Teppich-Bahning ist ätzend!

Typische (c)Roco-Illustration aus Mitte der 90er Jahre. Lange Waggons, große Radien. Keine Anlage.

Jahr(zehnt)elang hat vor allem Roco propagiert, es sei sogar von Vorteil, keine Anlage aufzubauen, weil man dort keine vorbild-entsprechend langen Züge fahren könne, Teppich oder Laminat als ‚Natural Habitat‘ von Modellbahn-Zügen? Das Hobby ist anders gemeint. 🙄 Klar, Roco wollte seine langen Waggons verkaufen, die auf Standard-Radien nicht wirklich gut aussehen…

Schon doof, wenn der Junge die tiefenentspannte Katze interessanter findet, als die (c)Roco Bahn. 😁

Letztlich hat Teppichbahning mehr Nach- als Vorteile: Man sieht immer nur die Dächer der Züge, Häuser und Botanik sind selten zu sehen, und das andauernde auf- und abbauen nervt auf Dauer ganz gewaltig. Auch die, die mit dem Hobby nichts am Hut haben.

Auch (c)märklin bewarb seine damals neuen C-Gleise auf Laminat – und David Bowie. Also, fast. 😉

Ganz abgesehen davon findet es nicht jeder angenehm, auf dem Boden herumzulungern; je älter desto aua, ist doch klar. ☺️

Aber auch die Fahrzeuge selbst leiden, und wenn auch nur durch das Einsammeln von Tier-Haaren oder Staub. Dies alles aus den Radsätzen zu entfernen ist kein erquicklicher Teil des Hobbys…

Hier helfen nur Pinzette, fester Pinsel und sehr, sehr viel Geduld…

Also: Die Modellbahn gehört von Anfang an zumindest auf den Tisch. Besser noch auf ein eigenes Brett, auf dem man seine eigene, bunte oder melancholische Miniaturwelt aufbaut. 🙂

Teppichbahning ist eigentlich nur was für die Allerjüngsten, die ihre ersten Erfahrungen machen, und sich austoben wollen.

Eine Ausnahme gibt es übrigen, die große LGB. Die stört sich an nichts, auch nicht an Härchen oder sonstwas. ☺️