Rocos lausige Lüfter der BR103.

Rocos Lok der BR103 haben oft ‚angeknabberte‘ Lüftergitter.

Von wegen „Einzelfälle“: Die Lüfter sind mehrheitlich ab Werk beschädigt.

Solange ich mich erinnern kann, sind die Lüftergitter von Rocos Modellen der BR103 an jeweils einem Ende zu grob vom Spritzling abgetrennt. Sobald einem das erst mal wirklich aufgefallen ist, nervt es umso mehr.

Es betrifft meiner Erfahrung nach alle Varianten der Serien-103, also auch auch als Lufthansa-Lok oder in verkehrsrot. Mehrfache Reklamation bei Roco über viele Jahre haben zu keiner Verbesserung in der Fertigung geführt. Dem Modellbahner bleibt da nur hartnäckiges Reklamieren und Aussortieren.

So sauber kann man bei Roco arbeiten. Zum Glück gibt’s die Silbernen einzeln.

Besonders originell-falsch ist Rocos Farbwahl im Fall des Modells 72394. Denn das Vorbild dieser 103 besaß beweisbar silberne Lüftergitter innerhalb einer graubraunen Fläche, wie das Vorbild-Foto beweist:

http://www.reisezugwagen.eu/wp-content/uploads/103-228-2-Mainz-20.6.951.jpg

Roco aber war so dusselig, nicht nur den Untergrund, sondern auch die Lüfter selbst RAL Graubraun einzufärben. Zum Glück lassen sich die Lüfter einfach von innen herausdrücken und neue Gitter in silbern als Ersatzteile besorgen (Roco 95125). Das Ergebnis sieht dann auf jeden Fall sauber aus. Und stimmig.

Roco 72394 vorher – nachher. Nachher gewinnt, weil echt.

N-Bahner haben da weniger Glück: Für das Label Fleischmann wurde eine 103 mit gleicher Farbe und Loknummer aufgelegt. Und mit demselben Fehler, wie auf der Website zu sehen ist:

https://www.fleischmann.de/de/product/224925-103-0-0-0-0-0-002002-1/products.html

Leider besteht das Gehäuse hier aus einem Teil; das möglicherweise erwünschte Umfärben der Lüftergitter sollte man nur exzellenten Airbrush-Spezialisten antragen.

Piko Pimping BR 150 51640 Bundesbahn

Das ‚Dickschiff‘ der Bundesbahn, die BR150, ist Piko wirklich gut gelungen. Dieses Modell zählt längst zu meinen Lieblings-Loks. Aber wie so oft bei Piko haben sich ein paar Fehler eingeschlichen; zum Glück kann man die allesamt beheben.

1. Lüftergitter

Die Lüftergitter sahen bei der Bundesbahn immer silbern aus, oder grau, nach vielen Jahren. Vermutlich wegen eines unglücklich ausgewählten Vorbildfotos hat sich Piko für beige entschieden, was den Eindruck der Lok schon verändert. Die Lösung ist einfach, denn die Lüfter lassen sich von innen nach außen herausdrücken. Entweder mit Airbrush nachlackieren, etwa in RAL 9006 ‚Weißaluminium‘ oder aber ab Werk sauber lackierte silberne Lüftergitter einstecken. Zwölf Stück braucht man, dazu bestellt man sich zweimal den Beutel ET51748-24, und nach wenigen Minuten sieht die 150 so aus, wie es sich gehört.

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=26559&vw_name=detail

Mitte rechts ein letztes fehlfarbenes Lüftergitter. Eigenartiges Versehen.

2. LED

Glühlampen leuchteten zu Bundesbahn-Zeiten keineswegs mit einem rosa Stich. Bei dem, was Piko sich da einbauen lässt, kann man entweder nur resignieren, oder besser kurzen Prozess machen und die Dinger rigoros austauschen. Vorbildtreue betrifft schließlich auch das Licht. Sechs der hier üblicherweise genannten SMD LED finden in der 150 ihren Platz, und schon wirkt ihr Licht so, wie man sich das für eine Bundesbahn-Maschine vorstellt.

https://www.railroad24.com/de/10x-smd-led-0603-goldweiss.html

Die im Bild obere LED ist neu. Bei ruhigen Händen kann man diese Winzlinge zügig austauschen.

3. Stromabnahme

Pikos 150 nimmt den Strom anstelle von allen zwölf Rädern nur von acht auf. Es ist nicht zu fassen, als hätte es den früheren Frust der „Gleichstrom-Bahner“ nie gegeben. Ich habe also einfach von einem Achskontakt die einzelnen Schleifer abgetrennt und pro Seite einen auf das vorhandene Metallstück draufgelötet. Die 103 von Piko brauchte auch noch welche… Mit der Pinzette etwas zurechtbiegen, funktioniert. Nun muss ich noch einen geschmeidigen Federtyp finden, der die Mittel-Achse sanft und beharrlich auf die Schienen drückt.

Mittig erkennt man den kleinen Zusatz-Kontakt. Der hilft und funktioniert wirklich.

https://www.ebay.de/itm/10x-Radschleifer-Achsschleifer-Waggonbeleucht-Stromabnehmer-Schleifer-H0-und-TT/113648938002?hash=item1a76012c12:g:uLcAAOSwXaRZ8ymi

4. Motor

Motor? Ja, Motor. Ganz sicher bin ich wieder mal „der Einzige“, dem reihenweise aktuelle Piko-Motore kaputtgehen. Bis jetzt sind es zwölf, in manchen Loks sogar mehrfach vorgekommen, und still counting. Fast ausschließlich betrifft es die neueren Motore mit dunkel gefärbtem Gehäuse. Piko ist zwar so nett und tauscht diese Dinger ohne zu Zögern aus, aber sie gehen – meiner Erfahrung nach – schnell wieder kaputt. Zudem haben zwei dieser Motore ihre jeweiligen Decoder gleich mit ins Nirvana genommen. Wer ersetzt mir die? Inzwischen sehe ich das so: Für jede neue Piko-Lok brauche ich nicht nur einen Decoder sondern auch einen soliden Motor, um unschöne Überraschungen auszuschließen. Und so einen Motor gibt es schon für zehn Euro, den Motraxx FFK-265. Wie bitte?

https://www.conrad.de/de/p/mini-brushed-elektromotor-motraxx-ffk-265-10000-u-min-235306.html

Tja, Piko hätte vielleicht bei Bewährtem bleiben sollen: In Pikos Gleisplan-Buch warb eine Firma namens ‚Motraxx‘ für ihre Modellbahn-Motore. Diese Motore gibt es auch immer noch zu kaufen, allerdings nicht in Piko-Loks. Dafür bei Conrad, und auch nur dort.

Oben der Motraxx-Motor wie aus der Box, unten Pikos „Original“-Motor.

Für gerade mal zehn Euro erhält man einen kräftigen Motor, der in Pikos Loks hineinpasst und dessen Einbau viel einfacher geht, als ich zu hoffen wagte. Inzwischen habe ich acht Piko-Loks mit diesem Motor umgebaut, und ich bin zufrieden.

  • Motraxx Motor vorbereiten: Wellen vergleichbar kürzen. Litzen, jeweils 3cm lang, mit sehr flachen (!) Lötstellen an die Kontakte anlöten und diese dann in ihre Vertiefungen drücken.
Gekürzte Motorwelle links, dazu angelötete Litzen. Rechts der Piko Motor.
  • Lok demontieren und Kabel zum Piko Motor ablöten.
So sieht Pikos 150 von innen aus, die Litzen orange und grau sind bereits frei.
  • Piko Motor ausbauen und mit einem Schraubendreher die Schwungmassen losdrücken.
Das geht wirklich so einfach – in Pikos Fall.
  • Schwungmassen auf die Welle des Motraxx Motors drücken, Sitz dabei mit Lokrahmen abgleichen.
  • Aufnahmen für Kardanwellen mit gutem (!) Sekundenkleber in die Schwungmassen einkleben.
  • Zwei dünne Streifen Zellkautschuk unten um den Motor kleben (dämpft die Vibrationen und fixiert den Motor) und die beiden Kontakte ebenfalls mit solchen Streifen elektrisch iolieren.
Dünne Streifen Zell-Kautschuk dämpfen Vibrationen und fixieren den Motor.
  • Motraxx-Motor in beide Kardanwellen einhängen. Das ist etwas fummelig. Den Motor mit dem Daumen sanft bis auf den Boden in den Rahmen pressen, dabei leicht an den Schwungmassen drehen, damit alles frei beweglich bleibt. Wenn dennoch etwas schleift, mit dem Schraubendreher die Schwungmassen nachjustieren; das mag archaisch klingen, funktioniert aber.
  • Kabel nach oben führen, testhalber anlöten und wenn Licht und Fahrtrichtung übereinstimmen, Kabel sauber verstauen (nichts darf an der Schwungmasse schleifen!), Plastik-Rahmen aufsetzen, festschrauben und das Lokgehäuse wieder aufsetzen.

Fertig. Fazit:

Das klingt alles nach viel Aufwand. Andererseits ist es genau diese Lok-Variante, die ich mir über Jahrzehnte vergeblich von Roco erhofft hatte. Da kann man schon mal etwas Mühe investieren, und jetzt bin ich rundum happy.

Was Epoche-4-Bundesbahner wirklich haben wollen, dafür hat man bei Roco nur selten ein Gespür. …und meine 150 von Piko besitzt im Gegensatz zur ursprünglich georderten Roco-150 keinen überdeutlichen Fingerabdruck im Lack…

Minitrix auf Ikea Vol.3 ☺️

Nur 200x60cm und doch viel Betrieb in Spur N, hier auf Minitrix Gleisen.

Eine kompakte Anlage im N-Maßstab mit vielen Fahrmöglichkeiten für lange Züge (ICE…)

Als Tipp kurz vor Weihnachten: Ikea offeriert in der Serie Linnmon eine Tischplatte mit den Abmessungen 200x60cm. Darauf lässt sich im N-Maßstab eine recht imposante Modelleisenbahn aufbauen. So ein ‚Brett‘ lässt sich auch dauerhaft zwischen Sofa und Wand aufstellen – zum Spielen kniet man einfach auf dem Sofa. Das hält beweglich. 😀 So findet das Hobby wirklich mitten im Leben statt, nicht irgendwo versteckt auf dem Dachboden oder im Keller.

Nur aus Gewohnheit habe ich die Gleise von Minitrix verwendet. Mit denen komme ich zurecht. Unter dem Logo Fleischmann bietet auch Roco zwei N-Gleissysteme an.

https://www.ikea.com/de/de/p/linnmon-adils-tisch-schwarzbraun-schwarz-s49001965/

Mit diesem Konzept kommen viele Vorteile der Jetztzeit zusammen: -> Ikea gibt es fast überall, man kann sich also ‚mal eben schnell‘ eine solide Grundplatte besorgen. Auf der stabilen Platte rollt auch langfristig eine moderne Spur-N Modellbahn. -> Dank der allgegenwärtigen Digitaltechnik ganz wunderbare Fahreigenschaften zeigt. -> Wer beschenkt wird oder sich auf dem Gebrauchtmarkt eine schöne Garnitur findet, kann alles das auf den klassischen Minitrix Gleisen fahren lassen, und zwar richtig großzügig. -> Und wenn man umziehen muss, ist die Anlage kompakt genug, um unfallfrei in die neue Behausung transportiert zu werden. Und setzt dort sein schönes Hobby unverändert fort.

Passende Gebäude-Bausätze von Faller, Kibri oder Vollmer kann man sich nach und nach zusammenkaufen, Landschaftsteile und Grasmatten zum Beispiel von Busch oder Noch lockern die Gestaltung auf. Feine Figuren gibt’s bei Preiser, weniger feine, dafür originelle Figuren bei Noch.

So kompakt ist die Spur N gehalten, sie hat sich auch qualitativ längst bewährt. Hier ein Fleischmann-ICE1 Triebkopf auf einer Compact Disc.

Oben in der ‚Delle‘ könnte eine Burg-Ruine angedeutet werden, links die drei Abstellgleise sind für einen Lokschuppen vorgesehen, und an den Bahnsteigen können überzeugend lange Garnituren halten. Die beiden Eingleiser oben rechts können optisch als normale BAhnübergänge Die genauen Artikelnummern finden sich im PDF, die Stückliste darunter.

Viel Spaß beim Modellbahn-Spielen, zum Beispiel in Spur N. 🙂