S-Bahn Rhein-Ruhr von Piko

Orange, wohin man blickt. 🙂

Pikos neu ausgelieferte S-Bahn Wagen nach Vorbildern der Bundesbahn der 80er Jahre gefallen auf den ersten Blick. Dass sie etwas handfester konstruiert wirken, als Rocos ältere Pendants, entspricht der Qualität, die man von Piko erwartet. Man findet viel Schönes aber auch ein paar Kritikpunkte. In Summe machen mir diese Fahrzeuge viel Spaß.

Derzeit sind folgende Fahrzeuge lieferbar:

2. Klasse 58500: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=27452&vw_name=detail

1./2. Klasse 58502: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=27458&vw_name=detail

Steuerwagen 58501: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=27453&vw_name=detail

Ausführung.

Eng, aber ohne Zwang – gut so. 🙂

Die Waggons sind maßstäblich lang konstruiert und dank ihrer kürzeren Vorbilder auch für märklin- und Fleischmann-Fahrer geeignet. Die Kulissen für Kurzkupplungen halten die Waggons wirklich nah beieinander, anders, als noch bei Pikos Schnellzugwagen, die zueinander etwas ängstlich auf Abstand bleiben.

Bei meinen x-Waggons hakelten die Kupplungsträger ein bisschen; ein paar Tropfen von Fallers Teflon-Schmierzeug, und seitdem laufen die Bewegungen geschmeidig.

Mit einem Lackmaler imitiert man die Griffstangen.

So aufwändig Pikos bei den x-Wagen viele Details auch darstellt, ausgerechnet die auffälligen Griffstangen an den seitlichen Wagen-Enden sind als ‚Balken‘ im Gehäuse angeformt. Dies konnte Roco besser, und das vor bereits 32 Jahren: Kleine Metallstifte im Gehäuse stellen diese Griffstangen sauber, wenngleich wenig vorbildgerecht dar. Bei Piko muss man sich mit einem kieselgrauen Lack-Strich behelfen (gut trocknen lassen!).

Separate Scheibenwischer und seitliche Griffstangen. Und Staub. 😉

Immerhin, der Steuerwagen besitzt neben den Führerstandstüren separat eingesteckte Griffstangen, vorbildentsprechend gekröpft. Dazu passen die separat eingesetzten Scheibenwischer und kleine extra-Griffe. Die Wirkung dieser Teile ist großartig.

Sogar im Bereich der Fahrgestelle findet man filigrane, extra angesetzte Details, die man allerdings nur sieht, wenn man nach ihnen sucht. Diese eigenartige Inkonsequenz, dass Piko die Detaillierung im Fahrgestell quasi übertreibt, sich zugleich aber am Gehäuse Details spart, kennt man schon von der 103:

Ihre Drehgestelle besitzen unfassbar viele separat eingesteckte Teile, aber ausgerechnet die auffälligen Scheibenwischer sind nicht nur Teil des Gehäuses, sondern auch noch geteilt; da jeweils zur Hälfte an Gehäuse und Fenster angeformt. Wenig nachvollziehbar.

Ich vermisse hier eine sachkundige Führung der Konstruktions-Prinzipien.

Piko hat tatsächlich das Abteil der 1. Klasse in der Form nachgebildet. Vorn sieht man die Bodenschwelle und die Abteil-Wände.

Die seitlichen Fensterbänder liegen etwas zu weit im Gehäuse, das erinnert leider an Rocos Modelle. Gerade die Fenster hätte man bei einer Neukonstruktionen von 2018 wirklich eleganter gestalten sollen.

Tatsächlich stimmt Pikos Werbe-Versprechen, diese Waggons seien „wackelfrei“. Dass dies für einige andere Waggons von Piko nicht gilt, sei hier nur der Vollständigkeit halber angemerkt. Fairplay.

Piko hat wie üblich ein Produkt-Video veröffentlicht:

Farb-Differenzen.

Der Führerstand des Steuerwagens zeigt ein äußerst passgenau eingesetztes Front-Fenster, dessen Rahmen aber statt silbern leider schwarz bedruckt wurde und so völlig anders wirkt, als das Vorbild.

Trauerflor…?

Leider kommen unnötige Farb-Fehler in Pikos Expert-Reihe immer wieder vor. So wurde auch der Wagenboden des Steuerwagens in leicht von den anderen Waggons abweichendem Braun-Ton eingefärbt, auch seine seitlichen Rahmenwangen lackierte Piko in genau demselben abweichenen Farbton.

Unten der Steuerwagen – braun ist nicht braun.

Und auch das Orange meiner Lokomotive BR 111 weicht in der Farbtemperatur leicht von den drei Waggons ab.

Zwar kann man alles weg-erklären mit „Abweichungen gab es beim Vorbild auch“, aber hier geht es nicht um rhetorische Klimmzüge, sondern um schwankende Produkt-Qualität. Dabei wäre es ganz wunderbar, könnte man sich bei Piko auf einheitliche und richtige Farben verlassen.

Decoder für Lichtwechsel. Und so.

LED Technik hat ihre Vorteile.

Besonders viel Mühe gab sich Piko mit den umfangreichen Möglichkeiten der Beleuchtung: Stirn- und Schlussbeleuchtung, Zugzielschild, Führerstand und beide Aborte sind mit LED bestückt und separat einschaltbar, sofern man einen Funktions-Decoder einsetzt.

Auch eine nachträglich eingebaute Innenbeleuchtung kann über den Decoder geschaltet werden. Die Mittelwaggons benötigen hier einen kompletten Satz Innenbeleuchtungen inklusive Radschleifern – wohlgemerkt! Piko hat dazugelernt und die primitiven Achsschleifer endlich gegen sinnvolle Radkontakte ersetzt, die eine Achtpunkt-Stromaufnahme ermöglichen. So hätte es von Anfang an sein sollen, sogar bei Trix gibt es solche Dinge seit vielen Jahren.

Innenbeleuchtung Mittelwaggons Piko 56291:
https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=28051&vw_name=detail

Innenbeleuchtung Steuerwagen Piko 56292:
https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=28052&vw_name=detail

Zum Anschluss des Lichtwechsel-Decoders setzt Piko nicht auf bewährte Schnittstellen wie mtc21 oder Plux22, sondern auf eine eigen(sinnig)e Lösung: Unter der Platine finden sich zwei Buchsen aus dem Elektronik-Bereich, in denen eine Blind-Platine mit viel Kabelage den Analog-Betrieb ermöglicht. Der von Piko angebotene Funktionsdecoder trägt zwei passende Stecker mit sinnfällig angeschlossenem Kabel-Verhau. Er ist derzeit der Einzige seiner Art, der mit diesen Steckern angeboten wird.

Für Modellbahner und Händler ist dieser Schnittstellen-Egoismus äußerst lästig, denn Piko versucht, den freien Einsatz von Funktionsdecodern zu torpedieren. Das klingt nach 1965, nicht nach 2019. Piko sollte Bewährtes übernehmen und sich in das Vorhandene einreihen. Abgesehen davon sind die vielen einzelnen Kabel und die kleinen Steckerchen schon sehr fummelig.

Decoder nach freier Wahl – das geht auch hier. 🙂

Freidenker finden sogar zwei einfache Möglichkeiten, einen Funktions-Decoder nach Wahl in den Steuerwagen einzubauen. Ein Lötkolben, eine Pinzette und etwas Geduld sind dazu notwendig. Ich habe einen FX Decoder von Esu (ohne Kabel) verwendet.

Die nun folgenden Tipps erfolgen ausdrücklich ohne Gewähr!

Esu Funktions-Decoder:
pilot-fx-v40/ h

Möglichkeit 1, Decoder bleibt steckbar: Man zupft die beiden Stecker der Blind-Platine aus den Buchsen. Dann werden die Kabel nacheinander, Funktion für Funktion, von der Blind-Platine ab- und jeweils sofort an die passende Stelle des neuen Funktionsdecoders angelötet. Tipp: Sorgfältiges Vorgehen erhöht die Erfolgs-Chancen. 🙂 Diese Arbeit ist etwas fummelig, aber es bleibt der Vorteil, dass der Decoder nur gesteckt ist und sich so einfach austauschen lässt.

Auf diese Weise kann man auch sehr günstige Decoder wie den Tams FD-R verwenden: https://tams-online.de/Funktionsdecoder-FD-R-Basic-2

Belegung der beiden Buchsen im x-Steuerwagen. Von OBEN betrachtet!
Sauber löten können Andere ganz prima. 🙂 (funktioniert übrigens)
Der Decoder verschwindet…
…zwischen den beiden Wänden.

Möglichkeit 2, Decoder wird fest eingelötet: Auf der Platine finden sich kleine Löt-Pads mit eindeutigen klaren Angaben, welches Decoder-Kabel dort angeschlossen werden soll. Natürlich muss auch hier die Blind-Platine mit ihren Steckern aus den zwei Buchsen gezogen und aus dem Steuerwagen entfernt werden. Anstelle dort lötet man die Decoder-Kabel direkt an der Hauptplatine an. Gemäß den genormten Kabelfarben habe ich Zeiger angebracht. Für blau gibt es mehrere Anschlussmöglichkeiten.

Wer nun zum Beispiel einen Esu-FX Decoder fest installieren möchte, kauft einen solchen mit Kabelbaum, schneidet dessen Stecker ab (oder lötet die Kabel vom Stecker) und lötet die Kabel direkt auf die Platine. Hält man sich an die genormten Kabelfarben, gelingt die Installation sehr schnell und erfolgreich.

Ärgerliche Achsen.

Ein unschönes Kapitel sind bei einigen meiner Waggons von Piko die Achsspitzen, die sich in die Drehgestelle eingefräst haben. Alle meiner „Schnellzugwagen“ von Piko habe ich nachbessern müssen mit Messingbuchsen von Peho. Diese werden in die Drehgestelle eingebracht, sodass die Achsspitzen darin drehen und nicht mehr im Kunststoff. So entsteht langfristige Sicherheit.

Peho Lagerbuchsen aus Messing & Werkzeug: http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

Außerdem musste ich bei den Schnellzugwagen die Achsen ersetzen gegen solche von Thomschke, weil Pikos rauhe Radflächen sich überaus willig mit Schmutz zusetzten. Und das stört. https://www.modellbahn-radsatz.de/h0/radsaetze-h0-gleichstrom/piko/index.php

Auf der Achsspitze erkenbar Kunststoffreste aus dem Drehgestell-Rahmen.

Auch meine neuen x-Wagen zeigten leichte Fräs-Spuren in den Drehgestellen. Und das, obwohl Pikos Räder neuerdings endlich glatte Oberflächen besitzen. Ob hier tatsächlich ‚Gefahr‘ für die Waggons besteht oder dies für die ersten Stunden normal ist, werde ich noch herausfinden. Im Zweifel ordere ich einfach weitere Peho-Buchsen, schön genug sind die Waggons schließlich.

…wird fortgesetzt.

Pikos neues H0-Bettungsgleis (A-Gleis).

…wird fortwährend ergänzt. 🙂

Pikos neues Bettungsgleis.

Für mich war es DIE Messe-Überraschung 2019: Piko spendiert seinem etablierten A-Gleis ein Schotterbett. Seit Ende März befinden sich die ersten Bettungsgleise in Auslieferung.

Alle großen Hersteller haben Modellbahn-Gleise mit Schotterbett im Sortiment. Nun hat Piko nachgezogen, und dieser Text wird sich ausführlich mit diesem System beschäftigen, auch, was zukünftige Neuheiten betrifft. Das ist ja das Praktische an der Online-Schreiberei. 🙂

Fleischmann, Trix, Piko, Roco.

Derzeit lieferbar sind notwendige Standard-Gleise, Gerade, Gebogene und normale Weichen sowie Bogenweichen. Pikos Website wird dem Programm folgend aktuell gehalten:

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=301&vw_id=348&vw_name=detail

Startsets von Piko mit dem Bettungsgleis findet man hier:

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=301&vw_id=358&vw_name=detail

Ein erstes Video zum Bettungsgleis kann man hier anschauen:

Als eine preiswerte und dennoch attraktive Alternative zu teuren Gleissystemen startete Piko sein Schwellenband-‚A-Gleis’ in den Nullerjahren. Weichen für zehn Euro und gerade Gleise für rund €1,10 waren eine klare (Kampf-) Ansage. Längst hat sich das A-Gleis eine stabile Fan-Basis erarbeitet.

Hinweis: Am Ende dieses Textes beschreibe ich meine Beobachtungen zur Schienenprofil-Qualität. 🛤

Das A-Konzept.

Offensichtlich hatte man bei Piko die vorhandenen Gleissysteme anderer Hersteller sehr genau analysiert und die jeweils überzeugenden Merkmale übernommen. So macht man das. Von märklin kennt man die praktische lang-kurz-Geometrie, von Roco die Weichen-Charakteristika und von Peco die Blechzungen der Weichen (die Piko zum Glück gegen stabile Teile aus Profilen ersetzt.

Die besonders schmalen Schienenprofile sind zwar 2,5mm hoch, damit auch uralte Modelle hubbelfrei darauf rollen können, sie wirken dennoch recht filigran, zumal wenn seitlich rostbraun eingefärbt.

Links unten die Lücke.

Vor allem die Geometrie macht Spaß, sie ist so nett übersichtlich. Bei RocoLine gehen einem die vielen, vielen Ausgleisgleise auf den Keks. Allein, es fehlt bei Piko das eine (!) wichtige Mini-Gleis, das die beiden Standard-Geraden ausgleicht. Auch für kompakte Weichenstraßen ist dieses 8mm Gleis wichtig.

Bettungen für das A-Gleis.

Was dem A-Sortiment außerdem fehlt(e), ist noch immer ein Entkupplungsgleis – und eben bislang eine Bettung. Die Firma Merkur bietet zwar für das A-Gleis verschiedene Bettungs-Teile mit dem typischem braunen Korkschotter an, man kennt diese Produkte unter dem bekannten Namen ‚Styroplast‘. Leider aber ist das Sortiment nicht komplett. Und für‘s Teppichbahning ist Styroplast nicht geeignet, sondern für distinguierte Anlagenprojekte.

https://www.merkur-styroplast.de/Gleisbett-Zubehoer/PIKO-A:::46_88.html?MODsid=ddb99248789199dff522b2ef88a76f8c

Zuschnitt ab Werk. Die Perspektive als Zitat.
 Längs- und Querstreben als Stabilisatoren.

Nun hat Piko eine eigene Bettung entwickelt, ein bisschen fühlt man sich an Kato-Gleise erinnert. Sie ist wieder einmal grau gefärbt und zum Glück nicht zu fein strukturiert, so wirkt sie auf den ersten Blick vertraut und sympathisch.

Die Bettungsteile bestehen aus unerwartet stabilem, leicht flexiblem Kunststoff. Piko war so klug, im Böschungskörper durchgehende Streben anzuformen, die dem Schienenverlauf folgen.

Und klar ist natürlich, dass man es hier mit einem direkten Konkurrenz-Produkt zu RocoLine mit Bettung zu tun hat. Man kann sich fragen, warum Roco in seiner speziellen Situation 2005 das nicht schon genau so umgesetzt hat…

Ordentliche Übergänge.
Schienen-Laschen umgebogen.

Das Zusammenstecken ist ein bisschen fummelig, weil Piko darauf verzichtet, die Schienenfüße unten anzuschrägen. Durch die weit herausragenden Laschen der Schienenverbinder kann man sich schnell mal unfein pieksen, diese Dinger gehören umgebogen. (Wenn man schon abguckt, dann bitte richtig.) Die Böschungs-Enden haben zueinander keine nennenswerten Abstände, es entsteht ein homogenes Bild.

Verbogene Gebogene . 😉

Ich stelle fest, dass auf der „Platte“ nicht alle Gleise wirklich eben aufliegen. Man kann sie aber leicht aufdrücken, da ist kein Widerstand. Der Grund ist die ‚Buchse’, in die die Gleisklammern einschnappen.

So sehen die ‚Verwerfungen‘ von unten aus.

Diese Buchsen wurden mit sich nach unten schräg erweiternden Seiten gestaltet. Das ist unklug, denn durch die Gleisklammer wird die Bettung hochgedrückt. Fällt sowas eigentlich vor Auslieferung niemandem auf…? Beim Ankleben während des Anlagenbaus ist das allerdings kein Thema mehr.

Rechts die ‚Buchse‘ mit schrägen Seiten.

Für den hauseigenen Prellbock hat man eigens ein Viertelgleis mit spezieller Bettung konstruiert; ein schönerer, komplett neuer Prellbock wäre vielleicht willkommener gewesen.

Prellbock mit Spezialbettung.

Das Schwellenband ist mit zwei bis vier Schrauben auf der Bettung befestigt und ragt ein bisschen über den Schotter hinaus. Das gefällt mir recht gut: So lassen sich die neuen A-Gleise bei Bedarf auch nachträglich noch einschottern. Investitionen und bei klugem Aufbau auch die Lärmdämmung bleiben erhalten.

Weichen-Details.

Ruhe macht Freude.

Denn einer der wichtigsten Vorteile der Bettungen aus flexiblem Material ist das Dämpfen der Fahrgeräusche. Wer das für unwichtig hält, sollte es selbst ausprobieren und vergleichen. Sinnig auf Matten aus Zellkautschuk verlegt, bleibt vom Rollgeräusch kaum etwas übrig.

Manche vergleichen das Roll-Geräusch auf Pikos Bettung mit dem Sound der Vorbilder. Fairerweise muss man sagen, dass das RocoLine-Gleis mit Bettung bis heute in Sachen Lärmdämmung unübertroffen ist. Dessen weiche Böschung erstickt fast sämtliche Eigenschwingung.

Auf dem A-Bettungsgleis entsteht eine Art Rauschen im mittleren Frequenzbereich, das zwar vernehmlich ist, mich zumindest aber nicht stört. Die Gleise von Fleischmann und Märklin-C und Trix-C vibrieren wegen ihres harten Materials recht vernehmlich, und sie reflektieren den Schall. Sensible Gemüter sind für weniger Krach beim Fahren allerdings sehr dankbar.

Einfärben macht schön. ☺️

Die Schrauben in den Schwellen mögen bei Vorbild-Fanatikern Stirnrunzeln verursachen, aber für diese Zielgruppe ist Pikos Gleis ohnehin nicht gemacht. Dabei bietet das A-Bettungsgleis so einen unerwarteten Vorteil gegenüber den Mitbewerbern:

Umfärben ist einfach!

Die Farbgebung der Böschung ist typisch für die Branche. Wählte man früher Wohlfühl-Farben, greift man heute zu Neutralem. Zum Glück kann man Pikos Bettung besonders einfach aufwerten.

Die Böschung lässt sich nämlich unabhängig vom Schwellenband einfärben, sogar noch nachträglich und auch im Fall der Weichen. Denn die Gleise sind nur mit Schrauben auf dem Schotterbett befestigt. Man kann also die Bettungen separat lackieren und nach dem Trocknen der Farbe die Gleise einfach wieder draufschrauben. Für kreative Modellbahner ist das eine tolle Sache.

So sieht Pikos Bettung ‚nackt aus‘.

Beim direkten Konkurrenten RocoLine ist das Nacharbeiten im Fall vieler Weichen nur sehr umständlich möglich, weil diese fest mit speziellen Platinen im Sockel verlötet sind.

Wer sich an Pikos sichtbaren Schrauben stört, kann die Gleise beim Anlagenbau mit dauerlastischem Kleber in der Böschung befestigen und die Löcher mit Kitt von Revell füllen und braun betupfen – fertig.

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, das A-Bettungsgleis schöner aussehen zu lassen. Piko war so klug, die Schwellen etwas aus dem Schotterbett herausragen lassen. So entstand Raum, um später beim festen Aufbau zusätzlich Modellbahn-Schotter aufbringen zu können. Mir gefällt das sehr gut. So fährt man vielleicht jahrelang auf seinen Gleisen herum, erweitert über die Zeit seinen Gleis-Fundus, und wenn eine Anlage aufgebaut werden soll, verwendet man weiterhin die geliebten Gleise und professionalisiert mit Schotter ihr Aussehen. Dazu hat Piko ein kurzes Video online gestellt. Ein paar Dinge lassen sich natürlich auch etwas sinnvoller bauen, dazu später mehr.

Schnippeln ist okay.

Links die Schnittkante.

Bei Geraden, die an die Weichen angesteckt werden, müssen die Bettungen schräg abgeschnitten werden, das kennt man von RocoLine mit Bettung. Im Fall des A-Gleises ist der abzutrennende Bereich aber übersichtlicher, denn die Bettung selbst ist kompakter gehalten.

Mit einem Lineal aus Stahl und einem scharfen Cuttermesser ist das schnell und sauber erledigt. Diffizil wird diese Sache bei den Bogenweichen. Unter allen Gleisen finden sich Hilfslinien zum Schneiden, auch das kennt man von einigen RocoLine Gleisen.

Oben RocoLine, unten Piko-A.

Oben Piko, unten Roco.

Oben Fleischmann Profi, unten Piko-A.

Rocos gefühlt überbreite Bettung war meiner Erfahrung nach einer der Gründe, warum viele Einsteiger lieber zu Fleischmann-Profi gegriffen haben: Das Gefühl, etwas „kaputtmachen“ zu müssen, nur, um die Bahn aufzubauen, ist gerade Einsteigern eher unangenehm. Pikos schmalere Bettung ist auf den ersten Blick sympathischer.

Update: Piko bietet neuerdings wirklich alle Bettungen auch separat an. Ganz offiziell, im normalen Programm. Auch für Weichen. Das ist wirklich klasse, denn so kann man verschnippelte Bettungen einfach gegen einwandfreie ersetzen: Der Angstfaktor vom Rocogleis entfällt damit.

Man kann sich auch unterschiedliche Bettungs-Varianten für variables Aufbauen hinlegen. Ein klarer System-Vorteil gegenüber RocoLine mit Bettung. Dort hat man seine Chance seit 1989 ungenutzt verstreichen lassen. Tschä. 🤷🏻‍♂️

A-Zubehör.

Interessant ist das Bettungs-Zubehör. Wo andere Hersteller die Strom-Anschlüsse oder Weichen-Antriebe unter der Böschung verbergen, setzt Piko diese Dinge sogar ausdrücklich in Szene: Kleine Sockel mit Mauerstruktur stützen die bekannten, seitlichen Antriebe und die Anschlusskästen. Das wird diejenigen freuen, die auch nach dem Anlagenbau noch von oben an diese Dinge herankommen möchten.

So bezieht man die Modellbahn-Technik in die Gestaltung mit ein; Andere tun das, indem sie unübersehbare Mittelpunkt-Kontakte abfeiern. Jedem das Seine. Und längst nicht jeder krabbelt gern unter dem Holz herum…

Viessmann-Sockel lassen sich zum Spielen unterstellen.

Zubehör anderer Hersteller lässt sich mit dem neuen Bettungsgleis kombinieren: Viessmanns Oberleitungsmasten lassen sich ganz einfach unter der Böschung platzieren, dazu muss man nur mit einer Zange die Lasche vor dem Mast plattbiegen. Ebenso sind märklins Hobby-Signale einsetzbar, den passenden Signal-Decoder gibt es für elf Euro bei diesem Anbieter.

Die rechte Lasche muss man plattbiegen. Dann passt es.

Wer preiswerte Fahrleitungsmasten bevorzugt, kann die bekannten Hobbex-Masten (solange es sie noch gibt) einfach auf zurechtgeschnittene Plastikplättchen kleben und diese unter der Böschung einklemmen. Passt.

Für Decoder muss man die Stege aussparen.

Gibt es Kritik? Ein bisschen. Das A-Gleis hat sich vor allem durch seinen attraktiven Preis verbreitet. Die neuen Bettungsgleise bietet Piko deutlich teurer an, obwohl die Bettungen nur einteilig ausgeführt sind. Allein bei den Weichen geht man behutsamer vor. Möglicherweise hat man sich an marktüblichen Preisen orientiert, die eigenen Fans aber sind eine mildere Denke gewohnt. Meinem Empfinden nach langt man hier etwas sehr hart hin, eine gewisse Abmilderung des Preisniveaus verbesserte auch die Nachfrage.

Offenbar nicht eingeplant hat Piko einen Weichen-Antrieb, der sich ‚unsichtbar’ in der Bettung verstecken lässt, wie das bei Roco und Märklin/Trix möglich ist. Dieser müsste sehr flach sein, vielleicht eine prima Baustelle für Viessmann-Modell. Und für die Seite der Weiche wäre es schön, die glatte Kante neben den Schwellen mit einem schmalen Streifen Bettungs-Plastik ausfüllen zu können.

Die Sockel für Weichenantriebe bietet Piko im unpraktischen Sechserpack an, dessen Listenpreis beträgt rund €14. Nicht gerade einladend für – technisch gesehen – überflüssige Dekorationsartikel, zumal, wenn man den Modellbahn-Nachwuchs mit (immer zuwenig) Taschengeld im Blick hat, der sich kaum fünf überschüssige Teile hinlegen möchte.

Rocos digitaler Bettungs-Weichenantrieb kostet nur rund 20 Euro – ohne Sockel oder Ähnliches zu benötigen. Und das bei einem allgemein anerkannten Gleis-System.

Im Vergleich zu diesem Preis steht Piko teuerer da: Allein der Antrieb kostet bereits 23.- Liste. Plus Einzeldecoder von einem externen Anbieter für rund elf Euro.

Antrieb: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=664&vw_name=detail

Einzeldecoder: https://modellbahnshop.moba-digital.de/epages/12489450.mobile/de_DE/?ObjectPath=/Shops/12489450/Products/WeichEi&Locale=de_DE

Schrubb-Schienen.

Pikos 150 mit deutlichen Spuren.

Es gibt leider einen Aspekt, der mich noch davon abhält, dieses schöne Gleis wirklich zu verwenden. Das betrifft Pikos A-Schienenprofile: Bereits beim ersten Testen der A-Gleise 2006 stellte ich fest, dass darauf vor allem Schlepptender-Dampfloks von Roco mit Kardan-Antrieb vom Tender zur Lok eine Art Metallstaub neben den Schienen zurücklassen. Farblich eindeutig Rocos Rädern zuzuordnen. Klar zu erkennen waren die Radreifen der via Kardan angetriebenen Lok-Treibräder auf einmal hellglänzend poliert, obwohl sie vorher noch matt und dunkel ausgesehen hatten. Bei keinem anderen Gleis-System war mir so etwas jemals vorgekommen.

Eine augenblicklich an Piko geschriebene E-Mail blieb ohne Resonanz. Auch späteres Nachfragen brachte kein Ergebnis.

Deutliche Riefen nach zwei Tagen Betrieb auf dem A-Gleis.
Normale Spuren nach drei Jahren Betrieb auf Roco-Line und Trix-C.

Da ich ahnte, was für Folgen der Betrieb auf dem A-Gleis haben kann, setzte ich für diese Besprechung nur eine kleine Auswahl von Loks meinen neuen A-Gleisen aus.

Und siehe da: Die Räder der grünen 150 von Piko, einem übrigens wirklich wunderschönen Modell, zeigten nach nur zwei Tagen Betrieb auf dem Test-A-Oval deutliche Polier-Spuren und Riefen. Zuvor glichen diese Räder noch denen der hier zum Vergleich gezeigten Räder einer 141, ebenfalls von Piko.

Testhalber habe ich meine Piko-221 einen Tag lang über das A-Gleis geschickt, mit nahezu identischem Ergebnis. 🤷🏻‍♂️

Auch die Räder der 221 waren schnell poliert.

Leider interessiert man sich bei Piko trotz diverser Hinweise nicht für die A-Profile, obwohl auch intern bereits Verdachts-Momente bestehen sollen. Schienen, die Räder verkratzen können, so etwas dürfte es gar nicht geben. Bedauerlich, dass man sich diesem Thema seit so langer Zeit nicht annehmen mag.

Und für märklin H0?

Pukos als logische Erweiterung.

Pikos hohes und dennoch zierliches Schienen-Profil legt den Gedanken nahe, darauf auch märklin-Modellbahnen fahren zu lassen. Denn das K-Gleis findet bei märklins Entscheidern inzwischen wenig Beachtung. Leider.

Eine uralte 01 von märklin konnte ich durch die Herzstücke der A-Weichen schieben, ohne dass es irgendwo geklemmt hätte. Es bedarf lediglich flacher, vorgebogener Punktkontakt-Einsätze, die unter die Schwellen geklippst werden.

Es ist also naheliegend, dass Piko sein A Gleis in naher Zukunft sowohl für DC als auch AC anbietet. 👍🏻 Eine echte Konkurrenz dieser Art wäre für wahre ‚Märklinisten’ sicher eine neue Erfahrung.

Fazit:

Mir gefällt Pikos A-Gleis mit Bettung (B-Gleis?) ziemlich gut. Weder folgt Piko Rocos und märklins Bestreben, technisch das Aufwändigste umzusetzen, noch verbleibt man auf ehemaligem „Hobby“-Niveau. Man beschreitet einen Mittelweg, den man als Modellbahner eigentlich schon verloren glaubte.

Piko gibt sich alle Mühe, das eigene Sortiment auf immer solidere Säulen zu stellen, das ist sehr erfreulich. Folgen sollten zeitnah das angesprochene 8mm-MiniGleis und ein Entkupplungsgleis.

Aber: Solange das Schienen-Profil aus verschiedenen Gründen die Räder meiner Fahrzeuge verschrammen kann, mag ich Pikos Gleis nicht für meine Sammlung verwenden.

Sollte man bei Piko ein Einsehen haben und ein neues, in vielerlei Hinsicht hochwertigeres Profil verwenden, könnte man die Lage neu bewerten. Bis dahin beobachte ich aufmerksam die Entwicklungen. Und fahre auf dem Trix-C-Gleis. Dazu bald mehr.

(…wird fortwährend ergänzt.)

Weihnachtszug von Hornby mit DCC-Decoder, Weihnachtsmann und Licht.

Hornbys Xmas Train. Echt niedlich. 🙂

Hornbys kleine, zweiachsige Dampflok ist seit Jahrzehnten erhältlich. Schnell und preiswert lässt sie sich mit einem DCC-Decoder und Licht aufwerten.

Aktuell gibt es diese hübsche Lok in einem Set als Weihnachtszug, mit zwei hübschen Waggons, Steuergerät und Gleiskreis. Zum Glück rollen die drei Fahrzeuge einwandfrei auch auf kontinentalen DC-Gleisen wie RocoLine oder Trix-C, Fleischmann-Profi oder Piko-A. Nur die Kupplungen verlangen artverwandte Fahrzeuge.

Für diese drollige Lokomotive habe ich den €10-Decoder von LaisDCC ausgewählt. Der Einbau ist schnell erledigt. Zum Schluss gab es noch eine schaltbare Kabinen-Beleuchtung für den thematisch passenden Lokführer. Denn, wenn der Weihnachtsmann gerne arbeitet, haben wir alle etwas davon. 🙂

Demontage

So ist das Gewicht befestigt.

Zum Auseinandernehmen zieht man das Gehäuse mit sanfter Gewalt nach oben aus seinem Klemmsitz. Dann schraubt man das Gewicht los, dessen Schraube sitzt von unten im Fahrgestell. Nun kämpft man kurz mit der eigenartigen Feder, die den Motor auf dem Gewicht festhält. Danach lötet man sehr vorsichtig sämtliche Kabel von allen Kontakten ab, nimmt den Motor und schließlich auch das Gewicht heraus. Vom Gehäuse lässt sich der Tender-Einsatz abklippsen.

Decoder

Vom Decoder werden eigentlich nur vier Kabel benötigt: Schwarz und Rot für die Stromversorgung, Grau und Orange für den Motor. Diese werden auf eine praktische Länge abgeschnitten. Wer die Kabinen-Beleuchtung einbauen möchte, belässt Blau und Grün unverändert lang. Alle anderen Kabel werden auf das Minimum gekürzt.

Anschluss der Radschleifer.

An die Radkontakte werden Schwarz (links) und Rot (rechts) angelötet, dabei wirklich sehr schnell arbeiten, damit der Kunststoff des Fahrwerks nicht zu heiß werden und schmelzen könnte.

Motor-Anschluss.

Dann setzt man das Gewicht wieder ein und schraubt es fest. Anschließend setzt man den Motor ein, dabei fädelt man die beiden Kabel Schwarz und Rot an außen vorbei, und fixiert ihn wieder mit der speziellen Drahtfeder.

Motor und Kabel sind fixiert.

Ein kurzer Streifen Doppelklebeband fixiert den Decoder auf dem Motor. Im Zweifelsfall mit 100% Alkohol die Motor-Oberseite entfetten. Die Kabel Orange und Grau werden an die Motor-Kontakte gelötet. Das war es schon.

LED-Plättchen von einer Innenbeleuchtung.
Lokführer am richtigen Platz.

Ich wollte gern die Kabine beleuchten, dazu verwendete ich ein LED-Platinenstück, von einer gekürzten Innen-Beleuchtung übrig geblieben. Zuerst klebt man mit Sekundenkleber den Lokführer auf die Bodenplatte.

Energie für das Kabinenlicht.

Dann werden die Kabel Grün und Blau durch Öffnungen des Gehäuses in das Führerhaus geschoben. Dort verlötet man sie vor dem Festkleben (!) mit der LED-Platine und macht einen Funktionstest (Taste F1). Falls nichts passiert, die Anschlüsse vertauschen.

Die bunten Kabel sollten durch schwarze Litzen ersetzt werden. Aber auf dem Foto sieht‘s gut aus. 🙂

Sobald die LED aufleuchtet, die Platine mit Sekundenkleber im Dach befestigen und später, nach dem Zusammenbau, der Optik halber mit Seidenmattschwarz tarnen. Dazu ein Hinweis: Erst nach dem völligen Durchtrocknen der Farbe die LED einschalten, am Besten über Nacht abwarten. Sonst besteht die Gefahr eines Kurzschlusses.

Bald gibt’s Geschenke! 🙂

Nun zieht man die Kabel vorsichtig in das Innere des Gehäuses und klippst sehr behutsam den Tendereinsatz wieder fest. Die Kabel müssen dabei neben den Steckern vorbei verlaufen. Die Kabel werden ins Gehäuse gezogen, dort verstaut, und das Gehäuse wird wieder aufgesetzt.

Fertig ist der digitale Weihnachtszug! 🙂

Hinweis: Irgendwann fuhr die kleine Lok nur noch ruckelig. Als Ursache stellten sich kleine Stoff-Vliese heraus, die ab Werk in den Zylindern saßen. Man hatte sie mit Öl getränkt, das nun verharzt war. Man entfernt diese Teile einfach mit einem schmalen Schraubendreher und gibt auf die Stellen, an denen die Stangen aufliegen, jeweils einen Tropfen guten Öls. Dann fährt die Kleine wieder manierlich.

Hinweise zum LaisDCC-Decoder: Diese Bauteile zeigen ein paar Besonderheiten, was die Programmierung betrifft. Nur, weil sie den Programmier-Befehl ignorieren, sind sie noch lange nicht kaputt. Dazu werde ich in naher Zukunft einen erhellenden Text veröffentlichen. 🙂

Rocos BR110 72564 in aufrechter Haltung.

Ende der Nullerjahre konstruierte Roco seine Modelle der „Neubau- E-Loks“ der Bundesbahn neu. Signifikanzen dieser Modelle sind eine Plux22- Schnittstelle, LED-Lichtwechsel rot/weiß – und reduziertes Gewicht.

Schief ist selten modern….

Leider hat man bei Roco diverse Fehler in diese Loks hineinkonstruiert. Zum einen ließ man die Möglichkeiten der vielen Plux22-Kontakte ungenutzt, sodass sich die Schlusslichter ab Werk nicht separat schalten lassen. Zum Anderen sitzen die Gehäuse vieler dieser Neukonstruktionen schief auf dem Rahmen. Sie lassen sich nicht dauerhaft festklippsen. Festgestellt habe ich diesen Konstruktionsfehler bei verschiedenen BR110 und BR110.3, der grünen BR140 mit Doppellampen und der verkehrsroten BR110.3. Es könnten weitere Loks betroffen sein.

Nun sollte man annehmen, dass ein vorgeblich anspruchsvoller Hersteller wie Roco solche Mängel unverzüglich abstellt. Weit gefehlt. Mehrmals habe ich Roco auf diese Dinge hingewiesen. Auch mit Fotos von ihrer eigenen Website. Bis heute ohne Nachbesserung der Modelle. Irgendwann wurde mir das Warten zu blöd, und ich begann, selber nachzuforschen.

Es sind gleich drei Bereiche, die fehlkonstruiert wurden: Außer der Schnittstelle wurden auch einige Klippse innen unten am Gehäuse nicht sinnfällig ausgeführt, diese ragen nicht weit genug nach innen. Zum Anderen ist der Lok-Rahmen aus Zink-Druckguß zu schmal, als dass sich das Gehäuse wirklich festkrallen könnte. Auf Rahmen von Loks dieser Bauart aus den 90er Jahren, damals unter „ExclusiV“-Logo angeboten, sitzen diese Gehäuse übrigens wunderbar fest.

Elektrik

Ich habe also zuerst die roten Schlusslichteran die Platine angeschlossen, damit sie sich einzeln schalten lassen. Das ging recht einfach. (Bild folgt) Die kaltweißen LED des Modells habe ich ausgetauscht gegen LED mit Glühlampen-Effekt:

https://www.railroad24.com/epages/es10595924.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10595924/Products/5611

Gehäuse-Sitz:

Das gelbe Quadrat rechts ist der Fiesling.

Danach habe ich mir genau angesehen, warum die Gehäuse meiner beiden 110er verflixt nochmal so eigenartig zurückfedern. Ohne Lüftergitter wurden die Schuldigen schnell gefunden: Die Führerstands-Einsätze dieser Loks tragen quadratische Abdeckungen für die oberen Lichtleiter. Diese ragen zu weit nach unten und werden (zu) fest auf die Platine gepresst. Außerdem sind die Widerstände für die oberen Spitzenlicht-LED dämlicherweise genau dort angeordnet, wo diese Quadrate aufsitzen. WER kommt auf solche Ideen…

Rechts original, links bearbeitet.

Man nimmt also die Führerstände heraus und ebnet die Überstände mit einer guten Feile und viel Geduld sanft ein. Es muss lediglich der hochstehende Rahmen entfernt werden.

…Entspannung. 🙂
Versetzte Widerstände.

Dann vesetzt man die Widerstände der LED entlang der Leiterbahn an weniger störende Orte. Dazu die Widerstände ablöten, an den neuen Stellen mit einem Cutter-Messer die Leiterbahn zweimal nebeneinander einschneiden und das Zwischenstück herausschieben. Vorsichtig etwas Lack auf der Leiterbahn vor und hinter der Trennstelle wegkratzen (mit einem Schraubendreher) und den Widerstand neu festlöten. Abschließend die nun offenen, ehemaligen Kontakte mit einer sehr ‚flachen Fläche‘ Lötzinn überbrücken.

So schön kann eine BR 110 von Roco aussehen. 🙂

Das Gehäuse rutscht nun prompt bei der ersten ‚Anprobe‘ weit genug über den Rahmen hinab. Das Fixieren erfolgt mit gutem, flachen Doppelklebeband, das seitlich auf den Rahmen gepappt wird. Das hält unerwartet gut und lässt sich auch sanft wieder lösen, komplett abrubbeln und ersetzen. Hauptsache, die schöne Lok sieht wieder gut aus.

Warum Roco diese Mängel auch bei den allerneuesten Auflagen dieser Lokomotiven in blau/elfenbein nicht abgestellt hat (bis auf eine verbesserte Schnittstelle), ist nicht nachvollziehbar. Denn eigentlich sind Rocos „Neubau-E-Loks“ wirklich schön gemacht. So hilft man sich eben selbst! 🙂

Schlanke Drehgestelle für Rocos Schlepptenderloks: BR 041, 042, 001…

Seit ein paar Jahren wirken die Fahrwerke der Schlepptender von Roco eigenartig breit. Mit wenig Aufwand kann man das beheben.

Links die angelegte Blende, rechts original abstehend.

Die eigentlichen Drehgestell-Blenden sind völlig in Ordnung. Aber Roco hat zwischen ihnen und dem Rahmen Plättchen angeordnet, die die Bremsbacken tragen. In der Montage vielleicht einfach handzuhaben, für den Modellbahner optisch ein Rückschritt.

links Originalzustand, rechts bearbeitet.

Um die Tender sozusagen schlanker aussehen zu lassen, zupft man die vier Blenden einfach seitlich komplett heraus, zieht die Zwischenplättchen ab und trennt die Bremsbacken mit ihren Aufnahmen sauber heraus. Dann muss man die Länge beiden runden Stege der Drehgestellblenden um zwei Millimeter reduzieren. Nun die Blenden wieder in den Metallrahmen einstecken und gut andrücken.

links oben angelegt, rechts oben original.

Auf die Öffnungen der Buchsen der Bremsbacken gibt man einen winzigen Punkt Sekundenkleber und steckt sie sinnfällig von innen in die Blenden. Dabei werden sie so ausgerichtet, dass sie zwar so nah wie möglich an die Räder heranreichen, ohne sie aber zu berühren.

Das war es schon. Ab sofort wirkt die Dampflok schnittiger. 🙂