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Die derzeit beste Kurzkupplung für H0 Modellbahnen. RTS.

So gleitet die RTS-Kupplung unter Rocos langen Waggons durch.

märklin hat eine neue Kupplung angekündigt, aber eine auffallend bauähnliche existierte längst: Eine Kupplung, die mit einem weltweit riesigen Anteil an H0-Modelleisenbahnen ohne Einschränkungen funktioniert.

Wieder einmal war es der Zufall, der mir geholfen hat: In einem Kästchen lungerten diverse Austauschkupplungen herum. Mehr gelangweilt probierte ich einige davon aus, unter anderem irgendwas mir Unbekanntes mit der Prägung „RTS“.

Ich lernte: Es gibt Varianten mit und ohne Strom-Übertragung. Letztere steckte ich in so ziemlich alle H0 Fahrzeug-Fabrikate mit Normschächten, die ich besitze. Das Ergebnis war schnell klar: DAS ist DIE Kupplung. 🙂

Sanftes Einkuppeln, ohne Hakelei in Kurven, und optisch relativ unauffällig – wie konnte mir das über Jahre entgehen! 😁

Die RTS-Kupplung ähnelt zwar der Kurzkupplung von märklin und ihren Nachahmungen von Roco und Esu. Aber der RTS-Metallbügel ist zur Abwechslung unglaublich intelligent konstruiert. Sämtliche Probleme der genannten Kupplungen sind eliminiert. Sämtliche.

märklin hatte lange die RTS-Kupplung mit Strom-Kontakt als märklin-Produkt angeboten. Später setzte man den breiten märklin-Bügel auf den RTS-Kopf, anstelle konsequent die RTS Kupplung ins Sortiment zu übernehmen und damit sämtliche Nervereien mit Fahrzeugen anderer Hersteller abzustellen (und nebenher die Pufferhöhe eigener Loks endlich zu berichtigen).

RTS mit Lima (70er Jahre). Passt. 🙂

Vorteile:

  • Die RTS-Kupplungen schwenken frei unter allen Puffern durch, auch bei den extra-langen 32cm Speisewagen. Der Bügel klappt nämlich nicht einfach rauf und runter, sondern er besitzt Langlöcher. Mit diesen kann er sich leicht bewegen und liegt immer gerade auf, sowohl auf dem eigenen Kupplungs-Kopf als auch auf dem Bügel der Gegenüber-Kupplung.
  • Der RTS-Bügel kuppelt neben aktuellen Normkupplungen auch ältere Fahrzeuge sicher an, wie z.B. Spielzeug-Züge von Lima oder Jouef. Er besitzt zum Kuppeln eine herkömmliche Öse, kein einseitig offenes L-Bauteil. So macht das Hobby noch mehr Spaß, weil man alles querbeet mischen kann.
  • Die gesamte Kupplung wirkt filigran und weniger auffällig, als märklins Version mit dem überbreiten Bügel oder gar Rocos graue Universal-Kupplung. Denn die Öse selbst ist schön schmal gehalten.
  • Das Einkuppeln erfolgt supersanft: Vorn an der Öse befindet sich eine unauffällig angebrachte Verdickung, eine Art Nase. Diese erzeugt nur wenig Reibung.
  • Auf Vorentkupplung wurde verzichtet – gut so. Ich kenne niemanden, der diese Funktion wirklich nutzt: Entweder, die Waggons rollen in einer Senke plötzlich davon, oder aber die Lok ruckelt kurz und vergrößert dabei den Abstand zu den Waggons, die Kupplungen legen sich wieder in Ausgangsstellung. Ungewollt kuppelt die Lok die Waggons wieder an. Frust.
  • Schwarzer Kubststoff sieht edler aus, als Rocos Uni-Kuppler im Grauschleier.
RTS mit märklin-KK. Passt. 🙂
RTS mit Röwa (70er Jahre). Passt. 🙂

Nachteile:

  • Mit der bislang bekannten Digitalkupplung von Roco klemmt die RTS-Kupplung. Offenbar muss man die Digi-Kupplungen etwas angleichen.
  • Der dicke Kupplungshaken sorgt dafür, dass die Kupplungen recht fest zusammensitzen – ohne das lästige Längs-Spiel wie bei Rocos Unikupplung oder gar bei Esus Interpretation. Das wirkt schon mal seriöser als in sich schlackernde Erzzüge. Aber im Zusammenspiel mit anderen Fabrikaten kann es zu eng werden.
  • Die Stege zum Befestigen im Normschacht sind ebenfalls recht solide. Wenn sich ein Fahrzeug dem Einsatz also widersetzen sollte, dann kann man einfach einen Teil der Klipps-Enden des RTS-Bügel abtrennen und die Kupplung mit Kunststoff-Kleber im Normschacht des betreffenden Fahrzeugs fixieren. Diese Kleber sind selten ‚bombenfest‘.

Artverwandtes:

Die RTS-Kupplung ohne Strom-Kontakt, richtig prima zum Modellbahn-Spielen.
Die märklin-KK mit dem Bügel des Anstoße(n)s. Nervig seit 1987.
Rocos Universalkupplung; offensichtlich ein wenig attraktiver Nachbau der märklin-KK.
Die Kupplung von Esu. Ohne den Vorentkupplungs-Bügel, der sanftes Ankuppeln verhindert.

Fazit:

Die isses. 🙂 Ich bin davon überzeugt, dass mit dieser Kupplung die berühmten „85% der Kunden“ rundum zufrieden sein könnten. Es gibt diese Kupplungen sogar noch zu kaufen, via Ebay oder über eine Privatperson, 👉🏻 elke.luik@web.de .

Vor allem filigrane Fahrzeuge gewinnen durch die RTS Kupplung.
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Der klassische Märklin-Motor als „sieben Sterne Antrieb“.

Märklins Drehgestell-Antrieb mit „fünf Sternen“ könnte viel besser sein, als märklin ihm ab Werk erlaubt: Geschmeidiger, leiser. Mit wenig Aufwand kann man das nachholen.

Sieht aus, wie immer. Und doch…

Klar könnte man auch einen Glockenanker-Motor einbauen. Aber vielen Modellbahnern macht es Spaß, möglichst viele ‚Original-Teile‘ zu verwenden. 

Der klassische märklin-Antrieb bedarf einer präziseren Lagerung des Ankers, außerdem schmirgelt der raue Kollektor die Kohlen regelrecht ab. Deswegen setzt er sich mit Staub zu und bedarf immer wieder der Reinigung. Beides beeinträchtigt den Fahr-Komfort, technisch wie akustisch.

Etwas Zubehör, und die Loks bereiten mehr Freude

Man nehme:

1x Motorschild für Kugellager märklin E306603, zum Beispiel hier: https://www.maerklinshop.de/ersatzteile/32181/motorschild

1x Satz Kugellager außen 4mm, innen 1,5mm, Dicke 2mm, zum Beispiel: https://ghw-modellbau.de/product_info.php?products_id=3375

1x Tütchen Unterlegscheiben, zum Beispiel diese: https://knupfer.info/shop/index.php/ed-540.html

1x Polierfeile, zum Beispiel diese: https://www.dm.de/ebelin-polierfeile-p4058172785436.html

Kohlen:

Man baut den Motor komplett auseinander, auch die Kohlen herausnehmen. Wenn diese noch gut aussehen, gründlich mit einem Küchentuch von Staub befreien. Falls sie verbraucht sind: Ersetzen. Mit Wattestäbchen den gesamten Motorraum sauberwischen; in hartnäckigen Fällen das bekannte Modellbahn-Öl SR24 zuhilfe nehmen. Danach alles sorgfältig trockenwischen. 

Kollektor Überdrehen:

Der Motor-Kollektor sollte vorab sorgfältig vorsichtig gesäubert werden. Besonders einfach: Staub etc. mit Luft aus der Dose rundherum entfernen. 

Ein recht neuer Anker, bereits mit Spuren…

Dann den Anker mit seinen Zahnrädern sehr (!) vorsichtig (!!) in einen Akku-Bohrschrauber (oder sowas) einspannen, achtsam darüber wachen, dass er nur so gerade eben fest sitzt. 

Kurz testen, ob der Anker beim Einschalten mittig dreht und dann mit der Polierfeile jeweils nur wenige Sekunden lang den kupfernen Kollektor polieren, beginnend mit den Bereichen „Reinigen“, dann „Glätten“, schließlich „Polieren“. Beim Bearbeiten 1. die seitlichen Lötstellen meiden und 2. nicht übertreiben, sonst ist der Anker wegpoliert.

„Säubern“.
„Glätten“.
„Polieren“.
Sauber, geglättet und poliert. ☺️👍🏻

Als Ergebnis erhält man einen perfekt spiegelglatten Kollektor. Abschließend mit dem Luftspray seine Ritzen vom Metallstaub freipusten. Ein weicher Zahnstocher hilft auch.

Kugellager:

a.) In das Motorschild ein Kugellager geben und geduldig so positionieren, dass es sich mit einem Schraubendreher oder Ähnlichem fest in die Vertiefung eindrücken lässt. 

b.) Im Drehgestell sitzt ein Plastik-Lager für den Anker, dieses von außen nach innen herausdrücken und durch ein Kugellager ersetzen.

Prinzip-Darstellung. Kugellager gut zu erkennen.

Zusammenbau:

Erst den Magneten in das Drehgestell einsetzen. Dann kommt der Anker in das dortige Kugellager.

Vor dem Anschrauben des neuen Motorschildes setzt man in dieses die Schrauben und drückt von der anderen Seite jeweils ein Distanzplättchen auf die Schrauben, denn nur mit diesem minimal-Abstand kann sich der Anker später wieklich frei drehen.

Das Motorschild festschrauben und die Kabel-Verbindungen vom alten Motorschild an das neue anlöten. Zum Schluss die sauberen Kohlen einsetzen und ihre Federn anlegen. Fertig.

Ein Extra ist das Fetten des Getriebes; ich verwende dafür das Trix Fett 66626. Das macht die Lok zudem noch ein bisschen leiser.

Und Probefahren! 🙂👍🏻

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Kurzkupplung für StartUp- und Hobby- Waggons von märklin: Trix 66733

So kurz kann man auch günstige märklin-Waggons zusammenkuppeln.

märklin produziert seit Jahrzehnten viele günstige Waggons auf immer demselben, zweiachsigen Fahrgestell-Typ. Diesen Wagenboden gibt es inzwischen auch mit Kulissen für Kurzkupplung.

Trix 66733 – alles original märklin.

Viele ‚Märklinisten & Freunde‘ möchten ihre hübschen, oft bunten Waggons gern auf sicheren ‚KK‘ Betrieb umstellen – aber sie werden wohl nie erfahren, wie einfach das geht.

Alles dabei, was man braucht, leider nur für einen Waggon.

Denn märklin bietet dafür zwar eine professionelle Lösung an, versteckt dieses märklin-Produkt aber irgendwo tief im Trix-Sortiment und druckt auf den Karton auch noch deutlich den ‚Express‘ Schriftzug.

Das ist natürlich unsinnige Irreführung; denn die Zahl der ‚Express‘-Fahrer ist inzwischen recht überschaubar; sehr wohl aber dürfte eine große Zahl der märklin-Fans interessiert sein, auch diese Sorte Waggons zu professionalisieren. Nur möchte märklin das vielleicht gar nicht, weil die Kunden dann, einmal angefixt, Derartiges ab Werk haben wollen. Tjaja…

Herabhängende alte Kupplungen nerven.

Denn fast alle seit den 80er Jahren bis heute produzierten Hobby-Waggons wie Kühlwagen 4415, Kesselwagen, Containerwagen, Flachwagen und Kipploren rollen auf identischem Fahrgestell, mal mit mal ohne Sprengwerk. Für diese Fahrzeuge ist das Trix Set 66733 gedacht.

Kupplungsträger einsetzen.

Ich habe probehalber zwei meiner ‚Hobby‘ / ‚StartUp‘ Waggons mit diesen Sets umgebaut und bin sehr angetan: Pro Waggon braucht man nur eine Pinzette und rund fünf Minuten Zeit.

Sprungfedern einhängen – gute Augen und eine Pinzette sind vonnöten.

Der Umbau ist wirklich einfach und geht ratzfatz: Man setzt in den neuen Wagenboden die beiden Kupplungsträger ein, befestigt die zwei Sprungfedern (das einzig Fummelige) und gibt vier Tröpfchen Schmiermittel an die beweglichen Stellen. Dann legt man das Gewicht ein. 

Sechs Klebe-Kleckse fixieren das Gewicht im Wagenboden.

Das Gewicht habe ich mit nicht-gasendem (!!) Sekundenkleber an sechs Punkten am Wagenboden fixiert; im Foto mit rosa Kreuzchen markiert. Natürlich darf kein Kleber in die Kulissenbereich gelangen! Am Besten ein paar Sekunden lang das Gewicht an den Stellen auf das Fahrgestell drücken, bis der Kleber wirklich angezogen hat.

Nur Container und Radsätze werden vom alten Waggon übernommen.

Nun vom Original-Waggon den Aufbau abnehmen; dieser ist meist nur geklippst.

Kesselwagen sind oft mittig zusätzlich mit sehr wenig Kleber befestigt.

Die Klippse befinden sich jeweils am Wagenende mittig auf der Unterseite des Fahrgestells. Entweder man drückt diese sanft minimal zusammen und zieht dabei den Aufbau nach oben ab, aber dabei besteht die Gefahr, dass man zu beherzt vorgeht und die Klippse abbricht.

Hier sieht man den Spalt, den man mit Kleber wegbekommt.

Besser man zieht den gesamten Aufbau mit sanfter Gewalt horizontal hin und her wiegend erst vorn dann hinten vom Fahrgestell. 

Diesen Aufbau positioniert man vorsichtig auf dem neuen Fahrgestell, die Klippse beider Seiten nacheinander achtsam über den Öffnungen ausrichten, und erst wenn sie richtig sitzen: Festdrücken. (In der Lesezeit hat man schon drei Wagen fertig…)

Erst jetzt die Puffer einstecken (in meinen Sets waren es jeweils vier gleiche Flach-Puffer) und natürlich die Radsätze des Spender-Waggons rüberholen. Abschließend die gewünschten Kurzkupplungen einstecken, fertig!

So finden Waggons und Lokomotive sicher zusammen.

So lässt sich der hübsche Containerwagen ganz wunderbar eng mit einem Kesselwagen zusammenkuppeln. Rangierbetrieb ist nun möglich, ohne dass es zu Entgleisungen kommt, weil sich fortan keine wackelige Kupplungen mehr verheddern, sondern alles kontrolliert abläuft.

Diese Wagenböden mit KK-Kulissen ergeben ein tolles Produkt, das märklin augenblicklich ins eigene AC- und internationale DC- Sortiment übernehmen sollte. Im 50er-Set. 

Gibt es Kritik? Nur zwei Sachen. 

  1. Das Sprengwerk (diese schwarzen Plastik-Linien unter dem Fahrgestell) bricht zu schnell durch. märklin hatte hier früher stabilisierende Querstreben angebracht, die müssen da wieder hin, denn schon beim Umbau oder auch später beim Spielen brechen diese langen dünnen Linien mittig schnell kaputt. 
  2. Im Preis sollten alle Teile für zwei komplette Waggons enthalten sein – anstelle der anachronistischen Express-Kupplungen. Denn für den Kunden sieht es blöd aus, den zweiten Wagenboden mangels Kleinteilen entsorgen zu müssen PLUS dem alten Wagenboden, der ja ohnehin überflüssig wird. Schon bei zwei Waggons ist der Abfall-Berg mehr als fragwürdig.
Das alles bleibt übrig – inakzeptabel.

Kurz: Sehr empfehlenswertes Produkt, nur mit zuwenig Teilen und falschem Logo am Markt: märklin sollte diese Wagenböden mit Kleinkram-Tütchen im 50er Pack anbieten und unter ‚märklin H0‘ vermarkten.

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Allgemein H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Neue Lüftergitter für Rocos BR103.

Alle Fotos dieses Artikels: (c) Adler Modellbahnmanufaktur, Köln

Als Ersatz für die ärgerlich unpräzise abgetrennten Lüftergitter von Rocos Lokomotiven der Br 103 bietet nun ein Kleinserien-Hersteller geätzten Ersatz an.

…vorher – nachher.
So sehen die Teile aus.

Ich habe die Teile noch nicht mit eigenen Augen gesehen, aber auf den Muster-Fotos sieht das Ergebnis vierversprechend aus. Bessere Fotos sind avisiert, weitere Abbildungen und Infos auch im Stummiforum: https://www.stummiforum.de/t199105f2-Verschoenerung-unserer-BR.html

Bezugs-Quelle und Preise: https://www.wagenwerk.de/adler-modellbahnmanufaktu

Der Vorgänger-Artikel dazu, der die Misere darlegt: https://blog.mobaz.de/2019/11/18/rocos-lausige-luefter-der-br103/

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Schlampige Trix C Gleis Fertigung.

märklin will das ‚Trix‘ Sortiment stärken. Heißt es. Man habe dazu sogar extra einen ‚Roco‘-Mitarbeiter eingestellt. Ausgerechnet. Und dennoch: Zurück nach 2007.

In einem nagelneuem Trix C Gleis-Set fanden sich heute (mindestens) fünf Gleise, die den Spielbetrieb zunächst vereitelten:

märklin verwendet beim Trix Gleis nämlich dieselben äußeren Strom-Kontakte, wie bei seinem Mittelleiter-Gleis, und diese müssen für die Trix Gleise natürlich aufgetrennt sein, damit international kompatible Loks überhaupt fahren können. Soweit die Theorie.

nix knipps.

Dies ist hier nämlich reihenweise nicht erfolgt; ein Problem, das seit 2007 eigentlich aus der Welt sein sollte.

Natürlich ist man bei märklin in der Lage, gute Gleise zu produzieren. (nur Weichenantriebe können sie eher nicht so), aber dieser Produktions-Fehler ist wirklich dramatisch, denn Einsteiger wissen nicht, was zu tun ist.

Diese denken ‚Trix funktioniert nicht‘ und lassen eventuell direkt das Hobby sein. Dieser Fehler ist deswegen so gemein, weil Unkundige den Übeltäter nicht erkennen können, der dennoch alles lahmlegt. Originelle Metapher, nicht wahr? Sehr 2021. :-))

Wenigstens in Bezug auf die Gleise kann man sich selbst behelfen; mit einem kleinen, kräftigen Seitenschneider zwickt man die orange unkreiselte Stelle durch und biegt den Kontakt platt.

Offenbar muss man diese Sache noch immer bei jedem Neukauf von Trix Gleisen kontrollieren. Warum eigentlich? Weil man sich bei märklin noch immer weniger Mühe gibt, sobald die märklin-eigenen Produkte im ‚Trix‘ Umkarton landen? …so80s.

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Allgemein Digital märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven

S-Bahn Berlin von Lima entklappert.

Neu unter Neunziger-Jahre Modell: märklins ‚Flüster‘-Schleifer 144133.

Limas S-Bahn Züge haben eine echte Erfolgsgeschichte erzählt. Wer aber Gleise mit Mittelleiter verwendet, wird ab Werk mit ohrenbetäubendem Geklapper bestraft.

Alte märklin-Fahrzeuge aus Metall mit Waggons aus Blech, am Besten auf M-Gleis, erzeugen eine, sagen wir, bemerkenswerte Geräusch-Kulisse. Aber irgendwie ist das auch cool.

Relativ moderne Fahrzeuge mit Klapper-Schleifern sind dagegen eine Zumutung. Eben weil’s nicht zusammenpasst.

Brawa bietet einen Schleifer namens Silencio an, der tatsächlich recht leises Fahren ermöglicht. Aber für seinen Verkaufs-Preis von etwa zehn Euro bekommt man je nach Händler drei oder vier originale märklin-Schleifer der Nummer 144133. Diese passen genau unter die Drehgestelle von Limas S-Bahn.

Der Austausch ist einfach:

  1. Alten Schleifer abschrauben
Der alte Schleifer, der Ungemach bereitet…

2. Kabel ablöten

…wird losgeschraubt und das Kabel abgelötet.

3. Lima-Schleifer entfernen

oben der märklin 144133 Schleifer, unten das Lima Teil. Das Rechteck aus Plastik muss oben eingefügt werden.

4. Lima-Plastik-Plättchen in den Schleifer von märklin einbauen

Das Kabel an den märklin Schleifer anlöten.

5. Kabel an den märklin-Schleifer anlöten.

6. Schleifer einsetzen und festschrauben.

und es ward Ruhe! 🙂

Fertig! 🙂 So fahren auch Modelle aus den 90er Jahren ohne nervtötendes Geklapper.

❤️
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märklin-Vintage: LED statt Glühlampen. Auch für den 4411.

Auch märklin Waggons aus den 60er Jahren lassen sich mit LED ausrüsten.

Flackernde Schlusslichter sind ätzend, und Glühlampen werden heiß, gerade im Digital-Dauerbetrieb: Zwei Gründe, märklins noch heute verwendete Technik rauszuwerfen, um mit einer etwas unkonventionellen Bastel-Lösung einen eleganten Effekt zu erzielen. 🔴🔴

Prinzip-Darstellung.

Es ist ganz einfach: Man ersetzt märklins archaische Glühlampen-Klapparatur durch eine kurze handelsübliche Lichtleiste, entfernt deren LED und lötet statt ihrer eine eigene LED-Konstruktion drauf. Deren Lage korrigieren, einen Elko dazulöten, und das Schlusslicht leuchtet zuverlässig.

Warum die Lichtleiste? Ganz einfach, so kann man das Gehäuse wieder abnehmen, im Fall eines Falles.

Bei gebrauchten Fahrzeugen sollten Radflächen und auch der Schleifer sowie die Achskontakte sanft und wirksam gereinigt werden. Ich verwende dafür das bekannte ‚Modellbahn-Öl SR24‘ und Wattestäbchen. Für widerspenstige dunkle Schleiferflächen auch schon mal den ‚Roco Rubber‘, der hält Jahrzehnte.

Um das Mittelloch genug Platz lassen; eine Litze auf den Metall-Rahmen löten und …
…das bunte Originalkabel gegen die zweite schwarze Litze ersetzen.

Die T-förmige LED-Konstruktion muss man sich zurechtkürzen und -löten, und es sieht schon seltsam aus. Aber: Es funktioniert, und man sieht’s ja von außen nicht.

So schief darf das natürlich nicht bleiben: Die LED müssen direkt in die beiden Lichtleiter zielen.
Ein bisschen Draht-Origami, und der dicke Elko passt genau in den Waggon, trotz diverser lästiger Querstreben.

Nun noch einen Elko als Flackerschutz hinter den Gleichrichter löten, das Gehäuse wieder aufschrauben, und der Vintage-Zug von märklin hat endlich einen Waggon mit gleichmäßig leuchtendem, rotem Schlusslicht.

Vintage kann sehr nett sein. 🙂

Schon seit Jahrzehnten bietet märklin den Waggon 4411 an, ebenfalls mit einer Glühlampe, die auf einen Lichtleiter strahlt. Hier kann man ein ähnliches Prinzip anwenden, sogar mit weniger Aufwand.

Alles zu sehen: Leiste, LED, Anschluss. Es fehlt der Elko, Foto folgt.

Man entfernt die Glühlampe mit Halterung und klebt die kurze Lichtleiste auf den Boden. Die eine Litze lötet man ab, hier wird das dicke Kabel vom Schleifer angeschlossen. Die dünne Litze kommt an das quadratische Kontakt-Plättchen, das nach dem Erkalten der Lötstelle ebenfalls auf den Boden geklebt wird.

Im 4411 ist mehr Platz, hier kann man den Elko einfach so festlöten.

Die weißen LED von der Leiste entfernen, auf die hinteren Lötpads kommt eine rote LED (Richtung prüfen), die dann vertikal und horizontal so zurechtgebogen wird, dass sie direkt gegen die abgeschrägte Stelle des Lichtleiters im Gehäuse zielt. Abschließend einen Elko hinter dem Gleichrichter anlöten, Gehäuse aufsetzen: Und los.

Tipp: Den kleinen Drehregler auf höchste Helligkeit stellen.

Das gilt auch für den neuen Superhelden Schlusswagen mit Superman Aufdruck 44825, hier sollte man natürlich eine kräftige grüne oder türkisfarbene LED verwenden. Denn gerade Superhelden stehen nicht auf Flackerlicht. ☺️

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Roco Z21 + App – Die Daten-Krake.

Ich wollte über die Z21 schreiben. Mache ich aber nicht. Warum? Weil die aktuelle App persönliche Daten verschickt, die „Roco“, oder wie die sich gerade nennen, nichts angehen.

Die alte Z21 App, also diese bunte, ist okay. Soweit ich weiß, ist die harmlos.

Es geht hier um die neuere App, die ab Werk in schwarz-orange daherkommt.

Diese App schickt die gesamten, persönlich einprogrammierten Daten zu Lokomotiven etc. an die ‚Modelleisenbahn GmbH‘. Nicht immer, natürlich nicht, aber doch, wenn man es nicht erwartet:

Tippt man nämlich auf „Fehler melden“ liest man, die „Aktive Anlage“ werde mitgeschickt. Da denkt man sich erstmal nichts dabei.

Ein Mitarbeiter der Firma teilte mir auf meine Verständnisfrage ausdrücklich mit, dies bedeute, dass Folgendes mitgeschickt werde: 1. die komplette Lokliste, 2. alle persönlich dazu eingegebenen Daten wie Decodertyp, Kaufdatum, Anmerkungen etc.. Der Grund sei, dass man nur so bestimmten Fehlern auf den Grund käme.

Auch eine Wahrheit ist, dass diese Firma, die man unter ‚Roco‘ kennt, sich auf diese dreiste Weise höchst persönliche Informationen über ihre Kunden erschleicht, die ihnen sonst verwehrt blieben.

Denn natürlich mit Absicht verschleiert man diesen Daten-krakigen Vorgang unter dem kryptischen Begriff „aktive Anlage“.

So aber erhalten die freundlichen und sehr neugierigen Österreicher eine Unmenge an klaren Aussagen darüber, welche Modelle sich nicht nur gut verkaufen, sondern welche tatsächlich aktiv genutzt werden – und womöglich, wenn der Kunde vertrauensselig genug war, mit welchem Decodertyp – und wer die Lok geschenkt hat.

Ich finde das unerträglich, wie feist hier vorgegangen wird.

Um sicherzugehen, dass ich das Alles richtig verstanden habe, bat ich um eine Erklärung. Aus dem Screenshot kann man sich eine eigene Meinung bilden. Man beachte die Vokabel „großteils“.

Angesichts der Daten-Skandale großer Firmen wie beispielsweise SONY kann man natürlich darauf vertrauen, dass „Roco“ die Userdaten ganz besonders hermetisch abriegelt. Nicht.

Ich habe mein komplettes Digitalzeug von Roco augenblicklich verkauft. Mein Hobby, meine Entscheidungen. Empfehlungen für Andere kann ich hier natürlich nicht aussprechen. Aber Denken, das darf ich, ne?

Randnotiz: Bei märklin telefonisch nachgefragt, ob sie Nutzer-Daten aus MS2 oder CS3 speichern, kam die Antwort: „Wir freuen uns ja, wenn wir sehen, dass jemand viele Loks besitzt. Aber welche das sind, das interessiert uns wirklich nicht.“ So soll’s sein. 👍🏻

Man muss in Österreich schon sehr verzweifelt sein. Oder gewissenlos.

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Sound für märklins Schienenbus 3016.

Neu in alt macht Spaß.

…ein kleiner Basteltipp: Wer einen leise fahrenden Schienenbus von märklin besitzt, der kann diesen sehr wohl auch mit aktuellem Sound ausrüsten. Ich habe einen Zimo Sound verwendet, den gibt es jetzt auch mit mfx, und mit einem Kondensator gepuffert.

Im Gegensatz zum Foto sollte man den alten Motor gegen einen neuen Fünfpoler austauschen. (…die Trix Gleise sind hier nur Dekoration)

Die Glühlampen habe ich gegen LED Plättchen ersetzt. Die strahlen dann flächig nur nach vorn.

Der große Lautsprecher, mit einem Klecks Sekundenkleber-Gel fixiert, macht ordentlich Radau.

Fazit: Es ist wirklich nett, solche alten Klassiker technisch in die Jetztzeit zu holen.

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Kurzkupplung für den märklin Vectron ‚Start Up‘.

Märklins Start Up Loks besitzen unfassbar lange Kuppelabstände. Ein Produkt-Klassiker hilft dagegen.

Etwas Sicherheits-Abstand.

Seit Mitte der 80er Jahre gibt es unter dem Produktnamen ‚Symoba‘ kleine, kompakte Kulissen für Kurzkupplungen. Damit lassen sich sogar moderne Fahrzeuge modernisieren. Denn märklins Diesel-Vectron hält seine Waggons auf Angst-Abstand. Und das sieht schon albern aus:

Original-Kupplungsabstand.

Außerdem hängen diese Kupplungen meistens schräg herab, was automatisches Ankuppeln wirksam verhindert.

Mit echter KK auf beiden Seiten.

Um diese schöne Lok mit funktionierenden Kurzkupplungs-Kulissen auszustatten braucht man nur Mut, einen flachen Schraubendreher, Sekundenkleber-Gel, eine kleine Feile und eine kompakte Zange. Dazu natürlich ein Set 120 von Symoba: http://www.schnug-modellbahn.de/Verkauf%20Dateien/SYMOBA-Startset.html

Der modernisierte Bahnräumer-Kasten von innen.

Der Umbau ist relativ einfach:

  1. Das Gehäuse abnehmen, dazu müssen vier Schrauben aus dem Boden herausgedreht werden.
  2. Mit einem flachen Schraubendreher an beiden Enden die grauen Kunststoff-Bauteile vollständig vom Metallboden lösen.
  3. Wieder mit einem Schraubendreher die Bahnräumer vom Oberteil ablösen; sollte etwas abbrechen, kann man dies später unsichtbar verkleben.
  4. Kupplungsträger herausnehmen und weglegen; wer märklins Kupplung weiterverwenden will, kann das tun: Bei mir hat das testhalber funktioniert, diese Aussage erfolgt ohne Gewähr für die eigenen Umbauten der Leser!
  5. Den großen runden Sockel im Schienenräumer entfernt man einfach, indem er mehrfach mit einer Zange zusammenquetscht wird, immer um 90 Grad versetzt. Irgendwann kann man den Sockel herausdrehen.
  6. Eventuell überstehende Grate flachfeilen.
  7. Die Kulisse im üblichen Verfahren in den Einsatz mit Treppen hineinkleben, Symoba bietet dazu eine umfassende Anleitung. Zum Fixieren verwende ich das Sekundenkleber-Gel von Pattex – andere Kleber sind sicher ebenfalls geeignet.
  8. Den Kupplungsträger aufschieben, soweit es geht, sodass er noch frei ausschwenken kann, und den Dorn sinnvoll möglichst weit kürzen.
  9. Um den Kupplungsträger wirklich horizontal zu halten: Zwei kleine Plastikplättchen erst übereinander und dann unter den Kupplungsträger kleben.
  10. Den Bahnräumer wieder mit Klebepunkten an der Oberseite befestigen und trocknen lassen.
  11. An den drei Stöpseln auf der Oberseite die kleinen Kragen wegschneiden, dann das komplette Bauteil mit Sekundenkleber-Gel im Lok-Rahmen befestigen. Kupplung einstecken – fertig.
Die beiden flachen Plastik-Plättchen unter dem Normschacht halten die Kupplung waagerecht.
Original-Zustand. Ästhetisch ist anders.
Kompakt, praktisch, passt.

Fazit: So macht die Lok mehr Freude. Andere Hobby- und StartUp Loks werde ich später mal überprüfen, ob dieser Umbau auch dort möglich ist.

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Verbiegen bringt Segen – im Fall der DKW von märklin.

Regelmäßig verkantete sich der Schleifer meiner neuen BR74 von märklin auf der Doppelkreuzungsweiche. Das durfte so nicht bleiben.

Die kleine Lok wirkte schon sehr verzweifelt…

Lok und Gleis wurden sorgsam gecheckt, und die Ursache war gefunden:

Der Schleifer rutscht von den Punktkontakten ab; entweder er ist zu schmal, oder die Pukos in Fahrtrichtung betrachtet seitlich zu weit auseinander.

Links minimal (!) nach innen gedrückt.

Die beiden betreffenden Pukos bog ich mit einem kleinen kräftigen Schraubendreher nur einen Millimeter nach innen, also Richtung Kreuzungs-Mitte. Perfekt!

Jetzt rollen alle Schleifer-Fahrzeuge einwandfrei über die DKW. Ob ich wieder „der Einzige“ bin, dem das passiert ist? 🙂

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Allgemein H0 DC(C) märklin & friends Spur H0 Umbauten Lokomotiven

Sicheres Kuppeln für die BR74 von märklin & Trix.

So funktioniert das. Leider nicht ab Werk.

Labberig herunterhängende Kupplungen taugen nichts. Das weiß man über märklins Traxx Loks seit ihrem Erscheinen 2006. Leider betrifft das Problem auch die hübsche Dampflok der BR74.

Natürlich kann man da was machen, und zwar sehr einfach. Denn betroffen ist vor allem die vordere Kupplung. Man klebt einfach eine kleine, schwarze Plastik-Platte unter die Kupplungskammer. So wird der Kupplungsträger leicht angehoben, und das Ankuppeln funktioniert.

Ein bisschen Plastik hilft. 🙂
Der Spalt hat seinen Sinn…

Wenngleich… Überpuffern war mir bei märklin jetzt neu. Egal ob mit Original-oder anderer Kupplung.

Überpuffern gehört abgeschafft.

Kurzerhand habe ich die Kupplung ihrer rückseitigen Klippse beraubt und mit dem wirksamen aber alles andere als bombenfesten Sekundenklebergel von Pattex im Schacht fixiert, dabei etwa einen Millimeter weit herausgezogen.

Mit diesem ‚Sicherheits-Abstand‘ der Kupplung zum Schacht schiebt und zieht die Kleine ihre Waggons ohne Nervereien.

So macht die kleine Lok Freude, es gibt keine Entgleisungen, und man kann sogar erfolgreich rangieren. …vielleicht überarbeitet märklin diesen Kupplungsträger mal. 🙂

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Allgemein Gleise märklin & friends Spur H0

Doing!

Da erwirbt man eine neue, schöne märklin-Lokomotive und möchte diese nach Proberunden auf C-Gleisen auch mal versuchsweise auf K-Gleisen einsetzen, und an der ersten Weiche bleibt die Lok schlagartig hängen. Warum?

Weil die Punktkontakte der langen Weichen des K-Gleises so hoch aufragen, dass die Entkupplungsbügel der von mir bevorzugten Kupplungen daran hängenbleiben.

Also, ich habe nun nach vielen Jahren der Verzweiflung endlich eine Kupplung gefunden, die mir über alle Maßen gefällt und mit nahezu allen mir bekannten Fahrzeugen prima funktioniert.

Ein langjähriger märklin-Fahrer berichtete mir nun, das Thema seit seit „Ewigkeiten“ bekannt.

Bedauerlich, dass man bei märklin das K-Gleis nicht grundlegend überarbeitet. Denn Gerüchten zufolge ist das Schwellenband-Gleis eines Mitbewerbers für die Nachrüstung des Mittelleiter vorgesehen. Und man muss sich ja nicht die Butter vom Brot nehmen lassen…

Frustrierend.
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Radau- Räder von märklin.

Meine neuen märklin-Waggons ließ ich mir direkt mit DC Achsen umrüsten. Um beim ersten Losfahren überrascht aufzusehen: Ein lautes Rauschen setzte ein; ein Geräusch, das ich derart extrem nicht kannte.

Die Spezial-Lupe zeigt es: Märklins Rad-Laufflächen sind schuld. Man möchte meinen, die Schwaben lassen die Achsen einfach komplett in irgendeine Flüssigkeit werfen, um sie schön duster zu färben, egal, was für Nebenwirkungen das erzeugt:

Oben die rauen, stumpf aussehenden Radau-Räder von märklin, unten Fleischmanns glänzende Räder.

Die Oberfläche wird angegriffen und daduch rau. Beim Rollen entsteht dann ein unfassbarer Lärm, vor allem in Verbindung mit märklins C-Gleis, dessen harter Böschungskörper fest an die Schienenprofile montiert ist.

Kurz mit (glatten) Achsen von Fleischmann im selben Waggon gegengecheckt: Ruhe. Ein typisches, elegantes Roll-Geräusch entsteht, wie ein samtiges Gleiten. Kein Vergleich zum Lärm von märklins Rädern.

Bei märklin sollte man endlich begreifen, dass die pure Grund-Funktion allein nicht mehr ausreicht. Ein bisschen Eleganz muss heute schon sein. Tipp: Sogar Piko baut inzwischen glatte Räder ein. Warum wohl.

Ein weiterer Nachteil ist, dass sich auf diesen rauen Oberflächen der typische Schmutz anlagert und irgendwann gleichmäßig über die Schienen verteilt.

So sehen raue Räder nach zwei Tagen Spielen aus.

…und so wird der Schmutz verteilt. Mit Rädern von Fleischmann oder Roco wird das Zeug zur Seite weggedrückt.

Glatte Laufflächen drücken Schmutz zur Seite weg, sofern das Schienenprofil im Querschnitt oben ausgerundet ist.

Fazit: Ich werde diese Achsen natürlich austauschen; das hält man ja nicht aus…

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Märklins angeknackster Zauberstab

märklin-Digital ist eine große Nummer. Seit 1984. Zwischenzeitlich von Esu versorgt, führt märklin längst alles wieder in einer Regie. Man möchte meinen: Leider.

So sieht das aus, mit verkehrt aufgedrucktem Logo und aufgestecktem Decoder, der sich nicht programmieren lässt.

Auch bei märklin-Digital, ob nun mit oder ohne Mittelleiter verwendet, kommt schnell der Wunsch auf, die Decoder nach eigenem Gusto einzustellen und ein paar Gimmicks einzustellen.

Märklin offeriert dafür einen relativ günstigen Programmer in Form eines zweiteiligen USB-Sticks. Die Software bietet märklin gratis zum Download an; das wirkt erstmal alles sehr professionell. Bis man mit märklins Denke zusammenprallt.

Das ist nämlich das eigentliche Problem von Software: Sie offenbart ungeschönt das Denken und die Mentalität ihrer Entscheider und Entwickler.

In märklins Fall hat man es hier mit vielen Verboten, Grenzen und Kompliziertheiten zu tun.

Lieferumfang. Plus marginal-Anleitung.

Software – neue Software.

Also, ich installiere die Software und erfahre danach via PopUp, dass es eine neue Version gibt. Okay, die lade ich ebenfalls runter und warte. Nichts passiert.

Denn nein, die installiert sich nicht eigenständig, das soll ich selber anschubsen. Aber wie, denn wo ist sie hin?

Schließlich finde ich die Datei, irgendwo auf dem PC, in irgendeinem Ordner, von dessen Existenz ich bis dahin nichts wusste. Leicht grummelig deswegen installiere ich das Zeug. So jetzt aber. Schaut nett aus, kein weiteres PopUp. …bisschen viel Aufwand, um einen sanften Lichtwechsel einzustellen.

Hier genau hinschauen.

USB-Stick und Schnittstellen-Aufnahme sitzen sehr locker aneinander, denkt man so. Irgendwann entdecke ich eine winzige Abstufung. Mit sanfter Gewalt eingepresst klickt es leise, und die Teile sind fest verbunden. Alles sehr … subtil.

Programmieren mit dem Programmer verboten.

Decoder aus der MHI-247 in den Schnittstellen-Abschnitt eingesetzt, den in den USB-Stick, und auslesen… Ah, wie schön, ein neues PopUp:

kein Nachrüstdecoder“. Ja, ich WEISS, Schätzchen!

Ja, stimmt. Ist ja aus der gekauften Lok, ne? Dasselbe verzählt mir das Programm beim Decoder der recht aktuellen BR 120. „kein Nachrüstdecoder“. Keine weitere Erklärung. Ich schaue auf Amazon nach einem Box-Sack.

Erst via Google erfahre ich, dass Decoder aus märklin-Loks, die ab Werk mit Decoder kommen (ähm, also inzwischen alle) nicht mit diesem Programmer programmiert werden können. An sich schon mal wenig Kunden-nah. Aber:

Anstelle genau! diese! Info! in das verflixte PopUp reinzuschreiben, steht da… Sie wissen schon.

Märklin nannte mir am Telefon „rechtliche Gründe“ als Ursache für diese Sperre, damit Kunden ihre Loks nicht (ausdrücklich kein O-Ton aber sinngemäß) ‚kapputtprogrammieren‘.

Allerdings kann man die genannten Decoder laut Service sehr wohl per CS3 individuell programmieren oder alternativ per CV Programmierung zum Beispiel mit meinem ProfiBoss von Fleischmann (!) wie gewünscht verändern. Da hegt man bei märklin in klarer Logik keine rechtliche Bedenken Mit Letzterem aber nicht fest einschreiben, wie mit dem märklin-Programmer theoretisch möglich.

Also, Märklin macht es mal wieder unnötig kompliziert. Es wird aber noch besser.

CV-Empfehlungen bleiben märklins Geheimnis.

Fragt man beim märklin Service nach, welcher CV Einstellungen ein märklin-Decoder aktueller oder vorheriger Bauart bedarf, um einem (seltsam hüpfenden) märklin-StartUp ICE2 zu optimalen Fahreigenschaften zu verhelfen, heißt es wörtlich „…gibt es keine Tabellen für die Einstellungen der verschiedensten Modelle. Dies muss ein Umrüster sich selbst erarbeiten.“ Wie bitte?

Der Zug ist tausendfach verkauft worden, aber märklin gibt die optimalen CV Werte nicht preis? Und sorry, „erarbeiten“ werde ich mir gar nichts.

Andere Decoder-Hersteller geben klare Empfehlungen, was wie zu programmieren ist, damit die Lokomotiven optimal fahren. Und märklin orientiert sich an Helmut Kohl „i sag’s net!'“? Das ist ablehnend bis autoritär. Es geht aber noch weiter.

DOS-Niveau mit Windows-Optik.

Für eine decoderfreie Lok kaufte ich einen märklin-mld3 Decoder; wenigstens der sollte sich ja einfach programmieren lassen, ne? Ziel:

F0: Licht an, weiß / rot, mit der Fartrichtung wechselnd, sanfter Lichtwechsel.

F1: Alle Lichter auf Lokseite 1 aus.

F2: Alle Lichter auf Lokseite 2 aus.

F3: Digital schaltbare Kupplungen

F4: Verzögerungen aus, rote lichter aus, weiße Lichter beidseitig an.

Klingt praxisnah, oder? Ließe sich als Projekt abspeichern und in so ziemlich sämtliche soundfreien Bundesbahn-Loks einprogrammieren, sozusagen hineinstempeln. Soweit die Theorie.

Denn diese Software ist so kryptisch konzeptioniert, dass man keine Chance hat, zu verstehen, wie sich das konkrete und keinesfalls sonderlich ambitionierte Ziel erreichen lässt. Anstelle klarer Ansagen findet man eine Fach-Terminologie vor. Für ein solches Produkt einer derart bekannten und beliebten Firma ist das inakzeptabel.

Den sanften Lichtwechsel und die Motor-Einstellungen habe ich hingekriegt. Aber dann… 🤬 …ich überlege, ob anstelle des Box-Sackes ein Trampolin mehr Effekt hätte? Und was werden die Leute gegenüber sagen…? 🙀

Natürlich beschied mich der märklin-Service auf eine Anfrage abschlägig, „keinesfalls“ erstelle man individuelle Decoderprojekte.

Eine Anfrage in einem märklin Fan-Forum brachte keinerlei Erkenntnissse – außer, dass bereits eine Vielzahl an Modellbahnern an dieser Software gescheitert ist. Das ist also ein sehr, sehr schlechtes Produkt!

Was mich daran so aufregt, das ist die Attitude, mit der sowas auf die Kunden losgelassen wird: märklin erwartet in 2021, dass der Kunde sich in die Materie „einarbeitet“. Dabei besitzen die Menschen, die so etwas entscheiden, allesamt sicher Smartphones und wissen sehr genau, was intuitive Bedienen bedeutet: Das Gegenteil von märklins Decoder Tool.

Nach vielen, vielen frustrierenden Versuchen habe ich das Projekt erstmal abgebrochen.

Der letzte Versuch. 🙂

Ich sollte eine Lok mit einem märklin mld3 Decoder umbauen. Großspurig gab ich an, das Ding „narrensicher“ mit den neuen Werten ’stempeln‘ zu können – ich habe ja den Programmer. Und beäuge online eine Schachtel Valium, ist weniger Aufwand.

Mir war bekannt, dass man in die seitliche Schraubenleiste der Schnittstellenplatine viele viele Kabel einbringen muss, um den Decoder zu programmieren. Aber irgendwozu muss ja diese achtpolige Steckdose ja gut sein. Also, Kabel sinnig gekürzt, die nicht gebrauchten zusammen in einem Schrumpfschlauch gebändigt, und ab mit dem Decoderstecker in die Platine. …Sie können es sich denken, oder? Genau. Nüscht.

Decoder antwortet nicht“.

Also denke ich mir, ‚gut, der Decoder hat ja seine Buchsenleiste drauf, also einfach das Schutzgummi wegschneiden und den Decoder mit seiner 21poligen Schnittstelle in die Platine stecken. Was man eben so denkt. Was ich aber dann sah, fand ich optisch schon etwas eklig:

Von oben so…
…von unten so: Die Litzen wurden in den Buchsen der 21poligen Schnittstelle hineingelötet.

märklin hat die Kabel IN die Buchsen hineingelötet, Bah. Unelegant und irgendwie 50er Jahre Niveau.

Zum Programmieren muss man die Litzen VOR dem Einbau hier einschrauben. Ergebnisse mal eben in der Lok ausprobieren iss nich.

Fazit: Der Programmer von märklin ist nett günstig, aber er darf zuwenig, und er bringt eine kryptische, geheimnisvolle Software mit. Liebhaber von Textaufgaben dürften ihre Freude daran haben.

Man hält den Kunden womöglich absichtlich unfrei, um entweder mehr Geld zu verdienen (Kauf der CS3) oder um sich vor angeblichen Service-Fällen zu schützen. Man hat viel Angst bei märklin.

Den Kunden doof zu halten, das war sogar Apple langfristig zu doof, und mit der MP3-Fähigkeit wurde der IPod erfolgreich. Man kann daraus lernen. Ob märklins Denke jemals wirklich in 2021 ankommt?

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Ausgequietscht.

Damit sind nicht ‚Modern Talking‘ gemeint (die hören sowieso nie wirklich auf), sondern märklins Drehgestelle für die Silberlinge und deren Varianten. Hardcore-Märklinisten sollten besser nicht weiterlesen.

Zustand vorher und nachher: Zu sehen ist der Eingriff später nicht.

Die neuere Generation von märklins Silberlingen ist schon recht gut gelungen. Die Längenverkürzung fällt nun eigentlich nur noch denen auf, die aktiv darauf achten. Vorbildgerecht sind die Drehgestelle fallweise mit Bremsklötzen versehen.

Dies ist der Einsatz für die Bremsklötze; sehr intelligent konstruiert. Eigentlich.

Und genau hier kann so ein nervtötendes Qietsch-Geräusch entstehen, weil hier der Abstand zu den Laufflächen schon extrem eng gehalten ist, und die Form konstruktiv keine Rücksicht nimmt auf die in jeder Richtung beweglichen Räder.

Hier erkennt man die scharfen Kanten der Bremsklötze, die an den Rädern schleifen können.

Wenn man die Bremsklötze von hinten sanft hinterschneidet ist das Quietschgeräusch augenblicklich verschwunden, und von außen sieht alles so aus, wie vorher.

Zuviel des Guten (mein Zahnarzt kann das viel besser), aber gut zu erkennen: Hier muss man Material abtragen, danach herrscht Ruhe.

Man klippst dazu die Imitation der Bremsklötze vorsichtig heraus, entfernt vorsichtig mit einem scharfen Messer die scharfen Kanten ihrer Rückseiten und klippst sie wieder ein. Das war es.

Freie Fahrt für quietschfreie Silber- oder Mintlinge. 🙂

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Roco Line mit Bettung reloaded.

Seit einiger Zeit gibt es das Roco Line Gleis wieder mit der Gummibettung zu kaufen. Zeit für eine Betrachtung.

Roco Line mit Bettung: Serie (vorn) und Prototypen (hinten)

Zur Messe 1989 präsentierte Roco ein neues Gleis-System namens Roco Line. Dabei fielen zwei Features besonders auf: Das niedrige Schienenprofil von 2,1mm, damals eine Sensation, und natürlich die überbreite Bettung.

Nun könnte man eine gewisse Verschwörung wittern, weil die Zeitschrift ‚eisenbahn magazin‘ schon Jahre zuvor den Schlachtruf „herunter von der hohen Schiene“ begründet hatte und die dortigen Testberichte bereits seit Jahren auffallend pro-Roco verfasst waren. Beweisen lässt sich das alles natürlich nicht, aber denken darf man, newahr?

Roco Line ohne Gummi-Bettung ist ein wirklich schönes, solides Produkt. Diese Weiche mit 10° stammt aus dem Jahr 1991. Darauf rollt eine Diesellok BR 212 von Trix aus aktueller Fertigung.

Das Gleis-System selbst, also ohne die Bettung, ist eine schöne, solide Erfindung; etwas verkopft konzipiert, aber das ist bei Roco seit jeher der Fall.

Die zierlichen Schienen mit ausgerundetem Kopf-Profil auf schön gestalteten Schwellen machen etwas her, und praktischerweise bleiben die beiden Konzepte der Weichenformen 15° und 10° in identischem Gleismitten-Abstand, während das C-Gleis von märklin und Trix hier unterschiedliche Abstände liefert.

Diese Herzstücke sind wahlweise Strom führend. Ohne Aussetzer rollen darauf Loks mit NEM-Rädern, wie Roco selbst sie leider keineswegs immer einbaut.
…und hier wird das Herzstück auf Wunsch mit Strom versorgt. Sehr durchdacht.

Grandios sind die vielen verschiedenen Weichenformen, die Roco Line bietet: Nicht einfach Standard- und Bogen-, Dreiweg- und Doppel-Kreuzungsweichen, sondern eben auch ‚Einfache Kreuzungs-Weichen‘ – und dies jeweils für mindestens zwei Konzepte; es gibt inzwischen vier verschiedene Bogenweichen-Typen und die meisten Weichen-Typen sind sowohl in 15° als auch in 10° Version erhältlich. Wer mehr will, als nur herumfahren, wird hier geradezu verwöhnt mit der Auswahl an ‚Abzweig-Möglichkeiten‘.

Dazu gebogene Gleise in fünf (plus drei) Radien, und ein klares Sortiment an Geraden. Alles da und sogar mehr, als man braucht. Das ist HighEnd in Großserie, das habe ich andernorts schonmal so formuliert. 😉

Aber bereits an dieser Stelle findet man auch einen Kritikpunkt: Die vielen unterschiedlichen Mini-Gleise D2, D4, D5, D8 und D12 – sorry, geht’s noch?

Hätte Roco genauer bei märklins K-Gleis nachgeschaut, wäre ihnen schon damals der Gedanke einer lang-kurz-Geometrie gekommen. Heutzutage kann man am PC so lange herumklicken, bis es schließlich zusammenpasst. Aber 1989 war derartiges für die meisten Modellbahner nicht einmal vorstellbar.

Angenehm war, dass Roco das Line-Gleis nachträglich immer mal wieder modernisierte: So erhielten die Weichen zwischenzeitlich Radlenker aus Metallschienen, und in den Bettungs-Weichen experimentierte man mit Magneten anstelle von herkömmlichen Federn.

Ein weiterer und für so Manchen der k.o.-Kritikpunkt sind die Preise der Antriebe für Roco Line Weichen ohne Bettung. Diese kommen nämlich mit schlackernden Weichenzungen und verursachen so Zusatzkosten, selbst für Spielbahner:

Der Handantrieb kostet heute acht Euro, der elektrische fast €30, was teurer ist, als Mitbewerber für eine Weiche aufrufen.

Außerdem kosten heute manche Line-Weichen ohne Bettungen nicht nur nicht weniger, als die mit Bettungen, sondern manchmal sogar mehr, die EKW zum Beispiel.

Die teuren Antriebe verkommen zudem zum Wegwerf-Artikel, sobald man die Gleise fest auf einer Anlage installiert und die Antriebe unsichtbar unter der Platte anbringen möchte.

Einen Unterflur-Satz, wie für das alte 2,5mm Gleis, bietet Roco für das Line Gleis nicht an. Eigentlich unglaublich.

Mit diesen Produkten ließen sich die Antriebe der alten 2,5mm Weichen unter die Platte verlegen. Für Roco Line böte sich das ebenfalls an, eventuell bräuchte man nur die Form-Unterseite anzupassen. Quelle: Roco Katalog 1991.

Also, Roco Line ist ein wirklich gutes Gleis, das ich gerne empfehle. Es übertrifft die Produkte der Mitbewerber Tillig und Piko sowohl optisch wie auch technisch, und auch qualitativ ist Roco Line höher angesiedelt. Nur die Preispolitik sowie die ausbleibende Vermarktung sollten an die Realität angeglichen werden. Denn einen Markt für Gleise ohne Bettungen gibt es ja – wie die Genannten beweisen.

Wer ein schönes (!) Schotterbett wünscht, findet dieses bei Merkur:

https://www.merkur-styroplast.de/Gleisbett-Zubehoer/Roco-Line-H0:::46_74.html

Mehr über die Styroplast-Bettung für Roco-Line Gleise hier:

Ach ja, die Line-Bettung. Oh je.

Roco Line mit Bettung mit „unsichtbarem“ Gleis-Übergang.

Roco hatte sich damals „Maßstäblichkeit“ als Alleinstellungs-Merkmal auserkoren, vermutlich von irgendeinem wichtigtuerischen Marketing-Typ so eingeredet. Ohne die Nebenwirkungen zu beachten.

Denn so schön maßstäblich lange Fahrzeuge sind, angesichts der Abmessungen in den meisten Wohnungen und den Geometrien der Gleis-Systeme passen sie längst nicht immer in die Gegebenheiten.

Nicht einmal zu Roco Line, wo sich hauseigene 303mm / 312mm Waggons bei der Begegnung auf Bogenweichen 36cm/42cm berühren.

Mich beschleicht der Verdacht, dass man die Bettung nachträglich unter das fertige Line-Gleissystem konstruiert hat. Vermutlich, um die Spielbahner, die gern auf dem Teppich fahren, nicht alleine märklin (alpha-Gleis) und Fleischmann (Profi-Gleis) zu überlassen.

Mit dieser qualitativ leider reduzierten Diesellok startete Roco sein neues Gleis-System.

Spielbahner aber waren noch nie die Zielgruppe von Roco, und man hat sich auch später nie wirklich um diese gekümmert, was völlig okay ist, jedem das seine. Aber dann bitte nicht so tun, als ob.

Wer ein teures feines Gleis kauft, beginnt natürlich mit einer Zirkus-Welt (hier V2). …oder etwa nicht?
Eine sehr gute Idee (von Trix abgeguckt): Bastelbögen für die ersten Gebäude.
Diese Lok besitzt immerhin wieder zwei angetriebene Drehgestelle (Yay!), aber dennoch nur eine Glühlampe. Was für ein Quatsch.

Die Bettung von Roco Line ist also in etwa maßstäblich breit, mit vorbildnahem Böschungswinkel, und sie besteht aus einem Sockel aus hartem Plastik und der weichen Schotter-Nachbildung. Das ist sehr aufwändig, also teuer in der Fertigung.

Der Effekt der Gummibettung ist natürlich eine sensationelle Dämpfung der Rollgeräusche fahrender Züge. Zwischen Sockel und Brett sollte man eine Schicht Zellkautschuk verlegen, damit die Schwingungen sich nicht doch auf das Holz übertragen. Und Verschrauben ist natürlich verboten, ein guter Kleber reicht völlig aus.

Roco Line Gleis, Sockel, Bettung.

Dieses Konzept hat zwei Nachteile: Der Pastik-Sockel wurde relativ flexibel ausgeführt, was die Gleise bei mehrmaligem Auf- und Abbauen verbiegt – und so belässt. Richtig plan wird das nie wieder.

Schade, schade, schade. Bitte die Torte.

Außerdem sieht die Schotter-Nachbildung irgendwie picklig aus, nicht wie Schotter-Steine, und einheitlich ist das Ergebnis auch nicht: Die Bettungen R2 und G1 sind besonders gut gemacht, andere Bettungsteile aber weniger aufwändig, und besonders die Bettung der Gebogenen R10 wirkt recht flach.

G1 links und R10 rechts mit unterschiedlich starker Körnung.

Wegen der maßstäblich breiten Bettung hat sich Roco das Abschneiden des Materials bei Merkur abgeschaut. Klingt einfach, ist es aber nicht; kaum jemand schafft das wirklich exakt, und bei Bogenweichen kriegt man ne echte Krise, zumal Roco selbst das ab Werk auch nicht bewältigt, wie das Foto zeigt:

Schnippel-Fail, made by Roco 1989.

Überall bekommt man gebrauchte, abgeschnippelte Bettungsgleise zu kaufen, weil die Modellbahner nicht fortwährend an ihre vergeblichen Versuche, Perfektion zu erreichen, erinnert werden wollen und lieber neues Material einkaufen.

Original und Neu-Auflage: Links ein Gleis aus 1989, rechts aus der aktuellen Neuauflage.

Roco hat ignoriert, dass man auch Weichen mal probehalber direkt aneinanderstecken möchte, um Pläne auszuprobieren, und gerade die Weichen anzuschnippeln, das trauen sich Viele nicht. Man baut also immer dasselbe auf. Frustrierend.

Und Roco hatte mal wieder den Faktor ‚Mensch‘ vergessen:

Bis heute gibt es keine Bettungen als Ersatzteile zu kaufen, angeboten wird lediglich so ein popeliges Reparatur-Set. Piko macht das besser.

So lausig können angeschnippelte UND reparierte Roco Line Weichen aussehen. Bei Piko erwirbt man einfach eine neue Bettung, und alles ist wieder perfekt. (Foto mit freundlicher Genehmigung vom Händler tufftuffde, ebay.)

Außerdem sieht man die Gleis-Übergänge überdeutlich, entgegen dem, was Rocos Pubikationen tapfer behaupteten.

Hier zu schnippeln erfordert Mut.

Ein wichtiger Kritikpunkt war und ist die Farbe der Bettung. Ursprünglich war Roco Line mit braunen Bettungen angekündigt, die der beliebten Bettung von Merkur sehr ähnlich sahen. So sehen vielbefahrene Gleise eben aus.

So attraktiv hätte Roco 1989 durchstarten können. Man wollte es anders, in jeder Hinsicht.

Aber nur drei Monate nach Ankündigung ließ Roco auf der Dortmunder Messe 1989 über die Farbgebung der Bettung abstimmen. Ich selbst war damals nicht vor Ort, aber ein zeitgenössischer Leserbrief im ‘eisenbahn magazin’ berichtete, Roco habe drei verschiedene Farbgebungen zur Abstimmung gebracht, zwei aufwändig gesprenkelte graue Bettungen sowie das bereits bekannte Braun. Was nicht gezeigt wurde, war die später realisierte blaugraue Farbe, von der Roco dann aber feist behauptete, diese entspreche dem ausdrücklichen Wunsch der Mehrheit der Modellbahner. Man nennt sowas: Lüge.

Roco Line hätte auch mit Bettung sympathisch sein können. Tja.

Dass eine unsympathische, leblose Farbe durchgeboxt wurde, obwohl märklin und Fleischmann als Platzhirsche ihre Bettungen in sympathischer Colorierung anboten, das kann man nur mit emotionaler Armut der Entscheider erklären.

Roco HighEnd 1989.

Denn die normalen Modellbahner kaufen nach Sympathie, nicht nach technischen Daten. Und tatsächlich wurde und wird kaum jemand mit diesem Blaugrau wirklich warm. Emotionen spielen bei der Kaufentscheidung eine große Rolle, wie ich erfahren durfte:

Mitte der 90er Jahre jobbte ich in einem Fachgeschäft und stieß trotz meiner wohlwollenden Empfehlungen fortwährend auf Ablehnung des RocoGleises durch die Neukunden: Rocos Bettung sehe “zu künstlich” aus. Wie sagt man heute? ‚Bäm!‘ Und dann kaufte man mir entweder Fleischmanns Startsets „des Jahres“ mit dem Profi-Gleis ab oder, natürlich, märklin-Sets, auch mit Metallgleis. Stichwort Farbe, wem fällt was auf? Genau.

Fazit: Roco Line ist ein tolles Gleis, wenn man es ohne Bettungen kauft. Dann kann man die Gleisfiguren frei aufbauen. Die Preise für die passenden Antriebe sollte man bei Roco dringend überdenken.

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Die Ming-Vase der Sparda-Bank.

Mitte der Nullerjahre entdeckte ich im Schaufenster einer Bank diesen knall-orangefarbenen Werbe-Waggon, hergestellt von Roco. Neugierig erkundigte ich mich in der Filiale, ob das Fahrzeug dort erhältlich sei.

Wider Erwarten gab man sich extrem distanziert. Anstelle das Werbe-Ding als solches zu bewerten, nuschelte man irgendwas von „Sammlerstück“ und „sehr selten“, und nein, das gute Stück sei zu 100% unverkäuflich. Ah ja.

Nun ist mir eine gewisse Sturheit zueigen, also rief ich bei der Sparda-West in Düsseldorf an. Ooh-ha, da war ich ja an die Richtige geraten: Geradezu pikiert (Düsseldorf, Sie wissen schon) wehrte sie mein Ansinnen ab, denn dieses Fahrzeug sei „außerordentlich selten, bei Sammlern heißbegehrt und keinesfalls einfach so verkäuflich“. Ah ja.

Kurzerhand rief ich bei der Sparda-Bank in Hamburg an, nur so aus Neugier, und wieder zeigte sich, dass Düsseldorfer zwar gern den Hamburger Stil hätten, aber eben nur Düsseldorfer bleiben. Denn die freundliche Hanseatin amüsierte sich hörbar über ihre rheinischen Kolleginnen und sagte wörtlich „…tut mir ja sehr leid, aber mit so einer ‚Ming-Vase der Sparda-Bank‘ können wir nicht dienen!“ Sehr cool. So muss das! 🙂

Wenige Tage später entdeckte ich diese ‚Ming-Vase‘ auf der ausschließlich in echten Insiderkreisen bekannten Handelsplattform für seltene Kunstobjekte (ebay) und gab ein ‚Vermögen‘ von knapp fünf Euro dafür aus.

„freundlich“? „fair“? Gewiss.

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Kibri-Bahnsteige mit RocoLine und Piko A-Gleis.

Trotz der Vielzahl an Bahnsteig-Bausätzen für die Modellbahn gefallen mir die Kibri-Produkte noch immer am Besten. Beispielhaft beschreibe ich, wie sich diese Bahnsteige zwischen Piko- und RocoLine-Gleisen unterbringen lassen.

Kibris Bahnsteige sind meistens 5,5cm breit, das wirkt um Einiges vorbildnäher, als die üblichen 38mm Plattformen, zum Beispiel für die C-Gleise. Den erforderlichen Gleis-Abstand erzielt man bei den Gleis-Systemen Roco-Line und Piko-A durch Einsetzen der 119mm langen ‚Diagonalgerade‘ zwischen Weiche und Gegenbogen.

Oder durch eine Kombination von vier Weichen und der hübschen Kreuzung mit 30°. Diese eindrucksvolle Kombination bleibt Dank Pikos relativ niedrigen Preisen für Gleise ohne Schotterbett sogar günstig. Zwar vergrößert sich der Gleis-Abstand, dennoch lassen sich solche Kombinationen auch in Parallel-Strecken unterbringen, wie die folgenden bunten Entwürfe zeigen. Pikos Geometrie ist schon recht ausgefuchst.

Bei RocoLine ist es ähnlich, wenngleich vom Material her teurer, dafür qualitativ hochwertiger. Auch hier ein Geometrie-Beispiel.

Piko selbst bietet zwar ebenfalls einen Bahnsteig an, aber in Überbreite. Um den zwischen die Parallelgleise zu setzen, benötigt man sogar zwei Diagonal-Geraden und verschenkt so viel Platz.

Viessmann-Modell legt die Kibri-Bausätze immer mal wieder in Varianten auf, dabei gibt es zwei Grund-Versionen: Eine altmodische Variante mit vielen (meistens grünen) Metallsäulen unter dem Spitzdach und die „moderne“ Form (der 60er / 70er Jahre) mit jeweils zwei mittigen Betonstützen. Dazu kommen noch Plattformen ohne Dach aber mit Öffnung für eine Bahnsteigleuchte, gerade und gebogene Endstücke und ein kurzes, mittig abgesenktes Plattform-Teil, das ein besonderes Element ermöglicht:

Auch C-Gleise von märklin und Trix können sich mit Kibris Bahnsteigen schmücken.

Der sehr klug erdachte Übergang von Bahnsteig zu Bahnsteig aus Nachbildungen von Holzbohlen. Beim Vorbild konnte hier das Bahn-Personal, und natürlich nur dieses, mal eben den Bahnsteig wechseln. Kibri hat diese Übergänge in der Ausdehnung modular aufgebaut. Spezielle Einsätze ermöglichen die Verwendung alternativ sowohl für internationale Gleise als auch für märklin Gleise. Die Nachbildungen der runden Warnschilder bringen echte Bundesbahn-Atmosphäre auf die Bahn.

Hinweis für märklins C-Gleise: Hier sind die Punktkontakte niedriger, als bei M- und K-Gleisen. Es kann also vorkommen, dass die schmalen Kunststoff-Einsätze zu hoch sind und so einen sicheren Kontakt verhindern. Viessmann sollte diese Teile dezent flacher fertigen. Modellbahner behelfen sich mit Flachfeilen oder, tja, weglassen bzw. Ersetzen.

Aktuell erhältlich ist hier die Jubiläums-Variante (unbedingt zu empfehlen für Modellbahnen der Epoche 3 bis 5):

https://viessmann-modell.com/font-color-ffdd00-b-125-jahre-kibri-b-font/sondermodelle/2708/h0-bahnsteig-altbach?c=0

Und ohne den Bohlen-Übergang aber mit grünen Stützen:

https://viessmann-modell.com/sortiment/spur-h0/gebaeude/bahn/448/h0-bahnsteig-hofheim?c=0

oder hier:

https://viessmann-modell.com/sortiment/spur-h0/gebaeude/bahn/450/h0-bahnsteig-kienbach?c=0

Aber auch andere Details sind hübsch, wie die zeitgenössisch typischen achteckigen Blumenkästen, Namensschilder der Station, runde Abfalleimer und die recht feinen Schutzgitter rund um die Treppen-Abgänge. Blumen auf dem Bahnsteig, eigentlich eine nette Sache. Die Schaumstoff-Flocken, die Blumen darstellen sollen, kann man vielleicht später für Anderes verwenden – richtig tolle Blumen-Nachbildungen gibt es im Sortiment der Firma Busch.

Nun lassen sich diese Bahnsteige ewig lang aneinanderrreihen. Ich empfehle, dazu die grauen rechten Winkel unter den Plattformen vorsichtig und sauber abzutrennen. Denn oft verhindern sie exaktes Ausrichten der Plattformen.

Die Farbgebung der Einzelteile war weder zu Kibris Zeiten, noch jetzt bei Viesmann wirklich überzeugend. Während Viessmann zu knallige Farbtöne verwendet, wählte man bei Kibri eher langweilige und manchmal absurde Farben: Stationsschilder waren beim Vorbild aus grau gestrichenem Metall und nicht braun, Telefonzellen gelb und nicht grün, und warum die Plattformen zu jeder Zeit aus bläulichgrauem Kunststoff gefertigt wurden erschließt sich nicht wirklich. Wohl dem, der Airbrushen kann. Oder einen Freund hat, der das kann. Oder der einfach gut pinseln kann.

Ein echter Klassiker von Kibri / Viessmann. Kann man nie genug von haben…

Beim Aufbauen sollte man sehr sorgfältig sein: Natürlich müssen die Gleise überall exakt parallel zueinander verlegt sein. Die Plattformen sind fortlaufend in exakt identischem Abstand zu den Gleisen zu befestigen, denn sonst können Fahrzeuge mit ihren Trittstufen hängenbleiben. An den Enden kann man nach Wahl die kurzen geraden Stücke verwenden oder eben die längeren, Gebogenen.

Wichtiger Tipp: Unbedingt mit langen Waggons ausprobieren, ob diese an der Ausrundung vorbeikommen, sonst dieses Bauteil immer weiter nach innen versetzen, bis alles klappt. Pikos ICE4 Waggons (einer reicht!) oder Rocos ‚Kakadu‘ Speisewagen sind besonders lang und besitzen tiefgezogenen Schürzen. Auch einzelne, seitliche Gerätekästen unter dem Wagenboden können stören. Dampfloks mit (zu) breit angeordneten Zylindern sind ebenfalls geeignete Test-Objekte.

Die geraden Plattformen lassen sich einfach mit der Bastelsäge kürzen. Die Fugen kann man mit Revell-Spachtel verschwinden lassen. Danach lackiert man alles sauber in einem angenehmen Mittel-Grau, die Ränder setzt man hell ab, und als Belohnung erhält man einen wirklich schönen, echt wirkenden Bahnsteig.

Abschließend passt man den Bohlen-Weg ein; zeitgenössische Fotos zeigen, wie das früher ausgesehen hat. Farbliches Nach-Arbeiten schadet nicht, denn Holz sieht nach ein paar Jahren eben nicht mehr glänzend-schokoladig aus. Für die Warnschilder gibt es passende Schiebebilder bei Nothaft:

https://www.modellbahndecals.de/alles-sonstige/Rund-um-Bahnhof-und-Bw/Nass-Schiebebilder–10-Warnschilder-rund–Ueberschreiten-der-Gleise-fuer-Unbefugte-verboten—Artikel-Nummer–0177.html

Die Imitationen der Bahnsteigleuchten sollte man natürlich gegen funktionsfähige Dinger austauschen, dazu ein Tipp: Manche Leuchten aus dem H0 Sortiment können etwas zu hoch wirken. Das ist natürlich eine Geschmacksfrage. Artverwandtes aus dem TT Sortiment kann stimmiger aussehen.

Für die Beleuchtung der bedachten Plattformen kann man sich der bekannten Lichtleisten bedienen, die eigentlich für Waggons gedacht sind. Sauber separiert man die Bereiche mit LED und Lötpunkten, klebt diese von unten jeweils beidseitig innen in die Dachschräge und verbindet sie wieder mit dünner grauer Litze. Für die Kabelführung sind bereits diskrete Löcher im Längsbalken vorhanden, und in den beiden Säulen führt man lange Litzen von Dach nach unten, wo die Hauptplatine sitzt. Unter der Plattform lassen sich günstige Schaltdecoder unterbringen, wie zum Beispiel dieser:

https://modellbahnshop.moba-digital.de/epages/12489450.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/12489450/Products/Schaltdecoder

Und unten im angedeuteten Quergang kann eine kaltweiße LED Beleuchtung das typische Flair der Neonröhren aus den 70er und 80er Jahren andeuten.

Fazit: So kann man einen Bahnsteig, der vor Jahrzehnten konstruiert wurde, auch auf aktuellen Modellbahnen einsetzen. Viel Spaß! 🙂

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Strom-Einspeisung von PECO für das Piko A Gleis.

So solide kann man Strom einspeisen, den Briten sei Dank. 🙂

Piko bietet für sein A-Gleis eine recht fummelige Möglichkeit der Strom-Einspeisung. Diese durch den Schwellenrost zu drücken grenzt an eine Strafarbeit.

Einfacher und stabiler klappt das mit dem Peco Produkt ST273. Diese Klemmen lassen sich ganz einfach an das A-Gleis (und auch Roco Line oB) anklemmen. Da sie insgesamt flach gehalten sind, rollen auch in Gebogenen lange Waggons einwandfrei dran vorbei.

Klassisch und funktionell.

Das Beste ist, dass man für den Kabel-Anschluss die märklin-Kabelschuhe verwenden kann, die passen genau drauf.

Und die gibt’s entweder direkt mit Kabeln oder einzeln im Tütchen zu kaufen. Tipp für das Anschlusskabel: märklin 74040.

So lassen sich zudem auf ‚Spielbahnen‘ mal eben beleuchtete Häuser aus dem Oval mit Strom versorgen.

Für RocoLine Gleise sollte man die kurzen Schrägen begradigen.

Für die A-Gleise können Pecos Anschlussklemmen unverändert eingesetzt werden.

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Klassisches Märklin – Spielen und Sammeln mit Charme.

Ein Wettrüsten hat eingesetzt: Einige Hersteller überbieten sich gegenseitig mit technischen Features. Während sich der normale Modellbahner freut, alte Schätzchen auf neuen Gleisen fahren zu lassen. Am Besten digital, und das geht auch günstig.

*RRRRRR* 🙂 Technik, die man versteht, und die man (gerne) hört. Ohne Sounddecoder.

Für einen Bekannten sollte ich eine alte E-Lok von märklin auf digital umbauen, mit im Paket lag der günstige Umrüstsatz 60760. Ich ahnte Schreckliches, aber ich wurde belehrt. Denn nur wenig Mehr-Arbeit und diese €30.- Zutaten entlocken so einer alten Maschine einen Charme, den man als ach-so-abgeklärter DC-Bahner nicht erwartet. Zu der dem Decoder beiliegenden Anleitung hier ein paar ergänzende Hinweise.

Motor (Die Umsetzung dieses Tipps ausdrücklich auf eigene Gefahr!)

So glatt sollte der Kollektor aussehen.

Wie immer bei märklins klassischem Motor sollte man den kupfernen Kollektor sorgsam glätten. Denn ab Werk besitzt dieser sehr scharfe Kanten, die die Schleifkohlen abfräsen. Der Staub setzt sich in die Spalten und sorgt irgendwann für Verdruss. Also: Entweder Polierleinen besorgen, zum Beispiel 6000 und 14000, den Anker vorsichtig (!!) mit dem Zahnrad in eine kleine Bohrmaschine spannen, dabei das Zahnrad optimalerweise heile lassen, und auf den sich drehenden Kollektor mit Polierleinen einwirken. Oder eine Polierfeile kaufen, zum Beispiel bei ‚dm‘:

https://www.dm.de/ebelin-polierfeile-p4058172785436.html

Polierfeilen sind sehr praktisch. 🙂 Foto (c) ‚dm‘.

Erst mit der ‚Reinigen‘-Seite die Kollektor-Kanten brechen, und dann mit ‚Glätten‘ und ‚Polieren‘ den Anker spiegelglatt nacharbeiten. Das dauert insgesamt nur etwa eine Minute. Leider spart sich märklin das Glätten seit Jahrzehnten und brockt den Modellbahnern wissentlich und recht gleichgültig Frust ein; nett ist das nicht.

Polierleinen gibt es dort: http://www.meshy.de/

Getriebe

Alte Lokomotiv-Modelle haben oft bereits viele Stunden Freude bereitet. Entsprechender Schmutz hat sich im Getriebe angesammelt. Mit dem bekannten Dampf- und Reinigungsöl SR24 und Wattestäbchen lässt sich diese Schmiere wirksam entfernen. Auch märklin-Loks, die sich keinen Millimeter bewegen, weil sie im märklin-Werk mit dem berüchtigten „Getriebe-Kleber“ versehen wurden (‚Öl‘ genannt), lassen sich mit SR24 und vor allem Geduld wieder ins Leben zurückholen. Vor dem richtigen Ölen sollte man alle Spuren des SR24 von bewegten Metallteilen mit reinem Alkohol und weiteren Wattestäbchen entfernen.

Beleuchtung

Aktuelle LED in einer alten märklin-Lok. Harmoniert wunderbar.

Klassischerweise sind diese Lokomotiven mit Glühlampen beleuchtet. Ich habe statt derer kleine LED-Plättchen aus einer längeren Lichtleiste verwendet. Diese kann man dank ihres Widerstandes direkt an die Kabel des märklin-Digitaldecoders anschließen. Mit Sekundenkleber von Pattex habe ich die Plättchen direkt auf den Metallboden geklebt. Auf die Polung muss man natürlich achten, die Kabel grau und gelb jeweils an die Kontakte der LED, orange als Masse (im Foto schwarz) an die Kontakte der Widerstände.

Karton gegenüber der LED verteilt das Licht gleichmäßig; die Karton-Farbe beeinflusst dabei die Farb-Temperatur.

Damit das Licht gleichmäßiger auf die Lichtleiter reflektiert wird, habe ich in die Fronten der Lok gegenüber der LED cremefarbenen Karton geklebt.

Anfahr- und Bremsverzögerung

Es ist sinnvoll, diese Werte etwas heraufzusetzen. Die Maschine benimmt sich dann wesentlich eleganter.

Die passende Ergänzung: Alte Waggons in blau/elfenbein.

Fürnehme Distanz: So sah das eben Anfang/Mitte der 80er Jahre aus. Und es funktioniert.

So eine alte Maschine sieht vor nagelneu gekauften Waggons natürlich ein bisschen seltsam aus. Aber via Ebay, Hood oder auf Modellbahn-Börsen kann man sich gebrauchte, zeitgenössische Waggons besorgen. Oft zu fairen Preisen.

Die im Bild gezeigten Fahrzeuge besitzen nicht einmal die Mechaniken für Kurzkupplungen, sie sind also wirklich angejahrt und damit perfekt geeignet als Ergänzung der gezeigten Lokomotive. Jeder Waggon besitzt seinen eigenen Schleifer, aber die Zugkraft der schweren 140 steckt das locker weg. (meine Ohren dafür umso weniger…)

Leicht abgerockt aber mit großem Spaßfaktor! Gleichstrom-Fahrer bekommen DC Achsen unter der märklin-Nummer E700580. Damit rollen diese Waggons auch auf Trix C Gleisen, Fleischmann Profi, Roco geoLine und Line und natürlich dem Piko A Gleis.
Waggons mit Innenbeleuchtung machen mehr Spaß, gerade im Dunklen quer durch die Wohnung.

Oft besitzen diese Waggons bereits eine Innenbeleuchtung von märklin mit Glühlampen. Das Alles kann man im Prinzip so belassen und nutzen, aber für den Digitalbetrieb bietet es sich an, diese Glüh(!)Lampen gegen baugleiche moderne LED-Alternativen auszutauschen. Auf Ebay einfach mal die Suchbegriffe „märklin LED Glühlampe“ eingeben, dann findet man zum Beispiel das:

Screenshot Ebay.
Mit diesen Schrauben ist das Gehäuse befestigt. Es wäre möglich, Kurzkupplungen aus 7205 einzusetzen.
Hier verstecken sich die Glühlampen, die man gegen warmweiße LED austauschen kann. …und ein bisschen sollte. 🙂
So werden die Laufflächen wieder sauber – ähnlich, wie früher die Tonköpfe vom Cassettendeck.

Die Räder haben oft über die Jahre eine dicke schwarze Schmutzschicht aufgebaut. Mit dem SR24 und einer beachtlichen Anzahl von Wattestäbchen kriegt man die alten Räder prima sauber.

Sanft hilft der Roco Rubber dem Schleifer zu gutem Kontakt.

Den Schleifer kann man auch damit reinigen; in hartnäckigen Fällen einfach einen Roco-Rubber verwenden zum Sauberpolieren.

Fazit: Die klassische märklin-Modellbahn mit Drehgestell-Antrieb und vernehmbar arbeitendem Getriebe mag aus einer anderen Zeit stammen, aber sie macht noch immer viel Spaß.

Freidenker bekommen eine Auswahl dieser alten Fahrzeuge für DC Gleise (Fleischmann, Piko, Roco, Trix) oft gebraucht unter der Bezeichnung märklin Hamo. Spaß mit märklin kann man haben mit und ohne Mittelleiter. 🙂

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Maßstäblichkeit – Pflicht oder Kür? Fleischmann 4169.

Vor Kurzem besuchte mich ein Dampflok-Modell von Fleischmann, sozusagen. Diese schicke Lok ist bekanntlich noch in 1:85 konstruiert, also dezent zu groß. Na und?

Links Fleischmann, rechts Roco. Rechts maßstäblich, links gerade Griffstangen: Who’s Bad?

Im direkten Vergleich mit einem passenden Modell von Roco fällt vor allem auf, dass die Fleischmann-Maschine noch immer gut mithalten kann – angesichts ihrer Konstruktion von …? 1970?

Fleischmanns leicht zu große Loks erklären sich übrigens aus einem Zeitgeist der 60er, als die Schienenprofile noch extrem dick waren, und man davon ausging, dass sich das nie ändern würde. Man wollte den Eindruck der Loks auch auf diesen Gleisen erhalten.

Heute kommt einem das eigenartig vor, aber das Denken der Menschen ändert sich eben: Auch Smartphones werden uns nicht ewig begleiten; die Klötze werden irgendwann durch Eleganteres abgelöst.

Links Fleischmann, rechts Roco. Fleischmanns Pufferhöhe ist schon amüsant, fällt aber im normalen Betrieb nicht auf.

Ende der 80er Jahre bekamen viele Fleischmann-Dampfloks diese feineren Räder, mir gefällt dieses Modell wirklich gut. Sogar der angeblich ungeliebte Rund-Motor arbeitet schön leise, geschmeidig und lässt die Lok ordentlich ziehen. Keine Ahnung, was die Leute habem, außer…

…moralinsauer auf Perfektion-ab-Werk zu bestehen. Tut das Not? Gäb‘ es diese Lok zu einem fairen, ihrem Alter angemessenen Kurs zu kaufen, sie würde ihre Käufer finden. Das Totschlag-Argument ‚unmaßstäblich‘ verwenden ohnehin nur Modellbahner, die aus Arroganz und geistiger Bequemlichkeit ihre Ansprüche Andersdenkenden überdäuen wollen – ohne drüber nachzudenken, welche praktischen Gründe es gibt, Personenwagen zum Beispiel zu verkürzen.

Man kann Dinge auch trotz oder wegen ihrer unperfekten Mach-Art wertschätzen; so besitzen auch Blechwagen von märklin ‚Charme‘. 🙂

Oben Fleischmann, unten Roco. Die Kürze ist wirklich da, trotz der Kamera-Perspektive – na und?

Längst nicht alles, was früher mal beliebt war, wird auf Dauer ausrangiert: Schallplatten sind auch wieder da. Marke und Produkte von Fleischmann H0 hätten zeitnah ein Comeback verdient, unter kundigem Management versteht sich.

Kurz: Wer so ein Modell angeboten bekommt, kann beruhigt zugreifen. Die Lok mag etwas bullig aussehen (sozusagen vorbildgemäß), aber ihre Qualität, hergestellt in Nürnberg zu Zeiten ohne österreichischen Einfluss, kann auch heute noch überzeugen.

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Teppiche für Schnellzug Wagen von märklin 282mm

Beleuchtete Waggons verführen dazu, das Interieur farblich den Vorbildern anzunähern. Im Internet findet man dazu unzählige Vorbild-Fotos. Aber beim Farb-Übergang Sitze / Fußboden kann es schnell unsauber aussehen. Und ja, das fällt auf; beleuchtete Waggons, Sie wissen schon.

Grauer Teppich in märklins D-Zugwagen 1. Klasse. Das sind noch die ersten Muster.

Also habe ich die ersten drei märklin Waggons mit 282mm Länge ausgemessen und die passenden „Schnittmusterbögen“ erstellt. Die Fußböden für die noch ausstehenden Fahrzeuge werden natürlich nachgereicht.

Man braucht dazu einfach einen Bogen guten, mittel- oder dunkelgrauen Kartons (Unwissende sagen dazu „Pappe“) und einen Laserdrucker. Es gibt auch ‚Leder-Karton‘, der ist extra dick und besitzt auf der Oberseite eine angenehm unruhige Struktur.

Die Darstellung im PDF ist gespiegelt, weil man sich so sichtbare Schnitte auf der Oberfläche erspart: Auf der Sichtseite ist alles einfarbig, und die bedruckten Felder auf der Unterseite bestreicht man dünn und gleichmäßig mit dem Kleber.

Zum Ausschneiden verwendet man ein Lineal und ein wirklich scharfes Cutter-Messer – und legt sich zur Unterhaltung am Besten ein längeres Hörspiel auf, denn diese Arbeit ist wahrlich keine inspirierende, und sie dauert an. Und als Kleber…

…eignet sich der ‚UHU-Office Pen‘. Andere Kleber können den Karton verwellen. Und … „…man will das ja schön haben!“ :-))

Die ersten Lege-Muster. Man erkennt die ledrige Struktur des Kartons.

Das Ergebnis überzeugt sofort, auch ohne Sitze und Wände extra eingefärbt zu haben. Die ersten Legeproben (wer denkt jetzt auch an Loriot?) machen klar, warum auch Modellbahn-Waggons Teppiche haben sollten: Sie besitzen augenblicklich mehr Tiefe. So bekommt man also Auslegeware in seine D-Zug Wagen.

Das Teppich-PDF für die Standard D-Zugwagen:

Dieses war der zweite Streich, und der dritte… 😉

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Lichtleisten von e-modell für Schnellzugwagen von märklin und Fleischmann.

Beleuchtete Personenwagen besitzen auch im Modell einen ganz besonderen Reiz. Von e-modell gibt es drei verschiedene LED-Leisten, die für die D-Zug Wagen von märklin und Trix mit 282mm Länge konstruiert worden sind.

…über jedem Abteil eine eigene LED. Echt nett gemacht.

Dabei erhält jedes Abteil eine eigene LED als Lichtquelle, auch die Toiletten, und sogar der Gang wird gleichmäßig beleuchtet. Mit zwei Drehreglern stimmt man die Abteile einerseits und Gang/Toiletten andererseits in der Helligkeit ab.

Damit reguliert man die Helligkeit, schnell und praktisch.

Oben drauf ist Platz für einen Elko als Flackerschutz. LED als Schlussleuchten lassen sich zusätzlich anschließen. Digital schalten lassen sich die LED (trotz offenkundiger Vorbereitung) leider nicht, höchstens durch einen vorgeschalteten Decoder.

Diese Beleuchtungen kommen einsatzbereit aus der Verpackung, und weil märklins Radkontakte schon ab Werk kleine Steckerchen besitzen, habe ich die e-modell-Leisten mit passenden Buchsen versehen. Das erleichtert den Einbau und eventuellen späteren Austausch.

Die neuen Buchse. Erleichtert den Austausch. Mein Lötzinn ist wohl nicht das Hochwertigste…

Für die Stromversorgung bietet märklin verschiedene Lösungen an. Diese leiden an ihrer absurden Benennung, die sicherstellt, diese Produkte über Google niemals zu finden, sofern man naheliegende Wörter wie ‚Radkontakt‘ oder ‚Achsschleifer‘ eintippt:

Variante 1, Massefedern: Die bekannten, klassischen Achsschleifer ziehen pro Drehgestell zwei Räder zur Versorgung heran. Das funktioniert ganz gut. märklins Artikelnummer lautet 72050.

Variante 2, Stromzuführung (Aah ja…): Richtig klug konzipiert sind die Teile aus dem Set 66720. Damit lässt sich eine vollständige Achtpunkt-Stromaufnahme herstellen; jedes Rad also versorgt den Waggon. Besser geht es nicht, und man fragt sich, warum märklin diese Dinger nicht progressiv vermarktet. Sie passen in sämtliche seit 2006 neu kontruierten Waggons mit 282mm Länge; also D-Zug Wagen, Silberlinge und IC Waggons.

Die Stromzuführung von Trix 66720, auch Radkontakte genannt. Ein empfehlenswertes Produkt.
So sehen die Trix Radkontakte eingebaut aus. Prima Sache.

So geht der Einbau:

  • Elko richtig gepolt auf die Lichtleisten löten.
  • Doppel-Buchsen sauber auf der Unterseite einlöten.
  • Waggon-Gehäuse abnehmen: Dazu die beiden Gummiwulste herausnehmen und das Gehäuse nach oben abziehen.
  • Inneneinrichtungen an den Enden ein bisschen aus dem Rahmen klippsen.
  • Radkontakte von unten in die Drehgstelle einsetzen, dabei die Kabel mit Steckerchen nach oben führen
  • Kabel unter der Inneneinrichtung Richtung Wagenende in den Bereich neben den Toiletten fädeln und so weit sanft nachziehen, dass sich Drehgestelle und Kupplungs-Träger (!) weiterhin frei bewegen können.
  • Einrichtung wieder festklippsen. Auch währenddessen die Bewegungs-Freiheit von Drehgestellen und Kupplungs-Trägern sicherstellen, im Zweifel die Kabel mit einer Pinzette ordnen.
  • LED-Leiste richtig herum auflegen (die LED für den Seitengang gehören über selbigen, ne? 😉) und die Stecker der Radkontakte in die eingelöteten Buchsen stecken. Im Fall eines Kurzschlusses einfach das Stecker-Pärchen einer (!) Seite vertauschen.
  • Bei voller Gleisspannung mit einem sehr kleinen Schraubendreher die Helligkeiten einstellen.
  • Leiste aufklemmen, Gehäuse wieder aufsetzen, fertig.
So werden die Kabel durchgefädelt.
…und so werden sie dann eingesteckt. Stecker und Buchsen verschwinden im ‚Nebenraum‘.

Das liest sich länger, als es dauert. Dank der lösbaren Steck-Verbindung lassen sich die Bauteile auch später noch herausnehmen oder austauschen. Wer mag, kann die LED-Leisten mit eingeklebten klarsichtigen 3mm-Acryl-Stäbchen etwas höher anordnen. Märklins Original-Schlusslichter lassen sich ebenfalls anschließen.

Bastel-Empfehlung: Waggons aus der D-Zug Ära besaßen Toiletten-Räume mit grünlichen Wänden, entsprechend wirkten die beleuchteten Fenster von außen. Kurzerhand habe ich die goldweißen ‚Abort‘-LED gegen solche in türkis/cyan ausgetauscht. In der Helligkeit reduziert sieht das ganz lustig aus.

Links Original, rechts eine türkis-grüne LED (die auf dem Foto leider bläulich wirkt. Man kann ja nichts mehr glauben…)

Fazit: e-modells LED-Leisten beleuchten die 282mm Waggons ganz wunderbar. Eine tolle Sache. Aber:

Da fallen einem gleich zwei ABBA Lieder ein…

Änderung Juni 2022: Preislich sind diese Leisten neuerdings recht kostspielig. Mit 34 Euro pro Exemplar ist die Konkurrenzfähigkeit klar infrage gestellt. Zudem sind weder Decoder noch Flackerschutz an Bord – recht mager für 34 Euro.

Zwar sind die e-modell Leisten cooler erdacht, als märklins one-size-fits-all-Beleuchtungen. Aber märklin-Fans kaufen am Liebsten von ihrer Lieblingsmarke; angesichts der jetzigen hohen Preise dürfte sich daran nichts ändern. Und märklins neue Innenbeleuchtungen kommen für rund 20 Euro immerhin mit Flackerschutz…

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Abteilwagen 4200 von Märklin, LED-beleuchtet für DC(C) Gleise.

Märklin-Waggons rollen mit DC-Achsen auch auf internationalem Gleismaterial. Ihrer technischen Fesseln derart beraubt lassen sie sich sehr einfach mit frischer Technik nach persönlichem Wunsch aufwerten. Und das macht Spaß.

‚Grifffest‘ und dennoch schön gemacht: Märklins Abteil-Dreiachser sind schick.

Material:

Die Radschleifer von Esu 50707 sind eine sehr praktische Erfindung.

Umbau-Anleitung:

  1. Dach abnehmen
  2. Lichtleiste kürzen (mit einem Seitenschneider oder einer Zange), dabei den Schnitt exakt hinter den Widerstand der fünften LED setzen.
  3. Dreh-Regler ablöten und durch einen festen Widerstand ersetzen.
  4. Drähte des Kondensators kürzen und sie direkt hinter dem Gleichrichter auf die Kontakte der Lichtleiste löten. Dabei unbedingt (+) und (-) beachten entsprechend den Symbolen auf der Lichtleiste oder wie auf dem Gleichrichter eingestanzt.
  5. Lichtleiste exakt mittig ausgerichtet in das Dach kleben, die Längs-Vertiefung bietet genug Platz.
  6. Alle vier Litzen an die Radkontakte löten, sie zeigen von den Schleifern weg.
  7. Die AC Radsätze gegen die DC Radsätze austauschen, wie herum spielt keine Rolle.
  8. Im Wagenboden finden sich auf Höhe der Bremsklötze dünne Querstreben. Darauf werden die Radkontakte geklebt, das hält sicher. Damit der Kleber auch wirklich halten kann, erst die eine Seite bearbeiten, dann die andere: Eine Quer-Strebe mit Sekundenkleber bestreichen, dann den Radkontakt ausrichten, sodass beide Schleifer die Rad-Rückseiten kontaktieren. Dann das Bauteil sauber zentriert auf den Querbalken drücken und bis zum Anziehen des Klebers festhalten… und festhalten… und festhalten… Zwei Minuten Haltezeit können übrigens auch entschleunigend wirken.
  9. Die beigefarbene Inneneinrichtung herausklippsen und jeweils zwischen den beiden Löchern von unten einen kleinen Kanal schnitzen, in dem sich zwei Litzen verstecken lassen.
  10. Die hochstehenden schwarzen Metallkontakte durch hin und her biegen abbrechen.
  11. Nun die Litzen jeweils paarweise durch die runden Öffnungen in den Wagenboden schieben
  12. Die Inneneinrichtung wieder einbauen, dabei die Litzen durch die Öffnungen in den Sitzen hindurchführen. Vor dem Festklippsen darauf achten, dass die Kabel gerade durch die geschnitzen Tunnel führen.
  13. Mit einem Tropfen Sekundenkleber die Litzen oben an den Wänden fixieren.
  14. Nun die Litzen über den Sitzen zu einem Ende führen und jeweils sinnvoll abschneiden.
  15. Seitenrichtig Litzen lang & kurz abisolieren, jeweils lang & kurz miteinander verdrillen, mit Lötzinn versehen und an die End-Kontakte der Lichtleiste anlöten.
  16. Dach aufsetzen, dabei die Kabel innen vorsichtig ordnend geradeziehen.
  17. Funktionsprüfung! Radkontakte eventuell mit einer Pinzette nachjustieren, damit sie nicht wegen zuviel Druck die Räder bremsen, aber dennoch sicher Strom übertragen.
  18. Dach wieder aufsetzen. Fertig.
Prinzip-Darstellung. Die grauen Karton-Plättchen sollten dunkler sein.

Wer mag, kann nun die Kabel und den Kondensator im zur Einrichtung passenden Farbton anpinseln. Dadurch werden sie … geradezu unsichtbar. Den Wagenboden innen kann man mattgrau lackieren oder mit exakt ausgeschnittenen graue Karton-Plättchen auslegen. Das verleiht dem Fahrzeug mehr Echtheit und Tiefe. Ein paar Figürchen, vor allem auf die Bank-Löcher vor die Litzen gesetzt, und fertig ist der modernisierte Vintage-Waggon.

Fazit:

Märklin-Modellbahnen, neue wie ältere, machen mir viel Spaß. Einfach und elegant kann man sie dem eigenen Geschmack anpassen, sofern man nicht gerade dem anachronistischen Mittelleiter huldigt. (Ich sammle ja auch keine Schellack-Schallplatten.) Wer sich zu Weihnachten eine märklin-Bahn schenken möchte, deren Technik der Jetztzeit entspricht, greift einfach zum Karton mit grünem ‚Trix‘ Logo. Da ist 100% märklin Qualität drin. Nur eben besser, weil ohne lästigen Schleifer – und die Gleise sehen in beige auch schöner aus.

Lese-Tipp ‚Trix C Gleis‘: https://blog.mobaz.de/2019/07/25/das-trix-c-gleis-eins-fuer-fast-alle/

Sogar die Oberlichter werden beleuchtet, ein schöner Effekt.
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Märklin H0 Vectron 36292 für „internationale“ Gleise.

märklin bringt ja öfter schöne Fantasie-Modelle heraus. Mit ist es schnuppe, ob Andere Derartiges ablehnen, weil es „das beim Vorbild nicht gegeben“ habe – mir gefällt’s. Und es ist ja MEINE Modellbahn, ne? Also.

Eine Fantasie-Lackierung auf echtem Karo-Block. 🙂

Für 2020 bietet märklin eine Diesellok aus der Vectron-Familie an, die in Bundesbahn-Farben lackiert worden ist. Sie entspricht in etwa den Farben des Triebzuges ET11, leider ohne dessen hellgraues Dach. Mir gefiel diese Lok auf Anhieb, und es sind lediglich kleinere Löt-Arbeiten notwendig, um sie auf Fleischmann-, Roco- oder gar hauseigenen Trix-Gleisen einzusetzen.

Märklin-Qualität ist nämlich tatsächlich ganz cool. Allein: Mit dem ollen Schlitter-Schleifer fange ich nichts an, wozu auch. Im traditionellen Sinne hat das Prinzip seine Berechtigung. Aber im Sinne der Evolution von Modellbahnen ist der Mittelschleifer ein lästiger Anachronismus der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, dem märklin selbst in sämtlichen Baugrößen bereits abgeschworen hat bzw. Alternativen zeigt.

Dieses Vectron-Modell ähnelt technisch den ‚Hobby‘ Traxx-Loks, die märklin erstmalig Mitte der Nullerjahre präsentierte. Sie waren eine Antwort auf Pikos Billig-Aktionen; das krasseste Beispiel waren Piko-Loks für das märklin-System mit Decoder für €25 (!). Sorry, alles hat seine Grenzen. Märklin reagierte auf eigene Art mit einer modernen BR 185 mit solidem Metallgehäuse, Antrieb durch Mittelmotor auf beide Drehgestelle (für manche ‚Märklinisten‘ vermutlich ein Kultur-Schock) und lastgeregeltem Decoder – für 99 Euro. Definitiv das seriösere Angebot.

Antrieb auf alle Achsen, Stromaufnahme über alle Räder – internationaler Standard ist auch bei märklin längst Usus. Man beachte die Bremsscheiben…

Diese Loks besitzen Achsen aus Kunststoff, darauf aufgepresst sitzen die Räder aus Metall. Außerdem besitzen Viele (aber nicht alle) dieser Räder recht niedrige Spurkränze, sodass sie selbst auf RocoLine Gleisen nicht über die Klein-Eisen hoppeln; Ausprobieren hilft. Wer also Metall-Modelle mag, findet hier ein inzwischen umfangreiches Sortiment.

Aktuelle märklin-Decoder verstehen fast immer auch DCC, und viele ältere ‚Hobby‘-Loks kann man mit einfachen (und original-Märklin-) Mitteln mit Schnittstelle und DCC-Decoder umbauen. Das macht dann sogar Spaß.

märklin ohne Mittelleiter, eine prima Sache, die Spaß macht und nicht rasselt.

Umbau auf oM – ohne Mittelleiter.

Das geht ganz fix: Entfernen des Schleifers & Ordnen der Kabel-Verbindungen zur Platine. Das isses. Die einzelnen Schritte:

  • Gehäuse abschrauben (vier Schrauben)
  • Schleifer abklipsen
  • Kontaktplättchen herausnehmen und Kabel abtrennen
  • Das Kabel des Mittelschleifers nach oben herausziehen und von der Platine ablöten
  • Blenden der Drehgestelle sicherheitshalber abhebeln, Achsen zur Seite legen
  • Kabel-Brücken der Rad-Kontakte ablöten oder aufzwicken (diese schwarzen Kabelverbindungen verstecken sich quasi unsichtbar eng anliegend auf den Getriebe-Gehäusen!)
  • Kabelverbindungen herstellen zwischen den zwei freien Radkontakte und Platinenkontakten
  • Achsen wieder einsetzen, jeweils etwas Schmiermittel dazu
  • Drehgestellblenden einklipsen
  • Gehäuse aufsetzen, festschrauben
  • Adresse 03 anwählen und losfahren.

So fährt die schöne Lokomotive über meine Gleise nach internationalem Standard, angesteuert mit DCC durch einen Fleischmann-ProfiBoss. Die Kupplung von märklin sitzt in einem Normschacht und lässt sich so einfach gegen Andere austauschen. Der quakige Original-Lautsprecher könnte später durch eine Bassreflexbox ersetzt werden.

Die rosa Kreise zeigen, wo die Kabel von den Radkontakten angelötet werden müssen.

Glänzende Bremsscheiben für Hobby Traxx Lok von märklin / Trix.

Die brünierten Bremsscheiben dieser Modelle sollten natürlich silbern aussehen; hier spart märklin seit 15 Jahren an der falschen Stelle. Bei diesen aktuellen Lokomotiven sind es ja gerade die Räder, die den ‚Hingucker‘ darstellen; diese dunkel zu belassen, das ist schon feist.

So glänzend sollten Bremsscheiben aussehen. Nicht grau, nicht brüniert (!).

Abraten möchte ich von Pinseleien; das Anmalen der Bremsscheiben kann eine Sauerei werden.

Ich habe mich an 1:1 orientiert und die Bremsscheiben blank poliert, vorsichtig und mit Augenmaß. Vorbildgetreuer geht es nicht.

Das geht sehr einfach; am Besten mit einem zweiten Modellbahner als Hilfe: Man besorgt sich Polierleinen (6000 & 12000) zum Beispiel bei http://www.meshy.de/ und schneidet sich davon Streifen ab, die in etwa der Breite der Bremsscheiben entsprechen. Außerdem braucht man ein Holzstäbchen in gleicher Breite.

Nun legt man die Lok mit den Rädern nach oben in eine Lokliege und gibt Strom auf die Räder bzw. Räder und Schleifer, dazu kann man ein normales Anschlussgleis verwenden.

Mit der einen Hand hält man ein Drehgestell gerade und drückt mit der anderen Hand das Stäbchen mit 6000er Polierleinen sanft (!) gegen die Bremsscheibe, bis sie gleichmäßig blank poliert ist.

Nicht zu sehr aufdrücken, einfach mit Muße die Brünierung entfernen. Die Vertiefungen bleiben dabei netterweise dunkel, sodass endlich die schöne Struktur der Radscheiben überhaupt zu sehen ist. Und beim Diesel-Vectron hat märklin die Bremsscheiben tatsächlich anders dargestellt, als bei den Traxx E-Loks.

märklins ICE2 sieht mit polierten Bremsscheiben wirklich schick aus.

Für einen ICE2 aus einem Startset gab es neue DC-Räder, die zwar eigentlich falsch sind aber sehr genau in die ebenfalls falschen Drehgestell-Blenden passen. Blenden, die von der BR185 stammen – märklin zeigt da schon eine gewisse krimin… kreative Energie. Also, dessen Bremsscheiben habe ich ebenfalls poliert. Und auch, wenn es nicht so wirklich vorbildgerecht ist: Es sieht wirklich cool aus. 🙂👍🏻

Abschließend mit 12000er Polierleinen die Oberfläche glätten und glätten, bis sie blitzt und glänzt, wie bei den Vorbildern. Die Wirkung ist verblüffend, und man bekommt ein ganz neues Gefühl zu den schönen Modell-Lokomotiven.

…märklin könnte diese Loks natürlich auch so ab Werk ausliefern – wozu sonst sind märklins Räder komplett aus Metall, nicht wahr?

So bereitet mir märklin H0 Freude – auf „internationalem“ Gleis (nicht zwangsläufig genau diesem), in solider Qualität.
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Merkur Bettung ‚Styroplast‘

Seit Mitte der 80er Jahre fertigt die Firma Merkur Fertig-Bettungen für Modellbahn-Gleise. Diese sind tatsächlich ewig haltbar und sehen gut aus.

Unter https://www.merkur-styroplast.de/ findet man eine stattliche Auswahl an Bettungen für H0- und Z-Gleise. Die einst erhältlichen N-Bettungen für Minitrix und Arnold werden derzeit leider nicht produziert. Besonders beliebt sind die Bettungen für das märklin-K-Gleis (ja, das verkauft sich auch noch).

Sogar für Roco Line und Pikos A-Gleis gibt es komplette Sortimente. Denn die Gummibettungen der Roco Line Gleise bzw. Weichen verlieren durch das Abschnippeln schnell ihren Wert, oft sogar für ihren Besitzer. Die blaugraue Farbgebung sieht auch keinesfalls vorbildgerecht aus. Umso angenehmer, dass Merkur für Rocos Gleise bereits seit den 90er Jahren Fertig-Bettungen anbietet und inzwischen eben auch für das A-Gleis von Piko.

Links Roco Line ohne, rechts mit Gummibettung. 10:0 für Styroplast.

Das Prinzip ist einfach: Pro Gleis erhält man eine Bettung, die aus einem festen, haltbaren Material (‚Styroplast‘) besteht. Passend zum Gleisstück oder zur Weiche sind Vertiefungen eingebracht, die das Gleis ganz einfach festklemmen. Drumherum ist Korkschotter aufgebracht.

Prinzip-Darstellung.

Manchmal muss man am Gleis-Ende kleine Vertiefungen einschneiden, für die Querstege der Gleise. Das ist mit einem kleinen Cutter schnell erledigt. So lassen sich auch schnell Vertiefungen für Schalt-Kontakte oder Anschlussklemmen einbringen.

Vorn rechts erkennt man die Vertiefungen für Rocos Querstege. Diese sind nur bei Geraden notwendig, weil diese als Mehrfach-Längen angeboten werden.

Es gibt Spezial-Teile für Parallel-Strecken, gebogene wie auch gerade. Bei Geraden des A-Gleises muss man genau auf die Artikelnummern achten, weil Piko leider unterschiedliche Abstände der Schwellen umgesetzt hat. Außerdem bietet Merkur für Gebogene Überhöhungsstreifen an, damit’s noch eleganter aussieht.

Piko-A-Gleis Weiche in Styroplast Bettung. Ein bisschen extra-Schotter perfektioniert den Eindruck.
Für Pikos Weichen war man besonders vorsichtig, was die Bewegungs-Freiheit betrifft. Aber auch hier kann man mit einer dünnen Schicht losen Kork-Schotters die Optik weiter verbessern.

Außerdem bietet Merkur noch längliche Schotterplatten an, mit denen sich zwischen den Gleisen einheitliche Flächen darstellen lassen. Klar muss man diese Platten mit Schnitten in die Umgebung einpassen. Aber die Schnittstellen werden unsichtbar durch den erwähnten losen Schotter, den man diskret verklebt.

So genau passt ein A-Gleis in die Bettung.
Dieses hätte ebenfalls gepasst, wenn ich das mit den Schwellen gewusst hätte…

An Weichen-Verzweigungen muss man die Bettungen sauber abschneiden und die Schnittstelle mit dem separat erhältlichen Merkur-Schotter für H0 tarnen. So war das bei Merkur schon immer, und sofort fallen einem die Parallelen zum erst 1989 erschienenen RocoLine Gleis mit Bettung auf – die natürlich rein zufällig so wirken.

Sowohl das A-Gleis als auch RocoLine sehen in der Merkur-Bettung attraktiver aus, als mit ihren grauen Werks-Bettungen. Die ganze Modellbahn-Anlage bekommt augenblicklich eine angenehme und professionelle Wirkung. Und der eigene Rücken dankt es einem…

Ein Piko-Waggon auf RocoLine in Merkur-Bettung. Eine bunte Welt. 🙂

Man erspart sich mit diesen Bettungen eine Menge Arbeit, was das nervige Einschottern betrifft ( gibt’s leider noch keine App für…), und das Ergebnis überzeugt rundherum, mich wenigstens.

Man verklebt die Bettungen auf der Anlagenbrett und drückt die Gleise nur hinein – für einen Umbau nimmt man die Gleise einfach wieder heraus, raspelt man die Bettungen weg, verklebt neue Bettungen und drückt die neuen Gleise hinein. Fertig.

Vorteile der Styroplast-Bettung:

  1. Vorbildgerechtes Aussehen
  2. vollständige Auswahl
  3. einfach zu verarbeiten
  4. ersparen viel Arbeit
  5. seit Jahrzehnten bewährt
  6. ihren Preis wert
  7. keine Rückenschmerzen
  8. Wert der eigenen Gleise bleibt erhalten
Die Schotterplatte der Weiche gleicht man mit separaten Böschungsschrägen an die Anschlussgleise an.

Der einzige, allerdings kleine Kritikpunkt, der mir einfällt, ist das Geräusch der fahrenden Züge: In der Merkur-Bettung erzeugen sie durch das verwendete Material ein etwas helleres Roll-Geräusch, als man das von Gummibettungen kennt. Aber es ist noch immer leiser, als beim C-Gleis von märklin und Trix. Oder geoLine… Insofern: Irgendwas ist immer, und Soundloks machen meist‘ eh‘ mehr Krach. 🙂

Rechts erkennt man rosa eine (miese) Schnittstelle. extra Schotter lässt diese unsichtbar werden.

Fazit: So kritisch ich auch manchmal Produkte bewerte, hier ist das völlig anders: Die Merkur-Bettungen empfehle ich für jede Modellbahn-Anlage mit reinem Gewissen! 🙂

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Plastik-Pest bei Roco (4) BR042

Eine meiner Dampfloks blieb letztens schlagartig stehen. Bei der Ursachen-Forschung fand ich im Tender-Getriebe ein Stück Kunststoff. Herkunft ungewiss.

Zwischen den Zahnrädern fand sich der kleine schwarze Klipps.

Interessant ist, dass sowas nur bei relativ neuen Roco-Modellen vorkommt. Ich habe Fahrzeuge von Roco, die in den 70er, 80er und 90er Jahren produziert worden sind. Deren Kunststoffe sind einwandfrei.

Vielleicht sollte man also lieber ältere Roco Modelle kaufen…. Oder Alternativen von Piko.

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Pikos neue H0 Kurz-Kupplung 56046.

Diese Woche hat Piko eine eigene, neu entwickelte Kurzkupplung ausgeliefert. Hier eine kurze Besprechung.

Vor Längerem sandte ich der Firma Piko ein Pärchen älterer Kurzkupplungen als Produkt-Vorschlag. Hergestellt von Fleischmann in den 70er Jahren, die sogenannten ‚Fox-Kupplungen‘. Dessen Patente dürften längst abgelaufen sein.

Meine Idee war, dass Piko, bis dato ohne eigene Kupplung, diese Fox-Kupplung neu nachbauen könnte, aber dann eben 100% kompatibel zu Fleischmanns Kurz-Kupplung, deren Ankuppel-Verhalten bis heute eher reproduzierten Auffahrunfällen gleicht… So hätte der Markt endlich eine tolle, kompatible Kupplung, und Piko hätte sich als gewitzter Verbesserer inszenieren können (das liegt denen ja eigentlich).

Kurz, ich bekam meine Muster zurück mit der Anmerkung, man habe kein Interesse an einer Kupplung. Na gut, in Ordnung.

Dann folgten die nächsten Neuheiten, und darin fand sich eine V60 mit spezieller digital lösbarer Kupplung – die passte zwar zu kaum einer der bekannten Kurzkupplungen, war aber immerhin eine gute Idee.

Und im Jahr 2020 stellte Piko nun eine völlig neukonstruierte KK vor. Übrigens ohne dabei an ein Entkupplungsgleis für das hauseigene A-Gleis zu denken. Was finden wir also vor?

Die neue Kupplung

Man fühlt sich an eine ganze Reihe bereits vorhandener Kupplungen erinnert. Die klare Vorlage ist Fleischmanns bekannte Kurzkupplung, aber man findet auch Elemente der Roco-KK wieder. Dazu die zerklüftete Optik der aktuellen TT-Kupplung.

Aussehen

Mich erinnert Pikos neue KK an einen Hirschhornkäfer. Und sie ist in etwa auch genau so attraktiv. Mir gefallen diese ausladenden ‚Greif-Arme‘ nicht, aber Geschmäcker sind eben verschieden.

Der Kupplungskopf wurde weit unten angeordnet, damit die Puffer keinesfalls berührt werden. Ob auf Mittelleiter-Weichen die Pukos berührt werden können, das ist noch zu verifizieren.

Auf Puko-Weichen könnte das knapp werden…

Auswahl

Es gibt nur Steckkupplungen, nach Wahl mit oder ohne Strom-Übertragung. Höhenverstellbare

Kupplungen wie für viele Roco-Fahrzeuge notwendig, sind noch nicht angekündigt. Ebenso gibt es noch keine Digitalkupplung.

Funktion

Das Ankuppeln erfolgt ähnlich Fleischmann nur mit Schwung. Sanft Gegenrollen und Ankuppeln funktioniert nicht. Die Konstruktion mit zwei kleinen Kunststoffteilen, die sich im Kopf gegenseitig verschieben bewirkt keine Verbesserung gegenüber Vorhandenem. Dabei wäre es so einfach gewesen, aber ich will hier niemandem die Arbeit abnehmen.

Oben der Entkupplungs-Stift, unten der kleine Kupplungs-Haken.

Da in einem YouTube-Video das Einkuppeln als „gerade im Vergleich zur Fleischmann Profi-Kupplung angenehm leicht“ beschrieben wird, bitte ich die Leser darum, die betreffende Szene genau zu betrachten: Zum Ankuppeln wird ein Waggon händisch gegen eine stehende Lok geschoben. Ein ziemlich billiger Trick, sowas nennt man: Schummeln. Zumal im Fazit dann doch Kritik geäußert wird.

Die Kupplungs-Verbindung bleibt meiner Erfahrung nach sicher zusammen, dennoch kann man die Fahrzeuge sogar nach oben herausnehmen, ähnlich Fleischmann oder Roco.

In den Entkupplungsstegen zeigen sich kleine Ösen. Der Verdacht liegt nahe, dass Digital-Kupplungen folgen werden. Aber die normalen Kupplungen hätte man ohne diese Ösen ausliefern sollen. Das sieht wie ein Bastel-Rest aus.

Schön ist anders.

Die oft genannte Funktion der Strom-Übertragung ist wohl nur für märklin-Fahrer interessant, die nicht unter jedem Wagen mit Licht einen Schleifer haben wollen. Aber märklin hat bereits eigene Strom führende Kupplungen, ein-, zwei- und vierpolig. Dort herrscht also wirklich kein Bedarf.

Zusammengekuppelt von oben. Nett gemeint.

2L Fahrer brauchen keine Mittelschleifer, das funktioniert bekanntlich alles über die Räder. Jeden Wagen mit eigener Versorgung auszustatten ist auf jeden Fall eleganter, als um die Kulissen mit Kabeln herumzuheddern, die irgendwann durch die fortwährende links-rechts-Bewegung abreißen können. Dann lieber die Kabel im Drehgestell jeweils nach oben führen, und die Sache hält (fast) ewig. Und ja, ich habe eigene Erfahrungen mit solchen Kupplungen.

Kompatibilität:

Nix da. Pikos Kupplung ist zu keiner anderen Kupplung kompatibel. Piko reißt eine völlig eigene Baustelle auf, wie auch schon mit der fragwürdigen Spezial-Schnittstelle im ICE4. Piko möchte die eigenen Kunden in Abhängigkeiten bringen. Aber: Was bei märklin (noch) funktioniert, das empfinden 2L-Fahrer schnell als Bevormundung.

Anstelle sich an den Gegebenheiten des Marktes zu orientieren und sich dort einzugliedern, um gemeinsam erfolgreich zu werden, hält man bei Piko eigensinnige Wege für den Schlüssel zum Erfolg.

Man kann das mutig finden. Oder auch anmaßend.

In jedem Fall bringt es Unruhe, und genau die brauchen die Menschen in diesen Zeiten schon mal gar nicht.

Fazit:

Um Herrn Grönemeyer zu zitieren: „Was soll das?“ Pikos neue Kurzkupplung sieht weder besonders fein aus, noch kuppelt sie sanft ein. Andere, zum Teil Jahrzehnte ältere Lösungen sind praxisnäher konstruiert. Dazu kommen recht hohe Preise, während gerade Roco seine Kupplungen in Großpackungen besonders günstig anbietet. Ich habe den Eindruck: Das war nichts, leider.

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BASS, BASS, wir brauchen BASS! (im TEE und Lyntog von Roco)

…rappt ‚Das Bo‘, und recht hat er: Auch Modellbahn-Loks klingen besser mit Bassreflex-Boxen.

Wer glaubt, dass die aktuell beliebten Lautsprecher im ‚Zuckerwürfel‘ Format guten Sound produzieren, hat noch nie die Bassreflex-Speaker von DCC Supplies gehört. Kurz gesagt: Die! Haben! Wumms!

…ein alter TEE von Roco mit LED-Innenbeleuchtung, Esu Sound und Bassreflex-Box.

Offensichtlich probehalber habe ich so ein Ding in einen TEE von Roco eingebaut und wohl ein bisschen naiv die Taste F1 gedrückt. …und eine Bestie erwachte zum Leben! 😀

Schnell das Dach aufgeklippst (die runden Gitter sitzen dann direkt über dem Lautsprecher), und es klingt direkt noch satter. Sowas in H0, das ist unglaublich und bedarf im Spielbetrieb dringend der Lautstärken-Regulierung.

Zwar passen diese Lautsprecher nicht überall hinein, aber in klassischen H0-Loks von Fleischmann und märklin kriegt man die schon unter.

Meiner Einschätzung nach sind das die derzeit besten Lautsprecher für Modellbahnen, die man kaufen kann. Apropos, Bezugsquellen sind entweder ebay oder natürlich die DCC Supplies Website:

https://www.dccsupplies.com/cl-108/miniature-speakers.htm

…könnte allerdings sein, dass man danach an normalen ‚Zuckerwürfeln‘ die Lust verliert.

Führerstände für Rocos TEE

Seit 1983 besitzt der ‚Trans Europ Express‚ von Roco den Makel, dass man durch die Fenster der Führerstände direkt auf die zumeist knallgrünen Platinen schauen kann – denn trotz der feinen Gehäuse-Detaillierung hat es nicht für die Nachbildung der Führerstände gereicht. Bis heute ist das so. ??‍♂️

Dabei gibt es inzwischen ein passendes Bauteil: Zum Erscheinen der dänischen Variante ‚Lyntog‘ (Blitzzug) konstruierte man bei Roco einen solchen Führerstand, der dann im speziellen Steuerwagen zum Einsatz kam. Dieser Führerstand passt aber auch in den Motorwagen und zwar so exakt, dass man Absicht vermuten darf. Leider ist man bei Roco zu doof, diesen Führerstand ab Werk in beide Fahrzeuge einzusetzen – der Jubi-TEE wird es zeigen, ob man in Österreich aufgewacht ist.

So sieht ein TEE bzw. ein Lyntog mit Führerstand aus.

Das Ersatzteil hat übrigens die Nummer 115347 und ist zur Onlinestellung dieses Artikels nicht lieferbar. Man sollte also immer mal wieder Rocos Ersatzteil-Website checken, ob sich daran etwas geändert hat. Denn wie die Bilder zeigen, wertet so ein Führerstand das Fahrzeug wirklich extrem auf.

Fehlt nur noch der oder (die beiden) Lokführer.

Bremsscheiben

Beim Vorbild besitzen die acht (vier) angetriebenen Räder auffällige Bremsscheiben. Auch deren Nachbildung spart sich Roco seit 1983, immerhin ist die Form der Räder in deren Bereich erhaben ausgeführt. Das erleichtert die Nach-Arbeit.

Bremsscheiben, wie sie sein sollen.

Verwendet habe ich kein normales Silber (das kann ja jeder), sondern Humbrol Polished Steel 27003. Diese Farbe pinselt man sorgfältig auf, lässt sie gut trocknen, und erst am nächsten Tag poliert man sie mit einem weichen Tuch glänzend, bis es ‚echt‘ aussieht. Der Effekt ist fantastisch.

Wer dabei eine gewisse Ungereimtheit feststellt, was Rad-Zentrum und in der Blende dargestellte Radlager betrifft, der hat recht: Diese sollten eigentlich übereinstimmen. Tun sie aber nicht. Und seltsamerweise findet sich ganz genau dieser Fehler auch beim märklin-Modell aus 2002. Welches überdies ebenfalls keine Führerstände besitzt. ?Also wirklich. ZUFÄLLE gibt es…