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Gender-Gaga bei märklin.

Screenshot aus dem aktuellen märklin-Newsletter.

Gendern ist an sich ja schon völlig bekloppt, dazu gibt es von (Achtung, Wortspiel) diversen Sprachwissenschaftlern klare Ansagen.

Aber was zum Kuckuck hat dieses Gewaltverbrechen an der deutschen Sprache bei märklin zu suchen? (Hinweis: Nichts.)

Man findet bei märklin mal wieder für diese Firma sehr untypische Kräfte vor, die subtil vorgehen und auf Dauer eine recht giftige Wirkung erzielen können, will sagen: Geschäftsschädigend.

So hat man im Neuheitenprospekt von märklin 2022 auf eine nette Einleitung verzichtet und statt derer einen lästigen Hinweis auf Tausch-Achsen platziert, wie und dass man AC Achsen auf DC austauschen kann.

Das ist in vielerlei Hinsicht fragwürdig. Erstens interessiert das die märklin-Fans gar nicht. Die leben friedlich in ihrer Mittelleiter-Welt, und das sei ihnen gegönnt. Zweitens greifen viele DC Fahrer gar nicht zum märklin Katalog, es ist also Platz-Verschwendung. Deswegen gehört dieser Hinweis in den Trix Prospekt und basta. Und drittens, was ist an diesem Jahrzehnte alten Verfahren derart wichtig, dass man die (desinteressierten) Leser damit quasi konfrontieren muss, im Vorwort des Neuheiten-Prospektes? Absoluter Quatsch.

Und jetzt wird auch noch gegendert. Man könnte meinen, dass das aus Provokation stattfindet; so Mancher gefällt sich in der Rolle der Nervensäge von der Hinterbank. Aber.

Der übergroße Teil der wirklich solventen märklin-Sammler, das sichere, verlässliche Rückgrat des Umsatzes also, ‚tickt‘ erzkonservativ. Die fangen mit solch‘ aufgezwungenem Sekten-ähnlichen Vorgehen nichts an.

Vor rund 15 Jahren hat man sich schon mal über die Befindlichkeiten der märklin-typischen Klientel hinweggesetzt – mit einem darauffolgenden, schwerwiegenden Umsatz-Einbruch. Das kann sich wiederholen, wenn die Kunden sich erneut vergrätzt fühlen.

Corona wird die Branche nicht ewig tragen.

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Jeder Generation ihr eigenes Feindbild.

Orientrot ergeht es derzeit ähnlich, wie vor 30 Jahren blau-elfenbein. Diesmal eben eine Generation später.

Dabei war das Konzept von Herrn Bodack, dem Erfinder des InterRegios, zu den Produktfarben damals in vielen Aspekten sehr modern und erstmals auf den Reisenden als Mensch (!) abgestimmt, außen und innen. Natürlich sind die Farben im Übrigen mega 80er Jahre, und? Es SIND wenigstens Farben. Offenbar flennten aber Viele der grünblauen Bundesbahn hinterher – und das im Jahrzehnt von Zauberwürfel, C64, der Compact Disc – und eben Pastellfarben. Und solche Leute hat man ernstgenommen?

Nun sind Geschmäcker unterschiedlich. Aber manche Artgenossen bekünden ihre Abneigungen absichtlich extrem oft und laut. Nur können sich derartige markigen Sprüche, oft genug an passender Stelle wiederholt, so verselbstständigen, dass die geschmähte Angelegenheit letztlich sogar gesellschaftlich unschicklich wird. Wer in einem Gespräch ‚Helene Fischer‘ erwähnt, eine zweifellos erfolgreiche und hart arbeitende Künstlerin (von der ich keine einzige CD besitze, sie aber sehr wohl respektiere) erntet meistens zumindest genervtes Augenrollen. Leute, das kann SO nervig sein.

Sachliche Kritik muss sein, gerade bei Modellbahn-Zügen, aber welchen Sinn ergibt es, fortwährend zu wiederholen, was einem nicht gefällt?

„Das mag ich nicht“ sendet einen starken, negativen Impuls aus, der keinen Vorteil, aber denjenigen, die die Dinge insgeheim wertschätzen, eine Menge Verdruss einbringt.

Da fände ich es interessanter, herauszufinden, welche Variante von orientrot nun dem (damals neu lackierten) Vorbild entspricht: märklin (schick und eher kräftig), Fleischmann (womöglich weniger kräftig, als die Originale?) oder Piko (eher kühl, aber attraktiv)? Bei Roco kam es in den 90er Jahren oft auf die Charge an, und bei Arnold-N hatte man eine gänzlich eigen(sinnig)e Meinung zum Thema. ☺️

Man sagt, derzeit würden die Menschen quasi auseinanderdriften, jeder in seine gesellschaftlich passende ‚Blase‘. Wenn man das bereits erkannt hat – warum steuert man dann nicht aktiv dagegen?

Zum Thema ‚Geschmacks-Nazis‘ werde ich später einen weiteren Text veröffentlichen.

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„Warum kaufen die Leute noch Lenz-Standard Decoder?“

Echtes Zitat eines Mitbewerbers. Man sieht: Entspannte Spielbahner werden in der Branche oft vergessen – oder belächelt. Aber wer so eine Frage stellt, der lässt außer acht, wie die weitaus größte Anzahl der Modellbahner tickt. Die wollen nämlich nur: Spielen.

Der Lenz Standard Decoder. Foto (c) Lenz Elektronik.

Der Chef eines Elektronik-Anbieters (Hinweis: natürlich NICHT ‚Lenz‘ 🙄) erklärte vor einiger Zeit, er erwarte, dass man sich seine Produkte „erarbeite“. Im Smartphone-Zeitalter drückt diese Aussage nur aus, wie wenig man von der heutigen Denke der Menschen verstanden hat. Und wie rücksichtslos man potenzielle Kunden der eigenen Sturheit aussetzt.

Die Zeiten, in denen man sich notgedrungen ewig lange mit umständlicher Technik herumgeschlagen hat, sind vorbei. Wem eine App nicht gefällt, der löscht sie eben, per Fingertipp. Ähnlich, wenn einen das Digitalsystem nervt: Das stellt man dann bei Ebay ein. ‚Fott damit.‘ Das sind die heutigen Zeiten.

Die Decoder von Lenz namens Standard, Silver und Gold haben gegenüber Esu und Uhlenbrock einen gravierenden Vorteil: Sie sind direkt beherrschbar. Die Anleitungen sind klar formuliert, die paar Sonderfunktionen unmissverständlich beschrieben. Aus der Schachtel heraus bewirken die Lenz Decoder bei den meisten mir bekannten Lokomotiven wirklich schöne Fahreigenschaften, ausprobiert habe ich Loks von Fleischmann, Lima / Rivarossi, märklin / Trix, Roco und Piko.

Außerdem kann man seine Kabel weiß, gelb, grün und violett auch für die Lichter in Personen- oder Steuerwagen verwenden – und das für rund €20.-. Made in Germany.

So haben auch Modellbahner mit nur wenig Zeit jedesmal ein Erfolgserlebnis, wenn sie eine DC-Lok mit einem Lenz-Decoder umbauen. Und auch diese Kunden wollen ernstgenommen werden.

Ja, die Lenz-Decoder bieten weniger Komfort-Funktionen, als Decoder der Mitbewerber, aber das, was sie können, ist direkt erreichbar. Sie erfordern keine Nachfragen. Dazu kommt die angenehme Lastregelung, die die Motore nahezu lautlos und höchst geschmeidig ansteuert. Mit niedrigerer Mindestgeschwindigkeit wäre dieser Aspekt fast perfekt. 😉

Der Dünkel, mit dem sogenannte Fachleute, auch selbsternannte, auf normale, ’spielende‘ Modellbahner herabschauen, ist oft schwer erträglich. Offenkundig nimmt man den Frust der Kunden billigend in Kauf. Dabei liegt die Ursache dafür tatsächlich auf der Seite der Entwickler; es sind ja nicht die Modellbahner ‚zu blöd‘, sondern das Produkt ist zu kompliziert.

Natürlich könnte man auch hoch-komplexe Produkte so komfortabel konzipieren, dass die Kunden binnen Sekunden ihr Ziel erreichen. Dafür müsste man aber bereit sein, sich mit Respekt in die höchst unterschiedlichen Gegenüber zu versetzen. Man vergleiche Smartphones mit nervigen Windows-PCs.

Zum Beispiel soll der  Programmer von Esu die Sache eigentlich vereinfachen. Aber weil die Software nullstens intuitiv konzipiert ist, bin ich immer wieder auf Erklärungen durch Fachleute angewiesen, die tagtäglich mit dieser Materie zu tun haben. Und auch die sind manchmal überrascht, was alles wie zu programmieren ist.

Ähnlich bei märklins USB Programmer findet der Kunde bei ESU eine völlig undurchschaubare Bedienoberfläche vor, die man sich „erarbeiten“ müsste. Das ist nicht zeitgemäß – und es nervt mächtig. 

Man könnte natürlich Lok- oder Waggon-spezifischen Pre-Sets zum Aufspielen anbieten, aber dadurch könnten sich die oben Genannten ja beleidigt fühlen. Also muss der Normalo-Bahner immer wieder neu herumprobieren, obwohl inzwischen 20 Jahre Erfahrungen mit dem Gerät vorliegen. 

Da sollte sich in der Schwarm-Intelligenz der eigenen Zielgruppe eigentlich so Einiges finden lassen. Gerade märklin könnte die Bedien-Oberfläche des Programmers sehr intuitiv konzipieren – derzeit ist sie eher was für Nerds. 

Und um genau diesem potenziellen Frust vorzubeugen kaufen viele Menschen bevorzugt Produkte, die mit wenig Aufwand zum Ziel führen. Und das ist bei den Lenz-Decodern der Fall. 

Und solange die Anbieter der ‚elaborierten‘ Systeme die Bedienung absichtlich kryptisch halten, kann man die oben gestellte Frage beantworten mit „weil Lenz Decoder Spaß machen, ohne an den Modellbahner zu große Ansprüche zu stellen.“ 👍🏻

Und das ist auch gut so. ☺️

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Märklin Startset 29730 mit Fake-Lego. Mir macht’s Spaß! 🙂

Original-Abbildung (c) märklin.

Manche Weihnachtsgeschenke haben es in sich. Da ist das anstehende Essen plötzlich völlig egal. Oder der traditionelle Film. Jaja. Nachher. (Nachher = 25. 12..)

Im Grunde eine sensationelle Idee, zwei Spielzeug-Klassiker miteinander zu verbinden. märklin als Modellbahn-Marke, und dazu … nein, kein Lego. Sondern ein Nachahmer-Produkt (was Lego laut Wikipedia streng genommen ursprünglich ebenfalls gewesen ist), Klemm-Bausteine der Marke ‚Stax‘. Mehr dazu gibt es hier: https://www.light-stax.de

Ich war mehr als neugierig, zu erfahren, wie man sich diesen System-Mix vorgestellt hat.

Im Set findet man ein Gleis-Oval märklins inzwischen klassischem C-Gleis, dazu drei Fahrwerke für zwei Waggons und eine Lokomotive. Außerdem einen eigenartigen Steuerknüppel, den märklin völlig humorlos „Power Control Stick“ nennt („Mehr Power!!“ 😆). Dazu, natürlich, drei Tütchen mit Klemmbausteinen, schön sortiert, um den Zug nach Zug aussehen zu lassen.

Echte Lego-Figuren sitzen auf nachgemachten Noppen. Funktioniert. 🙂👍🏻

Schon beim ersten Prüfen der Bausteine nimmt man einen Unterschied zu Original-Lego wahr. Die Stax Bausteine wirken weniger hochwertig, als bei Lego, in ihrer Form, aber eben auch farblich. Später nachbestellte Original-Lego Steine in Limonengrün (!!😁) zeigten diesen Unterschied überdeutlich.

Dennoch, spielen kann man damit natürlich. Und wer es als Label-Queen oder -King ganz genau nimmt, kann die beiliegende Bausteine durch Lego-Originale ersetzen. Das geht am Einfachsten im Lego-Shop ‚Pick A Brick‘: https://www.lego.com/de-de/page/static/pick-a-brick

Tatsächlich passen die ‚echten‘ Lego-Steine ganz exakt auf märklins ‚Noppen-Oberfläche‘. Man fragt sich schon, warum märklin nicht einfach ein Joint-(Ad)Venture mit Lego verwirklicht hat. Das Produkt hätte sich in beiden Lagern gut verkauft. Aber dann hätte das Lok-Fahrwerk nicht so labberig sein dürfen, das ist auch klar. Und bei märklin zieht man sich ja seit jeher in ein eigenes Lager mit eigenen Gesetzen zurück, ‚König der Provinz‘ nennt man das auch.

Neben den normalen Bausteinen findet man spezielle Light-Stax Elemente. Diese besitzen elektrische Verbindungen, die beim Zusammenstecken in Kontakt kommen. Ein dickerer Steuerbaustein kann die Spitzen- und Schlusslichter leuchten lassen oder einige Licht-Effekte zeigen – ob Kinder das wirklich toll finden?

Mein Baustein war jedenfalls direkt aus dem Karton defekt. Auf meine Reklamation am 27.12. folgte – keine Reaktion seitens märklin, und auch auf spätere Nachfrage bekam ich bis heute keinen Ersatz. Das ist schon ein bisschen doof. 

Aber auch das Konzept an sich erschließt sich mir nicht, denn immerhin besitzt das Lok-Fahrwerk einen vollwertigen Digitaldecoder mit Lastregelung und der Anmeldefunktion mfx. Seine vier (?) schaltbaren Funktionen ließen sich in logischer Konsequenz auch für eine Baustein-Bahn nutzen. Wozu also ein separates System aufsetzen? Notgedrungen ignorierte ich alle Stax-Besonderheiten und betrachtete alle Bausteine als genau das: Bausteine. Die Bahn macht natürlich trotzdem Spaß.

Im Prinzip. Gut, meine Lok fuhr sowieso erstmal nicht, dazu weiter unten ein zuvor einzeln veröffentlichter Text. 

Aber als der kleine, ungewöhnliche Zug dann doch unterwegs war, kreuz und quer über meine C- und sogar M-Gleise, musste ich zufrieden grinsen: Modellbahn und Klemmbausteine ergeben eine drollige Gute-Laune-Mischung! Davon möchte man mehr… Die Bedienung des Power Dingens macht so semi-Spaß, aber mit einer Mobile Station 1 oder 2 oder gar einem reinen DCC Steuergerät ist das Set eine feine Sache.

In der Anmutung an märklins Spur-0e Klassiker ‚Minex‘ angelehnt hat der Baustein-Zug den gleichen Größen-Nachteil. Denkt man so.

Baustein-Zug in ‚H0‘ Größe.

Weil, wie ab Werk gemeint passen die hohen Fahrzeuge nicht unter herkömmliche H0-Fahrleitung. …passen sie nicht? 💡 Das kann man ändern! Genau hier kommt der Vorteil von Leg… Klemmbausteinen zum Tragen.

Ich habe meine Fahrzeuge einfach weniger hoch neu aufgebaut. Wer in seiner Kindheit ebenfalls mit Lego (diesmal aber wirklich!) gespielt hat, der kennt die Tricks. 😉

Alles aus den beiliegenden Teilen gebaut.
Sieht für mich mehr nach ‚Lok‘ aus, als der Werks-Entwurf.

Das Führerhaus ähnelt mit Absicht dem Lego-Klassiker ‚133‘. Diese Satelliten-Schüssel an der Front wird noch durch Passenderes ersetzt (siehe Pick A Brick).

Die Waggons sind einfach ‚tieferzulegen‘; dafür braucht man keine Anleitung. Man behält dabei soviele Steine übrig, dass zwei weitere, leere Waggon-Fahrgestelle im Modellbahn-Fachhandel plus ergänzende Lego (!) Steine im Lego Store vor Ort gekauft werden könnten…  

Waggon Nr. 1 an H0 angeglichen…
…und Waggon Nr. 2. 🙂

Laut Norm hängt eine Modellbahn-Oberleitung minimal 6,2cm über Schienen-Oberkante, maximal 7,3xm. Eine Musik-Cassette ist exakt 6,38 cm hoch.

Alles moderne Klassiker, in jeder Hinsicht. ❤️

Laut meinem launigen Foto könnte die Lok also gut auf professionellen Anlagen unterwegs sein – das muss man natürlich vorsichtig auf der eigenen Anlage ausprobieren. Notfalls entfernt man den Schnickschnack vom Dach. …dem der Lok natürlich. 😌

Klemmbaustein-Waggons und märklins BR 74 vertragen sich. 🙂

Derart angeglichen kann man diese Baustein-Fahrzeuge prima mit seinen normalen märklin-Zügen kombinieren; Radsätze und Kupplungen sind bekannte märklin-Bauteile. Und ja, das kann viel Spaß machen.

Leider hat märklin nahezu das komplette Baustein-Projekt aus dem Sortiment genommen. Auch die Ergänzungs-Waggons ‚Post‘, drei-in-eins und ‚Disco‘ sind entschwunden; allein der Flachwagen mit Noppen 44734 ist nach wie vor erhältlich. Gut, die Lok hätte wirklich solider (und kürzer) konstruiert sein können. Aber märklins Baustein-Bahn ist eine nette, liebeswerte Neu-Interpretation der märklin-Bahn. Ich finde, dieses Konzept hat mehr Aufmerksamkeit verdient.

Mehr Infos über diese Produkte auf märklins Website; wenn man dort nach unten scrollt findet man die Ergänzungen: https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/29730

Nachtrag 1: Original-Lego ist schöner, als die Imitation.

Qualität setzt sich durch.

Echtes Lego und nachgemachte Klemmbausteine sind leicht zu unterscheiden, wie das Foto beweist: Die Bausteine oben in weiß und dunkelblau sind Imitationen, sie sitzen schief und krumm. Nur die türkisfarbenen Steine stammen zum Vergleich aus Legos Fertigung und sitzen auffallend gerade.

Unten ist alles Original-Lego, alles etwas sauberer, solider, und das Weiß ist nicht so kalkig, sondern eine Spur eher créme-farben. Klarer Fall, echtes Lego bietet die schönere Qualität.

Nachtrag 2: Sicheres Fahren mit der ‚Klemmbaustein‘-Lok.

märklin konzipierte das Fahrgestell der Fake-Lego Bahn derart billigst, dass nicht einmal die Strom-Aufnahme sicher funktioniert. Von Haltbarkeit ganz zu schweigen. Aber nur eins kann man ändern…

Das war schon deprimierend, nach dem Auspacken tat sich nichts. Das Anschlussgleis blinkte (rot! Also offenbar im Warn-Modus? Nein, nur eine falsch ausgewählte Signalfarbe.), die Lok machte keinen Mucks, und der ‚Stax‘ Baustein war funktionslos.

Klare und gesäuberte Sache. Sowas kann märklin solider.

Um es abzukürzen: Google half. Offenbar haben viele dieser Anschlussgleise mit IR Sensor eine Fertigungsmacke. märklin reagierte äußert kulant, nicht nur, dass deren Service am 27.12. besetzt war (!), ich bekam umgehend ein Ersatzgleis zugesandt. Danke dafür!

Aber, aber die Lok. Mit einer MS2 konnte ich ihr nur leichtes Zucken entlocken. (Gut, dass ich kein Arzt geworden bin…) 

Also das Ding aufgeschraubt und überrascht eine sehr lumpige Konstruktion vorgefunden. „Masse“, wie märklin den zweiten Pol benennt, wird übertragen durch einen auf den Achsen liegenden Metallstreifen. Und dieser troff vor Öl und Fett.

Dank SR24 und Wattestäbchen war die Lok schnell wieder sauber. Aber so richtig zuverlässig war das noch immer nicht. märklin wird es sicher freuen, zu lesen, dass die Hilfe ausgerechnet aus Ulm kam. 😏

Esu bietet super praktische Radkontakte an, 50707, und nennt sie sogar so. Man findet also schnell, was man sucht. Eins dieser Bauteile reicht aus, um dem Fake-Lego Fahrgestell zuverlässiges Fahren zu ermöglichen.

Man lötet ein längeres rotes Kabel an einen der Kontakte und dazu ein kurzes Querkabel an den anderen – sicher ist sicher.

Des g’hört so! 🙂

Mit nicht gasendem Sekundenkleber-Gel klebt man den Radkontakt unter das Fahrgestell, wie im Foto zu sehen. Die Endpunkte müssen die Innenseiten der metallischen Radreifen kontaktieren.

Dann schiebt man einen kurzen Schrumpf-Schlauch locker auf die lange Litze, fädelt sie durch die Bodenplatte nach innen und verlötet sie dort an den ‚Masse‘-Kontaktstreifen. Darauf achten, dass weiterhin alle Rad-Bewegungen frei möglich sind. 

Zum Abschluss den Schrumpf-Schlauch in der Bodenplatte fixieren, auch hier am Besten mit Sekundenkleber-Gel. So kann der Schleifer sicher frei einfedern.

Rote Farbe kann die Kontaktbleche etwas tarnen.

Das war’s. märklin hätte das natürlich ab Werk so machen können, sogar eleganter. Eine sicher fahrende Lok bereitet nun mal mehr Freude, als ein bockiges Stop-And-Go-Modell. Und wenn man märklins leisen Schleifer 138079 drunterpackt, ist auch akustisch Ruhe. 🙂

Übrigens: Meine Lok begann irgendwann, zu ‚humpeln‘. Die Ursache war schnell gefunden: Ein Stift hatte sich gelöst. (Zitat „der alte Wagner“) Und zwar der des schwarzen Zahnrades. Den muss man nur wieder sorgsam fest eindrücken. Seitdem rollt die Lokomotive wieder vernünftig.

Fazit: Viel Nach-Arbeit und trotzdem viel Freude an der Bahn. Wir Modellbahner sind schon eine eigenartige Spezies. Und das ist auch gut so. 😌

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Allgemein Digital märklin & friends Spur H0 Umbauten Waggons

Leise Schleifer für märklin-Waggons.

Licht ist schick – vor allem, wenn geräuschlos. ☺️

Da märklin noch immer lautstarke Klapper-Schleifer unter seine Waggons baut, habe ich mir nun selbst beholfen.

Nicht optische sondern akustische Reize sind es, die besonders stark beeinflussen. Bei Filmen macht man sich das zunutze, indem man z. B. Dinosauriern die grollenden Stimmen von Löwen beimischt – des Angst einflößenden Effekts wegen.

Anders ausgedrückt: Die Punkt-Kontakte kann man mit der Zeit sozusagen übersehen, die sind halt da. Aber rasselnde Getriebe oder klackernde Schleifer gehen einem auch nach Jahren weiter auf die Nerven. Sogar eingefleischte märklin-Fans sehen das so, wie der Screenshot zeigt. …und eins von beidem hat märklin immerhin abgestellt. ☺️ Fahrzeuge mit Klapper-Schleifern sind einfach nicht elegant, und es geht ja besser.

Screenshot (c) Stummiforum

Genau genommen hätte märklin dieses Problem bereits seit Jahrzehnten eliminiert haben können, wie dieser beleuchtete Gepäckwagen aus den 50er (60er?) Jahren beweist: Dessen Schleifer-Konstruktion stellt bereits die prinzipielle Basis für märklins aktuelle Schleifer leisester Bauart dar, und auch dieser Methusalem verhält sich akustisch recht unauffällig.

Schon damals wäre es also noch leiser gegangen. 🙂

Während andere Modellbahn-Anbieter seit Langem mit besonders leisen Antrieben werben, verbaut märklin stoisch noch immer lautstarke Schleifer. Warum nur.

Die Schleifer der Sorten 144133 und 138079 habe ich unter Waggons ausprobiert (der Schleifer selbst ist identisch, nur die Plastik-Klippse unterscheiden sich), und der Effekt ist wie gewünscht: Ruhe.

Die einzige Nacharbeit besteht darin, die strenge 90 Grad Kurve der Schleifer-Enden sanft (!) abzumildern. Dann entstehen sogar noch weniger Geräusche, hier muss man sich beim ersten Umbau etwas rantasten, bis man die optimale Formgebung raushat. 

Die klassischen Eilzugwagen von märklin bekommen Strom über die „Stromzuführung“ 73405. Ganz exakt passt einer der Austausch-Schleifer auf die Kunststoff-Basis; der alte Schleifer kann … weg. 

Neuer, leiser Schleifer unter älterem Waggon.

Umbau: Man muss nur die vier Laschen des alten Schleifers freibiegen, das Kabel dort ab- und an den neuen Schleifer anlöten, dessen Laschen um die Basis festbiegen – das ist es. Dauer: Eine Minute. Augenblicklich ist das Fahrzeug akustisch unauffällig, und auch der Rollwiderstand minimiert sich; so stellt man sich das heute vor.

Auch optisch bleibt der leise Schleifer unauffällig.

Mit diesem kleinen Austausch lassen sich viele Generationen vorhandener märklin-Waggons verschiedenster Bauarten auf leisen Betrieb umstellen. 🙂

Für Steuerwagen und Speisewagen aktueller Bauart bedürfte es eines kurzen Schleifers der leisen Konstruktions-Art, den märklin so leider noch nicht anbietet.

Die 90 Grad Kurven an den Schleifer-Enden sollten noch etwa um die Hälfte entschärft werden.

Versuchsweise habe ich einfach den den kurzen Klapperschleifer gegen den leisen Schleifer ausgetauscht, mechanisch ähnlich, wie oben beschrieben. Unterschied: Hier greift nur ein Laschenpärchen direkt um den Sockel, am anderen Ende steht das Blech etwas über, kann aber mit einem Klecks Sekundenkleber am Ende des Sockels fixiert werden.

Hier wäre ein kurzer, passender und leiser Schleifer sehr nützlich. Wann märklin den wohl anbietet?

Über normale Weichen fahren meine derart umgebauten Waggons einwandfrei; Bogenweichen und eine DKW kommen demnächst als Test-Objekte dran.

Funktion bislang mechanisch unauffällig, elektrisch zu 100% zuverlässig. 👍🏻

märklin verbaut inzwischen großteils wirklich hochwertige, geräuscharme Antriebe, dass man sich wundern kann, warum man die Schleifer in dieses Denken nicht miteinbezieht.