Märklin H0 Vectron 36292 für „internationale“ Gleise.

märklin bringt ja öfter schöne Fantasie-Modelle heraus. Mit ist es schnuppe, ob Andere Derartiges ablehnen, weil es „das beim Vorbild nicht gegeben“ habe – mir gefällt’s. Und es ist ja MEINE Modellbahn, ne? Also.

Eine Fantasie-Lackierung auf echtem Karo-Block. 🙂

Für 2020 bietet märklin eine Diesellok aus der Vectron-Familie an, die in Bundesbahn-Farben lackiert worden ist. Sie entspricht in etwa den Farben des Triebzuges ET11, leider ohne dessen hellgraues Dach. Mir gefiel diese Lok auf Anhieb, und es sind lediglich kleinere Löt-Arbeiten notwendig, um sie auf Fleischmann-, Roco- oder gar hauseigenen Trix-Gleisen einzusetzen.

Märklin-Qualität ist nämlich tatsächlich ganz cool. Allein: Mit dem ollen Schlitter-Schleifer fange ich nichts an, wozu auch. Im traditionellen Sinne hat das Prinzip seine Berechtigung. Aber im Sinne der Evolution von Modellbahnen ist der Mittelschleifer ein lästiger Anachronismus der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, dem märklin selbst in sämtlichen Baugrößen bereits abgeschworen hat bzw. Alternativen zeigt.

Dieses Vectron-Modell ähnelt technisch den ‚Hobby‘ Traxx-Loks, die märklin erstmalig Mitte der Nullerjahre präsentierte. Sie waren eine Antwort auf Pikos Billig-Aktionen; das krasseste Beispiel waren Piko-Loks für das märklin-System mit Decoder für €25 (!). Sorry, alles hat seine Grenzen. Märklin reagierte auf eigene Art mit einer modernen BR 185 mit solidem Metallgehäuse, Antrieb durch Mittelmotor auf beide Drehgestelle (für manche ‚Märklinisten‘ vermutlich ein Kultur-Schock) und lastgeregeltem Decoder – für 99 Euro. Definitiv das seriösere Angebot.

Antrieb auf alle Achsen, Stromaufnahme über alle Räder – internationaler Standard ist auch bei märklin längst Usus. Man beachte die Bremsscheiben…

Diese Loks besitzen Achsen aus Kunststoff, darauf aufgepresst sitzen die Räder aus Metall. Außerdem besitzen Viele (aber nicht alle) dieser Räder recht niedrige Spurkränze, sodass sie selbst auf RocoLine Gleisen nicht über die Klein-Eisen hoppeln; Ausprobieren hilft. Wer also Metall-Modelle mag, findet hier ein inzwischen umfangreiches Sortiment.

Aktuelle märklin-Decoder verstehen fast immer auch DCC, und viele ältere ‚Hobby‘-Loks kann man mit einfachen (und original-Märklin-) Mitteln mit Schnittstelle und DCC-Decoder umbauen. Das macht dann sogar Spaß.

märklin ohne Mittelleiter, eine prima Sache, die Spaß macht und nicht rasselt.

Umbau auf oM – ohne Mittelleiter.

Das geht ganz fix: Entfernen des Schleifers & Ordnen der Kabel-Verbindungen zur Platine. Das isses. Die einzelnen Schritte:

  • Gehäuse abschrauben (vier Schrauben)
  • Schleifer abklipsen
  • Kontaktplättchen herausnehmen und Kabel abtrennen
  • Das Kabel des Mittelschleifers nach oben herausziehen und von der Platine ablöten
  • Blenden der Drehgestelle sicherheitshalber abhebeln, Achsen zur Seite legen
  • Kabel-Brücken der Rad-Kontakte ablöten oder aufzwicken (diese schwarzen Kabelverbindungen verstecken sich quasi unsichtbar eng anliegend auf den Getriebe-Gehäusen!)
  • Kabelverbindungen herstellen zwischen den zwei freien Radkontakte und Platinenkontakten
  • Achsen wieder einsetzen, jeweils etwas Schmiermittel dazu
  • Drehgestellblenden einklipsen
  • Gehäuse aufsetzen, festschrauben
  • Adresse 03 anwählen und losfahren.

So fährt die schöne Lokomotive über meine Gleise nach internationalem Standard, angesteuert mit DCC durch einen Fleischmann-ProfiBoss. Die Kupplung von märklin sitzt in einem Normschacht und lässt sich so einfach gegen Andere austauschen. Der quakige Original-Lautsprecher könnte später durch eine Bassreflexbox ersetzt werden.

Die rosa Kreise (no Agenda here…) zeigen, wo die Kabel von den Radkontakten angelötet werden müssen.

Glänzende Bremsscheiben für Hobby Traxx Lok von märklin / Trix.

Die brünierten Bremsscheiben dieser Modelle sollten natürlich silbern aussehen; hier spart märklin seit 15 Jahren an der falschen Stelle. Bei diesen aktuellen Lokomotiven sind es ja gerade die Räder, die den ‚Hingucker‘ darstellen; diese dunkel zu belassen, das ist schon feist.

So glänzend sollten Bremsscheiben aussehen. Nicht grau, nicht brüniert (!).

Abraten möchte ich von Pinseleien; das Anmalen der Bremsscheiben kann eine Sauerei werden.

Ich habe mich an 1:1 orientiert und die Bremsscheiben blank poliert, vorsichtig und mit Augenmaß. Vorbildgetreuer geht es nicht.

Das geht sehr einfach; am Besten mit einem zweiten Modellbahner als Hilfe: Man besorgt sich Polierleinen (6000 & 12000) zum Beispiel bei http://www.meshy.de/ und schneidet sich davon Streifen ab, die in etwa der Breite der Bremsscheiben entsprechen. Außerdem braucht man ein Holzstäbchen in gleicher Breite.

Nun legt man die Lok mit den Rädern nach oben in eine Lokliege und gibt Strom auf die Räder bzw. Räder und Schleifer, dazu kann man ein normales Anschlussgleis verwenden.

Mit der einen Hand hält man ein Drehgestell gerade und drückt mit der anderen Hand das Stäbchen mit 6000er Polierleinen sanft (!) gegen die Bremsscheibe, bis sie gleichmäßig blank poliert ist.

Nicht zu sehr aufdrücken, einfach mit Muße die Brünierung entfernen. Die Vertiefungen bleiben dabei netterweise dunkel, sodass endlich die schöne Struktur der Radscheiben überhaupt zu sehen ist. Und beim Diesel-Vectron hat märklin die Bremsscheiben tatsächlich anders dargestellt, als bei den Traxx E-Loks.

märklins ICE2 sieht mit polierten Bremsscheiben wirklich schick aus.

Für einen ICE2 aus einem Startset gab es neue DC-Räder, die zwar eigentlich falsch sind aber sehr genau in die ebenfalls falschen Drehgestell-Blenden passen. Blenden, die von der BR185 stammen – märklin zeigt da schon eine gewisse krimin… kreative Energie. Also, dessen Bremsscheiben habe ich ebenfalls poliert. Und auch, wenn es nicht so wirklich vorbildgerecht ist: Es sieht wirklich cool aus. 🙂👍🏻

Abschließend mit 12000er Polierleinen die Oberfläche glätten und glätten, bis sie blitzt und glänzt, wie bei den Vorbildern. Die Wirkung ist verblüffend, und man bekommt ein ganz neues Gefühl zu den schönen Modell-Lokomotiven.

…märklin könnte diese Loks natürlich auch so ab Werk ausliefern – wozu sonst sind märklins Räder komplett aus Metall, nicht wahr?

So bereitet mir märklin H0 Freude – auf „internationalem“ Gleis (nicht zwangsläufig genau diesem), in solider Qualität.

Minitrix Gleis-Geometrie, aufgeräumt & lang-kurz.

So einfach könnte es sein. Minitrix mit lang-kurz Geraden. Ja, eine Dreiwegweiche gab es mal…

Die Minitrix-Gleise sind eine solide Basis für die Modellbahn in Spur N, und im Gegensatz zu vielen anderen Gleis-Konzepten lassen sie dem Modellbahner viele kreative Freiheiten. Aber dass die vielen Minigleise für Weichenstraßen nicht zu Standard-Geraden zusammengefasst werden, das kann einem schon auf den Wecker gehen.

Das macht die Sache unpraktisch und belastet das Budget unnötig, denn bereits mit den vorhandenen Gleisen und nur wenigen Ergänzungen könnte märklin den Aufbau der Minitrix Anlagen dramatisch einfacher und sympathischer werden lassen.

Als ich vor einiger Zeit die Minitrix-Weichen 15° genauer betrachtete, fiel mir auf, dass diese dank ihrer geometrischen Konzeption die Möglichkeit für die praktische lang-kurz-Geometrie bieten. Wie es sie seit Langem bei märklin K, märklin-C, Trix-C, Roco geoLine und Piko-A gibt.

Also entwarf ich ein Gleis-Konzept, das sich hier etwas kunterbunt zeigt, dafür aber eindeutig zu erkennen ist:

Praktisch und klar. So sollte es sein.

Anstelle der bislang eingesetzten R4 als Gegenbogen zu Weichen nimmt man einfach die R5, dazu nur vier gerade Gleise in neuer Standard-Länge (wie bei anderen Gleis-Systemen auch) – und das war es schon. Vorbei ist die Stückelei.

Hier mit Bahnsteig-Gleisen:

Die Minitrix Gleis-Geometrie ist wirklich klasse.

Wäre doch nett, wenn die Minitrix-Bahner ihre Anlagen auch mit diesem Komfort aufbauen könnten, oder? 🙂

TT Häuser der Marke ‚kibri’…

Während meiner Tätigkeit für einen der TT-Anbieter hatte ich mir in der Gebrauchtwaren-Abteilung eines Modellbahnhändlers eine große Zahl bereits zusammengeklebter Häuser-Bausätze älteren Datums in H0 und N genauer betrachtet und mit TT-Figürchen und einer TT-Lok noch vor Ort abgeglichen. Verblüffend, wie viele Häuser wirklich zu 1:120 passten. Andere explizit dafür Angebotene allerdings nicht.

Denn das Verfahren der Häuser-Schrumpfung handhabte man unterschiedlich: Faller reduzierte oft die äußeren Abmessungen, beließ aber Türen und Fenster in H0 Größe; vermutlich, damit die Figürchen besser dazu passten. Kibri hingegen reduzierte die Größe der damaligen (!) Gebäude recht konsequent, sodass sich TT-Bahner auch heute noch eines netten Fundus bedienen könnten. Wenn man sie nur ließe. Sofern man sich überhaupt für TT interessierte… Aber schließlich gibt es ja ebay und Börsen.

Natürlich gibt es noch weitere Hersteller, deren Gebäude sich prima für TT 1:120 eignen (vor allem Faller & Heljan); deren Nummern reiche ich später nach. Man bedenke beim Betrachten älterer Katalog-Abbildungen, dass dort hin und wieder gemogelt wurde, um Größe vorzutäuschen: Mal stehen N Figuren vor so genannten H0 Häusern, und mal sind direkt N Gebäude im H0 Bereich abgebildet.

Nun hatte ich vor rund zehn Jahren der Firma Viessmann ein Konzept gemailt, das beschrieb, welche der vorhandenen Kibri-Formen sich meinen Kenntnissen nach ohne oder mit nur wenigen Anpassungen für die Baugröße TT 1:120 anbieten ließen. Als Antwort erreichte mich von dort prompt ein Anruf; man klang sehr erfreut und versprach mir eine Menge – und dann folgte das große Nichts. ‚Branchenüblich‘, so möchte man sagen. Ausdrückliche Ausnahme: märklin. Mit denen habe ich mehrfach bessere, weitaus angenehmere Erfahrungen gemacht.

Nachfolgend zeige ich meine Seiten, wie ich sie ähnlich damals an Viesmann verschickt hatte; hier in überarbeiteter Form. Wer also die TT Bahn liebt und seine TT-Anlage mit sehr unterschiedlichen Bausätzen schmücken möchte, der mag sich hier gern Inspirationen holen. Viel Spaß! 🙂