Roco V200 43522 mit Sound & Licht

Seit 1985 gehören Rocos schöne Modelle der V200 zu den Klassikern auf H0 Gleisen. Mit ein bisschen Geschick bekommt man auch in älteste Versionen sichtbares Licht und sogar Sound hinein. Dieser Artikel wird später ergänzt, dann werden auch andere technische Versionen gezeigt.

Dieses Modell ist es wirklich wert, ‚gepimpt‘ zu werden, da hat Roco schon Mitte der 80er Jahre gezeigt, wie wirklich feine Modelle aussehen sollten.

…vielleicht mit Ausnahme der Glas-Einsätze für die Lampen, die könnten wirklich mal formneu und schöner gemacht werden. Das wäre dann ein Ersatzteil, dass sich für Loks aus 35 Jahren verkaufen ließe. 🙂

Diese V200 sollte Sound und ein sichtbares Schlusslicht bekommen. Beides lässt sich leicht realisieren, denn diese Lok wurde Ende der 90er Jahre produziert. Also schon mit Schnittstelle aber noch mit nur zwei Glühlampen und kurz/langen Lichtleitern ab Werk. Eigentlich sollte die Beleuchtung mit einer vorhandenen Austausch-Platine von Roco gelöst werden, aber auch damit war das Schlusslicht noch immer zu funzelig. Also mussten helle LED her.

Man nehme:

So klebt man die LED gegen die Lichtleiter. Eigentlich könnte man das auch mit warmweißen LED machen… Links versteckt sich bereits der Lautsprecher. Hinter der weißen Glühlampe ist ein Streifen Moosgummi zu erkennen.

Zuerst nimmt man die Führerstände heraus und kürzt die langen Lichtleiter. Die Trennstellen feilt man dann glatt (also anders, als auf den Fotos zu sehen), denn nur dann ist der Licht-Austritt optimal. Hier klebt man direkt die roten 19V LED gegen. Gut festwerden lassen.

Im Rahmen befindet sich eine Aussparung, in die eigentlich der Lokdecoder sollte. Ich nutze diese Vertiefung für den Lautsprecher, das passt zufällig ganz gut. Den Boden mit Isolierfolie auskleiden; die Kontakte des Lautsprechers kommen nach rechts.

So isoliert man den Boden der ex-Decoderkammer.

Nun den Sounddecoder mit harmlosem Kleber so auf der Platine befestigen, dass sein Ende mit nur zwei Kabeln so gerade unter dem Ausschnitt des oberen Metall-Bügels endet.

Wer hier noch ein durchgehendes massives Guß-Teil vorfindet, sollte dieses einfach zweimal durchsägen, sodass die Gehäuseschrauben nach wie vor greifen, die Mitte aber freiliegt; die Lok bleibt schwer genug.

Dann habe ich die Kabel am Schnittstellenstecker gekürzt neu angelötet, damit keine Kabel-Schlaufen herumliegen.

Anders, als auf dem Foto ist auch der Motor über die Schnittstelle angeschlossen, die grünen Drosseln wurden durch starre Drähte ersetzt, und der kleine Kondensator, der die Motorkontakte überbrückt wird ausgelötet: Nur nach diesem Eingriffen kann die Motorregelung sinnvoll arbeiten.

Diese Bereiche mit Folie aus Zellkautschuk abdecken, damit keine Kurzschlüsse entstehen können. WICHTIG: Auch auf den Stecker in der Schnittstelle einen Streifen Isolierfolie kleben. Denn das Gewicht darüber ist aus Metall… Und je lauter das *Bzzz* desto teuerer die Decoder-Reparatur. 😏

Prinzip-Anordnung. Der Kondensator darf nicht wie gezeigt auf der Platine liegen. Er gehört darunter, wie später gezeigt wird. Der Tesastreifen fixiert den Decoder nur vorübergehend.

Der Lautsprecher kommt kopfüber in die isolierte Kammer, also mit der silbernen Fläche nach unten, damit der Sound möglichst klar erklingen kann. Die beiden violetten Kabel sinnvoll ablängen, mit den Kontakten am Lautsprecher verlöten, und diesen in die Kammer geben. Ein Streifen guter Kleber befestigt ihn wirksam an der Platine. Nun die Führerstände wieder einsetzen.

So wird der Lautsprecher eingesetzt. Ein Streifen Kleber befestigt ihn an der Platine.

Für die Schlussleuchten LED an die die Kabel grün (Führerstand 2!) braun (Führerstand 1!) und natürlich blau anschließen; für Letztere können auch Platinenflächen verwendet werden.

Um kleine Aussetzer zu überbrücken, legt Zimo seinem Sounddecoder einen kleinen Elko bei, diesen schließt man an die beiden Kabel grau und blau an, die am Sounddecoder einzeln abgehen. Man verstaut ihn man am Besten im Hohlraum unter der Platine vor dem Motor. Das war es.

Genau hier gehört der Elko hin. Zum Kardan lässt er genug Platz. Dann geht auch das Gehäuse stressfrei zu. Die Lötstelle des Todes bitte ignorieren…

Bei mir hat der Testbetrieb auf Anhieb prima funktioniert. Die üblichen CVs mussten noch programmiert werden, aber das war es dann auch schon. Mir macht es ja riesig Spaß, so eine ältere Lokomotive in die Jetztzeit zu bugsieren. 🙂

CV Werte

Motor-Anpassung

  • CV 09 auf 65
  • CV 56 auf 33

Licht simultan

  • CV 33 auf 05
  • CV 34 auf 10

sanfter Lichtwechsel

  • CV 125, 126, 128, 128 jeweils auf 88

Lautstärke auf 35

Die Liliput Kurz-Kupplung L939105 für H0 Züge.

Die Liliput-KK, bereits mit testweise angebrachter Höhen-Verriegelung.

…und so taugt sie was.

Es ist ja schon ziemlich mutig, dem großen Sortiment von KurzKupplungen ein weiteres Produkt hinzuzufügen. Liliput, also Bachmann, hat diesen Schritt gewagt. Und dabei trotz guter Ideen unnötige Fehler gemacht. Da mir die Kupplung aber prinzipiell gut gefällt, habe ich sie mir so angepasst, dass ihr Einsatz endlich Spaß macht.

Die Liliput-KK lässt genug Platz zu den Puffer-Tellern, ein weiterer Vorteil. Der Waggon-Abstand ist für mich völlig akzeptabel, so kuppeln die Waggons wenigstens sicher an.

Klar bedeutet das ein bisschen Bastel-Arbeit. Ausgerechnet für „doofe Kupplungen“. Allerdings finde ich die anderen Kupplungen großteils wirklich grauslig, und die Liliput-KK sieht nett aus. Da bastele ich lieber, und das Ergebnis gefällt mir, als mich weiter mit ‚Markt-üblichem‘ Zeug herumzuärgern.

Meine persönliche Einschätzung anderer Kupplungen:

Fleischmann-KK: Unauffälliges Aussehen, ungewollte Zug-Trennungen, Ankuppeln nur mit Karacho – das war schon 1987 blöd. Man hätte bei der Fox Kupplung bleiben sollen.

Märklin-KK: Sorgt bei unzähligen Fabrikaten außer eben märklin für Entgleisungen. Die im Katalog 1985/1986 gezeigten KK-Prototypen (Seiten 108/109) wären vielleicht doch die bessere Lösung gewesen…

Roco-KK: Verbiegt sich allein vom skeptisch angeschaut werden. Zudem in grau = billiges Aussehen.

Roco-UK: Mit den breiten Greifarmen und dem halben Querbalken ästhetisch eine Katastrophe. Zudem grau = billig. Zuletzt stellte ich viele Fertigungs-Fehler fest – nicht meine Sache.

RiBu-KK: Eigentlich gar nicht schlecht. Allerdings ein bisschen breit, der Einbau erfordert höchste Konzentration. Meine drittliebste Kupplung.

RTS-KK: Ohne die Strom-Bleche eigentlich richtig perfekt, um mit der Modellbahn zu spielen, zu rangieren, lange Züge zu fahren. Wird aber so nicht mehr angeboten: märklin hat auf den RTS-Kopf den lästigen hauseigenen Kupplungsbügel draufgepackt, vermutlich der Vertrautheit für märklin-Kunden halber. Typisch kleingeistiges märklin-Gehabe, damit sind die DC-Bahner mal wieder raus. Eigentlich meine Lieblingskupplung. Mehr dazu hier.

US-Kupplungen: Nicht für die kontinental verwendeten KK-Mechaniken ausgelegt, zuviel Spiel, Kupplungskopf auf Höhe der europäischen Puffer – unpraktisch.

Die Liliput-KK ist eigentlich ziemlich klug erdacht. Man kann damit sanft einkuppeln, sie schaut relativ unauffällig aus, und ihr Sitz im Normschacht ist fest genug. In der Praxis fallen einem dann ein paar Macken auf, die sich zum Glück mit wenig Aufwand abstellen lassen. Und nicht jeder mag das, was alle Anderen haben.

Höhen-Verriegelung

Das größte Ärgernis der Liliput KK ist, dass eine Höhen-Verriegelung fehlt. Die Köpfe können sich aneinander nach oben verschieben, was zum Verkanten und anschließender Entgleisung führt.

So sieht das aus, wenn sich die Kupplungen aneinander hocharbeiten.

Dabei ist es doch so einfach, diesen Mangel abzustellen: Man befestigt einfach unter jeder Kupplung einen schmalen Streifen festes 0,5mm ‚dickes’ Plastik, der beim Einkuppeln unter die Kupplung gegenüber ragen wird. Zwei Tröpfchen Sekundenkleber reichen zum Fixieren aus.

Liliput-KK, links Original, rechts mit Höhen-Verriegelung.

Nach dem Durchtrocknen biegt man das herausragende Stück mit einer Pinzette etwa auf 45°, um beim Ankuppeln eventuelle Unebenheiten auszugleichen. Fertig.

Dank zweier kleiner Plastikplättchen bleibt die Verbindung stabil, trotz des Unterschieds.

Für die Fotos habe ich weißes Plastik verwendet, aber natürlich sollte man schwarzes nehmen, damit die Kupplung so nett diskret bleibt. Man erhält schwarze Kunststoff-Platten mit 0,5mm ‚Dicke‘ zum Beispiel über ebay für wirklich wenig Geld.

Liliput-KK: Die Arme ragen jeweils unter die andere Kupplung. So rollen auch geschobene Wendezüge unfallfrei durch S-Kurven…

Natürlich hätte Liliput / Bachmann dieses Element längst in den Formenbau übernehmen können, sodass dieser Minus-Punkt ab Werk abgestellt ist, aber längst nicht jeder respektiert Eingaben „von außen“.

Haken bleibt stecken.

Manchmal bleibt der Kupplungshaken nach dem Trennen der Fahrzeuge oben stehen. Das liegt daran, dass die Fertigung leider etwas schlampig arbeitet und manche ‚gebogenen Ecken‘ zu rund geraten. Der Bügel kann sich dann beim Hochklappen an den Kanten des Kupplungskopfes, die bis hinten zu den Klippsen reichen, verklemmen. Aber auch hier ist Abhilfe einfach: Man bricht diese Kanten einfach; mit einer feinen Feile streicht man pro Seite zwei-, drei Mal darüber, und der Bügel fällt sicher wieder herab. Das geht schneller, als ich es hier aufschreiben kann.

Schwimmhäute am Kupplungskopf.

Liliput / Bachmann hat die KK nach kurzer Zeit überarbeitet. Danach trägt der nach vorne zeigende Finger der Kupplung so kleine Schwimmhäute. Auch diese einfach mit der Feile nach unten streichend entfernen, dann bewegen sich die Köpfe ungehindert ineinander.

Nur für den Kontrast in weiß: Nochmal die Höhen-Verriegelung.

Fazit:

Ob sich die Mühe lohnt? Aber sicher. Die Liliput-KK ist eine nette Sache. Sie ist relativ unauffällig, und sie funktioniert ganz wunderbar, wenn man sich ihr widmet. Dass sich eine namhafte Marke wie Liliput / Bachmann in der Vergangenheit entsprechenden Tipps stur widersetzt hat, kann den Modellbahnern jetzt egal sein: Individualisten wissen nun, wie sie sich diese Kupplung erobern können. Viel Spaß! 🙂

Rocos lausige Lüfter der BR103.

Rocos Lok der BR103 haben oft ‚angeknabberte‘ Lüftergitter.

Von wegen „Einzelfälle“: Die Lüfter sind mehrheitlich ab Werk beschädigt.

Solange ich mich erinnern kann, sind die Lüftergitter von Rocos Modellen der BR103 an jeweils einem Ende zu grob vom Spritzling abgetrennt. Sobald einem das erst mal wirklich aufgefallen ist, nervt es umso mehr.

Es betrifft meiner Erfahrung nach alle Varianten der Serien-103, also auch auch als Lufthansa-Lok oder in verkehrsrot. Mehrfache Reklamation bei Roco über viele Jahre haben zu keiner Verbesserung in der Fertigung geführt. Dem Modellbahner bleibt da nur hartnäckiges Reklamieren und Aussortieren.

So sauber kann man bei Roco arbeiten. Zum Glück gibt’s die Silbernen einzeln.

Besonders originell-falsch ist Rocos Farbwahl im Fall des Modells 72394. Denn das Vorbild dieser 103 besaß beweisbar silberne Lüftergitter innerhalb einer graubraunen Fläche, wie das Vorbild-Foto beweist:

http://www.reisezugwagen.eu/wp-content/uploads/103-228-2-Mainz-20.6.951.jpg

Roco aber war so dusselig, nicht nur den Untergrund, sondern auch die Lüfter selbst RAL Graubraun einzufärben. Zum Glück lassen sich die Lüfter einfach von innen herausdrücken und neue Gitter in silbern als Ersatzteile besorgen (Roco 95125). Das Ergebnis sieht dann auf jeden Fall sauber aus. Und stimmig.

Roco 72394 vorher – nachher. Nachher gewinnt, weil echt.

N-Bahner haben da weniger Glück: Für das Label Fleischmann wurde eine 103 mit gleicher Farbe und Loknummer aufgelegt. Und mit demselben Fehler, wie auf der Website zu sehen ist:

https://www.fleischmann.de/de/product/224925-103-0-0-0-0-0-002002-1/products.html

Leider besteht das Gehäuse hier aus einem Teil; das möglicherweise erwünschte Umfärben der Lüftergitter sollte man nur exzellenten Airbrush-Spezialisten antragen.

Piko Pimping BR 150 51640 Bundesbahn

Das ‚Dickschiff‘ der Bundesbahn, die BR150, ist Piko wirklich gut gelungen. Dieses Modell zählt längst zu meinen Lieblings-Loks. Aber wie so oft bei Piko haben sich ein paar Fehler eingeschlichen; zum Glück kann man die allesamt beheben.

1. Lüftergitter

Die Lüftergitter sahen bei der Bundesbahn immer silbern aus, oder grau, nach vielen Jahren. Vermutlich wegen eines unglücklich ausgewählten Vorbildfotos hat sich Piko für beige entschieden, was den Eindruck der Lok schon verändert. Die Lösung ist einfach, denn die Lüfter lassen sich von innen nach außen herausdrücken. Entweder mit Airbrush nachlackieren, etwa in RAL 9006 ‚Weißaluminium‘ oder aber ab Werk sauber lackierte silberne Lüftergitter einstecken. Zwölf Stück braucht man, dazu bestellt man sich zweimal den Beutel ET51748-24, und nach wenigen Minuten sieht die 150 so aus, wie es sich gehört.

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=26559&vw_name=detail

Mitte rechts ein letztes fehlfarbenes Lüftergitter. Eigenartiges Versehen.

2. LED

Glühlampen leuchteten zu Bundesbahn-Zeiten keineswegs mit einem rosa Stich. Bei dem, was Piko sich da einbauen lässt, kann man entweder nur resignieren, oder besser kurzen Prozess machen und die Dinger rigoros austauschen. Vorbildtreue betrifft schließlich auch das Licht. Sechs der hier üblicherweise genannten SMD LED finden in der 150 ihren Platz, und schon wirkt ihr Licht so, wie man sich das für eine Bundesbahn-Maschine vorstellt.

https://www.railroad24.com/de/10x-smd-led-0603-goldweiss.html

Die im Bild obere LED ist neu. Bei ruhigen Händen kann man diese Winzlinge zügig austauschen.

3. Stromabnahme

Pikos 150 nimmt den Strom anstelle von allen zwölf Rädern nur von acht auf. Es ist nicht zu fassen, als hätte es den früheren Frust der „Gleichstrom-Bahner“ nie gegeben. Ich habe also einfach von einem Achskontakt die einzelnen Schleifer abgetrennt und pro Seite einen auf das vorhandene Metallstück draufgelötet. Die 103 von Piko brauchte auch noch welche… Mit der Pinzette etwas zurechtbiegen, funktioniert. Nun muss ich noch einen geschmeidigen Federtyp finden, der die Mittel-Achse sanft und beharrlich auf die Schienen drückt.

Mittig erkennt man den kleinen Zusatz-Kontakt. Der hilft und funktioniert wirklich.

https://www.ebay.de/itm/10x-Radschleifer-Achsschleifer-Waggonbeleucht-Stromabnehmer-Schleifer-H0-und-TT/113648938002?hash=item1a76012c12:g:uLcAAOSwXaRZ8ymi

4. Motor

Motor? Ja, Motor. Ganz sicher bin ich wieder mal „der Einzige“, dem reihenweise aktuelle Piko-Motore kaputtgehen. Bis jetzt sind es zwölf, in manchen Loks sogar mehrfach vorgekommen, und still counting. Fast ausschließlich betrifft es die neueren Motore mit dunkel gefärbtem Gehäuse. Piko ist zwar so nett und tauscht diese Dinger ohne zu Zögern aus, aber sie gehen – meiner Erfahrung nach – schnell wieder kaputt. Zudem haben zwei dieser Motore ihre jeweiligen Decoder gleich mit ins Nirvana genommen. Wer ersetzt mir die? Inzwischen sehe ich das so: Für jede neue Piko-Lok brauche ich nicht nur einen Decoder sondern auch einen soliden Motor, um unschöne Überraschungen auszuschließen. Und so einen Motor gibt es schon für zehn Euro, den Motraxx FFK-265. Wie bitte?

https://www.conrad.de/de/p/mini-brushed-elektromotor-motraxx-ffk-265-10000-u-min-235306.html

Tja, Piko hätte vielleicht bei Bewährtem bleiben sollen: In Pikos Gleisplan-Buch warb eine Firma namens ‚Motraxx‘ für ihre Modellbahn-Motore. Diese Motore gibt es auch immer noch zu kaufen, allerdings nicht in Piko-Loks. Dafür bei Conrad, und auch nur dort.

Oben der Motraxx-Motor wie aus der Box, unten Pikos „Original“-Motor.

Für gerade mal zehn Euro erhält man einen kräftigen Motor, der in Pikos Loks hineinpasst und dessen Einbau viel einfacher geht, als ich zu hoffen wagte. Inzwischen habe ich acht Piko-Loks mit diesem Motor umgebaut, und ich bin zufrieden.

  • Motraxx Motor vorbereiten: Wellen vergleichbar kürzen. Litzen, jeweils 3cm lang, mit sehr flachen (!) Lötstellen an die Kontakte anlöten und diese dann in ihre Vertiefungen drücken.
Gekürzte Motorwelle links, dazu angelötete Litzen. Rechts der Piko Motor.
  • Lok demontieren und Kabel zum Piko Motor ablöten.
So sieht Pikos 150 von innen aus, die Litzen orange und grau sind bereits frei.
  • Piko Motor ausbauen und mit einem Schraubendreher die Schwungmassen losdrücken.
Das geht wirklich so einfach – in Pikos Fall.
  • Schwungmassen auf die Welle des Motraxx Motors drücken, Sitz dabei mit Lokrahmen abgleichen.
  • Aufnahmen für Kardanwellen mit gutem (!) Sekundenkleber in die Schwungmassen einkleben.
  • Zwei dünne Streifen Zellkautschuk unten um den Motor kleben (dämpft die Vibrationen und fixiert den Motor) und die beiden Kontakte ebenfalls mit solchen Streifen elektrisch iolieren.
Dünne Streifen Zell-Kautschuk dämpfen Vibrationen und fixieren den Motor.
  • Motraxx-Motor in beide Kardanwellen einhängen. Das ist etwas fummelig. Den Motor mit dem Daumen sanft bis auf den Boden in den Rahmen pressen, dabei leicht an den Schwungmassen drehen, damit alles frei beweglich bleibt. Wenn dennoch etwas schleift, mit dem Schraubendreher die Schwungmassen nachjustieren; das mag archaisch klingen, funktioniert aber.
  • Kabel nach oben führen, testhalber anlöten und wenn Licht und Fahrtrichtung übereinstimmen, Kabel sauber verstauen (nichts darf an der Schwungmasse schleifen!), Plastik-Rahmen aufsetzen, festschrauben und das Lokgehäuse wieder aufsetzen.

Fertig. Fazit:

Das klingt alles nach viel Aufwand. Andererseits ist es genau diese Lok-Variante, die ich mir über Jahrzehnte vergeblich von Roco erhofft hatte. Da kann man schon mal etwas Mühe investieren, und jetzt bin ich rundum happy.

Was Epoche-4-Bundesbahner wirklich haben wollen, dafür hat man bei Roco nur selten ein Gespür. …und meine 150 von Piko besitzt im Gegensatz zur ursprünglich georderten Roco-150 keinen überdeutlichen Fingerabdruck im Lack…

Märklin 3048 BR01 mit Zimo mfx Sounddecoder MS450

Nicht Retro, sondern Vintage: Eine wirklich alte 01 von märklin auf (relativ) aktuellem Gleis.

Wenn man eine so betagte Lokomotive umbauen soll, kann man schon etwas ehrfürchtig werden: Diese märklin-01 ist viel älter, als ich selbst. Da kommt man ins Grübeln: Wieviele Modellbahner haben sich wohl schon an ihr erfreut und Kraft raubende Tage mit ein paar Runden klassischer Modellbahnerei ausgeglichen…?

Es ist schon bemerkenswert, dass es überhaupt möglich ist, eine so alte „Spielzeuglok“ technisch in die Jetztzeit zu holen. In diesem Fall sogar mit einem ganz aktuellen Zimo Sound-Decoder mit mfx.

Beleuchtung und Rauchsatz sind separat schaltbar.

Den Lautsprecher habe ich vorn hinter der Glühlampe platziert, auf Höhe der Zylinder, wo der spezifische Klang beim Vorbild entsteht. Also nicht im Tender, was andernorts absurderweise oft so entschieden wird.

Außerdem wurde der Decoder mit dem beiliegenden Elko gepuffert. So werden eventuelle Aussetzer, die natürlich auch trotz des Skischleifers passieren können, überbrückt. Der Rauchentwickler wurde direkt an das grüne Kabel angeschlossen. Die Glühlampe wurde in diesem Fall original belassen, um den vertrauten Eindruck zu behalten.

In der Bild-Mitte ist der Elko zu sehen, quer eingebaut, mit einem Plastikstreifen etwas angehoben und schließlich beidseitig geschwärzt, dann fällt er weniger auf. Farbe vollständig (!) durchtrocknen lassen.

Da diese märklin-Lok fast vollständig aus Metall besteht, ist es sinnvoll, bestimmte Lötstellen zu isolieren. Sonst kann der Decoder durchknallen, sicher ist sicher. Ich verwende dafür schmale Klebestreifen aus Zellkautschuk. Die gibt es günstig auf ebay zu kaufen. Damit sollte man auch den Lautsprecher absichern. Keine Sorge wegen dessen Lautstärke: Das kleine Ding erzeugt genug Druck, der durch den Hohlraum in märklins Metall-Gehäuse zusätzlich an Volumen gewinnt.

Außerdem wurde der Motor ausgetauscht gegen einen aktuellen sogenannten „Fünf Sterne Motor“, denn damit bewegt sich die Lok geschmeidiger, als mit dem Vorgänger. Der erforderliche Teilesatz von märklin besitzt die Nummer 188838.

Wie immer ist es sinnvoll, den groben märklin-Anker mit Polierleinen zu glätten. Das erspart späteres, lästiges Reinigen. Man kann den Anker auf der Zahnrad-Seite vorsichtig in eine Bohrmaschine einspannen und dann sanft mit Polierleinen glätten, erst zum Beispiel kurz mit dem Wert 8000 und dann 12000. Danach ist der Anker spiegelglatt, und eventuelle Kanten sind eliminiert.

So sieht ein sachgemäß glattpolierter märklin-Kollektor aus. Kohle-Abrieb war einmal. Warum märklin das nicht ab Werk macht? „Ha, was des koschded!“ 🙂

Die CV Werte 09 und 56 für die Motorsteuerung habe ich bei dieser Lok unverändert belassen. Nur einen sanften Lichtwechsel habe ich programmiert (CV 125 und 126 jeweils auf 88) und die Stirnlampe auch bei Rückwärtsfahrt aktiv geschaltet (CV 34 auf 3). Die schaltbare Führerstands-Beleuchtung mit einem LED-PLättchen ist nur eine zusätzliche Spielerei. Anfahr- und Bremsverzögerung werden auf Werte um 20 gestellt und die beeindruckende Höchstgeschwindigkeit auf 135 reduziert.

Was für eine charmante Erscheinung, neuerdings sogar mit guten Manieren. 🙂

Die erste Probefahrt mit dieser alten Lokomotive begeistert rundherum. Überraschend leise treibt der Motor die Maschine an, und geschmeidig fährt sie über ihre Strecke.

Zimos Motorregelung arbeitet exzellent, auch das Anhalten überzeugt bis zum letzten Millimeter. Und Zimos neuer (echter!) 16bit Sound setzt dem Ganzen die Krone auf: Satt, kraftvoll und mit starken Impulsen macht diese 01 nun wirklich ‚Alarm‘ und stellt alle originalen märklin-Loks akustisch in den Schatten.

So viel Spaß kann einem eine gepflegte, jahrzehnte alte Lokomotive machen. Nicht alles muss nagelneu sein.

ET403, “der weiße Hai”; der Super-Schnellzug der Bundesbahn.

Fünf Jahre jung war ich, als mir mein Großvater 1977 eine damals gerade nagelneue Schallplatte schenkte, mit dem spektakulären Titel “ET 403 – Wie ein Blitz durch Deutschland”.

Eine Schallplatte als Ursache für eine lebenslange Leidenschaft. 🙂

Auf dem zeitgenössisch gstalteten Cover warf sich stolz der ET403 in Pose. Klar wurde die LP direkt aufgelegt, und ich erfuhr viel über diesen supermodernen Schnelltriebzug, von dem ich zuvor noch nie gehört hatte. Die Aufnahme vermittelt durch viele Interviews mit Bundesbahn-Leuten eine fast greifbare Nähe zum Fahrzeug, der Auflockerung halber eingebettet in eine nette, harmlose Rahmenhandlung. Sogar Modellbahnen werden erwähnt. Übrigens, wer zeitgenössische Hörspiele von Europa mag, wird viele der Sprecher wiedererkennen.

Nach den vielen Jahren etwas abgenudelt, aber spielt nach wie vor. 🎶 Hat jemand zufällig die Cassette übrig? 🙂
„Printed by Gerhard Kaiser GmbH, Essen“.

Nur wenige Tage später präsentierte sich der neue Starzug der Bundesbahn höchstpersönlich in Essen HBF, da mussten wir natürlich hin. Vor allem beeindruckten mich die dramatisch geneigten Frontscheiben. Um die LP zu zitieren: So etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen.

Auf Youtube gibt es ein Privat-Video zu dieser Veranstaltung, so etwas ist natürlich als Erinnerung besonders schön: https://www.youtube.com/watch?v=OzURTN81P2Y

Und es sollte 15 Jahre dauern, bis ich wieder einen echten ET 403 in 1:1 berühren konnte. Bis dahin musste 1:87 reichen, und um diese Modelle soll es hier gehen.

ET403 von Lima ‚Golden Series‘.

So sahen Lima-Startsets in den 80er Jahren aus. Braucht man zum Einstieg eigentlich mehr? Okay, mehr Gleise, das ist klar.

Als ich Mitte der 80er Jahre beschlossen hatte, meine LGB mit einer H0 Modellbahn zu ergänzen, war klar, dass ich mit dem Lima-Modell des ET403 als InterCity beginnen wollte. Geschenkt bekam ich dann aber nicht den Zug aus dem Sortiment “Golden Series”, sondern eine Startpackung von Lima mit einem abgespeckten ET403 darin. Und dieser war weder beleuchtet, noch schön lackiert: Es war ein viel zu dunkelgrauer Zug mit zuwenig Gleisen. Das war schon doof.

Plastik-Achsen im Startset. Sammeln Schmutz von den Gleisen und verteilen ihn gleichmäßig.

Viele Jahre später habe ich dann gehört, Lima habe diesen Zug Ende der 70er Jahre nur als ‚Spielzeug‘ konzipiert, daher die in diesem Fall angegossenen Dachlüfter, sei dann aber auf eine ‚Modell‘-Ausführung mit mehr Details umgeschwenkt. Ob das so stimmen kann, angesichts der maßstäblichen Länge? Ein klarer Nachteil waren die nur hinterlegten Seitenfenster, so sahen die Modelle weniger schnittig aus, als sie hätten sein können.

Dächer im Vergleich: Lima Nova (mit Sommerfeldt-Panto), Hornby-Rivarossi, Lima-Start.

Das Modell ‚Golden Series‘ hat unter beiden Führerständen eine Glühlampe, die man beim Umbau auf Digital unbedingt gegen eine 24V Birne oder LED austauschen sollte, die Gehäuse sind meistens nett weiß lackiert, und die Achsen sämtlich aus Metall (in der Startpackung aus Plastik), wobei eventuelles Eiern eliminiert werden kann durch den Austausch gegen neue Achsen von Roco (Räder 10mm Durchmesser!) oder www.Modellbahn-Radsatz.de .

Limas Haken-Ösen-Kupplungen sehen archaisch aus, funktionieren aber ganz gut, sogar beim Schieben.

Wer seine ‚Golden Series‘ 403er enger kuppeln möchte, findet perfekt geeignete Kurzkupplungskulissen (was für ein Wort) bei Symoba, die diese bewährten Produkte bereits seit Mitte der 80er Jahre anbieten. Man beachte das Firmen-Logo: http://www.symoba-schniering.de/

Ebenso ist der sogenannte „Pfannkuchen-Motor“ zwar offiziell ungeliebt – aber er funktioniert klaglos. Im Drehgestell dieses langen Fahrzeugs schrappen die Zahnräder in engen Kurven allerdings gegen die Fenster. Na sowas.

Schlicht, aber eigentlich unverwüstlich.
Limas Italo-Motor fällt weniger auf, als sein China-Nachfolger.

In Summe war das hier nicht gezeigte ‚Golden Series‘ Modell ganz gut gelungen, gerade im Vergleich zu dem, was Lima zuvor so gefertigt hatte. Auf ebay bekommt man diese Versionen oft für €90 (bespielt) bis €110. Und für Bastler ideal, um Innenbeleuchtungen, LED-Lichtwechsel etc. nachzurüsten.

ET403 von Lima ‚Nova‘.

Die zweite Generation der ‚Lima-Nova‘ Sets in dunkelblauem Karton, nun als ‚Collection‘ bezeichnet. Latein hielt man offenbar für zu kompliziert…

1991 Jahre brachte Lima in Zusammenarbeit mit Lemke eine überarbeitete Version heraus. Dazu bediente man sich einer ungewöhnlichen Konstruktion: Die Fenster waren nicht mehr eingesetzt. Sondern das gesamte Gehäuse bestand aus einem Stück leicht getönten Kunststoffs, dass dann unter Aussparung der Fenster lackiert wurde. Diese Lackierung war nun etwas näher an den Vorbildern (aber noch immer nicht kieselgrau), und es gab ab Werk eine funktionierende Kurzkupplung. Auch wichtig: Die Drehgestelle besaßen nun endlich den richtigen, weiteren Achsstand.

Man sieht das, was unsichtbar sein soll: Gestatten, der Motor.

Aber im Endwagen mit Antrieb hatte man die Einrichtung weggelassen. Denn trotz der Vorhänge aus Plastik klar zu erkennen thronte der Motor auf einem massiven Metallblock. Außerdem lag der Motorwagen etwas tiefer, als die anderen drei Fahrzeuge. Insgesamt wenig sinnvoll konstruiert (und später von Roco für den ICE-TD ähnlich wiederholt – denken darf man).

Fliegend verkabelt, das wird bald ersetzt. Schlimmer ist, dass keinerlei Einrichtung übrig blieb.
Die kleinen weißen Plastik-Plättchen bringen den ‚Nova‘-Triebkopf auf passende Höhe.

Es gab zwar einen Lichtwechsel, aber die Glühlampen lagen nebeneinander. Wie das ausgesehen hat, kann sich jeder vorstellen, am Schluss einseitig rot, an der Front halb weiß, halb rosa.

Wiederum wurde auch die Variante in Lufthansa-Farbe produziert, und zwar in zwei Auflagen: Die zweite Auflage im blauen Karton war schöner lackiert, als die erste im silbernen. Die Panthos aller ‚Nova‘-Versionen zerbrechen gern, Neuteile von Sommerfeldt, Roco oder Piko helfen.

Links die bewegliche Kupplung, die in den starren Kupplungsträger des Motorwagen greifen soll.

Einer der Kupplungsträger der Mittelwaggons besitzt eine leicht seitenbewegliche Kupplung. Diese gehört an das Ende des Mittelwaggons, der direkt an den Motorwagen angekuppelt wird. Das kann man selber leicht austauschen. Der Fertigungung war der Sinn dieses Elements wohl nicht ganz klar…

In Summe ist diese zweite Modell-Generation ’schöner‘, als die erste. Aber sie birgt eben neue Nachteile.

ET403 von “Rivarossi” (Hornby).

Hornbys Version in knallrotem Karton mit Klappdeckel.

2010 oder so lieferte Hornby unter deutscher Federführung eine aufgemotzte Neuauflage der Lima-Nova-Version als InterCity. Und endlich stimmten die Farben, kieselgrau, braun mit orange-Anteil, orangefarbene Streifen im passenden Ton! Der Antrieb war in den Speisewagen verlegt worden – erstmal eine gute Idee. Aber der Motor ragte unübersehbar weit in den Speiseraum hinein, total bekloppt. Dass die Pantographen noch immer nicht an der richtigen Stelle sitzen nervt zwar, lässt sich aber mit etwas Aufwand korrigieren.

Was für eine gleichgültige Konstruktion. Ich habe die Fenster meines Zuges mit schwarzem Karton abgeklebt, damit der Motor im Speisewagen nicht wirkt, wie ein toter Walfisch…

Technisch auf der Höhe der Zeit gab es gleich zwei verschiedene Schnittstellen und rot/weißen Lichtwechsel sowie Innenbeleuchtung in allen Fahrzeugen, zu 100% mit LED. Zudem eine Stromaufnahme, die je nach Fahrtrichtung wechselt – allerdings nur im Analogbetrieb. Im Digitalbetrieb schaltete das Relais munter alle paar Sekunden hin und her. Klick … klack … klick … Warum zum Henker baut man so einen Mist in eine Neu-Konstruktion, probiert eigentlich irgendjemand sowas aus vor der Auslieferung? Am Besten, der Modellbahner legt den Unsinn still und überbrückt diese Schaltung.

…nett gemeint, fummelig gemacht.

Warnung: Bei der Demontage der Endwagen VORSICHTIG vorgehen. Denn man reißt sich sonst die Lichtleiter ab. Diese befinden sich fest in einem Kästchen am Wagenboden und ragen vorn tief ins Gehäuse. Dieses muss man also seeehr bedächtig handhaben und dabei immer nur sanft Richtung Führerstand arbeiten. Ersatzteile? Kicher, nee nee…

Zu niedrige Spurkränze machen keinen Spaß, wenn man mit seinen Zügen auf normalen Gleisen fahren möchte…

Die Räder trugen nun silberne Nachbildungen der Bremsscheiben (gut), aber ihre Spurkränze waren extrem niedrig, ähnlich RP25 (schlecht), sodass diese Züge z.B. auf Fleischmanns Bogen-Weichen aus dem ‚Profi‘-Sortiment entgleisen können. Es gibt technische Normen. Diese sollte man einhalten. Die Strom führenden Kupplung reichten bis knapp über die Schienen-Oberkante – ebenfalls nicht gerade eine brilliante Idee.

Bremsscheiben: gut. Kabelführung: Sechs, setzen.

Eine avisierte märklin-kompatible Version ersparte man sich (und dem Markt), in Lufthansa-Farben erschien der Hornby-Zug gleich gar nicht.

Zu dieseR Modell-Generation hat jemand ein nettes Fahr-Video auf YouTube gepostet: https://www.youtube.com/watch?v=IAlZtgqYlAY

Fazit: Dreieinhalb Modell-Generationen. Und noch immer gibt es kein Modell des ET403, das wirklich rundum überzeugt. Gerade im Fall von Hornby hatte ich anhand der maßstäblichen Basis ein cooles Modell erwartet.

ET403 von märklin / Trix.

https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/37778/136/

https://www.trix.de/produkte/details/article/22778

Auch märklin hatte sich zwischenzeitlich des ET 403 angenommen. Es wurden erst die Variante IC, dann die Lufthansa angeboten, als als Insider-Modelle, in zwei direkt aufeinander folgenden Jahren. Auch angesichts der hohen Verkaufspreise nicht unbedingt eine verkaufsfördernde Entscheidung. Die Züge besaßen, typisch märklin, Gehäuse aus Metall und viele technischen Features wie Lichtwechsel über LED, Innenbeleuchtung und Sound. Wobei im Stummiforum viele Monate lang die optimalen Decodereinstellungen diskutiert wurden… Die aufwändig und zufällig beschalteten Tisch-Lampen im Speisewgen hätte sich märklin übrigens sparen können: Diese waren von außen gar nicht zu erkennen.

Die Produkt-Qualität des Zuges war im Prinzip okay – ausgerechnet das typische Gesicht des Zuges aber war gründlich vergeigt worden. Märklins Scheinwerfer wirken zu groß und eigenartig angeordnet, die Rahmen der Frontfenster zu eckig, die Seitenfenster und Zwischenstege folgen nicht den Proportionen des Vorbildes. Das Ganze sieht dem ET403 allemal ähnlich, aber das 30 Jahre ältere Modell von Lima trifft das Vorbild um Welten besser. Und sowas konstruiert märklin in Deutschland. Ziemlich fragwürdig. Damit ist dieses Modell raus aus meinem Beute-Raster.

ET403 von El-Mo.

In H0 gab es Anfang der 80er Jahre noch ein weiteres, eher unbekanntes Modell einer Marke, die sich “El-Mo” nannte. Diese Abkürzung hat natürlich nichts mit dem roten Knuddeldingens aus der Sesamstraße zu tun, sondern ‚elektrische Modellbahn‘ ist die sinnfällige Erklärung. Ich habe so einen Zug mal besessen. Kurz. Die passend ausgesuchte Farben sind Pluspunkte, und man hat ein paar nette Ideen umgesetzt, wie zum Beispiel von außen eingesetzte Seitenfenster. Aber mein Modell konnte sich vierteilig nicht sorgenfrei fortbewegen. Eigentlich schade, richtig doof war das Modell nämlich nicht.

ET403 von LSmodels.

Da war doch was? Seit rund zehn Jahren lässt Lsmodels nun seine Kunden auf ein vorgeblich rundum perfektes Modell des ET403 warten. Und man hört jährlich immer neue Gruselgeschichten, warum es auch diesmal wieder nicht klappen könne… Kurz, das bekannte Muster verspricht tatsächlich eine Sensation, und immerhin die Wartezeit erfüllt diesen Anspruch bereits. Ich habe mir unterdessen einen zweiten Hornby-Zug gekauft, und dazu einen Lufthansa-Zug von Lima-Nova. Entsprechend tiefenentspannt sehe ich einer möglicherweise doch noch erfolgenden Produktion meines Lieblingszuges von LSm entgegen.

ET403 1:1 der Lufthansa.

Meine zweite und bislang letzte Begegnung mit einem ET403 war 1991 in Düsseldorf. Ich war auf dem Weg zu einer Flugreise, und ziemlich aufgeregt quatschte ich auf meine bedauernswerte Großmutter ein. Diese deutete plötzlich nach vorn und sagte im Wissen um die besagte Schallplatte “schau mal, was da steht”. Ui. Ich blickte auf eine Doppel-Traktion des ET403, in Lufthansa-Farben und rundherum prima gepflegt.

Meine Reise war für die nächsten Minuten vergessen, und meine Großmutter grinste sich eins über ihren 403er-begeisterten Enkel, der jeden Winkel der schneidigen Front ausloten musste: Was für eine Eleganz! Was für eine Arroganz! Wie kühn und vor allem hartnäckig müssen die damaligen Designer gewesen sein, so ein irres Ding innerhalb der Bundesbahn durchzukriegen! Und beim Wegfahren des Zuges gab es für mich eine Überraschung: Ich sah den Schnellzug weggleiten, aber ich meinte, eine S-Bahn zu hören. Denn der ET403 ist technisch sehr eng verwandt mit den “Olympia”-S-Bahn-Zügen ET420.

Eins, Zwei oder drei – zum Glück braucht man sich nicht zu entscheiden. 🙂

So sind denn die drei Züge der Reihe ET403 für mich mehr, als sogenannte ‚Lieblings-Züge‘, sie sind vor allem eine besondere Erinnerung an meine Großeltern und an eine insgesamt angenehmere Zeit. Vielleicht kommen wir ja doch noch in den Genuss eines möglicherweise fantastischen Modells von LSm.

Eine ganz wunderbare Website über den ET403 gibt es natürlich längst, das dort gezeigte Buch ist für Freunde dieser Triebzüge unbedingt empfehlenswert. http://et403.de/

Weiteres zu den Vorbildern und ihrem angedachten Neu-Aufbau gibt es hier: http://et403.com/home.html

Uhlenbrocks aktuelle Lok- und Wagen-Decoder

Uhlenbrocks bietet seit 2017 eine moderne Decoder-Generation an. Hier stelle ich den Plux22 (74560) sowie den Funktions-Decoder (76900) vor.

Lokdecoder Plux22

Uhlenbrock 74560.

Bisherige Lokdecoder von Uhlenbrock waren eher robuste Gesellen, nicht eben fein auf die Motore abstimmbar. Das hat sich gründlich geändert. Die Fahreigenschaften des aktuellen Plux22 sind wirklich exzellent. Man merkt das schon bei den ersten Fahrproben, ohne irgendetwas verstellt zu haben: Derart sanftes Losrollen ist für Uhlenbrock-Nutzer eine neue Erfahrung. Möglich ist auch endlich sanftes Auf- und Abblenden der Funktions-Ausgänge. Der Effekt ist toll gelungen, und auch viele weitere Licht-Effekte sind programmierbar.

Damit erfüllen Uhlenbrocks neue Decoder die wichtigsten Anforderungen der meisten Digital-Fahrer: Vorzügliche Lastregelung und intelligente Beleuchtungs-Steuerung. Dass der im Piko-Katalog gezeigte Plux22 Lok-Decoder dem von Uhlenbrock frappierend ähnlich sieht, lässt sich möglicherweise interpretieren als höchst fruchtbare Zusammenarbeit.

Der Plux22 versteht DCC, Motorola und Selectrix, und eine Version für märklin-Fahrer mit mfx-Fähigkeit ist ebenfalls lieferbar. Bis zu sieben Zusatzfunktionen sind schaltbar, die auch von Besitzern märklins kultverdächtiger Zentrale 6021 nutzbar sind: Der Decoder behält bis zu drei Adressen.

Der Motor wird mit bis zu 1,2A versorgt; kurzzeitig sollen bis zu 2A möglich sein. Damit verkraftet dieser Decoder auch die Strom fressenden Spur Null Motore von Roco, die früher oft in Loks wie V200, TEE oder BR103 eingebaut worden waren. Es sollte ihn in einer Kabel-Version geben.

Weiterhin beachtet der Decoder RailCom und RailComPlus sowie die beliebten Bremsstrecken Lenz BM2. Die als „Kupplungs-Walzer“ bekannte Funktion bezeichnet Uhlenbrock (und so auch Piko) als „Rangier-Tango“, was ein bisschen nervt: Wozu einen etablierten Begriff mutwillig torpedieren…?

Wer Uhlenbrock-Technik einsetzt, kann zwei Lissy-Minisender anschließen. Außerdem integriert ist eine Susi-Schnittstelle. Praktisch ist die Möglichkeit von zwei verschiedenen Bremswegen, auslösbar entweder über die Bremsmodule in Zentimetern einstellbar oder über die Fahrstufe Null.

Ebenfalls durchdacht und bereits von Zimo bekannt ist die spezielle Ansteuerung der Rauch-Generatoren: Beim Anfahren wird die volle Leistung ausgegeben und dann zurückgenommen, im Stand wird der Dampf-Generator automatisch abgeschaltet. Das ist vorbildgerecht, und man braucht nicht so oft Öl nachzufüllen. Sogar ein Anfahr-Trick ist programmierbar, sodass die Lok beim Anfahren zunächst noch stehenbleibt, der Rauch beginnt sich, zu entwickeln, und erst dann fährt die Lokomotive unter kräftigen Rauchwolken los. Nett!

Bei allen Neuigkeiten ist etwas Vertrautes geblieben: Der für Uhlenbrock so typische Brummton, den die Lücke der Lastregelung im Lok-Motor verursacht. Während Decoder von Lenz oder Zimo ausgesprochen leise arbeiten, erkennt man das Uhlenbrock-Produkt ab der ersten Fahrstufe am Brummen. Man vermisst allerdings ein automatisches Einmess-Verfahren für die Motor-Einstellungen, so bleibt die ungeliebte Tüftelei.

Ebenfalls geblieben ist die in Teilen kryptische Anleitung. Im Jahr 2019 ist es schon extrem dreist (oder ignorant), den Modellbahnern, die inzwischen komfortable Smartphones nutzen, solch ein unverständliches Papier zuzumuten. Das dürfte ein Kauf-Hemmnis sein. Zwar avisiert Uhlenbrock dazu eine Software namens „Lok-Tool“, aber dazu braucht man ein zusätzliches Gerät. Das passt alles nicht in unsere Zeit. Der Weg von Esu und märklin, dass sich die Decoder von allein auf die jeweilige Lok einmessen, ist heute der einzig Gangbare.

Die hier ursprünglich genannten Vorschlagswerte zur Lichtsteuerung waren falsch. Ich habe ein bisschen herumprobiert – aber es gibt Wichtigeres, als Uhlenbrocks komplizierte Denke zu entschlüsseln. Ich konnte schon Textaufgaben nicht leiden…

Viel einfacher und vor allem eindeutiger geht es bei Zimo, mehr dazu gibt es hier: https://blog.mobaz.de/2018/12/30/zimo-dcc-decoder-mx600-der-preiswerte-fast-alleskoenner/

Wer die Schlusslichter älterer E-Loks von Roco separat schalten möchte, muss deren Kabel direkt an die entsprechenden Kontakte anlöten.

Der Funktionsdecoder:

Uhlenbrock 76900

Auch Uhlenbrocks neue Funktionsdecoder bieten endlich dem Wettbewerb Paroli. Die Schaltfunktionen lassen sich auf eine Unzahl möglicher Effekte programmieren, sanftes Auf- und Abblenden ist natürlich dabei.

Besonders beeindruckend ist der Neonröhren-Effekt, wenn Innenbeleuchtungen in vier Bereiche teilbar sind, wie zum beispiel bei Pikos neuen IC-Waggons. Beim Einschalten der Beleuchtung ereignet sich ein chaotisches Blink-Gewitter, das schnell abklingt, bis alles gleichmäßig leuchtet. Man muss sich selbst ermahnen, die Effekte nicht allzu dramatisch einzustellen, weil’s so drollig blinkt.

Die Ausgänge sollten allerdings ab Werk nicht nur als Lötpads, sondern mit ausreichend langen Kabeln ausgestattet sein. Nicht jeder Hobbybahner mag direkt auf dem Decoder herumbraten.

Uhlenbrocks 76900 in einem Großraumwagen von Piko.

Als Besonderheit bietet dieser Decoder vier zusätzliche Funktionsausgänge als Logikpegel-Kontakte. Und, man höre und staune, er reagiert sogar auf den Umschalt-Impuls der analogen Märklin-Trafos.

Fazit: So geht das! 🙂 So machen jetzt auch Uhlenbrock Decoder wirklich Spaß.

LaisDCC Decoder, die Billigen aus China.

Klein sind sie, die Decoder von LaisDCC.

Funktional eingeschränkt und moralisch fragwürdig, so lässt sich wohl am Besten beschreiben, was hier aus China angeboten wird.

Man könnte annehmen, dass nicht jede Lokomotive den besten Decoder braucht. Zehn Euro für einen DCC-Lokdecoder, das klingt nach einem Preis, zu dem man auch Spielzeug-Loks umbauen würde. Die LaisDCC-Decoder werden für viele international bekannten Schnittstellen angeboten. Es gibt sie in klein für N und etwas stärker für H0 Lokomotiven. Auch ein Lichtwechseld-Decoder ist dabei. Übrigens, die hier besprochenen Decoder wurden mir auf meine Anfrage hin vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Was können LaisDCC-Decoder?

Hauptsächlich die Basics. Man kann damit im DCC-Betrieb Loks fahren und ihre Funktionen schalten oder eben Steuerwagen digital einbinden. Eine Beschleunigungskurve lässt sich einschreiben, und um Schmutzstellen zu überbrücken, kann man günstige Elko-Pakete anschließen.

Was können LaisDCC-Decoder nicht?

Die vielen unterschiedlichen Modell-Lokomotiven erfordern es, die Lastregelung der Decoder an die jeweiligen Getriebe anzupassen. Die Lastregelung der LaisDCC Decoder ist fix auf irgendwelche Werte eingestellt. Im Ergebnis fahren einige Loks recht gut, andere aber rollen mit flotter Geschwindigkeit los (trotz CV02 = 01), ruckeln und zittern und bleiben beim Abbremsen schlagartig stehen. Das macht alles keinen Spaß. Auch weitere charmante Funktionen wie sanftes Ein- und Ausschalten des Lichtes oder dessen seitenweises aktives Ausschalten für Wendezug-Betrieb sind nicht an Bord. Susi-Buchsen sucht man vergebens.

Was nervt an LaisDCC-Decodern?

Es gibt Verschiedenes an den Fahreigenschaften zu kritisieren: Abruptes Losrasen nach einer kurzen Strom-Unterbrechung wie Schmutz oder Ähnlichem nervt nicht nur, es kann auch zu Entgleisungen führen. Vor allem bei langen Zügen. Auch kann es beim Programmieren passieren, dass die Lokomotive unvermittelt zu einer Seite wegfährt, als würde sie sich erschrecken. Meiner Erfahrung nach bis zu 50cm Strecke.

LaisDCC bietet auch Plux22 Decoder an – hier mit einem ’stay alive‘ Rucksack, bereit zum Anschluss.

Auf meine Email von vor zwei Wochen mit Detail-Fragen zu den Decodern erhielt ich leider keine Antwort.

Ich bin mir auch nicht sicher, inwiefern der Erwerb oder die Einfuhr dieser Decoder in der EU überhaupt legal ist.

Aber auch die moralische Komponente ist nicht zu unterschätzen: LaisDCC hat anfangs die Decoder des US-Herstellers ‚TCS‘ kopiert, inklusive der Software. Darauf verweisen Internet-Quellen und eine persönliche Aussage des TCS-Chefs via Email an mich. Man war ursprünglich sogar so dreist, die Hersteller-Kennung von TCS zu übernehmen. Falls das alles so stimmt, dann stellen diese Decoder in Summe einen klaren Fall von Produkt-Piraterie dar. Nachfolgend findet man eine Äußerung des TCS-Boss zur Angelegenheit: http://yourmodelrailway.net/view_topic.php?id=13788&forum_id=10&jump_to=248529#p248603

Inzwischen erscheint beim Auslesen der CV 08 eines aktuellen Decoders die Angabe ‚134‘, was immerhin auf den tatsächlichen Produzenten hinweist.

an die Kabel schwarz & blau kann man den ’stay alive‘ Baustein anschließen.

Fazit: Auch der günstigste Decoder ergibt keinen Sinn für mich, wenn die Fahreigenschaften nicht überzeugen und einem das Fahren mit der Modellbahn keine Freude bereitet. Dazu gesellt sich der Aspekt der Piraterie, deren persönliche Bewertung natürlich jedem freigestellt ist. Ich persönlich bevorzuge Original-Produkte.

Wer günstige DCC-Decoder sucht, erhält für rund 20 Euro Bausteine, die wirklich fantastische Fahreigenschaften und diverse Schaltfunktionen ermöglichen. Meine persönlichen Empfehlungen sind der Zimo MX600 (Kabel, 8poliger Stecker, Plux12) und der Lenz Standard+ V2 (8polig). Auch Esu und Tams halten gute Angebote in dieser Preisgruppe.

Kurz: Die LaisDCC Decoder erfüllen leider nicht die Erwartungen.

Die vielleicht beste Kurzkupplung für H0 Modellbahnen. RTS.

So gleitet die RTS-Kupplung unter Rocos langen Waggons durch.

Sie existiert längst: Eine Kupplung, die mit einem weltweit riesigen Anteil an H0-Modelleisenbahnen ohne Einschränkungen funktioniert. Nur wird sie derzeit nicht produziert.

Wieder einmal war es der Zufall, der mir geholfen hat: In einem Kästchen lungerten diverse Austauschkupplungen herum. Mehr gelangweilt probierte ich einige davon aus, unter anderem irgendwas mir Unbekanntes mit der Prägung „RTS“. Ich lernte: Es gab Varianten mit und ohne Strom-Übertragung. Letztere steckte ich in so ziemlich Alles, was ich an H0 Fahrzeugen mit Normschacht besitze. Das Ergebnis war schnell klar: DAS ist DIE Kupplung. 🙂

Sanftes Einkuppeln, ohne Hakelei in Kurven, relativ unauffällig – wieso hatte ich das verschlafen! Die RTS-Kupplung ähnelt zwar den Kurzkupplungen von märklin und ihren Nachahmungen bei Roco und Esu. Aber der RTS-Metallbügel ist zur Abwechslung unglaublich intelligent konstruiert. Sämtliche Probleme der genannten Kupplungen sind eliminiert. Wieso haben das eigentlich auch Andere verschlafen?!

Inzwischen hat märklin die RTS-Formen übernommen, und anstelle diese modernisierte Version ihrer alten Kurzkupplung flächendeckend einzusetzen und damit sämtliche Nervereien mit Fahrzeugen anderer Hersteller abzustellen (und nebenher die Pufferhöher eigener Loks endlich zu berichtigen), setzte man den breiten märklin-Bügel auf den RTS-Kopf. Nicht. Zu. Fassen. Dennoch, die Formen und Stanzwerkzeuge sollten ja vorhanden sein, und sie könnten genutzt werden.

RTS mit Lima (70er Jahre). Passt. 🙂

Vorteile:

  • Die RTS-Kupplungen schwenken frei unter allen Puffern durch, auch bei den extra-langen 32cm Speisewagen. Der Bügel klappt nämlich nicht einfach rauf und runter, sondern er besitzt Langlöcher. Mit diesen kann er sich leicht bewegen und liegt immer gerade auf, sowohl auf dem eigenen Kupplungs-Körper als auch auf dem Bügel der Gegenüber-Kupplung.
  • Der RTS-Bügel kuppelt neben aktuellen Normkupplungen auch ältere Fahrzeuge sicher an, wie z.B. Spielzeug-Züge von Lima oder Jouef. Er besitzt zum Kuppeln eine herkömmliche Öse, kein einseitig offenes L-Bauteil. So macht das Hobby noch mehr Spaß, weil man alles querbeet mischen kann.
  • Die gesamte Kupplung wirkt filigran und weniger auffällig, als märklins Version mit dem breiten Bügel oder gar Rocos graue Universal-Kupplung mit dem breiten Gußteil. Denn die Öse selbst ist schön schmal gehalten.
  • Das Einkuppeln erfolgt supersanft: Vorn an der Öse befindet sich eine unauffällig angebrachte Verdickung, eine Art Nase. Diese erzeugt nur wenig Reibung.
  • Auf Vorentkupplung wurde verzichtet – gut so. Ich kenne niemanden, der diese Funktion wirklich nutzt: Entweder, die Waggons rollen in einer Senke plötzlich davon, oder aber die Lok ruckelt kurz und vergrößert dabei den Abstand zu den Waggons, die Kupplungen legen sich wieder in Ausgangsstellung. Ungewollt kuppelt die Lok die Waggons wieder an. Frust.
  • Schwarzer Kubststoff sieht edler aus, als Rocos Uni-Kuppler im Grauschleier.
RTS mit märklin-KK. Passt. 🙂
RTS mit Röwa (70er Jahre). Passt. 🙂

Nachteile:

  • Mit der bislang bekannten Digitalkupplung von Roco klemmt die RTS-Kupplung. Offenbar muss man die Digi-Kupplungen etwas angleichen.
  • Der dicke Kupplungshaken sorgt dafür, dass die Kupplungen recht fest zusammensitzen – ohne das lästige Längs-Spiel wie bei Rocos Unikupplung oder gar bei Esus Interpretation. Das wirkt schon mal seriöser als in sich schlackernde Erzzüge. Aber im Zusammenspiel mit anderen Fabrikaten kann es zu eng werden. Möglichkeit: Den RTS-Bügel auf den märklin-Kopf setzen, ohne dessen Vorentkupplungs-Funktion.

Artverwandtes:

Die RTS-Kupplung ohne Strom-Kontakt, richtig prima zum Modellbahn-Spielen.
Die märklin-KK mit dem Bügel des Anstoße(n)s. Nervig seit 1987.
Rocos Universalkupplung; offensichtlich ein Nachbau der märklin-KK.
Die Kupplung von Esu. Ohne Vorentkupplungsbügel, der sanftes Ankuppeln verhindert.

Fazit:

Die isses. 🙂 Ich glaube fest, dass mit dieser Kupplung, oder wenigstens dem RTS-Bügel auf dem märklin-Kopf, die berühmten „85% der Kunden“ perfekt zufrieden wären. Jetzt muss man sie nur noch kaufen können.

Vor allem filigrane Fahrzeuge gewinnen durch die RTS Kupplung.

Pikos Diesel-IC 52001 & 52201 mit Licht-Spielereien

…gilt vor allem auch für Pikos Züge 59230 & 59430.

Piko hat seine Neuauflage des roten Diesel-Triebzuges der BR 612 technisch verbessert: Die Glühlampen wurden gegen warmweiße LED getauscht, und die Schnittstelle wurde sozusagen ergänzt durch Lötflächen und steckbare Kontakte.

So wird es im Digitalbetrieb möglich, die Innen- und ZugZiel-Beleuchtung jeweils separat zu schalten, zum Beispiel über die Decoder-Kabel F1 und F2. Die entsprechenden Platinen für den IC-Zug oder ältere, rote Varianten gibt es im Piko-Shop als Ersatzteile, nicht eben günstig, aber man wertet seinen vorhandenen Zug deutlich auf.

Rechts zeigen die Kreise, wo die Kabel grün und braun (violett) anzulöten sind. Die gelben Rechtecke zeigen die Positionen der Jumper.

Auf den Fotos kann man eindeutig erkennen, was dafür zu tun ist:

  1. Mit den Jumpern quer zur Fahrtrichtung die jeweils äußeren Kontakte verbinden.
  2. An die Lötfläche ‚Pad-A‘ das braune Decoder-Kabel für die ZugZiel-Anzeige anlöten. (meistens ist dieses Kabel violett)
  3. Das grüne Decoder-Kabel für die Innen-Beleuchtung ist meistens direkt am Decoderstecker angelötet. Dort sorgsam abtrennen und wie gezeigt an die Lötfläche ‚Pad-B‘ anlöten.
  4. Im Zugteil ohne Schnittstelle braucht man nichts zu erledigen: Dessen Beleuchtung wird vom motorisierten Teil geschaltet.

Mit ein paar einprogrammierten Effekten (je nach Decodertyp) wirkt der schöne Zug gleich nochmal netter. 🙂

Material:

1x Leiterplatte Wagen A: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=13479&vw_name=detail

1x Leiterplatte Wagen B: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=18861&vw_name=detail

2x LED-Platine mit warmweißen und roten LED: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=13506&vw_name=detail