Ausgeleierte Achslager, und was man dagegen tun kann.

Neue Lagerbuchsen braucht das (Piko-)Land.

Pikos maßstäblich lange Waggons bestehen zwar aus deutlich weniger Einzelteilen, als Rocos ältere Pendants, aber sie sind dennoch nett gemacht.

Ein älterer Schnappschuss: Im Achslager links oben zeigt sich eine in diesem Fall leichte Ausfräsung.

Aus allen drei Serien erwarb ich Waggons, grüne und blaue, ein paar Popwagen und natürlich Fahrzeuge in ozeanblau/elfenbein. Um nach nur wenigen Stunden Fahrbetrieb festzustellen, dass sich diverse Achsspitzen in die Drehgestelle hineingefräst hatten.

Pikos Achsspitze in der Vergrößerung.

Da mir die Waggons aber gut gefielen, kam nur Nachbesserung infrage. Nörgeln und verkaufen kann schließlich jeder. Eine überzeugende, dauerhaft funktionierende Lösung fand ich in den Lagerbuchsen von Peho.

Man benötigt eine oder mehrere große Packung(en) Messingbuchsen und die beiden Handbohrer mit Holzgriff. Dazu guten Sekundenkleber, eine Pinzette sowie eine große Portion Ruhe, und es kann losgehen. Den Peho-Shop findet man hier: http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

Sinnvollerweise sollte man Pikos Achsen austauschen gegen die hochwertigen Achsen von Thomschke. Dank derer glatten Laufflächen verringert sich sogar das Rollgeräusch: https://www.modellbahn-radsatz.de/h0/radsaetze-h0-gleichstrom/piko/index.php

Das Aufrüsten ist eigentlich einfach und empfiehlt sich auch für andere, vielleicht ältere Lieblings-Waggons, die über die Zeit in die Achslager eingesunken sind. Die folgenden Tipps werden natürlich ohne Gewähr beschrieben, das Nachahmen erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr.

Schritt 1: Achs-Lager vorbereiten.

So setzt man den größeren Bohrer vorsichtig an.
  1. Drehgestelle aus der Bodenwanne ausklippsen.
  2. Piko-Radsätze entnehmen und zur Seite legen, am Besten weit weg. Den größeren Bohrer in den Drehgestell-Rahmen führen und sanft gegen eine Achs-Öffnung drücken.
  3. Sehr VORSICHTIG und äußerst ACHTSAM und LANGSAM mit sanftem Druck den Bohrer im Uhrzeigersinn in der Achsbohrung drehen und immer nur sehr wenig Kunststoff abtragen, bis der metallische Ring den Drehgestell-Rahmen berührt. Lieber mehr Zeit lassen, als zuviel wegsäbeln.
  4. Die Öffnung sanft versäubern, vielleicht mit dem kleineren Bohrer.
  5. Den Vorgang in allen Achslagern der beiden Drehgestelle wiederholen.

Schritt 2: Messing-Lager einsetzen.

Vier neue Achslager aus Messing von Peho; zwei sichtbar. 🙂
  1. Einen winzigen Tropfen Sekundenkleber in das Achslager geben.
  2. Eine Messingbuchse hineingeben, mit der Pinzette ausrichten und dann fest hineindrücken.
  3. Wirklich trocknen lassen.
  4. Nun die Achsen sinnig einsetzen, mit den Isolierbuchsen jeweils in Fahrtrichtung zweimal links vorne, zweimal rechts hinten.
  5. Rollwiderstand prüfen. Sollten die Achsen zu straff sitzen, dient der kleine Bohrer dazu, die Messingbuchsen innen sanft etwas zu vertiefen. Mit wenig Druck vorgehen, sonst kann sich die Klebe-Verbindung lösen.
  6. Abschließend in jedes Lager einen winzigen Tropfen guten Öls geben.
  7. Gute Fahrt!
Ein D-Zug-Wagen von Piko mit neuen Achsen (Radscheiben innen schwarz lackiert) und Achslagern aus Messing. So machen diese Fahrzeuge Freude.

Autor: info@mobaz.de

...jetzt bloggt er auch noch! 😁 Die kleinen Züge sind für mich das Größte überhaupt, und ich spiele mit der Modelleisenbahn, soweit ich mich zurückerinnern kann. Von Spielzeug-Zügen bis zu filigranen Großserien-Modellen war und ist alles dabei. Ich nehme mir also eine Menge Zeit für Modell(eisen)bahnen. Die Erfahrungen daraus gebe ich nun an dieser Stelle gerne weiter. 🙂 Ich möchte meine Leser dazu inspirieren, ihr Modelleisenbahn-Hobby mit mehr Freude und Gelassenheit zu erleben und dabei eigene Ideen und eine eigene Sichtweise zu entwickeln. Denn nicht die Hersteller bestimmen, wie man ein Hobby auslebt, sondern der Hobbybahner selbst. Auf den Austausch mit freundlichen Artgenossen, gleich welchen Alters, freue ich mich. Wer Kontakt aufnehmen möchte, kann das gerne per Email tun. Sprachnachrichten auf Cassette oder MiniDisc akzeptiere ich ebenfalls. ;-) Übrigens, Cookies interessieren mich tatsächlich nur dann, wenn man sie essen kann. 🍪 😋 Alexander Kath