Roco geoLine – ein ‚MakeOver‘.

GeoLines Haupt-Kritikpunkt, das künstliche Aussehen des Schotters, lässt sich mit zwei einfachen Methoden abstellen. So bewahrt man sich seine vorhandenen geoLine Gleise und damit Investitionen, die vielleicht über Jahre erfolgt sind, und auch etwaige Erinnerungen an Geschenke bleiben. Aber das geoLine Gleis bereitet nun mehr Freude.

Originalfarbe – lackiert – mit Schottermatte beklebt.

Farbe ist die einfachste Maßnahme, um den blaugrauen Eindruck zu verbessern. In bräunlichen Farbtönen lackiert sieht geoLine angenehmer aus. So oder ähnlich hätte Roco es natürlich von Anfang an machen sollen. Man verwendet dazu entweder Pinsel oder Airbrush und Farben nach Wahl, etwa Revell oder elita-Color.

Mit N-Schottermatte von Merkur beklebtes geoLine-Gleis.

Geradezu dramatisch verändert wirkt geoLine, wenn man es unter einer Schotterschicht verschwinden lässt. Besonders geeignet dafür sind die bewährten Schotterfmatten der Firma Merkur. Der feinen Optik wegen haben sich besonders die dunkelbraunen Matten empfohlen, die früher für die Spur-N angeboten worden sind. Leider werden diese nicht mehr produziert, sodass man eben zu den Matten für H0 greifen sollte:
https://www.merkur-styroplast.de/Gleisbett-Zubehoer/Korkschotter-Schottermatten/Orig-Schottermatte-HO-Artikel-Nr-702060::331.html?MODsid=ed6f53433377f6671c813e0f53a58e39

Links Schottermatten für N, rechts für H0.

Mit ein bisschen Probieren findet man die passenden Abmessungen für die Bögen und Quadrate schon heraus. Dann klebt man die Folienstücke einfach mit dünn aufgetragenem Pattex auf die geoLine-Bettung – fertig. Im Ergebnis könnte man meinen, ein neues Gleissystem zu besitzen, so schick sehen die geoLine Gleise jetzt aus.

Stein-Schotter kann unordentlich aussehen.

Herkömmlicher Schotter aus Stein ist für geoLine weniger geeignet, weil die Schwellen nur unwesentlich über die Böschungs-Oberfläche hinausschauen. Man müsste schon extrem feinen Schotter auswählen; letztlich ist die Verwendung der Merkur-Produkte die einfachste Lösung, mit der man am Schn ellsten zum Ergebnis kommt.

So kann geoLine aussehen.

Den letzten Schliff erzielt man mit einer braunen Färbung der Schienenprofile, die die typischen Rostspuren der Vorbildgleise nachahmen. Dazu reicht ein Pinsel, ein rostbrauner Farbtopf und ein langes aber spannendes Hörspiel. Man pinselt die Seiten der Schienen mit nicht zuviel Farbe ein und streicht direkt danach die Oberseiten mit einem quer gehaltenden Streichholz sauber. Dabei nur sanft aufdrücken. Meistens dunkelt die Farbe beim Trocknen nach und wirkt dann noch vorbildgerechter. So kann geoLine gefallen. Und man fragt sich, warum die Böschung nicht schon ab Werk so aussehen durfte…

Antriebe unter die Platte!

Für Teppichbahner ist es eine praktische Sache, den Antrieb und Digital-Decoder in der Gleis-Bettung zu verstauen. Man hat keine nervigen Kabel quer durch die Wohnung liegen, und dennoch genießt man die Vorteile des Digitalbetriebs. Falls mal etwas kaupttgeht, nimmt man die Weiche einfach heraus und repariert die Sache. Für fest installierte Anlagen gilt das so aber nicht mehr, und Weichenantriebe können schnell mal kaputtgehen.

Es gibt nun den Tipp, in die Anlagenplatte riesige Löcher unter die Weichen einzubringen, durch die man höchst umständlich den Antrieb austauschen könnten, aber das ist wirklich Quatsch. An dieser Stelle schlage ich den Wechsel der Hardware vor: Bettungs-Antrieb und Decoder werden herausgenommen und einfach verkauft, sicher freuen sich andere Teppichbahner darüber.

Statt dessen wählt man einen hochwertigen Unterflur-Weichenantrieb aus, der dann unter der Anlagenplatte befestigt wird. Für den Stelldraht bohrt man ein kleines Loch in die Anlagenplatte, und für die Ansteuerung nimmt man einen Weichendecoder nach Wahl. Falls so ein Antrieb wirklich einmal kaputtgeht, ist er schnell ausgetauscht. Rocos geoLine Weichen sind dafür sogar klugerweise vorbereitet, erkennbar an der kleinen Öffnung in den Stellschwellen und dem Langloch in der Böschung.

Mittig die runde Öffnung für den Stelldraht.

Dort hinein führt man den Stelldraht. So kombiniert man die Vorteile beider Welten: Bettungsgleise, die einem vielleicht schon viele Jahre gut gedient haben & Unterflur-Antriebe.

Roco Donnerbüchsen mit LED-Beleuchtung

Roco Donnerbüchse gleichmäßig mit LED beleuchtet.

Rocos „Donnerbüchsen“ gibt es zwar schon seit den 70er Jahren. Man gab sich damals aber so viel Mühe mit der optischen Gestaltung, dass diese Modelle auch heute noch neben aktuellen Konstruktionen bestehen können. Zudem gibt es vier verschiedene Fahrzeug-Typen, was die Züge schön abwechslungsreich aussehen lässt.

Um diese Fahrzeuge innen zu beleuchten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man verwendet Rocos Set mit altmodischen Glühlampen, das außerdem zwei neue Achsen erfordert. Oder man sucht sich das passende Zubehör zusammen, was mir persönlich im Ergebnis besser gefällt: Eine günstige LED-Lichtleiste (pufferbar) und Radschleifer von Esu. Dazu ein Elko. Da Rocos Modellgenerationen dieser Waggons stark artverwandt sind, dürfte diese Anleitung für alle seit Erstauslieferung verfügbaren Waggons passen. Falls nicht, bitte ich um Hinweise. 🙂

Einbau

Zuerst wird das Waggon auseinandergenommen. Das Dach fasst man an den Enden an und zieht es sanft drehend nach oben. Dann nimmt man den Wagenkasten ab, die Klippse finden sich innen unten. Der Kunststoff älterer Waggons ist manchmal etwas spröde, hier sollte man die Klippse sanft mit einem Schraubendreher entriegeln.

Der Elko wird mit Doppelklebeband in das Abort-Abteil geklebt und seine Anschlüsse gekürzt. Für den elektrischen Anschluss braucht man insgesamt sechs Litzen. Um entspannt arbeiten zu können, sollte die Länge viermal 14cm (f+r die Radkontakte) und zweimal 7cm (für den Anschluss des Elkos) betragen.

Oben kommen die Litzen herein, unten der Flackerschutz.

Die langen Litzen lötet man bereits jetzt an die Radschleifer, noch bevor diese befestigt werden. Die kurzen Litzen lötet man an den Elko.

Während die Lötstellen abkühlen, entfernt man oben aus dem Gehäuse alle Querverbindungen, weil diese dem Licht im Weg sein können. Das Gehäuse bleibt auch ohne diese Streben stabil.

Nun fädelt man die Kabel der Radkontakte seitenweise von außen nach innen durch den Wagenboden und gibt Kleckse des Sekundenklebers auf die Querstreben der Bremsklötze. Die Radkontakte richtet man darauf so aus, dass sie mittig sitzen. Hier sollte man sich von einer Achse zur Anderen vorarbeiten. Nicht gleich beide mit Kleber versehen. Das mittige Ausrichten dauert schon ein paar Sekunden.

Die Radschleifer von Esu klebt man auf die Querstange.

Wenn alles festsitzt, zieht man die Litzen weiter durch den Wagenboden. Zwei Streifen Tesafilm halten sie geordnet. Die Litzen einer Waggonseite (zum Beispiel beide Kabel aus in Fahrtrichtung links) sollte man ganz am Ende der Litze mit einem kleinen Knoten markieren. Im Elko-freien Abort wird mit der heißen Lötspitze ein Loch in den Boden gestochen. Dort hindurch fädelt man die vier Litzen nach oben und setzt oder klebt die Einrichtung auf den Wagenboden. Nun das Gehäuse wieder aufklippsen.

Die Lichtleiste befestigt man mit dickem Doppel-Klebeband im Dach, schön mittig. Etwaige Anguss-Reste mit einer kräftigen Zange umfassen und drehend entfernen. Wer mag, kann den Poti zuvor gegen einen festen Widerstand austauschen, z.B. 2kOhm.

Alles gleichmäßig beleuchtet.

Die Litzen werden nun so weit gekürzt, dass das Dach später noch abgenommen werden kann, zusammengebaut die Kabel aber unsichtbar bleiben. Die langen Litzen gehören natürlich an das äußerste Ende der Lichtleiste, die kurzen Litzen vom Elko sollte man direkt an den hinteren Kontakten des Gleichrichters anlöten, dabei unbedingt die Polarität beachten. Die Kabel nun vorsichtig etwas zur Seite streichen und das Dach aufklippsen.

‚Goldweiße‘ LED passen gut zur älteren Waggon-Art.

Fertig ist der Umbau, und ein älterer Waggon ist modern illuminiert.

Material

Piko Pimping – V200 / BR 220 der Bundesbahn 59502 etc.

Pikos Modell der Bundesbahn-V200/BR 220 ist nicht nur gut gemacht und günstig – diese Lok bietet auch alle Möglichkeiten, sie technisch nach eigenem Geschmack zu ‚personalisieren‘.

Pikos Modell der V200 / BR 220 der Bundesbahn ist rundum gelungen.

Überraschend hatte Piko 2013 ein neues Modell der Bundesbahn-V200/BR220 angekündigt. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen, qualitativ wie auch kommerziell: Vor allem im ersten Weihnachts-Geschäft 2013 verkauften sich diese Lokomotiven buchstäblich wie frischgebackene Brötchen: Kaum geliefert, waren sie auch schon wieder ausverkauft. Ohne und mit Mittelschleifer, ein echter Überraschungserfolg.

Pikos V200 erfüllt alle Grund-Forderungen an ein modernes Lokomotiv-Modell: Leiser Motor mit wirksamer Schwungmasse, Plux-Schnittstelle für den Digitaldecoder, rot/warmweißer Lichtwechsel mit LED, Mechanik für Kurzkupplungen, feine äußere Gestaltung. Auch Beschriftung und Lackierung überzeugen. Dabei stellt man fest, dass die V200-Varianten einer fortlaufenden Entwicklung unterliegen: Lack und Rahmen der ersten Auflage sind eine Nuance zu düster lackiert, eine später aufgelegte V200 aber ist perfekt purpurrot eingefärbt, und auch der Rahmen entspricht dem RAL-Farbton. Ob die Vorbilder nun graue oder schwarze Drehgestelle hatten, entzieht sich meiner Kenntnis. Piko zeigt beides.

Ein besonderes Feature besitzen Pikos Modelle der V200 mit Nachbildungen der erhabenen Zierleisten: Diese sind nämlich nicht auflackiert, sondern sie bestehen aus separaten Kunststoff-Einsteckteilen. Wer von unten auf das Gehäuse blickt, kann das erkennen. So erklärt sich auch die randscharfe Linienführung. Eine großartige Idee mit überzeugender Wirkung.

Allein die 220 in blau/elfenbein ist weniger perfekt lackiert: Überdeutlich erkennt man extra auflackierte elfenbeinfarbene Flächen auf der Front. Außerdem ließ sich von meinem Modell der schwarze Druck der seitlichen Maschinenraum-Fensterrahmen abreiben. Es wäre schön, entspräche eine mögliche Neu-Auflage dem zu erwarteten hohen Piko-Niveau.

Meine neue Lok wollte ich mir ‚pimpen‘, soweit es geht: Möglichst gutes Fahrverhalten, Licht schaltbar seitenweise, Diesel-Sound, digital schaltbare (Ent-)Kupplung, Rangiergang. Dazu bedarf es einer bunten Produkt-Kombination. Aber es macht Spaß, eine Lok zu besitzen, die eben nicht jeder so im Regal hat. Von der Stange kaufen kann jeder.

Farbe auf die Räder!

Dunkel ausgelegte Rädern mit metallischen Radreifen.

Die metallisch blinkenden Räder fallen auf den ersten Blick unangenehm auf, zusätzlich sind die einseitigen Isolierbuchsen keine wahre Zierde. Mit Farben von Elita habe ich die Räder meiner Loks sauber eingefärbt. Vorher unbedingt die Räder entfetten, am Besten mit in Alkohol getränkten Wattestäbchen, weil die Farbe später wieder abblättern kann. Nach dem Trocknen wirkt das Fahrgestell wie aus einem Guß.

Lok-Decoder mit Power-Puffer.

Als Decoder wählte ich einen LenzGold+ aus, um die USP-Technik von Lenz auszuprobieren. Die Werbung verspricht, in dieser Kombination seien Schmutzstellen quasi inexistent. Da es keinen Gold-Decoder mit Plux-Stecker gibt, wurde ein passender Kabelbaum mit Plux-Stecker von Tams an den Decoder gelötet. Das USP-Modul erfordert sehr sorgfältiges Löten. Man verstaut es in einer der rechteckigen Aussparungen der Platine. Das USP-Prinzip funktioniert fast magisch; man merkt das schon bei der ersten Probefahrt: Unbekümmert zieht die rote Lok ihre Bahnen. Aus dem Stand Anfahren klappt eigentlich immer.

Mittig der Lenz Gold+ Decoder, links das USP-, rechts das Soundmodul.

Die Technik habe ich so verstanden: Der Unterschied zu einem herkömmlichen Kondensator ist, dass der Gold+Decoder das elektrische Feld der Schienen belauscht. Wenn er dort trotz Schmutzstelle eine Fahrinformation mithört, bezieht er kurzzeitig seine Kraft zum Weiterfahren aus dem USP-Modul, bis die Schmutzstelle überfahren ist. Dieser Vorgang vollzieht sich blitzschnell. Auf einem abgeschaltetem Gleis bleibt die Lok wie gewünscht stehen, da dort kein mitzulauschendes Fahr-Signal existiert.

Zaubern kann Lenz allerdings noch nicht: Wenn die Lok längere Zeit stromlos stehenbleibt und stur nicht losfahren will, dann hilft zum Losfahren eben doch nur ein sanfter Stubs. Dennoch, das USP-Prinzip macht viel Spaß und sollte eigentlich Standard-mäßig in allen Loks ab Werk eingebaut sein. Es ist cooler, als jeder Ski-Schleifer. (Kleines Wortspiel. 🙂 )

Manchmal wird das USP-Modul etwas heiß, das wird nicht allen Fahrzeugen genehm sein. Beim Einbau sollte man also darauf achten, dass immer etwas Luft um das USP-Modul zirkulieren kann.

CV-Werte für gute Fahr-Eigenschaften (Lenz Gold+, ebenso Lenz Silver & Lenz Standard):

  • CV 02 = 00
  • CV 03 = 35
  • CV 04 = 20
  • CV 05 = nach Vorliebe reduzieren. 125 ist schon mal ein guter Anfang.

Die Mindestgeschwindigkeit aller aktuellen Lenz+ Decoder kann weiter reduziert werden:

  • CV 50 = 04
  • CV 113 = 01
  • CV 114 = 01

Sound von Uhlenbrock

Von Uhlenbrock gibt es Soundmodule, das sich an die LenzGold+Decoder anschließen lassen, Susi-Schnittstelle mit Steckern sei Dank. Verstaut wird das ‚Intellisound‘ genannte Bauteil im zweiten Hohlraum unter der Lokplatine. Zwar entspricht die Qualität der Sound-Files nicht mehr dem, was man in 2019 erwartet (die Lok klingt ein bisschen, wie ein aufgeregter Fön, rückwärts abgespielt). Aber für diesen Versuch war es erstmal okay.

Zimos kleiner Lautsprecher passt gerade eben in die Bodenwanne.
Hier das versteckte Soundmodul von Uhlenbrock.

Als Lautsprecher käme bei der hier gezeigten 220 018 eigentlich nur der ovale von Uhlenbrock infrage. Dessen Klang gefiel mir aber nicht, also habe ich den kleinsten Lautsprecher von Zimo genommen. Der passt so gerade in die Ausbuchtung hinein. Beim Anlöten der Kabel an den Lautsprecher sollte man sehr vorsichtig arbeiten, weil schnell ein Kurzschluss entstehen kann.

LED mit Glühlampen-Licht

Die ursprünglich in der V200/220 und E41/141 Familie verbauten LED von Piko zählten zu den angenehmsten LED mit Glühlampen-Wirkung, die großserienmässig in Loks eingebaut worden sind. Das hat sich leider geändert, inzwischen wirken viele LED in Piko-Loks fast rosafarben.

Mann kann diese allerdings austauschen, wenn man mit den Mini-LED umgehen kann. Denn tatsächlich gibt es LED-Typen, die wirklich Glühlampen-Licht nachempfinden. Sie besitzen den leicht rötlichen Licht-Anteil, der so typisch für Glühlampen ist. Bei railroad24.com gibt es solche LED im Zehnerpack. Ich habe inzwischen bei sämtlichen Loks diese LED eingesetzt, auch, wenn das manchmal eine elende Fummelei gewesen ist. Im Zweifel sollte man einen Freund bitten, das zu erledigen. Denn die kleinen Bauteile müssen schon exakt positioniert werden.

Wer die Erstauflage dieser Lok besitzt (BR 220 018), muss noch zwei Kabel umlöten, damit sich die roten LED separat schalten lassen. Piko zeigt das in folgender Anleitung:

https://www.piko-shop.de/media/org/orgb_P/orgid_1/k11/thumbs/11481_52743.png

Um die Stirn- und Schlußbeleuchtung jeweils seitenweise ausschalten zu können, zum Beispiel für Wendezüge, muss der Golddecoder wie folgt programmiert werden. Die Taste F0 (Licht) schaltet dabei den Führerstand 1, die Taste F1 Führerstand 2. Man aktiviert einfach die Seite, die vom Zug weg zeigt, und den Lichtwechsel rot/weiß übernimmt der Decoder. Decoder anderer Hersteller können das noch etwas komfortabler, aber derzeit ist das bei Lenz eben so.

  • CV 33 = 01
  • CV 34 = 02
  • CV 35 = 04
  • CV 47 = 08

Digital-Kupplung

In die beweglichen Schürzen kann man digital schaltbare Kupplungen einsetzen. Damit kann sich die BR220 überall von ihrem Zug lösen; zu enge Kurven natürlich ausgenommen. Man bekommt solche Kupplungen einzeln zum Beispiel über ebay. Beliebt sind die Varianten für Fleischmann-Profi, Roco-Universal, märklin-Kurzkupplung und von Krois für Rocos bewährte längliche Kurzkupplung.

Rocos digital lösbare Kupplung.

Die Kabel der Kupplungen wurden unter der Schürze hindurchgefädelt und dann durch den oberen Kasten der Kupplungsträger ins Lok-Innere zurückgeführt. Das Verkabelung erfolgte fliegend. Das Aktivieren der Kupplung habe ich auf die Taste F5 gelegt. Das reicht für beide Seiten aus. Nach ein bisschen Probieren hat man das Abkuppeln schnell erlernt.

Wichtig dafür ist der sogenannte ‚Kupplungswalzer‘, den auch der Lenz Gold+ ermöglicht. Man drückt kurz die Taste F5 (oder schaltet die Funktion direkt wieder aus), und eine automatische Abfolge von Bewegungen setzt ein: Die Lok fährt wenige Millimeter an ihren Zug heran, um die Kupplungen zu entlasten. Dann hebt sich der Entkupplungshaken, und erst danach die Lok rollt automatisch ein paar Milimeter von den Waggons weg. Dabei rutscht die Waggon-Kupplung herunter und die Lok ist frei. Erst jetzt fällt die Lok-Kupplung wieder in die normale Lage zurück. Das funktioniert ganz wunderbar.

So programmiert man den GoldDecoder für die Digitalkupplung:

  • CV 145 = 16
  • CV 146 = 16
  • CV 147 = 30
  • CV 148 = 60 (Weg des Wegfahrens verkürzt)

Mehr Gewicht!

Um Pikos 220er ein bisschen schwerer zu machen, habe ich von unten in den Lokboden zwei Stapel Gewichtsplättchen eingeklebt. Tatsächlich könnten Pikos Loks insgesamt deutlich schwerer sein, wenn Piko die Maschinenraum-Nachbildungen anstelle aus Plastik aus Zinkdruckguß hergestellt hätte.

Zum Abschluss habe ich meiner 220 einen Lokführer von Preiser gegönnt, und die einfarbigen Puffer ausgetauscht gegen solche mit weißem Ring, ob nun streng vorbildgerecht oder nicht: Mir gefällt’s.

Material:

  • Lenz Gold-Decoder 10433-01
  • Lenz USP-Modul 10490
  • Tams-Plux Stecker 70-01021-01
  • Uhlenbrock Intellisound-Modul 32304 Sound: VL 220
  • Zimo Lautsprecher LS8X12
  • Roco Digitalkupplung (zum Beispiel via Ebay)
  • Piko Puffer mit weißem Rand 59561-19
  • Elita-Farben 59005 (tiefschwarz) oder 58019 (graubraun)
  • LED mit Glühlampen-Effekt:

https://www.railroad24.com/epages/es10595924.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10595924/Products/5611

Weiter: Lötstation, Litze, Schrumpfschläuche, Doppelklebeband mit Gewebe.

Roco geoLine, die verpasste Gleis-Chance.

Roco Line mit Bettung (links) und geoLine (rechts).

Am Anfang war der Schreck: Das erste Mustergleis mit dem Aufdruck „geoLine“ verbiesterte mir im Frühjahr 2006 den Vormittag. Durch die damals aktuellen Umstände waren Rocos Stammkunden ohnehin genug beunruhigt. Und nun ersetzte man auch noch das beliebte RocoLine Bettungs-Gleis durch…, nunja, das da…?


Gleis-Anschluss ohne Schnippelei aber in schlichter Optik.

Dabei war es eigentlich eine gute Idee von Roco, ein alltagstaugliches Spiel-Gleis anzubieten. Damit ließen sich unbeschwert alle möglichen Gleisfiguren aufbauen, ohne an der Bettung herumschnippeln zu müssen; ein Komfort, den Märklin- und Fleischmann-Modellbahner bereits seit vielen Jahrzehnten genießen. Aber Rocos ‚geoLine‘ geriet zum ästhetischen Albtraum.

Mit den engen Weichen und drei Radien hätte man anfangs vielleicht noch leben können, nicht aber mit der schlichten optischen Gestaltung. Nachdem man 17 Jahre lang RocoLine mit Bettung als das NonplusUltra angepriesen hatte, war geoLine schon dreist. Und natürlich war die erste Bewertung des Produktes allerorten einhellig: Daumen runter.

Ausgerechnet der künstliche Farbton der Bettung wurde als Reminiszenz an RocoLine mit Bettung verklärt. Denn gerade die Bettungs-Farbe nervt viele Käufer von Roco Line seit dem Erscheinen 1989. Menschen kaufen nicht immer nur nach Faktenlage („…sehr exakt gemacht!“), sondern auch nach Gefühl („…wie sieht DAS denn aus?“). In der Schule nennt man sowas übrigens ‚Folgefehler‘.

RocoLine Muster (1989), RocoLine Serie und geoLine.

Und auch deswegen ist im deutschsprachigen Raum das erfolgreichste DC-Bettungsgleis noch immer das Fleischmann-ProfiGleis, trotz seiner altmodischen Konstruktion. Eben, weil es schön aussieht, und sowas mögen die Menschen. Ich selbst erlebte es in den 90er Jahren im Fachhandel, wie Neu-Einsteiger fortwährend die Roco-Sets verschmähten, weil ihnen die „künstlich aussehenden Gummigleise“ von Roco nicht gefielen. Gekauft wurden Startsets von Fleischmann oder märklin, oder Spur-N natürlich.

Sehenden Auges wiederholte man also den eklatantesten Ästethik-Fehler aus den 80er Jahren und versenkte den möglichen Sympathie-Bonus ein zweites Mal: Ursprünglich war die Bettung von RocoLine nämlich in braun gefärbt gewesen. Noch vor der Auslieferung ließ Roco per Umfrage über alternative Farbtöne abstimmen, eben das ursprüngliche Braun sowie drei aufwändig gesprenkelten Grau-Töne. Die Modellbahner wählten die aufwändigen Farben (also grau in diesem Fall) und Roco änderte das Ergebnis dann heimlich in das blaugrau, das wir alle kennen. Irgendwie eine heimtückische Sache.

Um die negativen Dinge von geoLine aufzulisten:

– Die lieblose Optik mit blaugrauem, glänzenden Kunststoff und schwacher Struktur des Schotters lässt das Produkt künstlich und spielzeughaft aussehen. Man hätte hier einen Sympathie-Träger schaffen können, diesen findet man statt dessen beim Mitbewerber in Form des inzwischen beliebten Trix C-Gleises. Ja, man darf mit Roco Zügen auf märklin DC-Gleisen fahren, das ist erlaubt, und es funktioniert. 🙂

Die kurzen End-Stücke sitzen immer etwas schief.

– geoLines Böschung ist nicht nur unansehnlich gestaltet, sie ist auch viel zu dünn: Direkt auf Holz oder Parkett aufgelegt, erzeugen rollende Züge beim Fahren ein extrem lautes, rauschendes Geräusch. Auch das Klicken der Räder auf den Übergängen von Gleis zu Gleis ertönt ungewohnt laut. Dieses harte, fortwährende Klick-Geräusch ist eine Art unerwünschtes Markenzeichen von geoLine. Die Gummibettung des RocoLine Gleises hatte genau diese Geräusche wirksam unterbunden. Langjährige Roco-Kunden dürften bei den ersten Fahr-Versuchen auf geoLine eine Art Kultur-Schock durchlitten haben.

Beauty & the Beast.

– Die Auswahl ist sehr beschränkt, der avisierte Ausbau mit weiteren Gleis-Elementen unterblieb. Es gibt keine Kreuzungen, nur eine DKW, die im professionellen Ausbau mit jeweils zwei Antrieben und Decodern besonders teuer ist: Unpassend für ein Einsteiger-Gleis. Von schlanken Weichen war leider nie die Rede, bei Trix sind sie übrigens von Anfang an dabei. Und erneut hatte man bei Roco auf Weichen-Laternen verzichtet. Übrigens, die derzeit bei Trix-C noch fehlenden Kreuzungen kann man sich aus märklin-Kreuzungen zurechtbasteln.

– GeoLines Haltbarkeit ist recht bescheiden. Im Katalog nannte man das Produkt ‚trittfest‘, aber das ist natürlich Quatsch. geoLine bricht sogar extrem leicht, eben wegen der dünnen Böschung. Und dann gibt es noch geoLine Gleise, deren Böschung sich nach Jahren grünlich verfärbt. Aber das betrifft wohl nur vereinzelte Produkt-Chargen.

Unten eine ‚vergrünte‘ und zerbrochene geoLine Bettung.

– Das Schienenprofil von geoLine war ganz am Anfang auf der Oberseite platt. Nach ein paar Jahren wurde ein neues Profil entwickelt, sowohl seitlich als auch nach oben ausgerundet. Damit sieht geoLine schon mal filigraner aus, und auch die Stromaufnahme wird verbessert, weil Schmutz beim Befahren zur Seite weggedrückt wird. Das funktioniert wirklich, auch bei RocoLine und märklin/Trix C. Man hat sehr klug nachgearbeitet. Allerdings gibt es geoLine Gleise, die beide Profiltypen zeigen, platt und gewölbt. Warum? Man mag schon gar nicht mehr fragen.

Fehlkonstruktion.

Einen Konstruktionsfehler besitzt die Dreiweg-Weiche: Eins der Herzstücke zeigt schräg aufwärts und ragt damit über das angrenzende Schienenprofil hinaus. Was das auf Dauer mit den Rädern und Haftreifen anstellt, kann man sich wohl ausmalen.

– Rocos Preis-Gestaltung von geoLine-Zubehör ist recht ambitioniert: Roco fordert 26.- für den Antrieb und nochmal 25 Euro für den Weichendecoder. Plus Weiche wohlgemerkt. Welche normalen Jugendlichen können sich das leisten? Schließlich dürften diese die Haupt-Zielgruppe von geoLine sein. Aber zum Glück gibt es Alternativ-Anbieter, deren Decoder für Weichen, Entkuppler und Signale nur jeweils elf Euro kosten und ebenfalls in der Bettung verschwinden. Dazu kommt natürlich Rocos geoLine-Antrieb.

https://modellbahnshop.moba-digital.de/epages/12489450.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/12489450/Categories/Category1

Oder man wählt direkt Viessmanns digitalen Weichenantrieb, der kostet rund 30 Euro.

Rechts unten fehlt ein Mini-Gleis.

– Auch bei geoLine fehlt das typische Mini-Gleis, das den Längenunterschied der beiden Standard-Geraden ausgleicht. Damit ließen sich noch kompaktere Weichenstraßen aufbauen. Die Frage nach diesem Mini-Gleis wurde von Roco beantwortet mit der lapidaren Aussage, genau dafür gebe es ja die unterschiedlichen Standardgeraden. Nicht zu fassen. In einer Anlagenecke, in der sich viele Weichen tummeln sollen, helfen Standard-Geraden übrigens gar nichts.

So sah eins meiner geoLine Gleise aus, das ich sich in Ruhe ‚entwickeln‘ ließ.

Eine besonders ärgerliche Sache ist der Rostbefall (oder sowas) von geoLine Gleisen. Es gibt gar nicht wenige geoLine-Exemplare, deren Schienen irgendwann kleine dunkle Punkte entwickeln. Wie aus dem Nichts heraus. Diese Punkte können größer werden, bis sich schließlich großflächige rotbraune Flecken über die Schienen ausbreiten.

so kann es anfangen: Kleine Punkte, die sich vermehren und größer werden…
geoLine Gleise „können nicht korrodieren“. Achso! 🙂
Impfgegner dürften bei diesem Anblick frohlocken…
Ein Freund sandte mir dieses Foto seines geoLine Gleises.
So sah eine meiner geoLine Weichen aus.

Solchermaßen verunstaltete Gleise habe ich selbst im Jahr 2015 bei Roco reklamiert, und anstandslos wurden sie ausgetauscht. Das fand ich sehr nett. Ein Jahr später reklamierte ich genau diese ausgetauschten Gleise erneut, weil sie wiederum von Rost befallen waren (wie von mir bereits befürchtet). Dieses Mal aber tauschte Roco die Gleise nicht um. Statt dessen verzögerte sich der Vorgang mehr und mehr, und schließlich lag der Rücksendung ein fünfseitiges Schreiben aus Rocos „Justizabteilung“(!) bei, dessen Kernaussage in etwa lautete, dass geoLine gar nicht „korrodieren“ könne, weil dessen Schienen kein Eisen enthielten. Mit in der Sendung lagen meine rostigen Gleise. Das fand ich weniger nett. In diese Sache eingemischt hatten sich zudem ein allzu kommunikativer Außendienstler und ein unseriöser Händler; es war, als hätte Roco ‚Stille Post‘ gespielt, bis jeder auf jeden sauer ist. Wegen ein paar rostiger Gleise, man stelle sich vor.

Unten ein Korrosions-Fleck, oben Gleis-„Karies“.

Von den verrosteten Gleise habe ich mich natürlich getrennt, das bemerkenswerte Schreiben aber bewahre ich auf. Letztlich gab es von Rocos ‚ganz oben‘ eine wirklich großzügige Entschuldigung wegen dieser Angelegenheit – und das war dann doch wieder nett. Währenddessen im Fachhandel wegen möglicher weiterer angerosteter Gleisen heimliche Anrufe ankamen.

Pluspunkt: Die geoLine-Geometrie

Trotz der Kritik findet sich bei geoLine ein unerwarteter Vorteil. Und das ist die, *surprise*, Geometrie. Die Geometrie von geoLine ist dermaßen bestechend klug erdacht, dass man sich wünscht, sie wäre in einem attraktiveren Gleis verwirklicht worden. Fast jede (un-)mögliche Figur geht auf, das Planen mit geoLine macht richtig Spaß. Wenn es nur mehr Elemente gäb und das Gleis schöner aussähe…

Mir sind ein paar geometrische Tricks aufgefallen, über die der Hersteller selbst bislang kein Wort verloren hat. Interessante Tatsache. Letztlich macht die Geometrie geoLine trotz aller berechtigter Kritik sehr geeignet für kompakte Spiel-Anlagen, auf denen etwas los sein soll. Optisch kann man nachhelfen, dazu mal später mehr.

So kann man eine geoLine Weiche mit einer kurzen R2 in einen Halb-Kreis R3 einsetzen.

Eine Gebogene R3 lässt sich oft ersetzen durch eine Weiche zusammen mit einer kurzen Gebogenen R2. Man muss nur auf den Längenausgleich achten: Wo sich oben eine lange 200mm Gerade findet, braucht es unten eine kurze Gerade mit 185mm. Das funktioniert so gut, dass sich einige Weichenkombinationen eben doch in eine Anlagenecke einbauen lassen. Ebenso lässt sich der typische Bahnhof aus einem Roco-Startset mit diesem Trick nach außen verlegen, sodass die Züge keine unschöne S-Kurve mehr durchfahren müssen. Und die möglichen Bahnhofsgleise werden länger.

So einfach lässt sich das Bahnhofs-Gleis auslagern: Die hellblauen Gebogenen entsprechen dem R2, die blauen dem R3, die dunklen geraden 185mm, die hellen 200mm. Eine prima Geometrie.
So lassen sich die geoLine Weichen anstelle von Bogenweichen einsetzen. Klappt! 🙂
Die rosa-farbenen Gleise oben deuten Rocos große Bogenbrücke an, darauf sind RocoLine-geraden ohne bettung, Länge jeweils 23cm. Geometrisch einwandfrei.

Rocos klassische Bogenbrücken lassen sich in die geoLine Geometrie einpassen, darin werden natürlich die RocoLine Gleise (ohne Bettung) montiert. Das geht geometrisch so perfekt auf, dass man wohlwollende Absicht vermuten darf. Zum Anschluss von geoLine an die RocoLine-Gleise auf den Brücken empfehlen sich die Übergangsgleise.

Kehr- oder Wendeschleifen lassen sich ganz prima mit geoLine aufbauen; hier mal ein etwas überaufwändiger Entwurf. Wer es schlichter bevorzugt, kann sich hier das Passende heraussuchen.

Viele Lokschuppen erwarten enge Gleis-Abstände. Die meisten dieser Bausätze stammen konstruktiv aus Zeiten, als die H0-Gleissysteme noch dem Normabstand von 57mm folgten. GeoLines Parallelgleise sind dagegen rund 77mm auseinander. Aber mit einem Trick lassen sich diese Lokschuppen dennoch verwenden, wie das Beispiel mit den kurzen R1 Gebogenen zeigt. So findet der gewünschten Lokschuppen doch seinen Platz auf der Anlage.

Fazit: geoLine ist von der ersten Intention her sicher klug erdacht worden, und es hätte den Markt wirklich bereichern können. Aber in Aussehen und Fertigungs-Qualität gab es eine Bruchlandung. Ich kann mir gut vorstellen, dass Roco-Kunden weltweit über ein optisch und technisch renoviertes geoLine-System mit mehr Auswahl und in solider Qualität überglücklich wären, sogar glücklicher als mit…

…mit dem Relaunch von RocoLine mit Bettung. Ob im Zeitalter von Apps und Smartphones die Modellbahner überhaupt noch Lust haben auf kompliziertes Abschneiden der Bettungen und die vielen unterschiedlichen Mini-Ausgleichsgleise? Ohne Ersatzbettungen? Wenn die Welle der ersten Begeisterung abgeklungen ist, wird sich zeigen, ob der Erfolg langfristig sein kann oder nur eine Laune darstellte; ein erleichtertes Aufatmen derer, die die Gummibettung vermisst haben. Denn nicht jedes Comeback hat eine lange Laufzeit. Und auch Piko hat seinem A Gleis jetzt eine schönere Bettung mitgegeben, eine Idee, die 2006 exakt so von Roco hätte umgesetzt werden sollen.

Tipps und Tricks zu geoLine:

Rocos hat sich für geoLine unübersehbar an märklins C-Gleis orientiert. Das hat für den Modellbahner unerwartete Vorteile in Bezug auf die Auswahl des Zubehörs:

– Die neuen Märklin-Signale mit Sockel für die C-Gleise (mit DCC/mfx-Decoder) passen auch unter geoLine. Sie sind also gut geeignet für eine Steuerung über Rocos Multimaus, die Z21, Fleischmanns ProfiBoss, Uhlenbrocks Daisy2, oder anderen DCC-Zentralen.

– Auch märklins preiswerte Hobby-Lichtsignale sind prima geeignet zum unbeschwerten Modellbahn-Spielen: Den passenden, preiswerten DCC-Decoder kann man sich für knapp elf Euro hier ordern (bitte dazu das gewünschte Digitalformat DCC oder MM angeben): 123info@moba-digital.de.

Man klebt diesen Decoder einfach mit Doppelklebeband in die Bettung. Das Programmieren erfolgt am Besten vor dem festen Einbau in die (Teppich-)Anlage. Damit lässt sich zwar nur der rot/grüne Lichtwechsel anzeigen, aber das Gleis wirklich abzuschalten braucht man im digitalen Spiel(!)-Betrieb ja nicht mehr. Und ganz sicher ist diese Decoder-Lösung eleganter, als märklins kilometerlange, superdicke Kabel für das spezielle Schaltpult.

– Auch die Oberleitungen sind kompatibel, ob nun Viessmann, Märklin neu oder gar märklin alt: Die Masten lassen sich unter die geoLine Bettungen klemmen. So können sogar Teppichbahner so tun, als sei eine Fahrleitung vorhanden und sich nach und nach einen großen Fundus an Masten zulegen.

– Wer beleuchtete Prellböcke mag, kann sich märklins Artikel 7389 auf die Abstellgleise schrauben und die Kabel im Böschungskörper diskret an die Profile löten.

So einfach ist das: Die gelben Geraden haben 76mm, die dunklen 185mm, die hellen 200mm.

Bahnsteige sind im Fall von geoLine meistens sehr schmal gehalten, weil man sie einfach zwischen die Parallelgleise stellt. Das ist zwar praktisch, sieht aber eigenartig aus, weil die Proportionen nicht einmal ansatzweise stimmen. Natürlich kann man mit geoLine auch breitere Bahnsteige verwenden, wie die Gleis-Beispiele zeigen. Zum Beispiel Faller (ex-Pola), Kibri und auch Piko bieten breite Kandidaten an.

Prinzip-Darstellung.

Zimo Decoder MX600, der günstige (fast) Alleskönner

Für rund 20 Euro bietet Zimo den Lokdecoder MX600 an. Das ist ein flacher Decoder mit hochwertiger Lastregelung, den es derzeit in drei Varianten gibt: Mit achtpoligem Stecker nach NEM652, mit Plux12 Stecker und mit Kabeln. Derzeit versteht er DCC mit bis zu 128 Fahrstufen, ist also von HighEnd-Systemen bis runter zur Lokmaus1 oder märklins alter „DCC“-Zentrale 6029 verwendbar (dazu die CV29 auf ’04‘ programmieren, damit in der Lok die Beleuchtung funktioniert).

Die Lego-Figur zeigt, wie flach Zimos MX600 Decoder ist.

Leistung, Abmessungen und die vier schaltbaren Funktionen prädenstinieren den MX600 vor allem für herkömmliche H0-Lokomotiven mit rot/weißem Lichtwechsel – oder natürlich Dampfloks mit Rauchentwickler. Quer durch alle Marken und Modell-Generationen lässt sich der günstige MX600 also in ziemlich viele Modelle sinnvoll einbauen, sodass auch eine Sammlung analoger Loks zügig und ohne zu große Belastungen auf digitalen Betrieb umgestellt werden kann.

Das erste Beispiel ist eine BR189.

Klar gibt es auch Decoder anderer Hersteller, die diese oder ähnliche Features mitbringen. Für mich persönlich aber ist der MX600 wegen seiner Kombination aus fantastischen Fahreigenschaften und vielen, einfach zu programmierenden Funktionen so empfehlenswert.

Features

Das Besondere an diesem Decoder ist, dass er trotz seines relativ niedrigen Preises vier Schalt-Funktionen mitbringt, deren Effekte sich sehr klug auf die meisten Modell-Loks nach Vorbildern der (europäischen) Epochen 1 bis 5 programmieren lassen, zum Beispiel für den weiß/roten Lichtwechsel oder intelligent eingestellte Rauch-Entwickler, die beim Anhalten weniger stark qualmen.

Weiterhin ermöglicht der MX600 seitenweises Abschalten der Spitzen- und Schlusslichter, zum Beispiel für Wendezüge. Schaltbar sind sowohl ein Rangiergang sowie der so genannte ‚Kupplungs-Walzer‘ für digitale Ent-Kupplungen. Sanftes Auf- und Abblenden der Lampen sollte heute ohnehin zum Standard gehören. Außerdem ist der MX600 platt wie eine Flunder, man bringt ihn also leicht in allen möglichen Loks unter.

Damit ist Zimos MX600 meiner persönlichen (!) Einschätzung der beste Decoder der Einsteiger-Klasse. Als erstes Umbau-Beispiel zeige ich eine moderne BR189 aus 2004. (…Moment, die ist jetzt 14 Jahre alt. Ist das eigentlich noch ‚modern’…? Zurück zum Thema. 🙂 )

Beleuchtung


So verkabelt man den MX600 direkt mit Motor und LED.

Anschluss der Beleuchtung ‚vorn‘ (Führerstand 1).

Quer unter der flexiblen Leiterbahn liegt der Decoder.

Um die Lampen sinnvoll ansteuern zu können, muss man sie separat anschließen. Gemäß der Norm: Stirnlampe in Führerstand 1 an weiß, Stirnlampe in Führerstand 2 an gelb, Schlusslicht rot in Führerstand 2 an grün, Schlusslicht rot in Führerstand 1 an braun. Die Fotos zeigen, wie das geht. Im Fall der 189 klebt man die flexiblen Leiterbahnen einfach oben auf die Platine und lötet die Kabel dort an.


Die 19V LED und Tesafilm zur Isolierung.

Tipp: Die Glühlampen habe ich gegen 19 Volt-LED ausgetauscht, die keine Vorwiderstände benötigen. Die minimalen Mehrkosten sind schnell vergessen, weil die Gefahr von Schmelzschäden durch zu heiße Glühlampen gebannt ist. Bei einigen Loks sollte das Gehäuse innen mattschwarz lackiert werden, um Durchleuchten auszuschließen.

Dieser Austausch empfiehlt sich für fast jede Lokomotive, zumal fast alle Modellbahn-Lokomotiven seit den 60er Jahren bis Mitte der Nuller-Jahre mit 12V Lämpchen ausgeliefert wurden. Mehr zu diesem Thema später auf diesem Blog.

LED 19V 3mm warmweiß:
https://www.modelsector.com/leuchtdioden-und-zubehoer/led-spannungsfest-bis-19v/led-3mm-zylinderform-warmwei-4-19v.php

LED 19V 3mm rot:
https://www.modelsector.com/leuchtdioden-und-zubehoer/led-spannungsfest-bis-19v/led-3mm-klar-rot-4-19v.php

Fahr-Eigenschaften

Für optimale Fahreigenschaften kann man Zimos Decoder mit nur zwei Werten auf die jeweilige Lok einstellen. Ratz-fatz ist das erledigt:

  • Roco-Lok mit typischem Flachmotor: CV09 => 95, CV56 => 33
  • Fleischmann Rundmotor: CV09 => 89, CV56 => 91
  • N-Motor (in kleinen Loks): CV09 => 95, CV56 => 55
  • Glockenanker-Motor: CV09 => 51, CV56 => 133

Tipp: Meiner Erfahrung nach kann man einige Loks von Roco und Piko auch fahren mit CV09 = 37. Dann ist das Brummen im Motor leiser und tieffrequenter, was für mein Empfinden angenehmer klingt.

Tipp: Zur geschmeidigen Bewegung der Lokomotiven kann man beispielsweise die CV03 auf ’20‘ setzen und die CV04 auf ’12‘. Die Vmax sollte man deutlich reduzieren, weil die meisten Modell-Loks viel zu schnell unterwegs sind.

…und analog:

Tatsächlich sind diese günstigen Decoder auch analog tauglich. Zwar kann man mit fast jedem Decoder seine Loks auch analog irgendwie in Bewegung setzen. Ich habe aber den Eindruck, dass die Zimo Decoder sich dabei etwas mehr im Hintergrund halten, was Nebenwirkungen betrifft. Und so soll‘s ja sein mit guter Elektronik.

Licht-Konfiguration

So kann die Standard-Konfiguration aussehen. So sind die umgebauten Loks übrigens voll mit Lokmaus2 oder einer alten märklin 6029 Zentrale ansteuerbar:

  • Taste F1 = Spitzen- und Schlusslichter an Führerstand 1 ausgeschaltet
  • Taste F0 = Licht weiß/rot an, wechselt mit der Fahrtrichtung
  • Taste F2 = Spitzen- und Schlusslichter an Führerstand 2 ausgeschaltet
  • Taste F4 = Rangiergang; also Beschleunigung und Bremsen minimiert

Dazu geht man schrittweise vor:

Seitenweises Abschalten der Lampen

  • CV107 => 01
  • CV108 => 02
  • CV109 => 02
  • CV110 => 01

Für den Fall, dass die Lampen augenscheinlich unsinnig arbeiten, einfach zwei weitere Werte verändern:

  • CV35 => 08
  • CV36 => 04

Rangiergang auf F4

  • CV124 auf den Wert 23 programmieren.

Sanftes Auf- und Abblenden der Lampen

  • CV125 => 88
  • CV126 => 88
  • CV127 => 88
  • CV128 => 88

Fazit:

Mit diesem Decoder und der kurzen CV-Einstellerei wertet man seine Modellbahn-Lokomotiven ungemein auf. Auch ältere Loks mit ungeregelten Decodern aus den 90er Jahren lassen sich mit Zimos MX600 günstig in die Jetzt-Zeit holen. Mehr dazu später auf diesem Blog.

Roco Lokmaus 10792 mit orange-farbenen LED

Lokmaus-Customizing in orange.

Früher mal war die Hausfarbe der „Roco“-Produkte ein knalliges Orange. In diese Farbe war auf der kurzzeitig lieferbaren Lokmaus ‚R3‘ ein Kreis aufgedruckt. Diese neu designte Lokmaus2 besitzt beleuchtete Tasten, unter denen herkömmliche rote LED arbeiten. Mir kam der Gedanke, dass LED in der ehemaligen Hausfarbe netter aussehen könnten. Der Umbau ist schnell erledigt.

Man benötigt nur einen Beutel mit zehn ‚axial‘-LED in orange, dazu einen Lötkolben mit Lötzinn und einen Schraubendreher. Die LED habe ich über ebay bezogen; man sucht einfach nach LED orange axial, dann findet man schon die Richtigen.

Umbau

Das Kabel der Lokmaus2 abziehen. Dann die vier Gummifüße sanft abheben und zur Seite legen. Die vier recht langen Schrauben herausdrehen und die Lokmaus ‚R3‘ auseinandernehmen.

Oben: ‚axial‘ LED aus der Tüte, unten: So gekürzt passen die LED in die Maus.

Eine (!) der LED herauslöten. Dazu vorsichtig mit der Lötspitze wechselseitig nur kurz die gelöteten Kontakte der LED berühren, bis sie sich mit einer Pinzette wegschieben lässt.

Neun LED müssen ausgetauscht werden.

Von einer der neuen LED die Kontaktfahnen auf etwa drei oder vier Millimeter kürzen, wie im Foto zu sehen, und mit einer Pinzette schräg Richtung Kuppe abwinkeln. Nun probehalber in die Platine einsetzen und anlöten, dabei nur sehr wenig Lötzinn verwenden.

Testweise das Kabel zur Zentrale anschließen, wenn die LED orange aufleuchtet, stimmt die Ausrichtung. Wenn nicht, die LED einfach mit vertauschten Kontakten erneut anlöten. Die Markierung innerhalb der LED beachten: Gleichlautend müssen alle anderen orangefarbenen LED eingelötet werden. Immer wieder testhalber die Platine an das Kabel zur Zentrale anstecken, um die Funktionen zu überprüfen.

LED zu fotografieren ist nicht so einfach. 🙂

Abschließend die Lötstellen kontrollieren, und wenn alles sauber ist, die Lokmaus3 ‚R3‘ wieder zusammenschrauben und die Gummikappen festkleben. Das war es schon. Fertig ist die „Custom-Lokmaus2 R3“. 🙂

Märklins Diesellok BR212 für DC Gleise

märklins ehemalige ‚delta‘ Lok rollt nun auf Roco-Gleisen.

Als ein junger Bekannter sein Modellbahnhobby reaktivieren wollte (mit 26!), fragte ich ihn angelegentlich, ob denn unbedingt der Mittelleiter bleiben müsse… Nein, musste er nicht. Zu märklins Glück bleibt man dem C Gleis treu, aber nun mit ‚Trix‘-Logo. Die Fahrzeuge werden Stück für Stück auf DC umgebaut, damit trotz des komfortableren Betriebs auf international kompatiblen Gleisen die Zügen ‚von früher‘ weiterhin unterwegs sein können. In etwa zwanzig Jahren wird er vermutlich verstehen, warum der Erhalt der geliebten alten Züge eine gute Idee war. 😉

Die erste Lok, die internationalisiert wurde, war sein Diesellok-Klassiker BR 212. In diesem Fall in orientrot, das ich noch als ’neurot‘ kenne; für ihn war es die „alte Farbe“. Also, das mit dem Älterwerden ist ja so eine Sache…

Im Grunde ist der ganze Umbau sehr einfach, wenn man bastlerisches Geschick mitbringt. Schrauben und Löten, mehr braucht man nicht zu können.

Anstelle einer (heißen) Glühlampe arbeitet hier nun eine LED.

Decoder & Licht

Der vorhandene Delta-Decoder, ohnehin wenig brauchbar, wurde ausgetauscht gegen einen aktuellen Sounddecoder von märklin, der auch DCC versteht. Statt Glühlampen stecken nun warmweiße LED für 19V in den Buchsen. Das Aufbohren der roten Lampen habe ich unterlassen, weil märklins Gehäuse aus der betreffenden Fertigungs-Zeit spröde werden können, bis hin zum Zersplittern. Dann lassen wir die ‚historische Substanz‘ aus 2002 sicherheitshalber unangetastet.

Im Gegensatz zu früheren märklin-Verkabelungen dient der Rahmen elektrisch nur noch für den zweiten Gleis-Pol, das ’schwarze Kabel‘ des Decoders. Die Beleuchtung wird direkt vom Decoder aus versorgt.

Wer unbedingt Glühlampen verwenden möchte, sollten bei Conrad oder Ebay nach Lämpchen für 22V oder 24V schauen. Mit anderen Lampen setzt man seine Lok der Gefahr von Schmelzschäden aus.

Ich habe 19V-LED verwendet, deren Drähte gekürzt und vor dem Einsetzen leicht angespitzt. Dazu verwendet man einfach einen guten Seitenschneider, mit dem man das Draht-Ende schräg ablängt. Mit einer Pinzette drückt man die LED-Beinchen in die Buchsen, danach sitzen sie wirklich fest.

Die verwendeten LED gibt es hier zu kaufen: https://www.modelsector.com/leuchtdioden-und-zubehoer/led-spannungsfest-bis-19v/led-2x5mm-warmwei-5-19v.php

Bei der ersten Probefahrt stellte sich heraus, dass das helle Licht an vielen Stellen zwischen Gehäuse und Rahmen zu sehen ist. Um das wirksam zu unterbinden, klebt man kurze Streifen Moosgummi auf den Rahmen.

Lautsprecher

Zuerst steckt man den Stecker des Lautsprechers in die Buchse auf der Schnittstellen-Platine. Tatsächlich ist der einzige passende Befestigungs-Platz für den Lautsprecher ein Knubbel am Rahmen. Um den Lautsprecher dort langfristig zu fixieren benötigt man einen wirklich guten „Kraftkleber“, ich habe einen von UHU ausgewählt. Man gibt also jeweils einen Klecks Kontakt-Kleber auf den hochstehenden Knubbel und auf die später darauf liegende Ecke des Lautsprechers. Nach wenigen Minuten presst man die Teile exakt aufeinander. Der Lautsprecher sitzt damit wirklich fest und strahlt seinen Klang nach unten Richtung Gleis.

Klassische märklin-Technik auf DC-Gleisen. Mir macht es Spaß.

Antrieb

Märklins fünfpolige Anker mit neuem Magneten sind schon eine nette Sache: Klassische Technik in solider Qualität. Im Fall dieser Variante der 212 braucht man glücklicherweise am Rahmen nichts auszufräsen, weil sie bereits ab Werk für den besseren Antrieb vorbereitet wurde. Bei älteren märklin-Modellen muss man für den neuen Magneten eine Aussparung herausfräsen, das kann man auch in einer Werkstatt erledigen lassen. Alternativ verwendet man eben den vorhandenen dreipoligen Anker und kauft einen Magneten von Esu dazu.

Tipp: An dieser Stelle ein grundsätzlicher Tipp für alle drei- und fünfpoligen Anker der klassischen märklin-Motore. Ein typisches Merkmal für diese Anker sind die leider recht scharfkantigen Kollektor-Kanten. Im normalen Fahrbetrieb fräsen diese Kanten die Kohlen regelrecht ab. Der entstehende Staub setzt die Kollektor-Ritzen zu, bis die Lok schließlich ruckelig fährt. Selber Abhilfe schaffen kann man, indem man die Kollektor-Kanten glättet. Am Besten poliert man den Kollektor vorsichtig mit sogenanntem Polierleinen in extrem feiner (!) Körnung. Das geht ganz einfach, ist schnell erledigt, und beim Anfahren rollt die Lok noch etwas sanfter los.

Erst glättet man den Kollektor mit ‚groberem‘ Leinen, dann poliert man die geglättete Oberfläche mit feinem Material nach, bis sie im Wortsinn spiegelglatt ist. Im Fall von wenig gefahrenen Loks ist es oft ausreichend, den Anker mehrfach mit den Fingern in sanft um den Kollektor gewickelten Polierleinen zu drehen. Nur in stark gebrauchten Loks sollte man den Kollektor in eine Bohrmaschine einspannen und mit dem Polierleinen semi-professionell glätten. Stets äußerst umsichtig vorgehen!

Ich habe meine Streifen Polierleinen hier gekauft: http://www.meshy.de/ Brauchbar sind auch Polierfeilen aus dem Kosmetik-Bedarf.

Decoder

Anstelle des Delta-Moduls wird märklins neuer Sounddecoder eingesetzt, inklusive 21poliger Schnittstellen-Platine von märklin. Die Verkabelung erfolgt nach NEM-Farbschema, nicht nach märklins Hausnorm, denn immerhin wird die Lok zukünftig in reiner DCC Umgebung unterwegs sein. Da braucht ein DC-Newbie keine unterschiedlichen Farb-Schemata zu lernen.

Klar zu erkennen sind die beiden neuen Radschleifer.

Neue Drehgestelle

Bei märklins Service war man von meiner Anfrage nach passenden DC Rädern überfragt bis belustigt. Zufälligerweise hatte ein Bekannter zwei passende 212-Drehgestelle mit DC Rädern im Fundus, die er sich irgendwann hatte anfertigen lassen. Bis heute wissen wir nicht, von welchem Fahrzeug diese Räder eigentlich stammen. (Zielführende Hinweise nehme ich gerne entgegen!)

Im DC Betrieb sollten nur zwei Haftreifen eingesetzt werden, am besten über Kreuz angeordnet. Das verbessert die Stromaufnahme. Den separaten Radkontakt klebt man mit UHU-Kontaktkleber unter das Antriebs-Drehgestell. Das schwarze Kabel führt man im Rahmen nach oben.

Vor dem Einbau des Laufgestells sollte in dessen Rahmen das schwarze Massekabel am Metall angelötet werden, diesen Bereich dazu etwas blank reiben. Ein rotes Kabel kommt an den ehemaligen Schleifer-Anschluss. Beide Kabel führt man durch den Rahmen nach oben, dann baut man die Drehgestelle in den Rahmen. Erst abschließend wird der neue Rad-Schleifer angeschraubt.

Innen braun eingefärbt, Radreifen metallisch. Schon edel.

Der metallische Glanz der seitlichen Radscheiben hat mich gestört, also wurden sie des netteren Aussehens wegen seitlich im zum Drehgestell-Rahmen passenden RAL-Farbton Graubraun 8019 eingefärbt. Die äußeren Radreifen bleiben metallisch. Ich finde, die Fahrzeuge gewinnen so an Attraktivität

Kupplungen

Märklins Kurzkupplung funktioniert prima im märkliniverse, aber wenn andere Fabrikate dazukommen, kann es hakelig werden. Also wurde die märklin Kupplung ausgetauscht werden gegen Rocos Universalkupplung. Da die betreffenden Halterungen nicht wirksam waagerecht zu befestigen waren, wurden später die höhenverstellbaren Universalkupplungen angebracht, die für sicheres Einkuppeln sorgen.

Der Widerspenstigen Zähmung. Tesafilm hilft.

Tipps:

  • Auf der Motor-Rückseite fixiert man die Kabel dauerhaft mit einem Streifen Tesa-Film.
  • Das Gehäuse dieser Lok entwickelte über die Zeit seitlich einen kleinen Sprung. Es zeigte sich, dass märklins Kunststoff aus den 90er Jahren wirklich spröde wird. Beschädigungen bei diesen Lokmodellen lassen sich vermeiden, indem beim Zusammenbau die Gehäuseschraube nicht zu fest hineindreht: Sicher fest ja, zu stramm nein. Lieber etwas lockerer lassen.
  • Das Fahrwerk war recht schwergängig, Verursacher dürfte märklins berüchtigtes Werks-Schmieröl sein, auch als „Getriebekleber“ bekannt. Also wurde die Lok anfangs komplett zerlegt, selbst der Motor wurde auseinander genommen. Das ‚Modellbahn-Öl SR24‘ ist sehr geeignet, feste Getriebe wieder gangbar zu machen. Man pinselt das Zeug großzügig über die betroffenen Stellen und prüft alle paar Minuten vorsichtig, ob sich irgendetwas bewegen lässt und pinselt nach. Irgendwann bewegt sich alles wieder. Mit einem festen, sauberen Borstenpinsel entfernt man später alte Öl-Brocken, bis alles wieder sauber ist und sich frei dreht. Über Nacht trocknen lassen und mit einem guten Schmier-Öl vorsichtig nachölen.

NEM Räder für Roco BR 210 / Fleischmann BR 225 und Artverwandte…

Die Modellbahn ist voller Normen. Das ist auch richtig so, damit möglichst viele DC-Fabrikate harmonisch miteinander funktionieren. Im Allgemeinen klappt das ganz gut, auch international betrachtet. Blöd, wenn ein Hersteller wie Roco dann nicht-normgerechte Spurkränze verwendet, die dafür sorgen dass nicht einmal haus-eigene Weichen einwandfrei durchfahren werden.

Der Radsatz links plumpst in Rocos Herzstück.

Bei Roco ist man auf die Idee gekommen, einige Lokomotiven mit neuartigen Rädern auszuliefern. Deren Spurkränze sind so niedrig, dass sie in die Herzstücke der Roco Line Weichen hineinfallen.

Bei diesen Großserien-Modellen, die ja kein ‚High End‘ darstellen, sondern für normale Kunden gemacht sind, die gern mit „feinen“ Modellbahn spielen möchten, eine unnötige Verkomplizierung des Hobbys. Denn eigentlich funktioniert unsere Welt so, dass Diejenigen extra bezahlen müssen, die etwas Besonderes haben möchten. Bei einigen Roco-Lokomotiven muss man also extra zahlen, um überhaupt den genormten Standard wiederherzustellen. Sehr borniert von Roco.

Betroffen sind meines Wissens nach die neuen Konstruktionen der V160 Familie von Roco & Fleischmann (BR 218, BR 225, BR 210…), sowie Rocos neukonstruierte BR 151 und einige Varianten der E94. Allerdings gibt es eine Lösung für diesen Unsinn:

Für die neuen Loks der E94 und Varianten kann man auf Achsen älterer Modell-Versionen zurückgreifen, das ist praktisch. Für die neueren Varianten der BR151 kann man sich Räder der älteren Modell-Varianten mit NEM-Spurkränzen auf die Achsen der neuen Lok setzen lassen. Zwar verursacht das zusätzliche Kosten, weil man dafür am besten eine Fachwerkstätte beauftragt.

Aber solange Roco sich so stur anstellt, geht es eben nur so. Und das mit dem Verzicht klappt real ohnehin eher selten. 🙂

Ähnlich bei der V160-Familie. Weil mir meine BR210 von Roco in blau/elfenbein wirklich gut gefällt, habe ich mir von Roco Achsen mit passenden Rädern und NEM Spurkränzen empfehlen lassen: 1 x 122484 (mit Haftreifen) und 3 x 122485 (ohne Haftreifen). Wer den Mehrpreis scheut, kann sich per Email bei Roco beschweren. roco@roco.cc lautet deren aktuelle Email-Adresse.

…so rollt Rocos BR210 mit NEM-Spurkränzen sicher über Weichen..

Für rund €25 habe ich mir in der Werkstatt ‚APC Adams‘ die Räder dieser neuen Achsen auf die Achsen meiner BR210 setzen lassen. Das klappte sehr unkompliziert: Ich habe einfach die acht Achsen dorthin eingesandt mit der eindeutigen Beschriftung ‚diese Räder auf die anderen Achsen‘. 🙂 Seither benimmt sich meine Lok manierlich. Gut, dass es solche Werkstätten gibt.

Tipps:

  • Zusätzlich wurden die Radscheiben seitlich im RAL Farbton graubraun (8019) lackiert. Die Radreifen habe ich ausgespart; die metallischen Reifen sehen irgendwie schick aus. 😀
  • Bei der Montage müssen die Plastik-Plättchen der Wippen von der Lok weg Richtung Bodenplatte zeigen.

Kommentar: Leider mangelt es seit einigen Jahren an der klaren Definition des Produktes „Roco H0“. Zwischen Spielzeug-Loks mit aufgedruckten Fenstern und extrem aufwändigen HighEnd-Lokomotiven war inzwischen alles dabei.

Drei verschiedene Wagen-Längenmaßstäbe, vier Kupplungssysteme und ehedem vier Gleissysteme machen das Sortiment unübersichtlich. Immerhin erwirbt man solche Produkte über viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, da möchte man nicht dauernd nachdenken, was jetzt wozu passt.

Die Idee der niedrigen Spurkränze ist wirklich dämlich, schließlich ist Roco ein normaler Großserien-Hersteller. Will Roco seine Kunden zu ihrem Glück zwingen? Besser nicht.

Ab Werk sollte alles den Normen entsprechen. Denn die Modelleisenbahn ist ein System-Spielzeug. Für den Fall einer nennenswerten Nachfrage nach niedrigen Spurkränzen könnte man diese als Tunig-Teile in Beuteln zu jeweils vier (bzw. sechs) Achsen anbieten. Der massiven Kritik in vielen Modellbahn-Foren folgend dürfte die Zielgruppe aber überschaubar sein. Was den Entscheidern in Österreich zu denken geben sollte.

Roco Köf 43437 mit Nano-Decoder von Esu.

Kein Decoder zu sehen…

Die kleine Lok ist in Rocos Programm seit 1983, und dank ihres klug konstruierten Fahrgestells mit Dreipunkt-Lagerung erfreut sie ihre Besitzer mit ausgezeichneten Fahreigenschaften. Viele Digital-Fahrer packen den Decoder nun umständlich ins Führerhaus. Und das muss ja nicht sein.

Diese Umbau-Idee entstand eigentlich aus Übermut. Irgendwann fiel mir die große Aussparung in der Bodenwanne auf. Da könnte doch ein kleiner Decoder hineinpassen…

Zuerst schraubt man die Köf auseinander und nimmt den Motor heraus. Dann befreit man die Platine aus dem Fahrgestell restlos von elektrischem ‚Vogelfutter‘, bis nur die Radschleifer übrig sind.

Der Decoder wird mit einem Klecks Sekundenkleber auf der Platine befestigt, sodass er später gut in der Vertiefung der metallenen Bodenplatte verschwinden kann. Am Decoder kürzt man die Kabel weiß, gelb, grün, violett und blau und bändigt sie mit einem kurzen Schrumpfschlauch: Vielleicht möchte man in der Zukunft digital schaltbare Funktionen einbauen.

…der Decoder ist perfekt versteckt.

Die Kabel schwarz und rot kürzt man ebenfalls sinnvoll und lötet sie direkt an die Platinen der Radschleifer. Nur orange und grau belässt man zunächst lang. Platine, Radsätze und Kupplungshalter werden wieder eingesetzt, dabei führt man die Kabel grau und orange nach oben zum Motor, kürzt sie und lötet sie an die Kontakt-Ösen des Motors. (Wieso hat der Motor meiner Lok eigentlich keine Schwungmasse…?)

…zwei Litzen zum Motor, das ist schon alles.

Nun die Bodenplatte einsetzen, die erste Schraube festdrehen, den Gehäuse-Vorbau einschieben, die zweite Schraube eindrehen und schließlich das Führerhaus aufstecken. Fertig.

Tipps:

  • Lampen: Die Optik gewinnt, wenn man alle sechs Lampengläser innen weiß auslegt. Zum Herauslösen der gläsernen Einsätze habe ich einen Pin verwendet. Von unten sanft zwischen Lampe und Gehäuse pieken, dann lösen sich die Gläser fast von allein. Nun die Rückseiten dünn (!) mit weißer Farbe auslegen und über Nacht trocknen lassen. Erst danach wieder einsetzen.
  • Lokführer: Anstelle von Rocos stoischem Standard-Beamten kann man eine freundlichere Person einkleben, in den Sortimenten von Noch und Preiser gibt es dazu eine nette Auswahl. Zu einer Rangierlok in relativ moderner Lackierung passt vielleicht besonders gut ein (halbierter) Rangierer mit orangefarbener Weste.

Piko Pimping: Silberling – Steuerwagen aus 58113.

Die S-Bahn im Ruhrgebiet der 70er Jahre: Piko 58113 (DC)

Pikos Silberlinge gibt es derzeit in einer Sonder-Auflage nach Vorbild eines S-Bahnzuges aus dem Ruhrgebiet der 70er Jahre. Die passende Lokomotive, eine grüne BR 141, lässt sich dank Plux22 Schnittstelle problemlos mit einem Steck-Decoder bestücken. Aber der Steuerwagen kommt technisch geradezu archaisch daher. Diese Waggons waren eben als ‚Hobby‘-Modelle auf den Markt gekommen, und sie sind seitdem nicht überarbeitet worden. Diverse Bauteile von Esu versetzen ihn technisch in die Jetzt-Zeit.

Radschleifer

Pikos altmodische Radkontakte für Personenwagen greifen den Strom ausgerechnet dort ab, wo die Drehbewegung am Langsamsten ist, an der Achse. Der fester Anpressdruck erhöht den Rollwiderstand spürbar. Eine elegantere Lösung bietet Esu an. Deren klug geformte Radschleifer erfüllen diese Aufgabe weitaus sinnfälliger.

Oben Pikos Achsschleifer, unten Esu Radschleifer.

Man kann a.) die Original-Verkabelung belassen, der Strom wird weiterhin nur ‚vorne links‘ und ‚hinten rechts‘ aufgenommen, oder aber b.) man legt Wert auf eine sichere Versorgung der Beleuchtung. In diesem Fall müssen alle acht Räder in die Stromaufnahme einbezogen werden. Dazu bedarf es zweier weiterer Kabel, und man benötigt insgesamt vier Pärchen der Esu-Radkontakte.

Eine wirksame Stromabnahme von allen Rädern.

Zur Befestigung der Radschleifer verwende ich Sekundenkleber von Uhu. Dieser zieht schnell und hält recht sicher, aber zum Glück nicht ‚bombenfest‘, wie das früher der Fall war. Bei Bedarf lassen sich die Teile also wieder voneinander lösen, zum Beispiel mit der Klinge eines Schraubendrehers.

Schnittstelle & Decoder

Pikos LED-Platine besitzt weder Schnittstelle, noch Decoder On-Board. Einen Lichtwechsel-Decoder anzuschließen, erfordert schon gewissen Aufwand. Umso wichtiger, hier eine Schnittstelle einzusetzen, um im Fall eines Decoder-Aus-Falles nicht schon wieder löten zu müssen.

Vier angelötete Kabel, weiß, blau, gelb und grün.

Zunächst entfernt man zwei Widerstände mit dem Wert ‚0‘, wie im Foto und auf Pikos Zeichnung zu sehen:
https://www.piko-shop.de/media/org/orgb_P/orgid_1/k11/thumbs/3571_10619.jpg

Die Schnittstellen-Platine wird einfach direkt auf die Rückseite von Pikos LED-Platine geklebt, dabei darauf achten, den Durchlass unter den Platinen für die Verbindungskabel frei zu halten! So bleibt der Decoder später unsichtbar. (Das sollte natürlich besser ab Werk so gelöst sein…) Zwei Tröpfchen Sekundenkleber reichen dazu aus.

Litzen von der LED-Platine zur Schnittstelle.

Der Kabel-Anschluss ist recht einfach, wenngleich fummelig. Die Zeichnungen zeigen die Kabelfarben. Um die Schnittstelle mit der LED-Platine zu kontaktieren, reichen Kabel in weiß, gelb und blau mit jeweils zwei Zentimetern Länge.

Wer alle Räder zur Stromaufnahme heranziehen möchte, sollte direkt zwei weitere Kabel verlegen, jeweils rot und schwarz, kurz und lang, an einem Ende zum leichteren Anlöten verdrillt. Das Foto zeigt, wie das aussehen muss.

Flacker-Schutz ‚PowerPack mini‘

Als zusätzlichen Flackerschutz dient ein ‚Power Pack‘ von Esu. Diesen habe ich so plaziert, dass er von außen möglichst wenig zu sehen ist. Seine Kabel werden direkt an den Lichtwechsel-Decoder angeschlossen, aber das ist gar nicht so einfach: Ausdrücklich sei hier darauf hingewiesen, dass diese Löt-Arbeit wegen der winzigen Löt-Pads auf dem Decoder eine Herausforderung darstellt.

Das PowerPack könnte man noch durch eine Holzkiste tarnen.
So wird das PowerPack direkt an den Decoder angeschlossen .

Beim Programmieren mit Esus Lokprogrammer überschreibe ich gern die Werkswerte mit meinen eigenen Präferenzen, sodass diese nach einem möglichen Reset wieder aktiv sind: Sanftes Auf- und Abblenden der Lichter, eigene Adresse. Hin und wieder gibt es eine aktuelle Firmware; schön, dass sowas angeboten wird.

Mit Sandkästen am Drehgestell gefällt der Steuerwagen besser.

Radsätze

Wie viele andere Modelle von Piko besitzen auch diese Fahrzeuge Räder mit recht rauer Oberfläche. Darauf setzt sich auffallend schnell Schmutz ab, und bei meinen ‘Schnellzugwagen’ von Piko hatten sich die Radspitzen nach nur wenigen Stunden Fahrbetrieb in die Drehgestelle hineingefräst. Das muss ja nicht sein. Also ersetzte ich Pikos Achsen gegen Produkte von Thomschke. https://modellbahn-radsatz.de/h0/radsaetze-h0-gleichstrom/piko/piko-lkdm-114mm—achse-244mm.php

Sicherheitshalber wurden zusätzlich Messinglager von Peho in die Drehgestelle eingebracht. Vor dem Einsetzen der Achsen unbedingt ein Tröpfchen Öl spendieren.

Tipps

  • Die unteren, sichtbaren Bereiche der messingfarbenen Radschleifer kann man tiefschwarz lackieren, bzw. RAL graubraun 8019 bei den Silberlingen mit blauem Längs-Träger
  • In denselben Farben sollte man die Radscheiben seidenmatt schwarz bzw. graubraun 8019 auslegen. nur die äußeren Radreifen und natürlich die Spitzen bleiben frei. Dadurch wirken die Fahrzeuge ’schwerer‘ und vorbildgerechter.
  • Das Pult im Führerständ sollte mattgrün eingefärbt werden, ein Lokführer schadet nie.
  • Die Drehgestelle wurden zwischenzeitlich von Piko etwas überarbeitet. Seitdem halten sie die Wagenkästen auf gesundem Abstand. Hier im Vergleich sieht man links ein schwarzen Drehgestell neuer Fertigung, rechts ein braunes, älteres. Man kann neue Drehgestelle als Ersatzteile ordern, dabei immer auf aktuellste Artikelnummern und die passenden Farben achten.
links ein aktuelles Drehgestell, rechts die erste Ausführung.
Unterhalb der Klippse ist rechts mehr Raum bis zur Kante zu erkennen.

Materialliste

Esu Radkontakte 50707
http://www.esu.eu/produkte/innenbeleuchtungen/powerpack-radkontakt/

Esu Platine 51967
www.esu.eu/produkte/zubehoer/adapterplatinen/21mtc-adapterplatine-2/

Esu FX Decoder 54621 21mtc
http://www.esu.eu/produkte/lokpilot/lokpilot-fx-v40/

Messing-Lager
http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

Radsätze
http://www.das-service.de/modellbahn-radsatz/h0/radsaetze-h0-gleichstrom/piko/piko-lkdm-104mm—achse-244mm.php

LED 0603 in Glühlampen-Farbtemperatur
https://www.railroad24.com/epages/es10595924.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10595924/Products/5611