Roco geoLine – ein ‚MakeOver‘.

GeoLines Haupt-Kritikpunkt, das künstliche Aussehen des Schotters, lässt sich mit zwei einfachen Methoden abstellen. So bewahrt man sich seine vorhandenen geoLine Gleise und damit Investitionen, die vielleicht über Jahre erfolgt sind, und auch etwaige Erinnerungen an Geschenke bleiben. Aber das geoLine Gleis bereitet nun mehr Freude.

Farbe ist die einfachste Maßnahme, um den blaugrauen Eindruck zu verbessern. In bräunlichen Farbtönen lackiert sieht geoLine angenehmer aus. So oder ähnlich hätte Roco es natürlich von Anfang an machen sollen. Man verwendet dazu entweder Pinsel oder Airbrush und Farben nach Wahl, etwa Revell oder elita-Color.

Geradezu dramatisch verändert wirkt geoLine, wenn man es unter einer Schotterschicht verschwinden lässt. Besonders geeignet dafür sind die bewährten Schotterfmatten der Firma Merkur. Der feinen Optik wegen empfehle ich die dunkelbraunen Matten, die eigentlich für die Spur-N angeboten werden. Wem die groberen, bunten Matten für H0 besser gefallen, kann natürlich auch die nehmen.

Mit ein bisschen Probieren findet man die passenden Abmessungen für die Bögen und Quadrate schon heraus. Dann klebt man die Folienstücke einfach mit dünn aufgetragenem Pattex auf die geoLine-Bettung – fertig. Im Ergebnis könnte man meinen, ein neues Gleissystem zu besitzen, so schick sehen die geoLine Gleise jetzt aus.

Den letzten Schliff erzielt man mit einer braunen Färbung der Schienenprofile, die die typischen Rostspuren der Vorbildgleise nachahmen. Dazu reicht ein Pinsel, ein rostbrauner Farbtopf und ein langes aber spannendes Hörspiel. Man pinselt die Seiten der Schienen mit nicht zuviel Farbe ein und streicht direkt danach die Oberseiten mit einem quer gehaltenden Streichholz sauber. Dabei nur sanft aufdrücken. Meistens dunkelt die Farbe beim Trocknen nach und wirkt dann noch vorbildgerechter. So kann geoLine gefallen. Und man fragt sich, warum die Böschung nicht schon ab Werk so aussehen durfte…

Antriebe unter die Platte!

Für Teppichbahner ist es eine praktische Sache, den Antrieb und Digital-Decoder in der Gleis-Bettung zu verstauen. Man hat keine nervigen Kabel quer durch die Wohnung liegen, und dennoch genießt man die Vorteile des Digitalbetriebs. Und wenn etwas kaupttgeht, nimmt man die weiche einfach heraus und repariert die Sache. Letzteres aber gilt nicht mehr für fest installierte Anlagen, und gerade mechanische Dinge wie Weichenantriebe können schnell kaputtgehen.

Es gibt nun den Tipp, in die Anlagenplatte riesige Löcher unter die Weichen einzubringen, durch die man höchst umständlich den Antrieb austauschen könnten, aber das ist wirklich Quatsch. An dieser Stelle schlage ich den teilweisen Wechsel der Hardware vor: Bettungs-Antrieb und Decoder werden entnommen und verkauft, sicher freuen sich andere Teppichbahner darüber.

Statt dessen wählt man sich einen hochwertigen Weichenantrieb aus, der dann unter der Anlagenplatte befestigt wird. Für seinen Stelldraht bohrt man ein kleines Loch in die Anlagenplatte, und für die Ansteuerung nimmt man einen Weichendecoder nach Wahl. Falls so ein Antrieb wirklich einmal kaputtgeht, ist er schnell ausgetauscht. Rocos geoLine Weichen sind dafür sogar klugerweise vorbereitet, erkennbar an der kleinen Öffnung in den Stellschwellen und dem Langloch in der Böschung.

Dort hinein führt man den Stelldraht. So kombiniert man die Vorteile beider Welten: Bettungsgleise, die einem bereits jahrelang gut gedient haben und Unterflur-Antriebe.

Roco Donnerbüchsen mit LED-Beleuchtung

Rocos „Donnerbüchsen“ gibt es zwar schon seit den 70er Jahren. Man gab sich damals aber so viel Mühe mit der optischen Gestaltung, dass diese Modelle auch heute noch neben aktuellen Konstruktionen bestehen können. Zudem gibt es vier verschiedene Fahrzeug-Typen, was die Züge schön abwechslungsreich aussehen lässt.

Um diese Fahrzeuge innen zu beleuchten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man verwendet Rocos Set mit altmodischen Glühlampen, das außerdem zwei neue Achsen erfordert. Oder man sucht sich das passende Zubehör zusammen, was mir persönlich im Ergebnis besser gefällt: Eine günstige LED-Lichtleiste (pufferbar) und Radschleifer von Esu. Dazu ein Elko. Da Rocos Modellgenerationen dieser Waggons stark artverwandt sind, dürfte diese Anleitung für alle seit Erstauslieferung verfügbaren Waggons passen. Falls nicht, bitte ich um Hinweise. 🙂

Einbau

Zuerst wird das Waggon auseinandergenommen. Das Dach fasst man an den Enden an und zieht es sanft drehend nach oben. Dann nimmt man den Wagenkasten ab, die Klippse finden sich innen unten. Der Kunststoff älterer Waggons ist manchmal etwas spröde, hier sollte man die Klippse sanft mit einem Schraubendreher entriegeln.

Der Elko wird mit Doppelklebeband in das Abort-Abteil geklebt und seine Anschlüsse gekürzt. Für den elektrischen Anschluss braucht man insgesamt sechs Litzen. Um entspannt arbeiten zu können, sollte die Länge viermal 14cm (f+r die Radkontakte) und zweimal 7cm (für den Anschluss des Elkos) betragen.

Die langen Litzen lötet man bereits jetzt an die Radschleifer, noch bevor diese befestigt werden. Die kurzen Litzen lötet man an den Elko.

Während die Lötstellen abkühlen, entfernt man oben aus dem Gehäuse alle Querverbindungen, weil diese dem Licht im Weg sein können. Das Gehäuse bleibt auch ohne diese Streben stabil.

Nun fädelt man die Kabel der Radkontakte seitenweise von außen nach innen durch den Wagenboden und gibt Kleckse des Sekundenklebers auf die Querstreben der Bremsklötze. Die Radkontakte richtet man darauf so aus, dass sie mittig sitzen. Hier sollte man sich von einer Achse zur Anderen vorarbeiten. Nicht gleich beide mit Kleber versehen. Das mittige Ausrichten dauert schon ein paar Sekunden.

Wenn alles festsitzt, zieht man die Litzen weiter durch den Wagenboden. Zwei Streifen Tesafilm halten sie geordnet. Die Litzen einer Waggonseite (zum Beispiel beide Kabel aus in Fahrtrichtung links) sollte man ganz am Ende der Litze mit einem kleinen Knoten markieren. Im Elko-freien Abort wird mit der heißen Lötspitze ein Loch in den Boden gestochen. Dort hindurch fädelt man die vier Litzen nach oben und setzt oder klebt die Einrichtung auf den Wagenboden. Nun das Gehäuse wieder aufklippsen.

Die Lichtleiste befestigt man mit dickem Doppel-Klebeband im Dach, schön mittig. Etwaige Anguss-Reste mit einer kräftigen Zange umfassen und drehend entfernen. Wer mag, kann den Poti zuvor gegen einen festen Widerstand austauschen, z.B. 2kOhm.

Die Litzen werden nun so weit gekürzt, dass das Dach später noch abgenommen werden kann, zusammengebaut die Kabel aber unsichtbar bleiben. Die langen Litzen gehören natürlich an das äußerste Ende der Lichtleiste, die kurzen Litzen vom Elko sollte man direkt an den hinteren Kontakten des Gleichrichters anlöten, dabei unbedingt die Polarität beachten. Die Kabel nun vorsichtig etwas zur Seite streichen und das Dach aufklippsen.

Funktions-Kontrolle. Die ‚goldweißen‘ LED passen gut zur älterer Bau-Art des Waggons.

Fertig ist der Umbau, und ein älterer Waggon ist modern illuminiert.

Material

Piko Pimping – V200 / BR 220 der Bundesbahn 59502 etc.

Pikos Modell der Bundesbahn-V200/BR 220 ist nicht nur gut gemacht und günstig – diese Lok bietet auch alle Möglichkeiten, sie technisch nach eigenem Geschmack zu ‚personalisieren‘.

Überraschend hatte Piko 2013 ein neues Modell der Bundesbahn-V200/BR220 angekündigt. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen, qualitativ wie auch kommerziell: Vor allem im ersten Weihnachts-Geschäft 2013 verkauften sich diese Lokomotiven buchstäblich wie frischgebackene Brötchen: Kaum geliefert, waren sie auch schon wieder ausverkauft. Ohne und mit Mittelschleifer, ein echter Überraschungserfolg.

Pikos V200 erfüllt alle Grund-Forderungen an ein modernes Lokomotiv-Modell: Leiser Motor mit wirksamer Schwungmasse, Plux-Schnittstelle für den Digitaldecoder, rot/warmweißer Lichtwechsel mit LED, Mechanik für Kurzkupplungen, feine äußere Gestaltung. Auch Beschriftung und Lackierung überzeugen. Dabei stellt man fest, dass die V200-Varianten einer fortlaufenden Entwicklung unterliegen: Lack und Rahmen der ersten Auflage sind eine Nuance zu düster lackiert, eine später aufgelegte V200 aber ist perfekt purpurrot eingefärbt, und auch der Rahmen entspricht dem RAL-Farbton. Ob die Vorbilder nun graue oder schwarze Drehgestelle hatten, entzieht sich meiner Kenntnis. Piko zeigt beides.

Ein besonderes Feature besitzen Pikos Modelle der V200 mit Nachbildungen der erhabenen Zierleisten: Diese sind nämlich nicht auflackiert, sondern sie bestehen aus separaten Kunststoff-Einsteckteilen. Wer von unten auf das Gehäuse blickt, kann das erkennen. So erklärt sich auch die randscharfe Linienführung. Eine großartige Idee mit überzeugender Wirkung.

Allein die 220 in blau/elfenbein ist weniger perfekt lackiert: Überdeutlich erkennt man extra auflackierte elfenbeinfarbene Flächen auf der Front. Außerdem ließ sich von meinem Modell der schwarze Druck der seitlichen Maschinenraum-Fensterrahmen abreiben. Es wäre schön, entspräche eine mögliche Neu-Auflage dem zu erwarteten hohen Piko-Niveau.

Meine neue Lok wollte ich mir ‚pimpen‘, soweit es geht: Möglichst gutes Fahrverhalten, Licht schaltbar seitenweise, Diesel-Sound, digital schaltbare (Ent-)Kupplung, Rangiergang. Dazu bedarf es einer bunten Produkt-Kombination. Aber es macht Spaß, eine Lok zu besitzen, die eben nicht jeder so im Regal hat. Von der Stange kaufen kann jeder.

Farbe auf die Räder!

Die metallisch blinkenden Räder fallen auf den ersten Blick unangenehm auf, zusätzlich sind die einseitigen Isolierbuchsen keine wahre Zierde. Mit Farben von Elita habe ich die Räder meiner Loks sauber eingefärbt. Vorher unbedingt die Räder entfetten, am Besten mit in Alkohol getränkten Wattestäbchen, weil die Farbe später wieder abblättern kann. Nach dem Trocknen wirkt das Fahrgestell wie aus einem Guß.

Lok-Decoder mit Power-Puffer.

Als Decoder wählte ich einen LenzGold+ aus, um die USP-Technik von Lenz auszuprobieren. Die Werbung verspricht, in dieser Kombination seien Schmutzstellen quasi inexistent. Da es keinen Gold-Decoder mit Plux-Stecker gibt, wurde ein passender Kabelbaum mit Plux-Stecker von Tams an den Decoder gelötet. Das USP-Modul erfordert sehr sorgfältiges Löten. Man verstaut es in einer der rechteckigen Aussparungen der Platine. Das USP-Prinzip funktioniert fast magisch; man merkt das schon bei der ersten Probefahrt: Unbekümmert zieht die rote Lok ihre Bahnen. Aus dem Stand Anfahren klappt eigentlich immer.

Die Technik habe ich so verstanden: Der Unterschied zu einem herkömmlichen Kondensator ist, dass der Gold+Decoder das elektrische Feld der Schienen belauscht. Wenn er dort trotz Schmutzstelle eine Fahrinformation mithört, bezieht er kurzzeitig seine Kraft zum Weiterfahren aus dem USP-Modul, bis die Schmutzstelle überfahren ist. Dieser Vorgang vollzieht sich blitzschnell. Auf einem abgeschaltetem Gleis bleibt die Lok wie gewünscht stehen, da dort kein mitzulauschendes Fahr-Signal existiert.

Zaubern kann Lenz allerdings noch nicht: Wenn die Lok längere Zeit stromlos stehenbleibt und stur nicht losfahren will, dann hilft zum Losfahren eben doch nur ein sanfter Stubs. Dennoch, das USP-Prinzip macht viel Spaß und sollte eigentlich Standard-mäßig in allen Loks ab Werk eingebaut sein. Es ist cooler, als jeder Ski-Schleifer. (Kleines Wortspiel. 🙂 )

Manchmal wird das USP-Modul etwas heiß, das wird nicht allen Fahrzeugen genehm sein. Beim Einbau sollte man also darauf achten, dass immer etwas Luft um das USP-Modul zirkulieren kann.

CV-Werte für gute Fahr-Eigenschaften (Lenz Gold+, ebenso Lenz Silver & Lenz Standard):

  • CV 02 = 00
  • CV 03 = 35
  • CV 04 = 20
  • CV 05 = nach Vorliebe reduzieren. 125 ist schon mal ein guter Anfang.

Die Mindestgeschwindigkeit aller aktuellen Lenz+ Decoder kann weiter reduziert werden:

  • CV 50 = 04
  • CV 113 = 01
  • CV 114 = 01

Sound von Uhlenbrock

Von Uhlenbrock gibt es Soundmodule, das sich an die LenzGold+Decoder anschließen lassen, Susi-Schnittstelle mit Steckern sei Dank. Verstaut wird das ‚Intellisound‘ genannte Bauteil im zweiten Hohlraum unter der Lokplatine. Zwar entspricht die Qualität der Sound-Files nicht mehr dem, was man in 2019 erwartet (die Lok klingt ein bisschen, wie ein aufgeregter Fön, rückwärts abgespielt). Aber für diesen Versuch war es erstmal okay.

Als Lautsprecher käme bei der hier gezeigten 220 018 eigentlich nur der ovale von Uhlenbrock infrage. Dessen Klang gefiel mir aber nicht, also habe ich den kleinsten Lautsprecher von Zimo genommen. Der passt so gerade in die Ausbuchtung hinein. Beim Anlöten der Kabel an den Lautsprecher sollte man sehr vorsichtig arbeiten, weil schnell ein Kurzschluss entstehen kann.

LED mit Glühlampen-Licht

Die ursprünglich in der V200/220 und E41/141 Familie verbauten LED von Piko zählten zu den angenehmsten LED mit Glühlampen-Wirkung, die großserienmässig in Loks eingebaut worden sind. Das hat sich leider geändert, inzwischen wirken viele LED in Piko-Loks fast rosafarben.

Mann kann diese allerdings austauschen, wenn man mit den Mini-LED umgehen kann. Denn tatsächlich gibt es LED-Typen, die wirklich Glühlampen-Licht nachempfinden. Sie besitzen den leicht rötlichen Licht-Anteil, der so typisch für Glühlampen ist. Bei railroad24.com gibt es solche LED im Zehnerpack. Ich habe inzwischen bei sämtlichen Loks diese LED eingesetzt, auch, wenn das manchmal eine elende Fummelei gewesen ist. Im Zweifel sollte man einen Freund bitten, das zu erledigen. Denn die kleinen Bauteile müssen schon exakt positioniert werden.

Wer die Erstauflage dieser Lok besitzt (BR 220 018), muss noch zwei Kabel umlöten, damit sich die roten LED separat schalten lassen. Piko zeigt das in folgender Anleitung:

https://www.piko-shop.de/media/org/orgb_P/orgid_1/k11/thumbs/11481_52743.png

Um die Stirn- und Schlußbeleuchtung jeweils seitenweise ausschalten zu können, zum Beispiel für Wendezüge, muss der Golddecoder wie folgt programmiert werden. Die Taste F0 (Licht) schaltet dabei den Führerstand 1, die Taste F1 Führerstand 2. Man aktiviert einfach die Seite, die vom Zug weg zeigt, und den Lichtwechsel rot/weiß übernimmt der Decoder. Decoder anderer Hersteller können das noch etwas komfortabler, aber derzeit ist das bei Lenz eben so.

  • CV 33 = 01
  • CV 34 = 02
  • CV 35 = 04
  • CV 47 = 08

Digital-Kupplung

In die beweglichen Schürzen kann man digital schaltbare Kupplungen einsetzen. Damit kann sich die BR220 überall von ihrem Zug lösen; zu enge Kurven natürlich ausgenommen. Man bekommt solche Kupplungen einzeln zum Beispiel über ebay. Beliebt sind die Varianten für Fleischmann-Profi, Roco-Universal, märklin-Kurzkupplung und von Krois für Rocos bewährte längliche Kurzkupplung.

Die Kabel der Kupplungen wurden unter der Schürze hindurchgefädelt und dann durch den oberen Kasten der Kupplungsträger ins Lok-Innere zurückgeführt. Das Verkabelung erfolgte fliegend. Das Aktivieren der Kupplung habe ich auf die Taste F5 gelegt. Das reicht für beide Seiten aus. Nach ein bisschen Probieren hat man das Abkuppeln schnell erlernt.

Wichtig dafür ist der sogenannte ‚Kupplungswalzer‘, den auch der Lenz Gold+ ermöglicht. Man drückt kurz die Taste F5 (oder schaltet die Funktion direkt wieder aus), und eine automatische Abfolge von Bewegungen setzt ein: Die Lok fährt wenige Millimeter an ihren Zug heran, um die Kupplungen zu entlasten. Dann hebt sich der Entkupplungshaken, und erst danach die Lok rollt automatisch ein paar Milimeter von den Waggons weg. Dabei rutscht die Waggon-Kupplung herunter und die Lok ist frei. Erst jetzt fällt die Lok-Kupplung wieder in die normale Lage zurück. Das funktioniert ganz wunderbar.

So programmiert man den GoldDecoder für die Digitalkupplung:

  • CV 145 = 16
  • CV 146 = 16
  • CV 147 = 30
  • CV 148 = 60 (Weg des Wegfahrens verkürzt)

Mehr Gewicht!

Um Pikos 220er ein bisschen schwerer zu machen, habe ich von unten in den Lokboden zwei Stapel Gewichtsplättchen eingeklebt. Tatsächlich könnten Pikos Loks insgesamt deutlich schwerer sein, wenn Piko die Maschinenraum-Nachbildungen anstelle aus Plastik aus Zinkdruckguß hergestellt hätte.

Zum Abschluss habe ich meiner 220 einen Lokführer von Preiser gegönnt, und die einfarbigen Puffer ausgetauscht gegen solche mit weißem Ring, ob nun streng vorbildgerecht oder nicht: Mir gefällt’s.

Material:

  • Lenz Gold-Decoder 10433-01
  • Lenz USP-Modul 10490
  • Tams-Plux Stecker 70-01021-01
  • Uhlenbrock Intellisound-Modul 32304 Sound: VL 220
  • Zimo Lautsprecher LS8X12
  • Roco Digitalkupplung (zum Beispiel via Ebay)
  • Piko Puffer mit weißem Rand 59561-19
  • Elita-Farben 59005 (tiefschwarz) oder 58019 (graubraun)
  • LED mit Glühlampen-Effekt:

https://www.railroad24.com/epages/es10595924.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10595924/Products/5611

Weiter: Lötstation, Litze, Schrumpfschläuche, Doppelklebeband mit Gewebe.

Roco geoLine, die verpasste Gleis-Chance.

Am Anfang war der Schreck: Das erste Mustergleis mit dem Aufdruck „geoLine“ verbiesterte mir im Frühjahr 2006 den Vormittag. Durch die damals aktuellen Umstände waren Rocos Stammkunden ohnehin genug beunruhigt. Und nun ersetzte man auch noch das beliebte RocoLine Bettungs-Gleis durch…, nunja, das da…?

Dabei war es eigentlich eine gute Idee von Roco, ein alltagstaugliches Spiel-Gleis anzubieten. Damit ließen sich unbeschwert alle möglichen Gleisfiguren aufbauen, ohne an der Bettung herumschnippeln zu müssen; ein Komfort, den Märklin- und Fleischmann-Modellbahner bereits seit vielen Jahrzehnten genießen. Aber Rocos ‚geoLine‘ geriet zum ästhetischen Albtraum.

Mit den engen Weichen und drei Radien hätte man anfangs vielleicht noch leben können, nicht aber mit der schlichten optischen Gestaltung. Nachdem man 17 Jahre lang RocoLine mit Bettung als das NonplusUltra angepriesen hatte, war geoLine schon dreist. Und natürlich war die erste Bewertung des Produktes allerorten einhellig: Daumen runter.

Ausgerechnet der künstliche Farbton der Bettung wurde als Reminiszenz an RocoLine mit Bettung verklärt. Denn gerade die Bettungs-Farbe nervt viele Käufer von Roco Line seit dem Erscheinen 1989. Menschen kaufen nicht immer nur nach Faktenlage („…sehr exakt gemacht!“), sondern auch nach Gefühl („…wie sieht DAS denn aus?“). In der Schule nennt man sowas übrigens ‚Folgefehler‘.

Und auch deswegen ist im deutschsprachigen Raum das erfolgreichste DC-Bettungsgleis noch immer das Fleischmann-ProfiGleis, trotz seiner altmodischen Konstruktion. Eben, weil es schön aussieht, und sowas mögen die Menschen. Ich selbst erlebte es in den 90er Jahren im Fachhandel, wie Neu-Einsteiger fortwährend die Roco-Sets verschmähten, weil ihnen die „künstlich aussehenden Gummigleise“ von Roco nicht gefielen. Gekauft wurden Startsets von Fleischmann oder märklin, oder Spur-N natürlich.

Sehenden Auges wiederholte man also den eklatantesten Ästethik-Fehler aus den 80er Jahren und versenkte den möglichen Sympathie-Bonus ein zweites Mal: Ursprünglich war die Bettung von RocoLine nämlich in braun gefärbt gewesen. Noch vor der Auslieferung ließ Roco per Umfrage über alternative Farbtöne abstimmen, eben das ursprüngliche Braun sowie drei aufwändig gesprenkelten Grau-Töne. Die Modellbahner wählten die aufwändigen Farben (also grau in diesem Fall) und Roco änderte das Ergebnis dann heimlich in das blaugrau, das wir alle kennen. Irgendwie eine heimtückische Sache.

Um die negativen Dinge von geoLine aufzulisten:

– Die lieblose Optik mit blaugrauem, glänzenden Kunststoff und schwacher Struktur des Schotters lässt das Produkt künstlich und spielzeughaft aussehen. Man hätte hier einen Sympathie-Träger schaffen können, diesen findet man statt dessen beim Mitbewerber in Form des inzwischen beliebten Trix C-Gleises. Ja, man darf mit Roco Zügen auf märklin DC-Gleisen fahren, das ist erlaubt, und es funktioniert. 🙂

– geoLines Böschung ist nicht nur unansehnlich gestaltet, sie ist auch viel zu dünn: Direkt auf Holz oder Parkett aufgelegt, erzeugen rollende Züge beim Fahren ein extrem lautes, rauschendes Geräusch. Auch das Klicken der Räder auf den Übergängen von Gleis zu Gleis ertönt ungewohnt laut. Dieses harte, fortwährende Klick-Geräusch ist eine Art unerwünschtes Markenzeichen von geoLine. Die Gummibettung des RocoLine Gleises hatte genau diese Geräusche wirksam unterbunden. Langjährige Roco-Kunden dürften bei den ersten Fahr-Versuchen auf geoLine eine Art Kultur-Schock durchlitten haben.

– Die Auswahl ist sehr beschränkt, der avisierte Ausbau mit weiteren Gleis-Elementen unterblieb. Es gibt keine Kreuzungen, nur eine DKW, die im professionellen Ausbau mit jeweils zwei Antrieben und Decodern besonders teuer ist: Unpassend für ein Einsteiger-Gleis. Von schlanken Weichen war leider nie die Rede, bei Trix sind sie übrigens von Anfang an dabei. Und erneut hatte man bei Roco auf Weichen-Laternen verzichtet. Übrigens, die derzeit bei Trix-C noch fehlenden Kreuzungen kann man sich aus märklin-Kreuzungen zurechtbasteln.

– GeoLines Haltbarkeit ist recht bescheiden. Im Katalog nannte man das Produkt ‚trittfest‘, aber das ist natürlich Quatsch. geoLine bricht sogar extrem leicht, eben wegen der dünnen Böschung. Und dann gibt es noch geoLine Gleise, deren Böschung sich nach Jahren grünlich verfärbt. Aber das betrifft wohl nur vereinzelte Produkt-Chargen.

– Das Schienenprofil von geoLine war ganz am Anfang auf der Oberseite platt. Nach ein paar Jahren wurde ein neues Profil entwickelt, sowohl seitlich als auch nach oben ausgerundet. Damit sieht geoLine schon mal filigraner aus, und auch die Stromaufnahme wird verbessert, weil Schmutz beim Befahren zur Seite weggedrückt wird. Das funktioniert wirklich, auch bei RocoLine und märklin/Trix C. Man hat sehr klug nachgearbeitet. Allerdings gibt es geoLine Gleise, die beide Profiltypen zeigen, platt und gewölbt. Warum? Man mag schon gar nicht mehr fragen.

Einen Konstruktionsfehler besitzt die Dreiweg-Weiche: Eins der Herzstücke zeigt schräg aufwärts und ragt damit über das angrenzende Schienenprofil hinaus. Was das auf Dauer mit den Rädern und Haftreifen anstellt, kann man sich wohl ausmalen.

– Rocos Preis-Gestaltung von geoLine-Zubehör ist recht ambitioniert: Roco fordert 26.- für den Antrieb und nochmal 25 Euro für den Weichendecoder. Plus Weiche wohlgemerkt. Welche normalen Jugendlichen können sich das leisten? Schließlich dürften diese die Haupt-Zielgruppe von geoLine sein. Aber zum Glück gibt es Alternativ-Anbieter, deren Decoder für Weichen, Entkuppler und Signale nur jeweils elf Euro kosten und ebenfalls in der Bettung verschwinden. Dazu kommt natürlich Rocos geoLine-Antrieb.

https://modellbahnshop.moba-digital.de/epages/12489450.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/12489450/Categories/Category1

Oder man wählt direkt Viessmanns digitalen Weichenantrieb, der kostet rund 30 Euro.

– Auch bei geoLine fehlt das typische Mini-Gleis, das den Längenunterschied der beiden Standard-Geraden ausgleicht. Damit ließen sich noch kompaktere Weichenstraßen aufbauen. Die Frage nach diesem Mini-Gleis wurde von Roco beantwortet mit der lapidaren Aussage, genau dafür gebe es ja die unterschiedlichen Standardgeraden. Nicht zu fassen. In einer Anlagenecke, in der sich viele Weichen tummeln sollen, helfen Standard-Geraden übrigens gar nichts.

– Eine besonders ärgerliche Sache ist der Rostbefall (oder sowas) von geoLine Gleisen. Es gibt gar nicht wenige geoLine-Exemplare, deren Schienen irgendwann kleine dunkle Punkte entwickeln. Wie aus dem Nichts heraus. Diese Punkte können größer werden, bis sich schließlich großflächige rotbraune Flecken über die Schienen ausbreiten.

Solchermaßen verunstaltete Gleise habe ich selbst im Jahr 2015 bei Roco reklamiert, und anstandslos wurden sie ausgetauscht. Das fand ich sehr nett. Ein Jahr später reklamierte ich genau diese ausgetauschten Gleise erneut, weil sie wiederum von Rost befallen waren (wie von mir bereits befürchtet). Dieses Mal aber tauschte Roco die Gleise nicht um. Statt dessen verzögerte sich der Vorgang mehr und mehr, und schließlich lag der Rücksendung ein fünfseitiges Schreiben aus Rocos „Justizabteilung“(!) bei, dessen Kernaussage in etwa lautete, dass geoLine gar nicht „korrodieren“ könne, weil dessen Schienen kein Eisen enthielten. Mit in der Sendung lagen meine rostigen Gleise. Das fand ich weniger nett. In diese Sache eingemischt hatten sich zudem ein allzu kommunikativer Außendienstler und ein unseriöser Händler; es war, als hätte Roco ‚Stille Post‘ gespielt, bis jeder auf jeden sauer ist. Wegen ein paar rostiger Gleise, man stelle sich vor.

Von den verrosteten Gleise habe ich mich natürlich getrennt, das bemerkenswerte Schreiben aber bewahre ich auf. Letztlich gab es von Rocos ‚ganz oben‘ eine wirklich großzügige Entschuldigung wegen dieser Angelegenheit – und das war dann doch wieder nett. Währenddessen im Fachhandel wegen möglicher weiterer angerosteter Gleisen heimliche Anrufe ankamen.

Pluspunkt: Die geoLine-Geometrie

Trotz der Kritik findet sich bei geoLine ein unerwarteter Vorteil. Und das ist die, *surprise*, Geometrie. Die Geometrie von geoLine ist dermaßen bestechend klug erdacht, dass man sich wünscht, sie wäre in einem attraktiveren Gleis verwirklicht worden. Fast jede (un-)mögliche Figur geht auf, das Planen mit geoLine macht richtig Spaß. Wenn es nur mehr Elemente gäb und das Gleis schöner aussähe…

Mir sind ein paar geometrische Tricks aufgefallen, über die der Hersteller selbst bislang kein Wort verloren hat. Interessante Tatsache. Letztlich macht die Geometrie geoLine trotz aller berechtigter Kritik sehr geeignet für kompakte Spiel-Anlagen, auf denen etwas los sein soll. Optisch kann man nachhelfen, dazu mal später mehr.

So kann man eine geoLine Weiche mit einer kurzen R2 in einen Halb-Kreis R3 einsetzen. Man muss nur auf den Längenausgleich achten; wo sich oben eine lange 200mm Gerade findet, braucht es unten eine kurze Gerade mit 185mm.

Eine Gebogene R3 lässt sich oft ersetzen durch eine Weiche zusammen mit einer kurzen Gebogenen R2. Das funktioniert so gut, dass sich einige Weichenkombinationen eben doch in eine Anlagenecke einbauen lassen. Ebenso lässt sich der typische Bahnhof aus einem Roco-Startset mit diesem Trick nach außen verlegen, sodass die Züge keine unschöne S-Kurve mehr durchfahren müssen. Und die möglichen Bahnhofsgleise werden länger.

So einfach lässt sich das Bahnhofs-Gleis auslagern: Die hellblauen Gebogenen entsprechen dem R2, die blauen dem R3, die dunklen geraden 185mm, die hellen 200mm. Eine prima Geometrie.
So lassen sich die geoLine Weichen anstelle von Bogenweichen einsetzen. Klappt! 🙂
Die rosa-farbenen Gleise oben deuten Rocos große Bogenbrücke an, darauf sind RocoLine-geraden ohne bettung, Länge jeweils 23cm. Geometrisch einwandfrei.

Rocos klassische Bogenbrücken lassen sich in die geoLine Geometrie einpassen, darin werden natürlich die RocoLine Gleise (ohne Bettung) montiert. Das geht geometrisch so perfekt auf, dass man wohlwollende Absicht vermuten darf. Zum Anschluss von geoLine an die RocoLine-Gleise auf den Brücken empfehlen sich die Übergangsgleise.

Kehr- oder Wendeschleifen lassen sich ganz prima mit geoLine aufbauen; hier mal ein etwas überaufwändiger Entwurf. Wer es schlichter bevorzugt, kann sich hier das Passende heraussuchen.

Viele Lokschuppen erwarten enge Gleis-Abstände. Die meisten dieser Bausätze stammen konstruktiv aus Zeiten, als die H0-Gleissysteme noch dem Normabstand von 57mm folgten. GeoLines Parallelgleise sind dagegen rund 77mm auseinander. Aber mit einem Trick lassen sich diese Lokschuppen dennoch verwenden, wie das Beispiel mit den kurzen R1 Gebogenen zeigt. So findet der gewünschten Lokschuppen doch seinen Platz auf der Anlage.

Fazit: geoLine ist von der ersten Intention her sicher klug erdacht worden, und es hätte den Markt wirklich bereichern können. Aber in Aussehen und Fertigungs-Qualität gab es eine Bruchlandung. Ich kann mir gut vorstellen, dass Roco-Kunden weltweit über ein optisch und technisch renoviertes geoLine-System mit mehr Auswahl und in solider Qualität überglücklich wären, sogar glücklicher als mit…

…mit dem Relaunch von RocoLine mit Bettung. Ob im Zeitalter von Apps und Smartphones die Modellbahner überhaupt noch Lust haben auf kompliziertes Abschneiden der Bettungen und die vielen unterschiedlichen Mini-Ausgleichsgleise? Ohne Ersatzbettungen? Wenn die Welle der ersten Begeisterung abgeklungen ist, wird sich zeigen, ob der Erfolg langfristig sein kann oder nur eine Laune darstellte; ein erleichtertes Aufatmen derer, die die Gummibettung vermisst haben. Denn nicht jedes Comeback hat eine lange Laufzeit. Und auch Piko hat seinem A Gleis jetzt eine schönere Bettung mitgegeben, eine Idee, die 2006 exakt so von Roco hätte umgesetzt werden sollen.

Tipps und Tricks zu geoLine:

Rocos hat sich für geoLine unübersehbar an märklins C-Gleis orientiert. Das hat für den Modellbahner unerwartete Vorteile in Bezug auf die Auswahl des Zubehörs:

– Die neuen Märklin-Signale mit Sockel für die C-Gleise (mit DCC/mfx-Decoder) passen auch unter geoLine. Sie sind also gut geeignet für eine Steuerung über Rocos Multimaus, die Z21, Fleischmanns ProfiBoss, Uhlenbrocks Daisy2, oder anderen DCC-Zentralen.

– Auch märklins preiswerte Hobby-Lichtsignale sind prima geeignet zum unbeschwerten Modellbahn-Spielen: Den passenden, preiswerten DCC-Decoder gibt es fertig aufgebaut hier. Man klebt ihn einfach in die Bettung. Das Programmieren erfolgt am Besten vor dem festen Einbau in die (Teppich-)Anlage. Damit lässt sich zwar nur der rot/grüne Lichtwechsel anzeigen, aber das Gleis wirklich abzuschalten braucht man im digitalen Spiel(!)-Betrieb ja nicht mehr. Und ganz sicher ist diese Decoder-Lösung eleganter, als märklins kilometerlange, superdicke Kabel für das spezielle Schaltpult.

– Auch die Oberleitungen sind kompatibel, ob nun Viessmann, Märklin neu oder gar märklin alt: Die Masten lassen sich unter die geoLine Bettungen klemmen. So können sogar Teppichbahner so tun, als sei eine Fahrleitung vorhanden und sich nach und nach einen großen Fundus an Masten zulegen.

– Wer beleuchtete Prellböcke mag, kann sich märklins Artikel 7389 auf die Abstellgleise schrauben und die Kabel im Böschungskörper diskret an die Profile löten.

So einfach ist das: Die gelben Geraden haben 76mm, die dunklen 185mm, die hellen 200mm.

Bahnsteige sind im Fall von geoLine meistens sehr schmal gehalten, weil man sie einfach zwischen die Parallelgleise stellt. Das ist zwar praktisch, sieht aber eigenartig aus, weil die Proportionen nicht einmal ansatzweise stimmen. Natürlich kann man mit geoLine auch breitere Bahnsteige verwenden, wie die Gleis-Beispiele zeigen. Zum Beispiel Faller (ex-Pola), Kibri und auch Piko bieten breite Kandidaten an.