Piko bestätigt: A-Gleis kann Räder „bei Dauerbetrieb“ schädigen…

…man könne ja neue Achsen als Ersatzteile kaufen.

Diese Riefen traten nach nur zwei Tagen Betrieb auf. Sie wurden durch die A-Gleis Profile in die Radflächen eingebracht.

Wenn man eine Marke insgesamt und zudem ein bestimmtes Produkt wirklich mag, ist es eine unbequeme Situation, darüber Negatives zu schreiben. Aber wenn dieses Produkt das Zeug dazu hat, den Wert von Modellbahn-Sammlungen zu senken, dann wäre es höchst unfein, anderen Modellbahnern diese Information zu verschweigen.

Dieser Text soll Interessenten und Anwender des Piko A Gleises informieren, auf einen aktuellen Kenntnisstand bringen. Das Beste wäre natürlich, öffnete sich Piko endlich der Kritik und wertete die Qualität des A-Gleis Profils auf.

Während die Marke Roco qualitativ wie programmatisch in eine mir nicht nachvollziehbare Richtung getrieben wird, erkenne ich bei Piko ein in großen Teilen schlüssiges Konzept mit fairem Preis-Leistungsverhältnis und vertrauenswürdigem Service.

Auch und gerade Pikos A-Gleis war von Anfang an eine tolle Idee, eigentlich: Filigranes Aussehen, solide verarbeitet, intelligente Geometrie, sinnvolle Auswahl und vor allem für jedermann erschwinglich. Piko präsentiert sein A-Gleis als günstige aber schicke Basis. Mit Erfolg.

Nun müsste ich diesen Text nicht schreiben, hätte man vor über zehn Jahren bei Piko meine Hinweise ernstgenommen. Und sicher besäße ich längst Tonnen von diesem sehr klug erdachten Gleis-System. Aber schon 2006 hatte ich Piko per Email informiert, dass das A-Gleis meiner persönlichen Erfahrung nach die Räder von Lokomotiven und Waggons angreifen kann. Eine Antwort erhielt ich damals nicht.

…nur eine Schotterprobe, dennoch: Pikos A Gleis gefällt optisch.

Nun liegt mir ein Brief aus dem August 2019 vor, in dem Piko offiziell zugibt, um diese destruktive Eigenschaft des A-Gleises zu wissen. Ein ranghoher Mitarbeiter von Piko (ausdrücklich: nicht der Besitzer!) schreibt darin Folgendes, hier als Zitat:

“…unser Gleisprofil nicht abgerundet ist und es somit beim Betrieb auf der Anlage zu leichten Abnutzungsspuren an den Rädern kommen kann. Dies ist allerdings so minimal, dass im Rahmen eines ,,normalen“ Modellbahnlebens an den Modellen keine signifikanter Verschleiß auftritt. Sollten die Loks und Wagen allerdings im Dauereinsatz betrieben werden, kann sich über die Zeit der Austausch der Achsen notwendig machen. Hierfür sind in den Katalogen und Ersatzteilblättern die passenden Ersatzachsen aufgeführt.”

Screenshot des Schreibens. (Erlaubnis zur Veröffentlichung liegt mir vor.)

Interessante Aussagen.

Ein Anbieter kennt also die potenziell schädigenden Eigenschaften seines Gleis-Produktes. Man sieht aber keine Veranlassung, diese Kritikpunkte auszumerzen, zum Schutz des Eigentums und der Investitionen der eigenen Kunden. Und nebenher offenbart man Ahnungslosigkeit um die wahren Ursachen.

Der Ratschlag, wer (zu?)viel auf den A-Gleisen fahre, möge sich später Ersatz-Achsen kaufen, ist schon eigenartig. Schließlich ist exzessives Spiel mit der Modellbahn der Idealzustand dieses Hobbys und Glück für die Hersteller. Und Gleise anderer Anbieter zeigen keinerlei negativen Effekt auf die Räder der Züge. Das Resümee hätte anders lauten müssen.

Zudem: Bei mir hat der angesprochene “Dauereinsatz” bis zum Sichtbarwerden der Spuren zwei Nachmittage betragen. Wie würden die betroffenen Fahrzeuge wohl nach ein paar Monaten aussehen… Würde man mit seinem Auto wiederholt schöne Straßen befahren, die die teuren Reifen beschädigen können? Natürlich nicht.

Nochmal: Nicht die zweifellos ungünstige Form des A-Schienenprofils ist die Ursache für die Beschädigungen der Modellbahn-Räder. Sondern es ist das grobe Material. Dieses wirkt wie eine Art subtiler Feile. Fotos und Infos zu diesem Themen-Komplex habe ich bereits hier veröffentlicht, unter dem Absatz “Schrubb-Schienen”.
https://blog.mobaz.de/2019/04/02/pikos-neues-h0-bettungsgleis-a-gleis/

Pikos A Gleis 20fach vergrößert. Unübersehbar: Die grobe Oberfläche.

Man erinnere sich an die erfolgreiche US-Klage gegen McDonalds wegen brühend heißer Kaffeebecher. Im Vergleich zu den vielen, vielen Modellbahn-Achsen, die tagtäglich weltweit auf A-Gleisen rollen war dieser Klagepunkt Kleinkram. Aber im Ergebnis für McD teuer.

Man erkennt sogar hier die spiegelglatte Oberfläche des Trix-C Gleises und dagegen das matte, also rauhe A-Gleis.

Es ist eigentlich sehr einfach: Ein wirklich hochwertiges Profil-Material mit glatter Oberfläche einkaufen, dies beim Ziehen mit abgerundeten „Schultern“ oder, noch besser, ausgerundetem Querschnitt versehen (siehe Trix C) und dies auch für die Weichenzungen einsetzen. Wunderbar.

Warum sich Piko so sträubt, das Profil des A-Gleises aufzuwerten, das erschließt sich nicht wirklich.

Autor: info@mobaz.de

...jetzt bloggt er auch noch! 😁 Die kleinen Züge sind für mich das Größte überhaupt, und ich spiele mit der Modelleisenbahn, soweit ich mich zurückerinnern kann. Von Spielzeug-Zügen bis zu filigranen Großserien-Modellen war und ist alles dabei. Ich nehme mir also eine Menge Zeit für Modell(eisen)bahnen. Die Erfahrungen daraus gebe ich nun an dieser Stelle gerne weiter. 🙂 Ich möchte meine Leser dazu inspirieren, ihr Modelleisenbahn-Hobby mit mehr Freude und Gelassenheit zu erleben und dabei eigene Ideen und eine eigene Sichtweise zu entwickeln. Denn nicht die Hersteller bestimmen, wie man ein Hobby auslebt, sondern der Hobbybahner selbst. Auf den Austausch mit freundlichen Artgenossen, gleich welchen Alters, freue ich mich. Wer Kontakt aufnehmen möchte, kann das gerne per Email tun. Sprachnachrichten auf Cassette oder MiniDisc akzeptiere ich ebenfalls. ;-) Übrigens, Cookies interessieren mich tatsächlich nur dann, wenn man sie essen kann. 🍪 😋 Alexander Kath