Radau- Räder von märklin.

Meine neuen märklin-Waggons ließ ich mir direkt mit DC Achsen umrüsten. Um beim ersten Losfahren überrascht aufzusehen: Ein lautes Rauschen setzte ein; ein Geräusch, das ich derart extrem nicht kannte.

Die Spezial-Lupe zeigt es: Märklins Rad-Laufflächen sind schuld. Man möchte meinen, die Schwaben lassen die Achsen einfach komplett in irgendeine Flüssigkeit werfen, um sie schön duster zu färben, egal, was für Nebenwirkungen das erzeugt:

Oben die rauen, stumpf aussehenden Radau-Räder von märklin, unten Fleischmanns glänzende Räder.

Die Oberfläche wird angegriffen und daduch rau. Beim Rollen entsteht dann ein unfassbarer Lärm, vor allem in Verbindung mit märklins C-Gleis, dessen harter Böschungskörper fest an die Schienenprofile montiert ist.

Kurz mit (glatten) Achsen von Fleischmann im selben Waggon gegengecheckt: Ruhe. Ein typisches, elegantes Roll-Geräusch entsteht, wie ein samtiges Gleiten. Kein Vergleich zum Lärm von märklins Rädern.

Bei märklin sollte man endlich begreifen, dass die pure Grund-Funktion allein nicht mehr ausreicht. Ein bisschen Eleganz muss heute schon sein. Tipp: Sogar Piko baut inzwischen glatte Räder ein. Warum wohl.

Ein weiterer Nachteil ist, dass sich auf diesen rauen Oberflächen der typische Schmutz anlagert und irgendwann gleichmäßig über die Schienen verteilt.

So sehen raue Räder nach zwei Tagen Spielen aus.

…und so wird der Schmutz verteilt. Mit Rädern von Fleischmann oder Roco wird das Zeug zur Seite weggedrückt.

Glatte Laufflächen drücken Schmutz zur Seite weg, sofern das Schienenprofil im Querschnitt oben ausgerundet ist.

Fazit: Ich werde diese Achsen natürlich austauschen; das hält man ja nicht aus…

Ausgequietscht.

Damit sind nicht ‚Modern Talking‘ gemeint (die hören sowieso nie wirklich auf), sondern märklins Drehgestelle für die Silberlinge und deren Varianten. Hardcore-Märklinisten sollten besser nicht weiterlesen.

Zustand vorher und nachher: Zu sehen ist der Eingriff später nicht.

Die neuere Generation von märklins Silberlingen ist schon recht gut gelungen. Die Längenverkürzung fällt nun eigentlich nur noch denen auf, die aktiv darauf achten. Vorbildgerecht sind die Drehgestelle fallweise mit Bremsklötzen versehen.

Dies ist der Einsatz für die Bremsklötze; sehr intelligent konstruiert. Eigentlich.

Und genau hier kann so ein nervtötendes Qietsch-Geräusch entstehen, weil hier der Abstand zu den Laufflächen schon extrem eng gehalten ist, und die Form konstruktiv keine Rücksicht nimmt auf die in jeder Richtung beweglichen Räder.

Hier erkennt man die scharfen Kanten der Bremsklötze, die an den Rädern schleifen können.

Wenn man die Bremsklötze von hinten sanft hinterschneidet ist das Quietschgeräusch augenblicklich verschwunden, und von außen sieht alles so aus, wie vorher.

Zuviel des Guten (mein Zahnarzt kann das viel besser), aber gut zu erkennen: Hier muss man Material abtragen, danach herrscht Ruhe.

Man klippst dazu die Imitation der Bremsklötze vorsichtig heraus, entfernt vorsichtig mit einem scharfen Messer die scharfen Kanten ihrer Rückseiten und klippst sie wieder ein. Das war es.

Freie Fahrt für quietschfreie Silber- oder Mintlinge. 🙂

Teppiche für Schnellzug Wagen von märklin 282mm

Beleuchtete Waggons verführen dazu, das Interieur farblich den Vorbildern anzunähern. Im Internet findet man dazu unzählige Vorbild-Fotos. Aber beim Farb-Übergang Sitze / Fußboden kann es schnell unsauber aussehen. Und ja, das fällt auf; beleuchtete Waggons, Sie wissen schon.

Grauer Teppich in märklins D-Zugwagen 1. Klasse. Das sind noch die ersten Muster.

Also habe ich die ersten drei märklin Waggons mit 282mm Länge ausgemessen und die passenden „Schnittmusterbögen“ erstellt. Die Fußböden für die noch ausstehenden Fahrzeuge werden natürlich nachgereicht.

Man braucht dazu einfach einen Bogen guten, mittel- oder dunkelgrauen Kartons (Unwissende sagen dazu „Pappe“) und einen Laserdrucker. Es gibt auch ‚Leder-Karton‘, der ist extra dick und besitzt auf der Oberseite eine angenehm unruhige Struktur.

Die Darstellung im PDF ist gespiegelt, weil man sich so sichtbare Schnitte auf der Oberfläche erspart: Auf der Sichtseite ist alles einfarbig, und die bedruckten Felder auf der Unterseite bestreicht man dünn und gleichmäßig mit dem Kleber.

Zum Ausschneiden verwendet man ein Lineal und ein wirklich scharfes Cutter-Messer – und legt sich zur Unterhaltung am Besten ein längeres Hörspiel auf, denn diese Arbeit ist wahrlich keine inspirierende, und sie dauert an. Und als Kleber…

…eignet sich der ‚UHU-Office Pen‘. Andere Kleber können den Karton verwellen. Und … „…man will das ja schön haben!“ :-))

Die ersten Lege-Muster. Man erkennt die ledrige Struktur des Kartons.

Das Ergebnis überzeugt sofort, auch ohne Sitze und Wände extra eingefärbt zu haben. Die ersten Legeproben (wer denkt jetzt auch an Loriot?) machen klar, warum auch Modellbahn-Waggons Teppiche haben sollten: Sie besitzen augenblicklich mehr Tiefe. So bekommt man also Auslegeware in seine D-Zug Wagen.

Das Teppich-PDF für die Standard D-Zugwagen:

Dieses war der zweite Streich, und der dritte… 😉

Lichtleisten von e-modell für Schnellzugwagen von märklin und Fleischmann.

Beleuchtete Personenwagen besitzen auch im Modell einen ganz besonderen Reiz. Von e-modell gibt es drei verschiedene LED-Leisten, die für die D-Zug Wagen von märklin und Trix mit 282mm Länge konstruiert worden sind.

…über jedem Abteil eine eigene LED. Echt nett gemacht.

Dabei erhält jedes Abteil eine eigene LED als Lichtquelle, auch die Toiletten, und sogar der Gang wird gleichmäßig beleuchtet. Mit zwei Drehreglern stimmt man die Abteile einerseits und Gang/Toiletten andererseits in der Helligkeit ab.

Damit reguliert man die Helligkeit, schnell und praktisch.

Oben drauf ist Platz für einen Elko als Flackerschutz. LED als Schlussleuchten lassen sich zusätzlich anschließen. Digital schalten lassen sich die LED (trotz offenkundiger Vorbereitung) leider nicht, höchstens durch einen vorgeschalteten Decoder.

Diese Beleuchtungen kommen einsatzbereit aus der Verpackung, und weil märklins Radkontakte schon ab Werk kleine Steckerchen besitzen, habe ich die e-modell-Leisten mit passenden Buchsen versehen. Das erleichtert den Einbau und eventuellen späteren Austausch.

Die neuen Buchse. Erleichtert den Austausch. Mein Lötzinn ist wohl nicht das Hochwertigste…

Für die Stromversorgung bietet märklin verschiedene Lösungen an. Diese leiden an ihrer absurden Benennung, die sicherstellt, diese Produkte über Google niemals zu finden, sofern man naheliegende Wörter wie ‚Radkontakt‘ oder ‚Achsschleifer‘ eintippt:

Variante 1, Massefedern: Die bekannten, klassischen Achsschleifer ziehen pro Drehgestell zwei Räder zur Versorgung heran. Das funktioniert ganz gut. märklins Artikelnummer lautet 72050.

Variante 2, Stromzuführung (Aah ja…): Richtig klug konzipiert sind die Teile aus dem Set 66720. Damit lässt sich eine vollständige Achtpunkt-Stromaufnahme herstellen; jedes Rad also versorgt den Waggon. Besser geht es nicht, und man fragt sich, warum märklin diese Dinger nicht progressiv vermarktet. Sie passen in sämtliche seit 2006 neu kontruierten Waggons mit 282mm Länge; also D-Zug Wagen, Silberlinge und IC Waggons.

Die Stromzuführung von Trix 66720, auch Radkontakte genannt. Ein empfehlenswertes Produkt.
So sehen die Trix Radkontakte eingebaut aus. Prima Sache.

So geht der Einbau:

  • Elko richtig gepolt auf die Lichtleisten löten.
  • Doppel-Buchsen sauber auf der Unterseite einlöten.
  • Waggon-Gehäuse abnehmen: Dazu die beiden Gummiwulste herausnehmen und das Gehäuse nach oben abziehen.
  • Inneneinrichtungen an den Enden ein bisschen aus dem Rahmen klippsen.
  • Radkontakte von unten in die Drehgstelle einsetzen, dabei die Kabel mit Steckerchen nach oben führen
  • Kabel unter der Inneneinrichtung Richtung Wagenende in den Bereich neben den Toiletten fädeln und so weit sanft nachziehen, dass sich die Drehgestelle weiterhin frei bewegen können, aber kein Gewirr entstehen kann.
  • Einrichtung wieder festklippsen. Auch währenddessen die Dreh-Freiheit der Drehgestelle überprüfen, im Zweifel die Kabel mit einer Pinzette ordnen.
  • LED-Leiste richtig herum auflegen (Gang-LED zeigen in den Gang) und die Stecker der Radkontakte einsetzen. Im Fall eines Kurzschlusses einfach das Stecker-Pärchen einer Seite vertauschen.
  • Bei voller Gleisspannung mit einem sehr kleinen Schraubendreher die Helligkeiten einstellen.
  • Leiste aufklemmen, Gehäuse wieder aufsetzen, fertig.
So werden die Kabel durchgefädelt.
…und so werden sie dann eingesteckt. Stecker und Buchsen verschwinden im ‚Nebenraum‘.

Das liest sich länger, als es dauert. Dank der lösbaren Steck-Verbindung lassen sich die Bauteile auch später noch herausnehmen oder austauschen. Wer mag, kann die LED-Leisten mit eingeklebten klarsichtigen 3mm-Acryl-Stäbchen etwas höher anordnen. Märklins Original-Schlusslichter lassen sich ebenfalls anschließen, dazu verwendet man die Kontakte AA.

Links Original, rechts eine bläuliche LED (die in Wirklichkeit grünlich leuchtet)

Bastel-Empfehlung: Waggons aus der D-Zug Ära besaßen Toiletten-Räume mit grünlichen Wänden, entsprechend wirkten die beleuchteten Fenster von außen. Kurzerhand habe ich die goldweißen ‚Abort‘-LED gegen solche in türkis/cyan ausgetauscht. In der Helligkeit reduziert sieht das ganz lustig aus.

Fazit: e-modells LED-Leisten beleuchten die 282mm Waggons ganz wunderbar. Preislich sind diese Leisten mit Achsschleifern 72050 den märklin-Leisten gleich, mit den sinnigen Radkontakten leicht darüber. Dank des Elkos sind sie flackerfrei, im Gegensatz zu den märklin-Lichtleisten. Insgesamt sind sie wesentlich cooler erdacht, als märklins one-size-fits-all-Beleuchtungen. Fehlt höchstens noch der Decoder.

Abteilwagen 4200 von Märklin, LED-beleuchtet für DC(C) Gleise.

Märklin-Waggons rollen mit DC-Achsen auch auf internationalem Gleismaterial. Ihrer technischen Fesseln derart beraubt lassen sie sich sehr einfach mit frischer Technik nach persönlichem Wunsch aufwerten. Und das macht Spaß.

‚Grifffest‘ und dennoch schön gemacht: Märklins Abteil-Dreiachser sind schick.

Material:

Die Radschleifer von Esu 50707 sind eine sehr praktische Erfindung.

Umbau-Anleitung:

  1. Dach abnehmen
  2. Lichtleiste kürzen (mit einem Seitenschneider oder einer Zange), dabei den Schnitt exakt hinter den Widerstand der fünften LED setzen.
  3. Dreh-Regler ablöten und durch einen festen Widerstand ersetzen.
  4. Drähte des Kondensators kürzen und sie direkt hinter dem Gleichrichter auf die Kontakte der Lichtleiste löten. Dabei unbedingt (+) und (-) beachten entsprechend den Symbolen auf der Lichtleiste oder wie auf dem Gleichrichter eingestanzt.
  5. Lichtleiste exakt mittig ausgerichtet in das Dach kleben, die Längs-Vertiefung bietet genug Platz.
  6. Alle vier Litzen an die Radkontakte löten, sie zeigen von den Schleifern weg.
  7. Die AC Radsätze gegen die DC Radsätze austauschen, wie herum spielt keine Rolle.
  8. Im Wagenboden finden sich auf Höhe der Bremsklötze dünne Querstreben. Darauf werden die Radkontakte geklebt, das hält sicher. Damit der Kleber auch wirklich halten kann, erst die eine Seite bearbeiten, dann die andere: Eine Quer-Strebe mit Sekundenkleber bestreichen, dann den Radkontakt ausrichten, sodass beide Schleifer die Rad-Rückseiten kontaktieren. Dann das Bauteil sauber zentriert auf den Querbalken drücken und bis zum Anziehen des Klebers festhalten… und festhalten… und festhalten… Zwei Minuten Haltezeit können übrigens auch entschleunigend wirken.
  9. Die beigefarbene Inneneinrichtung herausklippsen und jeweils zwischen den beiden Löchern von unten einen kleinen Kanal schnitzen, in dem sich zwei Litzen verstecken lassen.
  10. Die hochstehenden schwarzen Metallkontakte durch hin und her biegen abbrechen.
  11. Nun die Litzen jeweils paarweise durch die runden Öffnungen in den Wagenboden schieben
  12. Die Inneneinrichtung wieder einbauen, dabei die Litzen durch die Öffnungen in den Sitzen hindurchführen. Vor dem Festklippsen darauf achten, dass die Kabel gerade durch die geschnitzen Tunnel führen.
  13. Mit einem Tropfen Sekundenkleber die Litzen oben an den Wänden fixieren.
  14. Nun die Litzen über den Sitzen zu einem Ende führen und jeweils sinnvoll abschneiden.
  15. Seitenrichtig Litzen lang & kurz abisolieren, jeweils lang & kurz miteinander verdrillen, mit Lötzinn versehen und an die End-Kontakte der Lichtleiste anlöten.
  16. Dach aufsetzen, dabei die Kabel innen vorsichtig ordnend geradeziehen.
  17. Funktionsprüfung! Radkontakte eventuell mit einer Pinzette nachjustieren, damit sie nicht wegen zuviel Druck die Räder bremsen, aber dennoch sicher Strom übertragen.
  18. Dach wieder aufsetzen. Fertig.
Prinzip-Darstellung. Die grauen Karton-Plättchen sollten dunkler sein.

Wer mag, kann nun die Kabel und den Kondensator im zur Einrichtung passenden Farbton anpinseln. Dadurch werden sie … geradezu unsichtbar. Den Wagenboden innen kann man mattgrau lackieren oder mit exakt ausgeschnittenen graue Karton-Plättchen auslegen. Das verleiht dem Fahrzeug mehr Echtheit und Tiefe. Ein paar Figürchen, vor allem auf die Bank-Löcher vor die Litzen gesetzt, und fertig ist der modernisierte Vintage-Waggon.

Fazit:

Märklin-Modellbahnen, neue wie ältere, machen mir viel Spaß. Einfach und elegant kann man sie dem eigenen Geschmack anpassen, sofern man nicht gerade dem anachronistischen Mittelleiter huldigt. (Ich sammle ja auch keine Schellack-Schallplatten.) Wer sich zu Weihnachten eine märklin-Bahn schenken möchte, deren Technik der Jetztzeit entspricht, greift einfach zum Karton mit grünem ‚Trix‘ Logo. Da ist 100% märklin Qualität drin. Nur eben besser, weil ohne lästigen Schleifer – und die Gleise sehen in beige auch schöner aus.

Lese-Tipp ‚Trix C Gleis‘: https://blog.mobaz.de/2019/07/25/das-trix-c-gleis-eins-fuer-fast-alle/

Sogar die Oberlichter werden beleuchtet, ein schöner Effekt.

Pikos neue H0 Kurz-Kupplung 56046.

Diese Woche hat Piko eine eigene, neu entwickelte Kurzkupplung ausgeliefert. Hier eine kurze Besprechung.

Vor Längerem sandte ich der Firma Piko ein Pärchen älterer Kurzkupplungen als Produkt-Vorschlag. Hergestellt von Fleischmann in den 70er Jahren, die sogenannten ‚Fox-Kupplungen‘. Dessen Patente dürften längst abgelaufen sein.

Meine Idee war, dass Piko, bis dato ohne eigene Kupplung, diese Fox-Kupplung neu nachbauen könnte, aber dann eben 100% kompatibel zu Fleischmanns Kurz-Kupplung, deren Ankuppel-Verhalten bis heute eher reproduzierten Auffahrunfällen gleicht… So hätte der Markt endlich eine tolle, kompatible Kupplung, und Piko hätte sich als gewitzter Verbesserer inszenieren können (das liegt denen ja eigentlich).

Kurz, ich bekam meine Muster zurück mit der Anmerkung, man habe kein Interesse an einer Kupplung. Na gut, in Ordnung.

Dann folgten die nächsten Neuheiten, und darin fand sich eine V60 mit spezieller digital lösbarer Kupllung – die passte zwar zu kaum einer der bekannten Kurzkupplungen, war aber immerhin eine gute Idee.

Und im Jahr 2020 stellte Piko nun eine völlig neukonstruierte KK vor. Übrigens ohne dabei an ein Entkupplungsgleis für das hauseigene A-Gleis zu denken. Was finden wir also vor?

Die neue Kupplung

Man fühlt sich an eine ganze Reihe bereits vorhandener Kupplungen erinnert. Die klare Vorlage ist Fleischmanns bekannte Kurzkupplung, aber man findet auch Elemente der Roco-KK wieder. Dazu die zerklüftete Optik der aktuellen TT-Kupplung.

Diskret ist anders.

Aussehen

Mich erinnert Pikos neue KK an einen Hirschhornkäfer. Und ist in etwa auch genau so attraktiv. Mir gefallen diese ausladenden ‚Greif-Arme‘ nicht, aber Geschmäcker sind eben verschieden.

Der Kupplungskopf wurde weit unten angeordnet, damit die Puffer keinesfalls berührt werden. Ob auf Mittelleiter-Weichen die Pukos berührt werden können, das ist noch zu verifizieren.

Auf Puko-Weichen könnte das knapp werden…

Auswahl

Es gibt nur Steckkupplungen, nach Wahl mit oder ohne Strom-Übertragung. Höhenverstellbare Kupplungen wie für viele Roco-Fahrzeuge notwendig, sind noch nicht angekündigt. Ebenso gibt es noch keine Digitalkupplung.

Funktion

Das Ankuppeln erfolgt ähnlich Fleischmann nur mit Schwung. Sanft Gegenrollen und Ankuppeln funktioniert nicht. Die Konstruktion mit zwei kleinen Kunststoffteilen, die sich im Kopf gegenseitig verschieben bewirkt keine Verbesserung gegenüber Vorhandenem. Dabei wäre es so einfach gewesen, aber ich will hier niemandem die Arbeit abnehmen.

Oben der Entkupplungs-Stift, unten der kleine Kupplungs-Haken.

Da in einem YouTube-Video das Einkuppeln als „gerade im Vergleich zur Fleischmann Profi-Kupplung angenehm leicht“ beschrieben wird, bitte ich die Leser darum, die betreffende Szene genau zu betrachten: Zum Ankuppeln wird ein Waggon händisch gegen eine stehende Lok geschoben. Ein ziemlich billiger Trick, sowas nennt man: Schummeln. Zumal im Fazit dann doch Kritik geäußert wird.

Die Kupplungs-Verbindung bleibt meiner Erfahrung nach sicher zusammen, man kann die Fahrzeuge sogar nach oben herausnehmen. In den Entkupplungsstegen zeigen sich kleine Ösen. Der Verdacht liegt nahe, dass Digital-Kupplungen folgen werden. Aber die normalen Kupplungen hätte man ohne diese Ösen ausliefern sollen. Das sieht wie ein Bastel-Rest aus.

Schön ist anders.

Die oft genannte Funktion der Strom-Übertragung ist wohl nur für märklin-Fahrer interessant, die nicht unter jedem Wagen mit Licht einen Schleifer haben wollen. Aber märklin hat bereits eine eigene einpolige Kupplung – und dazu diverse zwei- und vierpolige Kupplungen. Also, dort herrscht eigentlich kein Bedarf.

Zusammengekuppelt von oben. Nett gemeint.

2L Fahrer brauchen keine Mittelschleifer, das funktioniert bekanntlich alles über die Räder. Jeden Wagen mit eigener Versorgung auszustatten ist auf jeden Fall eleganter, als um die Kulissen mit Kabeln herumzuheddern, die irgendwann durch die fortwährende links-rechts-Bewegung abreißen können. Dann lieber die Kabel im Drehgestell jeweils nach oben führen, und die Sache hält (fast) ewig. Und ja, ich habe eigene Erfahrungen mit solchen Kupplungen.

Kompatibilität:

Nix da. Pikos Kupplung ist zu keiner anderen Kupplung kompatibel. Piko reißt eine völlig eigene Baustelle auf, wie auch schon mit der fragwürdigen Spezial-Schnittstelle im ICE4. Piko möchte die eigenen Kunden in Abhängigkeiten bringen. Aber: Was bei märklin (noch) funktioniert, das empfinden 2L-Fahrer oft schnell als Bevormundung.

Anstelle sich an den Gegebenheiten des Marktes zu orientieren und sich dort einzugliedern, um gemeinsam erfolgreich zu werden, hält man bei Piko eigensinnige Wege für den Schlüssel zum Erfolg.

Man kann das mutig finden. Oder auch anmaßend.

In jedem Fall bringt es Unruhe, und genau die brauchen die Menschen in diesen Zeiten schon mal gar nicht.

Fazit:

Um Herrn Grönemeyer zu zitieren: „Was soll das?“ Pikos neue Kurzkupplung sieht weder besonders fein aus, noch kuppelt sie sanft ein. Andere, zum Teil Jahrzehnte ältere Lösungen sind praxisnäher konstruiert. Dazu kommen recht hohe Preise, während gerade Roco seine Kupplungen in Großpackungen besonders günstig anbietet. Ich habe den Eindruck: Das war nichts, leider.

Bundesbahn Startset in TT von Tillig 01443.

Die Baugröße TT 1:120 ist genau richtig für diejenigen, denen N zu klein und H0 zu groß ist. In den USA erfunden etablierte sich die Bezeichnung „Table Top“ . Derzeit ist die Firma Tillig der einzige Anbieter von Startsets in TT, obwohl auch Andere das ‚Zeug‘ dazu hätten.

Die wunderbare 212 von Tillig. Nicht zu verwechseln mit dem H0-Modell von Roco…

In den letzten zwanzig Jahren wurde eine beachtliche Auswahl an Bundesbahn-Modellen für TT entwickelt, die qualitativ gut mit bekannten H0- und vor allem N-Fahrzeugen mithalten können.

Als bestimmende Anbieter für Bundesbahn-Fahrzeuge sind derzeit die vier Marken unterwegs: Kres, Kühn, Piko und Tillig. Dazu kommt der Anbieter PSK für interessante Güterwaggons. Derzeit mal wieder aus TT verabschiedet hat sich Roco, aber bei denen sind ‚Entscheidungen‘ oft eher von kurzer Dauer. Hornby entwickelt unter dem Label Arnold hin und wieder TT-Fahrzeuge, darunter eher zufällig mal Bundesbahn-Varianten.

Häuser-Bausätze gibt es in extrem exakter Qualität von Auhagen (sofern man die Bausätze im Misch-Maßstab H0/TT außer acht lässt), und wer alte Faller AMS Häuser mag, kann diese ebenfalls prima für die TT Bahn einsetzen. People gibt’s bei Preiser und Noch. Nur Auto-Modelle nach westeuropäischen Vorbildern sind wirklich selten.

Zuwenig Bundesbahn? Von wegen.

Man findet auf jeden Fall genug Material, um eine Anlage mit typischen Bundesbahn-Attributen aufzubauen. Wer sich über angeblich mangelnde Auswahl beschwert, der sollte erstmal checken, was es seit dem Jahr 2000 tatsächlich alles zu kaufen gibt und gab – und nicht, was es alles nicht gibt. Mit dem Verfügbaren ist man erstmal gut ausgelastet.

Eine ganze Reihe von Modelle sind wirklich gut gelungen; Kühns Kasten-Loks der BR 110, 110.3 und 140 sind prima, die 103 sowieso, und auch die V60 ist ein Schmuckstück (für das wie auch in N üblich platzende Zahnrad gibt es Ersatz).

Das umfangreichste Portfolio an Lokomotiven und Waggons bietet die Firma Tillig, von der V200 über die Dampfloks der 001 und 050 bis hin zum 1962er Rheingold und seit diesem Jahr dreiachsigen Umbauwagen ist wirklich Viel dabei. Eilzugwagen, D-Zug Wagen, Silberlinge, Schürzenwagen, und die Güterwaggons lassen sich hier nicht sinnvoll aufzählen.

Piko steuert den Diesel-Rangierer 290 bei, und derzeit wird ein Bundesbahn-Kraftprotz ausgeliefert, die BR150. Wie man Piko kennt, wird diese sicher bald auch in grün und blau/elfenbein erhältlich sein.

Bei Kres gibt’s den Schienenbus 798 und den gläsernen Zug 491.

Gleise gibt es in robuster Qualität und beachtlicher Auswahl von Tillig, optisch feiner aber in kleinerer Auswahl gibt es ein Sortiment bei Kühn.

Was kann nerven?

Doppelentwicklungen gibt es auch in TT, die BR 38 von Roco und Tillig, die Bügelfalte 110.3 von Kühn und Tillig, die Silberlinge von Kühn und Tillig (wem fällt was auf?), und den modernen Eurorunner von Kühn und Piko. So findet aber jeder etwas, das ihm eben beonders gut gefällt.

Denn manchmal entsprechen die Modelle in TT nicht der Konzeption, die man aus anderen Baugrößen gewohnt ist. In der Denke, aber auch in der Umsetzung. Aber man findet ohnehin in jeder Baugröße und bei jedem Hersteller schrullige Aspekte, auch beim Platzhirsch märklin – dort allerdings meist schwerer und / oder teurer. Insofern: Irgendwas ist immer.

Startset für Bundesbahner.

So beginnt man gerne: Die schöne Diesellok zieht zwei Silberlinge; die Epoche 4 ist derzeit sehr beliebt. Der Waggon ist mit einem Handgriff wieder zusammengeklippst. 🙂

Fans der Bundesbahn finden derzeit einen soliden Einstieg in die Baugöße TT mit Tilligs Startset 01443. Eine Diesellok der BR 212 zieht zwei Silberlinge mit passendem blauen Rahmen. Als Steuerwagen gab es bis vor Kurzem den Silberling mit Karlsruher Kopf und Führerstand in blau/elfenbein (13844). Recht komfortabel: Sowohl Lok als auch Steuerwagen besitzen jeweils sechspolige Schnittstellen für Digital-Decoder. (Wobei man sich in 2020 eine Plux-Dose wünscht, gerade bei Wendezug-Loks.)

Tilligs bewährte TT-Gleise. Die Weiche besitzt nun ein Herzstück aus Metall.

Gefahren wird auf einem etwas zu kompaktes Gleis-Oval mit einem originell gestalteten, analogen Fahrgerät. Eine gute Idee ist, dass die Weiche im Set bereits einen elektrischen Antrieb besitzt. Denn zusätzliche gerade Gleise kauft man gerne und ohne gedanklichen Aufwand, aber mit Weichenantrieben stellen sich Viele anfangs schon irgendwie an.

So aber ist direkt einer dabei, und man kann bei einer Ergänzung mit dem Digitalsystem eigener Wahl einen günstigen „WeichEi“ Decoder anschließen: Augenblicklich lässt sich die Weiche über ein modernes, Digital-Steuergerät schalten. https://modellbahnshop.moba-digital.de/Weichei

Außerdem liegt ein etwas plünniger Eingleiser dabei und ein kleiner Kastenwagen nach Vorbild ‚Matador‘. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden dessen Vorbilder in Hamburg-Harburg gebaut, und Tillig hat schon viele bunte Varianten produziert. Mehr dazu hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vidal_%26_Sohn_Tempo-Werk

http://www.hanomag-kurier.de/tempo91.html

Produkt- Qualität

Auf den ersten Blick wird klar, dass sich Tillig an H0 Modellen von Roco orientiert hat. Die konstruktiven Ähnlichkeiten sind unübersehbar. Aber, wie ein deutscher Komponist & Produzent sagte: „Lieber gut abgeschrieben als sch…lecht selber komponiert!“ Nunja.

Lok und Waggons sind fein gestaltet und sauber lackiert. Beheimatet sind alle drei Fahrzeuge in Köln, Nippes und Deutzerfeld; das freut mich natürlich. Aus dem Karton heraus sind sie voll einsatzfähig und bereiten viel Spaß. Die Lok könnte etwas schwerer sein. Ihr Lichtwechsel ist gut zu sehen, die vier LED leuchten schön hell. Leider lassen sie sich später digital nicht separat ansteuern, und so strahlt die Lok ihre Waggons an.

Es versteht derjenige etwas von Farbe, der…

beige von elfenbein unterscheiden kann. Tilligs 212 wurde offenbar wortwörtlich ‚ozeanblau‘ und ‚beige‘ lackiert. Dabei müsste sie ‚elfenbein‘ sein. 1974 kam ‚beige‘ nur ein paar Monate lang zum Einsatz, danach wurde ‚elfenbein‘ verwendet. Der Name war aber in der Welt, und seitdem nennen Generationen von Modellbahnern dieses Farbschema fälschlicherweise „blau-beige“. Nochmal: Das ist (fast immer) FALSCH.

Dass heute sogar Museums-Bahnen gern falsche Farben auflackieren ist die eine Sache. Aber ein Modellbahn-Hersteller sollte um die stimmigen Farbtöne wissen.

Gemerkt habe ich das nur, weil ich die zu weißlichen Griffstangen mit RAL ‚elfenbein‘ nachzog und sie danach noch immer zu hell aussahen. Ein weiterer Hauch von ‚beige‘ darüber, und die Farben stimmten überein.

Recht eng und sicher, mit Kühn-Kupplungen (erkennbar an den kleinen Häkchen drunter).

Die Silberlinge treffen ihre Vorbilder recht gut. Das Muster der Pfauenaugen ist ungewöhnlich in einem creme-Ton aufgedruckt, die Wirkung ist in Ordnung. Fein gestaltet sind die Inneneinrichtungen, leider einheitlich in hell-elfenbein durchgefärbt. Das sollte so natürlich nicht bleiben, dazu folgt ein Artikel.

Die Fenster erinnern mich irgendwie an die verkürzten Silberlinge von Roco aus dem Ade-Fundus in 1:100; als hätte man sie auf maßstäbliche Länge gezogen. Das kann aber täuschen; man müsste das mal nachprüfen. Beim Steuerwagen wirkt das orange etwas zu gelblich; dabei war das Orange damals eine Warn-Farbe.

Kupplungen – Kühn sticht Tillig. Noch immer.

In Kurven kann es passieren, dass sich die Kupplungen aneinander hocharbeiten und lösen oder verkanten. Tillig hat die Höhenverriegelung vergessen. Um diese für sicheren Betrieb nachzurüsten, gibt es zwei Möglichkeiten: Man bestellt sich bei der Digitalzentrale einen Ätzbogen und klebt die kleinen Teile an (dafür hat Tillig den kleinen Stift angeformt).

https://www.digitalzentrale.de/detail.php?sess=iarjkoi7rdubrah211k3gpriu7&art_id=313&abt=&itemgr=42

Oder man verwendet die artverwandten aber intelligenter gestalteten Kupplungen von Kühn-Modell. Diese haben kleine Häkchen drunter, die das Hochschaukeln verhindern. Damit fahren die TT-Bahnen sicher.

http://www.kuehn-digital.de/files/74900.jpg

Gleise, solide aber zuwenig.

Die Gleise sehen gut aus, und die Weiche hat zwischenzeitlich ein Herzstück aus Metall bekommen. Dieser Bereich lässt sich also auf Wunsch nachträglich mit Strom versorgen. Für Liebhaber kurzer Loks besonders hilfreich. Das bedeutet auch: Tillig überarbeitet sein Sortiment.

Insgesamt fährt die Garnitur (mit den Kühn-Kupplungen) sicher und störungsfrei über das kleine Oval, egal wie schnell, oder ob geschoben oder gezogen. Aber ein paar weitere gerade Gleise dürften es schon sein.

Analoge Avantgarde.

Eigensinnig und interessant in Aussehen und Funktion.

Das Steuergerät erzeugt in der Lok einen Summton, weil es nicht einfach Gleichspannung auf die Gleise schickt, sondern eine pulsierende rechteck-Spannung. Damit haben die Loks mehr Power, und die LED sind bereits beim Anfahren hell erkennbar. Die optischen Gestaltung des Gerätes auf jeden Fall sehr ungewöhnlich.

Natürlich empfiehlt sich die frühzeitige Erweiterung mit einem DCC-Digitalsystem. Den klaren Warn-Hinweisen in Tilligs Anleitungen folgend („maximal 14 Volt“) fiel mir die Warnung eines ehemaligen Roco-Mitarbeiters ein: Manche Roco-Digital-Zentralen geben bis zu 20 Volt auf die Gleise, so sagte man mir. Das ist dann eigentlich nichts für N oder TT-Motore. Also bei der Auswahl der Zentrale für diese Startpackung darauf achten, dass die Gleis-Spannung unter 14 V bleibt, bzw. so einstellbar ist.

Zurüstteile sind ätzend.

Pro Fahrzeug liegt eine (Un-)Zahl an Zurüstteilen bei. Auch das erinnert an Roco – und nervt genau so. Denn auch Tilligs Einsteck-Öffnungen sind eigentlich alle zu eng und müssen äußerst vorsichtig (!!) mit einem spitzen Pin sanft geweitet werden. Nach 35 Jahren Roco H0 habe ich keine Lust mehr auf solch‘ lästigen Arbeiten. Modellbahn-Fahrzeuge dürfen ready-to-run aus der Packung kommen.

Wer hat Angst vor Zurüstteilen? Wohlgemerkt, dies ist, was übrigbleibt!

Damit die Teile langfristig dort bleiben, wo sie hingehören, habe ich einen alten Trick angewendet: Auf einen Plastik-Rest gibt man einen Klecks Sekundenkleber und tupft dann die Spitze des Kleinteils nur leicht auf die Oberfläche, sodass ein Hauch von Kleber haften bleibt. Dann direkt einsetzen.

Die vielen Zurüstteile haben ihre Wirkung. Ab Werk drangespritzt wäre es sympathischer.

Tatsächlich sind es wirklich zuviele Kleinteile. Unterhalb von H0 kann man Vieles durchaus in die Form integrieren, dennoch bleibt der Eindruck erhalten. Mir persönlich liegt nichts mehr an diesem Hersteller-Wettrüsten. Aus dem Alter bin ich raus, für mich zählt der Eindruck. Überdies: Superfeine HD-Modelle sind nicht für Jedermann handhabbar.

Und weiter?

Erstmal sollte man weitere gerade Gleise besorgen, damit das Fahren mehr Spaß macht. Aber wie das so ist mit Hinweisen: Man ignoriert sie sowieso. 🙂 Also habe ich erstmal einen passenden Steuerwagen besorgt, und zwar einen mit orangefarbener Nase. Den gibt es schon lange nicht mehr, aber ich hatte eben Glück. Und er ist ebenfalls in Köln beheimatet. Passt also.

Tilligs Steuerwagen mit Lichtwechsel weiß /…
...rot. Dank sechspoliger Schnittstelle findet ein Decoder schnell seinen Platz.

Speziell für Bundesbahner hat Tillig vor Kurzem ein Set mit zwei Bauzug-Wagen ausgeliefert, beide in ozeanblau und in vielerlei Hinsicht klug konstruiert. Nur die Achs-Aufhängung trifft die Vorbild-Situation nicht wirklich exakt. Vielleicht gibt’s hier mal ein vorbildnäher gestaltetes Bauteil.

Ergänzend könnte es zukünftig Niederbordwagen oder Hilgsgerätewagen in braun oder gelb (!) geben, und der Bauzug sieht schon mal nach mehr aus. Diese Waggons waren ja auch beim Vorbild nicht alle blau. Als Zuglok bietet sich vielleicht die kräftige 290 von Piko an, in klassischem purpurrot oder ebenfalls ozeanblau, und spätestens dann werden schon weitere Weichen fällig.

Als Gleise bevorzuge ich persönlich die von Kühn, trotz der kleineren Auswahl. Sie sind filigraner gestaltet, und mir gefällt sowas. Außerdem ist Ihre Geometrie klarer. Die hier vorliegenden Gleise von Tillig mit Schwellenbandgleis sind natürlich sehr ordentlich gemacht, aber ihre Geometrie entbehrt jeglichen Komforts.

Um von Anfang an digital zu fahren gibt es inzwischen unzäglige Möglichkeiten. Preislich von bis. Nun ist dies ein privater Blog und keine objektive, wissenschaftliche Abhandlung (nur zur Erinnerung, ne?). Daher empfehle ich an dieser Stelle zwei Systeme, die mir persönlich Spaß machen:

Häuser & Zubehör

Dazu gibt es eine Menge Hilfreiches zu sagen – was demnächst in einem eigenen Artikel stattfinden wird.

Fazit

So geht das. Tillig stellt eine schöne Basis für Bundesbahn-Fans her. Fahrzeuge und Gleise überzeugen optisch und qualitativ. Für ‚mehr‘ muss man online schauen: Zwischen Flenburg und Freilassing ist man als TT-Bahner mit wenigen Ausnahmen auf den Online-Handel angewiesen.

Es gibt und gab eine große Zahl an schönen Fahrzeugen nach Vorbild der Bundesbahn. Da diese zumeist erst in den letzten 20 Jahre auf den Markt gekommen sind, garantiert das moderne Konstruktionen.

Mehr zum Thema TT wird in einer renovierten Version eines älteren Artikels folgen.

Informationen zu TT: Sämtliche jemals erschienene Kataloge zum Thema TT findet man auf dieser Website, geordnet nach Jahren oder Hersteller. https://as.rumia.edu.pl/tt/kat/katalogi.asp?firm=*

…und, ach ja, das ‚tt-board‘ sollte jeder einigermaßen gut erzogene West-Europäer meiden. Mehr dazu zum Beispiel hier 🙂:

https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=977481

Piko Pimping: Schnellzug-Wagen der Bundesbahn

Pikos D-Zug Wagen können mit etwas Nach-Arbeit sehr wohl gefallen.

Als ich vor einigen Jahren einen D-Zug der 70er Jahre haben wollte, kam das einzige komplette Angebot in maßstäblicher H0-Länge von Piko. Denn Roco fand mal wieder Ost-Europa wichtiger, und LSmodels war allerorten ausverkauft.

Also griff ich zu Piko und war einigermaßen überrascht ob des Gebotenen. Anderen Modellbahnern ging es damals möglicherweise ähnlich, denn der niedrigste Online-Preis für diese Waggons lag zu der Zeit bei €18. Achtzehn.

Inzwischen ist natürlich bekannt, was einen erwartet: Schnörkellose, nett gemachte Nachbildungen der Vorbilder mit angegossenen Griffstangen und einteiligen Einrichtungen. Das Alles ist per se nichts Schlechtes, denn die Fahrzeuge machen ja einen guten ersten Eindruck. Wenn es doch nur so bliebe.

Nach kurzer Zeit des Fahres hatten sich viele Achsspitzen dieser Waggons in den Kunststoff der Drehgestelle hineingebohrt. Außerdem blieb die metallische Farbe der Fensterrahmen auf Dauer nicht grifffest. Piko tauschte mir die betroffenen Gehäuse netterweise aus; später wiederholte sich das Phänomen.

Drehgestelle & Radsätze

Das Wichtigste war und ist für mich sicherer Fahrbetrieb. Dazu setzte ich in sämtliche Drehgestelle dieser Waggons die Metall-Lager von Peter Horn ein. Diese und das passende Werkzeug gibt es hier: http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

An Pikos Popwagen deutlich zu sehen: Die Rad-Zentren sind nicht mehr auf Höhe der Achslager. Diagnose: Eingefressen. Nach drei Tagen.
An diesem Popwagen von Piko ist noch alles in Ordnung. Bis auf den fehlenden kieselgrauen Zierstreifen über den Fenstern…

Der Einbau erfordert ein gewisses Fingerspitzengefühl. Es gibt zwei Bohrer, mit dem Großen senkt man die vorhandenen Vertiefungen weiter ab, bis die Lagerschalen komplett hineinpassen. Sekundenkleber fixiert die Metall-Lager im Kunststoff. Gut anziehen lassen, erst dann die neuen Achsen einsetzen.

Man muss beim Bohren schon sehr vorsichtig und sanft vorgehen, denn denn der Kunststoff der Drehgestelle ist recht weich und kann bei grobem Bohren mitdrehen und brechen. Aber ich habe das ja auch hingekriegt. 🙂 Am Besten mit kaum merklichem Druck und sehr langsam drehend vorarbeiten. Bedacht ist angesagt.

So bohrt man vorsichtig die Vertiefungen für die Peho-Achsslager.

Mit dem dünneren Bohrer kann man die Lagerschalen innen nachträglich etwas vertiefen, wenn die Achsen etwas zu stramm sitzen. Bei meinen Waggons war das aber nur selten nötig; immerhin gut, dass man es kann. In jedes Lager gehört ein Tröpchen Öl, damit’s später nicht quietscht.

Und so sieht das Ergebnis aus.

Und weil Pikos Räder dank extrem rauer Laufflächen jede Form von Schmutz nicht nur aufnahmen sondern auch ungleichmäßig verteilten, orderte ich zusätzlich zu den Lagern von Peter Horn passende Achsen zum Beispiel von märklin: https://www.lokmuseum.de/shopartikel.php?SArt=10016150&SBez=E700580_Marklin_Scheiben_Radsatz_DC

Achsen von Thomschke, seitlich zum Drehgestellrahmen passend schwarz eingefärbt. Die Radreifen belasse ich metallisch, sieht schicker aus.

Im Ergebnis rollen die Waggons dank der Metall-Lager und neuen Achsen sogar merklich leiser.

Aber: 32 Achsen plus 64 Lager. Aufwand & Aufpreis sind wahrlich beträchtlich dafür, nur die eigentliche Funktion der Modelle auch langfristig zu sichern. Andere Hersteller bieten mehr Komfort: Sie verwenden hochwertigere Materialen, und man kann ihre Fahrzeuge aus dem Karton heraus jahrelang einsetzen. Auch preislich bietet Piko inzwischen keinen auffallenden Vorteil mehr.

Inneneinrichtung Abteilwagen

Die Kaugummi-Farben der Inneneinrichtungen in HubbaBubba-rosa und Gift-grün sind völlig inakzeptabel. Punkt. Welche Gründe auch immer bei Piko zu diesen Farben geführt haben, es waren die falschen. Wirklich jeder andere Hersteller hat in den vergangenen Jahrzehnten sympathischere Grundfarben ausgewählt. Bastler können hier natürlich nacharbeiten. Aber wieso sollten sie das überhaupt müssen.

Piko-Inneneinrichtung in grün.
Piko Inneneinrichtung in rot.

Wer diese Waggons also sein Eigen nennt, greift sich am Besten eine lange, lange Hörspiel-Reihe (um den Kopf frei zu halten), diverse Farben (zum Beispiel von elita) und gute Pinsel. Dazu Kilometer Tesa-Film zum Abkleben. Dann setzt sich an den Basteltisch, lässt sich akustisch unterhalten und fängt an, zu lackieren.

Die Schritte lauten: Alle Wände konsequent beidseitig beige lackieren. Nur nicht im Waggon 1. Klasse, da gehören sie braun.

…erstmal ‚Beige‘ RAL 1001 für die Wände der Abteile 2. Klasse.

Nach dem Trocknen klebt man in einer extrem nervigen Aktion die Wände über den Sitze ab und pinselt diese in rot (Raucher), grün (Nichtraucher) und blaugrau (1. Klasse). Wieder trocknen lassen.

Das Abkleben ist echt ätzend. Aber es hilft, wenigstens gerade Trennlinien zu erhalten…
…die dann nach dem Abziehen schräg aussehen können. Tesafilm ist nicht die beste Lösung. Die Ausreißer arbeitet man einfach Nochmal nach. Ist ja ein Hobby, und wir haben ja alle viel Zeit….

Erst am nächsten Tag den Tesafilm vorsichtig abziehen. Für den den Boden habe ich Flächen entworfen, die man sich auf grauen Karton ausdrucken kann. Sauber ausgeschnitten und in die Waggons geklebt ergeben sich von allein saubere Farbkanten, und wer später Innenbeleuchtungen einbaut, freut sich über die farblichen Abstufungen. (Download-Datei folgt.)

Wer wirklich sauber pinselt, kann einen mittelgrauen Boden aufmalen. Dabei das Atmen nicht vergessen. 🙂

Inneneinrichtung Halbspeisewagen

Halbspeisewagen: Abteile.
Halbspeisewagen: Speiseraum.

Hier gilt dasselbe Prinzip, nur, dass die Wände alle braun lackiert werden, im Speiseraum eher rötlichbraun, um die Abteil dunkelbraun. Die Sitze in den Abteilen pinselt man weinrot und die im Speiseraum blaugrau. Die Tischflächen gehören natürlich weiß und der Boden grau. Beschreibung der Innenbeleuchtung folgt. 🙂 Genauere Infos über das Vorbild bietet diese Website mit exzellenten Fotos: http://www.eisenbahn-harzvorland.de/htm/arm_216_1.htm

Abteiltüren sämtlicher Fahrzeuge:

Wennschon, dennschon: Die bei den Vorbildern messingfarbenen Abteiltüren habe ich mit einem Programm stilisiert nachgezeichnet, für beide Gangseiten: Damit man auch beim Blick von der Abteilseite Türrahmen sehen kann. Bitte darauf achten, dass die Türen für die erste Klasse etwas breiter sind, als die für die zweite Klasse. Und so kriegt man die Türen sauber in die Waggons:

In einigen Copy-Shops kann man sich Symbole als Metallfarbe in silbern (nett) oder gold (besser) auf klarsichtige, stabile Folie drucken lassen. Sauber ausgeschnitten und mit winzigen Punkten Sekundenkleber fixiert sieht das später wirklich gut aus. (Download-Datei folgt.)

Kupplungsträger

Lange Waggons anderer Hersteller rollen mit Rocos Kurzkupplung wirklich Gummi an Gummi, Pikos D-Zugwagen dagegen lassen einen überdeutlichen Abstand. Außerdem berühren die Haken der von mir verwendeten RTS Kupplungen manchmal die Pufferteller, weil die Kupplungsträger nicht weit genug ausschwenken – bei keinem anderen Fabrikat langer Waggons habe ich dieses Problem festgestellt. Also, hier wurde keineswegs optimal konstruiert.

Die Haken berühren beim Ausschwenken Pikos Puffer. Bei langen Roco-Waggons passiert das nicht.

Nun gibt es drei Möglichkeiten: 1. Resignieren, eine Kupplung nach Wahl einsetzen und den Abstand akzeptieren. 2. Mit Augenmaß die Kupplungsschächte an der Außenseite minimal kürzen und die Kupplungen einkleben. Manche Kleber lassen sich später auch wieder lösen. 3. Die Kupplungsträger wegen ihrer zu flachen ‚Möwen‘-Ausrundung herausnehmen und statt ihrer neue Kulissen von Symoba unter die Wagenböden kleben. In deren Normschächte passen dann alle Kurzkupplungen mit Normschächten, und je nach eigener Arbeit kommen sich die Waggons recht nahe. http://www.symoba-schniering.de/

Fazit:

Natürlich hatte ich überlegt, ob es nicht einfacher wäre, den kompletten Posten abzugeben. Produkte mit derartig viel ‚Nachbesserungs-Potenzial‘, um es nett zu sagen, sind schon wirklich selten. Diese Qualität entspricht keineswegs dem, was man erwartet oder von Anderen gewohnt ist. Dabei provoziert Piko den Vergleich gern ganz bewusst.

Eher aus Spaß an der Freud‘ habe ich mich dieses D-Zugs angenommen. Wer nicht basteln mag oder kann oder einfach keine Zeit dafür hat und Ready-to-run-Produkte bevorzugt, findet andernorts seine geeignete Alternative.

Den Umbau der passenden Diesellok der Baureihe 220 von Piko habe ich hier beschrieben:

Die Liliput Kurz-Kupplung L939105 für H0 Züge.

Die Liliput-KK, bereits mit testweise angebrachter Höhen-Verriegelung.

…und so taugt sie was.

Es ist ja schon ziemlich mutig, dem großen Sortiment von KurzKupplungen ein weiteres Produkt hinzuzufügen. Liliput, also Bachmann, hat diesen Schritt gewagt. Und dabei trotz guter Ideen unnötige Fehler gemacht. Da mir die Kupplung aber prinzipiell gut gefällt, habe ich sie mir so angepasst, dass ihr Einsatz endlich Spaß macht.

Die Liliput-KK lässt genug Platz zu den Puffer-Tellern, ein weiterer Vorteil. Der Waggon-Abstand ist für mich völlig akzeptabel, so kuppeln die Waggons wenigstens sicher an.

Klar bedeutet das ein bisschen Bastel-Arbeit. Ausgerechnet für „doofe Kupplungen“. Allerdings finde ich die anderen Kupplungen großteils wirklich grauslig, und die Liliput-KK sieht nett aus. Da bastele ich lieber, und das Ergebnis gefällt mir, als mich weiter mit ‚Markt-üblichem‘ Zeug herumzuärgern.

Meine persönliche Einschätzung anderer Kupplungen:

Fleischmann-KK: Unauffälliges Aussehen, ungewollte Zug-Trennungen, Ankuppeln nur mit Karacho – das war schon 1987 blöd. Man hätte bei der Fox Kupplung bleiben sollen.

Märklin-KK: Sorgt bei unzähligen Fabrikaten außer eben märklin für Entgleisungen. Die im Katalog 1985/1986 gezeigten KK-Prototypen (Seiten 108/109) wären vielleicht doch die bessere Lösung gewesen…

Roco-KK: Verbiegt sich allein vom skeptisch angeschaut werden. Zudem in grau = billiges Aussehen.

Roco-UK: Mit den breiten Greifarmen und dem halben Querbalken ästhetisch eine Katastrophe. Zudem grau = billig. Zuletzt stellte ich viele Fertigungs-Fehler fest – nicht meine Sache.

RiBu-KK: Eigentlich gar nicht schlecht. Allerdings ein bisschen breit, der Einbau erfordert höchste Konzentration. Meine drittliebste Kupplung.

RTS-KK: Ohne die Strom-Bleche eigentlich richtig perfekt, um mit der Modellbahn zu spielen, zu rangieren, lange Züge zu fahren. Wird aber so nicht mehr angeboten: märklin hat auf den RTS-Kopf den lästigen hauseigenen Kupplungsbügel draufgepackt, vermutlich der Vertrautheit für märklin-Kunden halber. Typisch kleingeistiges märklin-Gehabe, damit sind die DC-Bahner mal wieder raus. Eigentlich meine Lieblingskupplung. Mehr dazu hier.

US-Kupplungen: Nicht für die kontinental verwendeten KK-Mechaniken ausgelegt, zuviel Spiel, Kupplungskopf auf Höhe der europäischen Puffer – unpraktisch.

Die Liliput-KK ist eigentlich ziemlich klug erdacht. Man kann damit sanft einkuppeln, sie schaut relativ unauffällig aus, und ihr Sitz im Normschacht ist fest genug. In der Praxis fallen einem dann ein paar Macken auf, die sich zum Glück mit wenig Aufwand abstellen lassen. Und nicht jeder mag das, was alle Anderen haben.

Höhen-Verriegelung

Das größte Ärgernis der Liliput KK ist, dass eine Höhen-Verriegelung fehlt. Die Köpfe können sich aneinander nach oben verschieben, was zum Verkanten und anschließender Entgleisung führt.

So sieht das aus, wenn sich die Kupplungen aneinander hocharbeiten.

Dabei ist es doch so einfach, diesen Mangel abzustellen: Man befestigt einfach unter jeder Kupplung einen schmalen Streifen festes 0,5mm ‚dickes’ Plastik, der beim Einkuppeln unter die Kupplung gegenüber ragen wird. Zwei Tröpfchen Sekundenkleber reichen zum Fixieren aus.

Liliput-KK, links Original, rechts mit Höhen-Verriegelung.

Nach dem Durchtrocknen biegt man das herausragende Stück mit einer Pinzette etwa auf 45°, um beim Ankuppeln eventuelle Unebenheiten auszugleichen. Fertig.

Dank zweier kleiner Plastikplättchen bleibt die Verbindung stabil, trotz des Unterschieds.

Für die Fotos habe ich weißes Plastik verwendet, aber natürlich sollte man schwarzes nehmen, damit die Kupplung so nett diskret bleibt. Man erhält schwarze Kunststoff-Platten mit 0,5mm ‚Dicke‘ zum Beispiel über ebay für wirklich wenig Geld.

Liliput-KK: Die Arme ragen jeweils unter die andere Kupplung. So rollen auch geschobene Wendezüge unfallfrei durch S-Kurven…

Natürlich hätte Liliput / Bachmann dieses Element längst in den Formenbau übernehmen können, sodass dieser Minus-Punkt ab Werk abgestellt ist, aber längst nicht jeder respektiert Eingaben „von außen“.

Haken bleibt stecken.

Manchmal bleibt der Kupplungshaken nach dem Trennen der Fahrzeuge oben stehen. Das liegt daran, dass die Fertigung leider etwas schlampig arbeitet und manche ‚gebogenen Ecken‘ zu rund geraten. Der Bügel kann sich dann beim Hochklappen an den Kanten des Kupplungskopfes, die bis hinten zu den Klippsen reichen, verklemmen. Aber auch hier ist Abhilfe einfach: Man bricht diese Kanten einfach; mit einer feinen Feile streicht man pro Seite zwei-, drei Mal darüber, und der Bügel fällt sicher wieder herab. Das geht schneller, als ich es hier aufschreiben kann.

Schwimmhäute am Kupplungskopf.

Liliput / Bachmann hat die KK nach kurzer Zeit überarbeitet. Danach trägt der nach vorne zeigende Finger der Kupplung so kleine Schwimmhäute. Auch diese einfach mit der Feile nach unten streichend entfernen, dann bewegen sich die Köpfe ungehindert ineinander.

Nur für den Kontrast in weiß: Nochmal die Höhen-Verriegelung.

Fazit:

Ob sich die Mühe lohnt? Aber sicher. Die Liliput-KK ist eine nette Sache. Sie ist relativ unauffällig, und sie funktioniert ganz wunderbar, wenn man sich ihr widmet. Dass sich eine namhafte Marke wie Liliput / Bachmann in der Vergangenheit entsprechenden Tipps stur widersetzt hat, kann den Modellbahnern jetzt egal sein: Individualisten wissen nun, wie sie sich diese Kupplung erobern können. Viel Spaß! 🙂

Piko „Expert“-Qualität: Rocos Ablösung?

(…Hinweis: noch nicht. 🙂 )

Pikos Modellbahnen aus der „Expert“ Reihe werden seit ein paar Jahren mit Lob gerade zu überschüttet und manchmal schon als Ablösung des Roco-Programms gefeiert. Und natürlich sind viele, wirklich schöne Modelle dabei. Vor allem bietet Piko Varianten an, auf die man bei Roco zum Teil seit Jahrzehnten wartet.

Aber im Vergleich zu Roco oder märklin gibt es bei Piko noch immer Abstriche zu bemerken in Bezug auf Material oder Haltbarkeit. Und damit sich niemand mehr anhören muss „Sie sind der Erste, der sich beschwert!“, habe ich eine Art lästige Liste erstellt, die ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen widerspiegelt. Diese Liste kommt zunächst ohne Bilder aus, was für einen Online-Artikel vielleicht ungewöhnlich ist. Aber über die Jahre stellt man auch mal Ärgerliches einfach ab, ohne alles zu dokumentieren.

Zwar setzt Piko auf aktuelle Modellbahn-Technik mit Plux22 Steckdose und vielen LED-Spielereien. Aber die Qualität eines Modellbahn-Fahrzeuges definiert sich auch durch andere Aspekte. Und da bin ich inzwischen etwas ernüchtert, was Piko „Expert“ betrifft. Denn obwohl diese Modellbahn-Produkte Freude bereiten, ist auch klar, dass es oftmals mit nur wenig Aufwand besser gegangen wäre. Und das ist es, was einen irritiert zurücklassen kann.

Klar gibt es Fahrzeuge von Piko, die wirklich klasse sind, die 220 zählt natürlich dazu, auch Loks wie die 141 oder die 140. Auch der 612 und die ganzen modernen Triebzüge sind schön gemacht. Aber schon die 103 gefällt mir wegen ihrer eigenartigen Beulen über den Führerständen weniger gut, als Rocos 103 oder gar die relativ neue Insider-103 von märklin/Trix, die wirklich klasse gelungen ist. Dagegen bieten Pikos hyperdetaillierte Drehgestellblenden der 103 keinen Vorteil: Irgendwo muss man die Lok ja anfassen können.

Diese Kosten hätte Piko besser für filigrane Scheibenwischer aufwenden sollen: Direkt und unübersehbar sieht man bei Pikos 103, dass deren eine Hälfte am Fenster und die andere am Gehäuse angeformt sind. Och nö! Dabei sind die Loks sonst wirklich schön.

Dass Pikos Getriebe-Gehäuse noch immer aus Kunststoff bestehen, obwohl zum Beispiel Roco hier seit Anfang der 80er Jahre Metall verwendet und so den Schwerpunkt weit nach unten verlagert, ist nur ein weiterer subtiler Unterschied. Und die aktuelle Qualität der Motore ist eine (lästige) Sache für sich.

Ich schreibe hier über eigene Erfahrungen, denn es ist ja nichts Nettes, fortwährend mit Mängeln konfrontiert zu werden, schließlich produziert Piko im Grunde richtig schöne Modellbahnen. Das sind Produkte, vor denen andere große Hersteller schon solchen Respekt haben, dass sie ihre zum Teil angejahrten Modelle unvermittelt Verjüngungskuren unterziehen. Nur Roco ist offenbar zu doof, die 111 auf das neuere Fahrgestell der 110 mit LED zu setzen…

Und natürlich habe ich Piko ein paar Mal nett zu den jeweiligen Themen angeschrieben. Aber wenn als Antworten unter Anderem der Original-Wortlaut erfolgt „…richten Sie Herrn Kath aus, dass wir seine Fragen nicht beantworten.“ (liegt mir tatsächlich schriftlich vor), dann ist das schon eine bemerkenswert unfröhliche Reaktion auf sachlich begründete Kritik.

Expert-Lokomotiven

Motore: Meine zuerst gekauften Expert-Loks (BR220, BR141) fahren außerordentlich geschmeidig. Trotz dreipoliger Motore. Neue Piko-Loks mit fünfpoligem Motor fahren lauter, und die Motore gehen oft schnell kaputt, ohne besondere Belastung. Einfach so, beim Herumfahren mit wenigen Waggons als Last. Inzwischen sind mir rund zwölf Piko-Motore kaputtgegangen. Inzwischen verzichte ich in diesen Fällen auf Reklamationen bei Piko und kaufe statt dessen im Bedarfsfall direkt bei Conrad Austauschmotore von Motraxx für zehn Euro. Die sind qualitativ völlig in Ordnung, und der Austausch ist schnell erledigt. Piko-Schwungmassen umstecken, Kabel anlöten, Motor eindrücken fertig. Dazu kommt demnächst ein kurzer Artikel.

Steckteile: Piko verwendet hier sehr bruchgefährdeten Kunststoff; bei anderen Herstellern kommt für solche Teile klugerweise elastisches Material zum Einsatz. Bei Piko reicht eine Berührung, und es knackt. Egal, ob Antennen oder Pfeifen. Bei meinen vier 220ern brachen bei normalen Entgleisungen gleich die Schienenräumer ab. Außerdem befestigt Piko Steckteile oft durch winzige Steckerchen, das ist völlig praxisfern. Im Bruch-Fall ist es eine grausame Fummelei, mit einer Nadel die Reste herauszupulen.

Lampen-Einsätze: Bei Lokomotiven wie BR 103 / 140 / 141 und 150 färbt Piko die Lampenringe nur vorne silbern, seitlich bleiben sie klar. Dadurch strahlen sie rundherum Licht ab, und das sieht nun wirklich vorbildwidrig aus.

LED-Farbtemperatur: Pikos erste Loks der E41 / BR141 besitzen schöne LED, die wie richtige Glühlampen leuchten. Aber Pikos 103er und 150er leuchten ab Werk fast rosa, das gilt auch für andere neue Piko-Modelle. Meine Lokomotiven habe ich deswegen mit tauglichen LED bestückt, eine recht lästige und eigentlich unnötige Arbeit: Das sollte ab Werk so sein. Es ist eben nicht egal, ‚Hauptsache, es leuchtet irgendwie‘. Meine Empfehlung für Glühlampen-ähnliche LED: https://www.railroad24.com/de/10x-smd-led-0603-goldweiss.html

Gewicht: Rocos V200 ist seit 1984 bis unters Dach mit Gewicht vollgepackt, Rocos BR 110 erging es bis Ende der 90er Jahre ebenfalls so. Auch das macht diese Modelle haptisch so hochwertig. Piko dagegen setzt auf seine Lokrahmen aus Zinkdruckguß einen weiteren Rahmen, in den Platine und Lautsprecher integriert werden. Dieser wird aus Kunststoff gefertigt, und Piko verschenkt hier mögliches Mehr-Gewicht.

Schlepp-Achsen: Piko belässt bei dreiachsigen Drehgestellen die mittlere Achse ohne Antrieb. Bei den Loks BR 103 und BR 150 sind nicht einmal Radkontakte vorhanden, was bei der BR 232 noch der Fall ist. Gerade im DC-Betrieb sollte jedes Rad der Stromabnahme dienen, das ist eine Binsen-Weisheit. Außerdem sitzen diese Achsen locker im Rahmen, sie werden nicht einmal sanft auf die Gleise gedrückt. So drehen sie sich nicht zuverlässig mit, und ganz prima sammeln sie durch den ‚Schleifbetrieb‘ Schmutz von den Gleisen: Die Räder dieser Achsen erfordern besonders oft Reinigung.

Radlaufflächen: Nahezu sämtliche Räder meiner Piko-Modelle besitzen ab Werk so raue Räder, dass Staub und Schmutz sich unverzüglich darauf ablagern. Fortwährend müssen diese Räder gereinigt werden. Die Räder der Rheingold-112 sind die endlich glatt, aber Käufer älterer Loks können meiner Erfahrung nicht auf Kulanz seitens Piko hoffen: Neue Achsen mit glatten Rädern soll man aus eigener Tasche bezahlen – und man muss sie ja auf die anderen Achsen setzen (lassen). Danke nein.

Schlusslichter: Pikos Kasten-E10 bekam endlich die winzigen Schlusslichter in den großen Lampen, das sieht toll aus. Aber: Das hätte Piko von Anfang an so machen sollen. Schon 2008 hat Roco gezeigt, wie schön solche Lampen wirken. Aber Piko bessert wieder einmal erst später nach, ältere Modelle ähnlicher Bauart haben nichts davon.

Schürzen: Die Idee der auslenkbaren Schürze von DB-V200 / BR220 ist wirklich gut umgesetzt, allerdings war an der Front oftmals ein Spalt zu erkennen. Also habe ich mit einer Pinzette die Feder des Kupplungsträgers, an dem die Schürzen befestigt sind, mit Maß einfach etwas straffer neu eingehängt. Immerhin soll sich das Teil noch frei bewegen können. Danach sehen die Loks von vorn wirklich besser aus. Auch einer beschürzten BR 103 verschönert diese Straffung das Antlitz.

Lack: Licht und Schatten. Viele Fahrzeuge hat Piko wirklich exzellent lackiert. Negativ-Beispiele aber gibt es sehr wohl:

  • Die BR220 von Piko in blau/elfenbein zeigt an ihren Fronten deutliche Spuren einer nachträglichen Lackierung in elfenbein. Als trüge die Maschine Kappen auf den Nasen.
  • Blau/Elfenbein ist offenbar ein Problem für Piko. Gleich zwei Loks habe ich nicht gekauft, die BR 141 mit blauem Dach und auch die BR 150, weil deren Elfenbein viel zu weiß aussah. Vom breiten, schwarzen Trauerflor um die Lüfter der 150, der sich dann auch noch durch Anfassen verreibt, ganz zu schweigen. Offenbar existieren aber auch Fertigungs-Lose in exakten Farbtönen.
  • Ich hatte zwei Loks von Piko der BR103, beide nicht „beige“, obwohl das so richtig gewesen wäre, sondern irgendwie elfenbein, und dies auch noch voneinander abweichend.
  • Pikos drei zuerst ausgelieferte Varianten der Familie V200 / BR 220 tragen jeweils unterschiedliche Rot-Töne. Wozu gibt es eigentlich genormte RAL Farben?
  • Einige der ersten verkehrsroten Triebzüge von Piko sollte man besser nicht innen-beleuchten, denn ihr Kunststoff lässt das Licht durchleuchten. Dies gilt auch für frühe Auflagen des ICE3.
  • Die Lampenkästen von Pikos Hobby-101, der E-Lok, sind innen grau eingefärbt. Richtig wäre die Gehäuse-Farbe, also zumeist verkehrsrot. Eigenartig, dass dies über zehn Jahre niemanden stört.

Fall des Falles: Drehgestell-Blenden Pikos erster BR 103 und der ersten E41 / 141 sitzen so locker, dass sie unabsichtlich abfallen können. Neuere Piko-Auslieferungen haben diesen Mangel nicht. Sind Erst-Auflagen etwa Montags-Modelle…?

LED-Geiz ist ungeil: Viele Piko-Loks und Triebzüge nach modernen Vorbildern besitzen freie LED-Pads, die es ermöglichen, Fernlicht etc. einzubauen. Dazu gehören zum Beispiel der Vectron, BR245, BR440 und BR442. Bestückt sind diese Pads aber nicht, und natürlich sind sie auch nicht an die (zudem nur achtpoligen) Schnittstellen angeschlossen. Solche Sparmaßnahmen erschließen sich einem nicht wirklich, und sie kollidieren mit der Außen-Darstellung der Marke ‚Piko‘: Im Jahr 2019 darf man erwarten, dass moderne Modelle komplett bestückt ausgeliefert werden. Dank der Plux22 Schnittstelle ist eine vorbildgerechte Ansteuerung ein Leichtes.

Expert-Personenwagen

Pikos D-Zugwagen nach Bundesbahn-Vorbild sind recht spielstabil und wurden ursprünglich sehr günstig angeboten. Diese Preise passten zum optischen Niveau der Waggons, ich fand das sehr sympathisch. Inzwischen hat Piko das Preis-Niveau in die Nähe der wesentlich aufwändigeren Roco-Waggons gehoben, obwohl man bei diesen Piko-Waggons optisch und technisch eher Hobby-Niveau vorfindet. Was ja okay ist. Aber das Preis-Leistungsverhältnis geriet so in Schieflage. Außerdem…

  • Es gibt Serien der DB-Waggons, deren Farbe der Fensterrahmen sich beim Anfassen abreibt. Bislang hatte ich mehrheitlich Glück, einige Waggons mussten aber zum Umtausch eingesanft werden. Immerhin hat Piko diese Fahrzeuge umgehend und ohne Umstände ausgetauscht, das war mehr als erfreulich. Toller Service! Betroffen waren Waggons aus den Serien in grün und blau sowie blau/elfenbein.
  • Die 1. Klasse-Waggons in kobaltblau, blau/elfenbein und Pop-orange liegen minimal tiefer, als die anderen Fahrzeuge dieser Serien.
  • Auch Pikos Silberlinge lagen ursprünglich viel zu tief, und ihre Gehäuse saßen eher unpräzise auf dem Wagenboden. Zwischenzeitlich wurde hier nachgebessert, die Waggons aus dem Set mit der grünen 141 und aktuelle Einzelwagen sind prima.
  • Thema ozeanblau/elfenbein: Im direkten Vergleich zu Waggons von Roco / märklin / Fleischmann (letzte Serie aus Nürnberg) wirkt Pikos Farbe oft etwas grünlicher. Die anderen Genannten passen farblich prima zusammen.
  • Sehr gut passen Pikos Waggons in ozeanblau/elfenbein zu den zuletzt produzierten DB-Waggons von Rivarossi, diese zeigen exakt denselben minimal zu grünlichen Farbton. Ein bemerkenswerter Zufall.
  • Außerdem ist der Halbspeisewagen oben eher hell-elfenbein lackiert, und seine Fensterrahmen sind nicht messingfarben, sondern silbern gefärbt. Ein 1. Klasse Wagen desselben Farbschemas war fast beige lackiert. Also, das ist auf Dauer schon lästig.
  • Den Popwagen fehlen die grauen Zierstreifen über den Fenstern. Damit ist die ganze Serie verpfuscht (natürlich mit Ausnahme der 1. Klasse, deren gelbe Streifen sind vorhanden). Es ist wirklich ärgerlich, dass so etwas Signifikantes falschläuft. Und auch Pikos Verhalten zu diesem Thema irritiert: Man hätte ja eine konzertierte Aktion zur Nachbesserung veranstalten und den ollen Streifen aufdrucken können. Auf zwei Emails kam, genau, keine Antwort.
  • Die Innen-Einrichtungen sind zwar nur einteilig, dabei aber mit sehr vielen, schön dargestellten Details gestaltet. Torpediert wird der hochwertige Eindruck durch die Verwendung greller Farben wie Kaugummi-Rosa und Gift-Grün. Eine Zumutung. Die Abteilwände hatte man als separates Steckteil konzipieren können (ähnlich Tillig-TT), dann ließen sich die Abteile sauberer den Vorbildern angleichen.

Die Kupplungs-Halterungen von Pikos Schnellzugwagen sind sehr ungenau geführt:

  • Zuviel Spiel innerhalb der Halterung sorgt dafür, dass Bewegungen in alle Richtungen möglich sind, auch nach oben und unten.
  • Die Kupplungs-Schächte sind etwas zu großzügig bemessen: Rocos Uni-Kuppler sitzt zu locker in den Schächten. Bei Schiebebetrieb können sich im Wagenboden die Kupplungs-Halter verkeilen. Außerdem sitzen die Norm-Schächte zu weit nach außen an den Trägern: Sogar mit Fleischmanns Kurzkupplungen bleiben die Waggons zu weit voneinander entfernt. Man müsste also die Schächte mechanisch kürzen, für die Unikupplungen Einlagen erstellen und für sicheren Schiebebetrieb innen die Führung stabilisieren. Oder kurz: Leider wurde hier schlampig konstruiert.
  • Die Achsspitzen meiner Schnellzugwagen hatten sich bereits nach zweistündiger Fahrzeit bei diversen Waggons in das Plastik der Drehgestelle hineingefressen. Meine Lösung besteht aus Messinglagern und neuen Achsen von Thomschke.
  • Die Rad-Laufflächen meiner Piko-Waggons waren ebenfalls so rau, dass sie nicht nur unnötig laut rollen, sondern quasi begierig jede Form von Schmutz aufsammelten. Wo Roco- oder Fleischmann-Waggons nach längerer Fahrzeit höchstens kleine dunkle Fleckchen auf den Rädern bekommen, sind Pikos Räder recht schnell mit dunklem Schmutz beschmiert. Erst die neuen Waggons zum IC’79 haben neue, glatte Räder bekommen. Das hätte man gleich besser machen können. (…ich wiederhole mich.)
  • Pikos originale Achsschleifer raspeln nach wenigen Stunden Fahrzeit die silberne Schicht der Achsen weg. Der kupferfarbene Kern kommt dann zum Vorschein. Eine gute Alternative sind Esu-Radschleifer auch für eine Stromaufnahme über alle Räder. Pikos neue Radschleifer für Achtpunkt-Aufnahme wie bei den S-Bahn Steuerwagen verursachen bei meinem Fahrzeug seltsam fiepende Geräusche.
  • Zwar bietet Piko viele sinnvoll abgestimmte LED-Lichtleisten für die eigenen Personenwagen an, aber es fehlen Platinen mit roten Schlusslichtern für D-Zug-Wagen und Silberlinge.

Silberlinge:

  • Alle mir bekannten Silberlinge von Piko sind Bananen-ähnlich verbogen. Sie biegen sich mittig nach oben.
  • Die Stirnlampen der Steuerwagen des Karlsruher Kopfes sind entgegen der Vorbilder nicht rechteckig leuchtend, sondern punktförmig. Das sieht völlig anders aus, als beim Vorbild. Nachbesserung ist nur höchst aufwändig mit Fräsen und 3D-Druck möglich. Auf der Platine ist keine Schnittstelle für einen Funktionsdecoder, diese muss man selber nachrüsten.

Die InterCity-Waggons nach Vorbild des IC’79 zeigen ein paar subtile Fehler:

  • Der Speisewagen ist anstelle von elfenbein leider in beige lackiert. Das erste Pressemuster lag keineswegs ruhig auf den Drehgestellen, sondern wackelte entlang der Fahrzeug-Achse. Ein wohlwollender Hinweis diesbezüglich an Piko noch vor Auslieferung brachte diverse Mitarbeiter gegen mich auf – verstehen muss man das nicht. Und es wird auch nicht wieder vorkommen :-)) Die Serienwaggons sind übrigens in Ordnung.
  • Der Großraumwagen 1. Klasse zeigt auch auf der Gangseite weiß lackierte Fenster – so ein Unsinn.
  • Der Abteilwagen 1. Klasse muss vorsichtig angefasst werden, der schmale Steg unten am Gehäuse bricht schnell ab.
  • Die Inneneinrichtungen sämtlicher IC-Waggons sind in eigenartigem Curry-gelb durchgefärbt. Für einen vorbildgerechten Eindruck muss man auch hier aufwändig mit Pinsel und Farbe nacharbeiten.
  • Das Ozeanblau des ersten ausgelieferten Großraumnwagens Bpmz wirkte zu leuchtend.

Zu den neuen S-Bahn-Wagen Rhein-Ruhr habe ich bereits einen eigenen Artikel verfasst, der sich auch mit der unsinnigen neuen Spezial-Schnittstelle befasst. Eine Plux22 hätte vollkommen gereicht. https://blog.mobaz.de/2019/05/14/piko-s-bahn-rhein-ruhr/

Uhlenbrocks aktuelle Lok- und Wagen-Decoder

Uhlenbrocks bietet seit 2017 eine moderne Decoder-Generation an. Hier stelle ich den Plux22 (74560) sowie den Funktions-Decoder (76900) vor.

Lokdecoder Plux22

Uhlenbrock 74560.

Bisherige Lokdecoder von Uhlenbrock waren eher robuste Gesellen, nicht eben fein auf die Motore abstimmbar. Das hat sich gründlich geändert. Die Fahreigenschaften des aktuellen Plux22 sind wirklich exzellent. Man merkt das schon bei den ersten Fahrproben, ohne irgendetwas verstellt zu haben: Derart sanftes Losrollen ist für Uhlenbrock-Nutzer eine neue Erfahrung. Möglich ist auch endlich sanftes Auf- und Abblenden der Funktions-Ausgänge. Der Effekt ist toll gelungen, und auch viele weitere Licht-Effekte sind programmierbar.

Damit erfüllen Uhlenbrocks neue Decoder die wichtigsten Anforderungen der meisten Digital-Fahrer: Vorzügliche Lastregelung und intelligente Beleuchtungs-Steuerung. Dass der im Piko-Katalog gezeigte Plux22 Lok-Decoder dem von Uhlenbrock frappierend ähnlich sieht, lässt sich möglicherweise interpretieren als höchst fruchtbare Zusammenarbeit.

Der Plux22 versteht DCC, Motorola und Selectrix, und eine Version für märklin-Fahrer mit mfx-Fähigkeit ist ebenfalls lieferbar. Bis zu sieben Zusatzfunktionen sind schaltbar, die auch von Besitzern märklins kultverdächtiger Zentrale 6021 nutzbar sind: Der Decoder behält bis zu drei Adressen.

Der Motor wird mit bis zu 1,2A versorgt; kurzzeitig sollen bis zu 2A möglich sein. Damit verkraftet dieser Decoder auch die Strom fressenden Spur Null Motore von Roco, die früher oft in Loks wie V200, TEE oder BR103 eingebaut worden waren. Es sollte ihn in einer Kabel-Version geben.

Weiterhin beachtet der Decoder RailCom und RailComPlus sowie die beliebten Bremsstrecken Lenz BM2. Die als „Kupplungs-Walzer“ bekannte Funktion bezeichnet Uhlenbrock (und so auch Piko) als „Rangier-Tango“, was ein bisschen nervt: Wozu einen etablierten Begriff mutwillig torpedieren…?

Wer Uhlenbrock-Technik einsetzt, kann zwei Lissy-Minisender anschließen. Außerdem integriert ist eine Susi-Schnittstelle. Praktisch ist die Möglichkeit von zwei verschiedenen Bremswegen, auslösbar entweder über die Bremsmodule in Zentimetern einstellbar oder über die Fahrstufe Null.

Ebenfalls durchdacht und bereits von Zimo bekannt ist die spezielle Ansteuerung der Rauch-Generatoren: Beim Anfahren wird die volle Leistung ausgegeben und dann zurückgenommen, im Stand wird der Dampf-Generator automatisch abgeschaltet. Das ist vorbildgerecht, und man braucht nicht so oft Öl nachzufüllen. Sogar ein Anfahr-Trick ist programmierbar, sodass die Lok beim Anfahren zunächst noch stehenbleibt, der Rauch beginnt sich, zu entwickeln, und erst dann fährt die Lokomotive unter kräftigen Rauchwolken los. Nett!

Bei allen Neuigkeiten ist etwas Vertrautes geblieben: Der für Uhlenbrock so typische Brummton, den die Lücke der Lastregelung im Lok-Motor verursacht. Während Decoder von Lenz oder Zimo ausgesprochen leise arbeiten, erkennt man das Uhlenbrock-Produkt ab der ersten Fahrstufe am Brummen. Man vermisst allerdings ein automatisches Einmess-Verfahren für die Motor-Einstellungen, so bleibt die ungeliebte Tüftelei.

Ebenfalls geblieben ist die in Teilen kryptische Anleitung. Im Jahr 2019 ist es schon extrem dreist (oder ignorant), den Modellbahnern, die inzwischen komfortable Smartphones nutzen, solch ein unverständliches Papier zuzumuten. Das dürfte ein Kauf-Hemmnis sein. Zwar avisiert Uhlenbrock dazu eine Software namens „Lok-Tool“, aber dazu braucht man ein zusätzliches Gerät. Das passt alles nicht in unsere Zeit. Der Weg von Esu und märklin, dass sich die Decoder von allein auf die jeweilige Lok einmessen, ist heute der einzig Gangbare.

Die hier ursprünglich genannten Vorschlagswerte zur Lichtsteuerung waren falsch. Ich habe ein bisschen herumprobiert – aber es gibt Wichtigeres, als Uhlenbrocks komplizierte Denke zu entschlüsseln. Ich konnte schon Textaufgaben nicht leiden…

Viel einfacher und vor allem eindeutiger geht es bei Zimo, mehr dazu gibt es hier: https://blog.mobaz.de/2018/12/30/zimo-dcc-decoder-mx600-der-preiswerte-fast-alleskoenner/

Wer die Schlusslichter älterer E-Loks von Roco separat schalten möchte, muss deren Kabel direkt an die entsprechenden Kontakte anlöten.

Der Funktionsdecoder:

Uhlenbrock 76900

Auch Uhlenbrocks neue Funktionsdecoder bieten endlich dem Wettbewerb Paroli. Die Schaltfunktionen lassen sich auf eine Unzahl möglicher Effekte programmieren, sanftes Auf- und Abblenden ist natürlich dabei.

Besonders beeindruckend ist der Neonröhren-Effekt, wenn Innenbeleuchtungen in vier Bereiche teilbar sind, wie zum beispiel bei Pikos neuen IC-Waggons. Beim Einschalten der Beleuchtung ereignet sich ein chaotisches Blink-Gewitter, das schnell abklingt, bis alles gleichmäßig leuchtet. Man muss sich selbst ermahnen, die Effekte nicht allzu dramatisch einzustellen, weil’s so drollig blinkt.

Die Ausgänge sollten allerdings ab Werk nicht nur als Lötpads, sondern mit ausreichend langen Kabeln ausgestattet sein. Nicht jeder Hobbybahner mag direkt auf dem Decoder herumbraten.

Uhlenbrocks 76900 in einem Großraumwagen von Piko.

Als Besonderheit bietet dieser Decoder vier zusätzliche Funktionsausgänge als Logikpegel-Kontakte. Und, man höre und staune, er reagiert sogar auf den Umschalt-Impuls der analogen Märklin-Trafos.

Fazit: So geht das! 🙂 So machen jetzt auch Uhlenbrock Decoder wirklich Spaß.

LaisDCC Decoder, die Billigen aus China.

Klein sind sie, die Decoder von LaisDCC.

Funktional eingeschränkt und moralisch fragwürdig, so lässt sich wohl am Besten beschreiben, was hier aus China angeboten wird.

Man könnte annehmen, dass nicht jede Lokomotive den besten Decoder braucht. Zehn Euro für einen DCC-Lokdecoder, das klingt nach einem Preis, zu dem man auch Spielzeug-Loks umbauen würde. Die LaisDCC-Decoder werden für viele international bekannten Schnittstellen angeboten. Es gibt sie in klein für N und etwas stärker für H0 Lokomotiven. Auch ein Lichtwechseld-Decoder ist dabei. Übrigens, die hier besprochenen Decoder wurden mir auf meine Anfrage hin vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Was können LaisDCC-Decoder?

Hauptsächlich die Basics. Man kann damit im DCC-Betrieb Loks fahren und ihre Funktionen schalten oder eben Steuerwagen digital einbinden. Eine Beschleunigungskurve lässt sich einschreiben, und um Schmutzstellen zu überbrücken, kann man günstige Elko-Pakete anschließen.

Was können LaisDCC-Decoder nicht?

Die vielen unterschiedlichen Modell-Lokomotiven erfordern es, die Lastregelung der Decoder an die jeweiligen Getriebe anzupassen. Die Lastregelung der LaisDCC Decoder ist fix auf irgendwelche Werte eingestellt. Im Ergebnis fahren einige Loks recht gut, andere aber rollen mit flotter Geschwindigkeit los (trotz CV02 = 01), ruckeln und zittern und bleiben beim Abbremsen schlagartig stehen. Das macht alles keinen Spaß. Auch weitere charmante Funktionen wie sanftes Ein- und Ausschalten des Lichtes oder dessen seitenweises aktives Ausschalten für Wendezug-Betrieb sind nicht an Bord. Susi-Buchsen sucht man vergebens.

Was nervt an LaisDCC-Decodern?

Es gibt Verschiedenes an den Fahreigenschaften zu kritisieren: Abruptes Losrasen nach einer kurzen Strom-Unterbrechung wie Schmutz oder Ähnlichem nervt nicht nur, es kann auch zu Entgleisungen führen. Vor allem bei langen Zügen. Auch kann es beim Programmieren passieren, dass die Lokomotive unvermittelt zu einer Seite wegfährt, als würde sie sich erschrecken. Meiner Erfahrung nach bis zu 50cm Strecke.

LaisDCC bietet auch Plux22 Decoder an – hier mit einem ’stay alive‘ Rucksack, bereit zum Anschluss.

Auf meine Email von vor zwei Wochen mit Detail-Fragen zu den Decodern erhielt ich leider keine Antwort.

Ich bin mir auch nicht sicher, inwiefern der Erwerb oder die Einfuhr dieser Decoder in der EU überhaupt legal ist.

Aber auch die moralische Komponente ist nicht zu unterschätzen: LaisDCC hat anfangs die Decoder des US-Herstellers ‚TCS‘ kopiert, inklusive der Software. Darauf verweisen Internet-Quellen und eine persönliche Aussage des TCS-Chefs via Email an mich. Man war ursprünglich sogar so dreist, die Hersteller-Kennung von TCS zu übernehmen. Falls das alles so stimmt, dann stellen diese Decoder in Summe einen klaren Fall von Produkt-Piraterie dar. Nachfolgend findet man eine Äußerung des TCS-Boss zur Angelegenheit: http://yourmodelrailway.net/view_topic.php?id=13788&forum_id=10&jump_to=248529#p248603

Inzwischen erscheint beim Auslesen der CV 08 eines aktuellen Decoders die Angabe ‚134‘, was immerhin auf den tatsächlichen Produzenten hinweist.

an die Kabel schwarz & blau kann man den ’stay alive‘ Baustein anschließen.

Fazit: Auch der günstigste Decoder ergibt keinen Sinn für mich, wenn die Fahreigenschaften nicht überzeugen und einem das Fahren mit der Modellbahn keine Freude bereitet. Dazu gesellt sich der Aspekt der Piraterie, deren persönliche Bewertung natürlich jedem freigestellt ist. Ich persönlich bevorzuge Original-Produkte.

Wer günstige DCC-Decoder sucht, erhält für rund 20 Euro Bausteine, die wirklich fantastische Fahreigenschaften und diverse Schaltfunktionen ermöglichen. Für H0 Lokomotiven gilt meine persönlichen Empfehlungen dem Zimo MX600 (Kabel, 8poliger Stecker, Plux12) und der Lenz Standard+ V2 (8polig). Auch Esu und Tams halten gute Angebote in dieser Preisgruppe.

Kurz: Die LaisDCC Decoder erfüllen leider nicht die Erwartungen.

Ausgeleierte Achslager, und was man dagegen tun kann.

Neue Lagerbuchsen braucht das (Piko-)Land.

Pikos maßstäblich lange Waggons bestehen zwar aus deutlich weniger Einzelteilen, als Rocos ältere Pendants, aber sie sind dennoch nett gemacht.

Ein älterer Schnappschuss: Im Achslager links oben zeigt sich eine in diesem Fall leichte Ausfräsung.

Aus allen drei Serien erwarb ich Waggons, grüne und blaue, ein paar Popwagen und natürlich Fahrzeuge in ozeanblau/elfenbein. Um nach nur wenigen Stunden Fahrbetrieb festzustellen, dass sich diverse Achsspitzen in die Drehgestelle hineingefräst hatten.

Pikos Achsspitze in der Vergrößerung.

Da mir die Waggons aber gut gefielen, kam nur Nachbesserung infrage. Nörgeln und verkaufen kann schließlich jeder. Eine überzeugende, dauerhaft funktionierende Lösung fand ich in den Lagerbuchsen von Peho.

Man benötigt eine oder mehrere große Packung(en) Messingbuchsen und die beiden Handbohrer mit Holzgriff. Dazu guten Sekundenkleber, eine Pinzette sowie eine große Portion Ruhe, und es kann losgehen. Den Peho-Shop findet man hier: http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

Sinnvollerweise sollte man Pikos Achsen austauschen gegen hochwertige Achsen, zum Beispiel von märklin. Dank derer glatten Laufflächen verringert sich sogar das Rollgeräusch: https://www.lokmuseum.de/shopartikel.php?SArt=10016150&SBez=E700580_Marklin_Scheiben_Radsatz_DC

Das Aufrüsten ist eigentlich einfach und empfiehlt sich auch für andere, vielleicht ältere Lieblings-Waggons, die über die Zeit in die Achslager eingesunken sind. Die folgenden Tipps werden natürlich ohne Gewähr beschrieben, das Nachahmen erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr.

Schritt 1: Achs-Lager vorbereiten.

So setzt man den größeren Bohrer vorsichtig an.
  1. Drehgestelle aus der Bodenwanne ausklippsen.
  2. Piko-Radsätze entnehmen und zur Seite legen, am Besten weit weg. Den größeren Bohrer in den Drehgestell-Rahmen führen und sanft gegen eine Achs-Öffnung drücken.
  3. Sehr VORSICHTIG und äußerst ACHTSAM und LANGSAM mit sanftem Druck den Bohrer im Uhrzeigersinn in der Achsbohrung drehen und immer nur sehr wenig Kunststoff abtragen, bis der metallische Ring den Drehgestell-Rahmen berührt. Lieber mehr Zeit lassen, als zuviel wegsäbeln.
  4. Die Öffnung sanft versäubern, vielleicht mit dem kleineren Bohrer.
  5. Den Vorgang in allen Achslagern der beiden Drehgestelle wiederholen.

Schritt 2: Messing-Lager einsetzen.

Vier neue Achslager aus Messing von Peho; zwei sichtbar. 🙂
  1. Einen winzigen Tropfen Sekundenkleber in das Achslager geben.
  2. Eine Messingbuchse hineingeben, mit der Pinzette ausrichten und dann fest hineindrücken.
  3. Wirklich trocknen lassen.
  4. Nun die Achsen sinnig einsetzen, mit den Isolierbuchsen jeweils in Fahrtrichtung zweimal links vorne, zweimal rechts hinten.
  5. Rollwiderstand prüfen. Sollten die Achsen zu straff sitzen, dient der kleine Bohrer dazu, die Messingbuchsen innen sanft etwas zu vertiefen. Mit wenig Druck vorgehen, sonst kann sich die Klebe-Verbindung lösen.
  6. Abschließend in jedes Lager einen winzigen Tropfen guten Öls geben.
  7. Gute Fahrt!
Ein D-Zug-Wagen von Piko mit neuen Achsen (Radscheiben innen schwarz lackiert) und Achslagern aus Messing. So machen diese Fahrzeuge Freude.

Die vielleicht beste Kurzkupplung für H0 Modellbahnen. RTS.

So gleitet die RTS-Kupplung unter Rocos langen Waggons durch.

Sie existiert längst: Eine Kupplung, die mit einem weltweit riesigen Anteil an H0-Modelleisenbahnen ohne Einschränkungen funktioniert. Nur wird sie derzeit nicht produziert.

Wieder einmal war es der Zufall, der mir geholfen hat: In einem Kästchen lungerten diverse Austauschkupplungen herum. Mehr gelangweilt probierte ich einige davon aus, unter anderem irgendwas mir Unbekanntes mit der Prägung „RTS“. Ich lernte: Es gab Varianten mit und ohne Strom-Übertragung. Letztere steckte ich in so ziemlich Alles, was ich an H0 Fahrzeugen mit Normschacht besitze. Das Ergebnis war schnell klar: DAS ist DIE Kupplung. 🙂

Sanftes Einkuppeln, ohne Hakelei in Kurven, relativ unauffällig – wieso hatte ich das verschlafen! Die RTS-Kupplung ähnelt zwar den Kurzkupplungen von märklin und ihren Nachahmungen bei Roco und Esu. Aber der RTS-Metallbügel ist zur Abwechslung unglaublich intelligent konstruiert. Sämtliche Probleme der genannten Kupplungen sind eliminiert. Wieso haben das eigentlich auch Andere verschlafen?!

Inzwischen hat märklin die RTS-Formen übernommen, und anstelle diese modernisierte Version ihrer alten Kurzkupplung flächendeckend einzusetzen und damit sämtliche Nervereien mit Fahrzeugen anderer Hersteller abzustellen (und nebenher die Pufferhöher eigener Loks endlich zu berichtigen), setzte man den breiten märklin-Bügel auf den RTS-Kopf. Nicht. Zu. Fassen. Dennoch, die Formen und Stanzwerkzeuge sollten ja vorhanden sein, und sie könnten genutzt werden.

RTS mit Lima (70er Jahre). Passt. 🙂

Vorteile:

  • Die RTS-Kupplungen schwenken frei unter allen Puffern durch, auch bei den extra-langen 32cm Speisewagen. Der Bügel klappt nämlich nicht einfach rauf und runter, sondern er besitzt Langlöcher. Mit diesen kann er sich leicht bewegen und liegt immer gerade auf, sowohl auf dem eigenen Kupplungs-Körper als auch auf dem Bügel der Gegenüber-Kupplung.
  • Der RTS-Bügel kuppelt neben aktuellen Normkupplungen auch ältere Fahrzeuge sicher an, wie z.B. Spielzeug-Züge von Lima oder Jouef. Er besitzt zum Kuppeln eine herkömmliche Öse, kein einseitig offenes L-Bauteil. So macht das Hobby noch mehr Spaß, weil man alles querbeet mischen kann.
  • Die gesamte Kupplung wirkt filigran und weniger auffällig, als märklins Version mit dem breiten Bügel oder gar Rocos graue Universal-Kupplung mit dem breiten Gußteil. Denn die Öse selbst ist schön schmal gehalten.
  • Das Einkuppeln erfolgt supersanft: Vorn an der Öse befindet sich eine unauffällig angebrachte Verdickung, eine Art Nase. Diese erzeugt nur wenig Reibung.
  • Auf Vorentkupplung wurde verzichtet – gut so. Ich kenne niemanden, der diese Funktion wirklich nutzt: Entweder, die Waggons rollen in einer Senke plötzlich davon, oder aber die Lok ruckelt kurz und vergrößert dabei den Abstand zu den Waggons, die Kupplungen legen sich wieder in Ausgangsstellung. Ungewollt kuppelt die Lok die Waggons wieder an. Frust.
  • Schwarzer Kubststoff sieht edler aus, als Rocos Uni-Kuppler im Grauschleier.
RTS mit märklin-KK. Passt. 🙂
RTS mit Röwa (70er Jahre). Passt. 🙂

Nachteile:

  • Mit der bislang bekannten Digitalkupplung von Roco klemmt die RTS-Kupplung. Offenbar muss man die Digi-Kupplungen etwas angleichen.
  • Der dicke Kupplungshaken sorgt dafür, dass die Kupplungen recht fest zusammensitzen – ohne das lästige Längs-Spiel wie bei Rocos Unikupplung oder gar bei Esus Interpretation. Das wirkt schon mal seriöser als in sich schlackernde Erzzüge. Aber im Zusammenspiel mit anderen Fabrikaten kann es zu eng werden. Möglichkeit: Den RTS-Bügel auf den märklin-Kopf setzen, ohne dessen Vorentkupplungs-Funktion.

Artverwandtes:

Die RTS-Kupplung ohne Strom-Kontakt, richtig prima zum Modellbahn-Spielen.
Die märklin-KK mit dem Bügel des Anstoße(n)s. Nervig seit 1987.
Rocos Universalkupplung; offensichtlich ein Nachbau der märklin-KK.
Die Kupplung von Esu. Ohne Vorentkupplungsbügel, der sanftes Ankuppeln verhindert.

Fazit:

Die isses. 🙂 Ich glaube fest, dass mit dieser Kupplung, oder wenigstens dem RTS-Bügel auf dem märklin-Kopf, die berühmten „85% der Kunden“ perfekt zufrieden wären. Jetzt muss man sie nur noch kaufen können.

Vor allem filigrane Fahrzeuge gewinnen durch die RTS Kupplung.

Pikos Diesel-IC 52001 & 52201 mit Licht-Spielereien

…gilt vor allem auch für Pikos Züge 59230 & 59430.

Piko hat seine Neuauflage des roten Diesel-Triebzuges der BR 612 technisch verbessert: Die Glühlampen wurden gegen warmweiße LED getauscht, und die Schnittstelle wurde sozusagen ergänzt durch Lötflächen und steckbare Kontakte.

So wird es im Digitalbetrieb möglich, die Innen- und ZugZiel-Beleuchtung jeweils separat zu schalten, zum Beispiel über die Decoder-Kabel F1 und F2. Die entsprechenden Platinen für den IC-Zug oder ältere, rote Varianten gibt es im Piko-Shop als Ersatzteile, nicht eben günstig, aber man wertet seinen vorhandenen Zug deutlich auf.

Rechts zeigen die Kreise, wo die Kabel grün und braun (violett) anzulöten sind. Die gelben Rechtecke zeigen die Positionen der Jumper.

Auf den Fotos kann man eindeutig erkennen, was dafür zu tun ist:

  1. Mit den Jumpern quer zur Fahrtrichtung die jeweils äußeren Kontakte verbinden.
  2. An die Lötfläche ‚Pad-A‘ das braune Decoder-Kabel für die ZugZiel-Anzeige anlöten. (meistens ist dieses Kabel violett)
  3. Das grüne Decoder-Kabel für die Innen-Beleuchtung ist meistens direkt am Decoderstecker angelötet. Dort sorgsam abtrennen und wie gezeigt an die Lötfläche ‚Pad-B‘ anlöten.
  4. Im Zugteil ohne Schnittstelle braucht man nichts zu erledigen: Dessen Beleuchtung wird vom motorisierten Teil geschaltet.

Mit ein paar einprogrammierten Effekten (je nach Decodertyp) wirkt der schöne Zug gleich nochmal netter. 🙂

Material:

1x Leiterplatte Wagen A: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=13479&vw_name=detail

1x Leiterplatte Wagen B: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=18861&vw_name=detail

2x LED-Platine mit warmweißen und roten LED: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=13506&vw_name=detail

S-Bahn Rhein-Ruhr von Piko (Update 03 2020)

Orange, wohin man blickt. 🙂

Pikos neu ausgelieferte S-Bahn Wagen nach Vorbildern der Bundesbahn der 80er Jahre gefallen auf den ersten Blick. Dass sie etwas handfester konstruiert wirken, als Rocos ältere Pendants, entspricht der Qualität, die man von Piko erwartet. Man findet viel Schönes aber auch ein paar Kritikpunkte. In Summe machen mir diese Fahrzeuge viel Spaß. Aber man sollte schon ein paar Ungereimtheiten abstellen. Wie das geht, beschreibe ich nachfolgend.

Derzeit sind folgende Fahrzeuge lieferbar:

2. Klasse 58500: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=27452&vw_name=detail

1./2. Klasse 58502: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=27458&vw_name=detail

Steuerwagen 58501: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=27453&vw_name=detail

Ausführung.

Eng, aber ohne Zwang – gut so. 🙂

Die Waggons sind maßstäblich lang konstruiert und dank ihrer kürzeren Vorbilder auch für märklin- und Fleischmann-Fahrer geeignet, deren Waggons eher nur etwa 282mm lang sein sollen. Die Kulissen für Kurzkupplungen halten die Waggons wirklich nah beieinander, anders, als noch bei Pikos Schnellzugwagen, die etwas ängstlich zueinander auf Abstand bleiben.

Mit einem Lackmaler imitiert man die Griffstangen.

So aufwändig Pikos bei den x-Wagen viele Details auch darstellt, ausgerechnet die auffälligen Griffstangen an den seitlichen Wagen-Enden sind als ‚Balken‘ im Gehäuse angeformt. Dies konnte Roco besser, und das vor bereits 32 Jahren: Kleine Metallstifte im Gehäuse stellen diese Griffstangen sauber, wenngleich wenig vorbildgerecht dar. Bei Piko muss man sich mit einem silbernen oder besser kieselgrauen Lack-Strich behelfen (gut trocknen lassen!).

Separate Scheibenwischer und seitliche Griffstangen. Der Staub kam nicht aus dem Werk.

Immerhin, der Steuerwagen besitzt neben den Führerstandstüren separat eingesteckte Griffstangen, vorbildentsprechend gekröpft. Dazu passen die separat eingesetzten Scheibenwischer und kleine extra-Griffe. Die Wirkung dieser Teile ist großartig.

Im Bereich der Fahrgestelle findet man viele filigrane, extra angesetzte Details, die man allerdings nur sieht, wenn man nach ihnen sucht. Diese eigenartige Inkonsequenz, dass Piko die Detaillierung im Fahrgestell quasi übertreibt, sich zugleich aber am Gehäuse Details spart, kennt man schon von der 103:

Die Drehgestelle von Pikos 103 besitzen unfassbar viele separat eingesteckte Teile. Ausgerechnet aber die auffälligen Scheibenwischer sind mittig geteilt, da jeweils zur Hälfte an Gehäuse und Fenster angeformt. Das sieht man bei jedem Blick. Ich vermisse hier eine sachkundige Führung von Konstruktions-Prinzipien.

Piko hat tatsächlich das Abteil der 1. Klasse in der Form nachgebildet. Vorn sieht man die Bodenschwelle und die Abteil-Wände.

Die seitlichen Fensterbänder liegen etwas zu weit im Gehäuse, das erinnert frappierend an Rocos Modelle. So ein Zufall! Und gerade die Fenster hätte man bei einer Neukonstruktionen von 2018 wirklich eleganter gestalten sollen. Wieso checkt man bei Piko so etwas nicht?

Tatsächlich stimmt Pikos Werbe-Versprechen, diese Waggons seien „wackelfrei“. Allerdings: Dass diese Aussage für diverse andere Waggons von Piko eben nicht gilt, sei hier des Fairplays wegen angemerkt.

Piko hat wie üblich ein Produkt-Video veröffentlicht:

Farb-Differenzen.

Der Führerstand des Steuerwagens zeigt ein äußerst passgenau eingesetztes Front-Fenster, dessen Rahmen aber statt silbern leider schwarz bedruckt wurde und so völlig anders wirkt, als das Vorbild. Auch hier fragt man sich, warum so etwas nicht vor der Produktion korrigiert wird.

Trauerflor…?

Denn leider kommen unnötige Farb-Fehler in Pikos Expert-Reihe immer wieder vor. So wurde auch der Wagenboden des Steuerwagens in leicht von den anderen Waggons abweichendem Braun-Ton eingefärbt, auch seine seitlichen Rahmenwangen lackierte Piko in genau demselben abweichenen Farbton.

Unten der Steuerwagen – braun ist nicht braun.

Auch das Orange meiner Piko-Lokomotive BR 111 weicht in der Farbtemperatur leicht von den drei Waggons ab.

Zwar kann man alles weg-erklären mit „Abweichungen gab es beim Vorbild auch“, aber hier geht es nicht um rhetorische Klimmzüge, hier geht es um eine inkonsequente, schwankende Produkt-Qualität. Dabei wäre es ganz wunderbar, könnte man sich bei Piko auf einheitliche und richtige Farben verlassen. Ich würde auch lieber alles über den grünen Klee loben. Geht aber nicht.

Decoder für Lichtwechsel. Und so.

LED Technik hat ihre Vorteile.

Besonders viel Mühe gab sich Piko mit den umfangreichen Möglichkeiten der Beleuchtung: Stirn- und Schlussbeleuchtung, Zugzielschild, Führerstand und beide Aborte sind mit LED bestückt und separat einschaltbar, sofern man einen Funktions-Decoder einsetzt.

Auch eine nachträglich eingebaute Innenbeleuchtung kann über den Decoder geschaltet werden. Die Mittelwaggons benötigen hier einen kompletten Satz Innenbeleuchtungen inklusive Radschleifern. Piko hat dazugelernt und die primitiven Achsschleifer endlich gegen sinnvolle Radkontakte ersetzt, die eine Achtpunkt-Stromaufnahme ermöglichen. So hätte es von Anfang an sein sollen, sogar bei Trix gibt es solche Dinge seit vielen Jahren.

Innenbeleuchtung Mittelwaggons Piko 56291:
https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=28051&vw_name=detail

Innenbeleuchtung Steuerwagen Piko 56292:
https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=28052&vw_name=detail

Zum Anschluss des Lichtwechsel-Decoders setzt Piko nicht auf bewährte Schnittstellen wie mtc21 oder Plux22, sondern auf eine eigen(sinnig)e Lösung: Unter der Platine finden sich zwei Buchsen aus dem Elektronik-Bereich, in denen eine Blind-Platine mit viel Kabelage den Analog-Betrieb ermöglicht. Piko bietet also einen Funktionsdecoder an, dessen zwei (!) Stecker mit sinnfällig angeschlossenem Kabel-Verhau in die Dosen eingedrückt werden müssen. Er ist derzeit der Einzige seiner Art, der mit diesen Steckern angeboten wird. Und das wird sicher auch so bleiben, wozu gibt es genormte Schnittstellen.

Piko versucht, den freien Einsatz von Funktionsdecodern zu torpedieren. Das klingt nach 1959, nicht nach 2019. Was Piko hier treibt, wie auch beim ICE4, das ist märklin-für-Arme. Und natürlich übergehe ich jeden derartigen Versuch der Gängelung.

Ich hoffe wirklich, dass man sich bei Piko endlich besinnt und zukünftig Steuerwagen und ICE4 mit genormten Plux22 Schnittstellen ausliefert: Für Modellbahner und Händler ist dieser Schnittstellen-Egoismus äußerst lästig. Piko sollte Bewährtes übernehmen und sich in das Vorhandene einreihen.

Abgesehen davon sind die vielen einzelnen Kabel und die kleinen Steckerchen schon sehr fummelig.

Decoder nach freier Wahl – das geht auch hier. 🙂

Freidenker finden sogar zwei einfache Möglichkeiten, einen Funktions-Decoder nach Wahl in den Steuerwagen einzubauen. Ein Lötkolben, eine Pinzette und etwas Geduld sind dazu notwendig. Ich habe einen günstigen Lokdecoder MX600 von Zimo verwendet, dessen Licht-Funktionen sich sehr nett programmieren und an den Lokdecoder MX637 angleichen lassen. Dabei sind „nur“ die ersten vier Funktionen schaltbar, also Licht weiß/rot, Führerstand und ZugZielAnzeige. Abort etc. bleiben duster. Aber darauf verzichte ich gern, als mich einem unnötig autoritär festgelegten Buchsen-Standard zu beugen. So.

Die nun folgenden Tipps erfolgen ausdrücklich ohne Gewähr!

Möglichkeit 1, Decoder bleibt steckbar: Man zupft die beiden Stecker der Blind-Platine aus den Buchsen. Dann werden die Kabel nacheinander, Funktion für Funktion, von der Blind-Platine ab- und jeweils sofort an die passende Stelle des neuen Funktionsdecoders angelötet. Tipp: Sorgfältiges Vorgehen erhöht die Erfolgs-Chancen. 🙂 Diese Arbeit ist etwas fummelig, aber es bleibt der Vorteil, dass der Decoder nur gesteckt ist und sich so einfach austauschen lässt.

Auf diese Weise kann man auch sehr günstige Decoder wie den Tams FD-R verwenden: https://tams-online.de/Funktionsdecoder-FD-R-Basic-2

Belegung der beiden Buchsen im x-Steuerwagen. Von OBEN betrachtet!
Der erste Versuch mit einem ESU-Decoder. Sauber löten können Andere ganz prima. 🙂 (funktioniert übrigens)
Der Decoder verschwindet…
…zwischen den beiden Wänden.

Möglichkeit 2, Decoder wird fest eingelötet: Auf der Platine finden sich kleine Löt-Pads mit eindeutigen klaren Angaben, welches Decoder-Kabel dort angeschlossen werden soll. Natürlich muss auch hier die Blind-Platine mit ihren Steckern aus den zwei Buchsen gezogen und aus dem Steuerwagen entfernt werden. Die Decoder-Kabel lötet man also direkt auf die Hauptplatine. Passend zu den genormten NEM-Kabelfarben habe ich Zeiger angebracht.

Ärgerliche Achsen.

Ein unschönes Kapitel sind bei einer ganzen Reihe meiner Waggons von Piko die Achsspitzen, die sich in die Drehgestelle einfräsen. Sämtliche meiner „Schnellzugwagen“ von Piko habe ich deswegen mit Messingbuchsen von Peho ausgestattet. Diese werden innen in die Drehgestell-Rahmen eingesetzt. So entsteht langfristige Sicherheit, und als netter Nebeneffekt reduziert sich das Rollgeräusch.

Peho Lagerbuchsen aus Messing & Werkzeug: http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

Auf der Achsspitze erkenbar Kunststoffreste aus dem Drehgestell-Rahmen.

Auch Pikos neue x-Wagen zeigten leichte Fräs-Spuren in den Drehgestellen. Und das, obwohl deren Räder neuerdings endlich glatte Oberflächen besitzen. Denn weil Pikos rauhe Radflächen Inder Vergangenheit sich überaus willig mit Schmutz zusetzten, habe ich irgendwann entnervt alle Piko-Achsen gegen die von Thomschke ausgetauscht. Piko verkauft nicht immer nur höchste Qualität…. https://www.modellbahn-radsatz.de/h0/radsaetze-h0-gleichstrom/piko/index.php

Ob auch im Fall der x-Wagen tatsächlich ‚Gefahr‘ für die Waggons bestand oder dies für die ersten Stunden normal ist, war mir dann egal: Sicherheitshalber habe ich weitere Buchsen geordert; schön genug sind die Waggons schließlich.

*Ei, Ei, Ei…*

Die Radscheiben habe ich mit Silber und Graubraun eingefärbt, um auch hier möglichst nah am Vorbild zu sein. Abgesehen davon sieht es schick aus.

Bremsscheiben müssen sein.

Man kann zum Bearbeiten die Achsen im Drehgestell belassen. Um die Radscheiben einzufärben, hält man den Pinsel (mit sehr wenig Farbe!) dagegen und dreht mit einem Daumen das Rad in Richtung vom Pinsel weg.

Zuerst habe ich die mittleren Flächen silbern ausgelegt, um die Bremsscheiben darzustellen. Dabei die Farbe möglichst dünn auftragen, denn Bremsscheiben haben keine Struktur.

Nachdem alles durchgetrocknet war, wurde der vertiefte Rand Graubraun (RAL 8017) ausgelegt. Am Besten einen extrem feinen und teuren Pinsel verwenden und jeweils nur sehr wenig Farbe auftragen. Abschließend befreit man den äußeren Radreifen von der Farbe. Dazu drückt man ein Wattestäbchen schräg an den Radreifen, und dreht das Rad einmal herum. Im Ergebnis wirkt der Wagenverband optisch um einiges edler.

Erst nach dieser Arbeit stellte ich fest, dass bei allen drei Waggons einige Räder unpräzise auf die Achsen gezogen wurden und deswegen leicht eiern. Was sich in unruhigem Lauf der Waggons äußert. Ob ich auch hier wieder Thomschke Achsen einsetze und mir die Arbeit nochmal mache, muss ich mal sehen.

*Knack-Knack*

…ist keineswegs immer der „Gipfel der Genüsse“. Im Gegenteil. Meine x-Wagen von Piko gaben jedesmal ein penetrantes Knack-Geräusch von sich, sobald sie in Kurven einbogen oder gar S-Kurven durchfuhren. Anfangs brachte ein Tröpfchen Teflon-Schmiermittel Linderung. Zwischenzeitlich erreichten mich über diesen Blog Zuschriften, die sich ebenfalls an den Knack-Geräuschen störten. Und mir riss der Geduldsfaden: Fällt sowas eigentlich niemanden vor Auslieferung auf?

Also betrieb ich Ursachen-Forschung und fand eine Banalität: Die Kulissen-Führung ist in der mittigen Spitze zu scharfkantig. Vermutlich im Formenbau wurde nicht exakt genug gearbeitet, und so verhakt sich der Kupplungsträger beim Wechsel von links nach rechts. Und verursacht das ‚Knacken‘.

Natürlich kann man kann sich mal wieder behelfen. Es ist schon sehr frustrierend, festzustellen, wieviele Piko-Modelle substanzieller Nacharbeit bedürfen – ohne, dass der Hersteller für neue Auflagen eingreift.

Genau hinsehen: An der Spitze sind Grate zu erkennen. Unpräzise halt.

Man demontiert die Waggons und entnimmt auch die Kupplungsträger. Mit einer sehr feinen (!) Feile streicht man nun ohne jeden Druck (!!) beidseitig um die Spitze der Kulissen-Führung.

Nun ist die Spitze glatt – so sollte es ab Werk sein.

Nochmal zum Merken: Sanft! Ohne Druck! Nur entlangstreichen! Dabei immer wieder mit dem Kupplungsträger ausprobieren, ob das Knacken verschwunden ist. Wenn ja: Sofortiges Stopp. Danach die Kupplungsträger wieder einsetzen.

Gutes Teflon-Zeug sorgt langfristig für geschmeidige Bewegungen.

Einen kleinen Tropfen Teflon-Schmiermittel auf die Mechanik geben und durch Bewegen der Mechanik verteilen. Waggon zusammenbauen – und endlich geschmeidigen Betrieb genießen.

Fazit: Natürlich hat Piko bemerkenswerte S-Bahn Wagen auf den Markt gebracht, mit vielen netten Ideen. Aber viele nervige Kleinigkeiten hätten VOR Auslieferung abgestellt werden sollen. Und es sind gerade die Kleinigkeiten, an denen man erkennt, wie seriös sich jemand um seine Produkte kümmert.

Eigensinnige Decoder-Schnittstelle, eiernde Achsen und die knackenden Kulissen sind drei unschöne Aspekte. Man sollte sich bewusst sein, dass Pikos x-Wagen optisch schön gemacht sind, dass sie aber eben auch einer gewissen Nacharbeit bedürfen.

KKK für einen alten H0 Roco-Containerwagen

Zwei Produkte der 70er Jahre bereiten auch heute noch Freude.

Auf einem Flohmarkt kaufte ich einen alten aber ungebrauchten Containerwagen von Roco. Für zwölf Euro nimmt man den gerne mit, zumal man von diesem Waggon-Typ nie genug haben kann. 🙂

Und tatsächlich rollt er einwandfrei auf aktuellen RocoLine- und Trix-C-Gleisen, nur Kulissen für Kurzkupplung besitzt er nicht. Seine Kupplungen sind in Drehpunkten gelagert. Aber bereits in den 70er Jahren bot Roco Nachrüstsets mit Kulissen und eigenen Kurzkupplungen an. Für diesen Container-Waggon ist das Set 4591 das passende. Diese Teile findet man oft über Ebay.

Wer sich für ältere Roco-Modelle interessiert, sollte sich Kataloge aus den 70er oder frühen 80er Jahren besorgen. Diese listen alle Teilenummern auf.

Der Nachrüstbeutel.
Hier bitte versäubern.

Für ein paar Euro landete das Beutelchen in meinem Briefkasten, natürlich ohne Anleitung. Den Umbau beschreibe ich nachfolgend. Ein paar Unsauberkeiten entfernt man vorab mit einem schmalen Bastelmesser. Die Puffer braucht man eigentlich nur im Fall des Ab-Fallens.

So sieht der Waggon ab Werk von unten aus.

Man erkennt sofort die Kupplung mit Drehpunkt. Die rechteckige Abdeckung muss beidseitig vorsichtig herausgeklippst werden. Kupplungsträger und Deckel legt man zur Seite.

Die neue Feder.

Die speziell geformten Federn legt man so in den Wagenboden, dass ihre beiden Ösen die zwei Stäbchen umfassen.

Schmiermittel sorgt für langfristig sichere Funktion.
Der Kupplungsträger ist eingesetzt.

Nun wird der neue Kupplungsträger eingesetzt. Dazu schiebt man ihn aus Richtung Wagenmitte gegen die überkreuzten Federbeine. Nicht von außen, dann funktioniert die Federung nicht. Der vordere Pin gehört in die schwalbenförmige Aussparung, die beiden Pins der Enden in die rückwärtigen Mulden.

Deckel drauf, fertig. 🙂

Abschließend setzt man die Deckplatte wieder richtig herum ein. Mit einer Kurzkupplung nach eigener Wahl kann man diesen 40 Jahre alten Waggon nun in aktuelle Garnituren einreihen. Schön, dass Roco damals so weit voraus gedacht hat.

Zwei Generationen, 70er und Nuller-Jahre.
…davon braucht man Viele. (Viele!)


Roco Donnerbüchsen mit LED-Beleuchtung

Roco Donnerbüchse gleichmäßig mit LED beleuchtet.

Rocos „Donnerbüchsen“ gibt es zwar schon seit den 70er Jahren. Man gab sich damals aber so viel Mühe mit der optischen Gestaltung, dass diese Modelle auch heute noch neben aktuellen Konstruktionen bestehen können. Zudem gibt es vier verschiedene Fahrzeug-Typen, was die Züge schön abwechslungsreich aussehen lässt.

Um diese Fahrzeuge innen zu beleuchten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man verwendet Rocos Set mit altmodischen Glühlampen, das außerdem zwei neue Achsen erfordert. Oder man sucht sich das passende Zubehör zusammen, was mir persönlich im Ergebnis besser gefällt: Eine günstige LED-Lichtleiste (pufferbar) und Radschleifer von Esu. Dazu ein Elko. Da Rocos Modellgenerationen dieser Waggons stark artverwandt sind, dürfte diese Anleitung für alle seit Erstauslieferung verfügbaren Waggons passen. Falls nicht, bitte ich um Hinweise. 🙂

Einbau

Zuerst wird das Waggon auseinandergenommen. Das Dach fasst man an den Enden an und zieht es sanft drehend nach oben. Dann nimmt man den Wagenkasten ab, die Klippse finden sich innen unten. Der Kunststoff älterer Waggons ist manchmal etwas spröde, hier sollte man die Klippse sanft mit einem Schraubendreher entriegeln.

Der Elko wird mit Doppelklebeband in das Abort-Abteil geklebt und seine Anschlüsse gekürzt. Für den elektrischen Anschluss braucht man insgesamt sechs Litzen. Um entspannt arbeiten zu können, sollte die Länge viermal 14cm (f+r die Radkontakte) und zweimal 7cm (für den Anschluss des Elkos) betragen.

Oben kommen die Litzen herein, unten der Flackerschutz.

Die langen Litzen lötet man bereits jetzt an die Radschleifer, noch bevor diese befestigt werden. Die kurzen Litzen lötet man an den Elko.

Während die Lötstellen abkühlen, entfernt man oben aus dem Gehäuse alle Querverbindungen, weil diese dem Licht im Weg sein können. Das Gehäuse bleibt auch ohne diese Streben stabil.

Nun fädelt man die Kabel der Radkontakte seitenweise von außen nach innen durch den Wagenboden und gibt Kleckse des Sekundenklebers auf die Querstreben der Bremsklötze. Die Radkontakte richtet man darauf so aus, dass sie mittig sitzen. Hier sollte man sich von einer Achse zur Anderen vorarbeiten. Nicht gleich beide mit Kleber versehen. Das mittige Ausrichten dauert schon ein paar Sekunden.

Die Radschleifer von Esu klebt man auf die Querstange.

Wenn alles festsitzt, zieht man die Litzen weiter durch den Wagenboden. Zwei Streifen Tesafilm halten sie geordnet. Die Litzen einer Waggonseite (zum Beispiel beide Kabel aus in Fahrtrichtung links) sollte man ganz am Ende der Litze mit einem kleinen Knoten markieren. Im Elko-freien Abort wird mit der heißen Lötspitze ein Loch in den Boden gestochen. Dort hindurch fädelt man die vier Litzen nach oben und setzt oder klebt die Einrichtung auf den Wagenboden. Nun das Gehäuse wieder aufklippsen.

Die Lichtleiste befestigt man mit dickem Doppel-Klebeband im Dach, schön mittig. Etwaige Anguss-Reste mit einer kräftigen Zange umfassen und drehend entfernen. Wer mag, kann den Poti zuvor gegen einen festen Widerstand austauschen, z.B. 2kOhm.

Alles gleichmäßig beleuchtet.

Die Litzen werden nun so weit gekürzt, dass das Dach später noch abgenommen werden kann, zusammengebaut die Kabel aber unsichtbar bleiben. Die langen Litzen gehören natürlich an das äußerste Ende der Lichtleiste, die kurzen Litzen vom Elko sollte man direkt an den hinteren Kontakten des Gleichrichters anlöten, dabei unbedingt die Polarität beachten. Die Kabel nun vorsichtig etwas zur Seite streichen und das Dach aufklippsen.

‚Goldweiße‘ LED passen gut zur älteren Waggon-Art.

Fertig ist der Umbau, und ein älterer Waggon ist modern illuminiert.

Material

Piko Pimping: Silberling – Steuerwagen aus 58113.

Die S-Bahn im Ruhrgebiet der 70er Jahre: Piko 58113 (DC)

Pikos Silberlinge gibt es derzeit in einer Sonder-Auflage nach Vorbild eines S-Bahnzuges aus dem Ruhrgebiet der 70er Jahre. Die passende Lokomotive, eine grüne BR 141, lässt sich dank Plux22 Schnittstelle problemlos mit einem Steck-Decoder bestücken. Aber der Steuerwagen kommt technisch geradezu archaisch daher. Diese Waggons waren eben als ‚Hobby‘-Modelle auf den Markt gekommen, und sie sind seitdem nicht überarbeitet worden. Diverse Bauteile von Esu versetzen ihn technisch in die Jetzt-Zeit.

Radschleifer

Pikos altmodische Radkontakte für Personenwagen greifen den Strom ausgerechnet dort ab, wo die Drehbewegung am Langsamsten ist, an der Achse. Der fester Anpressdruck erhöht den Rollwiderstand spürbar. Eine elegantere Lösung bietet Esu an. Deren klug geformte Radschleifer erfüllen diese Aufgabe weitaus sinnfälliger.

Oben Pikos Achsschleifer, unten Esu Radschleifer.

Man kann a.) die Original-Verkabelung belassen, der Strom wird weiterhin nur ‚vorne links‘ und ‚hinten rechts‘ aufgenommen, oder aber b.) man legt Wert auf eine sichere Versorgung der Beleuchtung. In diesem Fall müssen alle acht Räder in die Stromaufnahme einbezogen werden. Dazu bedarf es zweier weiterer Kabel, und man benötigt insgesamt vier Pärchen der Esu-Radkontakte.

Eine wirksame Stromabnahme von allen Rädern.

Zur Befestigung der Radschleifer verwende ich Sekundenkleber von Uhu. Dieser zieht schnell und hält recht sicher, aber zum Glück nicht ‚bombenfest‘, wie das früher der Fall war. Bei Bedarf lassen sich die Teile also wieder voneinander lösen, zum Beispiel mit der Klinge eines Schraubendrehers.

Schnittstelle & Decoder

Pikos LED-Platine besitzt weder Schnittstelle, noch Decoder On-Board. Einen Lichtwechsel-Decoder anzuschließen, erfordert schon gewissen Aufwand. Umso wichtiger, hier eine Schnittstelle einzusetzen, um im Fall eines Decoder-Aus-Falles nicht schon wieder löten zu müssen.

Vier angelötete Kabel, weiß, blau, gelb und grün.

Zunächst entfernt man zwei Widerstände mit dem Wert ‚0‘, wie im Foto und auf Pikos Zeichnung zu sehen:
https://www.piko-shop.de/media/org/orgb_P/orgid_1/k11/thumbs/3571_10619.jpg

Die Schnittstellen-Platine wird einfach direkt auf die Rückseite von Pikos LED-Platine geklebt, dabei darauf achten, den Durchlass unter den Platinen für die Verbindungskabel frei zu halten! So bleibt der Decoder später unsichtbar. (Das sollte natürlich besser ab Werk so gelöst sein…) Zwei Tröpfchen Sekundenkleber reichen dazu aus.

Litzen von der LED-Platine zur Schnittstelle.

Der Kabel-Anschluss ist recht einfach, wenngleich fummelig. Die Zeichnungen zeigen die Kabelfarben. Um die Schnittstelle mit der LED-Platine zu kontaktieren, reichen Kabel in weiß, gelb und blau mit jeweils zwei Zentimetern Länge.

Wer alle Räder zur Stromaufnahme heranziehen möchte, sollte direkt zwei weitere Kabel verlegen, jeweils rot und schwarz, kurz und lang, an einem Ende zum leichteren Anlöten verdrillt. Das Foto zeigt, wie das aussehen muss.

Flacker-Schutz ‚PowerPack mini‘

Als zusätzlichen Flackerschutz dient ein ‚Power Pack‘ von Esu. Diesen habe ich so plaziert, dass er von außen möglichst wenig zu sehen ist. Seine Kabel werden direkt an den Lichtwechsel-Decoder angeschlossen, aber das ist gar nicht so einfach: Ausdrücklich sei hier darauf hingewiesen, dass diese Löt-Arbeit wegen der winzigen Löt-Pads auf dem Decoder eine Herausforderung darstellt.

Das PowerPack könnte man noch durch eine Holzkiste tarnen.

So wird das PowerPack direkt an den Decoder angeschlossen .

Beim Programmieren mit Esus Lokprogrammer überschreibe ich gern die Werkswerte mit meinen eigenen Präferenzen, sodass diese nach einem möglichen Reset wieder aktiv sind: Sanftes Auf- und Abblenden der Lichter, eigene Adresse. Hin und wieder gibt es eine aktuelle Firmware; schön, dass sowas angeboten wird.

Mit Sandkästen am Drehgestell gefällt der Steuerwagen besser.

Radsätze

Wie viele andere Modelle von Piko besitzen auch diese Fahrzeuge Räder mit recht rauer Oberfläche. Darauf setzt sich auffallend schnell Schmutz ab, und bei meinen ‘Schnellzugwagen’ von Piko hatten sich die Radspitzen nach nur wenigen Stunden Fahrbetrieb in die Drehgestelle hineingefräst. Das muss ja nicht sein. Also ersetzte ich Pikos Achsen gegen DC Achsen von märklin:

https://www.lokmuseum.de/shopartikel.php?SArt=10016150&SBez=E700580_Marklin_Scheiben_Radsatz_DC

Sicherheitshalber wurden zusätzlich Messinglager von Peho in die Drehgestelle eingebracht. Vor dem Einsetzen der Achsen unbedingt ein Tröpfchen Öl spendieren.

Tipps

  • Die unteren, sichtbaren Bereiche der messingfarbenen Radschleifer kann man tiefschwarz lackieren, bzw. RAL graubraun 8019 bei den Silberlingen mit blauem Längs-Träger
  • In denselben Farben sollte man die Radscheiben seidenmatt schwarz bzw. graubraun 8019 auslegen. nur die äußeren Radreifen und natürlich die Spitzen bleiben frei. Dadurch wirken die Fahrzeuge ’schwerer‘ und vorbildgerechter.
  • Das Pult im Führerständ sollte mattgrün eingefärbt werden, ein Lokführer schadet nie.
  • Die Drehgestelle wurden zwischenzeitlich von Piko etwas überarbeitet. Seitdem halten sie die Wagenkästen auf gesundem Abstand. Hier im Vergleich sieht man links ein schwarzen Drehgestell neuer Fertigung, rechts ein braunes, älteres. Man kann neue Drehgestelle als Ersatzteile ordern, dabei immer auf aktuellste Artikelnummern und die passenden Farben achten.
links ein aktuelles Drehgestell, rechts die erste Ausführung.

Unterhalb der Klippse ist rechts mehr Raum bis zur Kante zu erkennen.

Materialliste

Esu Radkontakte 50707
http://www.esu.eu/produkte/innenbeleuchtungen/powerpack-radkontakt/

Esu Platine 51967
www.esu.eu/produkte/zubehoer/adapterplatinen/21mtc-adapterplatine-2/

Esu FX Decoder 54621 21mtc
http://www.esu.eu/produkte/lokpilot/lokpilot-fx-v40/

Messing-Lager
http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

Radsätze
https://www.lokmuseum.de/shopartikel.php?SArt=10016150&SBez=E700580_Marklin_Scheiben_Radsatz_DC

LED 0603 in Glühlampen-Farbtemperatur
https://www.railroad24.com/epages/es10595924.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10595924/Products/5611