LaisDCC Decoder, die Billigen aus China.

Klein sind sie, die Decoder von LaisDCC.

Funktional eingeschränkt und moralisch fragwürdig, so lässt sich wohl am Besten beschreiben, was hier aus China angeboten wird.

Man könnte annehmen, dass nicht jede Lokomotive den besten Decoder braucht. Zehn Euro für einen DCC-Lokdecoder, das klingt nach einem Preis, zu dem man auch Spielzeug-Loks umbauen würde. Die LaisDCC-Decoder werden für viele international bekannten Schnittstellen angeboten. Es gibt sie in klein für N und etwas stärker für H0 Lokomotiven. Auch ein Lichtwechseld-Decoder ist dabei. Übrigens, die hier besprochenen Decoder wurden mir auf meine Anfrage hin vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Was können LaisDCC-Decoder?

Hauptsächlich die Basics. Man kann damit im DCC-Betrieb Loks fahren und ihre Funktionen schalten oder eben Steuerwagen digital einbinden. Eine Beschleunigungskurve lässt sich einschreiben, und um Schmutzstellen zu überbrücken, kann man günstige Elko-Pakete anschließen.

Was können LaisDCC-Decoder nicht?

Die vielen unterschiedlichen Modell-Lokomotiven erfordern es, die Lastregelung der Decoder an die jeweiligen Getriebe anzupassen. Die Lastregelung der LaisDCC Decoder ist fix auf irgendwelche Werte eingestellt. Im Ergebnis fahren einige Loks recht gut, andere aber rollen mit flotter Geschwindigkeit los (trotz CV02 = 01), ruckeln und zittern und bleiben beim Abbremsen schlagartig stehen. Das macht alles keinen Spaß. Auch weitere charmante Funktionen wie sanftes Ein- und Ausschalten des Lichtes oder dessen seitenweises aktives Ausschalten für Wendezug-Betrieb sind nicht an Bord. Susi-Buchsen sucht man vergebens.

Was nervt an LaisDCC-Decodern?

Es gibt Verschiedenes an den Fahreigenschaften zu kritisieren: Abruptes Losrasen nach einer kurzen Strom-Unterbrechung wie Schmutz oder Ähnlichem nervt nicht nur, es kann auch zu Entgleisungen führen. Vor allem bei langen Zügen. Auch kann es beim Programmieren passieren, dass die Lokomotive unvermittelt zu einer Seite wegfährt, als würde sie sich erschrecken. Meiner Erfahrung nach bis zu 50cm Strecke.

LaisDCC bietet auch Plux22 Decoder an – hier mit einem ’stay alive‘ Rucksack, bereit zum Anschluss.

Auf meine Email von vor zwei Wochen mit Detail-Fragen zu den Decodern erhielt ich leider keine Antwort.

Ich bin mir auch nicht sicher, inwiefern der Erwerb oder die Einfuhr dieser Decoder in der EU überhaupt legal ist.

Aber auch die moralische Komponente ist nicht zu unterschätzen: LaisDCC hat anfangs die Decoder des US-Herstellers ‚TCS‘ kopiert, inklusive der Software. Darauf verweisen Internet-Quellen und eine persönliche Aussage des TCS-Chefs via Email an mich. Man war ursprünglich sogar so dreist, die Hersteller-Kennung von TCS zu übernehmen. Falls das alles so stimmt, dann stellen diese Decoder in Summe einen klaren Fall von Produkt-Piraterie dar. Nachfolgend findet man eine Äußerung des TCS-Boss zur Angelegenheit: http://yourmodelrailway.net/view_topic.php?id=13788&forum_id=10&jump_to=248529#p248603

Inzwischen erscheint beim Auslesen der CV 08 eines aktuellen Decoders die Angabe ‚134‘, was immerhin auf den tatsächlichen Produzenten hinweist.

an die Kabel schwarz & blau kann man den ’stay alive‘ Baustein anschließen.

Fazit: Auch der günstigste Decoder ergibt keinen Sinn für mich, wenn die Fahreigenschaften nicht überzeugen und einem das Fahren mit der Modellbahn keine Freude bereitet. Dazu gesellt sich der Aspekt der Piraterie, deren persönliche Bewertung natürlich jedem freigestellt ist. Ich persönlich bevorzuge Original-Produkte.

Wer günstige DCC-Decoder sucht, erhält für rund 20 Euro Bausteine, die wirklich fantastische Fahreigenschaften und diverse Schaltfunktionen ermöglichen. Meine persönlichen Empfehlungen sind der Zimo MX600 (Kabel, 8poliger Stecker, Plux12) und der Lenz Standard+ V2 (8polig). Auch Esu und Tams halten gute Angebote in dieser Preisgruppe.

Kurz: Die LaisDCC Decoder erfüllen leider nicht die Erwartungen.

Das Trix C Gleis, eins für (fast) Alle.

Das C-Gleis von Trix macht viel Spaß. 🙂

märklins C-Gleis als ‚Trix‘-Variante verdient mehr Erfolg, als man ihm gönnt.

Seit seinem Erscheinen 1996 faszinierte mich märklins C-Gleis. Vor allem die Klick-Verbindung, die man einfach so auseinanderknicken konnte, gefiel mir von Anfang an.

Trix-C-Gleis ab 2005.

Im Frühjahr 2005 stand ich mit einem Freund auf der Dortmunder Messe und beäugte das damals nagelneue Trix-C-Gleis, dessen Böschung zur Unterscheidung eine schöne Farbe bekommen hatte. Dieser Farbton entspricht übrigens RAL 1019 Graubeige, die Schwellen sind (inzwischen) RAL 8017 Schokoladenbraun. Wie ein Befreiungsschlag kam es mir vor, dass märklin sein C-Gleis endlich in der Variante ohne Punkt-Kontakte präsentierte.

Unten die ursprüngliche Schwellenfarbe, oben aktuell, in kräftigem Dunkelbraun.

Vorteile Trix C-Gleis.

Die Geometrie ist sehr leicht zu überblicken, und sie kommt ohne Ausgleichsgleise aus. Genau betrachtet findet man zwei Konzepte vor, die zu einem System zusammengefasst wurden. Technisch und großteils geometrisch ist alles miteinander kombinierbar. Am Text-Ende gibt es einen Link zur offiziellen Website des Trix-C-Gleises.

  • Konzept 1: Radien 1, 2 und 3 (Parallel-Abstand jeweils rund 77mm), Standard-Gleise mit kompakten Bogenweichen sowie die dazu passenden kurzen Weichen.
  • Konzept 2: Radien 3, 4 und 5 (Abstand jeweils mit rund 64mm), längeren Standard-Geraden, großen Bogenweichen und schlanke Weichen.
Mit Mittelleiter und ohne. Ich finde das Trix Gleis schöner.

Die Qualität der Trix-C-Gleise ist meiner Erfahrung nach höher, als die der märklin-C-Gleise. Zum einen besteht das Schienenprofil nicht bloß aus Stahl, sondern aus hochwertigem Neusilber. Zum anderen gibt es seit Erstauslieferung keinerlei Berichte über etwaige bröckelnde Böschungen, was beim märklin-C-Gleis laut Foren-Berichten immer noch vorkommen kann. Übrigens sind die märklin- und Trix-Schienen im Querschnitt auf der Oberseite leicht gewölbt, was die Stromaufnahme verbessert: Im Dauerbetrieb wird Schmutz regelrecht zur Seite weggefahren.

märklins Reinigungswagen; Sonderserie für Conrad-Electronic. DC-Achsen von Thomschke.
Und auch Jörger-Filze machen gut sauber. 🙂

Wer dennoch reinigen möchte oder muss, greift am Besten zu den bekannten Filzplatten von ‚Jörger‘, die märklin seit einiger Zeit auch unter die eigenen Reinigungswagen packt. Diese polieren die Oberfläche äußerst schonend. Putzklötze wie der bekannte Roco-Rubber funktionieren etwas rabiat und ziehen die Missgunst esoterisch eingestellter Modellbahner auf sich, die behaupten, diese Dinger beschädigten die Gleise. Hm-hm, klar. Und es gab ja auch keine Mondlandung…

So einfach erfolgt der Anschluss an die C-Gleise.

Das Sortiment ist recht umfassend, fünf Radien, kurze und lange Weichen, jeweils kurze und lange Standard-Geraden, eine kurze DKW (eine lange ist bereits lange in Arbeit), ein Entkupplungsgleis und viel Zubehör wie Weichen-Antriebe, Weichen-Decoder, Weichenlaternen und digital steuerbare Signale. Die noch ausstehenden Gleise wie Kreuzungen und DWW werden sicher folgen.

Zwar entsteht beim Befahren des C-Gleises ein gewisses Rausch-Geräusch, weil die Züge die harte Böschung in Schwingungen versetzen; anders, als das bei RocoLine oder Piko-A mit weichen Bettungen der Fall ist. Man kann dem begegnen, indem die Gleise auf Filz oder festem Zellkautschuk verlegt werden; beide Materialien wirken lärmdämmend.

Fahrzeuge von ‚märklin my world‘ rollen einwandfrei auf den Trix Gleisen, auch die Loks.

Dafür rollen auf dem Trix-C-Gleis nicht nur aktuelle Modelle mit feinen Spurkränzen, sondern auch Spielzeug-Züge, deren Räder irgendwie zu H0 passen. Sogar von AC auf DC umgebaute Roco-Lokomotiven fahren einwandfrei auf dem Trix Gleis; vorausgesetzt, sie besitzen isolierte Radscheiben. Auf dem Trix-C-Gleis kann man also höchst entspannt so ziemlich alles fahren lassen.

Vorteile Trix-C-Gleis:

  • Das Aussehen. Der angenehme hellbraune Farbton erinnert an ein sauberes, befahrenes Vorbildgleis. Am Markt die vielleicht angenehmste Farbe einer Großserien-Böschung. Man fühlt sich ein bisschen an das beliebte M-Gleis von märklin erinnert.
  • Die Click-Verbinder sind der Knüller. Damit kommen Kinder und Erwachsene zurecht. Es kann nichts kaputtgehen, es hält ewig, und man braucht nichts zusammenzufummeln. Zum Isolieren von Strecken vor Signalen oder Ähnlichem steckt man einfach rote Verhüterlis über die Kontakte – prima.
  • Die Kontaktlaschen zum Strom-Anschlusse sind in der Böschung versteckt und solide mit den Schienenprofilen verschweißt. Hier kann man alles Mögliche anschließen, zum Beispiel Häuser-Beleuchtungen oder Decoder für Signale, Weichen und Entkuppler, und natürlich die normale Strom-Einspeisung. Passende Flachstecker gibt es direkt bei märklin; über Ebay findet man baugleiche Großpackungen.
  • Die Schienen aus Neusilber sind extrem hochwertig, mit glatter Oberfläche und überall abgerundet. Solchen Schienen vertraut man seine Züge gerne an. 🙂 Laut Aussage eines ranghohen Mitarbeiters eines anderen Herstellers verwendet märklin für das Trix-C-Gleis die „branchenweit höchste Materialqualität“. Das ist doch was.
  • Die Schienen sind nur 2,1mm hoch, und zwischen Schienen und Schotter hat märklin vorbildgerecht Luft gelassen. Dadurch wirken die C-Gleise äußerst zierlich.
  • Die kurzen Weichen mit steilem Abzweigswinkel brauchen nur wenig Platz, das finden alle Altersklassen praktisch.
  • Die längeren Weichen empfehlen sich für elegante Strecken. Besitzer von Personenwagen in maßstäblicher Länge um 30cm finden mit diesen „Konzept 2“ Weichen genau das Passende. Derzeit erhältlich sind normale- und große Bogenweichen.
  • Zwar ist die märklin/Trix-Bettung etwas steil geformt, wirkt aber dennoch überzeugend und vor allem weniger aufdringlich, als zum Beispiel die Bettung von RocoLine. Vor allem braucht man bei Trix nichts abzuschneiden, um zum Beispiel Weichen direkt zusammenzuklicken.
  • Die Schotternachbildung selbst ist recht fein ausgeführt. Bei einigen anderen Fabrikaten blickt man auf grobe Strukturen oder irgendwas, das nach Orangenhaut aussieht. Puristen können seitlich nachschottern, dazu empfiehlt sich feiner Schotter, wie er für die Baugröße N angeboten wird. H0-Schotter sind oft zu grob.
  • Wer die C-Gleis Schwellen genauer betrachtet, findet an einigen ihrer Außenseiten kleine Querstriche. Diese ahmen die Metallbänder nach, mit denen beim Vorbild zur Sicherheit die Holz-Enden zusammengehalten werden.
  • Beleuchtete Weichenlaternen, die sich beim Stellen der Weichen mitdrehen, gibt es von märklin und Viessmann.
Viessmanns Weichenlaterne mit nachträglich eingesetzter LED in warmweiß.
Viessmanns Weichenlaterne mit originaler LED in kaltweiß. Man sieht: Inzwischen gibt es einen richtigen Pfeil in der Form. Schön!
https://shop.elita.de/epages/ElitaModelleShop.mobile/de_DE/?ObjectPath=/Shops/ElitaModelleShop
Links der Sockel für Hobby-Signale, rechts der Mastfuß von Viessmann für Fahrleitungs-Masten.

Kritik am C-Gleis:

  • märklin hat nur für die Weichen-Oberseiten neue Formen erstellt. Für die normalen Gleise wendet man bei der Fertigung einen Trick an, der die Öffnungen für den Mittelleiter verschließt. Und das erkennt man leider. Hier war märklin einfach zu geizig. Gerade märklin-Skeptiker wird man so kaum versöhnen. Kurz: Für ein seriöses Sortiment sollten neue Oberflächen-Formen gemacht werden.
  • Es ist wohl schon vorgekommen, dass beim ersten Aufbau der Trix-C-Gleise ein Kurzschluss den Betrieb lahmgelegt hat. Der Grund ist meistens ein während der Fertigung unvollkommen aufgetrennter Verbindungs-Steg der Stromkontakte. Hier kann man sich behelfen, in dem Gleis für Gleis prüfend der Übeltäter herausgefunden und der entsprechende Steg wirksam durchtrennt wird. Eine eigene Stanzform für ‚Trix-Stege‘ wäre die bessere Wahl gewesen.
  • Das Ausbleiben von Dreiwegweiche und allen drei Kreuzungen lässt auf eine beeindruckende Portion Ignoranz im Hause märklin schließen, was H0-Modellbahnen ohne Mittelleiter betrifft. Dabei machen Puko-freie Bahnen längst den Großteil des märklin-Sortiments aus: märklin 1, märklin Z, Minitrix, LGB, Trix H0: Alles ohne Mittelleiter. Anstelle nun das Trix-C-Sortiment zu komplettieren, beschwert man sich über die mangelnde Akzeptanz des Produktes. Andererseits: Wenn Roco es geschafft hat, das furchtbare geoLine Gleis in die Haushalte zu bringen, dann sollte es märklin mit dem schönen Trix C-Gleis eigentlich leichter haben. Man muss nur wollen und das eigene Produkt ernstnehmen. Hinsichtlich der Zielgruppe des Trix-C-Gleises mag eine schlanke DWW angeraten sein.
  • märklins typischer Bahnübergang fehlt bislang, dabei ist gerade der ein schönes Spiel-Element.
  • Sehr selten findet man Schienenprofile vor, die an ihren Enden etwas scharfkantig abgetrennt worden sind. Hier behilft man sich mit ein, zwei sehr sanften Strichen mit einer Nagelfeile, schräg von außen nach innen. Danach ist alles in Ordnung.
  • Die Qualität der C-Weichenantriebe (märklin 74491) ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Aber SOWAS von. ? Die gute Nachricht: Alle ab Frühjahr 2019 gefertigten Antriebe sind – recht wahrscheinlich – von guter Qualität.
  • Stellschienen und Herzstücke der Weichen können eine grobe Struktur besitzen. Darauf setzt sich besonders gut Schmutz ab. Märklin sollte hier ein anderes Verfahren zur Herstellung einsetzen, damit diese Bereiche den edlen Schienen entsprechen. Wen das stört: Märklins Service reagiert hier sehr entgegenkommend.
Herzstück mit rauer Oberfläche. Hier wird es schnell schmutzig.
Ebenso auf den rauen Stellschienen; man sieht die Ablagerung. Einen Haftreifen von Roco hat es hier zerrieben – aber die taugen eh‘ nichts.

Märklin und die DC-Welt.

Manche hegen Vorbehalte gegenüber dem Trix-C-Gleis aus harmloser Unwissenheit: Diese hätten doch sicher Schwierigkeiten mit Fahrzeugen anderen Herstellern, weil, das ist doch von märklin, und man hört so dies und das… Kurz: Nee, das funktioniert, meiner Erfahrung nach.

Manchmal kommt noch Antipathie hinzu, die an religiösen Fanatismus erinnert: Man WILL dieses Gleis nicht, weil’s von märklin stammt. Angesichts der hervorragenden Qualität ist das wirklich Quatsch. Ausgrenzung findet aber auch auf der anderen Seite statt:

Es spricht keineswegs für märklins Marketing, nach dem ersten Impuls 2006 kaum Werbe-Maßnahmen für das Trix-C-Gleis unternommen zu haben. Als sei Modellbahnerei ohne Mittelleiter noch immer etwas für ‚Ungläubige‘.

Mich persönlich nervt diese ideologisch geprägte Haltung, hüben wie drüben. Klare Sache: Auch Fleischmann-Roco-Piko-Lima-Kato-Rivarossi-Athearn-Bachmann-Rapido-Fahrer dürfen märklin-Produkte gutfinden. Diese Ansicht ist übrigens kein Frevel.

Es ist doch eine tolle Sache, frei und quer durch alle Marken für das eigene Hobby auswählen zu können, was einem am Besten in den Kram passt. Und wenn das eben zufällig vom größten Hersteller stammt, na und? Man darf auch mal gönnen können. 😉

Wir mögen das Trix C Gleis. 🙂

Allein in meinem Freundeskreis fahren sieben Modellbahner auf dem Trix C-Gleis, im Alter zwischen 24 und 51. Alle sind happy mit dem Produkt. Gemecker gab es bislang keines (ja, ich habe nachgefragt).

Weiterführende Informationen rund um das Trix-C-Gleis: https://www.trix.de/de/produkte/trix-c-gleis/

Eine englisch-sprachige Seite aus Dänemark über das C-Gleis: https://railway.zone/?tag=C+Track

Viel Laminat-Bahning mit dem C-Gleis: https://www.modellbahntutzing.de/?s=c+gleis

Ein Beispiel für Teppichbahning mit dem Trix-C-Gleis: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?t=147191

Jemand konzipiert sich eigene Bahnsteige für die C-Gleise: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?t=105485

Bastel-Tipp: Prellbock

Fleischmanns Prellbock auf dem Trix-C-Gleis.

Fleischmanns Prellbock 6117 passt farblich ganz wunderbar zu den bräunlichen Trix-C-Gleisen. Um einen solchen zu beleuchten, habe ich einen märklin-Prellbock seiner Leiterplatte beraubt und diese am Fleischmann-Produkt festgeklebt. Dazu muss man nur löten können, und in die Bohle kommen rückseitig ein paar Feilstriche für die Lötstellen.

Die Kabel werden durch die Böschung nach unten geführt. Dort lötet man sie an Widerstände, die ebenfalls aus dem märklin-Prellbock stammen. Zur Stromversorgung (märklin hat keine Kontakte in der Prellbock-Böschung vorgesehen) reichen schmale Metall-Plättchen, die beim Zusammenklicken unter die jeweiligen Schienen geschoben werden.

Die weiße Fläche später einfach dunkelbraun überlackieren.

Pikos Diesel-IC 52001 & 52201 mit Licht-Spielereien

…gilt vor allem auch für Pikos Züge 59230 & 59430.

Piko hat seine Neuauflage des roten Diesel-Triebzuges der BR 612 technisch verbessert: Die Glühlampen wurden gegen warmweiße LED getauscht, und die Schnittstelle wurde sozusagen ergänzt durch Lötflächen und steckbare Kontakte.

So wird es im Digitalbetrieb möglich, die Innen- und ZugZiel-Beleuchtung jeweils separat zu schalten, zum Beispiel über die Decoder-Kabel F1 und F2. Die entsprechenden Platinen für den IC-Zug oder ältere, rote Varianten gibt es im Piko-Shop als Ersatzteile, nicht eben günstig, aber man wertet seinen vorhandenen Zug deutlich auf.

Rechts zeigen die Kreise, wo die Kabel grün und braun (violett) anzulöten sind. Die gelben Rechtecke zeigen die Positionen der Jumper.

Auf den Fotos kann man eindeutig erkennen, was dafür zu tun ist:

  1. Mit den Jumpern quer zur Fahrtrichtung die jeweils äußeren Kontakte verbinden.
  2. An die Lötfläche ‚Pad-A‘ das braune Decoder-Kabel für die ZugZiel-Anzeige anlöten. (meistens ist dieses Kabel violett)
  3. Das grüne Decoder-Kabel für die Innen-Beleuchtung ist meistens direkt am Decoderstecker angelötet. Dort sorgsam abtrennen und wie gezeigt an die Lötfläche ‚Pad-B‘ anlöten.
  4. Im Zugteil ohne Schnittstelle braucht man nichts zu erledigen: Dessen Beleuchtung wird vom motorisierten Teil geschaltet.

Mit ein paar einprogrammierten Effekten (je nach Decodertyp) wirkt der schöne Zug gleich nochmal netter. 🙂

Material:

1x Leiterplatte Wagen A: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=13479&vw_name=detail

1x Leiterplatte Wagen B: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=18861&vw_name=detail

2x LED-Platine mit warmweißen und roten LED: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=13506&vw_name=detail

Minikea – Minitrix auf Ikea

Für eine Spur N ist wirklich in der kleinsten „Hütte“ Platz.

‚Kein Platz‘ ist die Ausrede für Teppichbahning oder Schachtel-Aufbewahrung. Die Ikea-Tische aus der Serie ‚Lack‘ lassen sich aber prima als Module einsetzen. Hier zum Thema Spur N – Minitrix.

Bei einem Ikea Besuch fielen mir die günstigen ‚Lack‘-Tische auf: Alle mit identischer Höhe und hübsch unterschiedlichen Grundrissen – das wären sicher schicke Module. Und dann habe ich mal mit einem Programm herumgeklickt…

Für die Marke Minitrix von märklin realisierte ich diese Idee auf drei verschiedenen Tischen. Wesentlich mehr Gleispläne habe ich vorausgeplant. Egal, ob Jugendlicher oder Erwachsener mit wenig Platz – hier kann man sich eine kleine Welt aufbauen, die sich bei Bedarf schnell wegstellen lässt. Zwei der Artikel findet man online.

Teil 1: https://www.maerklin.de/fileadmin/media/journal/maerklin-magazin/05-2018/Fo.1_Kompakte_Tischbahn_mit_Minitrix_MM0518.pdf

Teil 2: https://www.maerklin.de/fileadmin/media/journal/maerklin-magazin/01-2019/Fo.3_Kompakte_Tischbahn_mit_Minitrix_MM0119.pdf

Hier ein Screenshot der einzelnen Tisch-Pläne. Wer lesbare Dateien haben möchte, schreibt einfach eine Email-Anfrage. 🙂

Wer hätte gedacht, dass solche schönen Fotos im 31. Stock entstehen können… 😉

S-Bahn Rhein-Ruhr von Piko (Update 03 2020)

Orange, wohin man blickt. 🙂

Pikos neu ausgelieferte S-Bahn Wagen nach Vorbildern der Bundesbahn der 80er Jahre gefallen auf den ersten Blick. Dass sie etwas handfester konstruiert wirken, als Rocos ältere Pendants, entspricht der Qualität, die man von Piko erwartet. Man findet viel Schönes aber auch ein paar Kritikpunkte. In Summe machen mir diese Fahrzeuge viel Spaß. Aber man sollte schon ein paar Ungereimtheiten abstellen. Wie das geht, beschreibe ich nachfolgend.

Derzeit sind folgende Fahrzeuge lieferbar:

2. Klasse 58500: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=27452&vw_name=detail

1./2. Klasse 58502: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=27458&vw_name=detail

Steuerwagen 58501: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=27453&vw_name=detail

Ausführung.

Eng, aber ohne Zwang – gut so. 🙂

Die Waggons sind maßstäblich lang konstruiert und dank ihrer kürzeren Vorbilder auch für märklin- und Fleischmann-Fahrer geeignet, deren Waggons eher nur etwa 282mm lang sein sollen. Die Kulissen für Kurzkupplungen halten die Waggons wirklich nah beieinander, anders, als noch bei Pikos Schnellzugwagen, die etwas ängstlich zueinander auf Abstand bleiben.

Mit einem Lackmaler imitiert man die Griffstangen.

So aufwändig Pikos bei den x-Wagen viele Details auch darstellt, ausgerechnet die auffälligen Griffstangen an den seitlichen Wagen-Enden sind als ‚Balken‘ im Gehäuse angeformt. Dies konnte Roco besser, und das vor bereits 32 Jahren: Kleine Metallstifte im Gehäuse stellen diese Griffstangen sauber, wenngleich wenig vorbildgerecht dar. Bei Piko muss man sich mit einem silbernen oder besser kieselgrauen Lack-Strich behelfen (gut trocknen lassen!).

Separate Scheibenwischer und seitliche Griffstangen. Der Staub kam nicht aus dem Werk.

Immerhin, der Steuerwagen besitzt neben den Führerstandstüren separat eingesteckte Griffstangen, vorbildentsprechend gekröpft. Dazu passen die separat eingesetzten Scheibenwischer und kleine extra-Griffe. Die Wirkung dieser Teile ist großartig.

Im Bereich der Fahrgestelle findet man viele filigrane, extra angesetzte Details, die man allerdings nur sieht, wenn man nach ihnen sucht. Diese eigenartige Inkonsequenz, dass Piko die Detaillierung im Fahrgestell quasi übertreibt, sich zugleich aber am Gehäuse Details spart, kennt man schon von der 103:

Die Drehgestelle von Pikos 103 besitzen unfassbar viele separat eingesteckte Teile. Ausgerechnet aber die auffälligen Scheibenwischer sind mittig geteilt, da jeweils zur Hälfte an Gehäuse und Fenster angeformt. Das sieht man bei jedem Blick. Ich vermisse hier eine sachkundige Führung von Konstruktions-Prinzipien.

Piko hat tatsächlich das Abteil der 1. Klasse in der Form nachgebildet. Vorn sieht man die Bodenschwelle und die Abteil-Wände.

Die seitlichen Fensterbänder liegen etwas zu weit im Gehäuse, das erinnert frappierend an Rocos Modelle. So ein Zufall! Und gerade die Fenster hätte man bei einer Neukonstruktionen von 2018 wirklich eleganter gestalten sollen. Wieso checkt man bei Piko so etwas nicht?

Tatsächlich stimmt Pikos Werbe-Versprechen, diese Waggons seien „wackelfrei“. Allerdings: Dass diese Aussage für diverse andere Waggons von Piko eben nicht gilt, sei hier des Fairplays wegen angemerkt.

Piko hat wie üblich ein Produkt-Video veröffentlicht:

Farb-Differenzen.

Der Führerstand des Steuerwagens zeigt ein äußerst passgenau eingesetztes Front-Fenster, dessen Rahmen aber statt silbern leider schwarz bedruckt wurde und so völlig anders wirkt, als das Vorbild. Auch hier fragt man sich, warum so etwas nicht vor der Produktion korrigiert wird.

Trauerflor…?

Denn leider kommen unnötige Farb-Fehler in Pikos Expert-Reihe immer wieder vor. So wurde auch der Wagenboden des Steuerwagens in leicht von den anderen Waggons abweichendem Braun-Ton eingefärbt, auch seine seitlichen Rahmenwangen lackierte Piko in genau demselben abweichenen Farbton.

Unten der Steuerwagen – braun ist nicht braun.

Auch das Orange meiner Piko-Lokomotive BR 111 weicht in der Farbtemperatur leicht von den drei Waggons ab.

Zwar kann man alles weg-erklären mit „Abweichungen gab es beim Vorbild auch“, aber hier geht es nicht um rhetorische Klimmzüge, hier geht es um eine inkonsequente, schwankende Produkt-Qualität. Dabei wäre es ganz wunderbar, könnte man sich bei Piko auf einheitliche und richtige Farben verlassen. Ich würde auch lieber alles über den grünen Klee loben. Geht aber nicht.

Decoder für Lichtwechsel. Und so.

LED Technik hat ihre Vorteile.

Besonders viel Mühe gab sich Piko mit den umfangreichen Möglichkeiten der Beleuchtung: Stirn- und Schlussbeleuchtung, Zugzielschild, Führerstand und beide Aborte sind mit LED bestückt und separat einschaltbar, sofern man einen Funktions-Decoder einsetzt.

Auch eine nachträglich eingebaute Innenbeleuchtung kann über den Decoder geschaltet werden. Die Mittelwaggons benötigen hier einen kompletten Satz Innenbeleuchtungen inklusive Radschleifern. Piko hat dazugelernt und die primitiven Achsschleifer endlich gegen sinnvolle Radkontakte ersetzt, die eine Achtpunkt-Stromaufnahme ermöglichen. So hätte es von Anfang an sein sollen, sogar bei Trix gibt es solche Dinge seit vielen Jahren.

Innenbeleuchtung Mittelwaggons Piko 56291:
https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=28051&vw_name=detail

Innenbeleuchtung Steuerwagen Piko 56292:
https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=28052&vw_name=detail

Zum Anschluss des Lichtwechsel-Decoders setzt Piko nicht auf bewährte Schnittstellen wie mtc21 oder Plux22, sondern auf eine eigen(sinnig)e Lösung: Unter der Platine finden sich zwei Buchsen aus dem Elektronik-Bereich, in denen eine Blind-Platine mit viel Kabelage den Analog-Betrieb ermöglicht. Piko bietet also einen Funktionsdecoder an, dessen zwei (!) Stecker mit sinnfällig angeschlossenem Kabel-Verhau in die Dosen eingedrückt werden müssen. Er ist derzeit der Einzige seiner Art, der mit diesen Steckern angeboten wird. Und das wird sicher auch so bleiben, wozu gibt es genormte Schnittstellen.

Piko versucht, den freien Einsatz von Funktionsdecodern zu torpedieren. Das klingt nach 1959, nicht nach 2019. Was Piko hier treibt, wie auch beim ICE4, das ist märklin-für-Arme. Und natürlich übergehe ich jeden derartigen Versuch der Gängelung.

Ich hoffe wirklich, dass man sich bei Piko endlich besinnt und zukünftig Steuerwagen und ICE4 mit genormten Plux22 Schnittstellen ausliefert: Für Modellbahner und Händler ist dieser Schnittstellen-Egoismus äußerst lästig. Piko sollte Bewährtes übernehmen und sich in das Vorhandene einreihen.

Abgesehen davon sind die vielen einzelnen Kabel und die kleinen Steckerchen schon sehr fummelig.

Decoder nach freier Wahl – das geht auch hier. 🙂

Freidenker finden sogar zwei einfache Möglichkeiten, einen Funktions-Decoder nach Wahl in den Steuerwagen einzubauen. Ein Lötkolben, eine Pinzette und etwas Geduld sind dazu notwendig. Ich habe einen günstigen Lokdecoder MX600 von Zimo verwendet, dessen Licht-Funktionen sich sehr nett programmieren und an den Lokdecoder MX637 angleichen lassen. Dabei sind „nur“ die ersten vier Funktionen schaltbar, also Licht weiß/rot, Führerstand und ZugZielAnzeige. Abort etc. bleiben duster. Aber darauf verzichte ich gern, als mich einem unnötig autoritär festgelegten Buchsen-Standard zu beugen. So.

Die nun folgenden Tipps erfolgen ausdrücklich ohne Gewähr!

Möglichkeit 1, Decoder bleibt steckbar: Man zupft die beiden Stecker der Blind-Platine aus den Buchsen. Dann werden die Kabel nacheinander, Funktion für Funktion, von der Blind-Platine ab- und jeweils sofort an die passende Stelle des neuen Funktionsdecoders angelötet. Tipp: Sorgfältiges Vorgehen erhöht die Erfolgs-Chancen. 🙂 Diese Arbeit ist etwas fummelig, aber es bleibt der Vorteil, dass der Decoder nur gesteckt ist und sich so einfach austauschen lässt.

Auf diese Weise kann man auch sehr günstige Decoder wie den Tams FD-R verwenden: https://tams-online.de/Funktionsdecoder-FD-R-Basic-2

Belegung der beiden Buchsen im x-Steuerwagen. Von OBEN betrachtet!
Der erste Versuch mit einem ESU-Decoder. Sauber löten können Andere ganz prima. 🙂 (funktioniert übrigens)
Der Decoder verschwindet…
…zwischen den beiden Wänden.

Möglichkeit 2, Decoder wird fest eingelötet: Auf der Platine finden sich kleine Löt-Pads mit eindeutigen klaren Angaben, welches Decoder-Kabel dort angeschlossen werden soll. Natürlich muss auch hier die Blind-Platine mit ihren Steckern aus den zwei Buchsen gezogen und aus dem Steuerwagen entfernt werden. Die Decoder-Kabel lötet man also direkt auf die Hauptplatine. Passend zu den genormten NEM-Kabelfarben habe ich Zeiger angebracht.

Ärgerliche Achsen.

Ein unschönes Kapitel sind bei einer ganzen Reihe meiner Waggons von Piko die Achsspitzen, die sich in die Drehgestelle einfräsen. Sämtliche meiner „Schnellzugwagen“ von Piko habe ich deswegen mit Messingbuchsen von Peho ausgestattet. Diese werden innen in die Drehgestell-Rahmen eingesetzt. So entsteht langfristige Sicherheit, und als netter Nebeneffekt reduziert sich das Rollgeräusch.

Peho Lagerbuchsen aus Messing & Werkzeug: http://peho-kkk.de/mshop/index.php/spur-h0.html

Auf der Achsspitze erkenbar Kunststoffreste aus dem Drehgestell-Rahmen.

Auch Pikos neue x-Wagen zeigten leichte Fräs-Spuren in den Drehgestellen. Und das, obwohl deren Räder neuerdings endlich glatte Oberflächen besitzen. Denn weil Pikos rauhe Radflächen Inder Vergangenheit sich überaus willig mit Schmutz zusetzten, habe ich irgendwann entnervt alle Piko-Achsen gegen die von Thomschke ausgetauscht. Piko verkauft nicht immer nur höchste Qualität…. https://www.modellbahn-radsatz.de/h0/radsaetze-h0-gleichstrom/piko/index.php

Ob auch im Fall der x-Wagen tatsächlich ‚Gefahr‘ für die Waggons bestand oder dies für die ersten Stunden normal ist, war mir dann egal: Sicherheitshalber habe ich weitere Buchsen geordert; schön genug sind die Waggons schließlich.

*Ei, Ei, Ei…*

Die Radscheiben habe ich mit Silber und Graubraun eingefärbt, um auch hier möglichst nah am Vorbild zu sein. Abgesehen davon sieht es schick aus.

Bremsscheiben müssen sein.

Man kann zum Bearbeiten die Achsen im Drehgestell belassen. Um die Radscheiben einzufärben, hält man den Pinsel (mit sehr wenig Farbe!) dagegen und dreht mit einem Daumen das Rad in Richtung vom Pinsel weg.

Zuerst habe ich die mittleren Flächen silbern ausgelegt, um die Bremsscheiben darzustellen. Dabei die Farbe möglichst dünn auftragen, denn Bremsscheiben haben keine Struktur….

Nachdem alles durchgetrocknet war, wurde der vertiefte Rand Graubraun (RAL 8017) ausgelegt. Am Besten einen extrem feinen und teuren Pinsel verwenden und jeweils nur sehr wenig Farbe auftragen. Abschließend befreit man den äußeren Radreifen von der Farbe. Dazu drückt man ein Wattestäbchen schräg an den Radreifen, und dreht das Rad einmal herum. Im Ergebnis wirkt der Wagenverband optisch um einiges edler.

Erst nach dieser Arbeit stellte ich fest, dass bei allen drei Waggons einige Räder unpräzise auf die Achsen gezogen wurden und deswegen leicht eiern. Was sich in unruhigem Lauf der Waggons äußert. Ob ich auch hier wieder Thomschke Achsen einsetze und mir die Arbeit nochmal mache, muss ich mal sehen.

*Knack-Knack*

…ist keineswegs immer der „Gipfel der Genüsse“. Im Gegenteil. Meine x-Wagen von Piko gaben jedesmal ein penetrantes Knack-Geräusch von sich, sobald sie in Kurven einbogen oder gar S-Kurven durchfuhren. Anfangs brachte ein Tröpfchen Teflon-Schmiermittel Linderung. Zwischenzeitlich erreichten mich über diesen Blog Zuschriften, die sich ebenfalls an den Knack-Geräuschen störten. Und mir riss der Geduldsfaden: Fällt sowas eigentlich niemanden vor Auslieferung auf?

Also betrieb ich Ursachen-Forschung und fand eine Banalität: Die Kulissen-Führung ist in der mittigen Spitze zu scharfkantig. Vermutlich im Formenbau wurde nicht exakt genug gearbeitet, und so verhakt sich der Kupplungsträger beim Wechsel von links nach rechts. Und verursacht das ‚Knacken‘.

Natürlich kann man kann sich mal wieder behelfen. Aber ohne diese extra-Mühe machten einem die Waggons mehr Spaß…

Genau hinsehen: An der Spitze sind Grate zu erkennen. Unpräzise halt. ??‍♂️

Man demontiert die Waggons und entnimmt auch die Kupplungsträger. Mit einer sehr feinen (!) Feile streicht man nun ohne jeden Druck (!!) beidseitig um die Spitze der Kulissen-Führung.

Nun ist die Spitze glatt – so sollte es ab Werk sein.

Nochmal zum Merken: Sanft! Ohne Druck! Nur entlangstreichen! Dabei immer wieder mit dem Kupplungsträger ausprobieren, ob das Knacken verschwunden ist. Wenn ja: Sofortiges Stopp. Danach die Kupplungsträger wieder einsetzen.

Gutes Teflon-Zeug sorgt langfristig für geschmeidige Bewegungen.

Einen kleinen Tropfen Teflon-Schmiermittel auf die Mechanik geben und durch Bewegen der Mechanik verteilen. Waggon zusammenbauen – und endlich geschmeidigen Betrieb genießen.

Fazit: Natürlich hat Piko bemerkenswerte S-Bahn Wagen auf den Markt gebracht, mit vielen netten Ideen. Aber viele nervige Kleinigkeiten hätten VOR Auslieferung abgestellt werden sollen. Und es sind gerade die Kleinigkeiten, an denen man erkennt, wie seriös sich jemand um seine Produkte kümmert.

Eigensinnige Decoder-Schnittstelle, eiernde Achsen und die knackenden Kulissen sind drei unschöne Aspekte. Man sollte sich bewusst sein, dass Pikos x-Wagen optisch schön gemacht sind, dass sie aber eben auch einer gewissen Nacharbeit bedürfen.

Pikos neues H0-Bettungsgleis (A-Gleis).

…wird fortwährend ergänzt.

Pikos neues Bettungsgleis.

Für mich war es DIE Messe-Überraschung 2019: Piko spendiert seinem etablierten A-Gleis ein Schotterbett. Seit Ende März befinden sich die ersten Bettungsgleise in Auslieferung.

Alle großen Hersteller haben Modellbahn-Gleise mit Schotterbett im Sortiment. Nun hat Piko nachgezogen, und dieser Text beschäftigt sich mit diesem System, auch, was signifikante, zukünftige Neuheiten betrifft. Das ist ja das Praktische an der Online-Schreiberei: Man kann immer mal wieder etwas nachreichen. 🙂

Fleischmann, Trix, Piko, Roco.

Derzeit lieferbar sind notwendige Standard-Gleise, Gerade, Gebogene und normale Weichen sowie Bogenweichen. Zur Messe 2020 wurden alle ausstehenden Gleisbettungen avisiert. Pikos hält seine Website wirklich aktuell:

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=301&vw_id=348&vw_name=detail

Startsets von Piko mit dem Bettungsgleis findet man hier:

https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=301&vw_id=358&vw_name=detail

Ein erstes Video zum Bettungsgleis kann man hier anschauen:

Als eine preiswerte und dennoch attraktive Alternative zu teuren Gleissystemen startete Piko sein Schwellenband-‚A-Gleis’ in den Nullerjahren. Weichen für zehn Euro und gerade Gleise für rund €1,10 waren eine klare (Kampf-) Ansage. Längst hat sich das A-Gleis eine stabile Fan-Basis erarbeitet.

Hinweis: Am Ende dieses Textes beschreibe ich meine Einschätzung der Schienenprofil-Qualität.

Das A-Konzept.

Offensichtlich hatte man bei Piko die vorhandenen Gleissysteme anderer Hersteller sehr genau analysiert und jeweils die überzeugenden Merkmale übernommen. So macht man das. Von märklin kennt man die praktische lang-kurz-Geometrie, von Roco die Weichen-Charakteristika und von Peco und Hornby die Stellzungen aus Pressblechen der Weichen (die Piko bei einigen Weichenformen inzwischen gegen stabile Teile aus Profilen ersetzt hat.)

Die Schienenprofile sind zwar 2,5mm hoch, damit auch uralte Modelle hubbelfrei darauf rollen können. Dennoch wirken sie auffallend filigran, weil sie besonders schmal gehalten sind. Diese Wirkung kann man noch unterstreichen, indem man die Profile seitlich rostbraun einfärbt. Unübersehbar ist dieses Gleis ein direktes Konkurrenz-Produkt zu RocoLine ohne und jetzt auch mit Bettung.

Links unten die Lücke.

Vor allem die Geometrie macht Spaß, sie ist so nett übersichtlich. Bei RocoLine können einem die vielen unterschiedlichen Mini-Gleise schon auf den Keks gehen, bei Piko gibt es da nichts, was in dieser Strenge auch wieder nicht optimal ist: Auch bei Piko fehlt das eine (!) wichtige Mini-Gleis, das den Unterschied der beiden Standard-Geraden ausgleicht. Gerade für Weichenstraßen ist dieses 8mm Gleis wichtig.

Bettungen für das A-Gleis.

Stellprobe: Alles passt stilistisch gut zusammen.

Was dem A-Sortiment fehlt, ist ein Entkupplungs-Gleis. Und eben bislang eine Bettung. Wobei der zweite Wunsch nun gleich doppelt erfüllt worden ist.

So sieht eine Weichen-Platte von Merkur für die Piko A Weichen aus.

1. Die Firma Merkur bietet für das A-Gleis ein schönes Sortiment an Bettungs-Teilen an, mit dem typischem braunen Korkschotter; man kennt diese Produkte unter dem Namen ‚Styroplast‘.

Man drückt die A Gleise einfach in die Vertiefungen, und sie halten dann durch Klemmsitz fest. Merkur komplettiert derzeit sein Bettungs-Sortiment für das A Gleis; was online noch nicht verfügbar ist, kann dennoch bereits lieferbar sein. Nachfragen hilft.

Hinweis: Styroplast-Bettungen eignen sich für distinguierte Anlagenprojekte, nicht für‘s Teppichbahning.

https://www.merkur-styroplast.de/Gleisbett-Zubehoer/PIKO-A:::46_88.html?MODsid=ddb99248789199dff522b2ef88a76f8c

Mittig der Streifen für Böschungen, falls auch bei Weichen gewünscht. Rechts eine Bettung für den ‚Gegenbogen‘.
Zuschnitt ab Werk. Perspektive als Zitat.

2. Nun hat Piko eine eigene Bettung entwickelt, Branchen-üblich grau gefärbt, und mit etwas groberer Schotter-Struktur, als bei RocoLine oder märklin/Trix-C. Dennoch oder gerade deswegen wirkt Pikos Bettung seit dem ersten Betrachten auf mich äußerst sympathisch. Dabei ist das Konzept sehr einfach: Die vorhandenen A-Gleise sind ab Werk quasi unverändert auf die Bettungen geschraubt. Rocos umständliche Verrenkungen, die das Line Gleis so komplex machen, vor allem bei den Bettungs-Weichen, hat Piko stur ignoriert. Gut so.

Längs- und Querstreben als Stabilisatoren.

Die Bettungsteile bestehen aus unerwartet stabilem, leicht flexiblem Kunststoff. Piko war so klug, im Böschungskörper durchgehende Längs-Streben anzuformen, die exakt unter den beiden Schienen angeordnet sind, also dem Schienenverlauf folgen. Schwere Fahrzeuge machen dem Gleis also nichts aus, und dennoch ist die Bettung flexibel genug, um die Fahrgeräusche zu dämpfen. Viel Gedankenschmalz, das zu diesem Ergebnis geführt hat. Respekt. Man fragt sich da schon, warum Roco in seiner speziellen Situation 2005 nicht auch so eine Lösung gefunden hat…

Ordentliche Übergänge.

Schienen-Laschen umgebogen.

Das Zusammenstecken ist noch immer ein bisschen fummelig, weil Piko darauf verzichtet, die Schienenfüße unten anzuschrägen. Durch die weit herausragenden Laschen der Schienenverbinder kann man sich schnell mal unfein pieksen. Diese Dinger gehören umgebogen: Wenn man schon abguckt, dann bitte richtig. Die Bettungs-Enden haben zueinander keine nennenswerten Abstände, beim Zusammenstecken entsteht ein recht homogenes Bild.

Verbogene Gebogene.

Ich stelle fest, dass auf der „Platte“ nicht alle Gleise wirklich eben aufliegen. Man kann sie aber leicht aufdrücken, da ist kein Widerstand. Diese Verwerfungen entstehen durch die ‚Buchsen’, in die die Gleisklammern einschnappen. Diese Buchsen wurden mit sich nach unten schräg erweiternden Seiten gestaltet. Das ist unklug, denn dadurch wird die Bettung hochgedrückt. Fällt sowas eigentlich vor Auslieferung niemandem auf…?

So verdrehen sich die A-Bettungen gegeneinander.
So sehen die ‚Verwerfungen‘ von unten aus.

Beim Ankleben während des Anlagenbaus ist das allerdings kein Thema mehr.

Rechts die ‚Buchse‘ mit schrägen Seiten.

Für den hauseigenen Prellbock hat Piko eigens eine Viertelgleis-Bettung konstruiert. Ein schönerer, komplett neuer Prellbock wäre die bessere Alternative gewesen…

Prellbock mit Spezialbettung.

Das Schwellenband ist jeweils mit zwei bis vier Schrauben auf der Bettung befestigt. Weil die Schwellen etwas nach oben aus dem Schotter hinausragen, kann man die A-Gleise auch später noch mit echtem Schotter veredeln. So bleiben nicht nur die Investitionen sondern bei sinnvollem Aufbau auch die lärmdämmenden Eigenschaften erhalten.

Ruhe macht Freude.

Denn einer der wichtigsten Vorteile der Bettungen aus flexiblem Material ist das Dämpfen der Fahrgeräusche. Um diesen Effekt weiter zu optimieren, sollte man Pikos Bettungsgleis nicht direkt auf die Holzplatte kleben, sondern erst den gesamten Gleisbereich zum Beispiel mit Matten aus Zellkautschuk bekleben – und erst darauf die Bettungsgleise kleben, jeweils ausschließlich dauer-elastischen Kleber verwenden. Beim Befahren bemerkt man dann sofort, dass vom Rollgeräusch kaum etwas übrig bleibt, ein sehr eleganter Eindruck entsteht. Und mir zumindest macht es so mehr Spaß, meine Züge fahren zu lassen.

Auf Pikos A-Bettungsgleis entsteht beim Befahren ein ‘Rausch-Geräusch‘ im mittleren Frequenzbereich, das zwar vernehmlich ist, mich zumindest aber nicht stört. Manche vergleichen das Roll-Geräusch auf Pikos Bettung mit dem Eindruck von Vorbild-Fahrzeugen. Und da ist echt was dran.

Fairerweise muss man sagen, dass das RocoLine-Gleis mit Bettung bis heute in Sachen Lärmdämmung unübertroffen ist: Dessen weiche Böschung erstickt wirklich jegliche Eigenschwingung, hat dafür aber den Nachteil, eben nicht die eigene Form zu wahren: Zwischen den Schwellen muss man immer wieder von unten die Bettung hochdrücken, damit keine unästhetischen Dellen bleiben. Außerdem sind bei RocoLine die Übergänge von Gleis zu Gleis in den meisten Fällen trotz aller Beteuerungen unübersehbar.

Dagegen vibrieren die Gleise Fleischmann-Profi und Märklin-C und Trix-C recht vernehmlich wegen ihres harten Materials, und sie reflektieren den Schall zusätzlich. Sensible Gemüter sind für deutlich weniger Krach beim Fahren sehr dankbar.

Die Schrauben in den Schwellen mögen bei Vorbild-Fanatikern einen veritablen Kulturschock verursachen, aber für diese Zielgruppe ist Pikos Gleis ohnehin nicht gemacht. Diese seriös und bequem von oben lösbare Verbindung von Gleis und Bettung bietet nämlich einen einzigartigen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern: Ganz einfach kann man das Schotterbett farblich verändern, auch nachträglich noch, mit sauberem Ergebnis, ohne umständliche Abklebe-Aktionen.

Umfärben leicht gemacht!

Die Farbgebung der Böschung ist typisch für die Branche. Wählte man früher Wohlfühl-Farben, greift man heute zu kaltem, Neutralem. Zum Glück kann man Pikos Bettung besonders einfach aufwerten.

Umlackieren macht schön! ?

Die Böschung lässt sich nämlich unabhängig vom Schwellenband einfärben, und das eben auch im Fall der Weichen. Man kann also die Bettungen separat lackieren, auch noch nachträglich, und nach dem Trocknen der Farbe die Gleise einfach wieder draufschrauben. Für kreative Modellbahner ist das eine wirklich tolle Sache.

Gut geeignet für Pikos Böschungen sind zum Beispiel die Granit-Effekt Farben der Marke ‚Montana‘, weil sie auf Wasser basieren. Mit dem Farbton Granit Effekt braun wurden die oben gezeigten Gleise eingefärbt. Es gibt außerdem noch grau und hellgrau.

So sieht Pikos Bettung ‚nackt aus‘.

Beim direkten Konkurrenten RocoLine ist das Nacharbeiten im Fall der meisten Weichen nur mit extremem Aufwand möglich, weil diese fest mit Platinen im Sockel verlötet sind.

Wer sich an Pikos sichtbaren Schrauben stört, kann die Gleise beim Anlagenbau mit dauerlastischem Kleber in der Böschung befestigen, die Löcher mit Kitt von Revell füllen und im RAL Farbton 8022 ‚Schwarzbraun’ betupfen – fertig. Auch hier ein Vorteil gegenüber Roco, deren rötliche Schwellen mir seit 1989 nicht gefallen.

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, das A-Bettungsgleis schöner aussehen zu lassen. Piko war so klug, die Schwellen etwas nach oben aus dem Schotterbett herausragen lassen. Hier lässt sich später beim festen Aufbau zusätzlich Modellbahn-Schotter aufbringen. Mir gefällt das alles sehr gut.

So fährt man vielleicht jahrelang auf seinen Gleisen herum, erweitert über die Zeit seinen Gleis-Fundus, und wenn eine ‚richtige’ Anlage aufgebaut werden soll, verwendet man weiterhin seine geliebten Gleise und professionalisiert ihr Aussehen mit schönem Schotter. Dazu hat Piko ein kurzes Video online gestellt. Später werde ich dazu noch ergänzende Tipps posten.

Schnippeln leicht gemacht.

Links die Schnittkante.

Bei Geraden, die an die Weichen angesteckt werden, müssen die Bettungen schräg abgeschnitten werden, das kennt man von RocoLine mit Bettung. Im Fall des A-Gleises ist der abzutrennende Bereich allerdings kürzer, weil die Bettung weniger ausladend gestaltet ist.

Allerdings hat Piko versäumt, wirklich überall Schneide-Linien anzubringen, wie das Foto zeigt. Auch bei der Weiche oben fehlt diese Linie an einem Ende. Das ist schon ein bisschen eigenartig und wird hoffentlich noch nachgebessert.

Innen fehlen die Schneide-Linien, am anderen Ende sind sie ebenfalls nur auf einer Seite. Unpraktisch.

Mit einem Lineal aus Stahl und einem scharfen Cuttermesser ist das schnell und sauber erledigt. Diffizil wird diese Sache bei den Bogenweichen. Unter allen Gleisen finden sich Hilfslinien zum Schneiden, auch das kennt man von einigen RocoLine Gleisen.

Oben Roco-Line, unten Piko-A.
Oben Fleischmann-Profi, unten Piko-A.
Oben Pikos aufgeräumter Unterbau, unten Roco Line.

Rocos gefühlt (!) überbreite Bettung lieferte meiner Erfahrung nach einen der Gründe, warum viele Einsteiger lieber zu Fleischmann-Profi gegriffen haben: Das Gefühl, etwas „kaputtmachen“ zu müssen, nur, um die Bahn aufzubauen, ist gerade Einsteigern eher unangenehm. So ist Pikos schmalere Bettung nicht nur weniger aufdringlich und dadurch sympathisch, sie hat gegenüber Roco Line einen unschlagbaren Vorteil…:

Update: Denn inzwischen führt Piko wirklich alle A-Bettungen auch einzeln im normalen Programm. Also auch für Weichen. Das ist wirklich sehr gerissen, denn der größte Stressfaktor von RocoLine fällt bei Pikos A-Gleis weg: Eine verschnippelte Bettung ist kein Drama mehr. Man ersetzt sie einfach gegen eine neue. Rocos Idee der unpraktischen Reparaturstreifen ist nicht nur von Merkur abgekupfert sondern im Ergebnis alles andere als unauffällig.

Dieser entspannte Umgang mit dem Produkt ‚Bettung‘ wird sicher viele Interessenten überzeugen. Plus: Man kann sich verschiedene Bettungs-Varianten hinlegen. Ein klarer System-Vorteil gegenüber RocoLine mit Bettung, dessen Hersteller seit 1989 Chancen zur Verbesserung ungenutzt verstreichen ließ. Tschä.

Apropos Schnippeln: Beim Anschrägen der Weichenzungen geht man in Pikos Werk offenbar recht ruppig vor, wie dieses Foto zeigt.

Wie mit der Heckenschere… Das darf so nicht aussehen!

A-Zubehör.

Interessant ist das Bettungs-Zubehör. Wo andere Hersteller die Strom-Anschlüsse oder Weichen-Antriebe unter der Böschung verbergen, setzt Piko diese Dinge sogar ausdrücklich in Szene: Kleine Sockel mit Mauerstruktur stützen die bekannten, seitlichen Weichen-Antriebe und auch die Anschlusskästen zur Fahrstrom-Einspeisung. Das wird diejenigen freuen, die auch nach dem Anlagenbau noch bequem von oben an diese Dinge herankommen möchten.

So bezieht man die Modellbahn-spezifische Technik in die Anlagen-Gestaltung mit ein. Andere tun das, indem sie Mittelpunkt-Kontakte feiern. Jedem das Seine.

Und längst nicht jeder krabbelt gern unter seiner Anlagenplatte herum, um kopfüber an Elektro-Anschlüssen herumzuschrauben…

Viessmann-Sockel lassen sich zum Spielen unterstellen.
Die rechte Lasche muss man plattbiegen. Dann passt es.

Zubehör anderer Hersteller lässt sich für den Spielbetrieb mit dem neuen Bettungsgleis kombinieren: Viessmanns Oberleitungsmasten lassen sich ganz einfach unter der Böschung platzieren, dazu muss man nur mit einer Zange die Lasche vor dem Mast plattbiegen.

Wer preiswerte Fahrleitungs-Masten bevorzugt, kann die bekannten Hobbex-Masten einfach auf zurechtgeschnittene Plastikplättchen kleben und diese unter der Böschung einklemmen. Passt. Allerdings ist die Herstellung dieser äußerst günstigen Masten beendet, Interessenten sollten also flink sein.

Oder man findet sich auf dem Gebrauchtmarkt alte Fahrleitungs-Masten von märklin oder Vollmer zusammen.

Auch märklins günstige Hobby-Signale kann man mit dem A-Gleis verwenden: Den passenden Signal-Decoder gibt es für elf Euro bei diesem Anbieter (bitte das gewünschte Digitalformat DCC oder MM angeben): 123info@moba-digital.de

Für den Signal-Decoder von moba-digital schneidet man einfach Abschnitte der Plastik-Stege heraus. Dann lässt sich der Decoder in der A-Bettung versenken.

Kritik.

Gibt es was zu meckern? Ein bisschen.

Das A-Gleis hat sich vor allem durch seinen günstigen Preis bei höchst feiner Optik verbreitet. Mehr sollten Gleise nicht kosten.

Für die neuen Bettungsgleise hebt Piko das Preis-Niveau energisch an. Und das, obwohl die Bettungen aus nur jeweils einem einzigen Kunststoff-Teil bestehen. So etwas sollte sich günstiger und dennoch gewinnbringend anbieten lassen.

Immerhin bei den Weichen ist der Preis-Unterschied marginal. Aber die Standardgleise fallen auf: Ohne Bettung rund €1,50, mit Bettung etwa €2,70. Ob die quasi-Verdoppelung wirklich sein musste? Ich zweifle. Piko-Fans sind eine mildere Denke gewohnt. Und so könnte man eben auch direkt zu den oben erwähnten ‚professionellen’ Styroplast-Bettungen greifen.

Auch A-Gleise fühlen sich im Styroplast-Bett wohl. Wer mag, kann die Schwellen noch matt RAL 8022 schwarzbraun lackieren.

Offenbar nicht eingeplant hat Pik
o einen Weichen-Antrieb, der sich ‚unsichtbar’ innerhalb der Böschung verstecken lässt, wie das bei Roco und Märklin/Trix möglich ist. Dieser Antrieb müsste sehr flach sein, vielleicht ist dies eine prima Baustelle für Viessmann-Modell. Als Ergänzung wäre es schön, die glatte Kante neben den Weichen-Schwellen mit einem schmalen Streifen Bettungs-Plastik ausfüllen zu können. Aber selbstverständlich kann man auch die Bettungs-A-Gleise durch Unterflur-Antriebe stellen.

Die Sockel für Weichenantriebe bietet Piko im unpraktischen Sechserpack an, dessen Listenpreis rund €14 beträgt. Nicht gerade einladend für – technisch gesehen – überflüssige Dekorationsartikel, zumal, wenn man den Modellbahn-Nachwuchs mit (immer zuwenig) Taschengeld im Blick hat, der sich kaum fünf überschüssige Teile hinlegen möchte.

Ein Vergleich: Rocos digitaler (!) Bettungs-Weichenantrieb kostet nur rund 20 Euro, ohne Sockel oder Ähnliches zu benötigen. Und das bei einem allgemein anerkannten Gleis-System. Piko verlangt allein 23.- für den Weichen-Antrieb, plus Einzeldecoder von einem externen Anbieter für rund elf Euro oder deutlich mehr für die hauseigenen Bausteine, plus Deko-Sockel. Dieses (Preis-) Konzept kommt mir etwas … überambitioniert vor.

Antrieb: https://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=artikel&vw_id=664&vw_name=detail

Einzeldecoder: https://modellbahnshop.moba-digital.de/epages/12489450.mobile/de_DE/?ObjectPath=/Shops/12489450/Products/WeichEi&Locale=de_DE

Schrubb-Schienen.

Pikos 150 mit deutlichen Spuren.

Es gibt leider einen Aspekt, der mich noch davon abhält, Pikos schönes A-Gleis wirklich zu verwenden. Es geht um die Schienenprofile: Bereits beim ersten Testen der A-Gleise 2006 stellte ich fest, dass darauf vor allem Schlepptenderdampfloks von Roco mit Kardan-Antrieb vom Tender zur Lok eine Art Metallstaub neben den Schienen zurückließen. Farblich eindeutig Rocos Rädern zuzuordnen.

Die Radreifen der via Kardan angetriebenen Lok-Treibräder glänzten auf einmal hell poliert, obwohl sie vorher noch dunkel und matt ausgesehen hatten. Bei keinem anderen Gleis-System war mir so etwas jemals vorgekommen. An den Rädern lag es also nicht.

Eine damals augenblicklich an Piko geschriebene E-Mail blieb ohne Resonanz. Auch mehrfaches späteres Nachfragen brachte kein Ergebnis.

Deutliche Riefen nach zwei Tagen Betrieb auf dem A-Gleis.

Da ich nun in 2019 ahnte, was für Folgen der Betrieb auf dem A-Gleis haben kann, setzte ich für diese Online-Besprechung nur eine kleine Auswahl meiner Lokomotiven den A-Schienen aus.

Und siehe da: Die Räder der grünen 150 von Piko, einem übrigens wirklich wunderschönen Modell, zeigten nach nur zwei Tagen Betrieb auf dem Test-A-Oval deutliche Polier-Spuren und Riefen.

Zuvor glichen diese Räder noch denen der hier zum Vergleich gezeigten Räder einer 141, ebenfalls von Piko:

Normale Spuren auf Rädern einer 141 von Piko nach drei Jahren Betrieb auf Roco-Line und Trix-C.

Testhalber habe ich meine Piko-221 einen Tag lang über das A-Gleis geschickt, mit nahezu identischem Ergebnis.

Auch die Räder der 221 waren schnell hell geschrubbt.

Leider interessiert man sich bei Piko trotz diverser Hinweise nicht für eine Optimierung der A-Profile, obwohl auch intern längst Verdachts-Momente bestehen sollen.

Wenn man mit der Fingerkuppe vergleichend über Schienen von Piko-A und dann z.B. über Trix-C streicht, bemerkt man, wie rau sich Pikos Schienen anfühlen, und wie glatt die Trix Oberflächen sind. Sowas müssten doch eigentlich auch Andere bemerken.

Schienen, die Räder verkratzen können, so etwas dürfte es gar nicht geben.

Dabei geht es nicht um die Form des Profils, wie ich anfangs dachte, die könnte ebenfalls sinnvoller sein, es geht um die Oberflächen-Beschaffenheit.

Das Metall, aus dem die Schienen gezogen werden, ist nicht so hochwertig, wie das anderer Gleis-Anbieter. So einen klaren Mangel trotz mehrfacher Hinweise einfach weiter zu verkaufen, das ist schwer bedauerlich.

Wie ich inzwischen erfahren habe, ist sich Piko der destruktiven Eigenschaften seiner A-Gleise durchaus bewusst, sieht aber offenbar keine Veranlassung, daran etwas zu verbessern. Mehr dazu hier auf diesem Blog: https://blog.mobaz.de/2019/10/07/piko-bestaetigt-a-gleis-kann-raeder-bei-dauerbetrieb-schaedigen/

Pikos Profil ist wirklich elegant und schmal – aber leider am Fuß nicht angeschrägt, wie beim Wettbewerb, und oben praxisfern platt.
Piko Schienenprofil in 20facher Vergrößerung. Die Rauheit lässt sich klar erkennen.
Zum Vergleich das Trix-C-Profil, ebenfalls in 20facher Vergrößerung. Eindeutig glatter und klug nach oben gewölbt.

Die beiden Aufnahmen wurden angefertigt von Simply, Köln-Deutz. Vielen Dank dafür!

Und für märklin H0?

Pukos als Pikos logische Erweiterung.

Pikos hohes und dennoch zierliches Schienen-Profil legt den Gedanken nahe, darauf auch märklin-Modellbahnen fahren zu lassen. Denn das K-Gleis findet bei märklins Entscheidern inzwischen wenig Beachtung. Leider.

Eine uralte 01 von märklin konnte ich durch die Herzstücke der A-Weichen schieben, ohne dass es irgendwo geklemmt hätte. Es bedarf lediglich flacher, vorgebogener Punktkontakt-Einsätze, die unter die Schwellen geklippst werden.

Es wäre also naheliegend, dass Piko sein A-Gleis in der Zukunft sowohl für DC als auch AC anbieten könnte. Eine wirkliche Konkurrenz dieser Art wäre für ‚Märklinisten’ sicher eine völlig neue Erfahrung.

Fazit:

Mir gefällt Pikos A-Gleis mit Bettung ziemlich gut. Weder folgt Piko Rocos und märklins Bestreben, technisch das Aufwändigste umzusetzen, noch verbleibt man auf ehemaligem „Hobby“-Niveau. Man beschreitet einen entspannten Mittelweg, den man als Modellbahner eigentlich schon verloren geglaubt hatte.

Piko gibt sich alle Mühe, das eigene Sortiment auf immer solidere Säulen zu stellen, das ist sehr erfreulich.

Folgen sollten zeitnah das 8mm-Mini-Gleis und ein Entkupplungsgleis.

Aber: Solange das Schienen-Profil aus verschiedenen Gründen die Räder meiner Fahrzeuge beschädigen kann, mag ich Pikos Gleis nicht für meine Sammlung verwenden. Für den Fall der AC-Tauglichkeit ist ebenfalls dringend ein hochwertigeres Material anzuraten, denn gerade betuchte ‚Märklinisten‘ sind -zurecht- humorlos, wenn es um ihre kostspieligen Sammlungen geht. Die will man sich nicht durch ein minderwertiges Schienenprofil entwerten.

Sollte man bei Piko ein Einsehen haben und ein neues, in vielerlei Hinsicht hochwertigeres Profil verwenden, könnte man die Lage neu bewerten. Bis dahin beobachte ich aufmerksam die Entwicklungen.

(…wird immer wieder mal ergänzt.)

Weihnachtszug von Hornby mit DCC-Decoder, Weihnachtsmann und Licht.

Hornbys Xmas Train. Echt niedlich. 🙂

Hornbys kleine, zweiachsige Dampflok ist seit Jahrzehnten erhältlich. Schnell und preiswert lässt sie sich mit einem DCC-Decoder und Licht aufwerten.

Aktuell gibt es diese hübsche Lok in einem Set als Weihnachtszug, mit zwei hübschen Waggons, Steuergerät und Gleiskreis. Zum Glück rollen die drei Fahrzeuge einwandfrei auch auf kontinentalen DC-Gleisen wie RocoLine oder Trix-C, Fleischmann-Profi oder Piko-A. Nur die Kupplungen verlangen artverwandte Fahrzeuge.

Für diese drollige Lokomotive habe ich den €10-Decoder von LaisDCC ausgewählt. Der Einbau ist schnell erledigt. Zum Schluss gab es noch eine schaltbare Kabinen-Beleuchtung für den thematisch passenden Lokführer. Denn, wenn der Weihnachtsmann gerne arbeitet, haben wir alle etwas davon. 🙂

Demontage

So ist das Gewicht befestigt.

Zum Auseinandernehmen zieht man das Gehäuse mit sanfter Gewalt nach oben aus seinem Klemmsitz. Dann schraubt man das Gewicht los, dessen Schraube sitzt von unten im Fahrgestell. Nun kämpft man kurz mit der eigenartigen Feder, die den Motor auf dem Gewicht festhält. Danach lötet man sehr vorsichtig sämtliche Kabel von allen Kontakten ab, nimmt den Motor und schließlich auch das Gewicht heraus. Vom Gehäuse lässt sich der Tender-Einsatz abklippsen.

Decoder

Vom Decoder werden eigentlich nur vier Kabel benötigt: Schwarz und Rot für die Stromversorgung, Grau und Orange für den Motor. Diese werden auf eine praktische Länge abgeschnitten. Wer die Kabinen-Beleuchtung einbauen möchte, belässt Blau und Grün unverändert lang. Alle anderen Kabel werden auf das Minimum gekürzt.

Anschluss der Radschleifer.

An die Radkontakte werden Schwarz (links) und Rot (rechts) angelötet, dabei wirklich sehr schnell arbeiten, damit der Kunststoff des Fahrwerks nicht zu heiß werden und schmelzen könnte.

Motor-Anschluss.

Dann setzt man das Gewicht wieder ein und schraubt es fest. Anschließend setzt man den Motor ein, dabei fädelt man die beiden Kabel Schwarz und Rot an außen vorbei, und fixiert ihn wieder mit der speziellen Drahtfeder.

Motor und Kabel sind fixiert.

Ein kurzer Streifen Doppelklebeband fixiert den Decoder auf dem Motor. Im Zweifelsfall mit 100% Alkohol die Motor-Oberseite entfetten. Die Kabel Orange und Grau werden an die Motor-Kontakte gelötet. Das war es schon.

LED-Plättchen von einer Innenbeleuchtung.
Lokführer am richtigen Platz.

Ich wollte gern die Kabine beleuchten, dazu verwendete ich ein LED-Platinenstück, von einer gekürzten Innen-Beleuchtung übrig geblieben. Zuerst klebt man mit Sekundenkleber den Lokführer auf die Bodenplatte.

Energie für das Kabinenlicht.

Dann werden die Kabel Grün und Blau durch Öffnungen des Gehäuses in das Führerhaus geschoben. Dort verlötet man sie vor dem Festkleben (!) mit der LED-Platine und macht einen Funktionstest (Taste F1). Falls nichts passiert, die Anschlüsse vertauschen.

Die bunten Kabel sollten durch schwarze Litzen ersetzt werden. Aber auf dem Foto sieht‘s gut aus. ?

Sobald die LED aufleuchtet, die Platine mit Sekundenkleber im Dach befestigen und später, nach dem Zusammenbau, der Optik halber mit Seidenmattschwarz tarnen. Dazu ein Hinweis: Erst nach dem völligen Durchtrocknen der Farbe die LED einschalten, am Besten über Nacht abwarten. Sonst besteht die Gefahr eines Kurzschlusses.

Bald gibt’s Geschenke! 🙂

Nun zieht man die Kabel vorsichtig in das Innere des Gehäuses und klippst sehr behutsam den Tendereinsatz wieder fest. Die Kabel müssen dabei neben den Steckern vorbei verlaufen. Die Kabel werden ins Gehäuse gezogen, dort verstaut, und das Gehäuse wird wieder aufgesetzt.

Fertig ist der digitale Weihnachtszug! 🙂

Hinweis: Irgendwann fuhr die kleine Lok nur noch ruckelig. Als Ursache stellten sich kleine Stoff-Vliese heraus, die ab Werk in den Zylindern saßen. Man hatte sie mit Öl getränkt, das nun verharzt war. Man entfernt diese Teile einfach mit einem schmalen Schraubendreher und gibt auf die Stellen, an denen die Stangen aufliegen, jeweils einen Tropfen guten Öls. Dann fährt die Kleine wieder manierlich.

Hinweise zum LaisDCC-Decoder: Diese Bauteile zeigen ein paar Besonderheiten, was die Programmierung betrifft. Nur, weil sie den Programmier-Befehl ignorieren, sind sie noch lange nicht kaputt. Dazu werde ich in naher Zukunft einen erhellenden Text veröffentlichen. 🙂

Rocos BR110 72564 in aufrechter Haltung.

Ende der Nullerjahre konstruierte Roco seine Modelle der „Neubau- E-Loks“ der Bundesbahn neu. Signifikanzen dieser Modelle sind eine Plux22- Schnittstelle, LED-Lichtwechsel rot/weiß – und reduziertes Gewicht.

Schief ist selten modern….

Leider hat man bei Roco diverse Fehler in diese Loks hineinkonstruiert. Zum einen ließ man die Möglichkeiten der vielen Plux22-Kontakte ungenutzt, sodass sich die Schlusslichter ab Werk nicht separat schalten lassen. Zum Anderen sitzen die Gehäuse vieler dieser Neukonstruktionen schief auf dem Rahmen. Sie lassen sich nicht dauerhaft festklippsen. Festgestellt habe ich diesen Konstruktionsfehler bei verschiedenen BR110 und BR110.3, der grünen BR140 mit Doppellampen und der verkehrsroten BR110.3. Es könnten weitere Loks betroffen sein.

Nun sollte man annehmen, dass ein vorgeblich anspruchsvoller Hersteller wie Roco solche Mängel unverzüglich abstellt. Weit gefehlt. Mehrmals habe ich Roco auf diese Dinge hingewiesen. Auch mit Fotos von ihrer eigenen Website. Bis heute ohne Nachbesserung der Modelle. Irgendwann wurde mir das Warten zu blöd, und ich begann, selber nachzuforschen.

Es sind gleich drei Bereiche, die fehlkonstruiert wurden: Außer der Schnittstelle wurden auch einige Klippse innen unten am Gehäuse nicht sinnfällig ausgeführt, diese ragen nicht weit genug nach innen. Zum Anderen ist der Lok-Rahmen aus Zink-Druckguß zu schmal, als dass sich das Gehäuse wirklich festkrallen könnte. Auf Rahmen von Loks dieser Bauart aus den 90er Jahren, damals unter „ExclusiV“-Logo angeboten, sitzen diese Gehäuse übrigens wunderbar fest.

Elektrik

Ich habe also zuerst die roten Schlusslichteran die Platine angeschlossen, damit sie sich einzeln schalten lassen. Das ging recht einfach. (Bild folgt) Die kaltweißen LED des Modells habe ich ausgetauscht gegen LED mit Glühlampen-Effekt:

https://www.railroad24.com/epages/es10595924.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10595924/Products/5611

Gehäuse-Sitz:

Das gelbe Quadrat rechts ist der Fiesling.

Danach habe ich mir genau angesehen, warum die Gehäuse meiner beiden 110er verflixt nochmal so eigenartig zurückfedern. Ohne Lüftergitter wurden die Schuldigen schnell gefunden: Die Führerstands-Einsätze dieser Loks tragen quadratische Abdeckungen für die oberen Lichtleiter. Diese ragen zu weit nach unten und werden (zu) fest auf die Platine gepresst. Außerdem sind die Widerstände für die oberen Spitzenlicht-LED dämlicherweise genau dort angeordnet, wo diese Quadrate aufsitzen. WER kommt auf solche Ideen…

Rechts original, links bearbeitet.

Man nimmt also die Führerstände heraus und ebnet die Überstände mit einer guten Feile und viel Geduld sanft ein. Es muss lediglich der hochstehende Rahmen entfernt werden.

…Entspannung. 🙂
Versetzte Widerstände.

Dann vesetzt man die Widerstände der LED entlang der Leiterbahn an weniger störende Orte. Dazu die Widerstände ablöten, an den neuen Stellen mit einem Cutter-Messer die Leiterbahn zweimal nebeneinander einschneiden und das Zwischenstück herausschieben. Vorsichtig etwas Lack auf der Leiterbahn vor und hinter der Trennstelle wegkratzen (mit einem Schraubendreher) und den Widerstand neu festlöten. Abschließend die nun offenen, ehemaligen Kontakte mit einer sehr ‚flachen Fläche‘ Lötzinn überbrücken.

So schön kann eine BR 110 von Roco aussehen. 🙂

Das Gehäuse rutscht nun prompt bei der ersten ‚Anprobe‘ weit genug über den Rahmen hinab. Das Fixieren erfolgt mit gutem, flachen Doppelklebeband, das seitlich auf den Rahmen gepappt wird. Das hält unerwartet gut und lässt sich auch sanft wieder lösen, komplett abrubbeln und ersetzen. Hauptsache, die schöne Lok sieht wieder gut aus.

Warum Roco diese Mängel auch bei den allerneuesten Auflagen dieser Lokomotiven in blau/elfenbein nicht abgestellt hat (bis auf eine verbesserte Schnittstelle), ist nicht nachvollziehbar. Denn eigentlich sind Rocos „Neubau-E-Loks“ wirklich schön gemacht. So hilft man sich eben selbst! 🙂

Lenz-Gold+ mit USP (Beispiele)

Die Technik der Gold+ Decoder von Lenz mit dem USP Modul bewirkt eine wirklich intelligent erdachte Perfektionierung der Stromaufnahme. Besser, als es mit herkömmlichen Decodern mit Kondensatoren möglich ist. Allerdings befürchten viele Modellbahner, dass das USP-Modul nicht in ihre Loks hineinpasst. Hin und wieder werde ich an dieser Stelle ein paar Beispiele zeigen, wo überall sich diese Decoder-Rücksack-Kombination einsetzen lässt. Denn nicht nur Mini-Loks freuen sich über eine optimierte Stromaufnahme. Mehr dazu auch hier: https://blog.mobaz.de/wp-admin/post.php?post=236&action=edit

Roco BR 152:

Ganz links ist das USP-Modul zu erkennen.

Schöner Krach für Rocos BR 232.

Rocos Varianten der DR ‚Ludmilla‘ (die offenbar zu „DDR“-Zeiten niemals so genannt worden ist) gibt es nun schon seit 1992. Zwischenzeitlich wurde das Modell überarbeitet; zuletzt kam eine neue Platine mit rot/weißen LED und Plux-Schnittstelle. Ich werde später prüfen, ob diese Platine auch in ältere Modelle hineinpasst. Allerdings erzeugen die aktuellen Sound-Varianten keineswegen eine brachiale Kulisse, wie man sie sich von so einem Modell wünscht. Esus neue Lautsprecher-Bausätze helfen.

Versuchs-Anordnung.

Lautsprecher-Einbau.

Roco hat im Rahmen dieser Lokreihe mehr Platz geschaffen für größere Lautsprecher. Für die Lok eines Freundes habe ich das Esu Set 50340 ausgewählt. Darin finden sich Teile für einen runden Lautsprecher mit 28mm Durchmesser. Dieser passt genau in die Rahmen-Aussparung und hält dort mit wenigen Tropfen Klebers gut fest.

Der Zusammenbau des Klangkörpers ist mit gutem Sekundenkleber schnell erledigt. Dabei auf ein luftdichtes Ergebnis achten. Erst zum Schluss werden die beiden Lautsprecher hineingeklebt, ebenfalls mit einem lückenlosen Ring aus Kleber. Die Löt-Kontakte sollen auf derselben Seite liegen.

Mit Esus Lautsprecher 50340 klingt die 232 voluminöser.

Die Kabel werden so an die Lautsprecher angelötet, wie im Bild zu sehen: Erst beide Strippen an den einen Lautsprecher, danach sinngemäß von dort aus an den anderen. Schon vor dem Aufsetzen des Gehäuses stellt man einen voluminöseren Klang fest, noch mehr Bass wäre freilich noch fetter. Die Lautstärke des Zimo-Decoders sollte reduziert werden, auf einen Wert zwischen 20 und 35, damit der Klangeindruck überzeugend bleibt.

Rotes Rot statt Orange.

Tauchlack sorgt für ein schönes Schlusslicht.

Seit langer Zeit färbt man bei Roco Lichtleiter mit einer eigenartigen orange-roten Farbe ein, die nie wirklich gut aussieht. Also habe ich die Lichtleiter mit reinem Alkohol von dem orangefarbenen Unsinn befreit und dann die Enden mit wenig Tauchlack für Glühlampen tiefrot eingefärbt. So hat die 232 auch mit Glühlampen endlich ein schönes Schlusslicht.

Absichtlich unscharf fotografiert erkennt man das schönere Rot.

Material: