzkupplung für den märklin Vectron ‚Start Up‘.

Märklins Start Up Loks besitzen unfassbar lange Kuppelabstände. Ein Produkt-Klassiker hilft dagegen.

Etwas Sicherheits-Abstand.

Seit Mitte der 80er Jahre gibt es unter dem Produktnamen ‚Symoba‘ kleine, kompakte Kulissen für Kurzkupplungen. Damit lassen sich sogar moderne Fahrzeuge modernisieren. Denn märklins Diesel-Vectron hält seine Waggons auf Angst-Abstand. Und das sieht schon albern aus:

Original-Kupplungsabstand.

Außerdem hängen diese Kupplungen meistens schräg herab, was automatisches Ankuppeln wirksam verhindert.

Mit echter KK auf beiden Seiten.

Um diese schöne Lok mit funktionierenden Kurzkupplungs-Kulissen auszustatten braucht man nur Mut, einen flachen Schraubendreher, Sekundenkleber-Gel, eine kleine Feile und eine kompakte Zange. Dazu natürlich ein Set 120 von Symoba: http://www.schnug-modellbahn.de/Verkauf%20Dateien/SYMOBA-Startset.html

Der modernisierte Bahnräumer-Kasten von innen.

Der Umbau ist relativ einfach:

  1. Das Gehäuse abnehmen, dazu müssen vier Schrauben aus dem Boden herausgedreht werden.
  2. Mit einem flachen Schraubendreher an beiden Enden die grauen Kunststoff-Bauteile vollständig vom Metallboden lösen.
  3. Wieder mit einem Schraubendreher die Bahnräumer vom Oberteil ablösen; sollte etwas abbrechen, kann man dies später unsichtbar verkleben.
  4. Kupplungsträger herausnehmen und weglegen; wer märklins Kupplung weiterverwenden will, kann das tun: Bei mir hat das testhalber funktioniert, diese Aussage erfolgt ohne Gewähr für die eigenen Umbauten der Leser!
  5. Den großen runden Sockel im Schienenräumer entfernt man einfach, indem er mehrfach mit einer Zange zusammenquetscht wird, immer um 90 Grad versetzt. Irgendwann kann man den Sockel herausdrehen.
  6. Eventuell überstehende Grate flachfeilen.
  7. Die Kulisse im üblichen Verfahren in den Einsatz mit Treppen hineinkleben, Symoba bietet dazu eine umfassende Anleitung. Zum Fixieren verwende ich das Sekundenkleber-Gel von Pattex – andere Kleber sind sicher ebenfalls geeignet.
  8. Den Kupplungsträger aufschieben, soweit es geht, sodass er noch frei ausschwenken kann, und den Dorn sinnvoll möglichst weit kürzen.
  9. Um den Kupplungsträger wirklich horizontal zu halten: Zwei kleine Plastikplättchen erst übereinander und dann unter den Kupplungsträger kleben.
  10. Den Bahnräumer wieder mit Klebepunkten an der Oberseite befestigen und trocknen lassen.
  11. An den drei Stöpseln auf der Oberseite die kleinen Kragen wegschneiden, dann das komplette Bauteil mit Sekundenkleber-Gel im Lok-Rahmen befestigen. Kupplung einstecken – fertig.
Die beiden flachen Plastik-Plättchen unter dem Normschacht halten die Kupplung waagerecht.
Original-Zustand. Ästhetisch ist anders.
Kompakt, praktisch, passt.

Fazit: So macht die Lok mehr Freude. Andere Hobby- und StartUp Loks werde ich später mal überprüfen, ob dieser Umbau auch dort möglich ist.

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Sicheres Kuppeln für die BR74 von märklin & Trix.

So funktioniert das. Leider nicht ab Werk.

Labberig herunterhängende Kupplungen taugen nichts. Das weiß man über märklins Traxx Loks seit ihrem Erscheinen 2006. Leider betrifft das Problem auch die hübsche Dampflok der BR74.

Natürlich kann man da was machen, und zwar sehr einfach. Denn betroffen ist vor allem die vordere Kupplung. Man klebt einfach eine kleine, schwarze Plastik-Platte unter die Kupplungskammer. So wird der Kupplungsträger leicht angehoben, und das Ankuppeln funktioniert.

Ein bisschen Plastik hilft. 🙂
Der Spalt hat seinen Sinn…

Wenngleich… Überpuffern war mir bei märklin jetzt neu. Egal ob mit Original-oder anderer Kupplung.

Überpuffern gehört abgeschafft.

Kurzerhand habe ich die Kupplung ihrer rückseitigen Klippse beraubt und mit dem wirksamen aber alles andere als bombenfesten Sekundenklebergel von Pattex im Schacht fixiert, dabei etwa einen Millimeter weit herausgezogen.

Mit diesem ‚Sicherheits-Abstand‘ der Kupplung zum Schacht schiebt und zieht die Kleine ihre Waggons ohne Nervereien.

So macht die kleine Lok Freude, es gibt keine Entgleisungen, und man kann sogar erfolgreich rangieren. …vielleicht überarbeitet märklin diesen Kupplungsträger mal. 🙂

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Hobbytrain SVT 137 in Spur N.

Schigges Ding, made in Düx. (Das Vorbild wurde in Köln-Deutz gebaut.)

Spielen oder Anschauen – der Zweck mancher Modellbahn-Fahrzeuge erschließt sich nicht immer sofort. Viele Fahrzeuge, die von Lemke geliefert werden, sehen zwar nett aus. Aber die Konstruktions-Qualität lässt (zu) oft zu wünschen übrig.

Der Triebzug SVT137 ist so ein Beispiel. Aus der Packung heraus sehr schick, fein detailliert und sauber bedruckt. Es gibt ihn sogar mit Sound. Wenn man aber mehr will, als nur draufschauen, nämlich spielen, dann geht es los.

  1. Die Beleuchtung rot/gelb müsste natürlich rot/gold-weiß sein, und die LED nebeneinander (!) anzuordnen führt zu ungleichmäßiger Verteilung. Wirklich dämlich.
  2. Stromabnahme über labberig aufgelegte Bleche, typisch z.B. für Kato, aber auf Dauer ein Stör-Faktor. Hier müssen Lötverbindungen her.
  3. Die Fahrzeuge sind allesamt viel zu leicht. Gerade in engeren Radien (R2, R3) hebeln sich die mittleren Drehgestelle heraus.
  4. Keine Innenbeleuchtung eingebaut oder gar vorgesehen.
  5. Der Lautsprecher besetzt gleich diverse Sitzreihen, deren Lehnen sogar gekürzt wurden.
  6. Die Befestigung der Gehäuse ist sehr schlampig ausgeführt. Sogar an den Spitzen bewegen sich Ober- und Unterteil auseinander.
Schni, Schna, Schnappi…

Angesichts des hohen Preises eine lumpige Konstruktion – schick, aber praxisfern. Also, was tun?

zu 1. Die blöden LED habe ich gegen goldweiße ausgetauscht: https://www.modelsector.com/leuchtdioden-und-zubehoer/led-2mm-tower/kurzkopf–led-2mm-warmwei-klar.php

Safety first – derart angeschlossen ist die Stromaufnahme ungleich sicherer. Man sollte den Litzen allerdings deutlich mehr Spiel gönnen, sie also länger halten, als ich das hier zuerst tat…

zu 2. Alle aufgelegten Bleche wurden entfernt und durch gelötete Kabelverbindungen ausgetauscht. Ja, das ist eine aufwändige, fummelige Arbeit, weil der ganze Zug neu verkabelt werden muss. Aber so minimiert man Probleme mit der Stromabnahme und bringt das Fahrzeug auf ein technisches Niveau, das bei anderen Herstellern ab Werk der Fall ist.

Gewicht im Steuerwagen, und dann klappt auch ‚rückwärts fahren‘ ohne Entgleisungen.

zu 3. Gewichte aus dem Autoreifenbedarf (!) helfen, pro fahrzeug jeweils zwei. Der Mittelwaggon bekommt zwei in seine Bodenwanne, nahe den Drehgestellen. Im Endwagen ohne Motor platziert man ein Gewicht in die Bodenwanne nahe dem inneren Drehgestell, das andere klebt man über das vordere Drehgestell, der Fahrsicherheit wegen. Der Motorwagen erhält seine zwei Gewichte auf den blauen Kunststoff.

Damit das Gehäuse wieder draufpasst, muss hier der Schaumstoff von den Gewichten weggeschnitten werden. Sekundenkleber-Gel hält die Dinger fest, lässt sich aber im Zweifel wieder entfernen.

Elektrisches Licht für alle, vom Decoder aus schaltbar.
Hier erkennt man die beiden Gewichte, dazu die kleine LED-Platine und die Kabel, die zum Decoder führen.

zu 4. Mit den üblichen, stabilen Lichtleisten von Eickmann oder Hufing lässt sich eine nette Beleuchtung einbauen. Die Verkabelung gestaltet sich zwar mühselig, weil man hier in Schlangenlinien vorgeht, aber das Ergebnis ist schon schick. …ob andere Produkte besser sind, werde ich eines schönen (Sonnen-)Tages mal ausprobieren. Der Anschluss erfolgt wegen der altmodischen Schnittstelle direkt an den Lokdecoder, der die Funktion F1 separat schalten können sollte.

zu 5. Die Einrichtung habe ich grau grundiert und die Sitze in einem netten Grün gestrichen, einfach, weil’s mir so gefällt. Die Spezial-Abteile im Steuerwagen erhielten braune Wände.

zu 6. Um die Gehäuse sinnvoll zu befestigen kann man sich erstmal mit dünnem Doppelklebeband behelfen. Aber die ‚Nasen‘ gehen dann trotzdem auseinander. Das ist echt gedankenlos konstruiert. Allerdings könnte man sich mit einer Schraub-Verbindung behelfen. Dazu reiche ich demnächst was nach. Der Schni-Schna-Schnappi-Look kann ja so nicht bleiben.

Außerdem: …ein Glockenanker-Motor wird folgen, das ist mal klar. 🙂

Fazit: Eine schöne Hülle macht noch kein gutes Modell. Die billige Stromabnahme über Bleche ist bei Lemke Usus. Aber nur, weil die das schon immer so machen ist es noch lange nicht gut. Den Ärger haben die Kunden, denn irgendwann läuft Federbronze an, und das war es mit dem Kontakt. Mir war es den Aufwand wert.

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Märklins angeknackster Zauberstab

märklin-Digital ist eine große Nummer. Seit 1984. Zwischenzeitlich von Esu versorgt, führt märklin längst alles wieder in einer Regie. Man möchte meinen: Leider.

So sieht das aus, mit verkehrt aufgedrucktem Logo und aufgestecktem Decoder, der sich nicht programmieren lässt.

Auch bei märklin-Digital, ob nun mit oder ohne Mittelleiter verwendet, kommt schnell der Wunsch auf, die Decoder nach eigenem Gusto einzustellen und ein paar Gimmicks einzustellen.

Märklin offeriert dafür einen relativ günstigen Programmer in Form eines zweiteiligen USB-Sticks. Die Software bietet märklin gratis zum Download an; das wirkt erstmal alles sehr professionell. Bis man mit märklins Denke zusammenprallt.

Das ist nämlich das eigentliche Problem von Software: Sie offenbart ungeschönt das Denken und die Mentalität ihrer Entscheider und Entwickler.

In märklins Fall hat man es hier mit vielen Verboten, Grenzen und Kompliziertheiten zu tun.

Lieferumfang. Plus marginal-Anleitung.

Software – neue Software.

Also, ich installiere die Software und erfahre danach via PopUp, dass es eine neue Version gibt. Okay, die lade ich ebenfalls runter und warte. Nichts passiert.

Denn nein, die installiert sich nicht eigenständig, das soll ich selber anschubsen. Aber wie, denn wo ist sie hin?

Schließlich finde ich die Datei, irgendwo auf dem PC, in irgendeinem Ordner, von dessen Existenz ich bis dahin nichts wusste. Leicht grummelig deswegen installiere ich das Zeug. So jetzt aber. Schaut nett aus, kein weiteres PopUp. …bisschen viel Aufwand, um einen sanften Lichtwechsel einzustellen.

Hier genau hinschauen.

USB-Stick und Schnittstellen-Aufnahme sitzen sehr locker aneinander, denkt man so. Irgendwann entdecke ich eine winzige Abstufung. Mit sanfter Gewalt eingepresst klickt es leise, und die Teile sind fest verbunden. Alles sehr … subtil.

Programmieren mit dem Programmer verboten.

Decoder aus der MHI-247 in den Schnittstellen-Abschnitt eingesetzt, den in den USB-Stick, und auslesen… Ah, wie schön, ein neues PopUp:

kein Nachrüstdecoder“. Ja, ich WEISS, Schätzchen!

Ja, stimmt. Ist ja aus der gekauften Lok, ne? Dasselbe verzählt mir das Programm beim Decoder der recht aktuellen BR 120. „kein Nachrüstdecoder“. Keine weitere Erklärung. Ich schaue auf Amazon nach einem Box-Sack.

Erst via Google erfahre ich, dass Decoder aus märklin-Loks, die ab Werk mit Decoder kommen (ähm, also inzwischen alle) nicht mit diesem Programmer programmiert werden können. An sich schon mal wenig Kunden-nah. Aber:

Anstelle genau! diese! Info! in das verflixte PopUp reinzuschreiben, steht da… Sie wissen schon.

Märklin nannte mir am Telefon „rechtliche Gründe“ als Ursache für diese Sperre, damit Kunden ihre Loks nicht (ausdrücklich kein O-Ton aber sinngemäß) ‚kapputtprogrammieren‘.

Allerdings kann man die genannten Decoder laut Service sehr wohl per CS3 individuell programmieren oder alternativ per CV Programmierung zum Beispiel mit meinem ProfiBoss von Fleischmann (!) wie gewünscht verändern. Da hegt man bei märklin in klarer Logik keine rechtliche Bedenken Mit Letzterem aber nicht fest einschreiben, wie mit dem märklin-Programmer theoretisch möglich.

Also, Märklin macht es mal wieder unnötig kompliziert. Es wird aber noch besser.

CV-Empfehlungen bleiben märklins Geheimnis.

Fragt man beim märklin Service nach, welcher CV Einstellungen ein märklin-Decoder aktueller oder vorheriger Bauart bedarf, um einem (seltsam hüpfenden) märklin-StartUp ICE2 zu optimalen Fahreigenschaften zu verhelfen, heißt es wörtlich „…gibt es keine Tabellen für die Einstellungen der verschiedensten Modelle. Dies muss ein Umrüster sich selbst erarbeiten.“ Wie bitte?

Der Zug ist tausendfach verkauft worden, aber märklin gibt die optimalen CV Werte nicht preis? Und sorry, „erarbeiten“ werde ich mir gar nichts.

Andere Decoder-Hersteller geben klare Empfehlungen, was wie zu programmieren ist, damit die Lokomotiven optimal fahren. Und märklin orientiert sich an Helmut Kohl „i sag’s net!'“? Das ist ablehnend bis autoritär. Es geht aber noch weiter.

DOS-Niveau mit Windows-Optik.

Für eine decoderfreie Lok kaufte ich einen märklin-mld3 Decoder; wenigstens der sollte sich ja einfach programmieren lassen, ne? Ziel:

F0: Licht an, weiß / rot, mit der Fartrichtung wechselnd, sanfter Lichtwechsel.

F1: Alle Lichter auf Lokseite 1 aus.

F2: Alle Lichter auf Lokseite 2 aus.

F3: Digital schaltbare Kupplungen

F4: Verzögerungen aus, rote lichter aus, weiße Lichter beidseitig an.

Klingt praxisnah, oder? Ließe sich als Projekt abspeichern und in so ziemlich sämtliche soundfreien Bundesbahn-Loks einprogrammieren, sozusagen hineinstempeln. Soweit die Theorie.

Denn diese Software ist so kryptisch konzeptioniert, dass man keine Chance hat, zu verstehen, wie sich das konkrete und keinesfalls sonderlich ambitionierte Ziel erreichen lässt. Anstelle klarer Ansagen findet man eine Fach-Terminologie vor. Für ein solches Produkt einer derart bekannten und beliebten Firma ist das inakzeptabel.

Den sanften Lichtwechsel und die Motor-Einstellungen habe ich hingekriegt. Aber dann… 🤬 …ich überlege, ob anstelle des Box-Sackes ein Trampolin mehr Effekt hätte? Und was werden die Leute gegenüber sagen…? 🙀

Natürlich beschied mich der märklin-Service auf eine Anfrage abschlägig, „keinesfalls“ erstelle man individuelle Decoderprojekte.

Eine Anfrage in einem märklin Fan-Forum brachte keinerlei Erkenntnissse – außer, dass bereits eine Vielzahl an Modellbahnern an dieser Software gescheitert ist. Das ist also ein sehr, sehr schlechtes Produkt!

Was mich daran so aufregt, das ist die Attitude, mit der sowas auf die Kunden losgelassen wird: märklin erwartet in 2021, dass der Kunde sich in die Materie „einarbeitet“. Dabei besitzen die Menschen, die so etwas entscheiden, allesamt sicher Smartphones und wissen sehr genau, was intuitive Bedienen bedeutet: Das Gegenteil von märklins Decoder Tool.

Nach vielen, vielen frustrierenden Versuchen habe ich das Projekt erstmal abgebrochen.

Der letzte Versuch. 🙂

Ich sollte eine Lok mit einem märklin mld3 Decoder umbauen. Großspurig gab ich an, das Ding „narrensicher“ mit den neuen Werten ’stempeln‘ zu können – ich habe ja den Programmer. Und beäuge online eine Schachtel Valium, ist weniger Aufwand.

Mir war bekannt, dass man in die seitliche Schraubenleiste der Schnittstellenplatine viele viele Kabel einbringen muss, um den Decoder zu programmieren. Aber irgendwozu muss ja diese achtpolige Steckdose ja gut sein. Also, Kabel sinnig gekürzt, die nicht gebrauchten zusammen in einem Schrumpfschlauch gebändigt, und ab mit dem Decoderstecker in die Platine. …Sie können es sich denken, oder? Genau. Nüscht.

Decoder antwortet nicht“.

Also denke ich mir, ‚gut, der Decoder hat ja seine Buchsenleiste drauf, also einfach das Schutzgummi wegschneiden und den Decoder mit seiner 21poligen Schnittstelle in die Platine stecken. Was man eben so denkt. Was ich aber dann sah, fand ich optisch schon etwas eklig:

Von oben so…
…von unten so: Die Litzen wurden in den Buchsen der 21poligen Schnittstelle hineingelötet.

märklin hat die Kabel IN die Buchsen hineingelötet, Bah. Unelegant und irgendwie 50er Jahre Niveau.

Zum Programmieren muss man die Litzen VOR dem Einbau hier einschrauben. Ergebnisse mal eben in der Lok ausprobieren iss nich.

Fazit: Der Programmer von märklin ist nett günstig, aber er darf zuwenig, und er bringt eine kryptische, geheimnisvolle Software mit. Liebhaber von Textaufgaben dürften ihre Freude daran haben.

Man hält den Kunden womöglich absichtlich unfrei, um entweder mehr Geld zu verdienen (Kauf der CS3) oder um sich vor angeblichen Service-Fällen zu schützen. Man hat viel Angst bei märklin.

Den Kunden doof zu halten, das war sogar Apple langfristig zu doof, und mit der MP3-Fähigkeit wurde der IPod erfolgreich. Man kann daraus lernen. Ob märklins Denke jemals wirklich in 2021 ankommt?

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ICE 1 in N von Fleischmann mit Glockenanker-Motor.

Für Fleischmanns ICE Triebköpfe 7440 / 7450 / 7452 bietet micromotors.eu einen Umbausatz an, inklusive Porto bezahlt man dafür rund 35 Euro. Mit neuen Schnecken und einer Schwungmasse ist alles dabei.

Man braucht eigentlich keine Anleitung. Ich habe alles nach Gefühl und mit Ausprobieren zusammengesteckt und zusammengeklebt. Der gesamte Umbau hat inklusive Löten nur etwa eine halbe Stunde gedauert.

Auseinander:

  1. Triebkopf demontieren.
  2. Herumdrehen und die Drehgestelle herausnehmen, dazu die seitlich eingesteckten Stangen entfernen.
  3. Die Platine herausnehmen, dazu die Klippse von oben vorsichtig zur Seite schieben.
  4. Den Fleischmann-Motor herausnehmen, dabei die zwei großen Zahnräder beiseite legen und nach Wahl die schwarzen Kunststoff-Schnecken von der Welle abziehen.
Original-Antrieb by Fleischmann. Decoder ist bereits eingebaut.
Auch hier sieht man den Kohle-Abrieb des Fleischmann-Motors. Den dadurch entstehenden Problemen entgeht man durch den Einbau des Glockenanker-Motors.

Neu zusammen:

  1. Den neuen Motor mit einem winzigen Klecks Sekundenkleber in seinem gedruckten Gehäuse fixieren, und zwar so, dass die Kabelanschlüsse waagerecht angeordnet sind.
  2. Das beiliegende schwarze Kabel mittig durchschneiden, beide Enden kurz ablängen, die Litzen verzinnen und jeweils ein Ende an den Motor löten.
  3. Auf die neuen Adapter-Röhrchen entweder Fleischmanns schwarze Schnecken komplett aufdrücken oder die neuen Messingschnecken komplett aufschieben und dabei festkleben.
  4. Auf ein Röhrchen die Schwungmasse aufschieben aber noch NICHT verkleben.
  5. Den Motorblock locker in seinen Platz im Metall-Rahmen legen und das Röhrchen ohne Schwungmasse einkleben, sodass die Schnecke mittig über dem Drehgestell-Halter liegt. Immer wieder in der Länge abgleichen hilft.
  6. Nun dasselbe mit dem zweiten Röhrchen.
  7. Erst wenn der Kleber das Röhrchen wirklich fixiert den Ort für die Schwungmasse mit der Aussparung im Rahmen abgleichen, einen kleinen Klecks Kleber auf das Röhrchen geben, die Schwungmasse draufschieben und – warten, bis alles wirklich fest ist.
  8. Nun Fleischmanns Motorkontakte von der Platine abbrechen und die kurzen Kabel vom Motor dranlöten.
  9. Platine sorgfältig wieder aufsetzen und mit allen Metall-Klippsen fixieren.
  10. Drehgestelle wieder einbauen; ein paar kleine Tröpfchen Öl auf die bewegten Teile schaden nicht.
  11. Sollte das Fahrzeug sich in Bezug auf die Beleuchtung falsch herum bewegen einfach die Motor-Kabel auf der Platine vertauschen, nicht unnötig direkt am Motor herumbraten. Das war es schon.
So sieht der neue Antrieb von micromotor.eu aus. Passt.
So werden die neuen Anschlusskabel für den Motor verstaut.
Decoder-Anschlüsse für Motor und Stromversorgung; auf der Platine müssen zwei Schnitte gesetzt werden, pink gekennzeichnet.
So habe ich die neuen LED angeschlossen. Etwas wüst, funktioniert aber prima. 🙂

Ich habe noch einen D&H Decoder eingebaut und die beiden Glühlampen gegen 19V LED ausgetauscht. Diese sind mir persönlich für diesen Zug aber zu funzelig, da kommt also noch Besseres.

Nun bewegt sich der ICE leise über die Gleise; nur das typische das Getriebegeräusch bleibt. Mir gefällt der Zug jetzt noch besser.

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Allgemein Digital Gedanken Spur N Umbauten Lokomotiven

BR 110.1 von Minitrix mit Glockenanker-Motor.

Robust aber laut, so kennt man die klassischen Antriebe von Arnold oder Minitrix. Neue, günstige Motor-Sets lassen die sägenden Geräusche schnell vergessen.

Diese unscheinbare Anordnung bewirkt exzellente Fahreigenschaften auch ältester N-Loks.

Drei neue Anbieter, tramfabriek, 1001-digital und micromotor, liefern für 25 bis 30 Euro alle Teile, um die originalen Krach-Motore zu ersetzen. Dabei sind ein (tatsächlich) fünfpoliger Glockenanker-Motor, ein Adapter für den Einbau aus dem 3D Drucker, eine oder zwei Röhrchen als Adapter sowie fallweise neue Schnecken oder sogar Schwungmassen.

Der Umbau geht meistens leicht von der Hand. Schnell sind die Einzelteile zusammengesetzt, dabei ist nur ein gewisses Augenmaß gefragt.

Eine Fachwerkstatt sollte diese Schnecken entfernen (für den Schnappschuss nur locker aufgesteckt). Diese vielen Beschädigungen sind das Resultat. Tja, wo ‚Engel‘ draufsteht kann eben viel Ego und eben ‚Bengel‘ drinsein.

Einziger Nerv-Faktor der Minitrix Motore sind ihre Schnecken. Sie werden oft wiederverwendet, sitzen aber extremst fest auf den Wellen. Diverse konsultierte Optiker, Schlüsseldienste und Feinmechaniker sind beim Versuch, die Wellen abzuziehen, an dieser Technik ‚Made in Germany‘ gescheitert, zumeist recht amüsiert („wieso muss das SO fest sein, wie lang sind die die Züge, meine Güte?!“) . Also vertraut man die Motore einer Modellbahn-Fachwerkstatt an, über Google und Ähnliche findet man welche.

Ich werde nun nach und nach verschiedene Umbau-Vorschläge zeigen, dabei beginne ich mit der einfachsten Möglichkeit, dem reinen Motortausch. Das Objekt ist eine blaue Kasten- 110 von Minitrix, produziert in Nürnberg 2002.

Obwohl die Form der Minitrix 110 seit Jahrzehnten existiert, gefällt mir die Lok ganz prima.

Anleitung:

  1. zwei lange, freie Litzen an den Motor löten
  2. den Motor vorsichtig in das 3D-Druck Gehäuse drücken, dabei die Litzen herausfädeln
  3. die Minitrix-Schnecken sauber auf die Enden der Röhrchen (‚Adapter‘ genannt) kleben
  4. die Adapter mit sehr (!) wenig Kleber auf den Motorwellen befestigen, zuvor immer wieder an der Lok die exakte Position prüfen
  5. Motorsatz vorsichtig seitlich in die Lok einschieben, dabei auf die Litzen durchfädeln
  6. Litzen sinnvoll kürzen und auf die Platine löten. Fertig.

Nun also zur Probefahrt. Der Effekt ist verblüffend: Eine zuvor nervig knurrende 110 von Minitrix bewegt sich nun angenehm geschmeidig und ohne jedes Geräusch über die Strecke. Das Fehlen der Schwungmasse macht sich nicht negativ bemerkbar, denn das war vorher nicht anders. Dynamisch und gleichmäßig fährt die Lok über die Anlage.

Und man lernt, dass der Mensch tatsächlich eine Art Gewohnheits-Tier ist: Nach Jahren mit lauten N-Loks meint man beim ersten Losfahren mit dem neuen Motor doch wieder etwas zu hören. Natürlich blanker Unsinn, denn Einbildung ist eben keine Bildung.

Also, die Lok ist leise. Man hört wirklich gar nichts, nur bei sehr hoher Geschwindigkeit bemerkt man dezent die Messing-Zahnräder arbeiten. Aber das klingt sogar ganz nett.

Ich bin rundum zufrieden. Die N-Bahn hätte ein viel besseres Image, wenn die Hersteller nicht über Jahrzehnte so schnarrende Antriebe eingebaut hätten.

Nach wenigen Tagen Fahrbetrieb bereits zeigte sich in der damals neuen Minitrix 110 Kohle-Abrieb. Die neuen Motore ersparen einem solche Erfahrungen.

Minitrix hat dieses Fahrwerk über Jahrzehnte baugleich verwendet für Lokomotiven der Baureihen 110, 111, 112, 114, 139 und 140. So ist es also möglich, einen großen Teil älterer und auch stein-alter Lokomotiven mit aktueller Antriebstechnik aufzuwerten und die alten Schätzchen neu zu entdecken. Antriebs-Sets für weitere Lokomotiven findet man auf den Websites, und es kommen fortlaufend neue Varianten dazu.

Hinweis: Meine blaue 110 war ein eigensinniger Fall, muss am Besitzer liegen. Denn nach dem Umbau saß der Motor noch minimal zu hoch, sodass die Schnecken lediglich die Zahnrad-Spitzen berührten. Diversen 3D-Gehäuse-Varianten später (danke nochmal an Sven!) griff ich zum Cutter und nahm mir autoritär das 3D Gehäuse vor:

So habe ich den Boden ausgeschnitten. Auch die Stirnseiten wurden leicht angepasst.

Boden sowie die stirnseitigen Aufnahmen des 3D-Gehäuses schnitt ich so weit aus, dass der Motor tief genug einsinken konnte. Eine gewisse Menge Sekundenkleber fixiert den Motor dann endgültig in seinem schwarzen Gehäuse, und alles passt.

Ob man bei Trix damals den Rahmen geändert hat, keine Ahnung. Wie gesagt: Ältere Auflagen der 110 / 111 / 112 / 140 lassen sich ganz einfach durch Umstecken umrüsten.

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Ein Lob für den Service von Lenz Elektronik.

Wer (Modellbahnen-)baut, baut auch mal Mist. Vor zuviel Frust bewahrt einen der der Austausch-Service von Lenz Elektronik.

Loks mit Decodern auszurüsten macht Spaß, und gerade bei Fahrzeugen ohne Schnittstelle ist das Erfolgserlebnis besonders intensiv.

Wenn aber aus eigener Dusseligkeit ein Decoder zerstört wird, dann ergeben sich zugleich verschiedene negative Szenarien:

Frust entsteht, weil einem die eigene Unachtsamkeit vorgeführt wird. Außerdem nervt der finanzielle Schaden, weil gerade 30 bis 100 Euro ins Nirvana entschwunden sind. Man kann sich also mehrfach ‚bestraft‘ fühlen. Was in der Folge bei sensiblen Gemütern Ängste verursachen kann, mit der primitivsten Lösung: Man verteufelt die ganze Digitaltechnik.

Abgesehen davon bauen manche Hersteller minderwertige Motore ein, weil man sich nicht vorstellen kann oder möchte, dass mit ihren Zügen wirklich gespielt wird – und derartige Motore nehmen beim Kaputtgehen den Decoder direkt mit.

Nun gibt es verschiedene Methoden der Hersteller, mit solchen (Aus-)Fällen umzugehen. Die von Lenz Elektronik ist zweifellos die Angenehmste.

Von einer ‚Service-Pauschale‘ bis zur Reparatur in der eigenen Firma reicht die Palette.

Dabei kann so ein Decoder-Defekt sehr wohl auch durch einen Herstellungsfehler verursacht worden sein. Dazu erreichten mich verschiedene, gleichlautende Meinungen. So oder so, es wird teuer.

Ganz anders bei Lenz Elektronik: Dort tauscht man meiner Erfahrung nach z.B. defekte Lok-Decoder oft ohne viel Federlesen aus, gegen nagelneue Bausteine. Einfach so.

Das ist eine großartige Sache, denn so bleibt es für den Modellbahner bei der einmaligen Investition – und man fühlt sich gut aufgehoben. Abgesehen davon harmoniert die heutige Lastregelung der Lenz-Decoder aus der Schachtel heraus mit den meisten Motoren ganz prima. Plug & Play funktioniert hier.

Ganz offiziell gibt man bei Lenz sogar sechs (!) Jahre Garantie auf seine Produkte, natürlich unter klaren Regeln, die auf der Website genannt werden: https://www.lenz-elektronik.de/digital-plus/garantie.php

Lenz Elektronik beweist seinen Kunden gegenüber ein Wohlwollen, das im angenehmsten Sinne ‚altmodisch‘ zu nennen ist. Und um viel älter zu klingen, als ich bin: Schön, dass es das noch gibt. 🙂