Kibri-Bahnsteige mit RocoLine und Piko A-Gleis.

Trotz der Vielzahl an Bahnsteig-Bausätzen für die Modellbahn gefallen mir die Kibri-Produkte noch immer am Besten. Beispielhaft beschreibe ich, wie sich diese Bahnsteige zwischen Piko- und RocoLine-Gleisen unterbringen lassen.

Kibris Bahnsteige sind meistens 5,5cm breit, das wirkt um Einiges vorbildnäher, als die üblichen 38mm Plattformen, zum Beispiel für die C-Gleise. Den erforderlichen Gleis-Abstand erzielt man bei den Gleis-Systemen Roco-Line und Piko-A durch Einsetzen der 119mm langen ‚Diagonalgerade‘ zwischen Weiche und Gegenbogen.

Oder durch eine Kombination von vier Weichen und der hübschen Kreuzung mit 30°. Diese eindrucksvolle Kombination bleibt Dank Pikos relativ niedrigen Preisen für Gleise ohne Schotterbett sogar günstig. Zwar vergrößert sich der Gleis-Abstand, dennoch lassen sich solche Kombinationen auch in Parallel-Strecken unterbringen, wie die folgenden bunten Entwürfe zeigen. Pikos Geometrie ist schon recht ausgefuchst.

Bei RocoLine ist es ähnlich, wenngleich vom Material her teurer, dafür qualitativ hochwertiger. Auch hier ein Geometrie-Beispiel.

Piko selbst bietet zwar ebenfalls einen Bahnsteig an, aber in Überbreite. Um den zwischen die Parallelgleise zu setzen, benötigt man sogar zwei Diagonal-Geraden und verschenkt so viel Platz.

Viessmann-Modell legt die Kibri-Bausätze immer mal wieder in Varianten auf, dabei gibt es zwei Grund-Versionen: Eine altmodische Variante mit vielen (meistens grünen) Metallsäulen unter dem Spitzdach und die „moderne“ Form (der 60er / 70er Jahre) mit jeweils zwei mittigen Betonstützen. Dazu kommen noch Plattformen ohne Dach aber mit Öffnung für eine Bahnsteigleuchte, gerade und gebogene Endstücke und ein kurzes, mittig abgesenktes Plattform-Teil, das ein besonderes Element ermöglicht:

Auch C-Gleise von märklin und Trix können sich mit Kibris Bahnsteigen schmücken.

Der sehr klug erdachte Übergang von Bahnsteig zu Bahnsteig aus Nachbildungen von Holzbohlen. Beim Vorbild konnte hier das Bahn-Personal, und natürlich nur dieses, mal eben den Bahnsteig wechseln. Kibri hat diese Übergänge in der Ausdehnung modular aufgebaut. Spezielle Einsätze ermöglichen die Verwendung alternativ sowohl für internationale Gleise als auch für märklin Gleise. Die Nachbildungen der runden Warnschilder bringen echte Bundesbahn-Atmosphäre auf die Bahn.

Hinweis für märklins C-Gleise: Hier sind die Punktkontakte niedriger, als bei M- und K-Gleisen. Es kann also vorkommen, dass die schmalen Kunststoff-Einsätze zu hoch sind und so einen sicheren Kontakt verhindern. Viessmann sollte diese Teile dezent flacher fertigen. Modellbahner behelfen sich mit Flachfeilen oder, tja, weglassen bzw. Ersetzen.

Aktuell erhältlich ist hier die Jubiläums-Variante (unbedingt zu empfehlen für Modellbahnen der Epoche 3 bis 5):

https://viessmann-modell.com/font-color-ffdd00-b-125-jahre-kibri-b-font/sondermodelle/2708/h0-bahnsteig-altbach?c=0

Und ohne den Bohlen-Übergang aber mit grünen Stützen:

https://viessmann-modell.com/sortiment/spur-h0/gebaeude/bahn/448/h0-bahnsteig-hofheim?c=0

oder hier:

https://viessmann-modell.com/sortiment/spur-h0/gebaeude/bahn/450/h0-bahnsteig-kienbach?c=0

Aber auch andere Details sind hübsch, wie die zeitgenössisch typischen achteckigen Blumenkästen, Namensschilder der Station, runde Abfalleimer und die recht feinen Schutzgitter rund um die Treppen-Abgänge. Blumen auf dem Bahnsteig, eigentlich eine nette Sache. Die Schaumstoff-Flocken, die Blumen darstellen sollen, kann man vielleicht später für Anderes verwenden – richtig tolle Blumen-Nachbildungen gibt es im Sortiment der Firma Busch.

Nun lassen sich diese Bahnsteige ewig lang aneinanderrreihen. Ich empfehle, dazu die grauen rechten Winkel unter den Plattformen vorsichtig und sauber abzutrennen. Denn oft verhindern sie exaktes Ausrichten der Plattformen.

Die Farbgebung der Einzelteile war weder zu Kibris Zeiten, noch jetzt bei Viesmann wirklich überzeugend. Während Viessmann zu knallige Farbtöne verwendet, wählte man bei Kibri eher langweilige und manchmal absurde Farben: Stationsschilder waren beim Vorbild aus grau gestrichenem Metall und nicht braun, Telefonzellen gelb und nicht grün, und warum die Plattformen zu jeder Zeit aus bläulichgrauem Kunststoff gefertigt wurden erschließt sich nicht wirklich. Wohl dem, der Airbrushen kann. Oder einen Freund hat, der das kann. Oder der einfach gut pinseln kann.

Ein echter Klassiker von Kibri / Viessmann. Kann man nie genug von haben…

Beim Aufbauen sollte man sehr sorgfältig sein: Natürlich müssen die Gleise überall exakt parallel zueinander verlegt sein. Die Plattformen sind fortlaufend in exakt identischem Abstand zu den Gleisen zu befestigen, denn sonst können Fahrzeuge mit ihren Trittstufen hängenbleiben. An den Enden kann man nach Wahl die kurzen geraden Stücke verwenden oder eben die längeren, Gebogenen.

Wichtiger Tipp: Unbedingt mit langen Waggons ausprobieren, ob diese an der Ausrundung vorbeikommen, sonst dieses Bauteil immer weiter nach innen versetzen, bis alles klappt. Pikos ICE4 Waggons (einer reicht!) oder Rocos ‚Kakadu‘ Speisewagen sind besonders lang und besitzen tiefgezogenen Schürzen. Auch einzelne, seitliche Gerätekästen unter dem Wagenboden können stören. Dampfloks mit (zu) breit angeordneten Zylindern sind ebenfalls geeignete Test-Objekte.

Die geraden Plattformen lassen sich einfach mit der Bastelsäge kürzen. Die Fugen kann man mit Revell-Spachtel verschwinden lassen. Danach lackiert man alles sauber in einem angenehmen Mittel-Grau, die Ränder setzt man hell ab, und als Belohnung erhält man einen wirklich schönen, echt wirkenden Bahnsteig.

Abschließend passt man den Bohlen-Weg ein; zeitgenössische Fotos zeigen, wie das früher ausgesehen hat. Farbliches Nach-Arbeiten schadet nicht, denn Holz sieht nach ein paar Jahren eben nicht mehr glänzend-schokoladig aus. Für die Warnschilder gibt es passende Schiebebilder bei Nothaft:

https://www.modellbahndecals.de/alles-sonstige/Rund-um-Bahnhof-und-Bw/Nass-Schiebebilder–10-Warnschilder-rund–Ueberschreiten-der-Gleise-fuer-Unbefugte-verboten—Artikel-Nummer–0177.html

Die Imitationen der Bahnsteigleuchten sollte man natürlich gegen funktionsfähige Dinger austauschen, dazu ein Tipp: Manche Leuchten aus dem H0 Sortiment können etwas zu hoch wirken. Das ist natürlich eine Geschmacksfrage. Artverwandtes aus dem TT Sortiment kann stimmiger aussehen.

Für die Beleuchtung der bedachten Plattformen kann man sich der bekannten Lichtleisten bedienen, die eigentlich für Waggons gedacht sind. Sauber separiert man die Bereiche mit LED und Lötpunkten, klebt diese von unten jeweils beidseitig innen in die Dachschräge und verbindet sie wieder mit dünner grauer Litze. Für die Kabelführung sind bereits diskrete Löcher im Längsbalken vorhanden, und in den beiden Säulen führt man lange Litzen von Dach nach unten, wo die Hauptplatine sitzt. Unter der Plattform lassen sich günstige Schaltdecoder unterbringen, wie zum Beispiel dieser:

https://modellbahnshop.moba-digital.de/epages/12489450.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/12489450/Products/Schaltdecoder

Und unten im angedeuteten Quergang kann eine kaltweiße LED Beleuchtung das typische Flair der Neonröhren aus den 70er und 80er Jahren andeuten.

Fazit: So kann man einen Bahnsteig, der vor Jahrzehnten konstruiert wurde, auch auf aktuellen Modellbahnen einsetzen. Viel Spaß! 🙂

Strom-Einspeisung von PECO für das Piko A Gleis.

So solide kann man Strom einspeisen, den Briten sei Dank. 🙂

Piko bietet für sein A-Gleis eine recht fummelige Möglichkeit der Strom-Einspeisung. Diese durch den Schwellenrost zu drücken grenzt an eine Strafarbeit.

Einfacher und stabiler klappt das mit dem Peco Produkt ST273. Diese Klemmen lassen sich ganz einfach an das A-Gleis (und auch Roco Line oB) anklemmen. Da sie insgesamt flach gehalten sind, rollen auch in Gebogenen lange Waggons einwandfrei dran vorbei.

Klassisch und funktionell.

Das Beste ist, dass man für den Kabel-Anschluss die märklin-Kabelschuhe verwenden kann, die passen genau drauf.

Und die gibt’s entweder direkt mit Kabeln oder einzeln im Tütchen zu kaufen. Tipp für das Anschlusskabel: märklin 74040.

So lassen sich zudem auf ‚Spielbahnen‘ mal eben beleuchtete Häuser aus dem Oval mit Strom versorgen.

Für RocoLine Gleise sollte man die kurzen Schrägen begradigen.

Für die A-Gleise können Pecos Anschlussklemmen unverändert eingesetzt werden.

Minitrix Gleis-Geometrie, aufgeräumt & lang-kurz.

So einfach könnte es sein. Minitrix mit lang-kurz Geraden. Ja, eine Dreiwegweiche gab es mal…

Die Minitrix-Gleise sind eine solide Basis für die Modellbahn in Spur N, und im Gegensatz zu vielen anderen Gleis-Konzepten lassen sie dem Modellbahner viele kreative Freiheiten. Aber dass die vielen Minigleise für Weichenstraßen nicht zu Standard-Geraden zusammengefasst werden, das kann einem schon auf den Wecker gehen.

Das macht die Sache unpraktisch und belastet das Budget unnötig, denn bereits mit den vorhandenen Gleisen und nur wenigen Ergänzungen könnte märklin den Aufbau der Minitrix Anlagen dramatisch einfacher und sympathischer werden lassen.

Als ich vor einiger Zeit die Minitrix-Weichen 15° genauer betrachtete, fiel mir auf, dass diese dank ihrer geometrischen Konzeption die Möglichkeit für die praktische lang-kurz-Geometrie bieten. Wie es sie seit Langem bei märklin K, märklin-C, Trix-C, Roco geoLine und Piko-A gibt.

Also entwarf ich ein Gleis-Konzept, das sich hier etwas kunterbunt zeigt, dafür aber eindeutig zu erkennen ist:

Praktisch und klar. So sollte es sein.

Anstelle der bislang eingesetzten R4 als Gegenbogen zu Weichen nimmt man einfach die R5, dazu nur vier gerade Gleise in neuer Standard-Länge (wie bei anderen Gleis-Systemen auch) – und das war es schon. Vorbei ist die Stückelei.

Hier mit Bahnsteig-Gleisen:

Die Minitrix Gleis-Geometrie ist wirklich klasse.

Wäre doch nett, wenn die Minitrix-Bahner ihre Anlagen auch mit diesem Komfort aufbauen könnten, oder? 🙂

TT Häuser der Marke ‚kibri’…

Während meiner Tätigkeit für einen der TT-Anbieter hatte ich mir in der Gebrauchtwaren-Abteilung eines Modellbahnhändlers eine große Zahl bereits zusammengeklebter Häuser-Bausätze älteren Datums in H0 und N genauer betrachtet und mit TT-Figürchen und einer TT-Lok noch vor Ort abgeglichen. Verblüffend, wie viele Häuser wirklich zu 1:120 passten. Andere explizit dafür Angebotene allerdings nicht.

Denn das Verfahren der Häuser-Schrumpfung handhabte man unterschiedlich: Faller reduzierte oft die äußeren Abmessungen, beließ aber Türen und Fenster in H0 Größe; vermutlich, damit die Figürchen besser dazu passten. Kibri hingegen reduzierte die Größe der damaligen (!) Gebäude recht konsequent, sodass sich TT-Bahner auch heute noch eines netten Fundus bedienen könnten. Wenn man sie nur ließe. Sofern man sich überhaupt für TT interessierte… Aber schließlich gibt es ja ebay und Börsen.

Natürlich gibt es noch weitere Hersteller, deren Gebäude sich prima für TT 1:120 eignen (vor allem Faller & Heljan); deren Nummern reiche ich später nach. Man bedenke beim Betrachten älterer Katalog-Abbildungen, dass dort hin und wieder gemogelt wurde, um Größe vorzutäuschen: Mal stehen N Figuren vor so genannten H0 Häusern, und mal sind direkt N Gebäude im H0 Bereich abgebildet.

Nun hatte ich vor rund zehn Jahren der Firma Viessmann ein Konzept gemailt, das beschrieb, welche der vorhandenen Kibri-Formen sich meinen Kenntnissen nach ohne oder mit nur wenigen Anpassungen für die Baugröße TT 1:120 anbieten ließen. Als Antwort erreichte mich von dort prompt ein Anruf; man klang sehr erfreut und versprach mir eine Menge – und dann folgte das große Nichts. ‚Branchenüblich‘, so möchte man sagen. Ausdrückliche Ausnahme: märklin. Mit denen habe ich mehrfach bessere, weitaus angenehmere Erfahrungen gemacht.

Nachfolgend zeige ich meine Seiten, wie ich sie ähnlich damals an Viesmann verschickt hatte; hier in überarbeiteter Form. Wer also die TT Bahn liebt und seine TT-Anlage mit sehr unterschiedlichen Bausätzen schmücken möchte, der mag sich hier gern Inspirationen holen. Viel Spaß! 🙂

Merkur Bettung ‚Styroplast‘

Seit Mitte der 80er Jahre fertigt die Firma Merkur Fertig-Bettungen für Modellbahn-Gleise. Diese sind tatsächlich ewig haltbar und sehen gut aus.

Die Styrpoplast Bettung für Roco Line. Sehr schick!

Unter https://www.merkur-styroplast.de/ findet man eine stattliche Auswahl an Bettungen für H0- und Z-Gleise. Die einst erhältlichen N-Bettungen für Minitrix und Arnold werden derzeit leider nicht produziert. Besonders beliebt sind die Bettungen für das märklin-K-Gleis (ja, das verkauft sich auch noch).

Sogar für Roco Line und Pikos A-Gleis gibt es komplette Sortimente. Denn die Gummibettungen der Roco Line Gleise bzw. Weichen verlieren durch das Abschnippeln schnell ihren Wert, oft sogar für ihren Besitzer. Die blaugraue Farbgebung sieht aauch keinesfalls vorbildgerecht aus. Umso angenehmer, dass Merkur für Rocos Gleise bereits seit den 90er Jahren Fertig-Bettungen anbietet und inzwischen eben auch für das A-Gleis von Piko.

Links Roco Line ohne, rechts mit Gummibettung. 10:0 für Styroplast.

Das Prinzip ist einfach: Pro Gleis erhält man eine Bettung, die aus einem festen, haltbaren Material (‚Styroplast‘) besteht. Passend zum Gleisstück oder zur Weiche sind Vertiefungen eingebracht, die das Gleis ganz einfach festklemmen. Drumherum ist Korkschotter aufgebracht.

Prinzip-Darstellung.

Manchmal muss man am Gleis-Ende kleine Vertiefungen einschneiden, für die Querstege der Gleise. Das ist mit einem kleinen Cutter schnell erledigt. So lassen sich auch schnell Vertiefungen für Schalt-Kontakte oder Anschlussklemmen einbringen.

Vorn rechts erkennt man die Vertiefungen für Rocos Querstege. Diese sind nur bei Geraden notwendig, weil diese als Mehrfach-Längen angeboten werden.

Es gibt Spezial-Teile für Parallel-Strecken, gebogene wie auch gerade. Bei Geraden des A-Gleises muss man genau auf die Artikelnummern achten, weil Piko leider unterschiedliche Abstände der Schwellen umgesetzt hat. Außerdem bietet Merkur für Gebogene Überhöhungsstreifen an, damit’s noch eleganter aussieht.

Piko-A-Gleis Weiche in Styroplast Bettung. Ein bisschen extra-Schotter perfektioniert den Eindruck.
Für Pikos Weichen war man besonders vorsichtig, was die Bewegungs-Freiheit betrifft. Aber auch hier kann man mit einer dünnen Schicht losen Kork-Schotters die Optik weiter verbessern.

Außerdem bietet Merkur noch längliche Schotterplatten an, mit denen sich zwischen den Gleisen einheitliche Flächen darstellen lassen. Klar muss man diese Platten mit Schnitten in die Umgebung einpassen. Aber die Schnittstellen werden unsichtbar durch den erwähnten losen Schotter, den man diskret verklebt.

So genau passt ein A-Gleis in die Bettung.
Dieses hätte ebenfalls gepasst, wenn ich das mit den Schwellen gewusst hätte…

An Weichen-Verzweigungen muss man die Bettungen sauber abschneiden und die Schnittstelle mit dem separat erhältlichen Merkur-Schotter für H0 tarnen. So war das bei Merkur schon immer, und sofort fallen einem die Parallelen zum erst 1989 erschienenen RocoLine Gleis mit Bettung auf – die natürlich rein zufällig so wirken.

Sowohl das A-Gleis als auch RocoLine sehen in der Merkur-Bettung attraktiver aus, als mit ihren grauen Werks-Bettungen. Die ganze Modellbahn-Anlage bekommt augenblicklich eine angenehme und professionelle Wirkung. Und der eigene Rücken dankt es einem…

Ein Piko-Waggon auf RocoLine in Merkur-Bettung. Eine bunte Welt. 🙂

Man erspart sich mit diesen Bettungen eine Menge Arbeit, was das nervige Einschottern betrifft ( gibt’s leider noch keine App für…), und das Ergebnis überzeugt rundherum, mich wenigstens.

Man verklebt die Bettungen auf der Anlagenbrett und drückt die Gleise nur hinein – für einen Umbau nimmt man die Gleise einfach wieder heraus, raspelt man die Bettungen weg, verklebt neue Bettungen und drückt die neuen Gleise hinein. Fertig.

Vorteile der Styroplast-Bettung:

  1. Vorbildgerechtes Aussehen
  2. vollständige Auswahl
  3. einfach zu verarbeiten
  4. ersparen viel Arbeit
  5. seit Jahrzehnten bewährt
  6. ihren Preis wert
  7. keine Rückenschmerzen
  8. Wert der eigenen Gleise bleibt erhalten
Die Schotterplatte der Weiche gleicht man mit separaten Böschungsschrägen an die Anschlussgleise an.

Der einzige, allerdings kleine Kritikpunkt, der mir einfällt, ist das Geräusch der fahrenden Züge: In der Merkur-Bettung erzeugen sie durch das verwendete Material ein etwas helleres Roll-Geräusch, als man das von Gummibettungen kennt. Aber es ist noch immer leiser, als beim C-Gleis von märklin und Trix. Oder geoLine… Insofern: Irgendwas ist immer, und Soundloks machen meist‘ eh‘ mehr Krach. 🙂

Rechts erkennt man rosa eine (miese) Schnittstelle. extra Schotter lässt diese unsichtbar werden.

Fazit: So kritisch ich auch manchmal Produkte bewerte, hier ist das völlig anders: Die Merkur-Bettungen empfehle ich für jede Modellbahn-Anlage mit reinem Gewissen! 🙂

Bundesbahn Startset in TT von Tillig 01443.

Die Baugröße TT 1:120 ist genau richtig für diejenigen, denen N zu klein und H0 zu groß ist. In den USA erfunden etablierte sich die Bezeichnung „Table Top“ . Derzeit ist die Firma Tillig der einzige Anbieter von Startsets in TT, obwohl auch Andere das ‚Zeug‘ dazu hätten.

Die wunderbare 212 von Tillig. Nicht zu verwechseln mit dem H0-Modell von Roco…

In den letzten zwanzig Jahren wurde eine beachtliche Auswahl an Bundesbahn-Modellen für TT entwickelt, die qualitativ gut mit bekannten H0- und vor allem N-Fahrzeugen mithalten können.

Als bestimmende Anbieter für Bundesbahn-Fahrzeuge sind derzeit die vier Marken unterwegs: Kres, Kühn, Piko und Tillig. Dazu kommt der Anbieter PSK für interessante Güterwaggons. Derzeit mal wieder aus TT verabschiedet hat sich Roco, aber bei denen sind ‚Entscheidungen‘ oft eher von kurzer Dauer. Hornby entwickelt unter dem Label Arnold hin und wieder TT-Fahrzeuge, darunter eher zufällig mal Bundesbahn-Varianten.

Häuser-Bausätze gibt es in extrem exakter Qualität von Auhagen (sofern man die Bausätze im Misch-Maßstab H0/TT außer acht lässt), und wer alte Faller AMS Häuser mag, kann diese ebenfalls prima für die TT Bahn einsetzen. People gibt’s bei Preiser und Noch. Nur Auto-Modelle nach westeuropäischen Vorbildern sind wirklich selten.

Zuwenig Bundesbahn? Von wegen.

Man findet auf jeden Fall genug Material, um eine Anlage mit typischen Bundesbahn-Attributen aufzubauen. Wer sich über angeblich mangelnde Auswahl beschwert, der sollte erstmal checken, was es seit dem Jahr 2000 tatsächlich alles zu kaufen gibt und gab – und nicht, was es alles nicht gibt. Mit dem Verfügbaren ist man erstmal gut ausgelastet.

Eine ganze Reihe von Modelle sind wirklich gut gelungen; Kühns Kasten-Loks der BR 110, 110.3 und 140 sind prima, die 103 sowieso, und auch die V60 ist ein Schmuckstück (für das wie auch in N üblich platzende Zahnrad gibt es Ersatz).

Das umfangreichste Portfolio an Lokomotiven und Waggons bietet die Firma Tillig, von der V200 über die Dampfloks der 001 und 050 bis hin zum 1962er Rheingold und seit diesem Jahr dreiachsigen Umbauwagen ist wirklich Viel dabei. Eilzugwagen, D-Zug Wagen, Silberlinge, Schürzenwagen, und die Güterwaggons lassen sich hier nicht sinnvoll aufzählen.

Piko steuert den Diesel-Rangierer 290 bei, und derzeit wird ein Bundesbahn-Kraftprotz ausgeliefert, die BR150. Wie man Piko kennt, wird diese sicher bald auch in grün und blau/elfenbein erhältlich sein.

Bei Kres gibt’s den Schienenbus 798 und den gläsernen Zug 491.

Gleise gibt es in robuster Qualität und beachtlicher Auswahl von Tillig, optisch feiner aber in kleinerer Auswahl gibt es ein Sortiment bei Kühn.

Was kann nerven?

Doppelentwicklungen gibt es auch in TT, die BR 38 von Roco und Tillig, die Bügelfalte 110.3 von Kühn und Tillig, die Silberlinge von Kühn und Tillig (wem fällt was auf?), und den modernen Eurorunner von Kühn und Piko. So findet aber jeder etwas, das ihm eben beonders gut gefällt.

Denn manchmal entsprechen die Modelle in TT nicht der Konzeption, die man aus anderen Baugrößen gewohnt ist. In der Denke, aber auch in der Umsetzung. Aber man findet ohnehin in jeder Baugröße und bei jedem Hersteller schrullige Aspekte, auch beim Platzhirsch märklin – dort allerdings meist schwerer und / oder teurer. Insofern: Irgendwas ist immer.

Startset für Bundesbahner.

So beginnt man gerne: Die schöne Diesellok zieht zwei Silberlinge; die Epoche 4 ist derzeit sehr beliebt. Der Waggon ist mit einem Handgriff wieder zusammengeklippst. 🙂

Fans der Bundesbahn finden derzeit einen soliden Einstieg in die Baugöße TT mit Tilligs Startset 01443. Eine Diesellok der BR 212 zieht zwei Silberlinge mit passendem blauen Rahmen. Als Steuerwagen gab es bis vor Kurzem den Silberling mit Karlsruher Kopf und Führerstand in blau/elfenbein (13844). Recht komfortabel: Sowohl Lok als auch Steuerwagen besitzen jeweils sechspolige Schnittstellen für Digital-Decoder. (Wobei man sich in 2020 eine Plux-Dose wünscht, gerade bei Wendezug-Loks.)

Tilligs bewährte TT-Gleise. Die Weiche besitzt nun ein Herzstück aus Metall.

Gefahren wird auf einem etwas zu kompaktes Gleis-Oval mit einem originell gestalteten, analogen Fahrgerät. Eine gute Idee ist, dass die Weiche im Set bereits einen elektrischen Antrieb besitzt. Denn zusätzliche gerade Gleise kauft man gerne und ohne gedanklichen Aufwand, aber mit Weichenantrieben stellen sich Viele anfangs schon irgendwie an.

So aber ist direkt einer dabei, und man kann bei einer Ergänzung mit dem Digitalsystem eigener Wahl einen günstigen „WeichEi“ Decoder anschließen: Augenblicklich lässt sich die Weiche über ein modernes, Digital-Steuergerät schalten. https://modellbahnshop.moba-digital.de/Weichei

Außerdem liegt ein etwas plünniger Eingleiser dabei und ein kleiner Kastenwagen nach Vorbild ‚Matador‘. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden dessen Vorbilder in Hamburg-Harburg gebaut, und Tillig hat schon viele bunte Varianten produziert. Mehr dazu hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vidal_%26_Sohn_Tempo-Werk

http://www.hanomag-kurier.de/tempo91.html

Produkt- Qualität

Auf den ersten Blick wird klar, dass sich Tillig an H0 Modellen von Roco orientiert hat. Die konstruktiven Ähnlichkeiten sind unübersehbar. Aber, wie ein deutscher Komponist & Produzent sagte: „Lieber gut abgeschrieben als sch…lecht selber komponiert!“ Nunja.

Lok und Waggons sind fein gestaltet und sauber lackiert. Beheimatet sind alle drei Fahrzeuge in Köln, Nippes und Deutzerfeld; das freut mich natürlich. Aus dem Karton heraus sind sie voll einsatzfähig und bereiten viel Spaß. Die Lok könnte etwas schwerer sein. Ihr Lichtwechsel ist gut zu sehen, die vier LED leuchten schön hell. Leider lassen sie sich später digital nicht separat ansteuern, und so strahlt die Lok ihre Waggons an.

Es versteht derjenige etwas von Farbe, der…

beige von elfenbein unterscheiden kann. Tilligs 212 wurde offenbar wortwörtlich ‚ozeanblau‘ und ‚beige‘ lackiert. Dabei müsste sie ‚elfenbein‘ sein. 1974 kam ‚beige‘ nur ein paar Monate lang zum Einsatz, danach wurde ‚elfenbein‘ verwendet. Der Name war aber in der Welt, und seitdem nennen Generationen von Modellbahnern dieses Farbschema fälschlicherweise „blau-beige“. Nochmal: Das ist (fast immer) FALSCH.

Dass heute sogar Museums-Bahnen gern falsche Farben auflackieren ist die eine Sache. Aber ein Modellbahn-Hersteller sollte um die stimmigen Farbtöne wissen.

Gemerkt habe ich das nur, weil ich die zu weißlichen Griffstangen mit RAL ‚elfenbein‘ nachzog und sie danach noch immer zu hell aussahen. Ein weiterer Hauch von ‚beige‘ darüber, und die Farben stimmten überein.

Recht eng und sicher, mit Kühn-Kupplungen (erkennbar an den kleinen Häkchen drunter).

Die Silberlinge treffen ihre Vorbilder recht gut. Das Muster der Pfauenaugen ist ungewöhnlich in einem creme-Ton aufgedruckt, die Wirkung ist in Ordnung. Fein gestaltet sind die Inneneinrichtungen, leider einheitlich in hell-elfenbein durchgefärbt. Das sollte so natürlich nicht bleiben, dazu folgt ein Artikel.

Die Fenster erinnern mich irgendwie an die verkürzten Silberlinge von Roco aus dem Ade-Fundus in 1:100; als hätte man sie auf maßstäbliche Länge gezogen. Das kann aber täuschen; man müsste das mal nachprüfen. Beim Steuerwagen wirkt das orange etwas zu gelblich; dabei war das Orange damals eine Warn-Farbe.

Kupplungen – Kühn sticht Tillig. Noch immer.

In Kurven kann es passieren, dass sich die Kupplungen aneinander hocharbeiten und lösen oder verkanten. Tillig hat die Höhenverriegelung vergessen. Um diese für sicheren Betrieb nachzurüsten, gibt es zwei Möglichkeiten: Man bestellt sich bei der Digitalzentrale einen Ätzbogen und klebt die kleinen Teile an (dafür hat Tillig den kleinen Stift angeformt).

https://www.digitalzentrale.de/detail.php?sess=iarjkoi7rdubrah211k3gpriu7&art_id=313&abt=&itemgr=42

Oder man verwendet die artverwandten aber intelligenter gestalteten Kupplungen von Kühn-Modell. Diese haben kleine Häkchen drunter, die das Hochschaukeln verhindern. Damit fahren die TT-Bahnen sicher.

http://www.kuehn-digital.de/files/74900.jpg

Gleise, solide aber zuwenig.

Die Gleise sehen gut aus, und die Weiche hat zwischenzeitlich ein Herzstück aus Metall bekommen. Dieser Bereich lässt sich also auf Wunsch nachträglich mit Strom versorgen. Für Liebhaber kurzer Loks besonders hilfreich. Das bedeutet auch: Tillig überarbeitet sein Sortiment.

Insgesamt fährt die Garnitur (mit den Kühn-Kupplungen) sicher und störungsfrei über das kleine Oval, egal wie schnell, oder ob geschoben oder gezogen. Aber ein paar weitere gerade Gleise dürften es schon sein.

Analoge Avantgarde.

Eigensinnig und interessant in Aussehen und Funktion.

Das Steuergerät erzeugt in der Lok einen Summton, weil es nicht einfach Gleichspannung auf die Gleise schickt, sondern eine pulsierende rechteck-Spannung. Damit haben die Loks mehr Power, und die LED sind bereits beim Anfahren hell erkennbar. Die optischen Gestaltung des Gerätes auf jeden Fall sehr ungewöhnlich.

Natürlich empfiehlt sich die frühzeitige Erweiterung mit einem DCC-Digitalsystem. Den klaren Warn-Hinweisen in Tilligs Anleitungen folgend („maximal 14 Volt“) fiel mir die Warnung eines ehemaligen Roco-Mitarbeiters ein: Manche Roco-Digital-Zentralen geben bis zu 20 Volt auf die Gleise, so sagte man mir. Das ist dann eigentlich nichts für N oder TT-Motore. Also bei der Auswahl der Zentrale für diese Startpackung darauf achten, dass die Gleis-Spannung unter 14 V bleibt, bzw. so einstellbar ist.

Zurüstteile sind ätzend.

Pro Fahrzeug liegt eine (Un-)Zahl an Zurüstteilen bei. Auch das erinnert an Roco – und nervt genau so. Denn auch Tilligs Einsteck-Öffnungen sind eigentlich alle zu eng und müssen äußerst vorsichtig (!!) mit einem spitzen Pin sanft geweitet werden. Nach 35 Jahren Roco H0 habe ich keine Lust mehr auf solch‘ lästigen Arbeiten. Modellbahn-Fahrzeuge dürfen ready-to-run aus der Packung kommen.

Wer hat Angst vor Zurüstteilen? Wohlgemerkt, dies ist, was übrigbleibt!

Damit die Teile langfristig dort bleiben, wo sie hingehören, habe ich einen alten Trick angewendet: Auf einen Plastik-Rest gibt man einen Klecks Sekundenkleber und tupft dann die Spitze des Kleinteils nur leicht auf die Oberfläche, sodass ein Hauch von Kleber haften bleibt. Dann direkt einsetzen.

Die vielen Zurüstteile haben ihre Wirkung. Ab Werk drangespritzt wäre es sympathischer.

Tatsächlich sind es wirklich zuviele Kleinteile. Unterhalb von H0 kann man Vieles durchaus in die Form integrieren, dennoch bleibt der Eindruck erhalten. Mir persönlich liegt nichts mehr an diesem Hersteller-Wettrüsten. Aus dem Alter bin ich raus, für mich zählt der Eindruck. Überdies: Superfeine HD-Modelle sind nicht für Jedermann handhabbar.

Und weiter?

Erstmal sollte man weitere gerade Gleise besorgen, damit das Fahren mehr Spaß macht. Aber wie das so ist mit Hinweisen: Man ignoriert sie sowieso. 🙂 Also habe ich erstmal einen passenden Steuerwagen besorgt, und zwar einen mit orangefarbener Nase. Den gibt es schon lange nicht mehr, aber ich hatte eben Glück. Und er ist ebenfalls in Köln beheimatet. Passt also.

Tilligs Steuerwagen mit Lichtwechsel weiß /…
...rot. Dank sechspoliger Schnittstelle findet ein Decoder schnell seinen Platz.

Speziell für Bundesbahner hat Tillig vor Kurzem ein Set mit zwei Bauzug-Wagen ausgeliefert, beide in ozeanblau und in vielerlei Hinsicht klug konstruiert. Nur die Achs-Aufhängung trifft die Vorbild-Situation nicht wirklich exakt. Vielleicht gibt’s hier mal ein vorbildnäher gestaltetes Bauteil.

Ergänzend könnte es zukünftig Niederbordwagen oder Hilgsgerätewagen in braun oder gelb (!) geben, und der Bauzug sieht schon mal nach mehr aus. Diese Waggons waren ja auch beim Vorbild nicht alle blau. Als Zuglok bietet sich vielleicht die kräftige 290 von Piko an, in klassischem purpurrot oder ebenfalls ozeanblau, und spätestens dann werden schon weitere Weichen fällig.

Als Gleise bevorzuge ich persönlich die von Kühn, trotz der kleineren Auswahl. Sie sind filigraner gestaltet, und mir gefällt sowas. Außerdem ist Ihre Geometrie klarer. Die hier vorliegenden Gleise von Tillig mit Schwellenbandgleis sind natürlich sehr ordentlich gemacht, aber ihre Geometrie entbehrt jeglichen Komforts.

Um von Anfang an digital zu fahren gibt es inzwischen unzäglige Möglichkeiten. Preislich von bis. Nun ist dies ein privater Blog und keine objektive, wissenschaftliche Abhandlung (nur zur Erinnerung, ne?). Daher empfehle ich an dieser Stelle zwei Systeme, die mir persönlich Spaß machen:

Häuser & Zubehör

Dazu gibt es eine Menge Hilfreiches zu sagen – was demnächst in einem eigenen Artikel stattfinden wird.

Fazit

So geht das. Tillig stellt eine schöne Basis für Bundesbahn-Fans her. Fahrzeuge und Gleise überzeugen optisch und qualitativ. Für ‚mehr‘ muss man online schauen: Zwischen Flenburg und Freilassing ist man als TT-Bahner mit wenigen Ausnahmen auf den Online-Handel angewiesen.

Es gibt und gab eine große Zahl an schönen Fahrzeugen nach Vorbild der Bundesbahn. Da diese zumeist erst in den letzten 20 Jahre auf den Markt gekommen sind, garantiert das moderne Konstruktionen.

Mehr zum Thema TT wird in einer renovierten Version eines älteren Artikels folgen.

Informationen zu TT: Sämtliche jemals erschienene Kataloge zum Thema TT findet man auf dieser Website, geordnet nach Jahren oder Hersteller. https://as.rumia.edu.pl/tt/kat/katalogi.asp?firm=*

…und, ach ja, das ‚tt-board‘ sollte jeder einigermaßen gut erzogene West-Europäer meiden. Mehr dazu zum Beispiel hier 🙂:

https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=977481

Herpa N – Epoche 4 für 1:160

Typische Gebäude für die frühe Epoche 4 hatte herpa im Programm – und zwar zeitgenössisch, schon in den 70er Jahren. Heute schlummern die Formen dieser schönen Bauten bei Faller.

ex-herpas Bahnhofs-Ensemble 601, dazu passend ein ET403 (Lima N).

Mit Geschmack ist das so eine Sache. Obwohl gerade in der Baugröße N schon immer ‚moderne‘ Züge unterwegs waren und sind, entsprechen die dazu angebotenen Gebäude-Bausätze eher weit zurückliegenden Epochen. Weil die Anbieter der Meinung sind, die Modellbahner wollten das so. Zum Glück gab und gibt es Ausnahmen.

Das Stadt-Cafe 605 von herpa. Sehr schick in Szene gesetzt.

Natürlich sind zum Beispiel Fallers Stadthäuser sensationell gemacht; ihr ursprünglicher Hersteller Pola hatte in den 80er Jahren ganze Arbeit geleistet: Pola versorgte damals die N-Bahner mit Gründerzeit-Häusern in feiner Gestaltung, ähnlich wie sie das zeitgleich in H0 gestartet hatten. Endlich konnte man den bis dahin bestimmenden Fachwerk-Häusern entkommen.

Vollmer bot diesen Stadt-Bahnhof unter der Nummer 7500 an. Auf älteren Kartons stand N / TT – aber nur zu N passen die Größenverhältnisse wirklich.

Auch unter ‚Vollmer‘ gibt es ein Stadt-Sortiment, allerdings deutlich moderner, nämlich im typischen Stil der 50er/60er Jahre. Im Maßstab zum Teil leicht geschrumpft passen diese Bausätze nicht unbedingt direkt neben die Pola-Häuser, obwohl der Stil-Mix an sich in deutschen Städten so vorkommt. Aber vor allem als stilfestes Ensemble sind diese Bausätze wirklich schön anzusehen: Viessmann bietet sie noch heute unter dem Logo ‚Vollmer‘ fast komplett an. Leider fehlt noch immer der kultverdächtige grüne ‚Kachel‘-Stadtbahnhof 7500; den bekommt man aber noch oft via Ebay.

Häuser nach Vorbildern der 70er bis 90er Jahre sind in N sehr selten, dabei wären diese dank vereinheitlichten Baustils in Nord und Süd gleichermaßen gut verkäuflich.

Was für ein spektakuläres Titelbild. 😀

Nun fiel mir vor Jahren ein herpa-Katalog aus den 70er Jahren in die Hände. Ich war gerade neugierig dabei, die Baugröße N auf ’neueste Neuigkeiten‘ zu checken. Und wie das so sein kann im Leben, das genaue Gegenteil fand mein Interesse: Herpa hatte nämlich Ende der 60er Jahre begonnen, für die damals nagelneue N-Bahn Gebäude zu entwickeln, die dem zeitgenössischen Stil entsprachen. Herpa war also höchst aktuell „am Puls der Zeit“, wie man so sagte.

Die Bahnhofs-Halle von herpa. Im Hintergrund ein ‚TEE‘.

Augenblicklich faszinierte mich das Foto des Bahnhofs: Im sachlichen Stil der 60er Jahre, hoch aufbauend und mit großen Fensterflächen machte das Gebäude richtig was her. Dazu gab es zwei passende Anbauten ‚Post‘ und ‚Bank‘ und zudem zwei artverwandte Stellwerke. Das gefiel mir über alle Maßen. Dass man gegen die durchleuchtenden Wände etwas tun müsste, das war mir schnell klar.

Die Post von herpa. Mit TEE. Mehr Epoche 3 / 4 geht nicht, oder?

Außerdem entdeckte ich die Reihenhäuser, die seit langer Zeit Fallers Sortiment bereichern, das ‚Atelier-Haus‘ und auch Alpenländisches… Nicht zu vergessen, das coole Stadt-Café mit seinem runden Vorbau. Für mein Dafürhalten hatte man bei herpa damals ein goldenes Händchen. Augenblicklich wurde Google doch noch mein Freund…

Eine Zeichnung aus herpas Anleitung.

…und in relativ kurzer Zeit erwarb ich für angenehm niedrige Preise sämtliche Bausätze dieser Serie und untersuchte sie auf Konzeption und Qualität.

so ein schönes klassisches Konzept.


Dabei fand ich heraus, dass man zu der Zeit konstruktiv wirklich anders gedacht hat, als heute. Oft müssen Wände einfach stumpf aneinander geklebt werden. Und man muss beim Zusammenbau mit viel Bedacht vorgehen:

Faller hat das Brückenstellwerk von herpa neu aufgelegt. Und leider mit sehr alten Modellen dekoriert.

Ende der 60er Jahre setzte man ein gutes Vorstellungsvermögen voraus. Insbesondere auch, was die Anleitungen betraf, die heutigen Einsteigern eher kryptisch vorkommen dürften. Prompt unterliefen mir beim Zusammenbau ein paar Fehlerchen, aber das ist nicht weiter schlimm: 1. Man lernt nie aus und 2. hatte ich mir ohnehin jeweils zwei Bausatz-Exemplare an Land gezogen. ?

Schließlich stand der Bahnhof komplett vierteilig auf seinen Plattformen (mit Treppen!) vor mir, und ich war zum ersten Mal seit langer Zeit über ein Modellbahn-Produkt so richtig glücklich, obwohl steinalt (die Bausätze, nicht ich). Genau so hatte ich mir meinen Modell-Bahnhof immer gewünscht. Nix hier mit ’niedlicher Kleinstadt‘, sondern klare, sachliche Moderne, wie sie zum Beispiel im ehemals zerstörten Ruhrgebiet noch heute üblich ist – und überdies extrem signifikant für die Zeit und das Land, in der / dem ich aufgewachsen bin.

Nebengebäude 1: Die ‚Post‘. Das Dach wird später natürlich angeklebt. Fegen schadet nicht. Der Sendemast…
...sendet offenbar schräge Programme. *harr harr*.

Neugierig erkundigte ich mich bei herpa nach etwaigen Vorbildern. Netterweise kam postwendend (das sagt man heute gar nicht mehr, oder?) die Antwort, nein, konkrete Vorbilder gebe es nicht; man habe sich vom damals aktuellen Baustil inspirieren lassen. Tja, ich würde mal sagen: Guter Job! 😀 Denn auch 50 Jahre später kann man diese Bausätze aus Originalfertigung noch immer richtig klasse finden. 🙂 Stilistisch erinnert der Bahnhof ein bisschen an Heidelberg.

Die Empfangs-Halle mit zeitgenössischem VW-Käfer (Wiking).
Aus der vor-Graffiti Zeit. Alles schön sauber. 🙂 Diese Fenster mit bräunlichen Rahmen oben-innen ließen sich zu Durchgängen in die beiden Nebengebäude umgestalten…

Nun höre ich von Hersteller-Seite oft zur Frage nach modernen Bauten, auch in Bezug auf die Jetztzeit, „sowas will doch keiner“. Ist das wirklich so? Die stets moderne N-Bahn muss großteils an Gebäuden vorbeifahren, die überhaupt nicht mehr zu ihnen passen. Vorbildtreue hört ja nicht bei den Fahrzeugen auf.

Nebengebäude 2, ehemals auch als Sparkasse erhältlich. Man sieht, dass die Treppen der zusätzlichen Bodenplatten keineswegs einheitlich sind, obwohl alle unter der Nummer ‚612‘ angeboten worden sind. Bei einer Neuauflage könnte man auf Einheitlichkeit achten.

Mir gehen Geschmacks-Diktatoren sowieso auf den Keks. Warum manche Zeitgenossen Anderen ständig vorschreiben wollen, was sie zu mögen und vor allem abzulehnen haben, das erschließt sich mir nicht.


Wieviele N-Bahner kriegen im Handel zu hören „Kaufen Sie sich endlich mal eine ordentliche Modellbahn, H0 oder so!“ Sogar ein Fachzeitschriften-Schreiber äußerte sich wörtlich so zu mir. Kann ja nicht jeder reflektiert sein. Oder auch nur respektvoll.

So sieht die herpa Bahnhofsgrundplatte 612 aus. Klug erdacht. 🙂

Derzeit genießt die Epoche 4 bei Modellbahnern eine ungeahnte Popularität. In H0, TT und N erscheinen derzeit viele neue Modelle nach Vorbildern der 70er und 80er Jahre. Da sollte die Umgebung schon dazu passen. Und die 90er Jahre stehen schon in den Startlöchern. Fachwerk und Altbauten sind an Orten, an denen Schnellzüge auch wirklich anhalten, nicht unbedingt in der Mehrzahl…

Auch so typisch für die Nachkriegszeit: Alles schön sauber abgezirkelt dargestellt. Der Krümel-Baum steht natürlich nur für das Foto herum, das wird später nett bepflanzt.

Vielleicht legt Faller diese Herpa Bausätze wieder auf, ausdrücklich als Ensemble gekennzeichnet und in angenehmen Farben (weniger blaugrau) – ich würde auch noch eine dritte Garnitur abnehmen. ?

Messe-Neuheiten 2020, ein paar Kommentare.

Die Spielwarenmesse 2020 hat für die Modellbahn keine Knaller-Neuheit gebracht. Das Meiste ist nur eine logische Fortsetzung des Vorhandenen. Es macht sich eine Tendenz zum Hochpreisigen bemerkbar, die ich vorerst umkommentiert lasse. Es folgen ein paar Bemerkungen zu Neuheiten, die mir aufgefallen sind. Dabei beziehe ich mich ausschließlich auf die Baugröße H0.

Meine absolute Lieblings-Neuheit ist der H0-Bausatz von Faller für ein modernes Büro-Gebäude, variabel zu gestalten:

(c) Faller Versicherungsgebäude H0 130891

https://www.faller.de/de/de/Produkte/Neuheiten-2020/H0-Programm/Handel-Gewerbe-Industrie/pid.14.17.1148/agid.2272.2278/atid.28410/ecm.at/Versicherungsgeb%C3%A4ude.html

Dicht gefolgt von den ‚gleichgeschlechtlichen Paaren‘ der Marke NOCH.

(c) NOCH 15511, na endlich: Nette Schwule und Lesben. ?️‍?

https://www.noch.de/de/noch-modell-landschaftsbau-neuheiten/noch-neuheiten-2020/gleichgeschlechtliche-paare-15511.html

Beide Produkte sind eigentlich seit fünfzehn Jahren überfällig; endlich sind sie da. Und es sind Faller und NOCH, die in der Jetztzeit angekommen sind. Und die Anderen so?

Kurz gesagt, märklin macht ‚Dienst nach Vorschrift‘ und bedient seine Kunden, die offenkundig begierig die höchstmöglichen Preise zahlen wollen: Der BIGBOY, Grundkonstruktion 19 Jahre alt, kostet 970.- Liste? Achso.

Bei der Marke Roco hat man dafür ganz offensichtlich keinen Plan: „Nie wieder verkürzte Waggons“ verlautbarte es vor Kurzem aus Österreich, und prompt kommen dieses Jahr Waggons in 1:100, noch dazu für die SBB vorbild-frei. Die neue Bogenweiche soll vielleicht Ende dieses Jahres (2020) erscheinen. IC2? BR612? Andere Eierköpfe? Ein maßstäblicher ICE1? Nix da.

Den maßstäblichen ICE1 avisiert dieses Jahr Hornby unter dem Label ‚Lima Expert‘ mit einer Längen-Angabe, die dem in 1:100 von märklin gleicht. Deswegen dreimal (!) bei Hornby angefragt, kam schließlich eine völlig nichtssagende blahblah-Antwort. Aus dem Stummiforum schließlich floss die Info, der ICE1 komme entgegen der Angabe sehr wohl komplett maßstäblich. Worst consumer experience ever, dear. https://www.hornby.com/uk-en/lima-expert-h0-1-87-db-4-unit-set-emu-class-401-ice-1-contains-2-powerheads-and-2-intermediate-coaches-period-iv-v.html

Nachtrag: Nur zwölf Stunden nach Veröffentlichung dieses Textes traf ganz zufällig eine Email von Hornby ein zum Thema ICE1 mit dem Wortlaut „Lima ICE1: Totally new tooling and first 100% H0 scale model of this train (competitors made it shorter). 2020 packs include a 2nd class and 1st class service car. Standard 1st class and restaurant carriages will be made 2021 to complete the train to correct length.“ Na also, warum denn nicht gleich so. Und die ‚Adler‘ kam ja auch aus UK. ?????

Irgendwie originell ist, wieviel Mühe man sich bei Roco gibt, die wirklich typische Variante einer blauen Kasten-110 nach Vorbild der 80er Jahre zu vermeiden: Mit blauem Dach, Klatte-Lüftern und Doppellampen. Inzwischen gab es wirklich alle anderen möglichen Kombinationen – bis eben auf die genannte Version. (Vom nicht vergleichbaren Modell in sogenannter ‚ClassiC‘-Qualität mal abgesehen.) Dieses Jahr bringt Roco eine blaue 110 mit blauen Dach und eben Klatte-Lüftern – aber Einfach-Lampen. Zu lustig. Nicht. Sicher werden in diesen Lampen wieder nicht die kleinen roten Schlusslichter sein, wie noch um 2008… https://www.roco.cc/de/product/242515-110-0-0-0-0-0-002-1/products.html Piko, übernehmen Sie!

Piko ist ohnehin unübersehbar im Attacke-Modus: Natürlich zielt die Dampflok der BR 78 zugleich auf Roco (Fleischmann-Modell, neu aufgelegt) und märklin (Jahres-Neuheit). https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=30469&vw_name=detail Die schrullige E-Lok der alten BR 191 dürfte ebenfalls gegen Roco gerichtet sein, später dürfte Piko dann die E60 nachreichen. Wirklich ein Zirkuspferd ist die E-Lok der BR S 499 der CSD https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=30439&vw_name=detail, die mit ihren speziellen Formen und Farben sicher jeden Bauhaus-Fanatiker in den Wahnsinn treiben und dennoch auch den Mich(a)el erfreuen dürfte…

Bei der Produkt-Range von Viessmann, Kibri und Vollmer vermisse ich irgendwie die gute Laune; die Produkte wirken alle so gelangweilt zusammengestellt. Ebenso bei der Firma Lenz, deren Decoder fraglos das, was sie können sollen, sehr gut erledigen. Was aber im Vergleich zur Konkurrenz nur noch Basics sind. Ich persönlich finde ja, dass Handregler, die im Jahr 2020 weder Loknamen noch Funktions-Icons anzeigen können, nicht minimalistisch sind, sondern die Grammophone der Digitaltechnik. https://www.lenz-elektronik.de/digitalplus-handregler-lh101.php

Bei märklin macht mir das Einsteiger-Programm mehr Spaß, als der ernste Rest. Der Halloween-Zug ist schon mal direkt geordert. Dazu passend gibt es übrigens online in verschiedenen Shops die Villa der ‚Munsters‘ in 1:87, Das war eine alte, reichlich bekloppte Fernseh-Gruselserie. https://www.maerklin.de/de/suche/?q=halloween Auch der MyWorld Kran auf Rädern ist toll, und die Emma, wie alles von Michael Ende. https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/29199.

Aber sonst? In Summe baut märklin seit Mitte der Nullerjahre das gesamte H0-Sortiment neu und lässt dabei fast alles hinter sich, was früher charakteristisch für „märklin H0“ gewesen ist. Fast könnte man meinen, bei märklin gebe es Bestrebungen, die typische märklin-Bahn dem internationalen DC-Standard zu opfern, nur mehr der umständliche Mittelleiter ist noch übrig, in seinem Ursprung ein Relikt aus den grausamen 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Ausgerechnet daran hält man fest? Diese Logik denke ich lieber nicht zuende.

Wirklich gelungen finde ich Hornbys Idee, Fahrzeuge nach ‚Steampunk‚ Ästhetik zu produzieren. Dazu passend bietet NOCH Landschafts-Segmente an unter dem Namen ‚ZITERDES‘.

(c) Hornby Steampunk Dampflok für normale H0 DC Gleise
(c) Hornby Steampunk Personenwagen für normale H0 DC Gleise

Wer Züge durch eine eigene Fantasie-Welt fahren lassen möchte, für den bietet sich hier eine tolle, kreative Möglichkeit. Mit einer gewissen kriminellen Energie ließe sich auch märklins MyWorld-Züge optisch in den Steampunk-Stil versetzen, entsprechende Design-Elemente bietet Hornby ebenfalls an. Und die MyWorld-Züge rollen ja sowieso auf AC- und DC-Gleisen. märklins Alpha-Bahn (auf eigenen Gleisen!) passt auch prima dazu; endlich mal ein Umstyling, bei dem niemand heult. 🙂

(c) NOCH, passend zum Steampunk eine ZITERDES Szene

HORNBY Steampunk: https://www.hornby.com/uk-en/bassett-lowke-steampunk

NOCH Ziterdes: https://www.ziterdes.de/

Zu allem Anderen finden sich genug Kommentare in den Foren und Zeitschriften. 🙂

Minitrix auf Ikea Vol.3 ☺️

Nur 200x60cm und doch viel Betrieb in Spur N, hier auf Minitrix Gleisen.

Eine kompakte Anlage im N-Maßstab mit vielen Fahrmöglichkeiten für lange Züge (ICE…)

Als Tipp kurz vor Weihnachten: Ikea offeriert in der Serie Linnmon eine Tischplatte mit den Abmessungen 200x60cm. Darauf lässt sich im N-Maßstab eine Modelleisenbahn mit großzügiger Fahrstrecke aufbauen. So ein ‚Brett‘ lässt sich auch dauerhaft zwischen Sofa und Wand aufstellen – zum Spielen kniet man einfach auf dem Sofa. Das hält beweglich. 😀 So findet das Hobby wirklich mitten im Leben statt, nicht irgendwo versteckt auf dem Dachboden oder im Keller.

Nur aus Gewohnheit habe ich die Gleise von Minitrix verwendet. Mit denen komme ich zurecht. Unter dem Logo Fleischmann bietet auch Roco zwei N-Gleissysteme an.

Mit diesem Konzept kommen viele Vorteile der Jetztzeit zusammen:

-> Ikea gibt es fast überall, man kann sich also ‚mal eben schnell‘ eine solide Grundplatte besorgen. Auf der stabilen Platte rollt auch langfristig eine moderne Spur-N Modellbahn.

-> Dank der allgegenwärtigen Digitaltechnik ganz wunderbare Fahreigenschaften zeigt.

-> Wer beschenkt wird oder sich auf dem Gebrauchtmarkt eine schöne Garnitur findet, kann alles das auf den klassischen Minitrix Gleisen fahren lassen, und zwar richtig großzügig.

-> Und wenn man umziehen muss, ist die Anlage kompakt genug, um unfallfrei in die neue Behausung transportiert zu werden. Und setzt dort sein schönes Hobby unverändert fort.

Passende Gebäude-Bausätze von Faller, Kibri oder Vollmer kann man sich nach und nach zusammenkaufen, Landschaftsteile und Grasmatten zum Beispiel von Busch oder Noch lockern die Gestaltung auf. Feine Figuren gibt’s bei Preiser, weniger feine, dafür originelle Figuren bei Noch.

So kompakt ist die Spur N gehalten, sie hat sich auch qualitativ längst bewährt. Hier ein Fleischmann-ICE1 Triebkopf auf einer Compact Disc.

Oben in der ‚Delle‘ könnte eine Burg-Ruine angedeutet werden, links die drei Abstellgleise sind für einen Lokschuppen vorgesehen, und an den Bahnsteigen können überzeugend lange Garnituren halten. Die beiden Eingleiser oben rechts können optisch als normale Bahnübergänge dargestellt werden.

Die genauen Artikelnummern finden sich im PDF, die Stückliste darunter.

Viel Spaß beim Modellbahn-Spielen, zum Beispiel in Spur N. 🙂

Piko bestätigt: A-Gleis kann Räder „bei Dauerbetrieb“ schädigen…

Man könne ja neue Achsen als Ersatzteile kaufen. …wie bitte?!

Diese Riefen traten nach nur zwei Tagen Betrieb auf. Sie wurden durch die A-Gleis Profile in die Radflächen geritzt.

Wenn man eine Marke insgesamt und zudem ein bestimmtes Produkt wirklich mag, ist es eine unbequeme Situation, darüber Negatives zu schreiben. Aber wenn dieses Produkt das Zeug dazu hat, den Wert von Modellbahn-Sammlungen zu reduzieren, dann wäre es höchst unfein, anderen Modellbahnern diese Information zu verschweigen.

Während die Marke Roco qualitativ wie programmatisch in eine mir nicht mehr nachvollziehbare Richtung treibt, erkenne ich bei Piko ein schlüssiges Konzept mit fairem Preis-Leistungsverhältnis und vertrauenswürdigem Service. So gewinnt man Kunden. Und behält sie.

Auch und gerade Pikos A-Gleis war von Anfang an eine tolle Idee: Filigranes Aussehen, recht solide verarbeitet, intelligente Geometrie, sinnvolle Auswahl und vor allem für jedermann erschwinglich. Piko präsentiert sein A-Gleis als schicke Basis zum günstigen Kurs. Und das brachte den Erfolg.

Nun müsste ich diesen Text gar nicht schreiben, hätte man bei Piko schon vor über zehn Jahren meine Hinweise ernstgenommen. Und sicher besäße ich längst eine Unzahl dieser ausgefuchst erdachten Gleise.

Aber schon 2006 hatte ich Piko per Email informiert, dass das A-Gleis meiner persönlichen Erfahrung nach die Räder von Lokomotiven und Waggons angreifen kann. Eine Antwort erhielt ich damals nicht.

…nur eine Schotterprobe, dennoch: Pikos A Gleis macht was her.

Nun liegt mir ein Brief aus dem August 2019 vor, in dem Piko offiziell zugibt, um die destruktiven Eigenschaften des A-Gleises zu wissen, wenngleich mit falscher Ursachen-Angabe. Ein ranghoher Mitarbeiter von Piko (ausdrücklich: nicht der Eigentümer!) schreibt darin unter Anderem Folgendes:

“…unser Gleisprofil nicht abgerundet ist und es somit beim Betrieb auf der Anlage zu leichten Abnutzungsspuren an den Rädern kommen kann. Dies ist allerdings so minimal, dass im Rahmen eines „normalen“ Modellbahnlebens an den Modellen keine signifikanter Verschleiß auftritt. Sollten die Loks und Wagen allerdings im Dauereinsatz betrieben werden, kann sich über die Zeit der Austausch der Achsen notwendig machen. Hierfür sind in den Katalogen und Ersatzteilblättern die passenden Ersatzachsen aufgeführt.”

Screenshot des Schreibens. (Erlaubnis zur Veröffentlichung liegt mir vor.)

Das ist ja mal interessant. 🧐

Ein Anbieter kennt also die potenziell schädigenden Eigenschaften seines Gleis-Produktes, sieht aber keine Veranlassung, diese Kritikpunkte auszumerzen, zum Schutz des Eigentums und der Investitionen der eigenen Kunden. Und offenbart nebenher Ahnungslosigkeit um die wahren Ursachen.

Der Ratschlag, wer (zu?)viel auf den A-Gleisen fahre, möge sich später Ersatz-Achsen kaufen, ist schon bemerkenswert. Schließlich ist exzessives Spiel mit der Modellbahn der Idealzustand dieses Hobbys und Glück für die Hersteller.

Der Verweis auf die Ersatzteile gleicht einer konkreten Warnung. Schon ein bisschen unerhört irgendwie.

Gleise anderer Anbieter zeigen keinerlei negativen Effekt auf die Räder der Züge. Zudem: Bei mir hat der angesprochene “Dauereinsatz” bis zum Sichtbarwerden der Spuren zwei Nachmittage betragen. Wie würden die betroffenen Fahrzeuge wohl nach ein paar Monaten aussehen…

Nochmal: Nicht die zweifellos scharfkantige Form des A-Schienenprofils ist die Ursache für die Beschädigungen der Modellbahn-Räder. Sondern es ist das grobe Material, das wie eine Feile wirkt.

Fotos und Infos zu diesem Themen-Komplex habe ich bereits hier veröffentlicht, unter dem Absatz “Schrubb-Schienen”.
https://blog.mobaz.de/2019/04/02/pikos-neues-h0-bettungsgleis-a-gleis/

Pikos A Gleis 20fach vergrößert. Unübersehbar: Die grobe Oberfläche.

Man erinnere sich an die erfolgreiche US-Klage gegen McDonalds wegen brühend heißer Kaffeebecher. Im Vergleich zu den vielen, vielen Modellbahn-Achsen, die tagtäglich weltweit auf A-Gleisen rollen war dieser Klagepunkt Kleinkram. Aber im Ergebnis für McD teuer.

Man erkennt sogar hier die spiegelglatte Oberfläche des Trix-C Gleises und dagegen das matte, also rauhe A-Gleis.

Es ist eigentlich sehr einfach: Piko braucht nur wirklich hochwertiges Schienen-Material mit glatter Oberfläche einzukaufen, dieses beim Ziehen mit abgerundeten „Schultern“ zu versehen (siehe Trix C) – und diese Teile auch für die Weichenzungen einzusetzen.

Bei Piko sträubt man sich also hartnäckig, sein A-Gleis qualitativ auf das Niveau der aktuellen Fahrzeug-Flotte anzuheben. Und setzt währenddessen weiterhin Modellbahnen weltweit einer unnötig groben Behandlung aus.

Schade.

Minitrix auf Ikea Vol.2

Wer sich eine Modellbahn in Spur N zum ‚Spielen‘ aufbauen möchte, kann auch zu Ikeas günstigen Tischplatten namens Linnmon greifen. Auf 150×75 cm lassen sich ganz wunderbar Fahrstrecken aufbauen, man kann Häuserzeilen arrangieren und Rangieren üben.

Es gibt viele verschiedene Linnmon Tische bei Ikea. Auf diesem kann man viel variieren.

Warum gerade von Ikea? Weil es so einfach ist. Diese Tische bieten eine sehr preiswerte Lösung, dem Modellbahn-Hobby einen eigenen Raum zu geben. Aufbauen-Abbauen ist auf Dauer lästig. In alle Ruhe macht man sich auf so einem Tisch mit der Modellbahn vertraut.

Basierend auf den ‚ABC‘ Gleisplänen von Minitrix aus den 70er Jahren habe ich ein paar Pläne erstellt, die diese Fläche gut ausfüllen. Die PDF Dateien zeigen die Artikelnummern.

Die Minitrix-Gleise habe ich übrigens nur aus Gewohnheit verwendet; ich schreibe hier zum Glück unabhängig.

Viel Spaß beim Nachbauen. 🙂

Minitrix Nr.1. Viel Strecke zum Fahren und Abstellen langer Züge.
Die bekannte Rangier-Anlage, nun mit mehr Raum.
Etwas verspielt, aber dennoch nett. (PDF folgt)
Für eine großstädtische Umgebung und vielleicht sogar Automatik-Betrieb.

Piko-Stadthäuser wie Pola?

In der März-Ausgabe 1993 der Zeitschrift „Eisenbahn Magazin“ erschien eine Anzeige von Piko, die den neuen Bausatz eines wunderschönen Stadthauses avisierte.

…schräger Schnappschuss der EM-Seite.

Ich war sofort elektrisiert: Schon immer gefielen mir die Stadthäuser von Pola am Besten. Sie sehen eben so richtig ‚echt’ aus. Und nun wollte Piko diese Serie aktualisiert ergänzen: Speziell der Erker mit den großen Fensterflächen stellt eine für 1993 zeitgenössische Modernisierung dar. Im Erdgeschoss zeigt die Bank-Filiale sogar die so typischen Lamellen-Vorhänge. Großartig! ?

Ich hätte diesen Bausatz unverzüglich gekauft! Und sicher wäre es nicht bei dem einen Gebäude geblieben, weder bei mir, noch bei Piko. Aber leider gab es die „Modelle mit Perspektive“ dann doch nicht zu kaufen, bis heute. Man hörte einfach nichts mehr davon. Sehr bedauerlich, wäre diese Serie sicher von Erfolg gekrönt: Faller wiederbelebt seit Kurzem alle möglichen Formen dieser Pola-Stadthäuser, auch die beliebte ‚Milchbar‘ wird zurückkehren. Pikos Bausätze wären die perfekte Ergänzung.

Vielleicht mag man sich bei Piko nun an dieses schöne Stück erinnern, epochengerecht sozusagen genau passend zum im Herbst auszuliefernden InterCity in orientrot mit Bundesbahn-Logo.

Die ‚Deutsche Bank‘ Filiale lasse ich mal ausdrücklich unkommentiert. :-))

Pikos neue InterCity Waggons:

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=28095&vw_name=detail

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=28097&vw_name=detail

Infos zu POLA Bausätzen:

Auf dieser sehr informativen Fansite zur Firma ‚Pola‘ findet man auch eine Aufstellung der damaligen Bausätze.

Klick: http://www.ingomoegling.de

Das Trix C Gleis, das märklin-DC(C) Gleis für (fast) Alle.

Das C-Gleis von Trix macht viel Spaß. 🙂

märklins C-Gleis als ‚Trix‘-Variante verdient mehr Erfolg, als man ihm gönnt.

Seit seinem Erscheinen 1996 faszinierte mich märklins C-Gleis. Vor allem die Klick-Verbindung, die man einfach so auseinanderknicken konnte, gefiel mir von Anfang an.

Trix-C-Gleis ab 2005.

Im Frühjahr 2005 stand ich mit einem Freund auf der Dortmunder Messe und beäugte das damals nagelneue Trix-C-Gleis, dessen Böschung zur Unterscheidung eine schöne Farbe bekommen hatte. Dieser Farbton entspricht übrigens RAL 1019 Graubeige, die Schwellen sind (inzwischen) RAL 8017 Schokoladenbraun. Wie ein Befreiungsschlag kam es mir vor, dass märklin sein C-Gleis endlich in der Variante ohne Punkt-Kontakte präsentierte.

Unten die ursprüngliche Schwellenfarbe, oben aktuell, in kräftigem Dunkelbraun.

Vorteile Trix C-Gleis.

Die Geometrie ist sehr leicht zu überblicken, und sie kommt ohne Ausgleichsgleise aus. Genau betrachtet findet man zwei Konzepte vor, die zu einem System zusammengefasst wurden. Technisch und großteils geometrisch ist alles miteinander kombinierbar. Am Text-Ende gibt es einen Link zur offiziellen Website des Trix-C-Gleises.

  • Konzept 1: Radien 1, 2 und 3 (Parallel-Abstand jeweils rund 77mm), Standard-Gleise mit kompakten Bogenweichen sowie die dazu passenden kurzen Weichen.
  • Konzept 2: Radien 3, 4 und 5 (Abstand jeweils mit rund 64mm), längeren Standard-Geraden, großen Bogenweichen und schlanke Weichen.
Mit Mittelleiter und ohne. Ich finde das Trix Gleis schöner.

Die Qualität der Trix-C-Gleise ist meiner Erfahrung nach höher, als die der märklin-C-Gleise. Zum einen besteht das Schienenprofil nicht bloß aus Stahl, sondern aus hochwertigem Neusilber. Zum anderen gibt es seit Erstauslieferung keinerlei Berichte über etwaige bröckelnde Böschungen, was beim märklin-C-Gleis laut Foren-Berichten immer noch vorkommen kann. Übrigens sind die märklin- und Trix-Schienen im Querschnitt auf der Oberseite leicht gewölbt, was die Stromaufnahme verbessert: Im Dauerbetrieb wird Schmutz regelrecht zur Seite weggefahren.

märklins Reinigungswagen; Sonderserie für Conrad-Electronic. DC-Achsen von Thomschke.
Und auch Jörger-Filze machen gut sauber. 🙂

Wer dennoch reinigen möchte oder muss, greift am Besten zu den bekannten Filzplatten von ‚Jörger‘, die märklin seit einiger Zeit auch unter die eigenen Reinigungswagen packt. Diese polieren die Oberfläche äußerst schonend. Putzklötze wie der bekannte Roco-Rubber funktionieren etwas rabiat und ziehen die Missgunst esoterisch eingestellter Modellbahner auf sich, die behaupten, diese Dinger beschädigten die Gleise. Hm-hm, klar. Und es gab ja auch keine Mondlandung…

So einfach erfolgt der Anschluss an die C-Gleise.

Das Sortiment ist recht umfassend, fünf Radien, kurze und lange Weichen, jeweils kurze und lange Standard-Geraden, eine kurze DKW (eine lange ist bereits lange in Arbeit), ein Entkupplungsgleis und viel Zubehör wie Weichen-Antriebe, Weichen-Decoder, Weichenlaternen und digital steuerbare Signale. Die noch ausstehenden Gleise wie Kreuzungen und DWW werden sicher folgen.

Zwar entsteht beim Befahren des C-Gleises ein gewisses Rausch-Geräusch, weil die Züge die harte Böschung in Schwingungen versetzen; anders, als das bei RocoLine oder Piko-A mit weichen Bettungen der Fall ist. Man kann dem begegnen, indem die Gleise auf Filz oder festem Zellkautschuk verlegt werden; beide Materialien wirken lärmdämmend.

Fahrzeuge von ‚märklin my world‘ rollen einwandfrei auf den Trix Gleisen, auch die Loks.

Dafür rollen auf dem Trix-C-Gleis nicht nur aktuelle Modelle mit feinen Spurkränzen, sondern auch Spielzeug-Züge, deren Räder irgendwie zu H0 passen. Sogar von AC auf DC umgebaute Roco-Lokomotiven fahren einwandfrei auf dem Trix Gleis; vorausgesetzt, sie besitzen isolierte Radscheiben. Auf dem Trix-C-Gleis kann man also höchst entspannt so ziemlich alles fahren lassen.

Vorteile Trix-C-Gleis:

  • Das Aussehen. Der angenehme hellbraune Farbton erinnert an ein sauberes, befahrenes Vorbildgleis. Am Markt die vielleicht angenehmste Farbe einer Großserien-Böschung. Man fühlt sich ein bisschen an das beliebte M-Gleis von märklin erinnert.
  • Die Click-Verbinder sind der Knüller. Damit kommen Kinder und Erwachsene zurecht. Es kann nichts kaputtgehen, es hält ewig, und man braucht nichts zusammenzufummeln. Zum Isolieren von Strecken vor Signalen oder Ähnlichem steckt man einfach rote Verhüterlis über die Kontakte – prima.
  • Die Kontaktlaschen zum Strom-Anschlusse sind in der Böschung versteckt und solide mit den Schienenprofilen verschweißt. Hier kann man alles Mögliche anschließen, zum Beispiel Häuser-Beleuchtungen oder Decoder für Signale, Weichen und Entkuppler, und natürlich die normale Strom-Einspeisung. Passende Flachstecker gibt es direkt bei märklin; über Ebay findet man baugleiche Großpackungen.
  • Die Schienen aus Neusilber sind extrem hochwertig, mit glatter Oberfläche und überall abgerundet. Solchen Schienen vertraut man seine Züge gerne an. 🙂 Laut Aussage eines ranghohen Mitarbeiters eines anderen Herstellers verwendet märklin für das Trix-C-Gleis die „branchenweit höchste Materialqualität“. Das ist doch was.
  • Die Schienen sind nur 2,1mm hoch, und zwischen Schienen und Schotter hat märklin vorbildgerecht Luft gelassen. Dadurch wirken die C-Gleise äußerst zierlich.
  • Die kurzen Weichen mit steilem Abzweigswinkel brauchen nur wenig Platz, das finden alle Altersklassen praktisch.
  • Die längeren Weichen empfehlen sich für elegante Strecken. Besitzer von Personenwagen in maßstäblicher Länge um 30cm finden mit diesen „Konzept 2“ Weichen genau das Passende. Derzeit erhältlich sind normale- und große Bogenweichen.
  • Zwar ist die märklin/Trix-Bettung etwas steil geformt, wirkt aber dennoch überzeugend und vor allem weniger aufdringlich, als zum Beispiel die Bettung von RocoLine. Vor allem braucht man bei Trix nichts abzuschneiden, um zum Beispiel Weichen direkt zusammenzuklicken.
  • Die Schotternachbildung selbst ist recht fein ausgeführt. Bei einigen anderen Fabrikaten blickt man auf grobe Strukturen oder irgendwas, das nach Orangenhaut aussieht. Puristen können seitlich nachschottern, dazu empfiehlt sich feiner Schotter, wie er für die Baugröße N angeboten wird. H0-Schotter sind oft zu grob.
  • Wer die C-Gleis Schwellen genauer betrachtet, findet an einigen ihrer Außenseiten kleine Querstriche. Diese ahmen die Metallbänder nach, mit denen beim Vorbild zur Sicherheit die Holz-Enden zusammengehalten werden.
  • Beleuchtete Weichenlaternen, die sich beim Stellen der Weichen mitdrehen, gibt es von märklin und Viessmann.
Viessmanns Weichenlaterne mit nachträglich eingesetzter LED in warmweiß.
Viessmanns Weichenlaterne mit originaler LED in kaltweiß. Man sieht: Inzwischen gibt es einen richtigen Pfeil in der Form. Schön!
https://shop.elita.de/epages/ElitaModelleShop.mobile/de_DE/?ObjectPath=/Shops/ElitaModelleShop
Links der Sockel für Hobby-Signale, rechts der Mastfuß von Viessmann für Fahrleitungs-Masten.

Kritik am C-Gleis:

  • märklin hat nur für die Weichen-Oberseiten neue Formen erstellt. Für die normalen Gleise wendet man bei der Fertigung einen Trick an, der die Öffnungen für den Mittelleiter verschließt. Und das erkennt man leider. Hier war märklin einfach zu geizig. Gerade märklin-Skeptiker wird man so kaum versöhnen. Kurz: Für ein seriöses Sortiment sollten neue Oberflächen-Formen gemacht werden.
  • Es ist wohl schon vorgekommen, dass beim ersten Aufbau der Trix-C-Gleise ein Kurzschluss den Betrieb lahmgelegt hat. Der Grund ist meistens ein während der Fertigung unvollkommen aufgetrennter Verbindungs-Steg der Stromkontakte. Hier kann man sich behelfen, in dem Gleis für Gleis prüfend der Übeltäter herausgefunden und der entsprechende Steg wirksam durchtrennt wird. Eine eigene Stanzform für ‚Trix-Stege‘ wäre die bessere Wahl gewesen.
  • Das Ausbleiben von Dreiwegweiche und allen drei Kreuzungen lässt auf eine beeindruckende Portion Ignoranz im Hause märklin schließen, was H0-Modellbahnen ohne Mittelleiter betrifft. Dabei machen Puko-freie Bahnen längst den Großteil des märklin-Sortiments aus: märklin 1, märklin Z, Minitrix, LGB, Trix H0: Alles ohne Mittelleiter. Anstelle nun das Trix-C-Sortiment zu komplettieren, beschwert man sich über die mangelnde Akzeptanz des Produktes. Andererseits: Wenn Roco es geschafft hat, das furchtbare geoLine Gleis in die Haushalte zu bringen, dann sollte es märklin mit dem schönen Trix C-Gleis eigentlich leichter haben. Man muss nur wollen und das eigene Produkt ernstnehmen. Hinsichtlich der Zielgruppe des Trix-C-Gleises mag eine schlanke DWW angeraten sein.
  • märklins typischer Bahnübergang fehlt bislang, dabei ist gerade der ein schönes Spiel-Element.
  • Sehr selten findet man Schienenprofile vor, die an ihren Enden etwas scharfkantig abgetrennt worden sind. Hier behilft man sich mit ein, zwei sehr sanften Strichen mit einer Nagelfeile, schräg von außen nach innen. Danach ist alles in Ordnung.
  • Die Qualität der C-Weichenantriebe (märklin 74491) ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Aber SOWAS von. ? Die gute Nachricht: Alle ab Frühjahr 2019 gefertigten Antriebe sind – recht wahrscheinlich – von guter Qualität.
  • Stellschienen und Herzstücke der Weichen können eine grobe Struktur besitzen. Darauf setzt sich besonders gut Schmutz ab. Märklin sollte hier ein anderes Verfahren zur Herstellung einsetzen, damit diese Bereiche den edlen Schienen entsprechen. Wen das stört: Märklins Service reagiert hier sehr entgegenkommend.
Herzstück mit rauer Oberfläche. Hier wird es schnell schmutzig.
Ebenso auf den rauen Stellschienen; man sieht die Ablagerung. Einen Haftreifen von Roco hat es hier zerrieben – aber die taugen eh‘ nichts.

Märklin und die DC-Welt.

Manche hegen Vorbehalte gegenüber dem Trix-C-Gleis aus harmloser Unwissenheit: Diese hätten doch sicher Schwierigkeiten mit Fahrzeugen anderen Herstellern, weil, das ist doch von märklin, und man hört so dies und das… Kurz: Nee, das funktioniert, meiner Erfahrung nach.

Manchmal kommt noch Antipathie hinzu, die an religiösen Fanatismus erinnert: Man WILL dieses Gleis nicht, weil’s von märklin stammt. Angesichts der hervorragenden Qualität ist das wirklich Quatsch. Ausgrenzung findet aber auch auf der anderen Seite statt:

Es spricht keineswegs für märklins Marketing, nach dem ersten Impuls 2006 kaum Werbe-Maßnahmen für das Trix-C-Gleis unternommen zu haben. Als sei Modellbahnerei ohne Mittelleiter noch immer etwas für ‚Ungläubige‘.

Mich persönlich nervt diese ideologisch geprägte Haltung, hüben wie drüben. Klare Sache: Auch Fleischmann-Roco-Piko-Lima-Kato-Rivarossi-Athearn-Bachmann-Rapido-Fahrer dürfen märklin-Produkte gutfinden. Diese Ansicht ist übrigens kein Frevel.

Es ist doch eine tolle Sache, frei und quer durch alle Marken für das eigene Hobby auswählen zu können, was einem am Besten in den Kram passt. Und wenn das eben zufällig vom größten Hersteller stammt, na und? Man darf auch mal gönnen können. 😉

Wir mögen das Trix C Gleis. 🙂

Allein in meinem Freundeskreis fahren sieben Modellbahner auf dem Trix C-Gleis, im Alter zwischen 24 und 51. Alle sind happy mit dem Produkt. Gemecker gab es bislang keines (ja, ich habe nachgefragt).

Weiterführende Informationen rund um das Trix-C-Gleis: https://www.trix.de/de/produkte/trix-c-gleis/

Eine englisch-sprachige Seite aus Dänemark über das C-Gleis: https://railway.zone/?tag=C+Track

Viel Laminat-Bahning mit dem C-Gleis: https://www.modellbahntutzing.de/?s=c+gleis

Ein Beispiel für Teppichbahning mit dem Trix-C-Gleis: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?t=147191

Jemand konzipiert sich eigene Bahnsteige für die C-Gleise: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?t=105485

Bastel-Tipp: Prellbock

Fleischmanns Prellbock auf dem Trix-C-Gleis.

Fleischmanns Prellbock 6117 passt farblich ganz wunderbar zu den bräunlichen Trix-C-Gleisen. Um einen solchen zu beleuchten, habe ich einen märklin-Prellbock seiner Leiterplatte beraubt und diese am Fleischmann-Produkt festgeklebt. Dazu muss man nur löten können, und in die Bohle kommen rückseitig ein paar Feilstriche für die Lötstellen.

Die Kabel werden durch die Böschung nach unten geführt. Dort lötet man sie an Widerstände, die ebenfalls aus dem märklin-Prellbock stammen. Zur Stromversorgung (märklin hat keine Kontakte in der Prellbock-Böschung vorgesehen) reichen schmale Metall-Plättchen, die beim Zusammenklicken unter die jeweiligen Schienen geschoben werden.

Die weiße Fläche später einfach dunkelbraun überlackieren.

H0 & TT auf Ikea-Tisch ‚Lack‘

Kein Platz – das gilt umso mehr für H0-Modellbahnen. Die Gleis-Systeme Roco-geoLine und Fleischmann-Profi passen prima auf Ikeas Lack-Tische.

Darauf kann eine schöne Modellbahn-Anlage entstehen. 🙂 (c) IKEA, Hofheim-Wallau

Nachdem der Artikel über die Minitrix fertig war, probierte ich aus, welche anderen Gleis-Systeme ohne Säge-Arbeiten auf Ikeas Lack-Tische passten. Die ‚Gewinner‘ heißen märklin K-Gleis, Roco geoLine, Fleischmann-Profi und das TT-Gleis von Kühn-Modell.

Also habe ich für diese Systeme ein paar Gleispläne zusammengeklickt. Viel Spaß beim Nachbauen. 🙂

Märklins K-Gleis passt ganz wunderbar auf die Lack-Tische von Ikea.

Minikea – Minitrix auf Ikea

Für eine Spur N ist wirklich in der kleinsten „Hütte“ Platz.

‚Kein Platz‘ ist die Ausrede für Teppichbahning oder Schachtel-Aufbewahrung. Die Ikea-Tische aus der Serie ‚Lack‘ lassen sich aber prima als Module einsetzen. Hier zum Thema Spur N – Minitrix.

Bei einem Ikea Besuch fielen mir die günstigen ‚Lack‘-Tische auf: Alle mit identischer Höhe und hübsch unterschiedlichen Grundrissen – das wären sicher schicke Module. Und dann habe ich mal mit einem Programm herumgeklickt…

Für die Marke Minitrix von märklin realisierte ich diese Idee auf drei verschiedenen Tischen. Wesentlich mehr Gleispläne habe ich vorausgeplant. Egal, ob Jugendlicher oder Erwachsener mit wenig Platz – hier kann man sich eine kleine Welt aufbauen, die sich bei Bedarf schnell wegstellen lässt. Zwei der Artikel findet man online.

Teil 1: https://www.maerklin.de/fileadmin/media/journal/maerklin-magazin/05-2018/Fo.1_Kompakte_Tischbahn_mit_Minitrix_MM0518.pdf

Teil 2: https://www.maerklin.de/fileadmin/media/journal/maerklin-magazin/01-2019/Fo.3_Kompakte_Tischbahn_mit_Minitrix_MM0119.pdf

Hier ein Screenshot der einzelnen Tisch-Pläne. Wer lesbare Dateien haben möchte, schreibt einfach eine Email-Anfrage. 🙂

Wer hätte gedacht, dass solche schönen Fotos im 31. Stock entstehen können… 😉

Pikos neues H0-Bettungsgleis (A-Gleis).

Für mich war es DIE Messe-Überraschung 2019: Piko spendiert seinem etablierten A-Gleis ein Schotterbett. Seit Ende März befinden sich die ersten Bettungsgleise in Auslieferung.

Alle großen Hersteller haben Modellbahn-Gleise mit Schotterbett im Sortiment. Nun hat Piko nachgezogen, und dieser Text beschäftigt sich mit diesem System, auch, was signifikante, zukünftige Neuheiten betrifft. Das ist ja das Praktische an der Online-Schreiberei: Man kann immer mal wieder etwas nachreichen. 🙂

Fleischmann, Trix, Piko, Roco.

Derzeit lieferbar sind notwendige Standard-Gleise, Gerade, Gebogene und normale Weichen sowie Bogenweichen. Zur Messe 2020 wurden alle ausstehenden Gleisbettungen avisiert. Pikos hält seine Website wirklich aktuell:

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=301&vw_id=348&vw_name=detail

Startsets von Piko mit dem Bettungsgleis findet man hier:

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=301&vw_id=358&vw_name=detail

Ein erstes Video zum Bettungsgleis kann man hier anschauen:

Als eine preiswerte und dennoch attraktive Alternative zu teuren Gleissystemen startete Piko sein Schwellenband-‚A-Gleis’ in den Nullerjahren. Weichen für zehn Euro und gerade Gleise für rund €1,10 waren eine klare (Kampf-) Ansage. Längst hat sich das A-Gleis eine stabile Fan-Basis erarbeitet.

Hinweis: Am Ende dieses Textes beschreibe ich meine Einschätzung der Schienenprofil-Qualität.

Das A-Konzept.

Offensichtlich hatte man bei Piko die vorhandenen Gleissysteme anderer Hersteller sehr genau analysiert und jeweils die überzeugenden Merkmale übernommen. So macht man das. Von märklin kennt man die praktische lang-kurz-Geometrie, von Roco die Weichen-Charakteristika und von Peco und Hornby die Stellzungen aus Pressblechen der Weichen (die Piko bei einigen Weichenformen inzwischen gegen stabile Teile aus Profilen ersetzt hat.)

Die Schienenprofile sind zwar 2,5mm hoch, damit auch uralte Modelle hubbelfrei darauf rollen können. Dennoch wirken sie auffallend filigran, weil sie besonders schmal gehalten sind. Diese Wirkung kann man noch unterstreichen, indem man die Profile seitlich rostbraun einfärbt. Unübersehbar ist dieses Gleis ein direktes Konkurrenz-Produkt zu RocoLine ohne und jetzt auch mit Bettung.

Links unten die Lücke.

Vor allem die Geometrie macht Spaß, sie ist so nett übersichtlich. Bei RocoLine können einem die vielen unterschiedlichen Mini-Gleise schon auf den Keks gehen, bei Piko gibt es da nichts, was in dieser Strenge auch wieder nicht optimal ist: Auch bei Piko fehlt das eine (!) wichtige Mini-Gleis, das den Unterschied der beiden Standard-Geraden ausgleicht. Gerade für Weichenstraßen ist dieses 8mm Gleis wichtig.

Bettungen für das A-Gleis.

Stellprobe: Alles passt stilistisch gut zusammen.

Was dem A-Sortiment fehlt, ist ein Entkupplungs-Gleis. Und eben bislang eine Bettung. Wobei der zweite Wunsch nun gleich doppelt erfüllt worden ist.

So sieht eine Weichen-Platte von Merkur für die Piko A Weichen aus.

1. Die Firma Merkur bietet für das A-Gleis ein schönes Sortiment an Bettungs-Teilen an, mit dem typischem braunen Korkschotter; man kennt diese Produkte unter dem Namen ‚Styroplast‘.

Man drückt die A Gleise einfach in die Vertiefungen, und sie halten dann durch Klemmsitz fest. Merkur komplettiert derzeit sein Bettungs-Sortiment für das A Gleis; was online noch nicht verfügbar ist, kann dennoch bereits lieferbar sein. Nachfragen hilft.

Hinweis: Styroplast-Bettungen eignen sich für distinguierte Anlagenprojekte, nicht für‘s Teppichbahning.

https://www.merkur-styroplast.de/Gleisbett-Zubehoer/PIKO-A:::46_88.html?MODsid=ddb99248789199dff522b2ef88a76f8c

Mittig der Streifen für Böschungen, falls auch bei Weichen gewünscht. Rechts eine Bettung für den ‚Gegenbogen‘.
Zuschnitt ab Werk. Perspektive als Zitat.

2. Nun hat Piko eine eigene Bettung entwickelt, Branchen-üblich grau gefärbt, und mit etwas groberer Schotter-Struktur, als bei RocoLine oder märklin/Trix-C. Dennoch oder gerade deswegen wirkt Pikos Bettung seit dem ersten Betrachten auf mich äußerst sympathisch. Dabei ist das Konzept sehr einfach: Die vorhandenen A-Gleise sind ab Werk quasi unverändert auf die Bettungen geschraubt. Rocos umständliche Verrenkungen, die das Line Gleis so komplex machen, vor allem bei den Bettungs-Weichen, hat Piko stur ignoriert. Gut so.

Längs- und Querstreben als Stabilisatoren.

Die Bettungsteile bestehen aus unerwartet stabilem, leicht flexiblem Kunststoff. Piko war so klug, im Böschungskörper durchgehende Längs-Streben anzuformen, die exakt unter den beiden Schienen angeordnet sind, also dem Schienenverlauf folgen. Schwere Fahrzeuge machen dem Gleis also nichts aus, und dennoch ist die Bettung flexibel genug, um die Fahrgeräusche zu dämpfen. Viel Gedankenschmalz, das zu diesem Ergebnis geführt hat. Respekt. Man fragt sich da schon, warum Roco in seiner speziellen Situation 2005 nicht auch so eine Lösung gefunden hat…

Ordentliche Übergänge.

Schienen-Laschen umgebogen.

Das Zusammenstecken ist noch immer ein bisschen fummelig, weil Piko darauf verzichtet, die Schienenfüße unten anzuschrägen. Durch die weit herausragenden Laschen der Schienenverbinder kann man sich schnell mal unfein pieksen. Diese Dinger gehören umgebogen: Wenn man schon abguckt, dann bitte richtig. Die Bettungs-Enden haben zueinander keine nennenswerten Abstände, beim Zusammenstecken entsteht ein recht homogenes Bild.

Verbogene Gebogene.

Ich stelle fest, dass auf der „Platte“ nicht alle Gleise wirklich eben aufliegen. Man kann sie aber leicht aufdrücken, da ist kein Widerstand. Diese Verwerfungen entstehen durch die ‚Buchsen’, in die die Gleisklammern einschnappen. Diese Buchsen wurden mit sich nach unten schräg erweiternden Seiten gestaltet. Das ist unklug, denn dadurch wird die Bettung hochgedrückt. Fällt sowas eigentlich vor Auslieferung niemandem auf…?

So verdrehen sich die A-Bettungen gegeneinander.
So sehen die ‚Verwerfungen‘ von unten aus.

Beim Ankleben während des Anlagenbaus ist das allerdings kein Thema mehr.

Rechts die ‚Buchse‘ mit schrägen Seiten.

Für den hauseigenen Prellbock hat Piko eigens eine Viertelgleis-Bettung konstruiert. Ein schönerer, komplett neuer Prellbock wäre die bessere Alternative gewesen…

Prellbock mit Spezialbettung.

Das Schwellenband ist jeweils mit zwei bis vier Schrauben auf der Bettung befestigt. Weil die Schwellen etwas nach oben aus dem Schotter hinausragen, kann man die A-Gleise auch später noch mit echtem Schotter veredeln. So bleiben nicht nur die Investitionen sondern bei sinnvollem Aufbau auch die lärmdämmenden Eigenschaften erhalten.

Ruhe macht Freude.

Denn einer der wichtigsten Vorteile der Bettungen aus flexiblem Material ist das Dämpfen der Fahrgeräusche. Um diesen Effekt weiter zu optimieren, sollte man Pikos Bettungsgleis nicht direkt auf die Holzplatte kleben, sondern erst den gesamten Gleisbereich zum Beispiel mit Matten aus Zellkautschuk bekleben – und erst darauf die Bettungsgleise kleben, jeweils ausschließlich dauer-elastischen Kleber verwenden. Beim Befahren bemerkt man dann sofort, dass vom Rollgeräusch kaum etwas übrig bleibt, ein sehr eleganter Eindruck entsteht. Und mir zumindest macht es so mehr Spaß, meine Züge fahren zu lassen.

Auf Pikos A-Bettungsgleis entsteht beim Befahren ein ‘Rausch-Geräusch‘ im mittleren Frequenzbereich, das zwar vernehmlich ist, mich zumindest aber nicht stört. Manche vergleichen das Roll-Geräusch auf Pikos Bettung mit dem Eindruck von Vorbild-Fahrzeugen. Und da ist echt was dran.

Fairerweise muss man sagen, dass das RocoLine-Gleis mit Bettung bis heute in Sachen Lärmdämmung unübertroffen ist: Dessen weiche Böschung erstickt wirklich jegliche Eigenschwingung, hat dafür aber den Nachteil, eben nicht die eigene Form zu wahren: Zwischen den Schwellen muss man immer wieder von unten die Bettung hochdrücken, damit keine unästhetischen Dellen bleiben. Außerdem sind bei RocoLine die Übergänge von Gleis zu Gleis in den meisten Fällen trotz aller Beteuerungen unübersehbar.

Dagegen vibrieren die Gleise Fleischmann-Profi und Märklin-C und Trix-C recht vernehmlich wegen ihres harten Materials, und sie reflektieren den Schall zusätzlich. Sensible Gemüter sind für deutlich weniger Krach beim Fahren sehr dankbar.

Die Schrauben in den Schwellen mögen bei Vorbild-Fanatikern einen veritablen Kulturschock verursachen, aber für diese Zielgruppe ist Pikos Gleis ohnehin nicht gemacht. Diese seriös und bequem von oben lösbare Verbindung von Gleis und Bettung bietet nämlich einen einzigartigen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern: Ganz einfach kann man das Schotterbett farblich verändern, auch nachträglich noch, mit sauberem Ergebnis, ohne umständliche Abklebe-Aktionen.

Umfärben leicht gemacht!

Die Farbgebung der Böschung ist typisch für die Branche. Wählte man früher Wohlfühl-Farben, greift man heute zu kaltem, Neutralem. Zum Glück kann man Pikos Bettung besonders einfach aufwerten.

Umlackieren macht schön! ?

Die Böschung lässt sich nämlich unabhängig vom Schwellenband einfärben, und das eben auch im Fall der Weichen. Man kann also die Bettungen separat lackieren, auch noch nachträglich, und nach dem Trocknen der Farbe die Gleise einfach wieder draufschrauben. Für kreative Modellbahner ist das eine wirklich tolle Sache.

Gut geeignet für Pikos Böschungen sind zum Beispiel die Granit-Effekt Farben der Marke ‚Montana‘, weil sie auf Wasser basieren. Mit dem Farbton Granit Effekt braun wurden die oben gezeigten Gleise eingefärbt. Es gibt außerdem noch grau und hellgrau.

So sieht Pikos Bettung ‚nackt aus‘.

Beim direkten Konkurrenten RocoLine ist das Nacharbeiten im Fall der meisten Weichen nur mit extremem Aufwand möglich, weil diese fest mit Platinen im Sockel verlötet sind.

Wer sich an Pikos sichtbaren Schrauben stört, kann die Gleise beim Anlagenbau mit dauerlastischem Kleber in der Böschung befestigen, die Löcher mit Kitt von Revell füllen und im RAL Farbton 8022 ‚Schwarzbraun’ betupfen – fertig. Auch hier ein Vorteil gegenüber Roco, deren rötliche Schwellen mir seit 1989 nicht gefallen.

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, das A-Bettungsgleis schöner aussehen zu lassen. Piko war so klug, die Schwellen etwas nach oben aus dem Schotterbett herausragen lassen. Hier lässt sich später beim festen Aufbau zusätzlich Modellbahn-Schotter aufbringen. Mir gefällt das alles sehr gut.

So fährt man vielleicht jahrelang auf seinen Gleisen herum, erweitert über die Zeit seinen Gleis-Fundus, und wenn eine ‚richtige’ Anlage aufgebaut werden soll, verwendet man weiterhin seine geliebten Gleise und professionalisiert ihr Aussehen mit schönem Schotter. Dazu hat Piko ein kurzes Video online gestellt. Später werde ich dazu noch ergänzende Tipps posten.

Schnippeln leicht gemacht.

Links die Schnittkante.

Bei Geraden, die an die Weichen angesteckt werden, müssen die Bettungen schräg abgeschnitten werden, das kennt man von RocoLine mit Bettung. Im Fall des A-Gleises ist der abzutrennende Bereich allerdings kürzer, weil die Bettung weniger ausladend gestaltet ist.

Allerdings hat Piko versäumt, wirklich überall Schneide-Linien anzubringen, wie das Foto zeigt. Auch bei der Weiche oben fehlt diese Linie an einem Ende. Das ist schon ein bisschen eigenartig und wird hoffentlich noch nachgebessert.

Innen fehlen die Schneide-Linien, am anderen Ende sind sie ebenfalls nur auf einer Seite. Unpraktisch.

Mit einem Lineal aus Stahl und einem scharfen Cuttermesser ist das schnell und sauber erledigt. Diffizil wird diese Sache bei den Bogenweichen. Unter allen Gleisen finden sich Hilfslinien zum Schneiden, auch das kennt man von einigen RocoLine Gleisen.

Oben Roco-Line, unten Piko-A.
Oben Fleischmann-Profi, unten Piko-A.
Oben Pikos aufgeräumter Unterbau, unten Roco Line.

Rocos gefühlt (!) überbreite Bettung lieferte meiner Erfahrung nach einen der Gründe, warum viele Einsteiger lieber zu Fleischmann-Profi gegriffen haben: Das Gefühl, etwas „kaputtmachen“ zu müssen, nur, um die Bahn aufzubauen, ist gerade Einsteigern eher unangenehm. So ist Pikos schmalere Bettung nicht nur weniger aufdringlich und dadurch sympathisch, sie hat gegenüber Roco Line einen unschlagbaren Vorteil…:

Update: Denn inzwischen führt Piko wirklich alle A-Bettungen auch einzeln im normalen Programm. Also auch für Weichen. Das ist wirklich sehr gerissen, denn der größte Stressfaktor von RocoLine fällt bei Pikos A-Gleis weg: Eine verschnippelte Bettung ist kein Drama mehr. Man ersetzt sie einfach gegen eine neue. Rocos Idee der unpraktischen Reparaturstreifen ist nicht nur von Merkur abgekupfert sondern im Ergebnis alles andere als unauffällig.

Dieser entspannte Umgang mit dem Produkt ‚Bettung‘ wird sicher viele Interessenten überzeugen. Plus: Man kann sich verschiedene Bettungs-Varianten hinlegen. Ein klarer System-Vorteil gegenüber RocoLine mit Bettung, dessen Hersteller seit 1989 Chancen zur Verbesserung ungenutzt verstreichen ließ. Tschä.

Apropos Schnippeln: Beim Anschrägen der Weichenzungen geht man in Pikos Werk offenbar recht ruppig vor, wie dieses Foto zeigt.

Wie mit der Heckenschere… Das darf so nicht aussehen!

A-Zubehör.

Interessant ist das Bettungs-Zubehör. Wo andere Hersteller die Strom-Anschlüsse oder Weichen-Antriebe unter der Böschung verbergen, setzt Piko diese Dinge sogar ausdrücklich in Szene: Kleine Sockel mit Mauerstruktur stützen die bekannten, seitlichen Weichen-Antriebe und auch die Anschlusskästen zur Fahrstrom-Einspeisung. Das wird diejenigen freuen, die auch nach dem Anlagenbau noch bequem von oben an diese Dinge herankommen möchten.

So bezieht man die Modellbahn-spezifische Technik in die Anlagen-Gestaltung mit ein. Andere tun das, indem sie Mittelpunkt-Kontakte feiern. Jedem das Seine.

Und längst nicht jeder krabbelt gern unter seiner Anlagenplatte herum, um kopfüber an Elektro-Anschlüssen herumzuschrauben…

Viessmann-Sockel lassen sich zum Spielen unterstellen.
Die rechte Lasche muss man plattbiegen. Dann passt es.

Zubehör anderer Hersteller lässt sich für den Spielbetrieb mit dem neuen Bettungsgleis kombinieren: Viessmanns Oberleitungsmasten lassen sich ganz einfach unter der Böschung platzieren, dazu muss man nur mit einer Zange die Lasche vor dem Mast plattbiegen.

Wer preiswerte Fahrleitungs-Masten bevorzugt, kann die bekannten Hobbex-Masten einfach auf zurechtgeschnittene Plastikplättchen kleben und diese unter der Böschung einklemmen. Passt. Allerdings ist die Herstellung dieser äußerst günstigen Masten beendet, Interessenten sollten also flink sein.

Oder man findet sich auf dem Gebrauchtmarkt alte Fahrleitungs-Masten von märklin oder Vollmer zusammen.

Auch märklins günstige Hobby-Signale kann man mit dem A-Gleis verwenden: Den passenden Signal-Decoder gibt es für elf Euro bei diesem Anbieter (bitte das gewünschte Digitalformat DCC oder MM angeben): 123info@moba-digital.de

Für den Signal-Decoder von moba-digital schneidet man einfach Abschnitte der Plastik-Stege heraus. Dann lässt sich der Decoder in der A-Bettung versenken.

Kritik.

Gibt es was zu meckern? Ein bisschen.

Das A-Gleis hat sich vor allem durch seinen günstigen Preis bei höchst feiner Optik verbreitet. Mehr sollten Gleise nicht kosten.

Für die neuen Bettungsgleise hebt Piko das Preis-Niveau energisch an. Und das, obwohl die Bettungen aus nur jeweils einem einzigen Kunststoff-Teil bestehen. So etwas sollte sich günstiger und dennoch gewinnbringend anbieten lassen.

Immerhin bei den Weichen ist der Preis-Unterschied marginal. Aber die Standardgleise fallen auf: Ohne Bettung rund €1,50, mit Bettung etwa €2,70. Ob die quasi-Verdoppelung wirklich sein musste? Ich zweifle. Piko-Fans sind eine mildere Denke gewohnt. Und so könnte man eben auch direkt zu den oben erwähnten ‚professionellen’ Styroplast-Bettungen greifen.

Auch A-Gleise fühlen sich im Styroplast-Bett wohl. Wer mag, kann die Schwellen noch matt RAL 8022 schwarzbraun lackieren.

Offenbar nicht eingeplant hat Pik
o einen Weichen-Antrieb, der sich ‚unsichtbar’ innerhalb der Böschung verstecken lässt, wie das bei Roco und Märklin/Trix möglich ist. Dieser Antrieb müsste sehr flach sein, vielleicht ist dies eine prima Baustelle für Viessmann-Modell. Als Ergänzung wäre es schön, die glatte Kante neben den Weichen-Schwellen mit einem schmalen Streifen Bettungs-Plastik ausfüllen zu können. Aber selbstverständlich kann man auch die Bettungs-A-Gleise durch Unterflur-Antriebe stellen.

Die Sockel für Weichenantriebe bietet Piko im unpraktischen Sechserpack an, dessen Listenpreis rund €14 beträgt. Nicht gerade einladend für – technisch gesehen – überflüssige Dekorationsartikel, zumal, wenn man den Modellbahn-Nachwuchs mit (immer zuwenig) Taschengeld im Blick hat, der sich kaum fünf überschüssige Teile hinlegen möchte.

Ein Vergleich: Rocos digitaler (!) Bettungs-Weichenantrieb kostet nur rund 20 Euro, ohne Sockel oder Ähnliches zu benötigen. Und das bei einem allgemein anerkannten Gleis-System. Piko verlangt allein 23.- für den Weichen-Antrieb, plus Einzeldecoder von einem externen Anbieter für rund elf Euro oder deutlich mehr für die hauseigenen Bausteine, plus Deko-Sockel. Dieses (Preis-) Konzept kommt mir etwas … überambitioniert vor.

Antrieb: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=664&vw_name=detail

Einzeldecoder: https://modellbahnshop.moba-digital.de/epages/12489450.mobile/de_DE/?ObjectPath=/Shops/12489450/Products/WeichEi&Locale=de_DE

Schrubb-Schienen.

Pikos 150 mit deutlichen Spuren.

Es gibt leider einen Aspekt, der mich noch davon abhält, Pikos schönes A-Gleis wirklich zu verwenden. Es geht um die Schienenprofile: Bereits beim ersten Testen der A-Gleise 2006 stellte ich fest, dass darauf vor allem Schlepptenderdampfloks von Roco mit Kardan-Antrieb vom Tender zur Lok eine Art Metallstaub neben den Schienen zurückließen. Farblich eindeutig Rocos Rädern zuzuordnen.

Die Radreifen der via Kardan angetriebenen Lok-Treibräder glänzten auf einmal hell poliert, obwohl sie vorher noch dunkel und matt ausgesehen hatten. Bei keinem anderen Gleis-System war mir so etwas jemals vorgekommen. An den Rädern lag es also nicht.

Eine damals augenblicklich an Piko geschriebene E-Mail blieb ohne Resonanz. Auch mehrfaches späteres Nachfragen brachte kein Ergebnis.

Deutliche Riefen nach zwei Tagen Betrieb auf dem A-Gleis.

Da ich nun in 2019 ahnte, was für Folgen der Betrieb auf dem A-Gleis haben kann, setzte ich für diese Online-Besprechung nur eine kleine Auswahl meiner Lokomotiven den A-Schienen aus.

Und siehe da: Die Räder der grünen 150 von Piko, einem übrigens wirklich wunderschönen Modell, zeigten nach nur zwei Tagen Betrieb auf dem Test-A-Oval deutliche Polier-Spuren und Riefen.

Zuvor glichen diese Räder noch denen der hier zum Vergleich gezeigten Räder einer 141, ebenfalls von Piko:

Normale Spuren auf Rädern einer 141 von Piko nach drei Jahren Betrieb auf Roco-Line und Trix-C.

Testhalber habe ich meine Piko-221 einen Tag lang über das A-Gleis geschickt, mit nahezu identischem Ergebnis.

Auch die Räder der 221 waren schnell hell geschrubbt.

Leider interessiert man sich bei Piko trotz diverser Hinweise nicht für eine Optimierung der A-Profile, obwohl auch intern längst Verdachts-Momente bestehen sollen.

Wenn man mit der Fingerkuppe vergleichend über Schienen von Piko-A und dann z.B. über Trix-C streicht, bemerkt man, wie rau sich Pikos Schienen anfühlen, und wie glatt die Trix Oberflächen sind. Sowas müssten doch eigentlich auch Andere bemerken.

Schienen, die Räder verkratzen können, so etwas dürfte es gar nicht geben.

Dabei geht es nicht um die Form des Profils, wie ich anfangs dachte, die könnte ebenfalls sinnvoller sein, es geht um die Oberflächen-Beschaffenheit.

Das Metall, aus dem die Schienen gezogen werden, ist nicht so hochwertig, wie das anderer Gleis-Anbieter. So einen klaren Mangel trotz mehrfacher Hinweise einfach weiter zu verkaufen, das ist schwer bedauerlich.

Wie ich inzwischen erfahren habe, ist sich Piko der destruktiven Eigenschaften seiner A-Gleise durchaus bewusst, sieht aber offenbar keine Veranlassung, daran etwas zu verbessern. Mehr dazu hier auf diesem Blog: https://blog.mobaz.de/2019/10/07/piko-bestaetigt-a-gleis-kann-raeder-bei-dauerbetrieb-schaedigen/

Pikos Profil ist wirklich elegant und schmal – aber leider am Fuß nicht angeschrägt, wie beim Wettbewerb, und oben praxisfern platt.
Piko Schienenprofil in 20facher Vergrößerung. Die Rauheit lässt sich klar erkennen.
Zum Vergleich das Trix-C-Profil, ebenfalls in 20facher Vergrößerung. Eindeutig glatter und klug nach oben gewölbt.

Die beiden Aufnahmen wurden angefertigt von Simply, Köln-Deutz. Vielen Dank dafür!

Und für märklin H0?

Pukos als Pikos logische Erweiterung.

Pikos hohes und dennoch zierliches Schienen-Profil legt den Gedanken nahe, darauf auch märklin-Modellbahnen fahren zu lassen. Denn das K-Gleis findet bei märklins Entscheidern inzwischen wenig Beachtung. Leider.

Eine uralte 01 von märklin konnte ich durch die Herzstücke der A-Weichen schieben, ohne dass es irgendwo geklemmt hätte. Es bedarf lediglich flacher, vorgebogener Punktkontakt-Einsätze, die unter die Schwellen geklippst werden.

Es wäre also naheliegend, dass Piko sein A-Gleis in der Zukunft sowohl für DC als auch AC anbieten könnte. Eine wirkliche Konkurrenz dieser Art wäre für ‚Märklinisten’ sicher eine völlig neue Erfahrung.

Fazit:

Mir gefällt Pikos A-Gleis mit Bettung ziemlich gut. Weder folgt Piko Rocos und märklins Bestreben, technisch das Aufwändigste umzusetzen, noch verbleibt man auf ehemaligem „Hobby“-Niveau. Man beschreitet einen entspannten Mittelweg, den man als Modellbahner eigentlich schon verloren geglaubt hatte.

Piko gibt sich alle Mühe, das eigene Sortiment auf immer solidere Säulen zu stellen, das ist sehr erfreulich.

Folgen sollten zeitnah das 8mm-Mini-Gleis und ein Entkupplungsgleis.

Aber: Solange das Schienen-Profil aus verschiedenen Gründen die Räder meiner Fahrzeuge beschädigen kann, mag ich Pikos Gleis nicht für meine Sammlung verwenden. Für den Fall der AC-Tauglichkeit ist ebenfalls dringend ein hochwertigeres Material anzuraten, denn gerade betuchte ‚Märklinisten‘ sind -zurecht- humorlos, wenn es um ihre kostspieligen Sammlungen geht. Die will man sich nicht durch ein minderwertiges Schienenprofil entwerten.

Sollte man bei Piko ein Einsehen haben und ein neues, in vielerlei Hinsicht hochwertigeres Profil verwenden, könnte man die Lage neu bewerten. Bis dahin beobachte ich aufmerksam die Entwicklungen.

(…wird immer wieder mal ergänzt.)

Roco geoLine – ein ‚MakeOver‘.

GeoLines Haupt-Kritikpunkt, das künstliche Aussehen des Schotters, lässt sich mit zwei einfachen Methoden abstellen. So bewahrt man sich seine vorhandenen geoLine Gleise und damit Investitionen, die vielleicht über Jahre erfolgt sind, und auch etwaige Erinnerungen an Geschenke bleiben. Aber das geoLine Gleis bereitet nun mehr Freude.

Originalfarbe – lackiert – mit Schottermatte beklebt.

Farbe ist die einfachste Maßnahme, um den blaugrauen Eindruck zu verbessern. In bräunlichen Farbtönen lackiert sieht geoLine angenehmer aus. So oder ähnlich hätte Roco es natürlich von Anfang an machen sollen. Man verwendet dazu entweder Pinsel oder Airbrush und Farben nach Wahl, etwa Revell oder elita-Color.

Mit N-Schottermatte von Merkur beklebtes geoLine-Gleis.

Geradezu dramatisch verändert wirkt geoLine, wenn man es unter einer Schotterschicht verschwinden lässt. Besonders geeignet dafür sind die bewährten Schotterfmatten der Firma Merkur. Der feinen Optik wegen haben sich besonders die dunkelbraunen Matten empfohlen, die früher für die Spur-N angeboten worden sind. Leider werden diese nicht mehr produziert, sodass man eben zu den Matten für H0 greifen sollte:
https://www.merkur-styroplast.de/Gleisbett-Zubehoer/Korkschotter-Schottermatten/Orig-Schottermatte-HO-Artikel-Nr-702060::331.html?MODsid=ed6f53433377f6671c813e0f53a58e39

Links Schottermatten für N, rechts für H0.

Mit ein bisschen Probieren findet man die passenden Abmessungen für die Bögen und Quadrate schon heraus. Dann klebt man die Folienstücke einfach mit dünn aufgetragenem Pattex auf die geoLine-Bettung – fertig. Im Ergebnis könnte man meinen, ein neues Gleissystem zu besitzen, so schick sehen die geoLine Gleise jetzt aus.

Stein-Schotter kann unordentlich aussehen.

Herkömmlicher Schotter aus Stein ist für geoLine weniger geeignet, weil die Schwellen nur unwesentlich über die Böschungs-Oberfläche hinausschauen. Man müsste schon extrem feinen Schotter auswählen; letztlich ist die Verwendung der Merkur-Produkte die einfachste Lösung, mit der man am Schn ellsten zum Ergebnis kommt.

So kann geoLine aussehen.

Den letzten Schliff erzielt man mit einer braunen Färbung der Schienenprofile, die die typischen Rostspuren der Vorbildgleise nachahmen. Dazu reicht ein Pinsel, ein rostbrauner Farbtopf und ein langes aber spannendes Hörspiel. Man pinselt die Seiten der Schienen mit nicht zuviel Farbe ein und streicht direkt danach die Oberseiten mit einem quer gehaltenden Streichholz sauber. Dabei nur sanft aufdrücken. Meistens dunkelt die Farbe beim Trocknen nach und wirkt dann noch vorbildgerechter. So kann geoLine gefallen. Und man fragt sich, warum die Böschung nicht schon ab Werk so aussehen durfte…

Antriebe unter die Platte!

Für Teppichbahner ist es eine praktische Sache, den Antrieb und Digital-Decoder in der Gleis-Bettung zu verstauen. Man hat keine nervigen Kabel quer durch die Wohnung liegen, und dennoch genießt man die Vorteile des Digitalbetriebs. Falls mal etwas kaupttgeht, nimmt man die Weiche einfach heraus und repariert die Sache. Für fest installierte Anlagen gilt das so aber nicht mehr, und Weichenantriebe können schnell mal kaputtgehen.

Es gibt nun den Tipp, in die Anlagenplatte riesige Löcher unter die Weichen einzubringen, durch die man höchst umständlich den Antrieb austauschen könnten, aber das ist wirklich Quatsch. An dieser Stelle schlage ich den Wechsel der Hardware vor: Bettungs-Antrieb und Decoder werden herausgenommen und einfach verkauft, sicher freuen sich andere Teppichbahner darüber.

Statt dessen wählt man einen hochwertigen Unterflur-Weichenantrieb aus, der dann unter der Anlagenplatte befestigt wird. Für den Stelldraht bohrt man ein kleines Loch in die Anlagenplatte, und für die Ansteuerung nimmt man einen Weichendecoder nach Wahl. Falls so ein Antrieb wirklich einmal kaputtgeht, ist er schnell ausgetauscht. Rocos geoLine Weichen sind dafür sogar klugerweise vorbereitet, erkennbar an der kleinen Öffnung in den Stellschwellen und dem Langloch in der Böschung.

Mittig die runde Öffnung für den Stelldraht.

Dort hinein führt man den Stelldraht. So kombiniert man die Vorteile beider Welten: Bettungsgleise, die einem vielleicht schon viele Jahre gut gedient haben & Unterflur-Antriebe.

Roco Lokmaus 10792 mit orange-farbenen LED

Lokmaus-Customizing in orange.

Früher mal war die Hausfarbe der „Roco“-Produkte ein knalliges Orange. In diese Farbe war auf der kurzzeitig lieferbaren Lokmaus ‚R3‘ ein Kreis aufgedruckt. Diese neu designte Lokmaus2 besitzt beleuchtete Tasten, unter denen herkömmliche rote LED arbeiten. Mir kam der Gedanke, dass LED in der ehemaligen Hausfarbe netter aussehen könnten. Der Umbau ist schnell erledigt.

Man benötigt nur einen Beutel mit zehn ‚axial‘-LED in orange, dazu einen Lötkolben mit Lötzinn und einen Schraubendreher. Die LED habe ich über ebay bezogen; man sucht einfach nach LED orange axial, dann findet man schon die Richtigen.

Umbau

Das Kabel der Lokmaus2 abziehen. Dann die vier Gummifüße sanft abheben und zur Seite legen. Die vier recht langen Schrauben herausdrehen und die Lokmaus ‚R3‘ auseinandernehmen.

Oben: ‚axial‘ LED aus der Tüte, unten: So gekürzt passen die LED in die Maus.

Eine (!) der LED herauslöten. Dazu vorsichtig mit der Lötspitze wechselseitig nur kurz die gelöteten Kontakte der LED berühren, bis sie sich mit einer Pinzette wegschieben lässt.

Neun LED müssen ausgetauscht werden.

Von einer der neuen LED die Kontaktfahnen auf etwa drei oder vier Millimeter kürzen, wie im Foto zu sehen, und mit einer Pinzette schräg Richtung Kuppe abwinkeln. Nun probehalber in die Platine einsetzen und anlöten, dabei nur sehr wenig Lötzinn verwenden.

Testweise das Kabel zur Zentrale anschließen, wenn die LED orange aufleuchtet, stimmt die Ausrichtung. Wenn nicht, die LED einfach mit vertauschten Kontakten erneut anlöten. Die Markierung innerhalb der LED beachten: Gleichlautend müssen alle anderen orangefarbenen LED eingelötet werden. Immer wieder testhalber die Platine an das Kabel zur Zentrale anstecken, um die Funktionen zu überprüfen.

LED zu fotografieren ist nicht so einfach. 🙂

Abschließend die Lötstellen kontrollieren, und wenn alles sauber ist, die Lokmaus3 ‚R3‘ wieder zusammenschrauben und die Gummikappen festkleben. Das war es schon. Fertig ist die „Custom-Lokmaus2 R3“. 🙂