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Piko Silberlinge mit (echter) Kurzkupplung.

So gefällt das, Symoba sei Dank; die Kupplungsaufnahmen werden später mit Kleber auf exakter Höhe fixiert.

Als Piko in den Nullerjahren neue Silberlinge in H0 vorstellte, waren diese zwar maßstäblich lang, waren aber dem günstigen ‚Hobby‘ Sortiment zugeordnet. Beim Stückpreis von rund 30 Euro sah man darüber hinweg, dass diese Fahrzeuge zwar 30cm Länge aufwiesen, insgesamt aber qualitativ nur spärlich dem entsprachen, was man von Fahrzeugen dieser (Längen-)Klasse gewohnt war. 

Unübersehbar die viel zu weiten Kuppel-Abstände und die zu tief auf den Drehgestellen liegenden Wagenkästen; außerdem die unteren Front-Lampen mit Glüh-Pünktchen anstelle von leuchtenden Flächen. Bei einigen Waggons fiel das Ankuppeln schwer, weil ihre Kupplungen nicht auf gleicher Höhe lagen, wie bei anderen Waggons. Das sollte genauer gehen.

Werks-Zustand. Wieso macht Piko die Träger nicht neu…?

Neben den Preisen hat Piko inzwischen auch die Höhenlage der Waggons korrigiert, beides aufwärts. Geblieben sind die vorbildwidrigen Front-Lampen – und natürlich der auffällige Kuppelabstand. Letzterer lässt sich mit dem Symoba-Klassiker verbessern.

Man benötigt das ‚Startset 120‘ und die kurzen Kupplungs-Aufnahmen ‚110‘.

👉🏻 http://www.symoba-schniering.de/sym-produkte.htm

Diese kompakten Kurzkupplungs-Kulissen passen wirklich fast überall drunter oder hinein. Für mich gehören diese Kulissen zu den Top 3 der Modellbahn-Zubehör Produkte der 80er Jahre, die sich bis heute bewähren: Roco Line (oB), Merkur Gleisbettungen, Symoba Kulisse. 🙂

Rund & flach: Sanft nachbearbeitet.
Prinzip-Darstellung mit gekürztem Steg.

Für meine Waggons habe ich auf spaltfreies Balg-an-Balg-Fahren verzichtet; sanftes Ankuppeln ist mir wichtiger. Wer es vorbildgerecht eng bevorzugt, der verwendet meistens ohnehin andere Kupplungen, außerdem kann man die Kulissen minimal weiter Richtung Wagen-Mitte verschieben, um alles auszureizen. Mit langsam aushärtendem Kleber lässt sich hier viel probieren.

So ermittelt man den richtigen Abstand zur Puffer-Ebene...
…und so die exakt richtige Höhe des Norm-Schachtes.

Selbst der Einbau ist ein Klassiker:

  1. Kupplungskammern an der Rückseite rundfeilen; dabei genug Material stehen lassen.
  2. Oberseiten der Kulissen glattfeilen.
  3. Pikos Silberlinge demontieren, die originalen Kupplungsträger inklusive der Federn entfernen.
  4. Kupplungs-Steg auf die Hälfte kürzen.
  5. Kupplungs-Kammern auf die Stege setzen, noch NICHT festkleben.
  6. Etwas Sekundenkleber-Gel (oder 2K Kleber) auf den Wagenboden geben.
  7. Mit dem Symoba-Abstandhalter die exakt richtige Position ermitteln und Kulisse festdrücken.
  8. Trocknen lassen!
  9. Mit dem Abstandshalter auf einem Gleis die exakte Höhe für die Kupplungskammer ermitteln und den Steg exakt darunter abschneiden.
  10. Kupplungskammer sehr vorsichtig abziehen, gewünschte Kupplung einsetzen, und dann die Kammer wieder auf den Steg drücken.
  11. Fertig.
Original-Zustand.
Abstand mit Symoba-Kulissen, und es ginge noch enger.

Die Fotos zeigen den Unterschied; ja, es ginge noch knapper. Aber mir ist der Spielspaß wichtiger, als perfektes Aussehen ohne die Möglichkeit, ab und zu den Wagenverband durch Rangier-Bewegungen zu verändern. 

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Drollige Fertigungs-Panne bei Minitrix.

Im Set 15471 findet sich ein Eilzugwagen, der unerwartete Ein-Blicke ermöglicht…

Freie Sicht auf freie Bürger. Oder so. 🤔

Aus Neugier schaue ich oft in Modellbahn-Waggons hinein. Und war diesem Fall zugleich überrascht und amüsiert.

Denn der Einsatz der Innen-Einrichtung wurde während der Fertigung um 180 Grad verdreht angeordnet. So genießen jetzt Reisende mit akuten Bedürfnissen einen klaren Blick auf die Landschaft – diese blickt allerdings auch zurück, und Reisende am Bahnsteig dürften sich bei ‚Versteckte Kamera‘ wähnen… 😁

Fahrgäste auf den Sitzen gegenüber haben hoffentlich viel zu lesen dabei (70er Jahre), immerhin wird ihnen der Blick nach draußen von einem säuberlich weiß lackierten Fenster versperrt.

Man muss in der Fertigung schon wirklich gar keinen Bezug zum Produkt haben (ja, ach was), dass einem sowas nicht mal auffällt. Und weil Wagenkasten samt Boden aus einem Stück gegossen und damit einheitlich grün sind, ist dieses drollige Fehlerchen auch später niemandem aufgefallen.

Wenn ich meinen Waggon also demnächst innen einfärbe und beleuchte, dann muss ich wohl oder übel den inneren Wagenboden sorgdältig heraustrennen und herumgedreht wieder einkleben. Sähe ja sonst reichlich beknackt aus. ☺️

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Minitrix-Innenbeleuchtung.

Die Präsentation von Modellbahnen erinnert meistens auch bei Fachhändlern an ein ödes Warenlager: Nirgendwo sieht man Züge fahren; von einer hübschen Anlage ganz zu schweigen.

So gesehen beim ‚Modellparadies‘ Köln. 💡

Umso angenehmer überrascht war ich, dass ein Händler in Köln auf die Idee gekommen ist, die neuen Minitrix-Waggons mit LED-Beleuchtung auf ein Gleis mit Stromversorgung zu stellen; in N, ausgerechnet möchte man meinen. 😉

So kann man sich von der gleichmäßigen Ausleuchtung überzeugen, ohne jemanden bemühen zu müssen. Und es ist ein hübscher Blickfang. Eine gute Idee! 🙂

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„Warum kaufen die Leute noch Lenz-Standard Decoder?“

Echtes Zitat eines Mitbewerbers. Man sieht: Entspannte Spielbahner werden in der Branche oft vergessen – oder belächelt. Aber wer so eine Frage stellt, der lässt außer acht, wie die weitaus größte Anzahl der Modellbahner tickt. Die wollen nämlich nur: Spielen.

Der Lenz Standard Decoder. Foto (c) Lenz Elektronik.

Der Chef eines Elektronik-Anbieters (Hinweis: natürlich NICHT ‚Lenz‘ 🙄) erklärte vor einiger Zeit, er erwarte, dass man sich seine Produkte „erarbeite“. Im Smartphone-Zeitalter drückt diese Aussage nur aus, wie wenig man von der heutigen Denke der Menschen verstanden hat. Und wie rücksichtslos man potenzielle Kunden der eigenen Sturheit aussetzt.

Die Zeiten, in denen man sich notgedrungen ewig lange mit umständlicher Technik herumgeschlagen hat, sind vorbei. Wem eine App nicht gefällt, der löscht sie eben, per Fingertipp. Ähnlich, wenn einen das Digitalsystem nervt: Das stellt man dann bei Ebay ein. ‚Fott damit.‘ Das sind die heutigen Zeiten.

Die Decoder von Lenz namens Standard, Silver und Gold haben gegenüber Esu und Uhlenbrock einen gravierenden Vorteil: Sie sind direkt beherrschbar. Die Anleitungen sind klar formuliert, die paar Sonderfunktionen unmissverständlich beschrieben. Aus der Schachtel heraus bewirken die Lenz Decoder bei den meisten mir bekannten Lokomotiven wirklich schöne Fahreigenschaften, ausprobiert habe ich Loks von Fleischmann, Lima / Rivarossi, märklin / Trix, Roco und Piko.

Außerdem kann man seine Kabel weiß, gelb, grün und violett auch für die Lichter in Personen- oder Steuerwagen verwenden – und das für rund €20.-. Made in Germany.

So haben auch Modellbahner mit nur wenig Zeit jedesmal ein Erfolgserlebnis, wenn sie eine DC-Lok mit einem Lenz-Decoder umbauen. Und auch diese Kunden wollen ernstgenommen werden.

Ja, die Lenz-Decoder bieten weniger Komfort-Funktionen, als Decoder der Mitbewerber, aber das, was sie können, ist direkt erreichbar. Sie erfordern keine Nachfragen. Dazu kommt die angenehme Lastregelung, die die Motore nahezu lautlos und höchst geschmeidig ansteuert. Mit niedrigerer Mindestgeschwindigkeit wäre dieser Aspekt fast perfekt. 😉

Der Dünkel, mit dem sogenannte Fachleute, auch selbsternannte, auf normale, ’spielende‘ Modellbahner herabschauen, ist oft schwer erträglich. Offenkundig nimmt man den Frust der Kunden billigend in Kauf. Dabei liegt die Ursache dafür tatsächlich auf der Seite der Entwickler; es sind ja nicht die Modellbahner ‚zu blöd‘, sondern das Produkt ist zu kompliziert.

Natürlich könnte man auch hoch-komplexe Produkte so komfortabel konzipieren, dass die Kunden binnen Sekunden ihr Ziel erreichen. Dafür müsste man aber bereit sein, sich mit Respekt in die höchst unterschiedlichen Gegenüber zu versetzen. Man vergleiche Smartphones mit nervigen Windows-PCs.

Zum Beispiel soll der  Programmer von Esu die Sache eigentlich vereinfachen. Aber weil die Software nullstens intuitiv konzipiert ist, bin ich immer wieder auf Erklärungen durch Fachleute angewiesen, die tagtäglich mit dieser Materie zu tun haben. Und auch die sind manchmal überrascht, was alles wie zu programmieren ist.

Ähnlich bei märklins USB Programmer findet der Kunde bei ESU eine völlig undurchschaubare Bedienoberfläche vor, die man sich „erarbeiten“ müsste. Das ist nicht zeitgemäß – und es nervt mächtig. 

Man könnte natürlich Lok- oder Waggon-spezifischen Pre-Sets zum Aufspielen anbieten, aber dadurch könnten sich die oben Genannten ja beleidigt fühlen. Also muss der Normalo-Bahner immer wieder neu herumprobieren, obwohl inzwischen 20 Jahre Erfahrungen mit dem Gerät vorliegen. 

Da sollte sich in der Schwarm-Intelligenz der eigenen Zielgruppe eigentlich so Einiges finden lassen. Gerade märklin könnte die Bedien-Oberfläche des Programmers sehr intuitiv konzipieren – derzeit ist sie eher was für Nerds. 

Und um genau diesem potenziellen Frust vorzubeugen kaufen viele Menschen bevorzugt Produkte, die mit wenig Aufwand zum Ziel führen. Und das ist bei den Lenz-Decodern der Fall. 

Und solange die Anbieter der ‚elaborierten‘ Systeme die Bedienung absichtlich kryptisch halten, kann man die oben gestellte Frage beantworten mit „weil Lenz Decoder Spaß machen, ohne an den Modellbahner zu große Ansprüche zu stellen.“ 👍🏻

Und das ist auch gut so. ☺️

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Märklin Startset 29730 mit Fake-Lego. Mir macht’s Spaß! 🙂

Original-Abbildung (c) märklin.

Manche Weihnachtsgeschenke haben es in sich. Da ist das anstehende Essen plötzlich völlig egal. Oder der traditionelle Film. Jaja. Nachher. (Nachher = 25. 12..)

Im Grunde eine sensationelle Idee, zwei Spielzeug-Klassiker miteinander zu verbinden. märklin als Modellbahn-Marke, und dazu … nein, kein Lego. Sondern ein Nachahmer-Produkt (was Lego laut Wikipedia streng genommen ursprünglich ebenfalls gewesen ist), Klemm-Bausteine der Marke ‚Stax‘. Mehr dazu gibt es hier: https://www.light-stax.de

Ich war mehr als neugierig, zu erfahren, wie man sich diesen System-Mix vorgestellt hat.

Im Set findet man ein Gleis-Oval märklins inzwischen klassischem C-Gleis, dazu drei Fahrwerke für zwei Waggons und eine Lokomotive. Außerdem einen eigenartigen Steuerknüppel, den märklin völlig humorlos „Power Control Stick“ nennt („Mehr Power!!“ 😆). Dazu, natürlich, drei Tütchen mit Klemmbausteinen, schön sortiert, um den Zug nach Zug aussehen zu lassen.

Echte Lego-Figuren sitzen auf nachgemachten Noppen. Funktioniert. 🙂👍🏻

Schon beim ersten Prüfen der Bausteine nimmt man einen Unterschied zu Original-Lego wahr. Die Stax Bausteine wirken weniger hochwertig, als bei Lego, in ihrer Form, aber eben auch farblich. Später nachbestellte Original-Lego Steine in Limonengrün (!!😁) zeigten diesen Unterschied überdeutlich.

Dennoch, spielen kann man damit natürlich. Und wer es als Label-Queen oder -King ganz genau nimmt, kann die beiliegende Bausteine durch Lego-Originale ersetzen. Das geht am Einfachsten im Lego-Shop ‚Pick A Brick‘: https://www.lego.com/de-de/page/static/pick-a-brick

Tatsächlich passen die ‚echten‘ Lego-Steine ganz exakt auf märklins ‚Noppen-Oberfläche‘. Man fragt sich schon, warum märklin nicht einfach ein Joint-(Ad)Venture mit Lego verwirklicht hat. Das Produkt hätte sich in beiden Lagern gut verkauft. Aber dann hätte das Lok-Fahrwerk nicht so labberig sein dürfen, das ist auch klar. Und bei märklin zieht man sich ja seit jeher in ein eigenes Lager mit eigenen Gesetzen zurück, ‚König der Provinz‘ nennt man das auch.

Neben den normalen Bausteinen findet man spezielle Light-Stax Elemente. Diese besitzen elektrische Verbindungen, die beim Zusammenstecken in Kontakt kommen. Ein dickerer Steuerbaustein kann die Spitzen- und Schlusslichter leuchten lassen oder einige Licht-Effekte zeigen – ob Kinder das wirklich toll finden?

Mein Baustein war jedenfalls direkt aus dem Karton defekt. Auf meine Reklamation am 27.12. folgte – keine Reaktion seitens märklin, und auch auf spätere Nachfrage bekam ich bis heute keinen Ersatz. Das ist schon ein bisschen doof. 

Aber auch das Konzept an sich erschließt sich mir nicht, denn immerhin besitzt das Lok-Fahrwerk einen vollwertigen Digitaldecoder mit Lastregelung und der Anmeldefunktion mfx. Seine vier (?) schaltbaren Funktionen ließen sich in logischer Konsequenz auch für eine Baustein-Bahn nutzen. Wozu also ein separates System aufsetzen? Notgedrungen ignorierte ich alle Stax-Besonderheiten und betrachtete alle Bausteine als genau das: Bausteine. Die Bahn macht natürlich trotzdem Spaß.

Im Prinzip. Gut, meine Lok fuhr sowieso erstmal nicht, dazu weiter unten ein zuvor einzeln veröffentlichter Text. 

Aber als der kleine, ungewöhnliche Zug dann doch unterwegs war, kreuz und quer über meine C- und sogar M-Gleise, musste ich zufrieden grinsen: Modellbahn und Klemmbausteine ergeben eine drollige Gute-Laune-Mischung! Davon möchte man mehr… Die Bedienung des Power Dingens macht so semi-Spaß, aber mit einer Mobile Station 1 oder 2 oder gar einem reinen DCC Steuergerät ist das Set eine feine Sache.

In der Anmutung an märklins Spur-0e Klassiker ‚Minex‘ angelehnt hat der Baustein-Zug den gleichen Größen-Nachteil. Denkt man so.

Baustein-Zug in ‚H0‘ Größe.

Weil, wie ab Werk gemeint passen die hohen Fahrzeuge nicht unter herkömmliche H0-Fahrleitung. …passen sie nicht? 💡 Das kann man ändern! Genau hier kommt der Vorteil von Leg… Klemmbausteinen zum Tragen.

Ich habe meine Fahrzeuge einfach weniger hoch neu aufgebaut. Wer in seiner Kindheit ebenfalls mit Lego (diesmal aber wirklich!) gespielt hat, der kennt die Tricks. 😉

Alles aus den beiliegenden Teilen gebaut.
Sieht für mich mehr nach ‚Lok‘ aus, als der Werks-Entwurf.

Das Führerhaus ähnelt mit Absicht dem Lego-Klassiker ‚133‘. Diese Satelliten-Schüssel an der Front wird noch durch Passenderes ersetzt (siehe Pick A Brick).

Die Waggons sind einfach ‚tieferzulegen‘; dafür braucht man keine Anleitung. Man behält dabei soviele Steine übrig, dass zwei weitere, leere Waggon-Fahrgestelle im Modellbahn-Fachhandel plus ergänzende Lego (!) Steine im Lego Store vor Ort gekauft werden könnten…  

Waggon Nr. 1 an H0 angeglichen…
…und Waggon Nr. 2. 🙂

Laut Norm hängt eine Modellbahn-Oberleitung minimal 6,2cm über Schienen-Oberkante, maximal 7,3xm. Eine Musik-Cassette ist exakt 6,38 cm hoch.

Alles moderne Klassiker, in jeder Hinsicht. ❤️

Laut meinem launigen Foto könnte die Lok also gut auf professionellen Anlagen unterwegs sein – das muss man natürlich vorsichtig auf der eigenen Anlage ausprobieren. Notfalls entfernt man den Schnickschnack vom Dach. …dem der Lok natürlich. 😌

Klemmbaustein-Waggons und märklins BR 74 vertragen sich. 🙂

Derart angeglichen kann man diese Baustein-Fahrzeuge prima mit seinen normalen märklin-Zügen kombinieren; Radsätze und Kupplungen sind bekannte märklin-Bauteile. Und ja, das kann viel Spaß machen.

Leider hat märklin nahezu das komplette Baustein-Projekt aus dem Sortiment genommen. Auch die Ergänzungs-Waggons ‚Post‘, drei-in-eins und ‚Disco‘ sind entschwunden; allein der Flachwagen mit Noppen 44734 ist nach wie vor erhältlich. Gut, die Lok hätte wirklich solider (und kürzer) konstruiert sein können. Aber märklins Baustein-Bahn ist eine nette, liebeswerte Neu-Interpretation der märklin-Bahn. Ich finde, dieses Konzept hat mehr Aufmerksamkeit verdient.

Mehr Infos über diese Produkte auf märklins Website; wenn man dort nach unten scrollt findet man die Ergänzungen: https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/29730

Nachtrag 1: Original-Lego ist schöner, als die Imitation.

Qualität setzt sich durch.

Echtes Lego und nachgemachte Klemmbausteine sind leicht zu unterscheiden, wie das Foto beweist: Die Bausteine oben in weiß und dunkelblau sind Imitationen, sie sitzen schief und krumm. Nur die türkisfarbenen Steine stammen zum Vergleich aus Legos Fertigung und sitzen auffallend gerade.

Unten ist alles Original-Lego, alles etwas sauberer, solider, und das Weiß ist nicht so kalkig, sondern eine Spur eher créme-farben. Klarer Fall, echtes Lego bietet die schönere Qualität.

Nachtrag 2: Sicheres Fahren mit der ‚Klemmbaustein‘-Lok.

märklin konzipierte das Fahrgestell der Fake-Lego Bahn derart billigst, dass nicht einmal die Strom-Aufnahme sicher funktioniert. Von Haltbarkeit ganz zu schweigen. Aber nur eins kann man ändern…

Das war schon deprimierend, nach dem Auspacken tat sich nichts. Das Anschlussgleis blinkte (rot! Also offenbar im Warn-Modus? Nein, nur eine falsch ausgewählte Signalfarbe.), die Lok machte keinen Mucks, und der ‚Stax‘ Baustein war funktionslos.

Klare und gesäuberte Sache. Sowas kann märklin solider.

Um es abzukürzen: Google half. Offenbar haben viele dieser Anschlussgleise mit IR Sensor eine Fertigungsmacke. märklin reagierte äußert kulant, nicht nur, dass deren Service am 27.12. besetzt war (!), ich bekam umgehend ein Ersatzgleis zugesandt. Danke dafür!

Aber, aber die Lok. Mit einer MS2 konnte ich ihr nur leichtes Zucken entlocken. (Gut, dass ich kein Arzt geworden bin…) 

Also das Ding aufgeschraubt und überrascht eine sehr lumpige Konstruktion vorgefunden. „Masse“, wie märklin den zweiten Pol benennt, wird übertragen durch einen auf den Achsen liegenden Metallstreifen. Und dieser troff vor Öl und Fett.

Dank SR24 und Wattestäbchen war die Lok schnell wieder sauber. Aber so richtig zuverlässig war das noch immer nicht. märklin wird es sicher freuen, zu lesen, dass die Hilfe ausgerechnet aus Ulm kam. 😏

Esu bietet super praktische Radkontakte an, 50707, und nennt sie sogar so. Man findet also schnell, was man sucht. Eins dieser Bauteile reicht aus, um dem Fake-Lego Fahrgestell zuverlässiges Fahren zu ermöglichen.

Man lötet ein längeres rotes Kabel an einen der Kontakte und dazu ein kurzes Querkabel an den anderen – sicher ist sicher.

Des g’hört so! 🙂

Mit nicht gasendem Sekundenkleber-Gel klebt man den Radkontakt unter das Fahrgestell, wie im Foto zu sehen. Die Endpunkte müssen die Innenseiten der metallischen Radreifen kontaktieren.

Dann schiebt man einen kurzen Schrumpf-Schlauch locker auf die lange Litze, fädelt sie durch die Bodenplatte nach innen und verlötet sie dort an den ‚Masse‘-Kontaktstreifen. Darauf achten, dass weiterhin alle Rad-Bewegungen frei möglich sind. 

Zum Abschluss den Schrumpf-Schlauch in der Bodenplatte fixieren, auch hier am Besten mit Sekundenkleber-Gel. So kann der Schleifer sicher frei einfedern.

Rote Farbe kann die Kontaktbleche etwas tarnen.

Das war’s. märklin hätte das natürlich ab Werk so machen können, sogar eleganter. Eine sicher fahrende Lok bereitet nun mal mehr Freude, als ein bockiges Stop-And-Go-Modell. Und wenn man märklins leisen Schleifer 138079 drunterpackt, ist auch akustisch Ruhe. 🙂

Übrigens: Meine Lok begann irgendwann, zu ‚humpeln‘. Die Ursache war schnell gefunden: Ein Stift hatte sich gelöst. (Zitat „der alte Wagner“) Und zwar der des schwarzen Zahnrades. Den muss man nur wieder sorgsam fest eindrücken. Seitdem rollt die Lokomotive wieder vernünftig.

Fazit: Viel Nach-Arbeit und trotzdem viel Freude an der Bahn. Wir Modellbahner sind schon eine eigenartige Spezies. Und das ist auch gut so. 😌

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Leise Schleifer für märklin-Waggons.

Licht ist schick – vor allem, wenn geräuschlos. ☺️

Da märklin noch immer lautstarke Klapper-Schleifer unter seine Waggons baut, habe ich mir nun selbst beholfen.

Nicht optische sondern akustische Reize sind es, die besonders stark beeinflussen. Bei Filmen macht man sich das zunutze, indem man z. B. Dinosauriern die grollenden Stimmen von Löwen beimischt – des Angst einflößenden Effekts wegen.

Anders ausgedrückt: Die Punkt-Kontakte kann man mit der Zeit sozusagen übersehen, die sind halt da. Aber rasselnde Getriebe oder klackernde Schleifer gehen einem auch nach Jahren weiter auf die Nerven. Sogar eingefleischte märklin-Fans sehen das so, wie der Screenshot zeigt. …und eins von beidem hat märklin immerhin abgestellt. ☺️ Fahrzeuge mit Klapper-Schleifern sind einfach nicht elegant, und es geht ja besser.

Screenshot (c) Stummiforum

Genau genommen hätte märklin dieses Problem bereits seit Jahrzehnten eliminiert haben können, wie dieser beleuchtete Gepäckwagen aus den 50er (60er?) Jahren beweist: Dessen Schleifer-Konstruktion stellt bereits die prinzipielle Basis für märklins aktuelle Schleifer leisester Bauart dar, und auch dieser Methusalem verhält sich akustisch recht unauffällig.

Schon damals wäre es also noch leiser gegangen. 🙂

Während andere Modellbahn-Anbieter seit Langem mit besonders leisen Antrieben werben, verbaut märklin stoisch noch immer lautstarke Schleifer. Warum nur.

Die Schleifer der Sorten 144133 und 138079 habe ich unter Waggons ausprobiert (der Schleifer selbst ist identisch, nur die Plastik-Klippse unterscheiden sich), und der Effekt ist wie gewünscht: Ruhe.

Die einzige Nacharbeit besteht darin, die strenge 90 Grad Kurve der Schleifer-Enden sanft (!) abzumildern. Dann entstehen sogar noch weniger Geräusche, hier muss man sich beim ersten Umbau etwas rantasten, bis man die optimale Formgebung raushat. 

Die klassischen Eilzugwagen von märklin bekommen Strom über die „Stromzuführung“ 73405. Ganz exakt passt einer der Austausch-Schleifer auf die Kunststoff-Basis; der alte Schleifer kann … weg. 

Neuer, leiser Schleifer unter älterem Waggon.

Umbau: Man muss nur die vier Laschen des alten Schleifers freibiegen, das Kabel dort ab- und an den neuen Schleifer anlöten, dessen Laschen um die Basis festbiegen – das ist es. Dauer: Eine Minute. Augenblicklich ist das Fahrzeug akustisch unauffällig, und auch der Rollwiderstand minimiert sich; so stellt man sich das heute vor.

Auch optisch bleibt der leise Schleifer unauffällig.

Mit diesem kleinen Austausch lassen sich viele Generationen vorhandener märklin-Waggons verschiedenster Bauarten auf leisen Betrieb umstellen. 🙂

Für Steuerwagen und Speisewagen aktueller Bauart bedürfte es eines kurzen Schleifers der leisen Konstruktions-Art, den märklin so leider noch nicht anbietet.

Die 90 Grad Kurven an den Schleifer-Enden sollten noch etwa um die Hälfte entschärft werden.

Versuchsweise habe ich einfach den den kurzen Klapperschleifer gegen den leisen Schleifer ausgetauscht, mechanisch ähnlich, wie oben beschrieben. Unterschied: Hier greift nur ein Laschenpärchen direkt um den Sockel, am anderen Ende steht das Blech etwas über, kann aber mit einem Klecks Sekundenkleber am Ende des Sockels fixiert werden.

Hier wäre ein kurzer, passender und leiser Schleifer sehr nützlich. Wann märklin den wohl anbietet?

Über normale Weichen fahren meine derart umgebauten Waggons einwandfrei; Bogenweichen und eine DKW kommen demnächst als Test-Objekte dran.

Funktion bislang mechanisch unauffällig, elektrisch zu 100% zuverlässig. 👍🏻

märklin verbaut inzwischen großteils wirklich hochwertige, geräuscharme Antriebe, dass man sich wundern kann, warum man die Schleifer in dieses Denken nicht miteinbezieht.

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märklin LED Beleuchtung 73300 (auch) für Trix Donnerbüchsen

Es dauert, bis die LED aufleuchten, aber dann sieht’s grandios aus. Und … hell. SEHR hell.

märklin hat eine Lichtleiste mit LED entwickelt, die in sämtliche Donnerbüchsen von märklin passt, die seit den 70er Jahren produziert worden sind. Die Gehäuse sind nämlich baugleich. 

Aber: Wie üblich hat man bei märklin ignoriert, dass es Mittelleiter-freie märklin Fahrer gibt, die pro Wagenseite zwei Kontakte linkes Rad / rechtes Rad praktisch finden.

Man hat einfach die (für diesen Umbau zu entfernenden) Messingstege an gleich zwei Kontakt-Flächen angelötet, die jeweils elektrisch einen Pol darstellen.

Natürlich hätte märklin für DC Fahrer ein flaches Plastikteil mit integrierten Radkontakten fertigen können, das sich ganz einfach von unten in den vorhandenen Löchern festschrauben lässt – und dort, wie jetzt vorgesehen, die Lichtleiste kontaktiert. Aber dafür hätte der Trix-Beauftragte seinen Job verstehen müssen…

Vorab eine kleine Kritik: Die Helligkeit der Leisten lässt sich nicht reduzieren. Und die LED strahlen schon wirklich arg hell.

Sitze & Wände

Vor der Elektrik sollte man dem Plastik Beachtung schenken. Denn meiner Erfahrung nach verfährt (sic!) märklin sehr frei, was die Farbgebung der Inneneinrichtungen betrifft: Braun, rot und gelb bei meinen Waggons. Und das ist natürlich Quatsch. 

Dunkler Bodenbelag zum Ausschneiden und einkleben folgt. Beim Einfärben der Wände sehr, sehr genau aufpassen, dass nichts auf die andere Seite läuft…
Bodenbretter in braun sehen nett aus. Ob das Vorbild auch so aussah, das war mir egal. Ist ja meine Modellbahn, ne? 😉
Es waren wohl diese Farben. 🤔😁

Ich habe für die Sitze der zweiten Klasse ein helleres Ocker verwendet, für die erste Klasse blaugrau. Die inneren Seitenwände habe ich mittel-ocker angepinselt, die Bodenbretter im Gepäckwagen braun.

Den Bodenbelag der Personenwagen erstelle ich später als Grafik zum Ausdrucken auf Karton. Dann sind die Farbtrennkanten garantiert sauber. Gut trocknen lassen.

Unscharfes Foto, aber man sieht, wo man mit dem Lötkolben ein kleines Loch in die Abortwand pieken muss.

Um nun die Beleuchtungen einzubauen, empfehle ich folgende Reihenfolge, nach der Demontage der Fahrzeuge:

  • vorab Litzen in ausreichender Länge (25cm) an die Esu Radkontakte 50707 anlöten, am besten links rechts farblich unterschiedlich, beim zweiten Radkontakt natürlich spiegelverkehrt.
  • Radkontakte mit Sekundenkleber unter die Wagenböden kleben, sodass ihre Enden die Räder genau hinter den Spurkränzen kontaktieren.
  • Schrumpfschläuche über jeweils ein Litzen-Pärchen schieben und diese durch eine quadratische Öffnung im Boden UND der Einrichtung nach oben ziehen. Alternativ zieht man nur ein Litzen-Paar nach oben, das zweite kann man auch direkt mit den anderen Radschleifern verlöten. Hier kann es danach erforderlich sein, diese neu anzukleben.
positionierte Radschleifer und die Schrumpfschläuche. Von der Seite praktisch unsichtbar.
  • Von den LED Leisten die senkrechten Metall-Kontakte ablöten, sie werden nicht gebraucht.
  • Die LED-Leisten mit jeweils einer  kurzen Schraube aus dem Wagenboden auf der Einrichtung befestigen.
  • Anders beim Gepäckwagen: Hier muss man eine Erhöhung sauber abfeilen, und dazu in der ‚Wand‘ nebenan eine Vertiefung auf gleiche Höhe einfeilen. Das dauert nur etwa eine Minute. Danach die Lichtleiste mit gutem, nicht gasendem Sekundenkleber befestigen.
Man sieht: Keine Erhöhung mehr. Gegenüber muss oben die kleine Erhöhung bis zur Mitte abgefeilt werden.
  • Nun die Litzen ganz heraufziehen und quasi über Kreuz (!!) anlöten: Die beiden Litzen einer Schienenseite (hier braun) an einem Wagen-Ende, die beiden Litzen der anderen Schiene (schwarz) am anderen. Bei Bedarf oben mit einem Streifen Tesa bändigen. Wieder beim Gepäckwagen habe ich die Litzen direkt durch die Bodenöffnungen mittig über den Radsätzen nach oben gefädelt. Hier sieht man die von außen nicht.
Zweimal braun auf der einen, zweimal schwarz auf der anderen Seite.
  • Gehäuse aufsetzen und mit den neuen, längeren Schrauben befestigen.
  • Die Schrumpfschläuche achtsam mit dem Lötkolben bearbeiten, bis sie in sich straff werden. Dann mit Tröpfchen des Sekundenklebers unter den Wagenböden fixieren. Fertig!
  • Ein paar sitzende Reisende machen sich immer gut; angesichts der hellen LED möchte man ihnen Sonnenbrillen gönnen… Den Bodenbelag zum Ausdrucken und einkleben reiche ich später nach.
Auch die Jungs im Gepäckwagen brauchen Licht am Arbeitsplatz. 📦
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LED-Licht für Umbauwagen von Roco 54291 54292 54293 etc.

So schönes Licht hatte das Vorbild sicher nicht. 😉

Seit Mitte der 70er Jahre werden die dreiachsigen Umbauwagen unter ‚Roco‘ Logo angeboten. Trotz dieser langen Zeit können die Waggons noch heute prima mitrollen, sie sind recht fein gemacht.

Moderne LED in altem Waggon. Charmant.

Ein Problem dieser Fahrzeuge war immer die Innenbeleuchtung. Ursprünglich bot Roco eine sehr primitive Konstruktion an, die pro Seite von nur einem Rad bzw. dessen Achse den Strom aufnahm. Plus eine Glühlampe. Mehrere Waggons davon im Einsatz, und der Zug kann als taktfreie Lichtorgel in den Partykeller…

Prinzip-Darstellung. Nur noch festlöten.

In den Nullerjahren fiel Roco dieser nervige Zustand doch irgendwie auf, und man kam auf die gute Idee, separate Kontakte auf die Achsspitzen zu setzen. So konnten die Waggons konstruktiv unverändert bleiben.

Eine gute Idee, diese Kontakte für die Achsspitzen.

Leider verwendet Roco bis heute Glühlampen in diesen Sets, und das ist natürlich Quatsch. Man sollte natürlich geteilte Achsen verwenden , um pro Fahrzeug wenigstens vier Kontakte nutzen zu können.

So führt man die Litzen nach oben.

Im Grunde sollte mein Umbau-Vorschlag für alle Generationen dieser Waggons passen.

Material pro Waggon:

  • 1x Viessmann Lichtleiste 5050
  • 1x Radkontakte Roco 96766 (vier im Set)
  • 2x geteilte Achse Roco 40192
  • 1x Elko 25v 1000µF

Der Einbau ist recht einfach, wenngleich fummelig.

  • Radsätze heraus- und Dach abnehmen
  • Radkontakte seitlich links und rechts kürzen
  • Die Radkontakte in die Achslager einsetzen und dabei die Litzen außen um eine Bremsbacke herumführen
  • Achsen einsetzen
  • Litzen direkt und unter dem Kupplungsträger entlang durch die Öffnung im Boden in den Waggon führen
  • Lichtleiste so kürzen, dass sie im Dachbereich im Klemmsitz fixiert werden kann
  • die Drähte des Elko sinnvoll zurechtbiegen, sodass das Bauteil zwischen zwei LED passt, dann direkt an die Kontakte anlöten (Plus und Minus beachten!)
  • Litzen von den Radkontakten sinnvoll kürzen und an die Lichtleiste anlöten.
  • Im Dach den mittigen Anguss entfernen; ein Seitenschneider hilft.
  • Dach aufsetzen – fertig.
…echt nett. 🙂

Hinweis: Seit einiger Zeit sind Fensterrahmen verschiedener Personenwagen von Roco nicht mehr grifffest. Also nach Möglichkeit diesen Bereich nicht berühren. Vielleicht lernen die es ja irgendwann wieder.

…vielleicht hilft ein dünner, silberner Lackmaler.
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Leise Schleifer für Personenwagen von märklin.

…laut und leise auf einem Foto. 😁

märklins leise Schleifer in der neueren Bauform passen unter sehr viele Lokomotiven; oft auch unter solche, die gar nicht dafür ausersehen sind. Hauptsache leise. 🙂

…genau, Hauptsache leise. 😌

Ausgerechnet die Funktionswagen, also Steuerwagen und Fahrzeuge mit Schlusslichtern oder anderen Spielereien, kommen ab Werk mit Schleifer-Konstruktionen aus der Steinzeit. Da diese Waggons zumeist Hohlkörper darstellen, wirken ihre Gehäuse wie bei einer Gitarre als Resonanz-Verstärker, mit dem Ergebnis unerträglichen R-R-R-R-Radaus. Das muss heutzutage echt nicht mehr sein. Und hauseigene Abhilfe gibt es derzeit noch nicht.

märklin-Technik der 70er Jahre, mit Schall-Loch.

Bis man bei märklin aufwacht bedient man sich ungeachtet der lästigen Mehrkosten (plus zehn Euro!) zum Zwecke der Ruhe der Schleifer von Brawa (Silencio 2225) oder Roco. Für Letztere existiert eine eigene Website mit allen wichtigen Angaben:

https://www.roco.cc/de/service/faq/fluesterschleifer/index.html

Roco 40500, man hört nichts und sieht kaum was.

Für den Tiziano Speisewagen habe ich den Roco 40500 ausgewählt. Der Austausch dauerte eine Minute.

  • Lötkolben anwerfen
  • die vier Laschen des märklin Schleifers von seiner Basis wegbiegen
  • Dessen Litze ablöten, Schleifer entfernen (am Besten ganz weit weg)
  • Roco Schleifer vorsichtig von seinem Plättchen befreien, dieses aufbewahren für andere Zwecke
  • an passender Lasche verzinnen und Litze wieder anlöten
  • Roco Schleifer auf Basis legen und nacheinander die vier Laschen sauber umbiegen
  • Abschließend jeweils mit einer Pinzette oben und unten zusammendrücken
  • Fertig.

Ab sofort rollt der Waggon leise. Zuvor wollte die ‚Freude am Fahren‘ wegen des nervtötenden Geratters nicht aufkommen, aber jetzt ist es soweit.

Dabei ist der Rollwiderstand so gering, dass man auf die Idee kommt, jeden Waggon separat so umzubauen, um nervige Kupplungen mit Stromkontakten zu vermeiden.

Trix 66720, weitgehend selbstreinigend.

Anstelle der schlichten Achs-Feder habe ich einen Trix-Kontakt 66720 eingesetzt; die beiden Litzen werden natürlich zusammen am passenden Platinen-Kontakt angelötet.

Wann endlich nimmt sich märklin wohl dieses Themas an und stattet sämtliche seiner Mittelleiter-Fahrzeuge mit lautlosen Schleifern aus…? 🙂

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Allgemein H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Waggons

Licht für Rocos SBB Aussichtswagen

Kaltweiß und wirklich cool. 🙂👍🏻

Um die schicken SBB Waggons umzubauen, sind Rocos Glühlampen nicht mehr akzeptabel.

Und möglicherweise hat man bei Roco den Einsatz im Dach als Lichtleiter vorgesehen; die Lichtleiter an den Enden weisen darauf hin. Aber man war so geschickt, nicht, den gesamten Lichtleiter deckend weiß zu lackieren, sodass garantiert keine handelsübliche LED ihre Wirkung entfalten kann.

Ob dies Lichtleiter sein sollen..? Weg damit.

Aus Kostengründen wurden es die bekannten LED-Leisten von Malutronik bzw. Eickmann. Versehentlich waren die Versionen mit kaltweißen LED geordert worden, was sich in diesem Fall als Glücksfall herausstellte.

Seite A.

Von außen durfte möglichst wenig von der Elektronik zu sehen sein. Man braucht neben den Leisten also pro Waggon einen Elko und wirklich hochwertiges (!) Klebeband.

Die Leisten kürzt man sinnvoll und befestigt sie mit gutem Klebeband an den inneren Wänden über dem Fahrgastraum. So bleiben die Gehäuse auch später abnehmbar.

Seite B mit Elko.

Die Kabel führt man unter der Einrichtung zu den Achs-Kontakten oder in diesem Fall zu den Schleifern.

2K Kleber hält den Schleifer fest.

Tipp: Rocos Schleifer ignorierten die Befestigungs-Versuche nach Anleitung, also verwendete ich Zwei-Komponenten-Kleber von UHU. Klingt martialisch, hält aber. Und die Schleifplatte auswechseln kann man ja trotzdem.

Für diese Achskontakte muss man nach zehn Jahren noch immer einen der Stifte entfernen.

Da das Gehäuse durch zwei innere Querwände stabil gehalten wird, muss man die Litzen zu den Elkos sozusagen U-förmig die Wände hinab und dann wieder zum Elko hinauf führen. Das war es schon. 

Das wirkt in Wirklichkeit noch besser, als auf dem Foto.

Die Konstruktion ist unerwartet günstig, aber das Ergebnis überzeugt optisch auf jeden Fall.

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märklins neue Kurzkupplung – jetzt mit Ergänzungen.

Tradition verpflichtet. 😌

Hier der erweiterte Text: https://blog.mobaz.de/2022/02/17/maerklins-neue-kurzkupplung-72000-001/

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Allgemein Spur H0 Umbauten Waggons

LED Innenbeleuchtung für märklin- und Trix Waggons, gut und günstig.

Viessmann bietet für knapp zehn Euro die LED-Leiste 5050 mit Glühlampen-ähnlichem Licht an. Damit kostet sie nur die Hälfte der märklin-Produkte.

Zudem lässt sie sich dimmen, und sie trägt eine Schutzschaltung, die beim Einschalten der Anlage verhindert, dass sich alle Elkos der beleuchteten Waggons schlagartig aufladen und damit die Zentrale überfordern. Dieser Schutz fehlt auf den billigen Leisten.

Man braucht für DC Betrieb entweder ein Pärchen Radkontakte 66720 oder zwei ‚Massefedern‘ aus 72050. märklin-Fahrer dagegen benötigen ein Schleifer-Set 73406. Nützlich ist ein Streifen, da ist sie wieder, Alufolie. ✨ 

Drei dieser Mini-Klebestreifen halten die Leiste gut fest.

Zuerst befestigt man die Radkontakte (oder Artverwandtes) in den Drehgestellen und fädelt die Kabel nach oben. Märklin hat zwischen Inneneinrichtung und Boden genug Platz für die Litzen vorgesehen.

So in etwa werden die Buchsen angelötet.

Mit kleinen Streifen Doppelklebeband fixiert man die LED-Leiste auf den Querstreben und lötet Buchsen an die Kontaktstellen. Hier können märklins Stecker einfach eingesteckt werden.

Wenn man die Buchsen leicht schräg anordnet kann man die Leiste nach Belieben verschieben.
Sieht eigentümlich aus, funktioniert aber…

Abschließend kommt ein Streifen Alufolie ins Dach. Der klemmt dort zwar auch so fest, aber zwei winzige (!) Punkte Doppelklebeband halten ihn sicher fest. 

…wie man sieht. 💡

Das war es. Nach dem Aufsetzen verteilt die Alufolie das Licht der LED-Leiste gleichmäßig über den gesamten Waggon, sogar bis in die Einstiege. 🙂

Ein schöner Effekt. 🙂

Für in Summe von rund 15 bis 20 Euro erhält man so eine schöne, gleichmäßige Illumination. 💡

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Steuerwagen 43832 von märklin für Trix (und Fleischmann etc.)

Waggon, Gleise, alles von märklin. Aber ‚pickelfrei‘.

Die neuen Waggons von märklin sind wirklich schick gemacht, aber wer auf ‚internationalen‘ Gleisen fährt, hat manchmal das Nachsehen. Es sei denn, man wird selbst aktiv.

märklins Sortiment von Waggons im Längen-Maßstab 1:93,5 ist inzwischen recht umfangreich, und ästhetische wie praktische Gründe können für diese Wagenlänge sprechen. Außerdem darf man sich ergänzend im ehemaligen Fleischmann-H0 Sortiment bedienen, der Vielfalt wegen.

Wer auf Gleisen z.B. von Fleischmann oder Piko fährt, erhält beim Neukauf von märklin-Waggons auf Wunsch passende isolierte Radsätze. Die Kupplungen lassen sich sowieso bei fast allen Fahrzeugen gegen das persönlich bevorzugte Fabrikat austauschen, Problem gelöst, Freude herrscht.

Die Radschleifer 66720 von Trix sind ein geniales Produkt.

Allerdings hat märklin nicht alle Steuerwagen als ‚Trix‘ Version angeboten. Immerhin kann man das nachholen, der Umbau dauert nur etwa zehn Minuten. Hier ist das Modell 43832 im Bild. Material:

  1. Vier DC-Achsen 700580 (beim Kauf gratis)
  2. Trix Radkontakte 66720

Und so geht’s:

  • Alle vier Radsätze aus den Drehgestellen entfernen.
  • Den Gummi-Übergang herausziehen, das Gehäuse seitlich losklippsen und über die vorderen Puffer schiebend abnehmen. Die Puffer fallen dabei meistens heraus, aber man kann sie später einfach wieder eindrücken.
  • Nun vorsichtig die Innen-Einrichtung lösen, die Rast-Nasen sind gut zu erkennen.
  • Die beiden Litzen aus dem hinteren Drehgestell von der Platine ablöten. Hinweis: Finger weg von den Litzen des vorderen Drehgestells. Diese bleiben, wie ab Werk angebracht.
  • Das hintere Drehgestell aus dem Wagen-Boden lösen und Schleifer sowie Masse-Feder entfernen (ebay freut sich)
  • Einen Radkontakt aus dem Trix-Set 66720 seitenrichtig in das hintere Drehgestell einklippsen, dann dessen Litzen durch den Wagenboden fädeln und das Drehgestell nachfolgen lassen.
  • Die Litzen sinnvoll kürzen, damit kein Gewirr entsteht, und sauber auf die zuvor genutzten Kontakte löten. Dabei auf die Farben achten, märklin denkt sich was dabei. Falls wider Erwarten später ein Kurzschluss entsteht, die Litzen gegeneinander vertauschen. Ein Tipp: Die Litzen seitlich aus dem Klipps herausführen, dann bleiben sie unsichtbar unter der Boden-Ebene.
  • Die Inneneinrichtung wieder einbauen und das Gehäuse aufsetzen. Puffer nicht vergessen. 😉
  • Den Kontakt des Schleppschalters mit einer Schere an einer Ecke weiter aussparen, mit dieser Stelle Richtung des Plastik-Rings auf die DC Achse klippsen und die Achse einsetzen.
  • Vierte Achse einsetzen, fertig.
Hier die Litzen der Trix-Radkontakte anlöten. Farben beachten.

Nun kann man diesen Waggon ganz einfach mitrollen lassen. Der Lichtwechsel weiß/rot erfolgt bei Wechsel der Fahrtrichtung, so wie märklin-Fahrer das seit Jahrzehnten kennen.

Der Schleppschalter funktioniert auch auf dem Trix Gleis. Die vergrößerte Auskerbung erkennt man im grünen Kreis.

Und solange kein Zubehör-Anbieter eine Adapter-Platine mit Schnittstelle anbietet, um märklins Steuerwagen mit einem Decoder schalten zu können, ist diese Lösung auf jeden Fall netter, als ohne Licht herumzugondeln. 🙂

Ende gut, alles… WO fährt der hin? Herr Nothaft bekommt bald einen neuen Auftrag. ☺️
So sehen märklin / Trix Waggons mit den Radkontakten 66720 aus, wie der folgende Text erläutert:

Weitere Tipps zum Einsatz der märklin-Personenwagen auf Trix- und anderen internationalen Gleisen bietet dieser Artikel:

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märklins neue Kurzkupplung 72000 (001)

Die neue Kupplung von märklin ist offenkundig der bewährten Kupplung von RTS nachempfunden. Zwei derart verschiedene Konzepte vertragen sich nur bedingt miteinander.

Es heißt, die roten Kupplungs-Muster würden von märklin derzeit ausgegeben, um durch Feedback etwaige Fehler ausmerzen zu können, bevor die Serien-Fertigung beginnt. Soweit eine gute Idee. Während andernorts bereits die Lobhudelei eingesetzt hat, frage ich mich, inwieweit die Konstrukteure überhaupt selber mit der Modellbahn spielen. Weil, dann hätte ihnen dies oder das auffallen müssen.

Das erste mir zur Verfügung gestellte Pärchen zeigte schon bei seiner Ankunft in alle Richtungen verbogene Metall-Bügel. Beim sorgfältigen Zurechtbiegen bemerkte ich, wie irritierend weich das Metall ist.

Nach dem vorsichtigen ‚Geradebiegen‘ folgten Ankuppel-Tests in einem Modellbahn-Club, auf einer K-Gleis Anlage. Bei fast allen Versuchen drückten sich die Bügel gegenseitig hoch, das Ankuppeln verhindernd. Vier interessierte Zeugen grinsten natürlich: „Jung, isch denke, dat iss neu…?“ ☺️

Sobald die Fahrzeuge dann doch mal angekuppelt waren, wirkte die Verbindung unerwartet eng, mit sehr wenig, fein akzentuiertem Spiel. Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit lassen den Verdacht aufkommen, dass diese Enge bei bestimmten märklin-Waggons das Ankuppeln verhindern wird.

Zum Lösen einfach den Waggon nach oben wegschwenken, das klappt nach wie vor nicht, im Gegenteil: Die Fahrzeuge halten superfest zusammen. Zum freien Entkuppeln braucht man entweder den märklin-Löffel, oder man greift drunter.

Beim vorsichtigen Herausziehen aus dem Kupplungs-Schacht zerbrach dann der erste Bügel seitlich, und der zweite gab beim Transport nach hause auf. An identischer Stelle. Das Metall ist entweder zu weich oder zu dünn. Die Biester sitzen übrigens extrem stramm im Schacht.

Gerade bei märklin sollte man voraussetzen können, Metall als Werkstoff professionell einsetzen zu können. Das hier verwendete Material ist für den alltäglichen Betrieb womöglich untauglich; märklins bislang verwendete Kupplungen sind zumindest stabil. Das sollte auch für diese Kupplungen gelten.

Die Kante des Plättchens zeigt viele Fransen.

Schließlich erhielt ich weitere Kupplungen, und auch die ließen mich eher ratlos zurück. So sehr ich märklin als Firma, als Marke und auch die Produkte an sich wertschätze, diese Kupplung frustriert mich. Denn sie erfüllt selbst ihre ureigenste Funktion nur selten zuverlässig, das Ankuppeln ist Glückssache.

Das Plättchen zeigt zu steil nach unten.

Zunächst störten einige Plättchen der Vorentkupplung, diese waren so weit nach unten gebogen (Handarbeit?), dass der Bügel der anderen Kupplung zuverlässig darüber hinweg gleiten konnte. Mit einer Pinzette kann man das vorsichtig nachbessern, aber will man das müssen? Die vielen Fransen lassen sich nur bei sauberer Fertigung abstellen, denn auch daran kann sich ein Bügel verfangen.

Übrigens: Ich frage mich, ob die Funktion der ‚Vorentkupplung‘ überhaupt wirklich Flächen deckend genutzt wird, oder ob das nicht eher ein Werbe-Argument der 80er Jahre gewesen ist…?

Ist der Haken ist rückseitig zu dick...?

Man bekommt den Eindruck, dass der Kupplungs-Haken auf der Rückseite etwas zu dick geraten ist, als dass der Bügel sicher herabfallen könnte. Oder man hat die Aussparung im Bügel zu eng dimensioniert. Mit einem Schubs klappt das Ankuppeln oft, aber heutige Lokomotiven fahren wunderbar sanft. Auch Rangierloks. Sogar von märklin. 😉 Und dann beginnt die Nerverei.

Kleiner Seitenhieb: Die RTS Kupplungen kuppeln superweich ein, und ihre Bügel liegen artig aufeinander.

Die RTS Kupplungen zum Vergleich, sogar unter 303mm langen Waggons von ‚Roco‘ passen sie hindurch.
RTS, wie man sich das wünscht. 😀👍🏻

Den genannten zweiten Schwung Kupplungen habe ich an allen möglichen Fahrzeugen ausprobiert, aber es macht einfach keinen Spaß. Dazu ein paar Wackel-Videos, die ‚in echt‘ zeigen, wie widerborstig sich diese neue Kupplung von märklin tatsächlich benimmt.

  1. Der märklin Klassiker: Die Bügel heben sich gegenseitig hoch. Immer und immer wieder.
Ja, ich wurde dann schon etwas sauer… 😏

2a. Die neue KK verschmäht sogar die Haus-eigene Relex-Kupplung:

Ob sanft oder fest – die neue Kupplung ignoriert jeden Test...

2b. Im Vergleich: Die RTS Kupplung braucht einen Schubs, aber es klappt.

‚HabDich!‘ 🙂

3. Frust-Deluxe. Alles märklin, die Waggons, die Gleise, die neuen Kupplungen. Ergebnis:

ob sanft oder mit Gewalt, die neue Kupplung lässt das alles kalt. 🥳

Natürlich stand auch ein Kompatibilitäts-Test mit der ‚Klotz-Telex‘ an. (Manche Vokabeln sind einfach großartig!) Das Ergebnis kann man sich leider denken, dabei hatte ich meine Klotz-Kupplungen sogar seitlich und innen etwas ausgespart, damit sie einwandfrei mit der von mir favourisierten RTS Kupplung harmonieren. Diese Kombination zumindest funktioniert klasse, so bereitet das Rangieren Freude. märklins neue Kupplung (wieso hat die eigentlich keinen Namen bekommen? Gibt märklin seine Traditionen auf?) zickt, weil der Bügel in vielerlei Hinsicht fehlgeformt ist. Wenigstens Marken-intern sollte es funktionieren. Aber:

Klotz-Telex an RTS, innen und seitlich etwas ausgespart. Funktioniert und macht auch den Vögeln Spaß. ☺️
Vor 40 Jahren hätte man gesagt „Das bockt nicht.“ Obwohl, leider genau das.

Das Anschauen tut schon ein bisschen weh. Aber ich gehe davon aus, dass man die Kritikpunkte ohne diese ‚Beweis‘-Videos in bewährter Manier einfach abstreiten würde: „Haben wir nicht feststellen können!“ oder „Sie sind der Einzige, der sich beschwert“, Branchen-weit das beliebteste wenngleich respektloseste Mantra.

Was fehlt:

Diese Kupplung wurde entwickelt mit Blick auf die Modellbahner, die ohne Mittelleiter fahren, weil man denen einen stärkeren Vorbild-Bezug nachsagt (Stichwort Puffer-Höhe), das mag sogar stimmen. Aber wenn das so ist, wieso versäumt man dann, auch für die bei anderen Herstellern oft verwendeten, speziellen Kupplungs-Aufnahmen Kupplungen anzubieten?

Wozu hat märklin einen ehemaligen Roco-Mitarbeiter eingestellt, wenn der jetzt nicht dafür sorgt, dass die ehedem betreuten Fahrzeuge mit besonderer Schwalbenschwanz-Aufnahme ebenfalls märklin-Kupplungen erhalten können? Ebenso fehlen Adapter für Fleischmanns Schlitz- oder Zapfen-Aufnahmen – mit integriertem Normschacht wohlgemerkt. Das wären mal richtig Markt-integere Produkte. Anstatt den H0-Markt vollumfänglich zu bedienen und gelassen Größe zu zeigen denkt man bei märklin wieder nur an den eigenen Mikrokosmos Ich dachte, die 80er seien vorbei…

Mir erschließt sich diese Kupplung nicht.

Wenn man das RTS-Original entweder nicht verstanden hat oder aber dessen spezifischen Eigenheiten absichtlich ignoriert, dann braucht man sich über Ergebnisse wie hier gezeigt nicht zu wundern. Die Detail-Liste fehlt hier absichtlich; wer ein Produkt derart arrogant in den Sand setzt, der bedarf auch keiner Hilfe.

Einerseits ist es angenehm, dass man bei märklin inzwischen auf Hinweise von außen reagiert und die Bereitschaft zeigt, das eigene Sortiment von Unzulänglichkeiten zu befreien. Aber das Rad (oder eben eine Kupplung) neu zu erfinden, das ist Quark. Man hätte einfach die RTS Kupplung zur neuen märklin-Kupplung erklären können, vielleicht sogar mit einer zeitlich begrenzten Umtausch-Aktion, und die Modellbahn-Welt in H0 wäre endlich sorgenfrei; zumindest die üblichen „85%“. Aber man wusste es besser.

Es bleibt zu hoffen, dass sich märklin noch besinnt und dieses Produkt so nicht als Serie ausliefert. märklin kann es besser, vor allem, wenn sie bei sich und ihrer klaren Linie bleiben. Dann sind sie sogar richtig gut. 🙂👍🏻

Eine neue, coole Kupplung von märklin wäre der Knüller. Diese Muster sind … alles Andere.

Schon Peter Pasetti sagte: „Briefe muss man eben lesen können.“ 😉

Lesehinweis: Pikos eigene Kupplung betrachte ich hier: https://blog.mobaz.de/2020/07/31/pikos-neue-h0-kurz-kupplung-56046/

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Allgemein Gedanken H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven Umbauten Waggons

Die derzeit beste Kurzkupplung für H0 Modellbahnen. RTS.

So gleitet die RTS-Kupplung unter Rocos langen Waggons durch.

märklin hat eine neue Kupplung angekündigt, aber eine auffallend bauähnliche existierte längst: Eine Kupplung, die mit einem weltweit riesigen Anteil an H0-Modelleisenbahnen ohne Einschränkungen funktioniert.

Wieder einmal war es der Zufall, der mir geholfen hat: In einem Kästchen lungerten diverse Austauschkupplungen herum. Mehr gelangweilt probierte ich einige davon aus, unter anderem irgendwas mir Unbekanntes mit der Prägung „RTS“.

Ich lernte: Es gibt Varianten mit und ohne Strom-Übertragung. Letztere steckte ich in so ziemlich alle H0 Fahrzeug-Fabrikate mit Normschächten, die ich besitze. Das Ergebnis war schnell klar: DAS ist DIE Kupplung. 🙂

Sanftes Einkuppeln, ohne Hakelei in Kurven, und optisch relativ unauffällig – wie konnte mir das über Jahre entgehen! 😁

Die RTS-Kupplung ähnelt zwar der Kurzkupplung von märklin und ihren Nachahmungen von Roco und Esu. Aber der RTS-Metallbügel ist zur Abwechslung unglaublich intelligent konstruiert. Sämtliche Probleme der genannten Kupplungen sind eliminiert. Sämtliche.

märklin hatte lange die RTS-Kupplung mit Strom-Kontakt als märklin-Produkt angeboten. Später setzte man den breiten märklin-Bügel auf den RTS-Kopf, anstelle konsequent die RTS Kupplung ins Sortiment zu übernehmen und damit sämtliche Nervereien mit Fahrzeugen anderer Hersteller abzustellen (und nebenher die Pufferhöhe eigener Loks endlich zu berichtigen).

RTS mit Lima (70er Jahre). Passt. 🙂

Vorteile:

  • Die RTS-Kupplungen schwenken frei unter allen Puffern durch, auch bei den extra-langen 32cm Speisewagen. Der Bügel klappt nämlich nicht einfach rauf und runter, sondern er besitzt Langlöcher. Mit diesen kann er sich leicht bewegen und liegt immer gerade auf, sowohl auf dem eigenen Kupplungs-Kopf als auch auf dem Bügel der Gegenüber-Kupplung.
  • Der RTS-Bügel kuppelt neben aktuellen Normkupplungen auch ältere Fahrzeuge sicher an, wie z.B. Spielzeug-Züge von Lima oder Jouef. Er besitzt zum Kuppeln eine herkömmliche Öse, kein einseitig offenes L-Bauteil. So macht das Hobby noch mehr Spaß, weil man alles querbeet mischen kann.
  • Die gesamte Kupplung wirkt filigran und weniger auffällig, als märklins Version mit dem überbreiten Bügel oder gar Rocos graue Universal-Kupplung. Denn die Öse selbst ist schön schmal gehalten.
  • Das Einkuppeln erfolgt supersanft: Vorn an der Öse befindet sich eine unauffällig angebrachte Verdickung, eine Art Nase. Diese erzeugt nur wenig Reibung.
  • Auf Vorentkupplung wurde verzichtet – gut so. Ich kenne niemanden, der diese Funktion wirklich nutzt: Entweder, die Waggons rollen in einer Senke plötzlich davon, oder aber die Lok ruckelt kurz und vergrößert dabei den Abstand zu den Waggons, die Kupplungen legen sich wieder in Ausgangsstellung. Ungewollt kuppelt die Lok die Waggons wieder an. Frust.
  • Schwarzer Kubststoff sieht edler aus, als Rocos Uni-Kuppler im Grauschleier.
RTS mit märklin-KK. Passt. 🙂
RTS mit Röwa (70er Jahre). Passt. 🙂

Nachteile:

  • Mit der bislang bekannten Digitalkupplung von Roco klemmt die RTS-Kupplung. Offenbar muss man die Digi-Kupplungen etwas angleichen.
  • Der dicke Kupplungshaken sorgt dafür, dass die Kupplungen recht fest zusammensitzen – ohne das lästige Längs-Spiel wie bei Rocos Unikupplung oder gar bei Esus Interpretation. Das wirkt schon mal seriöser als in sich schlackernde Erzzüge. Aber im Zusammenspiel mit anderen Fabrikaten kann es zu eng werden.
  • Die Stege zum Befestigen im Normschacht sind ebenfalls recht solide. Wenn sich ein Fahrzeug dem Einsatz also widersetzen sollte, dann kann man einfach einen Teil der Klipps-Enden des RTS-Bügel abtrennen und die Kupplung mit Kunststoff-Kleber im Normschacht des betreffenden Fahrzeugs fixieren. Diese Kleber sind selten ‚bombenfest‘.

Artverwandtes:

Die RTS-Kupplung ohne Strom-Kontakt, richtig prima zum Modellbahn-Spielen.
Die märklin-KK mit dem Bügel des Anstoße(n)s. Nervig seit 1987.
Rocos Universalkupplung; offensichtlich ein wenig attraktiver Nachbau der märklin-KK.
Die Kupplung von Esu. Ohne den Vorentkupplungs-Bügel, der sanftes Ankuppeln verhindert.

Fazit:

Die isses. 🙂 Ich bin davon überzeugt, dass mit dieser Kupplung die berühmten „85% der Kunden“ rundum zufrieden sein könnten. Es gibt diese Kupplungen sogar noch zu kaufen, via Ebay oder über eine Privatperson, 👉🏻 elke.luik@web.de .

Vor allem filigrane Fahrzeuge gewinnen durch die RTS Kupplung.
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Kurzkupplung für StartUp- und Hobby- Waggons von märklin: Trix 66733

So kurz kann man auch günstige märklin-Waggons zusammenkuppeln.

märklin produziert seit Jahrzehnten viele günstige Waggons auf immer demselben, zweiachsigen Fahrgestell-Typ. Diesen Wagenboden gibt es inzwischen auch mit Kulissen für Kurzkupplung.

Trix 66733 – alles original märklin.

Viele ‚Märklinisten & Freunde‘ möchten ihre hübschen, oft bunten Waggons gern auf sicheren ‚KK‘ Betrieb umstellen – aber sie werden wohl nie erfahren, wie einfach das geht.

Alles dabei, was man braucht, leider nur für einen Waggon.

Denn märklin bietet dafür zwar eine professionelle Lösung an, versteckt dieses märklin-Produkt aber irgendwo tief im Trix-Sortiment und druckt auf den Karton auch noch deutlich den ‚Express‘ Schriftzug.

Das ist natürlich unsinnige Irreführung; denn die Zahl der ‚Express‘-Fahrer ist inzwischen recht überschaubar; sehr wohl aber dürfte eine große Zahl der märklin-Fans interessiert sein, auch diese Sorte Waggons zu professionalisieren. Nur möchte märklin das vielleicht gar nicht, weil die Kunden dann, einmal angefixt, Derartiges ab Werk haben wollen. Tjaja…

Herabhängende alte Kupplungen nerven.

Denn fast alle seit den 80er Jahren bis heute produzierten Hobby-Waggons wie Kühlwagen 4415, Kesselwagen, Containerwagen, Flachwagen und Kipploren rollen auf identischem Fahrgestell, mal mit mal ohne Sprengwerk. Für diese Fahrzeuge ist das Trix Set 66733 gedacht.

Kupplungsträger einsetzen.

Ich habe probehalber zwei meiner ‚Hobby‘ / ‚StartUp‘ Waggons mit diesen Sets umgebaut und bin sehr angetan: Pro Waggon braucht man nur eine Pinzette und rund fünf Minuten Zeit.

Sprungfedern einhängen – gute Augen und eine Pinzette sind vonnöten.

Der Umbau ist wirklich einfach und geht ratzfatz: Man setzt in den neuen Wagenboden die beiden Kupplungsträger ein, befestigt die zwei Sprungfedern (das einzig Fummelige) und gibt vier Tröpfchen Schmiermittel an die beweglichen Stellen. Dann legt man das Gewicht ein. 

Sechs Klebe-Kleckse fixieren das Gewicht im Wagenboden.

Das Gewicht habe ich mit nicht-gasendem (!!) Sekundenkleber an sechs Punkten am Wagenboden fixiert; im Foto mit rosa Kreuzchen markiert. Natürlich darf kein Kleber in die Kulissenbereich gelangen! Am Besten ein paar Sekunden lang das Gewicht an den Stellen auf das Fahrgestell drücken, bis der Kleber wirklich angezogen hat.

Nur Container und Radsätze werden vom alten Waggon übernommen.

Nun vom Original-Waggon den Aufbau abnehmen; dieser ist meist nur geklippst.

Kesselwagen sind oft mittig zusätzlich mit sehr wenig Kleber befestigt.

Die Klippse befinden sich jeweils am Wagenende mittig auf der Unterseite des Fahrgestells. Entweder man drückt diese sanft minimal zusammen und zieht dabei den Aufbau nach oben ab, aber dabei besteht die Gefahr, dass man zu beherzt vorgeht und die Klippse abbricht.

Hier sieht man den Spalt, den man mit Kleber wegbekommt.

Besser man zieht den gesamten Aufbau mit sanfter Gewalt horizontal hin und her wiegend erst vorn dann hinten vom Fahrgestell. 

Diesen Aufbau positioniert man vorsichtig auf dem neuen Fahrgestell, die Klippse beider Seiten nacheinander achtsam über den Öffnungen ausrichten, und erst wenn sie richtig sitzen: Festdrücken. (In der Lesezeit hat man schon drei Wagen fertig…)

Erst jetzt die Puffer einstecken (in meinen Sets waren es jeweils vier gleiche Flach-Puffer) und natürlich die Radsätze des Spender-Waggons rüberholen. Abschließend die gewünschten Kurzkupplungen einstecken, fertig!

So finden Waggons und Lokomotive sicher zusammen.

So lässt sich der hübsche Containerwagen ganz wunderbar eng mit einem Kesselwagen zusammenkuppeln. Rangierbetrieb ist nun möglich, ohne dass es zu Entgleisungen kommt, weil sich fortan keine wackelige Kupplungen mehr verheddern, sondern alles kontrolliert abläuft.

Diese Wagenböden mit KK-Kulissen ergeben ein tolles Produkt, das märklin augenblicklich ins eigene AC- und internationale DC- Sortiment übernehmen sollte. Im 50er-Set. 

Gibt es Kritik? Nur zwei Sachen. 

  1. Das Sprengwerk (diese schwarzen Plastik-Linien unter dem Fahrgestell) bricht zu schnell durch. märklin hatte hier früher stabilisierende Querstreben angebracht, die müssen da wieder hin, denn schon beim Umbau oder auch später beim Spielen brechen diese langen dünnen Linien mittig schnell kaputt. 
  2. Im Preis sollten alle Teile für zwei komplette Waggons enthalten sein – anstelle der anachronistischen Express-Kupplungen. Denn für den Kunden sieht es blöd aus, den zweiten Wagenboden mangels Kleinteilen entsorgen zu müssen PLUS dem alten Wagenboden, der ja ohnehin überflüssig wird. Schon bei zwei Waggons ist der Abfall-Berg mehr als fragwürdig.
Das alles bleibt übrig – inakzeptabel.

Kurz: Sehr empfehlenswertes Produkt, nur mit zuwenig Teilen und falschem Logo am Markt: märklin sollte diese Wagenböden mit Kleinkram-Tütchen im 50er Pack anbieten und unter ‚märklin H0‘ vermarkten.

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märklin-Vintage: LED statt Glühlampen. Auch für den 4411.

Auch märklin Waggons aus den 60er Jahren lassen sich mit LED ausrüsten.

Flackernde Schlusslichter sind ätzend, und Glühlampen werden heiß, gerade im Digital-Dauerbetrieb: Zwei Gründe, märklins noch heute verwendete Technik rauszuwerfen, um mit einer etwas unkonventionellen Bastel-Lösung einen eleganten Effekt zu erzielen. 🔴🔴

Prinzip-Darstellung.

Es ist ganz einfach: Man ersetzt märklins archaische Glühlampen-Klapparatur durch eine kurze handelsübliche Lichtleiste, entfernt deren LED und lötet statt ihrer eine eigene LED-Konstruktion drauf. Deren Lage korrigieren, einen Elko dazulöten, und das Schlusslicht leuchtet zuverlässig.

Warum die Lichtleiste? Ganz einfach, so kann man das Gehäuse wieder abnehmen, im Fall eines Falles.

Bei gebrauchten Fahrzeugen sollten Radflächen und auch der Schleifer sowie die Achskontakte sanft und wirksam gereinigt werden. Ich verwende dafür das bekannte ‚Modellbahn-Öl SR24‘ und Wattestäbchen. Für widerspenstige dunkle Schleiferflächen auch schon mal den ‚Roco Rubber‘, der hält Jahrzehnte.

Um das Mittelloch genug Platz lassen; eine Litze auf den Metall-Rahmen löten und …
…das bunte Originalkabel gegen die zweite schwarze Litze ersetzen.

Die T-förmige LED-Konstruktion muss man sich zurechtkürzen und -löten, und es sieht schon seltsam aus. Aber: Es funktioniert, und man sieht’s ja von außen nicht.

So schief darf das natürlich nicht bleiben: Die LED müssen direkt in die beiden Lichtleiter zielen.
Ein bisschen Draht-Origami, und der dicke Elko passt genau in den Waggon, trotz diverser lästiger Querstreben.

Nun noch einen Elko als Flackerschutz hinter den Gleichrichter löten, das Gehäuse wieder aufschrauben, und der Vintage-Zug von märklin hat endlich einen Waggon mit gleichmäßig leuchtendem, rotem Schlusslicht.

Vintage kann sehr nett sein. 🙂

Schon seit Jahrzehnten bietet märklin den Waggon 4411 an, ebenfalls mit einer Glühlampe, die auf einen Lichtleiter strahlt. Hier kann man ein ähnliches Prinzip anwenden, sogar mit weniger Aufwand.

Alles zu sehen: Leiste, LED, Anschluss. Es fehlt der Elko, Foto folgt.

Man entfernt die Glühlampe mit Halterung und klebt die kurze Lichtleiste auf den Boden. Die eine Litze lötet man ab, hier wird das dicke Kabel vom Schleifer angeschlossen. Die dünne Litze kommt an das quadratische Kontakt-Plättchen, das nach dem Erkalten der Lötstelle ebenfalls auf den Boden geklebt wird.

Im 4411 ist mehr Platz, hier kann man den Elko einfach so festlöten.

Die weißen LED von der Leiste entfernen, auf die hinteren Lötpads kommt eine rote LED (Richtung prüfen), die dann vertikal und horizontal so zurechtgebogen wird, dass sie direkt gegen die abgeschrägte Stelle des Lichtleiters im Gehäuse zielt. Abschließend einen Elko hinter dem Gleichrichter anlöten, Gehäuse aufsetzen: Und los.

Tipp: Den kleinen Drehregler auf höchste Helligkeit stellen.

Das gilt auch für den neuen Superhelden Schlusswagen mit Superman Aufdruck 44825, hier sollte man natürlich eine kräftige grüne oder türkisfarbene LED verwenden. Denn gerade Superhelden stehen nicht auf Flackerlicht. ☺️

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Radau- Räder von märklin.

Meine neuen märklin-Waggons ließ ich mir direkt mit DC Achsen umrüsten. Um beim ersten Losfahren überrascht aufzusehen: Ein lautes Rauschen setzte ein; ein Geräusch, das ich derart extrem nicht kannte.

Die Spezial-Lupe zeigt es: Märklins Rad-Laufflächen sind schuld. Man möchte meinen, die Schwaben lassen die Achsen einfach komplett in irgendeine Flüssigkeit werfen, um sie schön duster zu färben, egal, was für Nebenwirkungen das erzeugt:

Oben die rauen, stumpf aussehenden Radau-Räder von märklin, unten Fleischmanns glänzende Räder.

Die Oberfläche wird angegriffen und daduch rau. Beim Rollen entsteht dann ein unfassbarer Lärm, vor allem in Verbindung mit märklins C-Gleis, dessen harter Böschungskörper fest an die Schienenprofile montiert ist.

Kurz mit (glatten) Achsen von Fleischmann im selben Waggon gegengecheckt: Ruhe. Ein typisches, elegantes Roll-Geräusch entsteht, wie ein samtiges Gleiten. Kein Vergleich zum Lärm von märklins Rädern.

Bei märklin sollte man endlich begreifen, dass die pure Grund-Funktion allein nicht mehr ausreicht. Ein bisschen Eleganz muss heute schon sein. Tipp: Sogar Piko baut inzwischen glatte Räder ein. Warum wohl.

Ein weiterer Nachteil ist, dass sich auf diesen rauen Oberflächen der typische Schmutz anlagert und irgendwann gleichmäßig über die Schienen verteilt.

So sehen raue Räder nach zwei Tagen Spielen aus.

…und so wird der Schmutz verteilt. Mit Rädern von Fleischmann oder Roco wird das Zeug zur Seite weggedrückt.

Glatte Laufflächen drücken Schmutz zur Seite weg, sofern das Schienenprofil im Querschnitt oben ausgerundet ist.

Fazit: Ich werde diese Achsen natürlich austauschen; das hält man ja nicht aus…

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Allgemein H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Waggons

Ausgequietscht.

Damit sind nicht ‚Modern Talking‘ gemeint (die hören sowieso nie wirklich auf), sondern märklins Drehgestelle für die Silberlinge und deren Varianten. Hardcore-Märklinisten sollten besser nicht weiterlesen.

Zustand vorher und nachher: Zu sehen ist der Eingriff später nicht.

Die neuere Generation von märklins Silberlingen ist schon recht gut gelungen. Die Längenverkürzung fällt nun eigentlich nur noch denen auf, die aktiv darauf achten. Vorbildgerecht sind die Drehgestelle fallweise mit Bremsklötzen versehen.

Dies ist der Einsatz für die Bremsklötze; sehr intelligent konstruiert. Eigentlich.

Und genau hier kann so ein nervtötendes Qietsch-Geräusch entstehen, weil hier der Abstand zu den Laufflächen schon extrem eng gehalten ist, und die Form konstruktiv keine Rücksicht nimmt auf die in jeder Richtung beweglichen Räder.

Hier erkennt man die scharfen Kanten der Bremsklötze, die an den Rädern schleifen können.

Wenn man die Bremsklötze von hinten sanft hinterschneidet ist das Quietschgeräusch augenblicklich verschwunden, und von außen sieht alles so aus, wie vorher.

Zuviel des Guten (mein Zahnarzt kann das viel besser), aber gut zu erkennen: Hier muss man Material abtragen, danach herrscht Ruhe.

Man klippst dazu die Imitation der Bremsklötze vorsichtig heraus, entfernt vorsichtig mit einem scharfen Messer die scharfen Kanten ihrer Rückseiten und klippst sie wieder ein. Das war es.

Freie Fahrt für quietschfreie Silber- oder Mintlinge. 🙂

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Allgemein H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Waggons

Teppiche für Schnellzug Wagen von märklin 282mm

Beleuchtete Waggons verführen dazu, das Interieur farblich den Vorbildern anzunähern. Im Internet findet man dazu unzählige Vorbild-Fotos. Aber beim Farb-Übergang Sitze / Fußboden kann es schnell unsauber aussehen. Und ja, das fällt auf; beleuchtete Waggons, Sie wissen schon.

Grauer Teppich in märklins D-Zugwagen 1. Klasse. Das sind noch die ersten Muster.

Also habe ich die ersten drei märklin Waggons mit 282mm Länge ausgemessen und die passenden „Schnittmusterbögen“ erstellt. Die Fußböden für die noch ausstehenden Fahrzeuge werden natürlich nachgereicht.

Man braucht dazu einfach einen Bogen guten, mittel- oder dunkelgrauen Kartons (Unwissende sagen dazu „Pappe“) und einen Laserdrucker. Es gibt auch ‚Leder-Karton‘, der ist extra dick und besitzt auf der Oberseite eine angenehm unruhige Struktur.

Die Darstellung im PDF ist gespiegelt, weil man sich so sichtbare Schnitte auf der Oberfläche erspart: Auf der Sichtseite ist alles einfarbig, und die bedruckten Felder auf der Unterseite bestreicht man dünn und gleichmäßig mit dem Kleber.

Zum Ausschneiden verwendet man ein Lineal und ein wirklich scharfes Cutter-Messer – und legt sich zur Unterhaltung am Besten ein längeres Hörspiel auf, denn diese Arbeit ist wahrlich keine inspirierende, und sie dauert an. Und als Kleber…

…eignet sich der ‚UHU-Office Pen‘. Andere Kleber können den Karton verwellen. Und … „…man will das ja schön haben!“ :-))

Die ersten Lege-Muster. Man erkennt die ledrige Struktur des Kartons.

Das Ergebnis überzeugt sofort, auch ohne Sitze und Wände extra eingefärbt zu haben. Die ersten Legeproben (wer denkt jetzt auch an Loriot?) machen klar, warum auch Modellbahn-Waggons Teppiche haben sollten: Sie besitzen augenblicklich mehr Tiefe. So bekommt man also Auslegeware in seine D-Zug Wagen.

Das Teppich-PDF für die Standard D-Zugwagen:

Dieses war der zweite Streich, und der dritte… 😉

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Allgemein Digital H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Waggons

Lichtleisten von e-modell für Schnellzugwagen von märklin und Fleischmann.

Beleuchtete Personenwagen besitzen auch im Modell einen ganz besonderen Reiz. Von e-modell gibt es drei verschiedene LED-Leisten, die für die D-Zug Wagen von märklin und Trix mit 282mm Länge konstruiert worden sind.

…über jedem Abteil eine eigene LED. Echt nett gemacht.

Dabei erhält jedes Abteil eine eigene LED als Lichtquelle, auch die Toiletten, und sogar der Gang wird gleichmäßig beleuchtet. Mit zwei Drehreglern stimmt man die Abteile einerseits und Gang/Toiletten andererseits in der Helligkeit ab.

Damit reguliert man die Helligkeit, schnell und praktisch.

Oben drauf ist Platz für einen Elko als Flackerschutz. LED als Schlussleuchten lassen sich zusätzlich anschließen. Digital schalten lassen sich die LED (trotz offenkundiger Vorbereitung) leider nicht, höchstens durch einen vorgeschalteten Decoder.

Diese Beleuchtungen kommen einsatzbereit aus der Verpackung, und weil märklins Radkontakte schon ab Werk kleine Steckerchen besitzen, habe ich die e-modell-Leisten mit passenden Buchsen versehen. Das erleichtert den Einbau und eventuellen späteren Austausch.

Die neuen Buchse. Erleichtert den Austausch. Mein Lötzinn ist wohl nicht das Hochwertigste…

Für die Stromversorgung bietet märklin verschiedene Lösungen an. Diese leiden an ihrer absurden Benennung, die sicherstellt, diese Produkte über Google niemals zu finden, sofern man naheliegende Wörter wie ‚Radkontakt‘ oder ‚Achsschleifer‘ eintippt:

Variante 1, Massefedern: Die bekannten, klassischen Achsschleifer ziehen pro Drehgestell zwei Räder zur Versorgung heran. Das funktioniert ganz gut. märklins Artikelnummer lautet 72050.

Variante 2, Stromzuführung (Aah ja…): Richtig klug konzipiert sind die Teile aus dem Set 66720. Damit lässt sich eine vollständige Achtpunkt-Stromaufnahme herstellen; jedes Rad also versorgt den Waggon. Besser geht es nicht, und man fragt sich, warum märklin diese Dinger nicht progressiv vermarktet. Sie passen in sämtliche seit 2006 neu kontruierten Waggons mit 282mm Länge; also D-Zug Wagen, Silberlinge und IC Waggons.

Die Stromzuführung von Trix 66720, auch Radkontakte genannt. Ein empfehlenswertes Produkt.
So sehen die Trix Radkontakte eingebaut aus. Prima Sache.

So geht der Einbau:

  • Elko richtig gepolt auf die Lichtleisten löten.
  • Doppel-Buchsen sauber auf der Unterseite einlöten.
  • Waggon-Gehäuse abnehmen: Dazu die beiden Gummiwulste herausnehmen und das Gehäuse nach oben abziehen.
  • Inneneinrichtungen an den Enden ein bisschen aus dem Rahmen klippsen.
  • Radkontakte von unten in die Drehgstelle einsetzen, dabei die Kabel mit Steckerchen nach oben führen
  • Kabel unter der Inneneinrichtung Richtung Wagenende in den Bereich neben den Toiletten fädeln und so weit sanft nachziehen, dass sich Drehgestelle und Kupplungs-Träger (!) weiterhin frei bewegen können.
  • Einrichtung wieder festklippsen. Auch währenddessen die Bewegungs-Freiheit von Drehgestellen und Kupplungs-Trägern sicherstellen, im Zweifel die Kabel mit einer Pinzette ordnen.
  • LED-Leiste richtig herum auflegen (die LED für den Seitengang gehören über selbigen, ne? 😉) und die Stecker der Radkontakte in die eingelöteten Buchsen stecken. Im Fall eines Kurzschlusses einfach das Stecker-Pärchen einer (!) Seite vertauschen.
  • Bei voller Gleisspannung mit einem sehr kleinen Schraubendreher die Helligkeiten einstellen.
  • Leiste aufklemmen, Gehäuse wieder aufsetzen, fertig.
So werden die Kabel durchgefädelt.
…und so werden sie dann eingesteckt. Stecker und Buchsen verschwinden im ‚Nebenraum‘.

Das liest sich länger, als es dauert. Dank der lösbaren Steck-Verbindung lassen sich die Bauteile auch später noch herausnehmen oder austauschen. Wer mag, kann die LED-Leisten mit eingeklebten klarsichtigen 3mm-Acryl-Stäbchen etwas höher anordnen. Märklins Original-Schlusslichter lassen sich ebenfalls anschließen.

Bastel-Empfehlung: Waggons aus der D-Zug Ära besaßen Toiletten-Räume mit grünlichen Wänden, entsprechend wirkten die beleuchteten Fenster von außen. Kurzerhand habe ich die goldweißen ‚Abort‘-LED gegen solche in türkis/cyan ausgetauscht. In der Helligkeit reduziert sieht das ganz lustig aus.

Links Original, rechts eine türkis-grüne LED (die auf dem Foto leider bläulich wirkt. Man kann ja nichts mehr glauben…)

Fazit: e-modells LED-Leisten beleuchten die 282mm Waggons ganz wunderbar. Eine tolle Sache. Aber:

Da fallen einem gleich zwei ABBA Lieder ein…

Änderung Juni 2022: Preislich sind diese Leisten neuerdings recht kostspielig. Mit 34 Euro pro Exemplar ist die Konkurrenzfähigkeit klar infrage gestellt. Zudem sind weder Decoder noch Flackerschutz an Bord – recht mager für 34 Euro.

Zwar sind die e-modell Leisten cooler erdacht, als märklins one-size-fits-all-Beleuchtungen. Aber märklin-Fans kaufen am Liebsten von ihrer Lieblingsmarke; angesichts der jetzigen hohen Preise dürfte sich daran nichts ändern. Und märklins neue Innenbeleuchtungen kommen für rund 20 Euro immerhin mit Flackerschutz…

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Allgemein Digital Gleise H0 DC(C) Spur H0 Umbauten Waggons

Abteilwagen 4200 von Märklin, LED-beleuchtet für DC(C) Gleise.

Märklin-Waggons rollen mit DC-Achsen auch auf internationalem Gleismaterial. Ihrer technischen Fesseln derart beraubt lassen sie sich sehr einfach mit frischer Technik nach persönlichem Wunsch aufwerten. Und das macht Spaß.

‚Grifffest‘ und dennoch schön gemacht: Märklins Abteil-Dreiachser sind schick.

Material:

Die Radschleifer von Esu 50707 sind eine sehr praktische Erfindung.

Umbau-Anleitung:

  1. Dach abnehmen
  2. Lichtleiste kürzen (mit einem Seitenschneider oder einer Zange), dabei den Schnitt exakt hinter den Widerstand der fünften LED setzen.
  3. Dreh-Regler ablöten und durch einen festen Widerstand ersetzen.
  4. Drähte des Kondensators kürzen und sie direkt hinter dem Gleichrichter auf die Kontakte der Lichtleiste löten. Dabei unbedingt (+) und (-) beachten entsprechend den Symbolen auf der Lichtleiste oder wie auf dem Gleichrichter eingestanzt.
  5. Lichtleiste exakt mittig ausgerichtet in das Dach kleben, die Längs-Vertiefung bietet genug Platz.
  6. Alle vier Litzen an die Radkontakte löten, sie zeigen von den Schleifern weg.
  7. Die AC Radsätze gegen die DC Radsätze austauschen, wie herum spielt keine Rolle.
  8. Im Wagenboden finden sich auf Höhe der Bremsklötze dünne Querstreben. Darauf werden die Radkontakte geklebt, das hält sicher. Damit der Kleber auch wirklich halten kann, erst die eine Seite bearbeiten, dann die andere: Eine Quer-Strebe mit Sekundenkleber bestreichen, dann den Radkontakt ausrichten, sodass beide Schleifer die Rad-Rückseiten kontaktieren. Dann das Bauteil sauber zentriert auf den Querbalken drücken und bis zum Anziehen des Klebers festhalten… und festhalten… und festhalten… Zwei Minuten Haltezeit können übrigens auch entschleunigend wirken.
  9. Die beigefarbene Inneneinrichtung herausklippsen und jeweils zwischen den beiden Löchern von unten einen kleinen Kanal schnitzen, in dem sich zwei Litzen verstecken lassen.
  10. Die hochstehenden schwarzen Metallkontakte durch hin und her biegen abbrechen.
  11. Nun die Litzen jeweils paarweise durch die runden Öffnungen in den Wagenboden schieben
  12. Die Inneneinrichtung wieder einbauen, dabei die Litzen durch die Öffnungen in den Sitzen hindurchführen. Vor dem Festklippsen darauf achten, dass die Kabel gerade durch die geschnitzen Tunnel führen.
  13. Mit einem Tropfen Sekundenkleber die Litzen oben an den Wänden fixieren.
  14. Nun die Litzen über den Sitzen zu einem Ende führen und jeweils sinnvoll abschneiden.
  15. Seitenrichtig Litzen lang & kurz abisolieren, jeweils lang & kurz miteinander verdrillen, mit Lötzinn versehen und an die End-Kontakte der Lichtleiste anlöten.
  16. Dach aufsetzen, dabei die Kabel innen vorsichtig ordnend geradeziehen.
  17. Funktionsprüfung! Radkontakte eventuell mit einer Pinzette nachjustieren, damit sie nicht wegen zuviel Druck die Räder bremsen, aber dennoch sicher Strom übertragen.
  18. Dach wieder aufsetzen. Fertig.
Prinzip-Darstellung. Die grauen Karton-Plättchen sollten dunkler sein.

Wer mag, kann nun die Kabel und den Kondensator im zur Einrichtung passenden Farbton anpinseln. Dadurch werden sie … geradezu unsichtbar. Den Wagenboden innen kann man mattgrau lackieren oder mit exakt ausgeschnittenen graue Karton-Plättchen auslegen. Das verleiht dem Fahrzeug mehr Echtheit und Tiefe. Ein paar Figürchen, vor allem auf die Bank-Löcher vor die Litzen gesetzt, und fertig ist der modernisierte Vintage-Waggon.

Fazit:

Märklin-Modellbahnen, neue wie ältere, machen mir viel Spaß. Einfach und elegant kann man sie dem eigenen Geschmack anpassen, sofern man nicht gerade dem anachronistischen Mittelleiter huldigt. (Ich sammle ja auch keine Schellack-Schallplatten.) Wer sich zu Weihnachten eine märklin-Bahn schenken möchte, deren Technik der Jetztzeit entspricht, greift einfach zum Karton mit grünem ‚Trix‘ Logo. Da ist 100% märklin Qualität drin. Nur eben besser, weil ohne lästigen Schleifer – und die Gleise sehen in beige auch schöner aus.

Lese-Tipp ‚Trix C Gleis‘: https://blog.mobaz.de/2019/07/25/das-trix-c-gleis-eins-fuer-fast-alle/

Sogar die Oberlichter werden beleuchtet, ein schöner Effekt.
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Allgemein Gedanken H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven Umbauten Waggons

Pikos neue H0 Kurz-Kupplung 56046.

Diese Woche hat Piko eine eigene, neu entwickelte Kurzkupplung ausgeliefert. Hier eine kurze Besprechung.

Vor Längerem sandte ich der Firma Piko ein Pärchen älterer Kurzkupplungen als Produkt-Vorschlag. Hergestellt von Fleischmann in den 70er Jahren, die sogenannten ‚Fox-Kupplungen‘. Dessen Patente dürften längst abgelaufen sein.

Meine Idee war, dass Piko, bis dato ohne eigene Kupplung, diese Fox-Kupplung neu nachbauen könnte, aber dann eben 100% kompatibel zu Fleischmanns Kurz-Kupplung, deren Ankuppel-Verhalten bis heute eher reproduzierten Auffahrunfällen gleicht… So hätte der Markt endlich eine tolle, kompatible Kupplung, und Piko hätte sich als gewitzter Verbesserer inszenieren können (das liegt denen ja eigentlich).

Kurz, ich bekam meine Muster zurück mit der Anmerkung, man habe kein Interesse an einer Kupplung. Na gut, in Ordnung.

Dann folgten die nächsten Neuheiten, und darin fand sich eine V60 mit spezieller digital lösbarer Kupplung – die passte zwar zu kaum einer der bekannten Kurzkupplungen, war aber immerhin eine gute Idee.

Und im Jahr 2020 stellte Piko nun eine völlig neukonstruierte KK vor. Übrigens ohne dabei an ein Entkupplungsgleis für das hauseigene A-Gleis zu denken. Was finden wir also vor?

Die neue Kupplung

Man fühlt sich an eine ganze Reihe bereits vorhandener Kupplungen erinnert. Die klare Vorlage ist Fleischmanns bekannte Kurzkupplung, aber man findet auch Elemente der Roco-KK wieder. Dazu die zerklüftete Optik der aktuellen TT-Kupplung.

Aussehen

Mich erinnert Pikos neue KK an einen Hirschhornkäfer. Und sie ist in etwa auch genau so attraktiv. Mir gefallen diese ausladenden ‚Greif-Arme‘ nicht, aber Geschmäcker sind eben verschieden.

Der Kupplungskopf wurde weit unten angeordnet, damit die Puffer keinesfalls berührt werden. Ob auf Mittelleiter-Weichen die Pukos berührt werden können, das ist noch zu verifizieren.

Auf Puko-Weichen könnte das knapp werden…

Auswahl

Es gibt nur Steckkupplungen, nach Wahl mit oder ohne Strom-Übertragung. Höhenverstellbare

Kupplungen wie für viele Roco-Fahrzeuge notwendig, sind noch nicht angekündigt. Ebenso gibt es noch keine Digitalkupplung.

Funktion

Das Ankuppeln erfolgt ähnlich Fleischmann nur mit Schwung. Sanft Gegenrollen und Ankuppeln funktioniert nicht. Die Konstruktion mit zwei kleinen Kunststoffteilen, die sich im Kopf gegenseitig verschieben bewirkt keine Verbesserung gegenüber Vorhandenem. Dabei wäre es so einfach gewesen, aber ich will hier niemandem die Arbeit abnehmen.

Oben der Entkupplungs-Stift, unten der kleine Kupplungs-Haken.

Da in einem YouTube-Video das Einkuppeln als „gerade im Vergleich zur Fleischmann Profi-Kupplung angenehm leicht“ beschrieben wird, bitte ich die Leser darum, die betreffende Szene genau zu betrachten: Zum Ankuppeln wird ein Waggon händisch gegen eine stehende Lok geschoben. Ein ziemlich billiger Trick, sowas nennt man: Schummeln. Zumal im Fazit dann doch Kritik geäußert wird.

Die Kupplungs-Verbindung bleibt meiner Erfahrung nach sicher zusammen, dennoch kann man die Fahrzeuge sogar nach oben herausnehmen, ähnlich Fleischmann oder Roco.

In den Entkupplungsstegen zeigen sich kleine Ösen. Der Verdacht liegt nahe, dass Digital-Kupplungen folgen werden. Aber die normalen Kupplungen hätte man ohne diese Ösen ausliefern sollen. Das sieht wie ein Bastel-Rest aus.

Schön ist anders.

Die oft genannte Funktion der Strom-Übertragung ist wohl nur für märklin-Fahrer interessant, die nicht unter jedem Wagen mit Licht einen Schleifer haben wollen. Aber märklin hat bereits eigene Strom führende Kupplungen, ein-, zwei- und vierpolig. Dort herrscht also wirklich kein Bedarf.

Zusammengekuppelt von oben. Nett gemeint.

2L Fahrer brauchen keine Mittelschleifer, das funktioniert bekanntlich alles über die Räder. Jeden Wagen mit eigener Versorgung auszustatten ist auf jeden Fall eleganter, als um die Kulissen mit Kabeln herumzuheddern, die irgendwann durch die fortwährende links-rechts-Bewegung abreißen können. Dann lieber die Kabel im Drehgestell jeweils nach oben führen, und die Sache hält (fast) ewig. Und ja, ich habe eigene Erfahrungen mit solchen Kupplungen.

Kompatibilität:

Nix da. Pikos Kupplung ist zu keiner anderen Kupplung kompatibel. Piko reißt eine völlig eigene Baustelle auf, wie auch schon mit der fragwürdigen Spezial-Schnittstelle im ICE4. Piko möchte die eigenen Kunden in Abhängigkeiten bringen. Aber: Was bei märklin (noch) funktioniert, das empfinden 2L-Fahrer schnell als Bevormundung.

Anstelle sich an den Gegebenheiten des Marktes zu orientieren und sich dort einzugliedern, um gemeinsam erfolgreich zu werden, hält man bei Piko eigensinnige Wege für den Schlüssel zum Erfolg.

Man kann das mutig finden. Oder auch anmaßend.

In jedem Fall bringt es Unruhe, und genau die brauchen die Menschen in diesen Zeiten schon mal gar nicht.

Fazit:

Um Herrn Grönemeyer zu zitieren: „Was soll das?“ Pikos neue Kurzkupplung sieht weder besonders fein aus, noch kuppelt sie sanft ein. Andere, zum Teil Jahrzehnte ältere Lösungen sind praxisnäher konstruiert. Dazu kommen recht hohe Preise, während gerade Roco seine Kupplungen in Großpackungen besonders günstig anbietet. Ich habe den Eindruck: Das war nichts, leider.

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Allgemein Anlagenbau Digital Umbauten Lokomotiven Umbauten Waggons

Bundesbahn Startset in TT von Tillig 01443.

Die Baugröße TT 1:120 ist genau richtig für diejenigen, denen N zu klein und H0 zu groß ist. In den USA erfunden etablierte sich die Bezeichnung „Table Top“ . Derzeit ist die Firma Tillig der einzige Anbieter von Startsets in TT, obwohl auch Andere das ‚Zeug‘ dazu hätten.

Die wunderbare 212 von Tillig. Nicht zu verwechseln mit dem H0-Modell von Roco…

In den letzten zwanzig Jahren wurde eine beachtliche Auswahl an Bundesbahn-Modellen für TT entwickelt, die qualitativ gut mit bekannten H0- und vor allem N-Fahrzeugen mithalten können.

Als bestimmende Anbieter für Bundesbahn-Fahrzeuge sind derzeit die vier Marken unterwegs: Kres, Kühn, Piko und Tillig. Dazu kommt der Anbieter PSK für interessante Güterwaggons. Derzeit mal wieder aus TT verabschiedet hat sich Roco, aber bei denen sind ‚Entscheidungen‘ oft eher von kurzer Dauer. Hornby entwickelt unter dem Label Arnold hin und wieder TT-Fahrzeuge, darunter eher zufällig mal Bundesbahn-Varianten.

Häuser-Bausätze gibt es in extrem exakter Qualität von Auhagen (sofern man die Bausätze im Misch-Maßstab H0/TT außer acht lässt), und wer alte Faller AMS Häuser mag, kann diese ebenfalls prima für die TT Bahn einsetzen. People gibt’s bei Preiser und Noch. Nur Auto-Modelle nach westeuropäischen Vorbildern sind wirklich selten.

Zuwenig Bundesbahn? Von wegen.

Man findet auf jeden Fall genug Material, um eine Anlage mit typischen Bundesbahn-Attributen aufzubauen. Wer sich über angeblich mangelnde Auswahl beschwert, der sollte erstmal checken, was es seit dem Jahr 2000 tatsächlich alles zu kaufen gibt und gab – und nicht, was es alles nicht gibt. Mit dem Verfügbaren ist man erstmal gut ausgelastet.

Eine ganze Reihe von Modelle sind wirklich gut gelungen; Kühns Kasten-Loks der BR 110, 110.3 und 140 sind prima, die 103 sowieso, und auch die V60 ist ein Schmuckstück (für das wie auch in N üblich platzende Zahnrad gibt es Ersatz).

Das umfangreichste Portfolio an Lokomotiven und Waggons bietet die Firma Tillig, von der V200 über die Dampfloks der 001 und 050 bis hin zum 1962er Rheingold und seit diesem Jahr dreiachsigen Umbauwagen ist wirklich Viel dabei. Eilzugwagen, D-Zug Wagen, Silberlinge, Schürzenwagen, und die Güterwaggons lassen sich hier nicht sinnvoll aufzählen.

Piko steuert den Diesel-Rangierer 290 bei, und derzeit wird ein Bundesbahn-Kraftprotz ausgeliefert, die BR150. Wie man Piko kennt, wird diese sicher bald auch in grün und blau/elfenbein erhältlich sein.

Bei Kres gibt’s den Schienenbus 798 und den gläsernen Zug 491.

Gleise gibt es in robuster Qualität und beachtlicher Auswahl von Tillig, optisch feiner aber in kleinerer Auswahl gibt es ein Sortiment bei Kühn.

Was kann nerven?

Doppelentwicklungen gibt es auch in TT, die BR 38 von Roco und Tillig, die Bügelfalte 110.3 von Kühn und Tillig, die Silberlinge von Kühn und Tillig (wem fällt was auf?), und den modernen Eurorunner von Kühn und Piko. So findet aber jeder etwas, das ihm eben beonders gut gefällt.

Denn manchmal entsprechen die Modelle in TT nicht der Konzeption, die man aus anderen Baugrößen gewohnt ist. In der Denke, aber auch in der Umsetzung. Aber man findet ohnehin in jeder Baugröße und bei jedem Hersteller schrullige Aspekte, auch beim Platzhirsch märklin – dort allerdings meist schwerer und / oder teurer. Insofern: Irgendwas ist immer.

Startset für Bundesbahner.

So beginnt man gerne: Die schöne Diesellok zieht zwei Silberlinge; die Epoche 4 ist derzeit sehr beliebt. Der Waggon ist mit einem Handgriff wieder zusammengeklippst. 🙂

Fans der Bundesbahn finden derzeit einen soliden Einstieg in die Baugöße TT mit Tilligs Startset 01443. Eine Diesellok der BR 212 zieht zwei Silberlinge mit passendem blauen Rahmen. Als Steuerwagen gab es bis vor Kurzem den Silberling mit Karlsruher Kopf und Führerstand in blau/elfenbein (13844). Recht komfortabel: Sowohl Lok als auch Steuerwagen besitzen jeweils sechspolige Schnittstellen für Digital-Decoder. (Wobei man sich in 2020 eine Plux-Dose wünscht, gerade bei Wendezug-Loks.)

Tilligs bewährte TT-Gleise. Die Weiche besitzt nun ein Herzstück aus Metall.

Gefahren wird auf einem etwas zu kompaktes Gleis-Oval mit einem originell gestalteten, analogen Fahrgerät. Eine gute Idee ist, dass die Weiche im Set bereits einen elektrischen Antrieb besitzt. Denn zusätzliche gerade Gleise kauft man gerne und ohne gedanklichen Aufwand, aber mit Weichenantrieben stellen sich Viele anfangs schon irgendwie an.

So aber ist direkt einer dabei, und man kann bei einer Ergänzung mit dem Digitalsystem eigener Wahl einen günstigen „WeichEi“ Decoder anschließen: Augenblicklich lässt sich die Weiche über ein modernes, Digital-Steuergerät schalten. https://modellbahnshop.moba-digital.de/Weichei

Außerdem liegt ein etwas plünniger Eingleiser dabei und ein kleiner Kastenwagen nach Vorbild ‚Matador‘. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden dessen Vorbilder in Hamburg-Harburg gebaut, und Tillig hat schon viele bunte Varianten produziert. Mehr dazu hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vidal_%26_Sohn_Tempo-Werk

http://www.hanomag-kurier.de/tempo91.html

Produkt- Qualität

Auf den ersten Blick wird klar, dass sich Tillig an H0 Modellen von Roco orientiert hat. Die konstruktiven Ähnlichkeiten sind unübersehbar. Aber, wie ein deutscher Komponist & Produzent sagte: „Lieber gut abgeschrieben als sch…lecht selber komponiert!“ Nunja.

Lok und Waggons sind fein gestaltet und sauber lackiert. Beheimatet sind alle drei Fahrzeuge in Köln, Nippes und Deutzerfeld; das freut mich natürlich. Aus dem Karton heraus sind sie voll einsatzfähig und bereiten viel Spaß. Die Lok könnte etwas schwerer sein. Ihr Lichtwechsel ist gut zu sehen, die vier LED leuchten schön hell. Leider lassen sie sich später digital nicht separat ansteuern, und so strahlt die Lok ihre Waggons an.

Es versteht derjenige etwas von Farbe, der…

beige von elfenbein unterscheiden kann. Tilligs 212 wurde offenbar wortwörtlich ‚ozeanblau‘ und ‚beige‘ lackiert. Dabei müsste sie ‚elfenbein‘ sein. 1974 kam ‚beige‘ nur ein paar Monate lang zum Einsatz, danach wurde ‚elfenbein‘ verwendet. Der Name war aber in der Welt, und seitdem nennen Generationen von Modellbahnern dieses Farbschema fälschlicherweise „blau-beige“. Nochmal: Das ist (fast immer) FALSCH.

Dass heute sogar Museums-Bahnen gern falsche Farben auflackieren ist die eine Sache. Aber ein Modellbahn-Hersteller sollte um die stimmigen Farbtöne wissen.

Gemerkt habe ich das nur, weil ich die zu weißlichen Griffstangen mit RAL ‚elfenbein‘ nachzog und sie danach noch immer zu hell aussahen. Ein weiterer Hauch von ‚beige‘ darüber, und die Farben stimmten überein.

Recht eng und sicher, mit Kühn-Kupplungen (erkennbar an den kleinen Häkchen drunter).

Die Silberlinge treffen ihre Vorbilder recht gut. Das Muster der Pfauenaugen ist ungewöhnlich in einem creme-Ton aufgedruckt, die Wirkung ist in Ordnung. Fein gestaltet sind die Inneneinrichtungen, leider einheitlich in hell-elfenbein durchgefärbt. Das sollte so natürlich nicht bleiben, dazu folgt ein Artikel.

Die Fenster erinnern mich irgendwie an die verkürzten Silberlinge von Roco aus dem Ade-Fundus in 1:100; als hätte man sie auf maßstäbliche Länge gezogen. Das kann aber täuschen; man müsste das mal nachprüfen. Beim Steuerwagen wirkt das orange etwas zu gelblich; dabei war das Orange damals eine Warn-Farbe.

Kupplungen – Kühn sticht Tillig. Noch immer.

In Kurven kann es passieren, dass sich die Kupplungen aneinander hocharbeiten und lösen oder verkanten. Tillig hat die Höhenverriegelung vergessen. Um diese für sicheren Betrieb nachzurüsten, gibt es zwei Möglichkeiten: Man bestellt sich bei der Digitalzentrale einen Ätzbogen und klebt die kleinen Teile an (dafür hat Tillig den kleinen Stift angeformt).

https://www.digitalzentrale.de/detail.php?sess=iarjkoi7rdubrah211k3gpriu7&art_id=313&abt=&itemgr=42

Oder man verwendet die artverwandten aber intelligenter gestalteten Kupplungen von Kühn-Modell. Diese haben kleine Häkchen drunter, die das Hochschaukeln verhindern. Damit fahren die TT-Bahnen sicher.

http://www.kuehn-digital.de/files/74900.jpg

Gleise, solide aber zuwenig.

Die Gleise sehen gut aus, und die Weiche hat zwischenzeitlich ein Herzstück aus Metall bekommen. Dieser Bereich lässt sich also auf Wunsch nachträglich mit Strom versorgen. Für Liebhaber kurzer Loks besonders hilfreich. Das bedeutet auch: Tillig überarbeitet sein Sortiment.

Insgesamt fährt die Garnitur (mit den Kühn-Kupplungen) sicher und störungsfrei über das kleine Oval, egal wie schnell, oder ob geschoben oder gezogen. Aber ein paar weitere gerade Gleise dürften es schon sein.

Analoge Avantgarde.

Eigensinnig und interessant in Aussehen und Funktion.

Das Steuergerät erzeugt in der Lok einen Summton, weil es nicht einfach Gleichspannung auf die Gleise schickt, sondern eine pulsierende rechteck-Spannung. Damit haben die Loks mehr Power, und die LED sind bereits beim Anfahren hell erkennbar. Die optischen Gestaltung des Gerätes auf jeden Fall sehr ungewöhnlich.

Natürlich empfiehlt sich die frühzeitige Erweiterung mit einem DCC-Digitalsystem. Den klaren Warn-Hinweisen in Tilligs Anleitungen folgend („maximal 14 Volt“) fiel mir die Warnung eines ehemaligen Roco-Mitarbeiters ein: Manche Roco-Digital-Zentralen geben bis zu 20 Volt auf die Gleise, so sagte man mir. Das ist dann eigentlich nichts für N oder TT-Motore. Also bei der Auswahl der Zentrale für diese Startpackung darauf achten, dass die Gleis-Spannung unter 14 V bleibt, bzw. so einstellbar ist.

Zurüstteile sind ätzend.

Pro Fahrzeug liegt eine (Un-)Zahl an Zurüstteilen bei. Auch das erinnert an Roco – und nervt genau so. Denn auch Tilligs Einsteck-Öffnungen sind eigentlich alle zu eng und müssen äußerst vorsichtig (!!) mit einem spitzen Pin sanft geweitet werden. Nach 35 Jahren Roco H0 habe ich keine Lust mehr auf solch‘ lästigen Arbeiten. Modellbahn-Fahrzeuge dürfen ready-to-run aus der Packung kommen.

Wer hat Angst vor Zurüstteilen? Wohlgemerkt, dies ist, was übrigbleibt!

Damit die Teile langfristig dort bleiben, wo sie hingehören, habe ich einen alten Trick angewendet: Auf einen Plastik-Rest gibt man einen Klecks Sekundenkleber und tupft dann die Spitze des Kleinteils nur leicht auf die Oberfläche, sodass ein Hauch von Kleber haften bleibt. Dann direkt einsetzen.

Die vielen Zurüstteile haben ihre Wirkung. Ab Werk drangespritzt wäre es sympathischer.

Tatsächlich sind es wirklich zuviele Kleinteile. Unterhalb von H0 kann man Vieles durchaus in die Form integrieren, dennoch bleibt der Eindruck erhalten. Mir persönlich liegt nichts mehr an diesem Hersteller-Wettrüsten. Aus dem Alter bin ich raus, für mich zählt der Eindruck. Überdies: Superfeine HD-Modelle sind nicht für Jedermann handhabbar.

Und weiter?

Erstmal sollte man weitere gerade Gleise besorgen, damit das Fahren mehr Spaß macht. Aber wie das so ist mit Hinweisen: Man ignoriert sie sowieso. 🙂 Also habe ich erstmal einen passenden Steuerwagen besorgt, und zwar einen mit orangefarbener Nase. Den gibt es schon lange nicht mehr, aber ich hatte eben Glück. Und er ist ebenfalls in Köln beheimatet. Passt also.

Tilligs Steuerwagen mit Lichtwechsel weiß /…
...rot. Dank sechspoliger Schnittstelle findet ein Decoder schnell seinen Platz.

Speziell für Bundesbahner hat Tillig vor Kurzem ein Set mit zwei Bauzug-Wagen ausgeliefert, beide in ozeanblau und in vielerlei Hinsicht klug konstruiert. Nur die Achs-Aufhängung trifft die Vorbild-Situation nicht wirklich exakt. Vielleicht gibt’s hier mal ein vorbildnäher gestaltetes Bauteil.

Ergänzend könnte es zukünftig Niederbordwagen oder Hilgsgerätewagen in braun oder gelb (!) geben, und der Bauzug sieht schon mal nach mehr aus. Diese Waggons waren ja auch beim Vorbild nicht alle blau. Als Zuglok bietet sich vielleicht die kräftige 290 von Piko an, in klassischem purpurrot oder ebenfalls ozeanblau, und spätestens dann werden schon weitere Weichen fällig.

Als Gleise bevorzuge ich persönlich die von Kühn, trotz der kleineren Auswahl. Sie sind filigraner gestaltet, und mir gefällt sowas. Außerdem ist Ihre Geometrie klarer. Die hier vorliegenden Gleise von Tillig mit Schwellenbandgleis sind natürlich sehr ordentlich gemacht, aber ihre Geometrie entbehrt jeglichen Komforts.

Um von Anfang an digital zu fahren gibt es inzwischen unzäglige Möglichkeiten. Preislich von bis. Nun ist dies ein privater Blog und keine objektive, wissenschaftliche Abhandlung (nur zur Erinnerung, ne?). Daher empfehle ich an dieser Stelle zwei Systeme, die mir persönlich Spaß machen:

Häuser & Zubehör

Dazu gibt es eine Menge Hilfreiches zu sagen – was demnächst in einem eigenen Artikel stattfinden wird.

Fazit

So geht das. Tillig stellt eine schöne Basis für Bundesbahn-Fans her. Fahrzeuge und Gleise überzeugen optisch und qualitativ. Für ‚mehr‘ muss man online schauen: Zwischen Flenburg und Freilassing ist man als TT-Bahner mit wenigen Ausnahmen auf den Online-Handel angewiesen.

Es gibt und gab eine große Zahl an schönen Fahrzeugen nach Vorbild der Bundesbahn. Da diese zumeist erst in den letzten 20 Jahre auf den Markt gekommen sind, garantiert das moderne Konstruktionen.

Mehr zum Thema TT wird in einer renovierten Version eines älteren Artikels folgen.

Informationen zu TT: Sämtliche jemals erschienene Kataloge zum Thema TT findet man auf dieser Website, geordnet nach Jahren oder Hersteller. https://as.rumia.edu.pl/tt/kat/katalogi.asp?firm=*

…und, ach ja, das ‚tt-board‘ sollte jeder einigermaßen gut erzogene West-Europäer meiden. Mehr dazu zum Beispiel hier 🙂:

https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=977481

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Piko Pimping: Schnellzug-Wagen der Bundesbahn

Pikos D-Zug Wagen können mit etwas Nach-Arbeit sehr wohl gefallen.

Als ich vor einigen Jahren einen D-Zug der 70er Jahre haben wollte, kam das einzige komplette Angebot in maßstäblicher H0-Länge von Piko. Denn Roco fand mal wieder Ost-Europa wichtiger, und LSmodels war allerorten ausverkauft.

Also griff ich zu Piko und war einigermaßen überrascht ob des Gebotenen. Anderen Modellbahnern ging es damals möglicherweise ähnlich, denn der niedrigste Online-Preis für diese Waggons lag zu der Zeit bei €18. Achtzehn.

Inzwischen ist natürlich bekannt, was einen erwartet: Schnörkellose, nett gemachte Nachbildungen der Vorbilder mit angegossenen Griffstangen und einteiligen Einrichtungen. Das Alles ist per se nichts Schlechtes, denn die Fahrzeuge machen ja einen guten ersten Eindruck. Wenn es doch nur so bliebe.

Nach kurzer Zeit des Fahres hatten sich viele Achsspitzen dieser Waggons in den Kunststoff der Drehgestelle hineingebohrt. Außerdem blieb die metallische Farbe der Fensterrahmen auf Dauer nicht grifffest. Piko tauschte mir die betroffenen Gehäuse netterweise aus; später wiederholte sich das Phänomen.

Drehgestelle & Radsätze

Das Wichtigste war und ist für mich sicherer Fahrbetrieb. Dazu setzte ich in sämtliche Drehgestelle dieser Waggons die Metall-Lager von Peter Horn ein. Diese und das passende Werkzeug gibt es hier: http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

An Pikos Popwagen deutlich zu sehen: Die Rad-Zentren sind nicht mehr auf Höhe der Achslager. Diagnose: Eingefressen. Nach drei Tagen.
An diesem Popwagen von Piko ist noch alles in Ordnung. Bis auf den fehlenden kieselgrauen Zierstreifen über den Fenstern…

Der Einbau erfordert ein gewisses Fingerspitzengefühl. Es gibt zwei Bohrer, mit dem Großen senkt man die vorhandenen Vertiefungen weiter ab, bis die Lagerschalen komplett hineinpassen. Sekundenkleber fixiert die Metall-Lager im Kunststoff. Gut anziehen lassen, erst dann die neuen Achsen einsetzen.

Man muss beim Bohren schon sehr vorsichtig und sanft vorgehen, denn denn der Kunststoff der Drehgestelle ist recht weich und kann bei grobem Bohren mitdrehen und brechen. Aber ich habe das ja auch hingekriegt. 🙂 Am Besten mit kaum merklichem Druck und sehr langsam drehend vorarbeiten. Bedacht ist angesagt.

So bohrt man vorsichtig die Vertiefungen für die Peho-Achsslager.

Mit dem dünneren Bohrer kann man die Lagerschalen innen nachträglich etwas vertiefen, wenn die Achsen etwas zu stramm sitzen. Bei meinen Waggons war das aber nur selten nötig; immerhin gut, dass man es kann. In jedes Lager gehört ein Tröpchen Öl, damit’s später nicht quietscht.

Und so sieht das Ergebnis aus.

Und weil Pikos Räder dank extrem rauer Laufflächen jede Form von Schmutz nicht nur aufnahmen sondern auch ungleichmäßig verteilten, orderte ich zusätzlich zu den Lagern von Peter Horn passende Achsen zum Beispiel von märklin: https://www.lokmuseum.de/shopartikel.php?SArt=10016150&SBez=E700580_Marklin_Scheiben_Radsatz_DC

Achsen von Thomschke, seitlich zum Drehgestellrahmen passend schwarz eingefärbt. Die Radreifen belasse ich metallisch, sieht schicker aus.

Im Ergebnis rollen die Waggons dank der Metall-Lager und neuen Achsen sogar merklich leiser.

Aber: 32 Achsen plus 64 Lager. Aufwand & Aufpreis sind wahrlich beträchtlich dafür, nur die eigentliche Funktion der Modelle auch langfristig zu sichern. Andere Hersteller bieten mehr Komfort: Sie verwenden hochwertigere Materialen, und man kann ihre Fahrzeuge aus dem Karton heraus jahrelang einsetzen. Auch preislich bietet Piko inzwischen keinen auffallenden Vorteil mehr.

Inneneinrichtung Abteilwagen

Die Kaugummi-Farben der Inneneinrichtungen in HubbaBubba-rosa und Gift-grün sind völlig inakzeptabel. Punkt. Welche Gründe auch immer bei Piko zu diesen Farben geführt haben, es waren die falschen. Wirklich jeder andere Hersteller hat in den vergangenen Jahrzehnten sympathischere Grundfarben ausgewählt. Bastler können hier natürlich nacharbeiten. Aber wieso sollten sie das überhaupt müssen.

Piko-Inneneinrichtung in grün.
Piko Inneneinrichtung in rot.

Wer diese Waggons also sein Eigen nennt, greift sich am Besten eine lange, lange Hörspiel-Reihe (um den Kopf frei zu halten), diverse Farben (zum Beispiel von elita) und gute Pinsel. Dazu Kilometer Tesa-Film zum Abkleben. Dann setzt sich an den Basteltisch, lässt sich akustisch unterhalten und fängt an, zu lackieren.

Die Schritte lauten: Alle Wände konsequent beidseitig beige lackieren. Nur nicht im Waggon 1. Klasse, da gehören sie braun.

…erstmal ‚Beige‘ RAL 1001 für die Wände der Abteile 2. Klasse.

Nach dem Trocknen klebt man in einer extrem nervigen Aktion die Wände über den Sitze ab und pinselt diese in rot (Raucher), grün (Nichtraucher) und blaugrau (1. Klasse). Wieder trocknen lassen.

Das Abkleben ist echt ätzend. Aber es hilft, wenigstens gerade Trennlinien zu erhalten…
…die dann nach dem Abziehen schräg aussehen können. Tesafilm ist nicht die beste Lösung. Die Ausreißer arbeitet man einfach Nochmal nach. Ist ja ein Hobby, und wir haben ja alle viel Zeit….

Erst am nächsten Tag den Tesafilm vorsichtig abziehen. Für den den Boden habe ich Flächen entworfen, die man sich auf grauen Karton ausdrucken kann. Sauber ausgeschnitten und in die Waggons geklebt ergeben sich von allein saubere Farbkanten, und wer später Innenbeleuchtungen einbaut, freut sich über die farblichen Abstufungen. (Download-Datei folgt.)

Wer wirklich sauber pinselt, kann einen mittelgrauen Boden aufmalen. Dabei das Atmen nicht vergessen. 🙂

Inneneinrichtung Halbspeisewagen

Halbspeisewagen: Abteile.
Halbspeisewagen: Speiseraum.

Hier gilt dasselbe Prinzip, nur, dass die Wände alle braun lackiert werden, im Speiseraum eher rötlichbraun, um die Abteil dunkelbraun. Die Sitze in den Abteilen pinselt man weinrot und die im Speiseraum blaugrau. Die Tischflächen gehören natürlich weiß und der Boden grau. Beschreibung der Innenbeleuchtung folgt. 🙂 Genauere Infos über das Vorbild bietet diese Website mit exzellenten Fotos: http://www.eisenbahn-harzvorland.de/htm/arm_216_1.htm

Abteiltüren sämtlicher Fahrzeuge:

Wennschon, dennschon: Die bei den Vorbildern messingfarbenen Abteiltüren habe ich mit einem Programm stilisiert nachgezeichnet, für beide Gangseiten: Damit man auch beim Blick von der Abteilseite Türrahmen sehen kann. Bitte darauf achten, dass die Türen für die erste Klasse etwas breiter sind, als die für die zweite Klasse. Und so kriegt man die Türen sauber in die Waggons:

In einigen Copy-Shops kann man sich Symbole als Metallfarbe in silbern (nett) oder gold (besser) auf klarsichtige, stabile Folie drucken lassen. Sauber ausgeschnitten und mit winzigen Punkten Sekundenkleber fixiert sieht das später wirklich gut aus. (Download-Datei folgt.)

Kupplungsträger

Lange Waggons anderer Hersteller rollen mit Rocos Kurzkupplung wirklich Gummi an Gummi, Pikos D-Zugwagen dagegen lassen einen überdeutlichen Abstand. Außerdem berühren die Haken der von mir verwendeten RTS Kupplungen manchmal die Pufferteller, weil die Kupplungsträger nicht weit genug ausschwenken – bei keinem anderen Fabrikat langer Waggons habe ich dieses Problem festgestellt. Also, hier wurde keineswegs optimal konstruiert.

Die Haken berühren beim Ausschwenken Pikos Puffer. Bei langen Roco-Waggons passiert das nicht.

Nun gibt es drei Möglichkeiten: 1. Resignieren, eine Kupplung nach Wahl einsetzen und den Abstand akzeptieren. 2. Mit Augenmaß die Kupplungsschächte an der Außenseite minimal kürzen und die Kupplungen einkleben. Manche Kleber lassen sich später auch wieder lösen. 3. Die Kupplungsträger wegen ihrer zu flachen ‚Möwen‘-Ausrundung herausnehmen und statt ihrer neue Kulissen von Symoba unter die Wagenböden kleben. In deren Normschächte passen dann alle Kurzkupplungen mit Normschächten, und je nach eigener Arbeit kommen sich die Waggons recht nahe. http://www.symoba-schniering.de/

Fazit:

Natürlich hatte ich überlegt, ob es nicht einfacher wäre, den kompletten Posten abzugeben. Produkte mit derartig viel ‚Nachbesserungs-Potenzial‘, um es nett zu sagen, sind schon wirklich selten. Diese Qualität entspricht keineswegs dem, was man erwartet oder von Anderen gewohnt ist. Dabei provoziert Piko den Vergleich gern ganz bewusst.

Eher aus Spaß an der Freud‘ habe ich mich dieses D-Zugs angenommen. Wer nicht basteln mag oder kann oder einfach keine Zeit dafür hat und Ready-to-run-Produkte bevorzugt, findet andernorts seine geeignete Alternative.

Den Umbau der passenden Diesellok der Baureihe 220 von Piko habe ich hier beschrieben:

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Plastik-Pest bei Roco (3) 56277

Ein rausgebrochenes Achslager.

Ich wollte die Achslager schmieren. Eine schlechte Idee, wie man sieht. Ansonsten bitte den Text zu ‚Rocos Plastikpest 2‘ lesen…

Übrigens, ich besitze ‚Roco‘ Fahrzeuge aus den 70er und 80er Jahren, die jedes Verbiegen entspannt mitmachen. Die sehen genauso aus, wie damals. Es geht also.

??‍♂️

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Die Liliput Kurz-Kupplung L939105 für H0 Züge.

Die Liliput-KK, bereits mit testweise angebrachter Höhen-Verriegelung.

…und so taugt sie was.

Es ist ja schon ziemlich mutig, dem großen Sortiment von KurzKupplungen ein weiteres Produkt hinzuzufügen. Liliput, also Bachmann, hat diesen Schritt gewagt. Und dabei trotz guter Ideen unnötige Fehler gemacht. Da mir die Kupplung aber prinzipiell gut gefällt, habe ich sie mir so angepasst, dass ihr Einsatz endlich Spaß macht.

Die Liliput-KK lässt genug Platz zu den Puffer-Tellern, ein weiterer Vorteil. Der Waggon-Abstand ist für mich völlig akzeptabel, so kuppeln die Waggons wenigstens sicher an.

Klar bedeutet das ein bisschen Bastel-Arbeit. Ausgerechnet für „doofe Kupplungen“. Allerdings finde ich die anderen Kupplungen großteils wirklich grauslig, und die Liliput-KK sieht nett aus. Da bastele ich lieber, und das Ergebnis gefällt mir, als mich weiter mit ‚Markt-üblichem‘ Zeug herumzuärgern.

Meine persönliche Einschätzung anderer Kupplungen:

Fleischmann-KK: Unauffälliges Aussehen, ungewollte Zug-Trennungen, Ankuppeln nur mit Karacho – das war schon 1987 blöd. Man hätte bei der Fox Kupplung bleiben sollen.

Märklin-KK: Sorgt bei unzähligen Fabrikaten außer eben märklin für Entgleisungen. Die im Katalog 1985/1986 gezeigten KK-Prototypen (Seiten 108/109) wären vielleicht doch die bessere Lösung gewesen…

Roco-KK: Verbiegt sich allein vom skeptisch angeschaut werden. Zudem in grau = billiges Aussehen.

Roco-UK: Mit den breiten Greifarmen und dem halben Querbalken ästhetisch eine Katastrophe. Zudem grau = billig. Zuletzt stellte ich viele Fertigungs-Fehler fest – nicht meine Sache.

RiBu-KK: Eigentlich gar nicht schlecht. Allerdings ein bisschen breit, der Einbau erfordert höchste Konzentration. Meine drittliebste Kupplung.

RTS-KK: Ohne die Strom-Bleche eigentlich richtig perfekt, um mit der Modellbahn zu spielen, zu rangieren, lange Züge zu fahren. Wird aber so nicht mehr angeboten: märklin hat auf den RTS-Kopf den lästigen hauseigenen Kupplungsbügel draufgepackt, vermutlich der Vertrautheit für märklin-Kunden halber. Typisch kleingeistiges märklin-Gehabe, damit sind die DC-Bahner mal wieder raus. Eigentlich meine Lieblingskupplung. Mehr dazu hier.

US-Kupplungen: Nicht für die kontinental verwendeten KK-Mechaniken ausgelegt, zuviel Spiel, Kupplungskopf auf Höhe der europäischen Puffer – unpraktisch.

Die Liliput-KK ist eigentlich ziemlich klug erdacht. Man kann damit sanft einkuppeln, sie schaut relativ unauffällig aus, und ihr Sitz im Normschacht ist fest genug. In der Praxis fallen einem dann ein paar Macken auf, die sich zum Glück mit wenig Aufwand abstellen lassen. Und nicht jeder mag das, was alle Anderen haben.

Höhen-Verriegelung

Das größte Ärgernis der Liliput KK ist, dass eine Höhen-Verriegelung fehlt. Die Köpfe können sich aneinander nach oben verschieben, was zum Verkanten und anschließender Entgleisung führt.

So sieht das aus, wenn sich die Kupplungen aneinander hocharbeiten.

Dabei ist es doch so einfach, diesen Mangel abzustellen: Man befestigt einfach unter jeder Kupplung einen schmalen Streifen festes 0,5mm ‚dickes’ Plastik, der beim Einkuppeln unter die Kupplung gegenüber ragen wird. Zwei Tröpfchen Sekundenkleber reichen zum Fixieren aus.

Liliput-KK, links Original, rechts mit Höhen-Verriegelung.

Nach dem Durchtrocknen biegt man das herausragende Stück mit einer Pinzette etwa auf 45°, um beim Ankuppeln eventuelle Unebenheiten auszugleichen. Fertig.

Dank zweier kleiner Plastikplättchen bleibt die Verbindung stabil, trotz des Unterschieds.

Für die Fotos habe ich weißes Plastik verwendet, aber natürlich sollte man schwarzes nehmen, damit die Kupplung so nett diskret bleibt. Man erhält schwarze Kunststoff-Platten mit 0,5mm ‚Dicke‘ zum Beispiel über ebay für wirklich wenig Geld.

Liliput-KK: Die Arme ragen jeweils unter die andere Kupplung. So rollen auch geschobene Wendezüge unfallfrei durch S-Kurven…

Natürlich hätte Liliput / Bachmann dieses Element längst in den Formenbau übernehmen können, sodass dieser Minus-Punkt ab Werk abgestellt ist, aber längst nicht jeder respektiert Eingaben „von außen“.

Haken bleibt stecken.

Manchmal bleibt der Kupplungshaken nach dem Trennen der Fahrzeuge oben stehen. Das liegt daran, dass die Fertigung leider etwas schlampig arbeitet und manche ‚gebogenen Ecken‘ zu rund geraten. Der Bügel kann sich dann beim Hochklappen an den Kanten des Kupplungskopfes, die bis hinten zu den Klippsen reichen, verklemmen. Aber auch hier ist Abhilfe einfach: Man bricht diese Kanten einfach; mit einer feinen Feile streicht man pro Seite zwei-, drei Mal darüber, und der Bügel fällt sicher wieder herab. Das geht schneller, als ich es hier aufschreiben kann.

Schwimmhäute am Kupplungskopf.

Liliput / Bachmann hat die KK nach kurzer Zeit überarbeitet. Danach trägt der nach vorne zeigende Finger der Kupplung so kleine Schwimmhäute. Auch diese einfach mit der Feile nach unten streichend entfernen, dann bewegen sich die Köpfe ungehindert ineinander.

Nur für den Kontrast in weiß: Nochmal die Höhen-Verriegelung.

Fazit:

Ob sich die Mühe lohnt? Aber sicher. Die Liliput-KK ist eine nette Sache. Sie ist relativ unauffällig, und sie funktioniert ganz wunderbar, wenn man sich ihr widmet. Dass sich eine namhafte Marke wie Liliput / Bachmann in der Vergangenheit entsprechenden Tipps stur widersetzt hat, kann den Modellbahnern jetzt egal sein: Individualisten wissen nun, wie sie sich diese Kupplung erobern können. Viel Spaß! 🙂

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Piko „Expert“-Qualität: Rocos Ablösung?

(…Hinweis: noch nicht. 🙂 )

Pikos Modellbahnen aus der „Expert“ Reihe werden seit ein paar Jahren mit Lob gerade zu überschüttet und manchmal schon als Ablösung des Roco-Programms gefeiert. Und natürlich sind viele, wirklich schöne Modelle dabei. Vor allem bietet Piko Varianten an, auf die man bei Roco zum Teil seit Jahrzehnten wartet.

Aber im Vergleich zu Roco oder märklin gibt es bei Piko noch immer Abstriche zu bemerken in Bezug auf Material oder Haltbarkeit. Und damit sich niemand mehr anhören muss „Sie sind der Erste, der sich beschwert!“, habe ich eine Art lästige Liste erstellt, die ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen widerspiegelt. Diese Liste kommt zunächst ohne Bilder aus, was für einen Online-Artikel vielleicht ungewöhnlich ist. Aber über die Jahre stellt man auch mal Ärgerliches einfach ab, ohne alles zu dokumentieren.

Zwar setzt Piko auf aktuelle Modellbahn-Technik mit Plux22 Steckdose und vielen LED-Spielereien. Aber die Qualität eines Modellbahn-Fahrzeuges definiert sich auch durch andere Aspekte. Und da bin ich inzwischen etwas ernüchtert, was Piko „Expert“ betrifft. Denn obwohl diese Modellbahn-Produkte Freude bereiten, ist auch klar, dass es oftmals mit nur wenig Aufwand besser gegangen wäre. Und das ist es, was einen irritiert zurücklassen kann.

Klar gibt es Fahrzeuge von Piko, die wirklich klasse sind, die 220 zählt natürlich dazu, auch Loks wie die 141 oder die 140. Auch der 612 und die ganzen modernen Triebzüge sind schön gemacht. Aber schon die 103 gefällt mir wegen ihrer eigenartigen Beulen über den Führerständen weniger gut, als Rocos 103 oder gar die relativ neue Insider-103 von märklin/Trix, die wirklich klasse gelungen ist. Dagegen bieten Pikos hyperdetaillierte Drehgestellblenden der 103 keinen Vorteil: Irgendwo muss man die Lok ja anfassen können.

Diese Kosten hätte Piko besser für filigrane Scheibenwischer aufwenden sollen: Direkt und unübersehbar sieht man bei Pikos 103, dass deren eine Hälfte am Fenster und die andere am Gehäuse angeformt sind. Och nö! Dabei sind die Loks sonst wirklich schön.

Dass Pikos Getriebe-Gehäuse noch immer aus Kunststoff bestehen, obwohl zum Beispiel Roco hier seit Anfang der 80er Jahre Metall verwendet und so den Schwerpunkt weit nach unten verlagert, ist nur ein weiterer subtiler Unterschied. Und die aktuelle Qualität der Motore ist eine (lästige) Sache für sich.

Ich schreibe hier über eigene Erfahrungen, denn es ist ja nichts Nettes, fortwährend mit Mängeln konfrontiert zu werden, schließlich produziert Piko im Grunde richtig schöne Modellbahnen. Das sind Produkte, vor denen andere große Hersteller schon solchen Respekt haben, dass sie ihre zum Teil angejahrten Modelle unvermittelt Verjüngungskuren unterziehen. Nur Roco ist offenbar zu doof, die 111 auf das neuere Fahrgestell der 110 mit LED zu setzen…

Und natürlich habe ich Piko ein paar Mal nett zu den jeweiligen Themen angeschrieben. Aber wenn als Antworten unter Anderem der Original-Wortlaut erfolgt „…richten Sie Herrn Kath aus, dass wir seine Fragen nicht beantworten.“ (liegt mir tatsächlich schriftlich vor), dann ist das schon eine bemerkenswert unfröhliche Reaktion auf sachlich begründete Kritik.

Expert-Lokomotiven

Motore: Meine zuerst gekauften Expert-Loks (BR220, BR141) fahren außerordentlich geschmeidig. Trotz dreipoliger Motore. Neue Piko-Loks mit fünfpoligem Motor fahren lauter, und die Motore gehen oft schnell kaputt, ohne besondere Belastung. Einfach so, beim Herumfahren mit wenigen Waggons als Last. Inzwischen sind mir rund zwölf Piko-Motore kaputtgegangen. Inzwischen verzichte ich in diesen Fällen auf Reklamationen bei Piko und kaufe statt dessen im Bedarfsfall direkt bei Conrad Austauschmotore von Motraxx für zehn Euro. Die sind qualitativ völlig in Ordnung, und der Austausch ist schnell erledigt. Piko-Schwungmassen umstecken, Kabel anlöten, Motor eindrücken fertig. Dazu kommt demnächst ein kurzer Artikel.

Steckteile: Piko verwendet hier sehr bruchgefährdeten Kunststoff; bei anderen Herstellern kommt für solche Teile klugerweise elastisches Material zum Einsatz. Bei Piko reicht eine Berührung, und es knackt. Egal, ob Antennen oder Pfeifen. Bei meinen vier 220ern brachen bei normalen Entgleisungen gleich die Schienenräumer ab. Außerdem befestigt Piko Steckteile oft durch winzige Steckerchen, das ist völlig praxisfern. Im Bruch-Fall ist es eine grausame Fummelei, mit einer Nadel die Reste herauszupulen.

Lampen-Einsätze: Bei Lokomotiven wie BR 103 / 140 / 141 und 150 färbt Piko die Lampenringe nur vorne silbern, seitlich bleiben sie klar. Dadurch strahlen sie rundherum Licht ab, und das sieht nun wirklich vorbildwidrig aus.

LED-Farbtemperatur: Pikos erste Loks der E41 / BR141 besitzen schöne LED, die wie richtige Glühlampen leuchten. Aber Pikos 103er und 150er leuchten ab Werk fast rosa, das gilt auch für andere neue Piko-Modelle. Meine Lokomotiven habe ich deswegen mit tauglichen LED bestückt, eine recht lästige und eigentlich unnötige Arbeit: Das sollte ab Werk so sein. Es ist eben nicht egal, ‚Hauptsache, es leuchtet irgendwie‘. Meine Empfehlung für Glühlampen-ähnliche LED: https://www.railroad24.com/de/10x-smd-led-0603-goldweiss.html

Gewicht: Rocos V200 ist seit 1984 bis unters Dach mit Gewicht vollgepackt, Rocos BR 110 erging es bis Ende der 90er Jahre ebenfalls so. Auch das macht diese Modelle haptisch so hochwertig. Piko dagegen setzt auf seine Lokrahmen aus Zinkdruckguß einen weiteren Rahmen, in den Platine und Lautsprecher integriert werden. Dieser wird aus Kunststoff gefertigt, und Piko verschenkt hier mögliches Mehr-Gewicht.

Schlepp-Achsen: Piko belässt bei dreiachsigen Drehgestellen die mittlere Achse ohne Antrieb. Bei den Loks BR 103 und BR 150 sind nicht einmal Radkontakte vorhanden, was bei der BR 232 noch der Fall ist. Gerade im DC-Betrieb sollte jedes Rad der Stromabnahme dienen, das ist eine Binsen-Weisheit. Außerdem sitzen diese Achsen locker im Rahmen, sie werden nicht einmal sanft auf die Gleise gedrückt. So drehen sie sich nicht zuverlässig mit, und ganz prima sammeln sie durch den ‚Schleifbetrieb‘ Schmutz von den Gleisen: Die Räder dieser Achsen erfordern besonders oft Reinigung.

Radlaufflächen: Nahezu sämtliche Räder meiner Piko-Modelle besitzen ab Werk so raue Räder, dass Staub und Schmutz sich unverzüglich darauf ablagern. Fortwährend müssen diese Räder gereinigt werden. Die Räder der Rheingold-112 sind die endlich glatt, aber Käufer älterer Loks können meiner Erfahrung nicht auf Kulanz seitens Piko hoffen: Neue Achsen mit glatten Rädern soll man aus eigener Tasche bezahlen – und man muss sie ja auf die anderen Achsen setzen (lassen). Danke nein.

Schlusslichter: Pikos Kasten-E10 bekam endlich die winzigen Schlusslichter in den großen Lampen, das sieht toll aus. Aber: Das hätte Piko von Anfang an so machen sollen. Schon 2008 hat Roco gezeigt, wie schön solche Lampen wirken. Aber Piko bessert wieder einmal erst später nach, ältere Modelle ähnlicher Bauart haben nichts davon.

Schürzen: Die Idee der auslenkbaren Schürze von DB-V200 / BR220 ist wirklich gut umgesetzt, allerdings war an der Front oftmals ein Spalt zu erkennen. Also habe ich mit einer Pinzette die Feder des Kupplungsträgers, an dem die Schürzen befestigt sind, mit Maß einfach etwas straffer neu eingehängt. Immerhin soll sich das Teil noch frei bewegen können. Danach sehen die Loks von vorn wirklich besser aus. Auch einer beschürzten BR 103 verschönert diese Straffung das Antlitz.

Lack: Licht und Schatten. Viele Fahrzeuge hat Piko wirklich exzellent lackiert. Negativ-Beispiele aber gibt es sehr wohl:

  • Die BR220 von Piko in blau/elfenbein zeigt an ihren Fronten deutliche Spuren einer nachträglichen Lackierung in elfenbein. Als trüge die Maschine Kappen auf den Nasen.
  • Blau/Elfenbein ist offenbar ein Problem für Piko. Gleich zwei Loks habe ich nicht gekauft, die BR 141 mit blauem Dach und auch die BR 150, weil deren Elfenbein viel zu weiß aussah. Vom breiten, schwarzen Trauerflor um die Lüfter der 150, der sich dann auch noch durch Anfassen verreibt, ganz zu schweigen. Offenbar existieren aber auch Fertigungs-Lose in exakten Farbtönen.
  • Ich hatte zwei Loks von Piko der BR103, beide nicht „beige“, obwohl das so richtig gewesen wäre, sondern irgendwie elfenbein, und dies auch noch voneinander abweichend.
  • Pikos drei zuerst ausgelieferte Varianten der Familie V200 / BR 220 tragen jeweils unterschiedliche Rot-Töne. Wozu gibt es eigentlich genormte RAL Farben?
  • Einige der ersten verkehrsroten Triebzüge von Piko sollte man besser nicht innen-beleuchten, denn ihr Kunststoff lässt das Licht durchleuchten. Dies gilt auch für frühe Auflagen des ICE3.
  • Die Lampenkästen von Pikos Hobby-101, der E-Lok, sind innen grau eingefärbt. Richtig wäre die Gehäuse-Farbe, also zumeist verkehrsrot. Eigenartig, dass dies über zehn Jahre niemanden stört.

Fall des Falles: Drehgestell-Blenden Pikos erster BR 103 und der ersten E41 / 141 sitzen so locker, dass sie unabsichtlich abfallen können. Neuere Piko-Auslieferungen haben diesen Mangel nicht. Sind Erst-Auflagen etwa Montags-Modelle…?

LED-Geiz ist ungeil: Viele Piko-Loks und Triebzüge nach modernen Vorbildern besitzen freie LED-Pads, die es ermöglichen, Fernlicht etc. einzubauen. Dazu gehören zum Beispiel der Vectron, BR245, BR440 und BR442. Bestückt sind diese Pads aber nicht, und natürlich sind sie auch nicht an die (zudem nur achtpoligen) Schnittstellen angeschlossen. Solche Sparmaßnahmen erschließen sich einem nicht wirklich, und sie kollidieren mit der Außen-Darstellung der Marke ‚Piko‘: Im Jahr 2019 darf man erwarten, dass moderne Modelle komplett bestückt ausgeliefert werden. Dank der Plux22 Schnittstelle ist eine vorbildgerechte Ansteuerung ein Leichtes.

Expert-Personenwagen

Pikos D-Zugwagen nach Bundesbahn-Vorbild sind recht spielstabil und wurden ursprünglich sehr günstig angeboten. Diese Preise passten zum optischen Niveau der Waggons, ich fand das sehr sympathisch. Inzwischen hat Piko das Preis-Niveau in die Nähe der wesentlich aufwändigeren Roco-Waggons gehoben, obwohl man bei diesen Piko-Waggons optisch und technisch eher Hobby-Niveau vorfindet. Was ja okay ist. Aber das Preis-Leistungsverhältnis geriet so in Schieflage. Außerdem…

  • Es gibt Serien der DB-Waggons, deren Farbe der Fensterrahmen sich beim Anfassen abreibt. Bislang hatte ich mehrheitlich Glück, einige Waggons mussten aber zum Umtausch eingesanft werden. Immerhin hat Piko diese Fahrzeuge umgehend und ohne Umstände ausgetauscht, das war mehr als erfreulich. Toller Service! Betroffen waren Waggons aus den Serien in grün und blau sowie blau/elfenbein.
  • Die 1. Klasse-Waggons in kobaltblau, blau/elfenbein und Pop-orange liegen minimal tiefer, als die anderen Fahrzeuge dieser Serien.
  • Auch Pikos Silberlinge lagen ursprünglich viel zu tief, und ihre Gehäuse saßen eher unpräzise auf dem Wagenboden. Zwischenzeitlich wurde hier nachgebessert, die Waggons aus dem Set mit der grünen 141 und aktuelle Einzelwagen sind prima.
  • Thema ozeanblau/elfenbein: Im direkten Vergleich zu Waggons von Roco / märklin / Fleischmann (letzte Serie aus Nürnberg) wirkt Pikos Farbe oft etwas grünlicher. Die anderen Genannten passen farblich prima zusammen.
  • Sehr gut passen Pikos Waggons in ozeanblau/elfenbein zu den zuletzt produzierten DB-Waggons von Rivarossi, diese zeigen exakt denselben minimal zu grünlichen Farbton. Ein bemerkenswerter Zufall.
  • Außerdem ist der Halbspeisewagen oben eher hell-elfenbein lackiert, und seine Fensterrahmen sind nicht messingfarben, sondern silbern gefärbt. Ein 1. Klasse Wagen desselben Farbschemas war fast beige lackiert. Also, das ist auf Dauer schon lästig.
  • Den Popwagen fehlen die grauen Zierstreifen über den Fenstern. Damit ist die ganze Serie verpfuscht (natürlich mit Ausnahme der 1. Klasse, deren gelbe Streifen sind vorhanden). Es ist wirklich ärgerlich, dass so etwas Signifikantes falschläuft. Und auch Pikos Verhalten zu diesem Thema irritiert: Man hätte ja eine konzertierte Aktion zur Nachbesserung veranstalten und den ollen Streifen aufdrucken können. Auf zwei Emails kam, genau, keine Antwort.
  • Die Innen-Einrichtungen sind zwar nur einteilig, dabei aber mit sehr vielen, schön dargestellten Details gestaltet. Torpediert wird der hochwertige Eindruck durch die Verwendung greller Farben wie Kaugummi-Rosa und Gift-Grün. Eine Zumutung. Die Abteilwände hatte man als separates Steckteil konzipieren können (ähnlich Tillig-TT), dann ließen sich die Abteile sauberer den Vorbildern angleichen.

Die Kupplungs-Halterungen von Pikos Schnellzugwagen sind sehr ungenau geführt:

  • Zuviel Spiel innerhalb der Halterung sorgt dafür, dass Bewegungen in alle Richtungen möglich sind, auch nach oben und unten.
  • Die Kupplungs-Schächte sind etwas zu großzügig bemessen: Rocos Uni-Kuppler sitzt zu locker in den Schächten. Bei Schiebebetrieb können sich im Wagenboden die Kupplungs-Halter verkeilen. Außerdem sitzen die Norm-Schächte zu weit nach außen an den Trägern: Sogar mit Fleischmanns Kurzkupplungen bleiben die Waggons zu weit voneinander entfernt. Man müsste also die Schächte mechanisch kürzen, für die Unikupplungen Einlagen erstellen und für sicheren Schiebebetrieb innen die Führung stabilisieren. Oder kurz: Leider wurde hier schlampig konstruiert.
  • Die Achsspitzen meiner Schnellzugwagen hatten sich bereits nach zweistündiger Fahrzeit bei diversen Waggons in das Plastik der Drehgestelle hineingefressen. Meine Lösung besteht aus Messinglagern und neuen Achsen von Thomschke.
  • Die Rad-Laufflächen meiner Piko-Waggons waren ebenfalls so rau, dass sie nicht nur unnötig laut rollen, sondern quasi begierig jede Form von Schmutz aufsammelten. Wo Roco- oder Fleischmann-Waggons nach längerer Fahrzeit höchstens kleine dunkle Fleckchen auf den Rädern bekommen, sind Pikos Räder recht schnell mit dunklem Schmutz beschmiert. Erst die neuen Waggons zum IC’79 haben neue, glatte Räder bekommen. Das hätte man gleich besser machen können. (…ich wiederhole mich.)
  • Pikos originale Achsschleifer raspeln nach wenigen Stunden Fahrzeit die silberne Schicht der Achsen weg. Der kupferfarbene Kern kommt dann zum Vorschein. Eine gute Alternative sind Esu-Radschleifer auch für eine Stromaufnahme über alle Räder. Pikos neue Radschleifer für Achtpunkt-Aufnahme wie bei den S-Bahn Steuerwagen verursachen bei meinem Fahrzeug seltsam fiepende Geräusche.
  • Zwar bietet Piko viele sinnvoll abgestimmte LED-Lichtleisten für die eigenen Personenwagen an, aber es fehlen Platinen mit roten Schlusslichtern für D-Zug-Wagen und Silberlinge.

Silberlinge:

  • Alle mir bekannten Silberlinge von Piko sind Bananen-ähnlich verbogen. Sie biegen sich mittig nach oben.
  • Die Stirnlampen der Steuerwagen des Karlsruher Kopfes sind entgegen der Vorbilder nicht rechteckig leuchtend, sondern punktförmig. Das sieht völlig anders aus, als beim Vorbild. Nachbesserung ist nur höchst aufwändig mit Fräsen und 3D-Druck möglich. Auf der Platine ist keine Schnittstelle für einen Funktionsdecoder, diese muss man selber nachrüsten.

Die InterCity-Waggons nach Vorbild des IC’79 zeigen ein paar subtile Fehler:

  • Der Speisewagen ist anstelle von elfenbein leider in beige lackiert. Das erste Pressemuster lag keineswegs ruhig auf den Drehgestellen, sondern wackelte entlang der Fahrzeug-Achse. Ein wohlwollender Hinweis diesbezüglich an Piko noch vor Auslieferung brachte diverse Mitarbeiter gegen mich auf – verstehen muss man das nicht. Und es wird auch nicht wieder vorkommen :-)) Die Serienwaggons sind übrigens in Ordnung.
  • Der Großraumwagen 1. Klasse zeigt auch auf der Gangseite weiß lackierte Fenster – so ein Unsinn.
  • Der Abteilwagen 1. Klasse muss vorsichtig angefasst werden, der schmale Steg unten am Gehäuse bricht schnell ab.
  • Die Inneneinrichtungen sämtlicher IC-Waggons sind in eigenartigem Curry-gelb durchgefärbt. Für einen vorbildgerechten Eindruck muss man auch hier aufwändig mit Pinsel und Farbe nacharbeiten.
  • Das Ozeanblau des ersten ausgelieferten Großraumnwagens Bpmz wirkte zu leuchtend.

Zu den neuen S-Bahn-Wagen Rhein-Ruhr habe ich bereits einen eigenen Artikel verfasst, der sich auch mit der unsinnigen neuen Spezial-Schnittstelle befasst. Eine Plux22 hätte vollkommen gereicht. https://blog.mobaz.de/2019/05/14/piko-s-bahn-rhein-ruhr/

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Uhlenbrocks aktuelle Lok- und Wagen-Decoder

Uhlenbrocks bietet seit 2017 eine moderne Decoder-Generation an. Hier stelle ich den Plux22 (74560) sowie den Funktions-Decoder (76900) vor.

Lokdecoder Plux22

Uhlenbrock 74560.

Bisherige Lokdecoder von Uhlenbrock waren eher robuste Gesellen, nicht eben fein auf die Motore abstimmbar. Das hat sich gründlich geändert. Die Fahreigenschaften des aktuellen Plux22 sind wirklich exzellent. Man merkt das schon bei den ersten Fahrproben, ohne irgendetwas verstellt zu haben: Derart sanftes Losrollen ist für Uhlenbrock-Nutzer eine neue Erfahrung. Möglich ist auch endlich sanftes Auf- und Abblenden der Funktions-Ausgänge. Der Effekt ist toll gelungen, und auch viele weitere Licht-Effekte sind programmierbar.

Damit erfüllen Uhlenbrocks neue Decoder die wichtigsten Anforderungen der meisten Digital-Fahrer: Vorzügliche Lastregelung und intelligente Beleuchtungs-Steuerung. Dass der im Piko-Katalog gezeigte Plux22 Lok-Decoder dem von Uhlenbrock frappierend ähnlich sieht, lässt sich möglicherweise interpretieren als höchst fruchtbare Zusammenarbeit.

Der Plux22 versteht DCC, Motorola und Selectrix, und eine Version für märklin-Fahrer mit mfx-Fähigkeit ist ebenfalls lieferbar. Bis zu sieben Zusatzfunktionen sind schaltbar, die auch von Besitzern märklins kultverdächtiger Zentrale 6021 nutzbar sind: Der Decoder behält bis zu drei Adressen.

Der Motor wird mit bis zu 1,2A versorgt; kurzzeitig sollen bis zu 2A möglich sein. Damit verkraftet dieser Decoder auch die Strom fressenden Spur Null Motore von Roco, die früher oft in Loks wie V200, TEE oder BR103 eingebaut worden waren. Es sollte ihn in einer Kabel-Version geben.

Weiterhin beachtet der Decoder RailCom und RailComPlus sowie die beliebten Bremsstrecken Lenz BM2. Die als „Kupplungs-Walzer“ bekannte Funktion bezeichnet Uhlenbrock (und so auch Piko) als „Rangier-Tango“, was ein bisschen nervt: Wozu einen etablierten Begriff mutwillig torpedieren…?

Wer Uhlenbrock-Technik einsetzt, kann zwei Lissy-Minisender anschließen. Außerdem integriert ist eine Susi-Schnittstelle. Praktisch ist die Möglichkeit von zwei verschiedenen Bremswegen, auslösbar entweder über die Bremsmodule in Zentimetern einstellbar oder über die Fahrstufe Null.

Ebenfalls durchdacht und bereits von Zimo bekannt ist die spezielle Ansteuerung der Rauch-Generatoren: Beim Anfahren wird die volle Leistung ausgegeben und dann zurückgenommen, im Stand wird der Dampf-Generator automatisch abgeschaltet. Das ist vorbildgerecht, und man braucht nicht so oft Öl nachzufüllen. Sogar ein Anfahr-Trick ist programmierbar, sodass die Lok beim Anfahren zunächst noch stehenbleibt, der Rauch beginnt sich, zu entwickeln, und erst dann fährt die Lokomotive unter kräftigen Rauchwolken los. Nett!

Bei allen Neuigkeiten ist etwas Vertrautes geblieben: Der für Uhlenbrock so typische Brummton, den die Lücke der Lastregelung im Lok-Motor verursacht. Während Decoder von Lenz oder Zimo ausgesprochen leise arbeiten, erkennt man das Uhlenbrock-Produkt ab der ersten Fahrstufe am Brummen. Man vermisst allerdings ein automatisches Einmess-Verfahren für die Motor-Einstellungen, so bleibt die ungeliebte Tüftelei.

Ebenfalls geblieben ist die in Teilen kryptische Anleitung. Im Jahr 2019 ist es schon extrem dreist (oder ignorant), den Modellbahnern, die inzwischen komfortable Smartphones nutzen, solch ein unverständliches Papier zuzumuten. Das dürfte ein Kauf-Hemmnis sein. Zwar avisiert Uhlenbrock dazu eine Software namens „Lok-Tool“, aber dazu braucht man ein zusätzliches Gerät. Das passt alles nicht in unsere Zeit. Der Weg von Esu und märklin, dass sich die Decoder von allein auf die jeweilige Lok einmessen, ist heute der einzig Gangbare.

Die hier ursprünglich genannten Vorschlagswerte zur Lichtsteuerung waren falsch. Ich habe ein bisschen herumprobiert – aber es gibt Wichtigeres, als Uhlenbrocks komplizierte Denke zu entschlüsseln. Ich konnte schon Textaufgaben nicht leiden…

Viel einfacher und vor allem eindeutiger geht es bei Zimo, mehr dazu gibt es hier: https://blog.mobaz.de/2018/12/30/zimo-dcc-decoder-mx600-der-preiswerte-fast-alleskoenner/

Wer die Schlusslichter älterer E-Loks von Roco separat schalten möchte, muss deren Kabel direkt an die entsprechenden Kontakte anlöten.

Der Funktionsdecoder:

Uhlenbrock 76900

Auch Uhlenbrocks neue Funktionsdecoder bieten endlich dem Wettbewerb Paroli. Die Schaltfunktionen lassen sich auf eine Unzahl möglicher Effekte programmieren, sanftes Auf- und Abblenden ist natürlich dabei.

Besonders beeindruckend ist der Neonröhren-Effekt, wenn Innenbeleuchtungen in vier Bereiche teilbar sind, wie zum beispiel bei Pikos neuen IC-Waggons. Beim Einschalten der Beleuchtung ereignet sich ein chaotisches Blink-Gewitter, das schnell abklingt, bis alles gleichmäßig leuchtet. Man muss sich selbst ermahnen, die Effekte nicht allzu dramatisch einzustellen, weil’s so drollig blinkt.

Die Ausgänge sollten allerdings ab Werk nicht nur als Lötpads, sondern mit ausreichend langen Kabeln ausgestattet sein. Nicht jeder Hobbybahner mag direkt auf dem Decoder herumbraten.

Uhlenbrocks 76900 in einem Großraumwagen von Piko.

Als Besonderheit bietet dieser Decoder vier zusätzliche Funktionsausgänge als Logikpegel-Kontakte. Und, man höre und staune, er reagiert sogar auf den Umschalt-Impuls der analogen Märklin-Trafos.

Fazit: So geht das! 🙂 So machen jetzt auch Uhlenbrock Decoder wirklich Spaß.

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LaisDCC Decoder, die Billigen aus China.

Klein sind sie, die Decoder von LaisDCC.

Funktional eingeschränkt und moralisch fragwürdig, so lässt sich wohl am Besten beschreiben, was hier aus China angeboten wird.

Man könnte annehmen, dass nicht jede Lokomotive den besten Decoder braucht. Zehn Euro für einen DCC-Lokdecoder, das klingt nach einem Preis, zu dem man auch Spielzeug-Loks umbauen würde. Die LaisDCC-Decoder werden für viele international bekannten Schnittstellen angeboten. Es gibt sie in klein für N und etwas stärker für H0 Lokomotiven. Auch ein Lichtwechseld-Decoder ist dabei. Übrigens, die hier besprochenen Decoder wurden mir auf meine Anfrage hin vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Was können LaisDCC-Decoder?

Hauptsächlich die Basics. Man kann damit im DCC-Betrieb Loks fahren und ihre Funktionen schalten oder eben Steuerwagen digital einbinden. Eine Beschleunigungskurve lässt sich einschreiben, und um Schmutzstellen zu überbrücken, kann man günstige Elko-Pakete anschließen.

Was können LaisDCC-Decoder nicht?

Die vielen unterschiedlichen Modell-Lokomotiven erfordern es, die Lastregelung der Decoder an die jeweiligen Getriebe anzupassen. Die Lastregelung der LaisDCC Decoder ist fix auf irgendwelche Werte eingestellt. Im Ergebnis fahren einige Loks recht gut, andere aber rollen mit flotter Geschwindigkeit los (trotz CV02 = 01), ruckeln und zittern und bleiben beim Abbremsen schlagartig stehen. Das macht alles keinen Spaß. Auch weitere charmante Funktionen wie sanftes Ein- und Ausschalten des Lichtes oder dessen seitenweises aktives Ausschalten für Wendezug-Betrieb sind nicht an Bord. Susi-Buchsen sucht man vergebens.

Was nervt an LaisDCC-Decodern?

Es gibt Verschiedenes an den Fahreigenschaften zu kritisieren: Abruptes Losrasen nach einer kurzen Strom-Unterbrechung wie Schmutz oder Ähnlichem nervt nicht nur, es kann auch zu Entgleisungen führen. Vor allem bei langen Zügen. Auch kann es beim Programmieren passieren, dass die Lokomotive unvermittelt zu einer Seite wegfährt, als würde sie sich erschrecken. Meiner Erfahrung nach bis zu 50cm Strecke.

LaisDCC bietet auch Plux22 Decoder an – hier mit einem ’stay alive‘ Rucksack, bereit zum Anschluss.

Auf meine Email von vor zwei Wochen mit Detail-Fragen zu den Decodern erhielt ich leider keine Antwort.

Ich bin mir auch nicht sicher, inwiefern der Erwerb oder die Einfuhr dieser Decoder in der EU überhaupt legal ist.

Aber auch die moralische Komponente ist nicht zu unterschätzen: LaisDCC hat anfangs die Decoder des US-Herstellers ‚TCS‘ kopiert, inklusive der Software. Darauf verweisen Internet-Quellen und eine persönliche Aussage des TCS-Chefs via Email an mich. Man war ursprünglich sogar so dreist, die Hersteller-Kennung von TCS zu übernehmen. Falls das alles so stimmt, dann stellen diese Decoder in Summe einen klaren Fall von Produkt-Piraterie dar. Nachfolgend findet man eine Äußerung des TCS-Boss zur Angelegenheit: http://yourmodelrailway.net/view_topic.php?id=13788&forum_id=10&jump_to=248529#p248603

Inzwischen erscheint beim Auslesen der CV 08 eines aktuellen Decoders die Angabe ‚134‘, was immerhin auf den tatsächlichen Produzenten hinweist.

an die Kabel schwarz & blau kann man den ’stay alive‘ Baustein anschließen.

Fazit: Auch der günstigste Decoder ergibt keinen Sinn für mich, wenn die Fahreigenschaften nicht überzeugen und einem das Fahren mit der Modellbahn keine Freude bereitet. Dazu gesellt sich der Aspekt der Piraterie, deren persönliche Bewertung natürlich jedem freigestellt ist. Ich persönlich bevorzuge Original-Produkte.

Wer günstige DCC-Decoder sucht, erhält für rund 20 Euro Bausteine, die wirklich fantastische Fahreigenschaften und diverse Schaltfunktionen ermöglichen. Für H0 Lokomotiven gilt meine persönlichen Empfehlungen dem Zimo MX600 (Kabel, 8poliger Stecker, Plux12) und der Lenz Standard+ V2 (8polig). Auch Esu und Tams halten gute Angebote in dieser Preisgruppe.

Kurz: Die LaisDCC Decoder erfüllen leider nicht die Erwartungen.