Neuheiten 2024

Strohballen, die durch Wüsten rollen.

Bei märklin könnte man meinen, sie lesen diesen Blog, wollen ihn inhaltlich aber nur so semi verstehen. Gut: Die dauerhaft verfügbare 103. Fragwürdig: Der Metropolitan mit Waggons in 30cm Länge. Diese könnten märklin endgültig das letzte Feigenblatt wegreißen, märklin H0 ist schon lange nicht mehr ‚märklin H0‘. Aber was es ist? Sowas hat schon Nina Hagen gefragt.

Minitrix kommt nett aber arg ausgebremst daher, das neue Minitrix-Gleis, konkurrenzlos attraktiv am gesamten N-Markt, wird nullstens beworben, weder auf dem Prospekt-Titel, noch auf der Rückseite. Das nenne ich mal aktive Diskriminierung – und Blödheit, weil man die Chance aus der Hand gibt, Mitbewerber als ‚ältlich‘ dastehen zu lassen. 

Roco N (Fleischmann) bringt die ‚Beilhack‘ Schleuder – ernsthaft? Da draußen fahren so viele neue und schöne Fahrzeuge herum, aber umgesetzt wird so ein Stehrümchen für Bergvölker? Ebenso die ‚Seehorn Bahn‘, Schwachsinn hoch drei, Ressourcen-Verschwendung. Auch die rote 169 im ‚Flickenlack‘ wird hoffentlich ein Flop.

Überhaupt, die Spur N: 1964 wurde die N als Baugröße genormt, in Kupplungen und Polung etc.. Aber die N-Hersteller interessieren sich für dieses Jubiläum gleich null, obwohl manche davon geradezu Jubiläen-versessen sind. Nichts, kein Sondermodell, keine Erwähnung. Wenigstens blau-elfenbein (1974) wird als Jubiläum verschämt begangen, von Minitrix & Fleischmann. Arnold? Jemand da?

Roco zeigt wie immer vor allem „Altheiten“, und davon viel zu viel. Rocos Prospekte durchzublättern ist seit Jahren ermüdend, „kennich, kennich, kennich…“ Der Eierkopf in Epoche 4 fehlt seit zwölf Jahren. Dann eben nicht.

Selbst Faller, bislang ein Garant für gute Ideen, bringt mich zum Gähnen. Warum gibt es das Dracula-Schloss nicht für N? Die modernen Wohnhäuser, vor ein paar Jahren in H0 ein Flop, könnten sich Richtung N transponiert besser verkaufen, denn die N Bahner waren schon immer ‚moderner‘, als die Hanuller. Für TT gibt es ausgediente H0 Häuser im Set, och nö, dabei kündigt Faller sogar ein wirklich passendes TT-Gebäude neu an, leider unter H0-Label: Polas Schule / Post wurde jetzt in Fallers braun-orange-beige-Einerlei getunkt.

Auhagen widmet sich mal wieder explizit ostdeutschen Vorbildern, darunter eine überraschend coole Idee in TT: Bahnsteige und Zubehör kommen nach Vorbildern der Berliner S Bahn (!), die Firma Kres bringt dazu die passenden Züge. A-haaaber, surprise, natürlich ausschließlich nach ostdeutschem Vorbild. 🙄 Geht’s noch?! 

Wieviele Touristen und Bundesbürger haben bis 1989 (und die Jahre danach? Love-Parade?!) (West-)Berlin bereist und dabei die S-Bahn genutzt und in wohlig-skurriler Erinnerung behalten? Man denke auch an den Bahnhof-Zoo und seine spezielle Historie; ein Figuren-Set wäre vermutlich ab 18 🤭…. 

Entsprechende West-Berliner Züge und Bauten könnten sich international prima verkaufen – aber die beiden ostdeutschen Anbieter zielen ausschließlich auf ‚Ostalgiker‘. Die berühmte Angst vor Aufträgen? 🤷🏻‍♂️

Also, sofern TT:120 wirklich außerhalb des ehemaligen (?) Ostblocks erfolgreich werden soll, braucht’s dafür Hersteller, die ausdrücklich nicht aus Neufünfland kommen, denn diese beweisen, dass Ihnen der Sinn fehlt für echte Internationalität – fette 35 Jahre nach dem Mauerfall.

Die ‚N‘ aus Nürnberg (passt ja) brachte schon Mitte der 60er Jahre eine internationale Auswahl.

‚2024‘ ist öde. Bislang. Das Gefühl der Ödness zieht sich durch alle Sortimente – es dürfte also eine Stimmung in der Branche widerspiegeln. Keine gute Sache.

Das kommt eben davon, wenn sogenannte Fachleute nur im eigenen Saft schmoren, und das ‚Spielen‘ verlacht wird als ‚für Kinder‘. Nö. 😌 Diese spaßfreien ‚Betriebmacher‘ überlasse ich mal sich selbst. Frohes Einstauben. 

Und ich schreibe mal über’s Spielen… 😃🚂