Rocos BR110 72564 in aufrechter Haltung.

Ende der Nullerjahre konstruierte Roco seine Modelle der „Neubau- E-Loks“ der Bundesbahn neu. Signifikanzen dieser Modelle sind eine Plux22- Schnittstelle, LED-Lichtwechsel rot/weiß – und reduziertes Gewicht.

Schief ist selten modern….

Leider hat man bei Roco diverse Fehler in diese Loks hineinkonstruiert. Zum einen ließ man die Möglichkeiten der vielen Plux22-Kontakte ungenutzt, sodass sich die Schlusslichter ab Werk nicht separat schalten lassen. Zum Anderen sitzen die Gehäuse vieler dieser Neukonstruktionen schief auf dem Rahmen. Sie lassen sich nicht dauerhaft festklippsen. Festgestellt habe ich diesen Konstruktionsfehler bei verschiedenen BR110 und BR110.3, der grünen BR140 mit Doppellampen und der verkehrsroten BR110.3. Es könnten weitere Loks betroffen sein.

Nun sollte man annehmen, dass ein vorgeblich anspruchsvoller Hersteller wie Roco solche Mängel unverzüglich abstellt. Weit gefehlt. Mehrmals habe ich Roco auf diese Dinge hingewiesen. Auch mit Fotos von ihrer eigenen Website. Bis heute ohne Nachbesserung der Modelle. Irgendwann wurde mir das Warten zu blöd, und ich begann, selber nachzuforschen.

Es sind gleich drei Bereiche, die fehlkonstruiert wurden: Außer der Schnittstelle wurden auch einige Klippse innen unten am Gehäuse nicht sinnfällig ausgeführt, diese ragen nicht weit genug nach innen. Zum Anderen ist der Lok-Rahmen aus Zink-Druckguß zu schmal, als dass sich das Gehäuse wirklich festkrallen könnte. Auf Rahmen von Loks dieser Bauart aus den 90er Jahren, damals unter „ExclusiV“-Logo angeboten, sitzen diese Gehäuse übrigens wunderbar fest.

Elektrik

Ich habe also zuerst die roten Schlusslichteran die Platine angeschlossen, damit sie sich einzeln schalten lassen. Das ging recht einfach. (Bild folgt) Die kaltweißen LED des Modells habe ich ausgetauscht gegen LED mit Glühlampen-Effekt:

https://www.railroad24.com/epages/es10595924.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10595924/Products/5611

Gehäuse-Sitz:

Das gelbe Quadrat rechts ist der Fiesling.

Danach habe ich mir genau angesehen, warum die Gehäuse meiner beiden 110er verflixt nochmal so eigenartig zurückfedern. Ohne Lüftergitter wurden die Schuldigen schnell gefunden: Die Führerstands-Einsätze dieser Loks tragen quadratische Abdeckungen für die oberen Lichtleiter. Diese ragen zu weit nach unten und werden (zu) fest auf die Platine gepresst. Außerdem sind die Widerstände für die oberen Spitzenlicht-LED dämlicherweise genau dort angeordnet, wo diese Quadrate aufsitzen. WER kommt auf solche Ideen…

Rechts original, links bearbeitet.

Man nimmt also die Führerstände heraus und ebnet die Überstände mit einer guten Feile und viel Geduld sanft ein. Es muss lediglich der hochstehende Rahmen entfernt werden.

…Entspannung. 🙂
Versetzte Widerstände.

Dann vesetzt man die Widerstände der LED entlang der Leiterbahn an weniger störende Orte. Dazu die Widerstände ablöten, an den neuen Stellen mit einem Cutter-Messer die Leiterbahn zweimal nebeneinander einschneiden und das Zwischenstück herausschieben. Vorsichtig etwas Lack auf der Leiterbahn vor und hinter der Trennstelle wegkratzen (mit einem Schraubendreher) und den Widerstand neu festlöten. Abschließend die nun offenen, ehemaligen Kontakte mit einer sehr ‚flachen Fläche‘ Lötzinn überbrücken.

So schön kann eine BR 110 von Roco aussehen. 🙂

Das Gehäuse rutscht nun prompt bei der ersten ‚Anprobe‘ weit genug über den Rahmen hinab. Das Fixieren erfolgt mit gutem, flachen Doppelklebeband, das seitlich auf den Rahmen gepappt wird. Das hält unerwartet gut und lässt sich auch sanft wieder lösen, komplett abrubbeln und ersetzen. Hauptsache, die schöne Lok sieht wieder gut aus.

Warum Roco diese Mängel auch bei den allerneuesten Auflagen dieser Lokomotiven in blau/elfenbein nicht abgestellt hat (bis auf eine verbesserte Schnittstelle), ist nicht nachvollziehbar. Denn eigentlich sind Rocos „Neubau-E-Loks“ wirklich schön gemacht. So hilft man sich eben selbst! 🙂

Schlanke Drehgestelle für Rocos Schlepptenderloks: BR 041, 042, 001…

Seit ein paar Jahren wirken die Fahrwerke der Schlepptender von Roco eigenartig breit. Mit wenig Aufwand kann man das beheben.

Links die angelegte Blende, rechts original abstehend.

Die eigentlichen Drehgestell-Blenden sind völlig in Ordnung. Aber Roco hat zwischen ihnen und dem Rahmen Plättchen angeordnet, die die Bremsbacken tragen. In der Montage vielleicht einfach handzuhaben, für den Modellbahner optisch ein Rückschritt.

links Originalzustand, rechts bearbeitet.

Um die Tender sozusagen schlanker aussehen zu lassen, zupft man die vier Blenden einfach seitlich komplett heraus, zieht die Zwischenplättchen ab und trennt die Bremsbacken mit ihren Aufnahmen sauber heraus. Dann muss man die Länge beiden runden Stege der Drehgestellblenden um zwei Millimeter reduzieren. Nun die Blenden wieder in den Metallrahmen einstecken und gut andrücken.

links oben angelegt, rechts oben original.

Auf die Öffnungen der Buchsen der Bremsbacken gibt man einen winzigen Punkt Sekundenkleber und steckt sie sinnfällig von innen in die Blenden. Dabei werden sie so ausgerichtet, dass sie zwar so nah wie möglich an die Räder heranreichen, ohne sie aber zu berühren.

Das war es schon. Ab sofort wirkt die Dampflok schnittiger. 🙂

Lenz-Gold+ mit USP (Beispiele)

Die Technik der Gold+ Decoder von Lenz mit dem USP Modul bewirkt eine wirklich intelligent erdachte Perfektionierung der Stromaufnahme. Besser, als es mit herkömmlichen Decodern mit Kondensatoren möglich ist. Allerdings befürchten viele Modellbahner, dass das USP-Modul nicht in ihre Loks hineinpasst. Hin und wieder werde ich an dieser Stelle ein paar Beispiele zeigen, wo überall sich diese Decoder-Rücksack-Kombination einsetzen lässt. Denn nicht nur Mini-Loks freuen sich über eine optimierte Stromaufnahme. Mehr dazu auch hier: https://blog.mobaz.de/wp-admin/post.php?post=236&action=edit

Roco BR 152:

Ganz links ist das USP-Modul zu erkennen.

Schöner Krach für Rocos BR 232.

Rocos Varianten der DR ‚Ludmilla‘ (die offenbar zu „DDR“-Zeiten niemals so genannt worden ist) gibt es nun schon seit 1992. Zwischenzeitlich wurde das Modell überarbeitet; zuletzt kam eine neue Platine mit rot/weißen LED und Plux-Schnittstelle. Ich werde später prüfen, ob diese Platine auch in ältere Modelle hineinpasst. Allerdings erzeugen die aktuellen Sound-Varianten keineswegen eine brachiale Kulisse, wie man sie sich von so einem Modell wünscht. Esus neue Lautsprecher-Bausätze helfen.

Versuchs-Anordnung.

Lautsprecher-Einbau.

Roco hat im Rahmen dieser Lokreihe mehr Platz geschaffen für größere Lautsprecher. Für die Lok eines Freundes habe ich das Esu Set 50340 ausgewählt. Darin finden sich Teile für einen runden Lautsprecher mit 28mm Durchmesser. Dieser passt genau in die Rahmen-Aussparung und hält dort mit wenigen Tropfen Klebers gut fest.

Der Zusammenbau des Klangkörpers ist mit gutem Sekundenkleber schnell erledigt. Dabei auf ein luftdichtes Ergebnis achten. Erst zum Schluss werden die beiden Lautsprecher hineingeklebt, ebenfalls mit einem lückenlosen Ring aus Kleber. Die Löt-Kontakte sollen auf derselben Seite liegen.

Mit Esus Lautsprecher 50340 klingt die 232 voluminöser.

Die Kabel werden so an die Lautsprecher angelötet, wie im Bild zu sehen: Erst beide Strippen an den einen Lautsprecher, danach sinngemäß von dort aus an den anderen. Schon vor dem Aufsetzen des Gehäuses stellt man einen voluminöseren Klang fest, noch mehr Bass wäre freilich noch fetter. Die Lautstärke des Zimo-Decoders sollte reduziert werden, auf einen Wert zwischen 20 und 35, damit der Klangeindruck überzeugend bleibt.

Rotes Rot statt Orange.

Tauchlack sorgt für ein schönes Schlusslicht.

Seit langer Zeit färbt man bei Roco Lichtleiter mit einer eigenartigen orange-roten Farbe ein, die nie wirklich gut aussieht. Also habe ich die Lichtleiter mit reinem Alkohol von dem orangefarbenen Unsinn befreit und dann die Enden mit wenig Tauchlack für Glühlampen tiefrot eingefärbt. So hat die 232 auch mit Glühlampen endlich ein schönes Schlusslicht.

Absichtlich unscharf fotografiert erkennt man das schönere Rot.

Material:



KKK für einen alten H0 Roco-Containerwagen

Zwei Produkte der 70er Jahre bereiten auch heute noch Freude.

Auf einem Flohmarkt kaufte ich einen alten aber ungebrauchten Containerwagen von Roco. Für zwölf Euro nimmt man den gerne mit, zumal man von diesem Waggon-Typ nie genug haben kann. 🙂

Und tatsächlich rollt er einwandfrei auf aktuellen RocoLine- und Trix-C-Gleisen, nur Kulissen für Kurzkupplung besitzt er nicht. Seine Kupplungen sind in Drehpunkten gelagert. Aber bereits in den 70er Jahren bot Roco Nachrüstsets mit Kulissen und eigenen Kurzkupplungen an. Für diesen Container-Waggon ist das Set 4591 das passende. Diese Teile findet man oft über Ebay.

Wer sich für ältere Roco-Modelle interessiert, sollte sich Kataloge aus den 70er oder frühen 80er Jahren besorgen. Diese listen alle Teilenummern auf.

Der Nachrüstbeutel.
Hier bitte versäubern.

Für ein paar Euro landete das Beutelchen in meinem Briefkasten, natürlich ohne Anleitung. Den Umbau beschreibe ich nachfolgend. Ein paar Unsauberkeiten entfernt man vorab mit einem schmalen Bastelmesser. Die Puffer braucht man eigentlich nur im Fall des Ab-Fallens.

So sieht der Waggon ab Werk von unten aus.

Man erkennt sofort die Kupplung mit Drehpunkt. Die rechteckige Abdeckung muss beidseitig vorsichtig herausgeklippst werden. Kupplungsträger und Deckel legt man zur Seite.

Die neue Feder.

Die speziell geformten Federn legt man so in den Wagenboden, dass ihre beiden Ösen die zwei Stäbchen umfassen.

Schmiermittel sorgt für langfristig sichere Funktion.
Der Kupplungsträger ist eingesetzt.

Nun wird der neue Kupplungsträger eingesetzt. Dazu schiebt man ihn aus Richtung Wagenmitte gegen die überkreuzten Federbeine. Nicht von außen, dann funktioniert die Federung nicht. Der vordere Pin gehört in die schwalbenförmige Aussparung, die beiden Pins der Enden in die rückwärtigen Mulden.

Deckel drauf, fertig. 🙂

Abschließend setzt man die Deckplatte wieder richtig herum ein. Mit einer Kurzkupplung nach eigener Wahl kann man diesen 40 Jahre alten Waggon nun in aktuelle Garnituren einreihen. Schön, dass Roco damals so weit voraus gedacht hat.

Zwei Generationen, 70er und Nuller-Jahre.
…davon braucht man Viele. (Viele!)