Hobbytrain SVT 137 in Spur N.

Schigges Ding, made in Düx. (Das Vorbild wurde in Köln-Deutz gebaut.)

Spielen oder Anschauen – der Zweck mancher Modellbahn-Fahrzeuge erschließt sich nicht immer sofort. Viele Fahrzeuge, die von Lemke geliefert werden, sehen zwar nett aus. Aber die Konstruktions-Qualität lässt (zu) oft zu wünschen übrig.

Der Triebzug SVT137 ist so ein Beispiel. Aus der Packung heraus sehr schick, fein detailliert und sauber bedruckt. Es gibt ihn sogar mit Sound. Wenn man aber mehr will, als nur draufschauen, nämlich spielen, dann geht es los.

  1. Die Beleuchtung rot/gelb müsste natürlich rot/gold-weiß sein, und die LED nebeneinander (!) anzuordnen führt zu ungleichmäßiger Verteilung. Wirklich dämlich.
  2. Stromabnahme über labberig aufgelegte Bleche, typisch z.B. für Kato, aber auf Dauer ein Stör-Faktor. Hier müssen Lötverbindungen her.
  3. Die Fahrzeuge sind allesamt viel zu leicht. Gerade in engeren Radien (R2, R3) hebeln sich die mittleren Drehgestelle heraus.
  4. Keine Innenbeleuchtung eingebaut oder gar vorgesehen.
  5. Der Lautsprecher besetzt gleich diverse Sitzreihen, deren Lehnen sogar gekürzt wurden.
  6. Die Befestigung der Gehäuse ist sehr schlampig ausgeführt. Sogar an den Spitzen bewegen sich Ober- und Unterteil auseinander.
Schni, Schna, Schnappi…

Angesichts des hohen Preises eine lumpige Konstruktion – schick, aber praxisfern. Also, was tun?

zu 1. Die blöden LED habe ich gegen goldweiße ausgetauscht: https://www.modelsector.com/leuchtdioden-und-zubehoer/led-2mm-tower/kurzkopf–led-2mm-warmwei-klar.php

Safety first – derart angeschlossen ist die Stromaufnahme ungleich sicherer. Man sollte den Litzen allerdings deutlich mehr Spiel gönnen, sie also länger halten, als ich das hier zuerst tat…

zu 2. Alle aufgelegten Bleche wurden entfernt und durch gelötete Kabelverbindungen ausgetauscht. Ja, das ist eine aufwändige, fummelige Arbeit, weil der ganze Zug neu verkabelt werden muss. Aber so minimiert man Probleme mit der Stromabnahme und bringt das Fahrzeug auf ein technisches Niveau, das bei anderen Herstellern ab Werk der Fall ist.

Gewicht im Steuerwagen, und dann klappt auch ‚rückwärts fahren‘ ohne Entgleisungen.

zu 3. Gewichte aus dem Autoreifenbedarf (!) helfen, pro fahrzeug jeweils zwei. Der Mittelwaggon bekommt zwei in seine Bodenwanne, nahe den Drehgestellen. Im Endwagen ohne Motor platziert man ein Gewicht in die Bodenwanne nahe dem inneren Drehgestell, das andere klebt man über das vordere Drehgestell, der Fahrsicherheit wegen. Der Motorwagen erhält seine zwei Gewichte auf den blauen Kunststoff.

Damit das Gehäuse wieder draufpasst, muss hier der Schaumstoff von den Gewichten weggeschnitten werden. Sekundenkleber-Gel hält die Dinger fest, lässt sich aber im Zweifel wieder entfernen.

Elektrisches Licht für alle, vom Decoder aus schaltbar.
Hier erkennt man die beiden Gewichte, dazu die kleine LED-Platine und die Kabel, die zum Decoder führen.

zu 4. Mit den üblichen, stabilen Lichtleisten von Eickmann oder Hufing lässt sich eine nette Beleuchtung einbauen. Die Verkabelung gestaltet sich zwar mühselig, weil man hier in Schlangenlinien vorgeht, aber das Ergebnis ist schon schick. …ob andere Produkte besser sind, werde ich eines schönen (Sonnen-)Tages mal ausprobieren. Der Anschluss erfolgt wegen der altmodischen Schnittstelle direkt an den Lokdecoder, der die Funktion F1 separat schalten können sollte.

zu 5. Die Einrichtung habe ich grau grundiert und die Sitze in einem netten Grün gestrichen, einfach, weil’s mir so gefällt. Die Spezial-Abteile im Steuerwagen erhielten braune Wände.

zu 6. Um die Gehäuse sinnvoll zu befestigen kann man sich erstmal mit dünnem Doppelklebeband behelfen. Aber die ‚Nasen‘ gehen dann trotzdem auseinander. Das ist echt gedankenlos konstruiert. Allerdings könnte man sich mit einer Schraub-Verbindung behelfen. Dazu reiche ich demnächst was nach. Der Schni-Schna-Schnappi-Look kann ja so nicht bleiben.

Außerdem: …ein Glockenanker-Motor wird folgen, das ist mal klar. 🙂

Fazit: Eine schöne Hülle macht noch kein gutes Modell. Die billige Stromabnahme über Bleche ist bei Lemke Usus. Aber nur, weil die das schon immer so machen ist es noch lange nicht gut. Den Ärger haben die Kunden, denn irgendwann läuft Federbronze an, und das war es mit dem Kontakt. Mir war es den Aufwand wert.

Lautlose N-Loks (03)

Auch Fleischmanns Dampfloks der BR 011 / 012 / 01.10 in Spur N sind super einfach umzubauen.

Unten der neue Motor im 3D-Druck Gehäuse, oben die zusätzlichen Gewichte.

Den passenden Motorsatz gibt es bei tramfabriek: https://tramfabriek.nl/drives-n.html

Bei der hier gezeigten Variante mit Stromlinien-Gehäuse passen zwischen Motor und Gehäuse zwei zusätzliche Gewichts-Plättchen, deren flexible Klebepads entfernt werden müssen. Für einen Decoder ließe man einfach eine Platte weg.

Sogar Modell-Konstruktionen aus den 70er Jahren machen mit den neuen Motoren noch viel mehr Spaß.

Im Ergebnis fährt die Lok nicht nur geschmeidiger, sie zieht auch mehr. 🙂

Doing!

Da erwirbt man eine neue, schöne märklin-Lokomotive und möchte diese nach Proberunden auf C-Gleisen lieber auf K-Gleisen einsetzen, und an der ersten Weiche bleibt die Lok schlagartig hängen. Warum?

Weil die Punktkontakte der langen Weichen des K-Gleises so hoch aufragen, dass die Entkupplungsbügel der von mir bevorzugten Kupplungen daran hängenbleiben.

Also, ich habe nun nach vielen Jahren der Verzweiflung endlich eine Kupplung gefunden, die mir über alle Maßen gefällt und mit nahezu allen mir bekannten Fahrzeugen prima funktioniert.

Und nur, weil man sich bei märklin immer nur auf den eigenen Mikro-Kosmos bezieht, werde ich diese Kupplungen ganz sicher nicht gegen die Problem-Kupplung aus Göppingen austauschen. (Zumal im märklin Katalog 1985/1986 eine völlig anders aussehende Kupplung als Kurzkupplung avisiert wurde…)

Fazit: Zuviel „das darfst Du so nicht“.

Radau- Räder von märklin.

Meine neuen märklin-Waggons ließ ich mir direkt mit DC Achsen umrüsten. Um beim ersten Losfahren überrascht aufzusehen: Ein lautes Rauschen setzte ein; ein Geräusch, das ich derart extrem nicht kannte.

Die Spezial-Lupe zeigt es: Märklins Rad-Laufflächen sind schuld. Man möchte meinen, die Schwaben lassen die Achsen einfach komplett in irgendeine Flüssigkeit werfen, um sie schön duster zu färben, egal, was für Nebenwirkungen das erzeugt:

Oben die rauen, stumpf aussehenden Radau-Räder von märklin, unten Fleischmanns glänzende Räder.

Die Oberfläche wird angegriffen und daduch rau. Beim Rollen entsteht dann ein unfassbarer Lärm, vor allem in Verbindung mit märklins C-Gleis, dessen harter Böschungskörper fest an die Schienenprofile montiert ist.

Kurz mit (glatten) Achsen von Fleischmann im selben Waggon gegengecheckt: Ruhe. Ein typisches, elegantes Roll-Geräusch entsteht, wie ein samtiges Gleiten. Kein Vergleich zum Lärm von märklins Rädern.

Bei märklin sollte man endlich begreifen, dass die pure Grund-Funktion allein nicht mehr ausreicht. Ein bisschen Eleganz muss heute schon sein. Tipp: Sogar Piko baut inzwischen glatte Räder ein. Warum wohl.

Fazit: Ich werde diese Achsen natürlich austauschen; das hält man ja nicht aus…

Märklins angeknackster Zauberstab

märklin-Digital ist eine große Nummer. Seit 1984. Zwischenzeitlich von Esu versorgt, führt märklin längst alles wieder in einer Regie. Man möchte meinen: Leider.

So sieht das aus, mit verkehrt aufgedrucktem Logo und aufgestecktem Decoder, der sich nicht programmieren lässt.

Auch bei märklin-Digital, ob nun mit oder ohne Mittelleiter verwendet, kommt schnell der Wunsch auf, die Decoder nach eigenem Gusto einzustellen und ein paar Gimmicks einzustellen.

Märklin bietet dafür einen relativ günstigen Programmer an in Form eines zweiteiligen USB-Sticks, wobei „dafür“ bereits zu weit gegriffen ist. Doch dazu gleich. Die Software bietet märklin gratis zum Download an; das wirkt erstmal alles sehr professionell. Bis man mit märklins Denke zusammenprallt.

Das ist nämlich das eigentliche Problem solcher Produkte: Sie offenbaren ungeschönt das Denken ihrer Entscheider und Entwickler. Und in märklins Fall hat man es mit vielen Verboten, Grenzen und Kompliziertheiten zu tun. Sowieso eigentlich immer, aber im Allgemeinen fällt das nicht auf. Aber hier. Man darf eigentlich gar nichts, frei Denken schon mal gar nicht. Aber eins nachm annern.

Liefer-Umfang. Plus marginal-Anleitung.

Software – neue Software.

Also, Software installiert, danach via PopUp erfahren, dass es eine neue Version gibt. Okay, die auch runterladen und warten. Nein, die installiert sich nicht neu. Die muss man selber installieren. Aber wo ist sie hin? Irgendwo in irgendeinem Ordner, von dessen Existenz man bis dato nichts wusste. Grummel Also, suchen, finden, installieren. So jetzt aber. Schaut nett aus, kein weiteres PopUp. Mann, ich wollte nur den sanften Lichtwechsel…

USB-Stick und Schnittstellen-Aufnahme sitzen sehr locker aneinander, denkt man so. Irgendwann entdeckt man eine winzige Abstufung. Mit sanfter Gewalt eingepresst klickt es plötzlich leise, und die Teile sind fest verbunden. Da hätte es einer offensichtlicheren Lösung bedurft.

Programmieren mit dem Programmer verboten.

Decoder aus der MHI-247 in den Schnittstellen-Abschnitt eingesetzt, den in den USB-Stick, und auslesen… Ein PopUp:

kein Nachrüstdecoder“. Ja, ich WEISS, Schätzchen!

Ja, stimmt. Ist ja aus der Lok, ne? Ich besitze ein Erinnerungsvermögen… Ebenso beim Decoder der recht aktuellen BR 120. „kein Nachrüstdecoder“. Man möchte schreien.

Erst per Google erfährt der geneigte Anwender, dass Decoder aus märklin-Loks, die ab Werk mit Decoder kommen (ähm, also alle) nicht mit diesem Programmer programmiert werden können. Anstelle genau diese Info in das verflixte PopUp reinzuschreiben, steht da… Sie wissen schon.

Märklin nannte mir am Telefon „rechtliche Gründe“ als Ursache für diese Sperre. Die Tatsache, dass man die genannten Decoder laut Service aber sehr wohl per CS3 individuell programmieren kann ließ man unkommentiert, ebenso die Möglichkeit, dass man die gewünschten Funktionen per CV Programmierung (!) in die Loks schreiben kann, nur eben nicht fest einschreiben, wie mit dem Programmer theoretisch möglich.

Märklin macht es mal wieder unnötig kompliziert. Ich vermute hier einen krassen Fall von Betriebsblindheit. So wie bei Windows95: „Wenn man weiß, wie es funktioniert, dann ist es eben ganz einfach.“ Das muss heutzutage geschmeidiger laufen. Es wird aber noch besser.

CV-Empfehlungen bleiben märklins Geheimnis.

Fragt man beim märklin Service nach, welcher CV Einstellungen ein märklin-Decoder aktueller oder vorheriger Bauart bedarf, um einem (seltsam hüpfenden) märklin-StartUp ICE2 zu optimalen Fahreigenschaften zu verhelfen, heißt es wörtlich „…gibt es keine Tabellen für die Einstellungen der verschiedensten Modelle. Dies muss ein Umrüster sich selbst erarbeiten.“ Wie bitte?

Der Zug ist tausendfach verkauft worden, aber märklin gibt die optimalen CV Werte nicht preis? Und sorry, „erarbeiten“ werde ich mir gar nichts.

Das geht also besser, märklin sagt’s aber nicht. Andere Decoder-Hersteller geben klare Anweisungen, was wie zu programmieren ist. Also sind märklins Decoder zukünftig raus. Basta. Das ist mir zu ablehnend bis autoritär. Es geht aber noch weiter.

DOS-Niveau mit Windows-Optik.

Für eine decoderfreie Lok bekam ich einen märklin-mld3 Decoder; wenigstens der sollte sich ja einfach programmieren lassen, ne? Ziel:

F0: Licht an, weiß / rot, mit der Fartrichtung wechselnd, sanfter Lichtwechsel.

F1: Alle Lichter auf Lokseite 1 aus.

F2: Alle Lichter auf Lokseite 2 aus.

F4: Verzögerungen aus, rote lichter aus, weiße Lichter beidseitig an.

Klingt cool und praxisnah, oder? Ließe sich als Projekt abspeichern und in so ziemlich sämtliche soundfreien Bundesbahn-Loks einprogrammieren, geradezu stempeln. Denkt man so. Und dann trifft man auf märklins Realität.

Denn diese Software ist so kryptisch konzeptioniert, dass man nullstens intuitiv versteht, wie sich das konkrete und keinesfalls sonderlich ambitionierte Ziel erreichen lässt.

Den sanften Lichtwechsel und die Motor-Einstellungen habe ich hingekriegt. Aber dann… 🤬

Natürlich beschied mich der märklin-Service auf eine Anfrage abschlägig, „keinesfalls“ erstelle man individuelle Decoderprojekte.

Selbst eine Anfrage in einem märklin Fan-Forum brachte keine Erkenntnissse – außer, dass bereits eine Vielzahl an Modellbahnern an dieser Software gescheitert ist. Was für ein schlechtes Produkt.

Anstelle eine wirklich coole Software zu stricken, die das Programmieren charmant von der Hand gehen lässt, erwartet märklin in 2021, dass man sich „einarbeitet“. Wie anmaßend, denn natürlich besitzen die Menschen, die das entschieden haben, selber Smartphones. Also wissen sie auch, was intuitive Bedienen bedeutet.

Diese Software von märklin ist das Gegenteil. Nach vielen, vielen frustrierenden Versuchen habe ich das Projekt abgebrochen. Es war mir egal geworden.

Der letzte Versuch. 🙂

Ich sollte eine Lok mit einem märklin mld3 Decoder umbauen. Großspurig gab ich an, das Ding „narrensicher“ mit den neuen Werten ’stempeln‘ zu können – ich habe ja den Programmer. Wie naiv.

Mir war bekannt, dass man in die seitliche Schraubenleiste der Schnittstellenplatine viele viele Kabel einbringen muss, um den Decoder zu programmieren. Aber irgendwozu muss ja diese achtpolige Steckdose ja gut sein. Also, Kabel sinnig gekürzt, die nicht gebrauchten zusammen in einem Schrumpfschlauch gebändigt, und ab mit dem Decoderstecker in die Platine. …Sie können es sich denken, oder? Genau.

Decoder antwortet nicht“. Ja-haa. Dann ni-hiicht.

Also denke ich mir, ‚gut, der Decoder hat ja seine Buchsenleiste drauf, einfach das Schutzgummi wegschneiden und den Decoder mit seiner 21poligen Schnittstelle in die Platine stecken. Was ich aber DANN sah, hat mich richtiggehend geekelt:

Die Litzen in den Buchsen der 21poligen Schnittstelle…

märklin hat die Kabel IN die Buchsen hineingelötet! Wer entscheidet sowas! Bah!

…sehen von oben so aus.
Zum Programmieren kann man die Litzen VOR dem Einbau hier einschrauben. Ergebnisse mal eben in der Lok ausprobieren iss nich.

Fazit: Der Programmer von märklin kostet wenig, darf noch weniger, und er bringt eine schwierige Software mit. Liebhaber von Textaufgaben werden ihre Freude haben. Man hält den Kunden absichtlich ein bisschen unfrei, um entweder mehr Geld zu verdienen (CS3) oder sich vor angeblich tragischen Service-Fällen zu schützen. Man hat viel Angst bei märklin. Aber den Kunden doof zu halten, das gelang nicht einmal Apple langfristig (Stichwort MP3).

Ob märklin jemals in 2021 ankommt? Umsatz ist übrigens nicht alles. Der findet nur tagesaktuell statt und kann sich bei launischen Kunden schnell ändern… Mein konsequentes Fazit dazu zeigt sich im abschließenden Foto:

Ausgequietscht.

Damit sind nicht ‚Modern Talking‘ gemeint (die hören sowieso nie wirklich auf), sondern märklins Drehgestelle für die Silberlinge und deren Varianten. Hardcore-Märklinisten sollten besser nicht weiterlesen.

Zustand vorher und nachher: Zu sehen ist der Eingriff später nicht.

Die neuere Generation von märklins Silberlingen ist schon recht gut gelungen. Die Längenverkürzung fällt nun eigentlich nur noch denen auf, die aktiv darauf achten. Vorbildgerecht sind die Drehgestelle fallweise mit Bremsklötzen versehen.

Dies ist der Einsatz für die Bremsklötze; sehr intelligent konstruiert. Eigentlich.

Und genau hier kann so ein nervtötendes Qietsch-Geräusch entstehen, weil hier der Abstand zu den Laufflächen schon extrem eng gehalten ist, und die Form konstruktiv keine Rücksicht nimmt auf die in jeder Richtung beweglichen Räder.

Hier erkennt man die scharfen Kanten der Bremsklötze, die an den Rädern schleifen können.

Wenn man die Bremsklötze von hinten sanft hinterschneidet ist das Quietschgeräusch augenblicklich verschwunden, und von außen sieht alles so aus, wie vorher.

Zuviel des Guten (mein Zahnarzt kann das viel besser), aber gut zu erkennen: Hier muss man Material abtragen, danach herrscht Ruhe.

Man klippst dazu die Imitation der Bremsklötze vorsichtig heraus, entfernt vorsichtig mit einem scharfen Messer die scharfen Kanten ihrer Rückseiten und klippst sie wieder ein. Das war es.

Freie Fahrt für quietschfreie Silber- oder Mintlinge. 🙂

Lautlose N-Loks (02)

Für Fleischmanns ICE Triebköpfe 7440 / 7450 / 7452 bietet micromotors.eu einen Umbausatz an, inklusive Porto bezahlt man dafür rund 35 Euro. Mit neuen Schnecken und einer Schwungmasse ist alles dabei.

Man braucht eigentlich keine Anleitung. Ich habe alles nach Gefühl und mit Ausprobieren zusammengesteckt und zusammengeklebt. Der gesamte Umbau hat inklusive Löten nur etwa eine halbe Stunde gedauert.

Auseinander:

  1. Triebkopf demontieren.
  2. Herumdrehen und die Drehgestelle herausnehmen, dazu die seitlich eingesteckten Stangen entfernen.
  3. Die Platine herausnehmen, dazu die Klippse von oben vorsichtig zur Seite schieben.
  4. Den Fleischmann-Motor herausnehmen, dabei die zwei großen Zahnräder beiseite legen und nach Wahl die schwarzen Kunststoff-Schnecken von der Welle abziehen.
Original-Antrieb by Fleischmann. Decoder ist bereits eingebaut.
Auch hier sieht man den Kohle-Abrieb des Fleischmann-Motors. Den dadurch entstehenden Problemen entgeht man durch den Einbau des Glockenanker-Motors.

Neu zusammen:

  1. Den neuen Motor mit einem winzigen Klecks Sekundenkleber in seinem gedruckten Gehäuse fixieren, und zwar so, dass die Kabelanschlüsse waagerecht angeordnet sind.
  2. Das beiliegende schwarze Kabel mittig durchschneiden, beide Enden kurz ablängen, die Litzen verzinnen und jeweils ein Ende an den Motor löten.
  3. Auf die neuen Adapter-Röhrchen entweder Fleischmanns schwarze Schnecken komplett aufdrücken oder die neuen Messingschnecken komplett aufschieben und dabei festkleben.
  4. Auf ein Röhrchen die Schwungmasse aufschieben aber noch NICHT verkleben.
  5. Den Motorblock locker in seinen Platz im Metall-Rahmen legen und das Röhrchen ohne Schwungmasse einkleben, sodass die Schnecke mittig über dem Drehgestell-Halter liegt. Immer wieder in der Länge abgleichen hilft.
  6. Nun dasselbe mit dem zweiten Röhrchen.
  7. Erst wenn der Kleber das Röhrchen wirklich fixiert den Ort für die Schwungmasse mit der Aussparung im Rahmen abgleichen, einen kleinen Klecks Kleber auf das Röhrchen geben, die Schwungmasse draufschieben und – warten, bis alles wirklich fest ist.
  8. Nun Fleischmanns Motorkontakte von der Platine abbrechen und die kurzen Kabel vom Motor dranlöten.
  9. Platine sorgfältig wieder aufsetzen und mit allen Metall-Klippsen fixieren.
  10. Drehgestelle wieder einbauen; ein paar kleine Tröpfchen Öl auf die bewegten Teile schaden nicht.
  11. Sollte das Fahrzeug sich in Bezug auf die Beleuchtung falsch herum bewegen einfach die Motor-Kabel auf der Platine vertauschen, nicht unnötig direkt am Motor herumbraten. Das war es schon.
So sieht der neue Antrieb von micromotor.eu aus. Passt.
So werden die neuen Anschlusskabel für den Motor verstaut.
Decoder-Anschlüsse für Motor und Stromversorgung; auf der Platine müssen zwei Schnitte gesetzt werden, pink gekennzeichnet.
So habe ich die neuen LED angeschlossen. Etwas wüst, funktioniert aber prima. 🙂

Ich habe noch einen D&H Decoder eingebaut und die beiden Glühlampen gegen 19V LED ausgetauscht. Diese sind mir persönlich für diesen Zug aber zu funzelig, da kommt also noch Besseres.

Nun bewegt sich der ICE leise über die Gleise; nur das typische das Getriebegeräusch bleibt. Mir gefällt der Zug jetzt noch besser.

Lautlose N-Loks (01).

Robust aber laut, so kennt man die klassischen Antriebe von Arnold oder Minitrix. Neue, günstige Motor-Sets lassen die sägenden Geräusche schnell vergessen.

Diese unscheinbare Anordnung bewirkt exzellente Fahreigenschaften auch ältester N-Loks.

Drei neue Anbieter, tramfabriek, 1001-digital und micromotor, liefern für 25 bis 30 Euro alle Teile, um die originalen Krach-Motore zu ersetzen. Dabei sind ein (tatsächlich) fünfpoliger Glockenanker-Motor, ein Adapter für den Einbau aus dem 3D Drucker, eine oder zwei Röhrchen als Adapter sowie fallweise neue Schnecken oder sogar Schwungmassen.

Der Umbau geht meistens leicht von der Hand. Schnell sind die Einzelteile zusammengesetzt, dabei ist nur ein gewisses Augenmaß gefragt.

Eine Fachwerkstatt sollte diese Schnecken entfernen (für den Schnappschuss nur locker aufgesteckt). Diese vielen Beschädigungen sind das Resultat. Tja, wo ‚Engel‘ draufsteht kann eben auch ‚Bengel‘ drinsein.

Einziger Nerv-Faktor der Minitrix Motore sind ihre Schnecken. Sie werden oft wiederverwendet, sitzen aber extremst fest auf den Wellen. Diverse konsultierte Optiker, Schlüsseldienste und Feinmechaniker sind beim Versuch, die Wellen abzuziehen, an dieser Technik ‚Made in Germany‘ gescheitert, zumeist recht amüsiert („wieso muss das SO fest sein, wie lang sind die die Züge, meine Güte?!“) . Also vertraut man die Motore einer Modellbahn-Fachwerkstatt an, über Google und Ähnliche findet man welche.

Ich werde nun nach und nach verschiedene Umbau-Vorschläge zeigen, dabei beginne ich mit der einfachsten Möglichkeit, dem reinen Motortausch. Das Objekt ist eine blaue Kasten- 110 von Minitrix, produziert in Nürnberg 2002.

Obwohl die Form der Minitrix 110 seit Jahrzehnten existiert, gefällt mir die Lok ganz prima.

Anleitung:

  1. zwei lange, freie Litzen an den Motor löten
  2. den Motor vorsichtig in das 3D-Druck Gehäuse drücken, dabei die Litzen herausfädeln
  3. die Minitrix-Schnecken sauber auf die Enden der Röhrchen (‚Adapter‘ genannt) kleben
  4. die Adapter mit sehr (!) wenig Kleber auf den Motorwellen befestigen, zuvor immer wieder an der Lok die exakte Position prüfen
  5. Motorsatz vorsichtig seitlich in die Lok einschieben, dabei auf die Litzen durchfädeln
  6. Litzen sinnvoll kürzen und auf die Platine löten. Fertig.

Nun also zur Probefahrt. Der Effekt ist verblüffend: Eine zuvor nervig knurrende 110 von Minitrix bewegt sich nun angenehm geschmeidig und ohne jedes Geräusch über die Strecke. Das Fehlen der Schwungmasse macht sich nicht negativ bemerkbar, denn das war vorher nicht anders. Dynamisch und gleichmäßig fährt die Lok über die Anlage.

Und man lernt, dass der Mensch tatsächlich eine Art Gewohnheits-Tier ist: Nach Jahren mit lauten N-Loks meint man beim ersten Losfahren mit dem neuen Motor doch wieder etwas zu hören. Natürlich blanker Unsinn, denn Einbildung ist eben keine Bildung.

Also, die Lok ist leise. Man hört wirklich gar nichts, nur bei sehr hoher Geschwindigkeit bemerkt man dezent die Messing-Zahnräder arbeiten. Aber das klingt sogar ganz nett.

Ich bin rundum zufrieden. Die N-Bahn hätte ein viel besseres Image, wenn die Hersteller nicht über Jahrzehnte so schnarrende Antriebe eingebaut hätten.

Nach wenigen Tagen Fahrbetrieb bereits zeigte sich in der damals neuen Minitrix 110 Kohle-Abrieb. Die neuen Motore ersparen einem solche Erfahrungen.

Minitrix hat dieses Fahrwerk über Jahrzehnte baugleich verwendet für Lokomotiven der Baureihen 110, 111, 112, 114, 139 und 140. So ist es also möglich, einen großen Teil älterer und auch stein-alter Lokomotiven mit aktueller Antriebstechnik aufzuwerten und die alten Schätzchen neu zu entdecken. Antriebs-Sets für weitere Lokomotiven findet man auf den Websites, und es kommen fortlaufend neue Varianten dazu.

Hinweis: Meine blaue 110 war ein eigensinniger Fall, muss am Besitzer liegen. Denn nach dem Umbau saß der Motor noch minimal zu hoch, sodass die Schnecken lediglich die Zahnrad-Spitzen berührten. Diversen 3D-Gehäuse-Varianten später (danke nochmal an Sven!) griff ich zum Cutter und nahm mir autoritär das 3D Gehäuse vor:

So habe ich den Boden ausgeschnitten. Auch die Stirnseiten wurden leicht angepasst.

Boden sowie die stirnseitigen Aufnahmen des 3D-Gehäuses schnitt ich so weit aus, dass der Motor tief genug einsinken konnte. Eine gewisse Menge Sekundenkleber fixiert den Motor dann endgültig in seinem schwarzen Gehäuse, und alles passt.

Ob man bei Trix damals den Rahmen geändert hat, keine Ahnung. Wie gesagt: Ältere Auflagen der 110 / 111 / 112 / 140 lassen sich ganz einfach durch Umstecken umrüsten.

Roco Line mit Bettung reloaded.

Seit einiger Zeit gibt es das Roco Line Gleis wieder mit der Gummibettung zu kaufen. Zeit für eine Betrachtung.

Roco Line mit Bettung: Serie (vorn) und Prototypen (hinten)

Zur Messe 1989 präsentierte Roco ein neues Gleis-System namens Roco Line. Dabei fielen zwei Features besonders auf: Das niedrige Schienenprofil von 2,1mm, damals eine Sensation, und natürlich die überbreite Bettung.

Nun könnte man eine gewisse Verschwörung wittern, weil die Zeitschrift ‚eisenbahn magazin‘ schon Jahre zuvor den Schlachtruf „herunter von der hohen Schiene“ begründet hatte und die dortigen Testberichte bereits seit Jahren auffallend pro-Roco verfasst waren. Beweisen lässt sich das alles natürlich nicht, aber denken darf man, newahr?

Roco Line ohne Gummi-Bettung ist ein wirklich schönes, solides Produkt. Diese Weiche mit 10° stammt aus dem Jahr 1991. Darauf rollt eine Diesellok BR 212 von Trix aus aktueller Fertigung.

Das Gleis-System selbst, also ohne die Bettung, ist eine schöne, solide Erfindung; etwas verkopft konzipiert, aber das ist bei Roco seit jeher der Fall.

Die zierlichen Schienen mit ausgerundetem Kopf-Profil auf schön gestalteten Schwellen machen etwas her, und praktischerweise bleiben die beiden Konzepte der Weichenformen 15° und 10° in identischem Gleismitten-Abstand, während das C-Gleis von märklin und Trix hier unterschiedliche Abstände liefert.

Diese Herzstücke sind wahlweise Strom führend. Ohne Aussetzer rollen darauf Loks mit NEM-Rädern, wie Roco selbst sie leider keineswegs immer einbaut.
…und hier wird das Herzstück auf Wunsch mit Strom versorgt. Sehr durchdacht.

Grandios sind die vielen verschiedenen Weichenformen, die Roco Line bietet: Nicht einfach Standard- und Bogen-, Dreiweg- und Doppel-Kreuzungsweichen, sondern eben auch ‚Einfache Kreuzungs-Weichen‘ – und dies jeweils für mindestens zwei Konzepte; es gibt inzwischen vier verschiedene Bogenweichen-Typen und die meisten Weichen-Typen sind sowohl in 15° als auch in 10° Version erhältlich. Wer mehr will, als nur herumfahren, wird hier geradezu verwöhnt mit der Auswahl an ‚Abzweig-Möglichkeiten‘.

Dazu gebogene Gleise in fünf (plus drei) Radien, und ein klares Sortiment an Geraden. Alles da und sogar mehr, als man braucht. Das ist HighEnd in Großserie, das habe ich andernorts schonmal so formuliert. 😉

Aber bereits an dieser Stelle findet man auch einen Kritikpunkt: Die vielen unterschiedlichen Mini-Gleise D2, D4, D5, D8 und D12 – sorry, geht’s noch?

Hätte Roco genauer bei märklins K-Gleis nachgeschaut, wäre ihnen schon damals der Gedanke einer lang-kurz-Geometrie gekommen. Heutzutage kann man am PC so lange herumklicken, bis es schließlich zusammenpasst. Aber 1989 war derartiges für die meisten Modellbahner nicht einmal vorstellbar.

Angenehm war, dass Roco das Line-Gleis nachträglich immer mal wieder modernisierte: So erhielten die Weichen zwischenzeitlich Radlenker aus Metallschienen, und in den Bettungs-Weichen experimentierte man mit Magneten anstelle von herkömmlichen Federn.

Ein weiterer und für so Manchen der k.o.-Kritikpunkt sind die Preise der Antriebe für Roco Line Weichen ohne Bettung. Diese kommen nämlich mit schlackernden Weichenzungen und verursachen so Zusatzkosten, selbst für Spielbahner:

Der Handantrieb kostet heute acht Euro, der elektrische fast €30, was teurer ist, als Mitbewerber für eine Weiche aufrufen.

Außerdem kosten heute manche Line-Weichen ohne Bettungen nicht nur nicht weniger, als die mit Bettungen, sondern manchmal sogar mehr, die EKW zum Beispiel.

Die teuren Antriebe verkommen zudem zum Wegwerf-Artikel, sobald man die Gleise fest auf einer Anlage installiert und die Antriebe unsichtbar unter der Platte anbringen möchte.

Einen Unterflur-Satz, wie für das alte 2,5mm Gleis, bietet Roco für das Line Gleis nicht an. Eigentlich unglaublich.

Mit diesen Produkten ließen sich die Antriebe der alten 2,5mm Weichen unter die Platte verlegen. Für Roco Line böte sich das ebenfalls an, eventuell bräuchte man nur die Form-Unterseite anzupassen. Quelle: Roco Katalog 1991.

Also, Roco Line ist ein wirklich gutes Gleis, das ich gerne empfehle. Es übertrifft die Produkte der Mitbewerber Tillig und Piko sowohl optisch wie auch technisch, und auch qualitativ ist Roco Line höher angesiedelt. Nur die Preispolitik sowie die ausbleibende Vermarktung sollten an die Realität angeglichen werden. Denn einen Markt für Gleise ohne Bettungen gibt es ja – wie die Genannten beweisen.

Wer ein schönes (!) Schotterbett wünscht, findet dieses bei Merkur:

https://www.merkur-styroplast.de/Gleisbett-Zubehoer/Roco-Line-H0:::46_74.html

Mehr über die Styroplast-Bettung für Roco-Line Gleise hier:

Ach ja, die Line-Bettung. Oh je.

Roco Line mit Bettung mit „unsichtbarem“ Gleis-Übergang.

Roco hatte sich damals „Maßstäblichkeit“ als Alleinstellungs-Merkmal auserkoren, vermutlich von irgendeinem wichtigtuerischen Marketing-Typ so eingeredet. Ohne die Nebenwirkungen zu beachten.

Denn so schön maßstäblich lange Fahrzeuge sind, angesichts der Abmessungen in den meisten Wohnungen und den Geometrien der Gleis-Systeme passen sie längst nicht immer in die Gegebenheiten.

Nicht einmal zu Roco Line, wo sich hauseigene 303mm / 312mm Waggons bei der Begegnung auf Bogenweichen 36cm/42cm berühren.

Mich beschleicht der Verdacht, dass man die Bettung nachträglich unter das fertige Line-Gleissystem konstruiert hat. Vermutlich, um die Spielbahner, die gern auf dem Teppich fahren, nicht alleine märklin (alpha-Gleis) und Fleischmann (Profi-Gleis) zu überlassen.

Spielbahner aber waren noch nie die Zielgruppe von Roco, und man hat sich auch später nie wirklich um diese gekümmert, was völlig okay ist, jedem das seine. Aber dann bitte nicht so tun, als ob.

Mit dieser qualitativ leider reduzierten Diesellok startete Roco sein neues Gleis-System.
Wer ein teures feines Gleis kauft, beginnt natürlich mit einer Zirkus-Welt (hier V2). …oder etwa nicht?
Eine sehr gute Idee (von Trix abgeguckt): Bastelbögen für die ersten Gebäude.
Diese Lok besitzt immerhin wieder zwei angetriebene Drehgestelle (Yay!), aber dennoch nur eine Glühlampe. Was für ein Quatsch.

Die Bettung von Roco Line ist also in etwa maßstäblich breit, mit vorbildnahem Böschungswinkel, und sie besteht aus einem Sockel aus hartem Plastik und der weichen Schotter-Nachbildung. Das ist sehr aufwändig, also teuer in der Fertigung.

Der Effekt der Gummibettung ist natürlich eine sensationelle Dämpfung der Rollgeräusche fahrender Züge. Zwischen Sockel und Brett sollte man eine Schicht Zellkautschuk verlegen, damit die Schwingungen sich nicht doch auf das Holz übertragen. Und Verschrauben ist natürlich verboten, ein guter Kleber reicht völlig aus.

Roco Line Gleis, Sockel, Bettung.

Dieses Konzept hat zwei Nachteile: Der Pastik-Sockel wurde relativ flexibel ausgeführt, was die Gleise bei mehrmaligem Auf- und Abbauen verbiegt – und so belässt. Richtig plan wird das nie wieder.

Schade, schade, schade. Bitte die Torte.

Außerdem sieht die Schotter-Nachbildung irgendwie picklig aus, nicht wie Schotter-Steine, und einheitlich ist das Ergebnis auch nicht: Die Bettungen R2 und G1 sind besonders gut gemacht, andere Bettungsteile aber weniger aufwändig, und besonders die Bettung der Gebogenen R10 wirkt recht flach.

G1 links und R10 rechts mit unterschiedlich starker Körnung.

Wegen der maßstäblich breiten Bettung hat sich Roco das Abschneiden des Materials bei Merkur abgeschaut. Klingt einfach, ist es aber nicht; kaum jemand schafft das wirklich exakt, und bei Bogenweichen kriegt man ne echte Krise, zumal Roco selbst das ab Werk auch nicht bewältigt, wie das Foto zeigt:

Schnippel-Fail, made by Roco 1989.

Überall bekommt man gebrauchte, abgeschnippelte Bettungsgleise zu kaufen, weil die Modellbahner nicht fortwährend an ihre vergeblichen Versuche, Perfektion zu erreichen, erinnert werden wollen und lieber neues Material einkaufen.

Roco hat ignoriert, dass man auch Weichen mal probehalber direkt aneinanderstecken möchte, um Pläne auszuprobieren, und gerade die Weichen anzuschnippeln, das trauen sich Viele nicht. Man baut also immer dasselbe auf. Frustrierend.

Und Roco hat mal wieder den Faktor ‚Mensch‘ vergessen.

Original und Neu-Auflage: Links ein Gleis aus 1989, rechts aus der aktuellen Neuauflage.

Bis heute gibt es keine Bettungen als Ersatzteile zu kaufen, angeboten wird lediglich so ein popeliges Reparatur-Set. Piko macht das besser.

Außerdem sieht man die Gleis-Übergänge überdeutlich, entgegen dem, was Rocos Pubikationen tapfer behaupteten.

Hier zu schnippeln erfordert Mut.

Ein wichtiger Kritikpunkt war und ist die Farbe der Bettung. Ursprünglich war Roco Line mit braunen Bettungen angekündigt, die der beliebten Bettung von Merkur sehr ähnlich sahen. So sehen vielbefahrene Gleise eben aus.

So attraktiv hätte Roco 1989 durchstarten können. Man wollte es anders, in jeder Hinsicht.

Aber nur drei Monate nach Ankündigung ließ Roco auf der Dortmunder Messe 1989 über die Farbgebung der Bettung abstimmen. Ich selbst war damals nicht vor Ort, aber ein zeitgenössischer Leserbrief im ‘eisenbahn magazin’ berichtete, Roco habe drei verschiedene Farbgebungen zur Abstimmung gebracht, zwei aufwändig gesprenkelte graue Bettungen sowie das bereits bekannte Braun. Was nicht gezeigt wurde, war die später realisierte blaugraue Farbe, von der Roco dann aber feist behauptete, diese entspreche dem ausdrücklichen Wunsch der Mehrheit der Modellbahner. Man nennt sowas: Lüge.

Roco Line hätte auch mit Bettung sympathisch sein können. Tja.

Dass eine unsympathische, leblose Farbe durchgeboxt wurde, obwohl märklin und Fleischmann als Platzhirsche ihre Bettungen in sympathischer Colorierung anboten, das kann man nur mit emotionaler Armut der Entscheider erklären.

Denn die normalen Modellbahner kaufen nach Sympathie, nicht nach technischen Daten. Und tatsächlich wurde und wird kaum jemand mit diesem Blaugrau wirklich warm. Emotionen spielen bei der Kaufentscheidung eine große Rolle, wie ich erfahren durfte:

Mitte der 90er Jahre jobbte ich in einem Fachgeschäft und stieß trotz meiner wohlwollenden Empfehlungen fortwährend auf Ablehnung des RocoGleises durch die Neukunden: Rocos Bettung sehe “zu künstlich” aus. Wie sagt man heute? ‚Bäm!‘ Und dann kaufte man mir entweder Fleischmanns Startsets „des Jahres“ mit dem Profi-Gleis ab oder, natürlich, märklin-Sets, auch mit Metallgleis. Stichwort Farbe, wem fällt was auf? Genau.

Roco HighEnd 1989.

Fazit: Roco Line ist ein tolles Gleis, wenn man es ohne Bettungen kauft. Dann kann man die Gleisfiguren frei aufbauen. Die Preise für die passenden Antriebe sollte man bei Roco dringend überdenken.

Die Ming-Vase der Sparda-Bank.

Mitte der Nullerjahre entdeckte ich im Schaufenster einer Bank diesen knall-orangefarbenen Werbe-Waggon, hergestellt von Roco. Neugierig erkundigte ich mich in der Filiale, ob das Fahrzeug dort erhältlich sei.

Wider Erwarten gab man sich extrem distanziert. Anstelle das Werbe-Ding als solches zu bewerten, nuschelte man irgendwas von „Sammlerstück“ und „sehr selten“, und nein, das gute Stück sei zu 100% unverkäuflich. Ah ja.

Nun ist mir eine gewisse Sturheit zueigen, also rief ich bei der Sparda-West in Düsseldorf an. Ooh-ha, da war ich ja an die Richtige geraten: Geradezu pikiert (Düsseldorf, Sie wissen schon) wehrte sie mein Ansinnen ab, denn dieses Fahrzeug sei „außerordentlich selten, bei Sammlern heißbegehrt und keinesfalls einfach so verkäuflich“. Ah ja.

Kurzerhand rief ich bei der Sparda-Bank in Hamburg an, nur so aus Neugier, und wieder zeigte sich, dass Düsseldorfer zwar gern den Hamburger Stil hätten, aber eben nur Düsseldorfer bleiben. Denn die freundliche Hanseatin amüsierte sich hörbar über ihre rheinischen Kolleginnen und sagte wörtlich „…tut mir ja sehr leid, aber mit so einer ‚Ming-Vase der Sparda-Bank‘ können wir nicht dienen!“ Sehr cool. So muss das! 🙂

Wenige Tage später entdeckte ich diese ‚Ming-Vase‘ auf der ausschließlich in echten Insiderkreisen bekannten Handelsplattform für seltene Kunstobjekte (ebay) und gab ein ‚Vermögen‘ von knapp fünf Euro dafür aus.

„freundlich“? „fair“? Gewiss.

Lost Places – gammelige Online-Shops.

Modellbahn-Artikel, die vor Längerem produziert worden sind, kann man über Google (oder so) finden. Das klingt sehr praktisch. Leider lassen viele Händler zuviele alte Daten in ihren Shops stehen.

Dieser Artikel ist nicht mehr lieferbar!“ …warum ist er dann noch online!?

Dieser Artikel kann für Sie bestellt werden!“ …nee, kann er NICHT, er ist seit Jahren nicht mehr lieferbar.

Ausverkaufte Artikel online stehen zu lassen bedeutet entweder, dass diese Modellbahn-Händler das Internet noch nicht begriffen haben. Oder sie wähnen sich überschlau.

Denn Google zeigt diese Dinge zwar als Such-Ergebnisse an, aber sie bleiben genau das: Such-Ergebnisse. Keine Find-Ergebnisse. Selbst die Google-Ansage ‚lieferbar‘ ist in 99% der Fälle Quark.

Es gibt Händler, die haben im Wortsinn seitenweise Artikel als ’nicht lieferbar‘ gekennzeichnet; wie schlampig zum Kuckuck kann man seinen Shop eigentlich aussehen lassen? Extrem ermüdend ist es, zwischen lauter ‚Nieten‘ nach einem ‚Gewinn‘ zu suchen. Irgendwann lässt man das sein – und diese Händler links (oder rechts) liegen.

Bemerkenswert sind Webshops, die die Existenz von Smartphones ignorieren: Zur Anzeige des Such-Ergebnisses soll man ewig lange nach unten scrollen, weil das Anpassen des Shops an Smartphone-Technik zu teuer sei. Ah ja. ‚Neuland‘, Sie wissen schon.

Besonders brilliante Händler nutzen spezielle Werkzeuge, um in den Suchergebnissen ganz weit oben zu stehen. Obwohl sie die in der Suche angezeigten Artikel nicht da haben. …achso.

Offenbar gehen diese Damen und Herren davon aus, dass der Modellbahner, schon mal auf der Website, die vielen schönen anderen Sachen anschaut und kauft…

Hinweis 1: Modellbahner sind keine manipulierbaren Kleinkinder. Ich suche grad‘ DIESEN EINEN verflixten Waggon, und nichts Anderes. 🙂

Hinweis 2: Ein Online-Shop ist die offizielle Visitenkarte und in den meisten Fällen der erste Kontakt überhaupt zu einem Geschäft. Das aber ist vielen vor allem älteren Herr- und Damenschaften offensichtlich egal.

So verkehrt sich diese pseudo-ausgefuchste Werbe-Idee ins Gegenteil, sie vertreibt Kunden.

Es gibt natürlich auch ganz wunderbare Web-Shops, die klar und übersichtlich ihr Angebot darstellen. Diese dürfen sich gerne von diesem Blog-Eintrag ausgeklammert fühlen. denn DORT kauft man gerne ein. 🙂

Ein Lob für den Service von Lenz Elektronik.

Wer (Modellbahnen-)baut, baut auch mal Mist. Vor zuviel Frust bewahrt einen der der Austausch-Service von Lenz Elektronik.

Loks mit Decodern auszurüsten macht Spaß, und gerade bei Fahrzeugen ohne Schnittstelle ist das Erfolgserlebnis besonders intensiv.

Wenn aber aus eigener Dusseligkeit ein Decoder zerstört wird, dann ergeben sich zugleich verschiedene negative Szenarien:

Frust entsteht, weil einem die eigene Unachtsamkeit vorgeführt wird. Außerdem nervt der finanzielle Schaden, weil gerade 30 bis 100 Euro ins Nirvana entschwunden sind. Man kann sich also mehrfach ‚bestraft‘ fühlen. Was in der Folge bei sensiblen Gemütern Ängste verursachen kann, mit der primitivsten Lösung: Man verteufelt die ganze Digitaltechnik.

Abgesehen davon bauen manche Hersteller minderwertige Motore ein, weil man sich nicht vorstellen kann oder möchte, dass mit ihren Zügen wirklich gespielt wird – und derartige Motore nehmen beim Kaputtgehen den Decoder direkt mit.

Nun gibt es verschiedene Methoden der Hersteller, mit solchen (Aus-)Fällen umzugehen. Die von Lenz Elektronik ist zweifellos die Angenehmste.

Von einer ‚Service-Pauschale‘ bis zur Reparatur in der eigenen Firma reicht die Palette.

Dabei kann so ein Decoder-Defekt sehr wohl auch durch einen Herstellungsfehler verursacht worden sein. Dazu erreichten mich verschiedene, gleichlautende Meinungen. So oder so, es wird teuer.

Ganz anders bei Lenz Elektronik: Dort tauscht man meiner Erfahrung nach z.B. defekte Lok-Decoder oft ohne viel Federlesen aus, gegen nagelneue Bausteine. Einfach so.

Das ist eine großartige Sache, denn so bleibt es für den Modellbahner bei der einmaligen Investition – und man fühlt sich gut aufgehoben. Abgesehen davon harmoniert die heutige Lastregelung der Lenz-Decoder aus der Schachtel heraus mit den meisten Motoren ganz prima. Plug & Play funktioniert hier.

Ganz offiziell gibt man bei Lenz sogar sechs (!) Jahre Garantie auf seine Produkte, natürlich unter klaren Regeln, die auf der Website genannt werden: https://www.lenz-elektronik.de/digital-plus/garantie.php

Lenz Elektronik beweist seinen Kunden gegenüber ein Wohlwollen, das im angenehmsten Sinne ‚altmodisch‘ zu nennen ist. Und um viel älter zu klingen, als ich bin: Schön, dass es das noch gibt. 🙂

„Hören Sie auf, unsere Produkte zu kaufen“.

Jeder hat mal einen schlechten Tag, das kommt vor. Andere Menschen sind launisch, aus ihrer Natur heraus, das akzeptiert man. Und dann existieren Firmen, die den Eindruck erwecken, raue Umgangsformen gehörten zu ihren Einstellungs-Kriterien.

Bei eher im Spaß betriebener Ahnenforschung stellte sich heraus, dass ein Teil meiner Vorfahren aus Salzburg stammte. Diese wanderten dann aber freiwillig nach Ostpreußen aus, weil sie keine Lust hatten, gegen ihren Willen dem katholischen Glauben beizutreten. Renitenz ist also tief in meinen Genen verankert. 🙂

An diesen edlen Geistern hätte ich mich mal besser orientieren sollen, als man mir Mitte der 80er Jahre vielerorts von märklin abriet und statt dessen ein österreichisches Produkt ans Herz legte. Die „Rache der Gene“ ließ nicht lange auf sich warten…

So fing es an: Eine schöne, schwere V200 und ein umfassender Gesamt-Katalog.

Richtig happy war ich mit dieser Bahn nie, obwohl ich das Zeug viele Jahre gekauft habe. Denn deren propagierte Perfektion fand sich in der Realität eher selten wider, zudem: Ich ’spiele‘ gern mit meiner Modellbahn. „Betrieb machen“, das ist mir zu doof. Und wenn mich laaange Waggons davon abhalten, eine richtige Anlage aufzubauen, dann ist das echt ätzend.

Katalog 1985: Da war die Welt noch in Ordnung. Jodel-Diplome bis zum Horizont.

Absolut nichts mit Perfektion zu tun haben brüchige, rostende Gleise, abblätternde Farben an Loks und Waggons und eine sich fortsetzende Plastik-Pest. Dazu, ‚on top‘ sozusagen, gesellen sich die angesprochenen, fragwürdigen Manieren: Immer wieder kam es zu persönlichen Anfeindungen durch Marken-Mitarbeiter, einmal sogar explizit homophob; dies im Rahmen einer kurzen Zusammenarbeit. Kann man sich nicht ausdenken.

Das Zitat aus der Titelzeile fiel mir gegenüber im Frühjahr 2020 während eines Telefonates, weil ich mich trotz meiner diversen Reklamationen weigerte, die Namen von sich danebenbenehmenden Mitarbeitern auszuplaudern. Da war’s dann einer mehr. 🙂 Irgendwann tut man sich das nicht mehr an.

märklin achtet auf abwärts-Kompatibilität. Hoffentlich bleibt das so.

Denn schon seit den 90er Jahren beäuge ich die Produkt-Entwicklungen bei märklin, und das meiste davon macht mir Spaß: C-Gleis: Cool. Mfx: Genau so muss das sein. Neue Wagenlänge: Akzeptabel, mir gefällt’s und es ist mit Fleischmann in Grenzen kombinierbar.

Mittelleiter: Traditionell und eben ein Markenzeichen. (Plattenspieler sind auch wieder schick.) Kupplungen: nervig, es gibt aber Alternativen. Sondermodelle: Das Salz in der Suppe. (Ich will einen Quelle-Silberling! 🙂 ) Funktions-Wagen (Disco): Sensationell. Preise: Bemerkenswert, aber Liste bezahlt ja niemand. Das Sound-Thema kriegt man sicher noch geregelt.

„Wenn Sie mal eine super Idee haben für eine Kinder-kompatible Eisenbahn, dann sagen Sie uns das bitte.“ O-Ton aus Thüringen. Yo, Schwester. 🙂 Das hier! :-))

Alpha-Bahn, Start Up, (unseliger Mondolino) – märklin bemüht sich sichtbar und kreativ um Einsteiger-Modellbahner.

1987 bewarb märklin seine S-Bahnen mit einem Modell des Bahnhofs ‚Berlin Zoologischer Garten‘. Damals sogar verrucht, heute Dank einer Amazon-Serie wieder in den Schlagzeilen. Man beachte die angedeuteten Säulen im Untergeschoß!

Und während Andere mit einem verkopften Kernschrott namens „Next Generation“ ein veritables Voll-Fiasko erlebten, entwickelt märklin sein Kiddie-Programm namens ‚My World‘ fröhlich und erfolgreich weiter. Die märklin, ob professionell oder für die Kleinen, ist zum Spielen gemacht (und zum Sammeln), das beherzigt man in Göppingen, und Beides gefällt mir.

In Kombination mit den vielen neuen Piko-„Expert“ Modellen und sowieso allem, was der DC(C) Markt weltweit so hergibt, kann man viel Freude an der Modellbahnerei haben. Naja, und ein paar Modellen der Zickenmarke ist es natürlich weiterhin erlaubt, bei mir ihre Runden zu drehen. Schwarz-Weiß-Denke liegt mir nicht. Respekt aber schon.

Die Schwaben sind mir als ‚Bergvolk‘ sowieso lieber, und ja, ich kenne die schwäbische Alp. 🙂 So bleibt mein Geld also zukünftig im eigenen Land, auch gut, so bin ich zufrieden; und immer dran denken: märklin baut mehr, als H0-Mittelleitergleise. Nicht wahr?

märklin H0: Tradition und Moderne, Sammelleidenschaft und Spielspaß.

Kibri-Bahnsteige mit RocoLine und Piko A-Gleis.

Trotz der Vielzahl an Bahnsteig-Bausätzen für die Modellbahn gefallen mir die Kibri-Produkte noch immer am Besten. Beispielhaft beschreibe ich, wie sich diese Bahnsteige zwischen Piko- und RocoLine-Gleisen unterbringen lassen.

Kibris Bahnsteige sind meistens 5,5cm breit, das wirkt um Einiges vorbildnäher, als die üblichen 38mm Plattformen, zum Beispiel für die C-Gleise. Den erforderlichen Gleis-Abstand erzielt man bei den Gleis-Systemen Roco-Line und Piko-A durch Einsetzen der 119mm langen ‚Diagonalgerade‘ zwischen Weiche und Gegenbogen.

Oder durch eine Kombination von vier Weichen und der hübschen Kreuzung mit 30°. Diese eindrucksvolle Kombination bleibt Dank Pikos relativ niedrigen Preisen für Gleise ohne Schotterbett sogar günstig. Zwar vergrößert sich der Gleis-Abstand, dennoch lassen sich solche Kombinationen auch in Parallel-Strecken unterbringen, wie die folgenden bunten Entwürfe zeigen. Pikos Geometrie ist schon recht ausgefuchst.

Bei RocoLine ist es ähnlich, wenngleich vom Material her teurer, dafür qualitativ hochertiger. Auch hier ein Geometrie-Beispiel.

Piko selbst bietet zwar ebenfalls einen Bahnsteig an, aber in Überbreite. Um den zwischen die Parallelgleise zu setzen, benötigt man sogar zwei Diagonal-Geraden und verschenkt so viel Platz.

Viessmann-Modell legt die Kibri-Bausätze immer mal wieder in Varianten auf, dabei gibt es zwei Grund-Versionen: Eine altmodische Variante mit vielen (meistens grünen) Metallsäulen unter dem Spitzdach und die „moderne“ Form (der 60er / 70er Jahre) mit jeweils zwei mittigen Betonstützen. Dazu kommen noch Plattformen ohne Dach aber mit Öffnung für eine Bahnsteigleuchte, gerade und gebogene Endstücke und ein kurzes, mittig abgesenktes Plattform-Teil, das ein besonderes Element ermöglicht:

Auch C-Gleise von märklin und Trix können sich mit Kibris Bahnsteigen schmücken.

Der sehr klug erdachte Übergang von Bahnsteig zu Bahnsteig aus Nachbildungen von Holzbohlen. Beim Vorbild konnte hier das Bahn-Personal, und natürlich nur dieses, mal eben den Bahnsteig wechseln. Kibri hat diese Übergänge in der Ausdehnung modular aufgebaut. Spezielle Einsätze ermöglichen die Verwendung alternativ sowohl für internationale Gleise als auch für märklin Gleise. Die Nachbildungen der runden Warnschilder bringen echte Bundesbahn-Atmosphäre auf die Bahn.

Hinweis für märklins C-Gleise: Hier sind die Punktkontakte niedriger, als bei M- und K-Gleisen. Es kann also vorkommen, dass die schmalen Kunststoff-Einsätze zu hoch sind und so einen sicheren Kontakt verhindern. Viessmann sollte diese Teile dezent flacher fertigen. Modellbahner behelfen sich mit Flachfeilen oder, tja, weglassen bzw. Ersetzen.

Aktuell erhältlich ist hier die Jubiläums-Variante (unbedingt zu empfehlen für Modellbahnen der Epoche 3 bis 5):

https://viessmann-modell.com/font-color-ffdd00-b-125-jahre-kibri-b-font/sondermodelle/2708/h0-bahnsteig-altbach?c=0

Und ohne den Bohlen-Übergang aber mit grünen Stützen:

https://viessmann-modell.com/sortiment/spur-h0/gebaeude/bahn/448/h0-bahnsteig-hofheim?c=0

oder hier:

https://viessmann-modell.com/sortiment/spur-h0/gebaeude/bahn/450/h0-bahnsteig-kienbach?c=0

Aber auch andere Details sind hübsch, wie die zeitgenössisch typischen achteckigen Blumenkästen, Namensschilder der Station, runde Abfalleimer und die recht feinen Schutzgitter rund um die Treppen-Abgänge. Blumen auf dem Bahnsteig, eigentlich eine nette Sache. Die Schaumstoff-Flocken, die Blumen darstellen sollen, kann man vielleicht später für Anderes verwenden – richtig tolle Blumen-Nachbildungen gibt es im Sortiment der Firma Busch.

Nun lassen sich diese Bahnsteige ewig lang aneinanderrreihen. Ich empfehle, dazu die grauen rechten Winkel unter den Plattformen vorsichtig und sauber abzutrennen. Denn oft verhindern sie exaktes Ausrichten der Plattformen.

Die Farbgebung der Einzelteile war weder zu Kibris Zeiten, noch jetzt bei Viesmann wirklich überzeugend. Während Viessmann zu knallige Farbtöne verwendet, wählte man bei Kibri eher langweilige und manchmal absurde Farben: Stationsschilder waren beim Vorbild aus grau gestrichenem Metall und nicht braun, Telefonzellen gelb und nicht grün, und warum die Plattformen zu jeder Zeit aus bläulichgrauem Kunststoff gefertigt wurden erschließt sich nicht wirklich. Wohl dem, der Airbrushen kann. Oder einen Freund hat, der das kann. Oder der einfach gut pinseln kann.

Ein echter Klassiker von Kibri / Viessmann. Kann man nie genug von haben…

Beim Aufbauen sollte man sehr sorgfältig sein: Natürlich müssen die Gleise überall exakt parallel zueinander verlegt sein. Die Plattformen sind fortlaufend in exakt identischem Abstand zu den Gleisen zu befestigen, denn sonst können Fahrzeuge mit ihren Trittstufen hängenbleiben. An den Enden kann man nach Wahl die kurzen geraden Stücke verwenden oder eben die längeren, Gebogenen.

Wichtiger Tipp: Unbedingt mit langen Waggons ausprobieren, ob diese an der Ausrundung vorbeikommen, sonst dieses Bauteil immer weiter nach innen versetzen, bis alles klappt. Pikos ICE4 Waggons (einer reicht!) oder Rocos ‚Kakadu‘ Speisewagen sind besonders lang und besitzen tiefgezogenen Schürzen. Auch einzelne, seitliche Gerätekästen unter dem Wagenboden können stören. Dampfloks mit (zu) breit angeordneten Zylindern sind ebenfalls geeignete Test-Objekte.

Die geraden Plattformen lassen sich einfach mit der Bastelsäge kürzen. Die Fugen kann man mit Revell-Spachtel verschwinden lassen. Danach lackiert man alles sauber in einem angenehmen Mittel-Grau, die Ränder setzt man hell ab, und als Belohnung erhält man einen wirklich schönen, echt wirkenden Bahnsteig.

Abschließend passt man den Bohlen-Weg ein; zeitgenössische Fotos zeigen, wie das früher ausgesehen hat. Farbliches Nach-Arbeiten schadet nicht, denn Holz sieht nach ein paar Jahren eben nicht mehr glänzend-schokoladig aus. Für die Warnschilder gibt es passende Schiebebilder bei Nothaft:

https://www.modellbahndecals.de/alles-sonstige/Rund-um-Bahnhof-und-Bw/Nass-Schiebebilder–10-Warnschilder-rund–Ueberschreiten-der-Gleise-fuer-Unbefugte-verboten—Artikel-Nummer–0177.html

Die Imitationen der Bahnsteigleuchten sollte man natürlich gegen funktionsfähige Dinger austauschen, dazu ein Tipp: Manche Leuchten aus dem H0 Sortiment können etwas zu hoch wirken. Das ist natürlich eine Geschmacksfrage. Artverwandtes aus dem TT Sortiment kann stimmiger aussehen.

Für die Beleuchtung der bedachten Plattformen kann man sich der bekannten Lichtleisten bedienen, die eigentlich für Waggons gedacht sind. Sauber separiert man die Bereiche mit LED und Lötpunkten, klebt diese von unten jeweils beidseitig innen in die Dachschräge und verbindet sie wieder mit dünner grauer Litze. Für die Kabelführung sind bereits diskrete Löcher im Längsbalken vorhanden, und in den beiden Säulen führt man lange Litzen von Dach nach unten, wo die Hauptplatine sitzt. Unter der Plattform lassen sich günstige Schaltdecoder unterbringen, wie zum Beispiel dieser:

https://modellbahnshop.moba-digital.de/epages/12489450.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/12489450/Products/Schaltdecoder

Und unten im angedeuteten Quergang kann eine kaltweiße LED Beleuchtung das typische Flair der Neonröhren aus den 70er und 80er Jahren andeuten.

Fazit: So kann man einen Bahnsteig, der vor Jahrzehnten konstruiert wurde, auch auf aktuellen Modellbahnen einsetzen. Viel Spaß! 🙂

Strom-Einspeisung von PECO für das Piko A Gleis.

So solide kann man Strom einspeisen, den Briten sei Dank. 🙂

Piko bietet für sein A-Gleis eine recht fummelige Möglichkeit der Strom-Einspeisung. Diese durch den Schwellenrost zu drücken grenzt an eine Strafarbeit.

Einfacher und stabiler klappt das mit dem Peco Produkt ST273. Diese Klemmen lassen sich ganz einfach an das A-Gleis (und auch Roco Line oB) anklemmen. Da sie insgesamt flach gehalten sind, rollen auch in Gebogenen lange Waggons einwandfrei dran vorbei.

Klassisch und funktionell.

Das Beste ist, dass man für den Kabel-Anschluss die märklin-Kabelschuhe verwenden kann, die passen genau drauf.

Und die gibt’s entweder direkt mit Kabeln oder einzeln im Tütchen zu kaufen. Tipp für das Anschlusskabel: märklin 74040.

So lassen sich zudem auf ‚Spielbahnen‘ mal eben beleuchtete Häuser aus dem Oval mit Strom versorgen.

Für RocoLine Gleise sollte man die kurzen Schrägen begradigen.

Für die A-Gleise können Pecos Anschlussklemmen unverändert eingesetzt werden.

Klassisches Märklin – Spielen und Sammeln mit Charme.

Ein Wettrüsten hat eingesetzt: Einige Hersteller überbieten sich gegenseitig mit technischen Features. Während sich der normale Modellbahner freut, alte Schätzchen auf neuen Gleisen fahren zu lassen. Am Besten digital, und das geht auch günstig.

*RRRRRR* 🙂 Technik, die man versteht, und die man (gerne) hört. Ohne Sounddecoder.

Für einen Bekannten sollte ich eine alte E-Lok von märklin auf digital umbauen, mit im Paket lag der günstige Umrüstsatz 60760. Ich ahnte Schreckliches, aber ich wurde belehrt. Denn nur wenig Mehr-Arbeit und diese €30.- Zutaten entlocken so einer alten Maschine einen Charme, den man als ach-so-abgeklärter DC-Bahner nicht erwartet. Zu der dem Decoder beiliegenden Anleitung hier ein paar ergänzende Hinweise.

Motor (Die Umsetzung dieses Tipps ausdrücklich auf eigene Gefahr!)

So glatt sollte der Kollektor aussehen.

Wie immer bei märklins klassischem Motor sollte man den kupfernen Kollektor sorgsam glätten. Denn ab Werk besitzt dieser sehr scharfe Kanten, die die Schleifkohlen abfräsen. Der Staub setzt sich in die Spalten und sorgt irgendwann für Verdruss. Also: Polierleinen besorgen, zum Beispiel 6000 und 14000, den Anker vorsichtig (!!) mit dem Zahnrad in eine kleine Bohrmaschine spannen, dabei das Zahnrad optimalerweise heile lassen, und auf den sich drehenden Kollektor mit Polierleinen einwirken.

Zum Beispiel, indem man schmale Streifen abschneidet und um ein Hölzchen spannt. Erst mit grobem Leinen die Kanten brechen, und dann mit dem feinen Stoff den Anker spiegelglatt polieren. Diese Sache dauert insgesamt nur so etwa eine Minute. Nochmal: märklin spart sich das Glätten seit Jahrzehnten und brockt den Modellbahnern wissentlich Frust ein; nett ist das nicht.

Meine Polierleinen habe ich dort gekauft: http://www.meshy.de/

Getriebe

Alte Lokomotiv-Modelle haben oft bereits viele Stunden Freude bereitet. Entsprechender Schmutz hat sich im Getriebe angesammelt. Mit dem bekannten Dampf- und Reinigungsöl SR24 und Wattestäbchen lässt sich diese Schmiere wirksam entfernen. Auch märklin-Loks, die sich keinen Millimeter bewegen, weil sie im märklin-Werk mit dem berüchtigten „Getriebe-Kleber“ versehen wurden (‚Öl‘ genannt), lassen sich mit SR24 und vor allem Geduld wieder ins Leben zurückholen. Vor dem richtigen Ölen sollte man alle Spuren des SR24 von bewegten Metallteilen mit reinem Alkohol und weiteren Wattestäbchen entfernen.

Beleuchtung

Aktuelle LED in einer alten märklin-Lok. Harmoniert wunderbar.

Klassischerweise sind diese Lokomotiven mit Glühlampen beleuchtet. Ich habe statt derer kleine LED-Plättchen aus einer längeren Lichtleiste verwendet. Diese kann man dank ihres Widerstandes direkt an die Kabel des märklin-Digitaldecoders anschließen. Mit Sekundenkleber von Pattex habe ich die Plättchen direkt auf den Metallboden geklebt. Auf die Polung muss man natürlich achten, die Kabel grau und gelb jeweils an die Kontakte der LED, orange als Masse (im Foto schwarz) an die Kontakte der Widerstände.

Karton gegenüber der LED verteilt das Licht gleichmäßig; die Karton-Farbe beeinflusst dabei die Farb-Temperatur.

Damit das Licht gleichmäßiger auf die Lichtleiter reflektiert wird, habe ich in die Fronten der Lok gegenüber der LED cremefarbenen Karton geklebt.

Anfahr- und Bremsverzögerung

Es ist sinnvoll, diese Werte etwas heraufzusetzen. Die Maschine benimmt sich dann wesentlich eleganter.

Die passende Ergänzung: Alte Waggons in blau/elfenbein.

Fürnehme Distanz: So sah das eben Anfang/Mitte der 80er Jahre aus. Und es funktioniert.

So eine alte Maschine sieht vor nagelneu gekauften Waggons natürlich ein bisschen seltsam aus. Aber via Ebay, Hood oder auf Modellbahn-Börsen kann man sich gebrauchte, zeitgenössische Waggons besorgen. Oft zu fairen Preisen.

Die im Bild gezeigten Fahrzeuge besitzen nicht einmal die Mechaniken für Kurzkupplungen, sie sind also wirklich angejahrt und damit perfekt geeignet als Ergänzung der gezeigten Lokomotive. Jeder Waggon besitzt seinen eigenen Schleifer, aber die Zugkraft der schweren 140 steckt das locker weg. (meine Ohren dafür umso weniger…)

Leicht abgerockt aber mit großem Spaßfaktor! Gleichstrom-Fahrer bekommen DC Achsen unter der märklin-Nummer E700580. Damit rollen diese Waggons auch auf Trix C Gleisen, Fleischmann Profi, Roco geoLine und Line und natürlich dem Piko A Gleis.
Waggons mit Innenbeleuchtung machen mehr Spaß, gerade im Dunklen quer durch die Wohnung.

Oft besitzen diese Waggons bereits eine Innenbeleuchtung von märklin mit Glühlampen. Das Alles kann man im Prinzip so belassen und nutzen, aber für den Digitalbetrieb bietet es sich an, diese Glüh(!)Lampen gegen baugleiche moderne LED-Alternativen auszutauschen. Auf Ebay einfach mal die Suchbegriffe „märklin LED Glühlampe“ eingeben, dann findet man zum Beispiel das:

https://www.ebay.de/itm/4-Stuck-MS4-LED-Gluhlampen-Birnen-wie-60000-600000-Warm-weis-kurz-NEU-E600000/313324137068?epid=4011374540&hash=item48f392ea6c:g:jeYAAOSwjkdZ8FYs

Mit diesen Schrauben ist das Gehäuse befestigt. Es wäre möglich, Kurzkupplungen aus 7205 einzusetzen.
Hier verstecken sich die Glühlampen, die man gegen warmweiße LED austauschen kann. …und ein bisschen sollte. 🙂
So werden die Laufflächen wieder sauber – ähnlich, wie früher die Tonköpfe vom Cassettendeck.

Die Räder haben oft über die Jahre eine dicke schwarze Schmutzschicht aufgebaut. Mit dem SR24 und einer beachtlichen Anzahl von Wattestäbchen kriegt man die alten Räder prima sauber.

Sanft hilft der Roco Rubber dem Schleifer zu gutem Kontakt.

Den Schleifer kann man auch damit reinigen; in hartnäckigen Fällen einfach einen Roco-Rubber verwenden zum Sauberpolieren.

Fazit: Die klassische märklin-Modellbahn mit Drehgestell-Antrieb und vernehmbar arbeitendem Getriebe mag aus einer anderen Zeit stammen, aber sie macht noch immer viel Spaß.

Freidenker bekommen eine Auswahl dieser alten Fahrzeuge für DC Gleise (Fleischmann, Piko, Roco, Trix) oft gebraucht unter der Bezeichnung märklin Hamo. Spaß mit märklin kann man haben mit und ohne Mittelleiter. 🙂

Maßstäblichkeit – Pflicht oder Kür? Fleischmann 4169.

Vor Kurzem besuchte mich ein Dampflok-Modell von Fleischmann, sozusagen. Diese schicke Lok ist bekanntlich noch in 1:85 konstruiert, also dezent zu groß. Na und?

Links Fleischmann, rechts Roco. Rechts maßstäblich, links gerade Griffstangen: Who’s Bad?

Im direkten Vergleich mit einem passenden Modell von Roco fällt vor allem auf, dass die Fleischmann-Maschine noch immer gut mithalten kann – angesichts ihrer Konstruktion von …? 1970?

Fleischmanns leicht zu große Loks erklären sich übrigens aus einem Zeitgeist der 60er, als die Schienenprofile noch extrem dick waren, und man davon ausging, dass sich das nie ändern würde. Man wollte den Eindruck der Loks auch auf diesen Gleisen erhalten.

Heute kommt einem das eigenartig vor, aber das Denken der Menschen ändert sich eben: Auch Smartphones werden uns nicht ewig begleiten; die Klötze werden irgendwann durch Eleganteres abgelöst.

Links Fleischmann, rechts Roco. Fleischmanns Pufferhöhe ist schon amüsant, fällt aber im normalen Betrieb nicht auf.

Ende der 80er Jahre bekamen viele Fleischmann-Dampfloks diese feineren Räder, mir gefällt dieses Modell wirklich gut. Sogar der angeblich ungeliebte Rund-Motor arbeitet schön leise, geschmeidig und lässt die Lok ordentlich ziehen. Keine Ahnung, was die Leute habem, außer…

…moralinsauer auf Perfektion-ab-Werk zu bestehen. Tut das Not? Gäb‘ es diese Lok zu einem fairen, ihrem Alter angemessenen Kurs zu kaufen, sie würde ihre Käufer finden. Das Totschlag-Argument ‚unmaßstäblich‘ verwenden ohnehin nur Modellbahner, die aus Arroganz und geistiger Bequemlichkeit ihre Ansprüche Andersdenkenden überdäuen wollen – ohne drüber nachzudenken, welche praktischen Gründe es gibt, Personenwagen zum Beispiel zu verkürzen.

Man kann Dinge auch trotz oder wegen ihrer unperfekten Mach-Art wertschätzen; so besitzen auch Blechwagen von märklin ‚Charme‘. 🙂

Oben Fleischmann, unten Roco. Die Kürze ist wirklich da, trotz der Kamera-Perspektive – na und?

Längst nicht alles, was früher mal beliebt war, wird auf Dauer ausrangiert: Schallplatten sind auch wieder da. Marke und Produkte von Fleischmann H0 hätten zeitnah ein Comeback verdient, unter kundigem Management versteht sich.

Kurz: Wer so ein Modell angeboten bekommt, kann beruhigt zugreifen. Die Lok mag etwas bullig aussehen (sozusagen vorbildgemäß), aber ihre Qualität, hergestellt in Nürnberg zu Zeiten ohne österreichischen Einfluss, kann auch heute noch überzeugen.

Teppiche für Schnellzug Wagen von märklin 282mm

Beleuchtete Waggons verführen dazu, das Interieur farblich den Vorbildern anzunähern. Im Internet findet man dazu unzählige Vorbild-Fotos. Aber beim Farb-Übergang Sitze / Fußboden kann es schnell unsauber aussehen. Und ja, das fällt auf; beleuchtete Waggons, Sie wissen schon.

Grauer Teppich in märklins D-Zugwagen 1. Klasse. Das sind noch die ersten Muster.

Also habe ich die ersten drei märklin Waggons mit 282mm Länge ausgemessen und die passenden „Schnittmusterbögen“ erstellt. Die Fußböden für die noch ausstehenden Fahrzeuge werden natürlich nachgereicht.

Man braucht dazu einfach einen Bogen guten, mittel- oder dunkelgrauen Kartons (Unwissende sagen dazu „Pappe“) und einen Laserdrucker. Es gibt auch ‚Leder-Karton‘, der ist extra dick und besitzt auf der Oberseite eine angenehm unruhige Struktur.

Die Darstellung im PDF ist gespiegelt, weil man sich so sichtbare Schnitte auf der Oberfläche erspart: Auf der Sichtseite ist alles einfarbig, und die bedruckten Felder auf der Unterseite bestreicht man dünn und gleichmäßig mit dem Kleber.

Zum Ausschneiden verwendet man ein Lineal und ein wirklich scharfes Cutter-Messer – und legt sich zur Unterhaltung am Besten ein längeres Hörspiel auf, denn diese Arbeit ist wahrlich keine inspirierende, und sie dauert an. Und als Kleber…

…eignet sich der ‚UHU-Office Pen‘. Andere Kleber können den Karton verwellen. Und … „…man will das ja schön haben!“ :-))

Die ersten Lege-Muster. Man erkennt die ledrige Struktur des Kartons.

Das Ergebnis überzeugt sofort, auch ohne Sitze und Wände extra eingefärbt zu haben. Die ersten Legeproben (wer denkt jetzt auch an Loriot?) machen klar, warum auch Modellbahn-Waggons Teppiche haben sollten: Sie besitzen augenblicklich mehr Tiefe. So bekommt man also Auslegeware in seine D-Zug Wagen.

Das Teppich-PDF für die Standard D-Zugwagen:

Dieses war der zweite Streich, und der dritte… 😉

Lichtleisten von e-modell für Schnellzugwagen von märklin und Fleischmann.

Beleuchtete Personenwagen besitzen auch im Modell einen ganz besonderen Reiz. Von e-modell gibt es drei verschiedene LED-Leisten, die für die D-Zug Wagen von märklin und Trix mit 282mm Länge konstruiert worden sind.

…über jedem Abteil eine eigene LED. Echt nett gemacht.

Dabei erhält jedes Abteil eine eigene LED als Lichtquelle, auch die Toiletten, und sogar der Gang wird gleichmäßig beleuchtet. Mit zwei Drehreglern stimmt man die Abteile einerseits und Gang/Toiletten andererseits in der Helligkeit ab.

Damit reguliert man die Helligkeit, schnell und praktisch.

Oben drauf ist Platz für einen Elko als Flackerschutz. LED als Schlussleuchten lassen sich zusätzlich anschließen. Digital schalten lassen sich die LED (trotz offenkundiger Vorbereitung) leider nicht, höchstens durch einen vorgeschalteten Decoder.

Diese Beleuchtungen kommen einsatzbereit aus der Verpackung, und weil märklins Radkontakte schon ab Werk kleine Steckerchen besitzen, habe ich die e-modell-Leisten mit passenden Buchsen versehen. Das erleichtert den Einbau und eventuellen späteren Austausch.

Die neuen Buchse. Erleichtert den Austausch. Mein Lötzinn ist wohl nicht das Hochwertigste…

Für die Stromversorgung bietet märklin verschiedene Lösungen an. Diese leiden an ihrer absurden Benennung, die sicherstellt, diese Produkte über Google niemals zu finden, sofern man naheliegende Wörter wie ‚Radkontakt‘ oder ‚Achsschleifer‘ eintippt:

Variante 1, Massefedern: Die bekannten, klassischen Achsschleifer ziehen pro Drehgestell zwei Räder zur Versorgung heran. Das funktioniert ganz gut. märklins Artikelnummer lautet 72050.

Variante 2, Stromzuführung (Aah ja…): Richtig klug konzipiert sind die Teile aus dem Set 66720. Damit lässt sich eine vollständige Achtpunkt-Stromaufnahme herstellen; jedes Rad also versorgt den Waggon. Besser geht es nicht, und man fragt sich, warum märklin diese Dinger nicht progressiv vermarktet. Sie passen in sämtliche seit 2006 neu kontruierten Waggons mit 282mm Länge; also D-Zug Wagen, Silberlinge und IC Waggons.

Die Stromzuführung von Trix 66720, auch Radkontakte genannt. Ein empfehlenswertes Produkt.
So sehen die Trix Radkontakte eingebaut aus. Prima Sache.

So geht der Einbau:

  • Elko richtig gepolt auf die Lichtleisten löten.
  • Doppel-Buchsen sauber auf der Unterseite einlöten.
  • Waggon-Gehäuse abnehmen: Dazu die beiden Gummiwulste herausnehmen und das Gehäuse nach oben abziehen.
  • Inneneinrichtungen an den Enden ein bisschen aus dem Rahmen klippsen.
  • Radkontakte von unten in die Drehgstelle einsetzen, dabei die Kabel mit Steckerchen nach oben führen
  • Kabel unter der Inneneinrichtung Richtung Wagenende in den Bereich neben den Toiletten fädeln und so weit sanft nachziehen, dass sich die Drehgestelle weiterhin frei bewegen können, aber kein Gewirr entstehen kann.
  • Einrichtung wieder festklippsen. Auch währenddessen die Dreh-Freiheit der Drehgestelle überprüfen, im Zweifel die Kabel mit einer Pinzette ordnen.
  • LED-Leiste richtig herum auflegen (Gang-LED zeigen in den Gang) und die Stecker der Radkontakte einsetzen. Im Fall eines Kurzschlusses einfach das Stecker-Pärchen einer Seite vertauschen.
  • Bei voller Gleisspannung mit einem sehr kleinen Schraubendreher die Helligkeiten einstellen.
  • Leiste aufklemmen, Gehäuse wieder aufsetzen, fertig.
So werden die Kabel durchgefädelt.
…und so werden sie dann eingesteckt. Stecker und Buchsen verschwinden im ‚Nebenraum‘.

Das liest sich länger, als es dauert. Dank der lösbaren Steck-Verbindung lassen sich die Bauteile auch später noch herausnehmen oder austauschen. Wer mag, kann die LED-Leisten mit eingeklebten klarsichtigen 3mm-Acryl-Stäbchen etwas höher anordnen. Märklins Original-Schlusslichter lassen sich ebenfalls anschließen, dazu verwendet man die Kontakte AA.

Links Original, rechts eine bläuliche LED (die in Wirklichkeit grünlich leuchtet)

Bastel-Empfehlung: Waggons aus der D-Zug Ära besaßen Toiletten-Räume mit grünlichen Wänden, entsprechend wirkten die beleuchteten Fenster von außen. Kurzerhand habe ich die goldweißen ‚Abort‘-LED gegen solche in türkis/cyan ausgetauscht. In der Helligkeit reduziert sieht das ganz lustig aus.

Fazit: e-modells LED-Leisten beleuchten die 282mm Waggons ganz wunderbar. Preislich sind diese Leisten mit Achsschleifern 72050 den märklin-Leisten gleich, mit den sinnigen Radkontakten leicht darüber. Dank des Elkos sind sie flackerfrei, im Gegensatz zu den märklin-Lichtleisten. Insgesamt sind sie wesentlich cooler erdacht, als märklins one-size-fits-all-Beleuchtungen. Fehlt höchstens noch der Decoder.

Abteilwagen 4200 von Märklin, LED-beleuchtet für DC(C) Gleise.

Märklin-Waggons rollen mit DC-Achsen auch auf internationalem Gleismaterial. Ihrer technischen Fesseln derart beraubt lassen sie sich sehr einfach mit frischer Technik nach persönlichem Wunsch aufwerten. Und das macht Spaß.

‚Grifffest‘ und dennoch schön gemacht: Märklins Abteil-Dreiachser sind schick.

Material:

Die Radschleifer von Esu 50707 sind eine sehr praktische Erfindung.

Umbau-Anleitung:

  1. Dach abnehmen
  2. Lichtleiste kürzen (mit einem Seitenschneider oder einer Zange), dabei den Schnitt exakt hinter den Widerstand der fünften LED setzen.
  3. Dreh-Regler ablöten und durch einen festen Widerstand ersetzen.
  4. Drähte des Kondensators kürzen und sie direkt hinter dem Gleichrichter auf die Kontakte der Lichtleiste löten. Dabei unbedingt (+) und (-) beachten entsprechend den Symbolen auf der Lichtleiste oder wie auf dem Gleichrichter eingestanzt.
  5. Lichtleiste exakt mittig ausgerichtet in das Dach kleben, die Längs-Vertiefung bietet genug Platz.
  6. Alle vier Litzen an die Radkontakte löten, sie zeigen von den Schleifern weg.
  7. Die AC Radsätze gegen die DC Radsätze austauschen, wie herum spielt keine Rolle.
  8. Im Wagenboden finden sich auf Höhe der Bremsklötze dünne Querstreben. Darauf werden die Radkontakte geklebt, das hält sicher. Damit der Kleber auch wirklich halten kann, erst die eine Seite bearbeiten, dann die andere: Eine Quer-Strebe mit Sekundenkleber bestreichen, dann den Radkontakt ausrichten, sodass beide Schleifer die Rad-Rückseiten kontaktieren. Dann das Bauteil sauber zentriert auf den Querbalken drücken und bis zum Anziehen des Klebers festhalten… und festhalten… und festhalten… Zwei Minuten Haltezeit können übrigens auch entschleunigend wirken.
  9. Die beigefarbene Inneneinrichtung herausklippsen und jeweils zwischen den beiden Löchern von unten einen kleinen Kanal schnitzen, in dem sich zwei Litzen verstecken lassen.
  10. Die hochstehenden schwarzen Metallkontakte durch hin und her biegen abbrechen.
  11. Nun die Litzen jeweils paarweise durch die runden Öffnungen in den Wagenboden schieben
  12. Die Inneneinrichtung wieder einbauen, dabei die Litzen durch die Öffnungen in den Sitzen hindurchführen. Vor dem Festklippsen darauf achten, dass die Kabel gerade durch die geschnitzen Tunnel führen.
  13. Mit einem Tropfen Sekundenkleber die Litzen oben an den Wänden fixieren.
  14. Nun die Litzen über den Sitzen zu einem Ende führen und jeweils sinnvoll abschneiden.
  15. Seitenrichtig Litzen lang & kurz abisolieren, jeweils lang & kurz miteinander verdrillen, mit Lötzinn versehen und an die End-Kontakte der Lichtleiste anlöten.
  16. Dach aufsetzen, dabei die Kabel innen vorsichtig ordnend geradeziehen.
  17. Funktionsprüfung! Radkontakte eventuell mit einer Pinzette nachjustieren, damit sie nicht wegen zuviel Druck die Räder bremsen, aber dennoch sicher Strom übertragen.
  18. Dach wieder aufsetzen. Fertig.
Prinzip-Darstellung. Die grauen Karton-Plättchen sollten dunkler sein.

Wer mag, kann nun die Kabel und den Kondensator im zur Einrichtung passenden Farbton anpinseln. Dadurch werden sie … geradezu unsichtbar. Den Wagenboden innen kann man mattgrau lackieren oder mit exakt ausgeschnittenen graue Karton-Plättchen auslegen. Das verleiht dem Fahrzeug mehr Echtheit und Tiefe. Ein paar Figürchen, vor allem auf die Bank-Löcher vor die Litzen gesetzt, und fertig ist der modernisierte Vintage-Waggon.

Fazit:

Märklin-Modellbahnen, neue wie ältere, machen mir viel Spaß. Einfach und elegant kann man sie dem eigenen Geschmack anpassen, sofern man nicht gerade dem anachronistischen Mittelleiter huldigt. (Ich sammle ja auch keine Schellack-Schallplatten.) Wer sich zu Weihnachten eine märklin-Bahn schenken möchte, deren Technik der Jetztzeit entspricht, greift einfach zum Karton mit grünem ‚Trix‘ Logo. Da ist 100% märklin Qualität drin. Nur eben besser, weil ohne lästigen Schleifer – und die Gleise sehen in beige auch schöner aus.

Lese-Tipp ‚Trix C Gleis‘: https://blog.mobaz.de/2019/07/25/das-trix-c-gleis-eins-fuer-fast-alle/

Sogar die Oberlichter werden beleuchtet, ein schöner Effekt.

Märklin H0 Vectron 36292 für „internationale“ Gleise.

märklin bringt ja öfter schöne Fantasie-Modelle heraus. Mit ist es schnuppe, ob Andere Derartiges ablehnen, weil es „das beim Vorbild nicht gegeben“ habe – mir gefällt’s. Und es ist ja MEINE Modellbahn, ne? Also.

Eine Fantasie-Lackierung auf echtem Karo-Block. 🙂

Für 2020 bietet märklin eine Diesellok aus der Vectron-Familie an, die in Bundesbahn-Farben lackiert worden ist. Sie entspricht in etwa den Farben des Triebzuges ET11, leider ohne dessen hellgraues Dach. Mir gefiel diese Lok auf Anhieb, und es sind lediglich kleinere Löt-Arbeiten notwendig, um sie auf Fleischmann-, Roco- oder gar hauseigenen Trix-Gleisen einzusetzen.

Märklin-Qualität ist nämlich tatsächlich ganz cool. Allein: Mit dem ollen Schlitter-Schleifer fange ich nichts an, wozu auch. Im traditionellen Sinne hat das Prinzip seine Berechtigung. Aber im Sinne der Evolution von Modellbahnen ist der Mittelschleifer ein lästiger Anachronismus der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, dem märklin selbst in sämtlichen Baugrößen bereits abgeschworen hat bzw. Alternativen zeigt.

Dieses Vectron-Modell ähnelt technisch den ‚Hobby‘ Traxx-Loks, die märklin erstmalig Mitte der Nullerjahre präsentierte. Sie waren eine Antwort auf Pikos Billig-Aktionen; das krasseste Beispiel waren Piko-Loks für das märklin-System mit Decoder für €25 (!). Sorry, alles hat seine Grenzen. Märklin reagierte auf eigene Art mit einer modernen BR 185 mit solidem Metallgehäuse, Antrieb durch Mittelmotor auf beide Drehgestelle (für manche ‚Märklinisten‘ vermutlich ein Kultur-Schock) und lastgeregeltem Decoder – für 99 Euro. Definitiv das seriösere Angebot.

Antrieb auf alle Achsen, Stromaufnahme über alle Räder – internationaler Standard ist auch bei märklin längst Usus. Man beachte die Bremsscheiben…

Diese Loks besitzen Achsen aus Kunststoff, darauf aufgepresst sitzen die Räder aus Metall. Außerdem besitzen Viele (aber nicht alle) dieser Räder recht niedrige Spurkränze, sodass sie selbst auf RocoLine Gleisen nicht über die Klein-Eisen hoppeln; Ausprobieren hilft. Wer also Metall-Modelle mag, findet hier ein inzwischen umfangreiches Sortiment.

Aktuelle märklin-Decoder verstehen fast immer auch DCC, und viele ältere ‚Hobby‘-Loks kann man mit einfachen (und original-Märklin-) Mitteln mit Schnittstelle und DCC-Decoder umbauen. Das macht dann sogar Spaß.

märklin ohne Mittelleiter, eine prima Sache, die Spaß macht und nicht rasselt.

Umbau auf oM – ohne Mittelleiter.

Das geht ganz fix: Entfernen des Schleifers & Ordnen der Kabel-Verbindungen zur Platine. Das isses. Die einzelnen Schritte:

  • Gehäuse abschrauben (vier Schrauben)
  • Schleifer abklipsen
  • Kontaktplättchen herausnehmen und Kabel abtrennen
  • Das Kabel des Mittelschleifers nach oben herausziehen und von der Platine ablöten
  • Blenden der Drehgestelle sicherheitshalber abhebeln, Achsen zur Seite legen
  • Kabel-Brücken der Rad-Kontakte ablöten oder aufzwicken (diese schwarzen Kabelverbindungen verstecken sich quasi unsichtbar eng anliegend auf den Getriebe-Gehäusen!)
  • Kabelverbindungen herstellen zwischen den zwei freien Radkontakte und Platinenkontakten
  • Achsen wieder einsetzen, jeweils etwas Schmiermittel dazu
  • Drehgestellblenden einklipsen
  • Gehäuse aufsetzen, festschrauben
  • Adresse 03 anwählen und losfahren.

So fährt die schöne Lokomotive über meine Gleise nach internationalem Standard, angesteuert mit DCC durch einen Fleischmann-ProfiBoss. Die Kupplung von märklin sitzt in einem Normschacht und lässt sich so einfach gegen Andere austauschen. Der quakige Original-Lautsprecher könnte später durch eine Bassreflexbox ersetzt werden.

Die rosa Kreise zeigen, wo die Kabel von den Radkontakten angelötet werden müssen.

Glänzende Bremsscheiben für Hobby Traxx Lok von märklin / Trix.

Die brünierten Bremsscheiben dieser Modelle sollten natürlich silbern aussehen; hier spart märklin seit 15 Jahren an der falschen Stelle. Bei diesen aktuellen Lokomotiven sind es ja gerade die Räder, die den ‚Hingucker‘ darstellen; diese dunkel zu belassen, das ist schon feist.

So glänzend sollten Bremsscheiben aussehen. Nicht grau, nicht brüniert (!).

Abraten möchte ich von Pinseleien; das Anmalen der Bremsscheiben kann eine Sauerei werden.

Ich habe mich an 1:1 orientiert und die Bremsscheiben blank poliert, vorsichtig und mit Augenmaß. Vorbildgetreuer geht es nicht.

Das geht sehr einfach; am Besten mit einem zweiten Modellbahner als Hilfe: Man besorgt sich Polierleinen (6000 & 12000) zum Beispiel bei http://www.meshy.de/ und schneidet sich davon Streifen ab, die in etwa der Breite der Bremsscheiben entsprechen. Außerdem braucht man ein Holzstäbchen in gleicher Breite.

Nun legt man die Lok mit den Rädern nach oben in eine Lokliege und gibt Strom auf die Räder bzw. Räder und Schleifer, dazu kann man ein normales Anschlussgleis verwenden.

Mit der einen Hand hält man ein Drehgestell gerade und drückt mit der anderen Hand das Stäbchen mit 6000er Polierleinen sanft (!) gegen die Bremsscheibe, bis sie gleichmäßig blank poliert ist.

Nicht zu sehr aufdrücken, einfach mit Muße die Brünierung entfernen. Die Vertiefungen bleiben dabei netterweise dunkel, sodass endlich die schöne Struktur der Radscheiben überhaupt zu sehen ist. Und beim Diesel-Vectron hat märklin die Bremsscheiben tatsächlich anders dargestellt, als bei den Traxx E-Loks.

märklins ICE2 sieht mit polierten Bremsscheiben wirklich schick aus.

Für einen ICE2 aus einem Startset gab es neue DC-Räder, die zwar eigentlich falsch sind aber sehr genau in die ebenfalls falschen Drehgestell-Blenden passen. Blenden, die von der BR185 stammen – märklin zeigt da schon eine gewisse krimin… kreative Energie. Also, dessen Bremsscheiben habe ich ebenfalls poliert. Und auch, wenn es nicht so wirklich vorbildgerecht ist: Es sieht wirklich cool aus. 🙂👍🏻

Abschließend mit 12000er Polierleinen die Oberfläche glätten und glätten, bis sie blitzt und glänzt, wie bei den Vorbildern. Die Wirkung ist verblüffend, und man bekommt ein ganz neues Gefühl zu den schönen Modell-Lokomotiven.

…märklin könnte diese Loks natürlich auch so ab Werk ausliefern – wozu sonst sind märklins Räder komplett aus Metall, nicht wahr?

So bereitet mir märklin H0 Freude – auf „internationalem“ Gleis (nicht zwangsläufig genau diesem), in solider Qualität.

Minitrix Gleis-Geometrie, aufgeräumt & lang-kurz.

So einfach könnte es sein. Minitrix mit lang-kurz Geraden. Ja, eine Dreiwegweiche gab es mal…

Die Minitrix-Gleise sind eine solide Basis für die Modellbahn in Spur N, und im Gegensatz zu vielen anderen Gleis-Konzepten lassen sie dem Modellbahner viele kreative Freiheiten. Aber dass die vielen Minigleise für Weichenstraßen nicht zu Standard-Geraden zusammengefasst werden, das kann einem schon auf den Wecker gehen.

Das macht die Sache unpraktisch und belastet das Budget unnötig, denn bereits mit den vorhandenen Gleisen und nur wenigen Ergänzungen könnte märklin den Aufbau der Minitrix Anlagen dramatisch einfacher und sympathischer werden lassen.

Als ich vor einiger Zeit die Minitrix-Weichen 15° genauer betrachtete, fiel mir auf, dass diese dank ihrer geometrischen Konzeption die Möglichkeit für die praktische lang-kurz-Geometrie bieten. Wie es sie seit Langem bei märklin K, märklin-C, Trix-C, Roco geoLine und Piko-A gibt.

Also entwarf ich ein Gleis-Konzept, das sich hier etwas kunterbunt zeigt, dafür aber eindeutig zu erkennen ist:

Praktisch und klar. So sollte es sein.

Anstelle der bislang eingesetzten R4 als Gegenbogen zu Weichen nimmt man einfach die R5, dazu nur vier gerade Gleise in neuer Standard-Länge (wie bei anderen Gleis-Systemen auch) – und das war es schon. Vorbei ist die Stückelei.

Hier mit Bahnsteig-Gleisen:

Die Minitrix Gleis-Geometrie ist wirklich klasse.

Wäre doch nett, wenn die Minitrix-Bahner ihre Anlagen auch mit diesem Komfort aufbauen könnten, oder? 🙂

TT Häuser der Marke ‚kibri’…

Während meiner Tätigkeit für einen der TT-Anbieter hatte ich mir in der Gebrauchtwaren-Abteilung eines Modellbahnhändlers eine große Zahl bereits zusammengeklebter Häuser-Bausätze älteren Datums in H0 und N genauer betrachtet und mit TT-Figürchen und einer TT-Lok noch vor Ort abgeglichen. Verblüffend, wie viele Häuser wirklich zu 1:120 passten. Andere explizit dafür Angebotene allerdings nicht.

Denn das Verfahren der Häuser-Schrumpfung handhabte man unterschiedlich: Faller reduzierte oft die äußeren Abmessungen, beließ aber Türen und Fenster in H0 Größe; vermutlich, damit die Figürchen besser dazu passten. Kibri hingegen reduzierte die Größe der damaligen (!) Gebäude recht konsequent, sodass sich TT-Bahner auch heute noch eines netten Fundus bedienen könnten. Wenn man sie nur ließe. Sofern man sich überhaupt für TT interessierte… Aber schließlich gibt es ja ebay und Börsen.

Natürlich gibt es noch weitere Hersteller, deren Gebäude sich prima für TT 1:120 eignen (vor allem Faller & Heljan); deren Nummern reiche ich später nach. Man bedenke beim Betrachten älterer Katalog-Abbildungen, dass dort hin und wieder gemogelt wurde, um Größe vorzutäuschen: Mal stehen N Figuren vor so genannten H0 Häusern, und mal sind direkt N Gebäude im H0 Bereich abgebildet.

Nun hatte ich vor rund zehn Jahren der Firma Viessmann ein Konzept gemailt, das beschrieb, welche der vorhandenen Kibri-Formen sich meinen Kenntnissen nach ohne oder mit nur wenigen Anpassungen für die Baugröße TT 1:120 anbieten ließen. Als Antwort erreichte mich von dort prompt ein Anruf; man klang sehr erfreut und versprach mir eine Menge – und dann folgte das große Nichts. ‚Branchenüblich‘, so möchte man sagen. Ausdrückliche Ausnahme: märklin. Mit denen habe ich mehrfach bessere, weitaus angenehmere Erfahrungen gemacht.

Nachfolgend zeige ich meine Seiten, wie ich sie ähnlich damals an Viesmann verschickt hatte; hier in überarbeiteter Form. Wer also die TT Bahn liebt und seine TT-Anlage mit sehr unterschiedlichen Bausätzen schmücken möchte, der mag sich hier gern Inspirationen holen. Viel Spaß! 🙂

Merkur Bettung ‚Styroplast‘

Seit Mitte der 80er Jahre fertigt die Firma Merkur Fertig-Bettungen für Modellbahn-Gleise. Diese sind tatsächlich ewig haltbar und sehen gut aus.

Die Styrpoplast Bettung für Roco Line. Sehr schick!

Unter https://www.merkur-styroplast.de/ findet man eine stattliche Auswahl an Bettungen für H0- und Z-Gleise. Die einst erhältlichen N-Bettungen für Minitrix und Arnold werden derzeit leider nicht produziert. Besonders beliebt sind die Bettungen für das märklin-K-Gleis (ja, das verkauft sich auch noch).

Sogar für Roco Line und Pikos A-Gleis gibt es komplette Sortimente. Denn die Gummibettungen der Roco Line Gleise bzw. Weichen verlieren durch das Abschnippeln schnell ihren Wert, oft sogar für ihren Besitzer. Die blaugraue Farbgebung sieht aauch keinesfalls vorbildgerecht aus. Umso angenehmer, dass Merkur für Rocos Gleise bereits seit den 90er Jahren Fertig-Bettungen anbietet und inzwischen eben auch für das A-Gleis von Piko.

Links Roco Line ohne, rechts mit Gummibettung. 10:0 für Styroplast.

Das Prinzip ist einfach: Pro Gleis erhält man eine Bettung, die aus einem festen, haltbaren Material (‚Styroplast‘) besteht. Passend zum Gleisstück oder zur Weiche sind Vertiefungen eingebracht, die das Gleis ganz einfach festklemmen. Drumherum ist Korkschotter aufgebracht.

Prinzip-Darstellung.

Manchmal muss man am Gleis-Ende kleine Vertiefungen einschneiden, für die Querstege der Gleise. Das ist mit einem kleinen Cutter schnell erledigt. So lassen sich auch schnell Vertiefungen für Schalt-Kontakte oder Anschlussklemmen einbringen.

Vorn rechts erkennt man die Vertiefungen für Rocos Querstege. Diese sind nur bei Geraden notwendig, weil diese als Mehrfach-Längen angeboten werden.

Es gibt Spezial-Teile für Parallel-Strecken, gebogene wie auch gerade. Bei Geraden des A-Gleises muss man genau auf die Artikelnummern achten, weil Piko leider unterschiedliche Abstände der Schwellen umgesetzt hat. Außerdem bietet Merkur für Gebogene Überhöhungsstreifen an, damit’s noch eleganter aussieht.

Piko-A-Gleis Weiche in Styroplast Bettung. Ein bisschen extra-Schotter perfektioniert den Eindruck.
Für Pikos Weichen war man besonders vorsichtig, was die Bewegungs-Freiheit betrifft. Aber auch hier kann man mit einer dünnen Schicht losen Kork-Schotters die Optik weiter verbessern.

Außerdem bietet Merkur noch längliche Schotterplatten an, mit denen sich zwischen den Gleisen einheitliche Flächen darstellen lassen. Klar muss man diese Platten mit Schnitten in die Umgebung einpassen. Aber die Schnittstellen werden unsichtbar durch den erwähnten losen Schotter, den man diskret verklebt.

So genau passt ein A-Gleis in die Bettung.
Dieses hätte ebenfalls gepasst, wenn ich das mit den Schwellen gewusst hätte…

An Weichen-Verzweigungen muss man die Bettungen sauber abschneiden und die Schnittstelle mit dem separat erhältlichen Merkur-Schotter für H0 tarnen. So war das bei Merkur schon immer, und sofort fallen einem die Parallelen zum erst 1989 erschienenen RocoLine Gleis mit Bettung auf – die natürlich rein zufällig so wirken.

Sowohl das A-Gleis als auch RocoLine sehen in der Merkur-Bettung attraktiver aus, als mit ihren grauen Werks-Bettungen. Die ganze Modellbahn-Anlage bekommt augenblicklich eine angenehme und professionelle Wirkung. Und der eigene Rücken dankt es einem…

Ein Piko-Waggon auf RocoLine in Merkur-Bettung. Eine bunte Welt. 🙂

Man erspart sich mit diesen Bettungen eine Menge Arbeit, was das nervige Einschottern betrifft ( gibt’s leider noch keine App für…), und das Ergebnis überzeugt rundherum, mich wenigstens.

Man verklebt die Bettungen auf der Anlagenbrett und drückt die Gleise nur hinein – für einen Umbau nimmt man die Gleise einfach wieder heraus, raspelt man die Bettungen weg, verklebt neue Bettungen und drückt die neuen Gleise hinein. Fertig.

Vorteile der Styroplast-Bettung:

  1. Vorbildgerechtes Aussehen
  2. vollständige Auswahl
  3. einfach zu verarbeiten
  4. ersparen viel Arbeit
  5. seit Jahrzehnten bewährt
  6. ihren Preis wert
  7. keine Rückenschmerzen
  8. Wert der eigenen Gleise bleibt erhalten
Die Schotterplatte der Weiche gleicht man mit separaten Böschungsschrägen an die Anschlussgleise an.

Der einzige, allerdings kleine Kritikpunkt, der mir einfällt, ist das Geräusch der fahrenden Züge: In der Merkur-Bettung erzeugen sie durch das verwendete Material ein etwas helleres Roll-Geräusch, als man das von Gummibettungen kennt. Aber es ist noch immer leiser, als beim C-Gleis von märklin und Trix. Oder geoLine… Insofern: Irgendwas ist immer, und Soundloks machen meist‘ eh‘ mehr Krach. 🙂

Rechts erkennt man rosa eine (miese) Schnittstelle. extra Schotter lässt diese unsichtbar werden.

Fazit: So kritisch ich auch manchmal Produkte bewerte, hier ist das völlig anders: Die Merkur-Bettungen empfehle ich für jede Modellbahn-Anlage mit reinem Gewissen! 🙂

Plastik-Pest bei Roco (4) BR042

Eine meiner Dampfloks blieb letztens schlagartig stehen. Bei der Ursachen-Forschung fand ich im Tender-Getriebe ein Stück Kunststoff. Herkunft ungewiss.

Zwischen den Zahnrädern fand sich der kleine schwarze Klipps.

Interessant ist, dass sowas nur bei relativ neuen Roco-Modellen vorkommt. Ich habe Fahrzeuge von Roco, die in den 70er, 80er und 90er Jahren produziert worden sind. Deren Kunststoffe sind einwandfrei.

Vielleicht sollte man also lieber ältere Roco Modelle kaufen…. Oder Alternativen von Piko.

Pikos neue H0 Kurz-Kupplung 56046.

Diese Woche hat Piko eine eigene, neu entwickelte Kurzkupplung ausgeliefert. Hier eine kurze Besprechung.

Vor Längerem sandte ich der Firma Piko ein Pärchen älterer Kurzkupplungen als Produkt-Vorschlag. Hergestellt von Fleischmann in den 70er Jahren, die sogenannten ‚Fox-Kupplungen‘. Dessen Patente dürften längst abgelaufen sein.

Meine Idee war, dass Piko, bis dato ohne eigene Kupplung, diese Fox-Kupplung neu nachbauen könnte, aber dann eben 100% kompatibel zu Fleischmanns Kurz-Kupplung, deren Ankuppel-Verhalten bis heute eher reproduzierten Auffahrunfällen gleicht… So hätte der Markt endlich eine tolle, kompatible Kupplung, und Piko hätte sich als gewitzter Verbesserer inszenieren können (das liegt denen ja eigentlich).

Kurz, ich bekam meine Muster zurück mit der Anmerkung, man habe kein Interesse an einer Kupplung. Na gut, in Ordnung.

Dann folgten die nächsten Neuheiten, und darin fand sich eine V60 mit spezieller digital lösbarer Kupllung – die passte zwar zu kaum einer der bekannten Kurzkupplungen, war aber immerhin eine gute Idee.

Und im Jahr 2020 stellte Piko nun eine völlig neukonstruierte KK vor. Übrigens ohne dabei an ein Entkupplungsgleis für das hauseigene A-Gleis zu denken. Was finden wir also vor?

Die neue Kupplung

Man fühlt sich an eine ganze Reihe bereits vorhandener Kupplungen erinnert. Die klare Vorlage ist Fleischmanns bekannte Kurzkupplung, aber man findet auch Elemente der Roco-KK wieder. Dazu die zerklüftete Optik der aktuellen TT-Kupplung.

Diskret ist anders.

Aussehen

Mich erinnert Pikos neue KK an einen Hirschhornkäfer. Und ist in etwa auch genau so attraktiv. Mir gefallen diese ausladenden ‚Greif-Arme‘ nicht, aber Geschmäcker sind eben verschieden.

Der Kupplungskopf wurde weit unten angeordnet, damit die Puffer keinesfalls berührt werden. Ob auf Mittelleiter-Weichen die Pukos berührt werden können, das ist noch zu verifizieren.

Auf Puko-Weichen könnte das knapp werden…

Auswahl

Es gibt nur Steckkupplungen, nach Wahl mit oder ohne Strom-Übertragung. Höhenverstellbare Kupplungen wie für viele Roco-Fahrzeuge notwendig, sind noch nicht angekündigt. Ebenso gibt es noch keine Digitalkupplung.

Funktion

Das Ankuppeln erfolgt ähnlich Fleischmann nur mit Schwung. Sanft Gegenrollen und Ankuppeln funktioniert nicht. Die Konstruktion mit zwei kleinen Kunststoffteilen, die sich im Kopf gegenseitig verschieben bewirkt keine Verbesserung gegenüber Vorhandenem. Dabei wäre es so einfach gewesen, aber ich will hier niemandem die Arbeit abnehmen.

Oben der Entkupplungs-Stift, unten der kleine Kupplungs-Haken.

Da in einem YouTube-Video das Einkuppeln als „gerade im Vergleich zur Fleischmann Profi-Kupplung angenehm leicht“ beschrieben wird, bitte ich die Leser darum, die betreffende Szene genau zu betrachten: Zum Ankuppeln wird ein Waggon händisch gegen eine stehende Lok geschoben. Ein ziemlich billiger Trick, sowas nennt man: Schummeln. Zumal im Fazit dann doch Kritik geäußert wird.

Die Kupplungs-Verbindung bleibt meiner Erfahrung nach sicher zusammen, man kann die Fahrzeuge sogar nach oben herausnehmen. In den Entkupplungsstegen zeigen sich kleine Ösen. Der Verdacht liegt nahe, dass Digital-Kupplungen folgen werden. Aber die normalen Kupplungen hätte man ohne diese Ösen ausliefern sollen. Das sieht wie ein Bastel-Rest aus.

Schön ist anders.

Die oft genannte Funktion der Strom-Übertragung ist wohl nur für märklin-Fahrer interessant, die nicht unter jedem Wagen mit Licht einen Schleifer haben wollen. Aber märklin hat bereits eine eigene einpolige Kupplung – und dazu diverse zwei- und vierpolige Kupplungen. Also, dort herrscht eigentlich kein Bedarf.

Zusammengekuppelt von oben. Nett gemeint.

2L Fahrer brauchen keine Mittelschleifer, das funktioniert bekanntlich alles über die Räder. Jeden Wagen mit eigener Versorgung auszustatten ist auf jeden Fall eleganter, als um die Kulissen mit Kabeln herumzuheddern, die irgendwann durch die fortwährende links-rechts-Bewegung abreißen können. Dann lieber die Kabel im Drehgestell jeweils nach oben führen, und die Sache hält (fast) ewig. Und ja, ich habe eigene Erfahrungen mit solchen Kupplungen.

Kompatibilität:

Nix da. Pikos Kupplung ist zu keiner anderen Kupplung kompatibel. Piko reißt eine völlig eigene Baustelle auf, wie auch schon mit der fragwürdigen Spezial-Schnittstelle im ICE4. Piko möchte die eigenen Kunden in Abhängigkeiten bringen. Aber: Was bei märklin (noch) funktioniert, das empfinden 2L-Fahrer oft schnell als Bevormundung.

Anstelle sich an den Gegebenheiten des Marktes zu orientieren und sich dort einzugliedern, um gemeinsam erfolgreich zu werden, hält man bei Piko eigensinnige Wege für den Schlüssel zum Erfolg.

Man kann das mutig finden. Oder auch anmaßend.

In jedem Fall bringt es Unruhe, und genau die brauchen die Menschen in diesen Zeiten schon mal gar nicht.

Fazit:

Um Herrn Grönemeyer zu zitieren: „Was soll das?“ Pikos neue Kurzkupplung sieht weder besonders fein aus, noch kuppelt sie sanft ein. Andere, zum Teil Jahrzehnte ältere Lösungen sind praxisnäher konstruiert. Dazu kommen recht hohe Preise, während gerade Roco seine Kupplungen in Großpackungen besonders günstig anbietet. Ich habe den Eindruck: Das war nichts, leider.

Bundesbahn Startset in TT von Tillig 01443.

Die Baugröße TT 1:120 ist genau richtig für diejenigen, denen N zu klein und H0 zu groß ist. In den USA erfunden etablierte sich die Bezeichnung „Table Top“ . Derzeit ist die Firma Tillig der einzige Anbieter von Startsets in TT, obwohl auch Andere das ‚Zeug‘ dazu hätten.

Die wunderbare 212 von Tillig. Nicht zu verwechseln mit dem H0-Modell von Roco…

In den letzten zwanzig Jahren wurde eine beachtliche Auswahl an Bundesbahn-Modellen für TT entwickelt, die qualitativ gut mit bekannten H0- und vor allem N-Fahrzeugen mithalten können.

Als bestimmende Anbieter für Bundesbahn-Fahrzeuge sind derzeit die vier Marken unterwegs: Kres, Kühn, Piko und Tillig. Dazu kommt der Anbieter PSK für interessante Güterwaggons. Derzeit mal wieder aus TT verabschiedet hat sich Roco, aber bei denen sind ‚Entscheidungen‘ oft eher von kurzer Dauer. Hornby entwickelt unter dem Label Arnold hin und wieder TT-Fahrzeuge, darunter eher zufällig mal Bundesbahn-Varianten.

Häuser-Bausätze gibt es in extrem exakter Qualität von Auhagen (sofern man die Bausätze im Misch-Maßstab H0/TT außer acht lässt), und wer alte Faller AMS Häuser mag, kann diese ebenfalls prima für die TT Bahn einsetzen. People gibt’s bei Preiser und Noch. Nur Auto-Modelle nach westeuropäischen Vorbildern sind wirklich selten.

Zuwenig Bundesbahn? Von wegen.

Man findet auf jeden Fall genug Material, um eine Anlage mit typischen Bundesbahn-Attributen aufzubauen. Wer sich über angeblich mangelnde Auswahl beschwert, der sollte erstmal checken, was es seit dem Jahr 2000 tatsächlich alles zu kaufen gibt und gab – und nicht, was es alles nicht gibt. Mit dem Verfügbaren ist man erstmal gut ausgelastet.

Eine ganze Reihe von Modelle sind wirklich gut gelungen; Kühns Kasten-Loks der BR 110, 110.3 und 140 sind prima, die 103 sowieso, und auch die V60 ist ein Schmuckstück (für das wie auch in N üblich platzende Zahnrad gibt es Ersatz).

Das umfangreichste Portfolio an Lokomotiven und Waggons bietet die Firma Tillig, von der V200 über die Dampfloks der 001 und 050 bis hin zum 1962er Rheingold und seit diesem Jahr dreiachsigen Umbauwagen ist wirklich Viel dabei. Eilzugwagen, D-Zug Wagen, Silberlinge, Schürzenwagen, und die Güterwaggons lassen sich hier nicht sinnvoll aufzählen.

Piko steuert den Diesel-Rangierer 290 bei, und derzeit wird ein Bundesbahn-Kraftprotz ausgeliefert, die BR150. Wie man Piko kennt, wird diese sicher bald auch in grün und blau/elfenbein erhältlich sein.

Bei Kres gibt’s den Schienenbus 798 und den gläsernen Zug 491.

Gleise gibt es in robuster Qualität und beachtlicher Auswahl von Tillig, optisch feiner aber in kleinerer Auswahl gibt es ein Sortiment bei Kühn.

Was kann nerven?

Doppelentwicklungen gibt es auch in TT, die BR 38 von Roco und Tillig, die Bügelfalte 110.3 von Kühn und Tillig, die Silberlinge von Kühn und Tillig (wem fällt was auf?), und den modernen Eurorunner von Kühn und Piko. So findet aber jeder etwas, das ihm eben beonders gut gefällt.

Denn manchmal entsprechen die Modelle in TT nicht der Konzeption, die man aus anderen Baugrößen gewohnt ist. In der Denke, aber auch in der Umsetzung. Aber man findet ohnehin in jeder Baugröße und bei jedem Hersteller schrullige Aspekte, auch beim Platzhirsch märklin – dort allerdings meist schwerer und / oder teurer. Insofern: Irgendwas ist immer.

Startset für Bundesbahner.

So beginnt man gerne: Die schöne Diesellok zieht zwei Silberlinge; die Epoche 4 ist derzeit sehr beliebt. Der Waggon ist mit einem Handgriff wieder zusammengeklippst. 🙂

Fans der Bundesbahn finden derzeit einen soliden Einstieg in die Baugöße TT mit Tilligs Startset 01443. Eine Diesellok der BR 212 zieht zwei Silberlinge mit passendem blauen Rahmen. Als Steuerwagen gab es bis vor Kurzem den Silberling mit Karlsruher Kopf und Führerstand in blau/elfenbein (13844). Recht komfortabel: Sowohl Lok als auch Steuerwagen besitzen jeweils sechspolige Schnittstellen für Digital-Decoder. (Wobei man sich in 2020 eine Plux-Dose wünscht, gerade bei Wendezug-Loks.)

Tilligs bewährte TT-Gleise. Die Weiche besitzt nun ein Herzstück aus Metall.

Gefahren wird auf einem etwas zu kompaktes Gleis-Oval mit einem originell gestalteten, analogen Fahrgerät. Eine gute Idee ist, dass die Weiche im Set bereits einen elektrischen Antrieb besitzt. Denn zusätzliche gerade Gleise kauft man gerne und ohne gedanklichen Aufwand, aber mit Weichenantrieben stellen sich Viele anfangs schon irgendwie an.

So aber ist direkt einer dabei, und man kann bei einer Ergänzung mit dem Digitalsystem eigener Wahl einen günstigen „WeichEi“ Decoder anschließen: Augenblicklich lässt sich die Weiche über ein modernes, Digital-Steuergerät schalten. https://modellbahnshop.moba-digital.de/Weichei

Außerdem liegt ein etwas plünniger Eingleiser dabei und ein kleiner Kastenwagen nach Vorbild ‚Matador‘. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden dessen Vorbilder in Hamburg-Harburg gebaut, und Tillig hat schon viele bunte Varianten produziert. Mehr dazu hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vidal_%26_Sohn_Tempo-Werk

http://www.hanomag-kurier.de/tempo91.html

Produkt- Qualität

Auf den ersten Blick wird klar, dass sich Tillig an H0 Modellen von Roco orientiert hat. Die konstruktiven Ähnlichkeiten sind unübersehbar. Aber, wie ein deutscher Komponist & Produzent sagte: „Lieber gut abgeschrieben als sch…lecht selber komponiert!“ Nunja.

Lok und Waggons sind fein gestaltet und sauber lackiert. Beheimatet sind alle drei Fahrzeuge in Köln, Nippes und Deutzerfeld; das freut mich natürlich. Aus dem Karton heraus sind sie voll einsatzfähig und bereiten viel Spaß. Die Lok könnte etwas schwerer sein. Ihr Lichtwechsel ist gut zu sehen, die vier LED leuchten schön hell. Leider lassen sie sich später digital nicht separat ansteuern, und so strahlt die Lok ihre Waggons an.

Es versteht derjenige etwas von Farbe, der…

beige von elfenbein unterscheiden kann. Tilligs 212 wurde offenbar wortwörtlich ‚ozeanblau‘ und ‚beige‘ lackiert. Dabei müsste sie ‚elfenbein‘ sein. 1974 kam ‚beige‘ nur ein paar Monate lang zum Einsatz, danach wurde ‚elfenbein‘ verwendet. Der Name war aber in der Welt, und seitdem nennen Generationen von Modellbahnern dieses Farbschema fälschlicherweise „blau-beige“. Nochmal: Das ist (fast immer) FALSCH.

Dass heute sogar Museums-Bahnen gern falsche Farben auflackieren ist die eine Sache. Aber ein Modellbahn-Hersteller sollte um die stimmigen Farbtöne wissen.

Gemerkt habe ich das nur, weil ich die zu weißlichen Griffstangen mit RAL ‚elfenbein‘ nachzog und sie danach noch immer zu hell aussahen. Ein weiterer Hauch von ‚beige‘ darüber, und die Farben stimmten überein.

Recht eng und sicher, mit Kühn-Kupplungen (erkennbar an den kleinen Häkchen drunter).

Die Silberlinge treffen ihre Vorbilder recht gut. Das Muster der Pfauenaugen ist ungewöhnlich in einem creme-Ton aufgedruckt, die Wirkung ist in Ordnung. Fein gestaltet sind die Inneneinrichtungen, leider einheitlich in hell-elfenbein durchgefärbt. Das sollte so natürlich nicht bleiben, dazu folgt ein Artikel.

Die Fenster erinnern mich irgendwie an die verkürzten Silberlinge von Roco aus dem Ade-Fundus in 1:100; als hätte man sie auf maßstäbliche Länge gezogen. Das kann aber täuschen; man müsste das mal nachprüfen. Beim Steuerwagen wirkt das orange etwas zu gelblich; dabei war das Orange damals eine Warn-Farbe.

Kupplungen – Kühn sticht Tillig. Noch immer.

In Kurven kann es passieren, dass sich die Kupplungen aneinander hocharbeiten und lösen oder verkanten. Tillig hat die Höhenverriegelung vergessen. Um diese für sicheren Betrieb nachzurüsten, gibt es zwei Möglichkeiten: Man bestellt sich bei der Digitalzentrale einen Ätzbogen und klebt die kleinen Teile an (dafür hat Tillig den kleinen Stift angeformt).

https://www.digitalzentrale.de/detail.php?sess=iarjkoi7rdubrah211k3gpriu7&art_id=313&abt=&itemgr=42

Oder man verwendet die artverwandten aber intelligenter gestalteten Kupplungen von Kühn-Modell. Diese haben kleine Häkchen drunter, die das Hochschaukeln verhindern. Damit fahren die TT-Bahnen sicher.

http://www.kuehn-digital.de/files/74900.jpg

Gleise, solide aber zuwenig.

Die Gleise sehen gut aus, und die Weiche hat zwischenzeitlich ein Herzstück aus Metall bekommen. Dieser Bereich lässt sich also auf Wunsch nachträglich mit Strom versorgen. Für Liebhaber kurzer Loks besonders hilfreich. Das bedeutet auch: Tillig überarbeitet sein Sortiment.

Insgesamt fährt die Garnitur (mit den Kühn-Kupplungen) sicher und störungsfrei über das kleine Oval, egal wie schnell, oder ob geschoben oder gezogen. Aber ein paar weitere gerade Gleise dürften es schon sein.

Analoge Avantgarde.

Eigensinnig und interessant in Aussehen und Funktion.

Das Steuergerät erzeugt in der Lok einen Summton, weil es nicht einfach Gleichspannung auf die Gleise schickt, sondern eine pulsierende rechteck-Spannung. Damit haben die Loks mehr Power, und die LED sind bereits beim Anfahren hell erkennbar. Die optischen Gestaltung des Gerätes auf jeden Fall sehr ungewöhnlich.

Natürlich empfiehlt sich die frühzeitige Erweiterung mit einem DCC-Digitalsystem. Den klaren Warn-Hinweisen in Tilligs Anleitungen folgend („maximal 14 Volt“) fiel mir die Warnung eines ehemaligen Roco-Mitarbeiters ein: Manche Roco-Digital-Zentralen geben bis zu 20 Volt auf die Gleise, so sagte man mir. Das ist dann eigentlich nichts für N oder TT-Motore. Also bei der Auswahl der Zentrale für diese Startpackung darauf achten, dass die Gleis-Spannung unter 14 V bleibt, bzw. so einstellbar ist.

Zurüstteile sind ätzend.

Pro Fahrzeug liegt eine (Un-)Zahl an Zurüstteilen bei. Auch das erinnert an Roco – und nervt genau so. Denn auch Tilligs Einsteck-Öffnungen sind eigentlich alle zu eng und müssen äußerst vorsichtig (!!) mit einem spitzen Pin sanft geweitet werden. Nach 35 Jahren Roco H0 habe ich keine Lust mehr auf solch‘ lästigen Arbeiten. Modellbahn-Fahrzeuge dürfen ready-to-run aus der Packung kommen.

Wer hat Angst vor Zurüstteilen? Wohlgemerkt, dies ist, was übrigbleibt!

Damit die Teile langfristig dort bleiben, wo sie hingehören, habe ich einen alten Trick angewendet: Auf einen Plastik-Rest gibt man einen Klecks Sekundenkleber und tupft dann die Spitze des Kleinteils nur leicht auf die Oberfläche, sodass ein Hauch von Kleber haften bleibt. Dann direkt einsetzen.

Die vielen Zurüstteile haben ihre Wirkung. Ab Werk drangespritzt wäre es sympathischer.

Tatsächlich sind es wirklich zuviele Kleinteile. Unterhalb von H0 kann man Vieles durchaus in die Form integrieren, dennoch bleibt der Eindruck erhalten. Mir persönlich liegt nichts mehr an diesem Hersteller-Wettrüsten. Aus dem Alter bin ich raus, für mich zählt der Eindruck. Überdies: Superfeine HD-Modelle sind nicht für Jedermann handhabbar.

Und weiter?

Erstmal sollte man weitere gerade Gleise besorgen, damit das Fahren mehr Spaß macht. Aber wie das so ist mit Hinweisen: Man ignoriert sie sowieso. 🙂 Also habe ich erstmal einen passenden Steuerwagen besorgt, und zwar einen mit orangefarbener Nase. Den gibt es schon lange nicht mehr, aber ich hatte eben Glück. Und er ist ebenfalls in Köln beheimatet. Passt also.

Tilligs Steuerwagen mit Lichtwechsel weiß /…
...rot. Dank sechspoliger Schnittstelle findet ein Decoder schnell seinen Platz.

Speziell für Bundesbahner hat Tillig vor Kurzem ein Set mit zwei Bauzug-Wagen ausgeliefert, beide in ozeanblau und in vielerlei Hinsicht klug konstruiert. Nur die Achs-Aufhängung trifft die Vorbild-Situation nicht wirklich exakt. Vielleicht gibt’s hier mal ein vorbildnäher gestaltetes Bauteil.

Ergänzend könnte es zukünftig Niederbordwagen oder Hilgsgerätewagen in braun oder gelb (!) geben, und der Bauzug sieht schon mal nach mehr aus. Diese Waggons waren ja auch beim Vorbild nicht alle blau. Als Zuglok bietet sich vielleicht die kräftige 290 von Piko an, in klassischem purpurrot oder ebenfalls ozeanblau, und spätestens dann werden schon weitere Weichen fällig.

Als Gleise bevorzuge ich persönlich die von Kühn, trotz der kleineren Auswahl. Sie sind filigraner gestaltet, und mir gefällt sowas. Außerdem ist Ihre Geometrie klarer. Die hier vorliegenden Gleise von Tillig mit Schwellenbandgleis sind natürlich sehr ordentlich gemacht, aber ihre Geometrie entbehrt jeglichen Komforts.

Um von Anfang an digital zu fahren gibt es inzwischen unzäglige Möglichkeiten. Preislich von bis. Nun ist dies ein privater Blog und keine objektive, wissenschaftliche Abhandlung (nur zur Erinnerung, ne?). Daher empfehle ich an dieser Stelle zwei Systeme, die mir persönlich Spaß machen:

Häuser & Zubehör

Dazu gibt es eine Menge Hilfreiches zu sagen – was demnächst in einem eigenen Artikel stattfinden wird.

Fazit

So geht das. Tillig stellt eine schöne Basis für Bundesbahn-Fans her. Fahrzeuge und Gleise überzeugen optisch und qualitativ. Für ‚mehr‘ muss man online schauen: Zwischen Flenburg und Freilassing ist man als TT-Bahner mit wenigen Ausnahmen auf den Online-Handel angewiesen.

Es gibt und gab eine große Zahl an schönen Fahrzeugen nach Vorbild der Bundesbahn. Da diese zumeist erst in den letzten 20 Jahre auf den Markt gekommen sind, garantiert das moderne Konstruktionen.

Mehr zum Thema TT wird in einer renovierten Version eines älteren Artikels folgen.

Informationen zu TT: Sämtliche jemals erschienene Kataloge zum Thema TT findet man auf dieser Website, geordnet nach Jahren oder Hersteller. https://as.rumia.edu.pl/tt/kat/katalogi.asp?firm=*

…und, ach ja, das ‚tt-board‘ sollte jeder einigermaßen gut erzogene West-Europäer meiden. Mehr dazu zum Beispiel hier 🙂:

https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=977481

Herpa N – Epoche 4 für 1:160

Typische Gebäude für die frühe Epoche 4 hatte herpa im Programm – und zwar zeitgenössisch, schon in den 70er Jahren. Heute schlummern die Formen dieser schönen Bauten bei Faller.

ex-herpas Bahnhofs-Ensemble 601, dazu passend ein ET403 (Lima N).

Mit Geschmack ist das so eine Sache. Obwohl gerade in der Baugröße N schon immer ‚moderne‘ Züge unterwegs waren und sind, entsprechen die dazu angebotenen Gebäude-Bausätze eher weit zurückliegenden Epochen. Weil die Anbieter der Meinung sind, die Modellbahner wollten das so. Zum Glück gab und gibt es Ausnahmen.

Das Stadt-Cafe 605 von herpa. Sehr schick in Szene gesetzt.

Natürlich sind zum Beispiel Fallers Stadthäuser sensationell gemacht; ihr ursprünglicher Hersteller Pola hatte in den 80er Jahren ganze Arbeit geleistet: Pola versorgte damals die N-Bahner mit Gründerzeit-Häusern in feiner Gestaltung, ähnlich wie sie das zeitgleich in H0 gestartet hatten. Endlich konnte man den bis dahin bestimmenden Fachwerk-Häusern entkommen.

Vollmer bot diesen Stadt-Bahnhof unter der Nummer 7500 an. Auf älteren Kartons stand N / TT – aber nur zu N passen die Größenverhältnisse wirklich.

Auch unter ‚Vollmer‘ gibt es ein Stadt-Sortiment, allerdings deutlich moderner, nämlich im typischen Stil der 50er/60er Jahre. Im Maßstab zum Teil leicht geschrumpft passen diese Bausätze nicht unbedingt direkt neben die Pola-Häuser, obwohl der Stil-Mix an sich in deutschen Städten so vorkommt. Aber vor allem als stilfestes Ensemble sind diese Bausätze wirklich schön anzusehen: Viessmann bietet sie noch heute unter dem Logo ‚Vollmer‘ fast komplett an. Leider fehlt noch immer der kultverdächtige grüne ‚Kachel‘-Stadtbahnhof 7500; den bekommt man aber noch oft via Ebay.

Häuser nach Vorbildern der 70er bis 90er Jahre sind in N sehr selten, dabei wären diese dank vereinheitlichten Baustils in Nord und Süd gleichermaßen gut verkäuflich.

Was für ein spektakuläres Titelbild. 😀

Nun fiel mir vor Jahren ein herpa-Katalog aus den 70er Jahren in die Hände. Ich war gerade neugierig dabei, die Baugröße N auf ’neueste Neuigkeiten‘ zu checken. Und wie das so sein kann im Leben, das genaue Gegenteil fand mein Interesse: Herpa hatte nämlich Ende der 60er Jahre begonnen, für die damals nagelneue N-Bahn Gebäude zu entwickeln, die dem zeitgenössischen Stil entsprachen. Herpa war also höchst aktuell „am Puls der Zeit“, wie man so sagte.

Die Bahnhofs-Halle von herpa. Im Hintergrund ein ‚TEE‘.

Augenblicklich faszinierte mich das Foto des Bahnhofs: Im sachlichen Stil der 60er Jahre, hoch aufbauend und mit großen Fensterflächen machte das Gebäude richtig was her. Dazu gab es zwei passende Anbauten ‚Post‘ und ‚Bank‘ und zudem zwei artverwandte Stellwerke. Das gefiel mir über alle Maßen. Dass man gegen die durchleuchtenden Wände etwas tun müsste, das war mir schnell klar.

Die Post von herpa. Mit TEE. Mehr Epoche 3 / 4 geht nicht, oder?

Außerdem entdeckte ich die Reihenhäuser, die seit langer Zeit Fallers Sortiment bereichern, das ‚Atelier-Haus‘ und auch Alpenländisches… Nicht zu vergessen, das coole Stadt-Café mit seinem runden Vorbau. Für mein Dafürhalten hatte man bei herpa damals ein goldenes Händchen. Augenblicklich wurde Google doch noch mein Freund…

Eine Zeichnung aus herpas Anleitung.

…und in relativ kurzer Zeit erwarb ich für angenehm niedrige Preise sämtliche Bausätze dieser Serie und untersuchte sie auf Konzeption und Qualität.

so ein schönes klassisches Konzept.


Dabei fand ich heraus, dass man zu der Zeit konstruktiv wirklich anders gedacht hat, als heute. Oft müssen Wände einfach stumpf aneinander geklebt werden. Und man muss beim Zusammenbau mit viel Bedacht vorgehen:

Faller hat das Brückenstellwerk von herpa neu aufgelegt. Und leider mit sehr alten Modellen dekoriert.

Ende der 60er Jahre setzte man ein gutes Vorstellungsvermögen voraus. Insbesondere auch, was die Anleitungen betraf, die heutigen Einsteigern eher kryptisch vorkommen dürften. Prompt unterliefen mir beim Zusammenbau ein paar Fehlerchen, aber das ist nicht weiter schlimm: 1. Man lernt nie aus und 2. hatte ich mir ohnehin jeweils zwei Bausatz-Exemplare an Land gezogen. ?

Schließlich stand der Bahnhof komplett vierteilig auf seinen Plattformen (mit Treppen!) vor mir, und ich war zum ersten Mal seit langer Zeit über ein Modellbahn-Produkt so richtig glücklich, obwohl steinalt (die Bausätze, nicht ich). Genau so hatte ich mir meinen Modell-Bahnhof immer gewünscht. Nix hier mit ’niedlicher Kleinstadt‘, sondern klare, sachliche Moderne, wie sie zum Beispiel im ehemals zerstörten Ruhrgebiet noch heute üblich ist – und überdies extrem signifikant für die Zeit und das Land, in der / dem ich aufgewachsen bin.

Nebengebäude 1: Die ‚Post‘. Das Dach wird später natürlich angeklebt. Fegen schadet nicht. Der Sendemast…
...sendet offenbar schräge Programme. *harr harr*.

Neugierig erkundigte ich mich bei herpa nach etwaigen Vorbildern. Netterweise kam postwendend (das sagt man heute gar nicht mehr, oder?) die Antwort, nein, konkrete Vorbilder gebe es nicht; man habe sich vom damals aktuellen Baustil inspirieren lassen. Tja, ich würde mal sagen: Guter Job! 😀 Denn auch 50 Jahre später kann man diese Bausätze aus Originalfertigung noch immer richtig klasse finden. 🙂 Stilistisch erinnert der Bahnhof ein bisschen an Heidelberg.

Die Empfangs-Halle mit zeitgenössischem VW-Käfer (Wiking).
Aus der vor-Graffiti Zeit. Alles schön sauber. 🙂 Diese Fenster mit bräunlichen Rahmen oben-innen ließen sich zu Durchgängen in die beiden Nebengebäude umgestalten…

Nun höre ich von Hersteller-Seite oft zur Frage nach modernen Bauten, auch in Bezug auf die Jetztzeit, „sowas will doch keiner“. Ist das wirklich so? Die stets moderne N-Bahn muss großteils an Gebäuden vorbeifahren, die überhaupt nicht mehr zu ihnen passen. Vorbildtreue hört ja nicht bei den Fahrzeugen auf.

Nebengebäude 2, ehemals auch als Sparkasse erhältlich. Man sieht, dass die Treppen der zusätzlichen Bodenplatten keineswegs einheitlich sind, obwohl alle unter der Nummer ‚612‘ angeboten worden sind. Bei einer Neuauflage könnte man auf Einheitlichkeit achten.

Mir gehen Geschmacks-Diktatoren sowieso auf den Keks. Warum manche Zeitgenossen Anderen ständig vorschreiben wollen, was sie zu mögen und vor allem abzulehnen haben, das erschließt sich mir nicht.


Wieviele N-Bahner kriegen im Handel zu hören „Kaufen Sie sich endlich mal eine ordentliche Modellbahn, H0 oder so!“ Sogar ein Fachzeitschriften-Schreiber äußerte sich wörtlich so zu mir. Kann ja nicht jeder reflektiert sein. Oder auch nur respektvoll.

So sieht die herpa Bahnhofsgrundplatte 612 aus. Klug erdacht. 🙂

Derzeit genießt die Epoche 4 bei Modellbahnern eine ungeahnte Popularität. In H0, TT und N erscheinen derzeit viele neue Modelle nach Vorbildern der 70er und 80er Jahre. Da sollte die Umgebung schon dazu passen. Und die 90er Jahre stehen schon in den Startlöchern. Fachwerk und Altbauten sind an Orten, an denen Schnellzüge auch wirklich anhalten, nicht unbedingt in der Mehrzahl…

Auch so typisch für die Nachkriegszeit: Alles schön sauber abgezirkelt dargestellt. Der Krümel-Baum steht natürlich nur für das Foto herum, das wird später nett bepflanzt.

Vielleicht legt Faller diese Herpa Bausätze wieder auf, ausdrücklich als Ensemble gekennzeichnet und in angenehmen Farben (weniger blaugrau) – ich würde auch noch eine dritte Garnitur abnehmen. ?

Minitrix & Fleischmann-Piccolo – Unheiteres Sägen am eigenen Ast.

Die Modellbahn in 1:160 ist eine tolle Sache: Viel älter, als H0 (N: 1912, H0: 1935) und außerdem platzsparend. In letzter Zeit häufen sich Beschwerden über die Qualität der N-Lokomotiven und Waggons. Und das wird so langsam gefährlich.

Wenn man ein Produkt erwirbt, egal welcher Art, dann möchte man den geforderten Preis widergespiegelt bekommen. Durch Qualität, Features und / oder den Markennamen. Denn die Modellbahnerei ist vor allem auch eine Identifikations-Möglichkeit. Es gibt Hersteller, die ihre Kunden mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis über Jahrzehnte erfolgreich an sich binden. Betrachtet man aber die jünsten Auslieferungen der beiden großen Namen in der Baugröße ‚N‘, dann entstehen Zweifel, ob das so noch lange gutgehen kann.

Der Spur N erging es ein bisschen, wie der Musik-Cassette gegenüber der Schallplatte: H0 und LP waren zuerst da – also verehrt man sie als ‚heilig‘. Die modernere Variante, also die N-Bahn oder eben die Cassette, kamen später, wurden zuerst verlacht und später zumindest fortwährend diskriminiert. Wie ein Generations-Konflikt, der stur über Jahrzehnte ausgetragen wird.

Allerdings kann es auch vorkommen, dass das Geschmähte sich selbst torpediert, indem zum Beispiel billigeres Band-Material verwendet wird und sich die Haltbarkeit verschlechtert. Die Kunden nehmen dann schnell Abstand. Ähnlich ergeht es derzeit leider der Spur N.

Fleischmann-‚piccolo‘ – inzwischen ein Trauerspiel.

Eine ganze Reihe von Händlern berichten, dass sie unter den vielen, vielen reklamierten Fahrzeugen in Schachteln mit erneuertem ‚Fleischmann‘-Logo (mit abgeschnippeltem ‚M‘) geradezu „absaufen“. Einige Äußerungen klangen geradezu verbiestert, weil es derartiges bei original-Fleischmann nicht gegeben hat. B-Ware? Wie man hört, damals allerhöchstens Geheimsache. Und heutzutage der Normalfall?

Nun ist Fleischmann-‚piccolo‘ für viele N-Bahner das Synonym für die N-Bahn, vor allem, seitdem Hornbys eigentümliche Mannschaft die Marke ‚Arnold‘ vom Kult-Produkt zum HaveBeen hat verkommen lassen. Auf die Piccolo war Verlass gewesen. Längst aber hat eine Erosion des Vertrauens eingesetzt, und so etwas ist schwer zurückzugewinnen – speziell im Fall der Firma, der die Fleischmann-Formen inzwischen gehören.

Mir ist es eigentlich egal, wo Modellbahnen produziert werden. Klar ist mir eine Fertigung im eigenen Land am Liebsten. Wir sprechen hier immerhin über Deutschland, und hier ging mal was. Die Firma Sandakan in China hat in den Nullerjahren brilliante Qualität geliefert, an alle möglichen Hersteller, die ich hier natürlich nicht nenne. Leider gibt es diese Firma nicht mehr. Und was aktuell in Fleischmann Kartons ausgeliefert wird, das hat mich ein paar Mal vom Kauf Abstand nehmen lassen – gut für die Nerven derer Entscheider, schlecht für ihren Umsatz.

Minitrix – absurd teuer, Qualität frustrierend.

Ähnlich ergeht es leider der Minitrix, und damit sind gleich beide großen Namen der Spur N im europäischen Raum angeschlagen. Zusammen mit Arnold Anfang der 60er Jahre war Trix Begründer der N-Bahn, aber heute erkennt man die Marke kaum noch wieder. Eine Märklinisierung hat eingesetzt, die den N-Bahnern nicht schmeckt. Was in H0-AC funktioniert, das läuft in N angesichts der großen Konkurrenz, international zudem, noch lange nicht.

Decoder in den Loks ab Werk – geschenkt. Schließlich konfiguriert niemand sein Smartphone selbst. Aber jede neue Lok ab Werk mit Sound zu Listenpreisen von um 300 Euro, das wird in N auf Dauer nur noch eine Minderheit bezahlen wollen. Die N ist für den Massenmarkt gedacht, anders, als Z, die wirklich nur für eine sehr spezielle Klientel produziert aber bei märklin intern sogar bevorzugt wird. Schon eigenartig. Die N ist die Modellbahn für Jedermann, die de facto in jeder Wohnung Platz findet. Märklins bekloppte Preise torpedieren diesen Grundsatz.

Zudem: ‚Sound‘ in ‚N‘ klingt niemals wirklich satt. Das geht auch gar nicht, jedenfalls nicht nach derzeitigem Stand. Zudem sind märklins Soundfiles alles andere, als überzeugend.

Die Preise für die Sound-Loks und die aktuellen Personenwagen, deren Formen in weiten Teilen 20, 30 Jahre alt sind, und die heute pro Exemplar für 50 Euro angeboten werden, wirken in Summe schon etwas verzweifelt: Wenn die Stückzahlen nicht stimmen, dann versucht man eben, aus den wenigen verbliebenen Kunden mehr Geld herauszupressen.

Das Ergebnis aber wird sein, dass märklin das ungeliebte Kind ‚Minitrix‘ aufs Abstellgleis schiebt. Denn allein von „Rechtsanwälten und Ärzten“ wird die Minitrix nicht überleben.

Wieso ist der Minitrix-Steuerwagen kürzer, als seine Mittelwaggons…? ?

Abbgesehen von den Preisen stellen sich mehr und mehr Qualitäts-Probleme als Ärgernis heraus, eben, wie auch bei Fleischmann-N. Sie alle aufzuzählen, würde langweilig. Hier nur ein paar Beispiele aus meiner eigenen Erfahrung.

  • Mir ist kaum ein Minitrix-Fahrzeug aus der Fertigung von Anfang des Jahrtausends bis heute bekannt, dessen Achsen nicht irgenwie eiern. Wie das beim Fahren aussieht, kann man sich denken.
  • Die bananen-förmigen roten Doppeldecker auszuliefern war eine Frechheit. „Ist ja nur Minitrix“?
  • Aktuelle Kupplungen haben zuviele Schwimmhäute, sodass sie sich nicht frei in den Kupplungs-Schächten bewegen können.
  • Die Dächer aktueller Silberlinge sind zumeist verzogen, auch mal zu kurz, und dieser seitliche Überstand ist mir völlig neu.
  • Der Karlsruher Kopf von Minitrix ist kürzer, als seine Mittelwaggons. Eine Glanzleistung.
  • Dessen Schleppschalter funktioniert nicht, und die Radschleifer sind viel zu stramm, d.h. zu dick. Man muss hier nachträglich einen Decoder einlöten und feinere Radschleifer einbauen, damit sowohl Fahrverhalten als auch Beleuchtung überzeugen.
  • Kupplungshalter der neuen, teuren Minitrix-103 hängen schräg herab. Nach diversen Varianten denkt man wohl darüber nach, dieses Teil neu zu machen. Reichlich spät.
  • Die Fenster neuerer Minitrix-Silberlinge ragen seitlich nach außen aus dem Gehäuse. In H0 wäre derartiges unverkäuflich.
  • Die roten Zierstreifen der neuen 103 mit komplett rotem Rahmen sind ungleichmäßig dick und zudem ausgefranst aufgedruckt. Für mich ist die Lok deswegen uninteressant.
  • Die City-Bahn Köln-Gummersbach bekam stur kieselgraue Fensterrahmen, obwohl ihre Vorbilder großteils beigefarbene Fensterrahmen besaßen. In H0 hatte märklin vor Jahren sogar silberne Rahmen aufgedruckt, ebenso Piko in H0 und G sowie Tillig in TT. Soviel Unsinn. Gänzlich anders bei Fleischmann: Sowohl in H0 als auch N haben die Franken diese Fahrzeuge mehrmals in richtigen Farben ausgeführt.
    Wozu leisten sich die Hersteller eigentlich Dokumentations-Abteilungen?

Und so weiter…

…der lachende DriTTe…

Dabei hat inzwischen ein leiser Trend eingesetzt, hin zu kleineren Modellbahnen. In den 90er Jahren war H0 einfach ‚das Ding‘. Aber inzwischen merken mehr und mehr Modellbahner, dass man für H0 schon mehr Platz braucht, als ein blödes Türbrett. Teppichbahning ist auf Dauer unpraktisch. Und In N oder auch TT kann man schon mehr aufbauen.

Insofern ist es geradezu behämmert, ausgerechnet in N an der Qualität zu sparen, weil man hier einen belebenden Trend befeuern könnte. Aber man orientiert sich an den langjährigen Kunden, und offenbar geht man davon aus, dass diese schon alles schlucken werden. Mitnichten. Wäre das so, gäb es kein Revival der Spur Null, die vor allem von älteren Herren gekauft wird.

Die Gleichgültigkeit der Entscheider (das müssen keineswegs immer die direkten Produktmanager sein) dürfte sich auf Dauer geschäftsschädigend auswirken. Wer vorhat, über die kommenden Jahrzehnte eine schöne Modellbahn-Sammlung in 1:160 aufzubauen, dem kann man leider nicht gerade die aktuellen Produkte der beiden großen Namen empfehlen. Immerhin, es gibt einen 50jährigen Backkatalog…

Ausgerechnet Tillig könnte das Versagen der Anderen freuen. Denn deren TT Sortiment zusammen mit Herstellern wie Kres, Kühn, Piko und ehemals Roco ergibt ebenfalls eine respektable Auswahl – in einer Baugröße, die Unvorbelasteten zumeist auf Anhieb sympathischer ist, als die N, die immerzu als „klein“ wahrgenommen wird. Nicht jeder braucht ein Status-Symbol, sondern wünscht sich einfach eine bezahlbare Modellbahn, die sich auch wirklich fest aufbauen lässt.

BASS, BASS, wir brauchen BASS! (im TEE und Lyntog von Roco)

…rappt ‚Das Bo‘, und recht hat er: Auch Modellbahn-Loks klingen besser mit Bassreflex-Boxen.

Wer glaubt, dass die aktuell beliebten Lautsprecher im ‚Zuckerwürfel‘ Format guten Sound produzieren, hat noch nie die Bassreflex-Speaker von DCC Supplies gehört. Kurz gesagt: Die! Haben! Wumms!

…ein alter TEE von Roco mit LED-Innenbeleuchtung, Esu Sound und Bassreflex-Box.

Offensichtlich probehalber habe ich so ein Ding in einen TEE von Roco eingebaut und wohl ein bisschen naiv die Taste F1 gedrückt. …und eine Bestie erwachte zum Leben! 😀

Schnell das Dach aufgeklippst (die runden Gitter sitzen dann direkt über dem Lautsprecher), und es klingt direkt noch satter. Sowas in H0, das ist unglaublich und bedarf im Spielbetrieb dringend der Lautstärken-Regulierung.

Zwar passen diese Lautsprecher nicht überall hinein, aber in klassischen H0-Loks von Fleischmann und märklin kriegt man die schon unter.

Meiner Einschätzung nach sind das die derzeit besten Lautsprecher für Modellbahnen, die man kaufen kann. Apropos, Bezugsquellen sind entweder ebay oder natürlich die DCC Supplies Website:

https://www.dccsupplies.com/cl-108/miniature-speakers.htm

…könnte allerdings sein, dass man danach an normalen ‚Zuckerwürfeln‘ die Lust verliert.

Führerstände für Rocos TEE

Seit 1983 besitzt der ‚Trans Europ Express‚ von Roco den Makel, dass man durch die Fenster der Führerstände direkt auf die zumeist knallgrünen Platinen schauen kann – denn trotz der feinen Gehäuse-Detaillierung hat es nicht für die Nachbildung der Führerstände gereicht. Bis heute ist das so. ??‍♂️

Dabei gibt es inzwischen ein passendes Bauteil: Zum Erscheinen der dänischen Variante ‚Lyntog‘ (Blitzzug) konstruierte man bei Roco einen solchen Führerstand, der dann im speziellen Steuerwagen zum Einsatz kam. Dieser Führerstand passt aber auch in den Motorwagen und zwar so exakt, dass man Absicht vermuten darf. Leider ist man bei Roco zu doof, diesen Führerstand ab Werk in beide Fahrzeuge einzusetzen – der Jubi-TEE wird es zeigen, ob man in Österreich aufgewacht ist.

So sieht ein TEE bzw. ein Lyntog mit Führerstand aus.

Das Ersatzteil hat übrigens die Nummer 115347 und ist zur Onlinestellung dieses Artikels nicht lieferbar. Man sollte also immer mal wieder Rocos Ersatzteil-Website checken, ob sich daran etwas geändert hat. Denn wie die Bilder zeigen, wertet so ein Führerstand das Fahrzeug wirklich extrem auf.

Fehlt nur noch der oder (die beiden) Lokführer.

Bremsscheiben

Beim Vorbild besitzen die acht (vier) angetriebenen Räder auffällige Bremsscheiben. Auch deren Nachbildung spart sich Roco seit 1983, immerhin ist die Form der Räder in deren Bereich erhaben ausgeführt. Das erleichtert die Nach-Arbeit.

Bremsscheiben, wie sie sein sollen.

Verwendet habe ich kein normales Silber (das kann ja jeder), sondern Humbrol Polished Steel 27003. Diese Farbe pinselt man sorgfältig auf, lässt sie gut trocknen, und erst am nächsten Tag poliert man sie mit einem weichen Tuch glänzend, bis es ‚echt‘ aussieht. Der Effekt ist fantastisch.

Wer dabei eine gewisse Ungereimtheit feststellt, was Rad-Zentrum und in der Blende dargestellte Radlager betrifft, der hat recht: Diese sollten eigentlich übereinstimmen. Tun sie aber nicht. Und seltsamerweise findet sich ganz genau dieser Fehler auch beim märklin-Modell aus 2002. Welches überdies ebenfalls keine Führerstände besitzt. ?Also wirklich. ZUFÄLLE gibt es…